Indiana Tribüne, Volume 24, Number 232, Indianapolis, Marion County, 9 May 1901 — Page 7
Jndian,, Tribune. 9. Kai 1901.'
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Das Gluck von Vlendheim.
Roman von Woldemar Urban. (Fortsetzung) Damit betrat der Schutzmann vom Quai aus einen der großen Kähne, die dort im Strom lagen und wohl Obst oder Aehnliches von der oberen Spree r.ati der Hauptstadt gebracht hatten. Auf dem Hintertheil des Kahnes, den Felix Sellentin. gleich hinter dem Schutzmann hergehend, betrat, sah er eine kleine Laterne an einem der Taue hängen, die nach dem Mast hinauf gingen. Neben der Laterne standen wieder zwei Schutzleute. Unten am Boden lag etwas, was Fett? Sellentin aber noch nicht erkennen konnte. Er kam bis zur Brücke. Dort, zwifchen dem zweiten und dritten Bogen, fuhr der Schutzmann fort, stürzte er sich herunter, ohne daß es die Patrouille, die ganz nahe hinter ihm war. hindern konnte. Es geschah natürlich alles, um ihn noch zu retten, leider vergebens. Da liegt er. Damjt zog der Mann eine dunkle Decke, einen Rock oder Aehnliches. mit dem man den Körper bedeckt hatte, von dem am Boden liegenden Gegenstand fort und Felix SeUentin stand vor der Leiche seines Bruders. Der Gegensatz zwischen damals, als er ihn zuletzt gesehen und heute war zu gräßlich, als daß Felix Sellentin nicht hätte auf's Tiefste erschüttert sein sollen. Gustav Sellentin erschien furchtbar gealtert, sein Gesicht war grau und faltig und um die Mundwinkel entsetzlich verzerrt, als hätte ihn die Wutb über seinen Untergang biß zum letzten Augenblick in ihrem Banne geboltcn. Wahrscheinlich hatte man sich beim Auffischen der Leiche eines spitzigen Hakens bedient, denn am Hals zeigte fies, eine furchtbare, klaffende Wundes Mit einem Schrei des Entsetzen?. fiel Felir Sellentin bei derLeiche seines Bruders weinend nieder. 22. Der Streik in Blendheim dauerte fort, trotz Zierold, der sein Wort gigeoen, daß die Arbeiter es nicht vier Wocken ausbalten könnten. Nibt vier Wochen, fondern sieben Wochen hauen sie es jetzt schon ausgehalten, und es war gar nicht abzusehen, wohin die Erbitterung und Verbiffenheit, die auf beiden Seiten herrschte, noch sührer? konnte. Mittlerweile war die Ernte gekommen. Manche Arbeiter, bei oenen der Mangel unerträglich wurde, gingen auf die Feldarbeit, andere taglöhnerten, noch andere borgten und hungerten sich durch. Man aß Kartoffeln und Brot, machte Schulden und schränkte die Bedürfnisse auf das Aeußerste ein aus Trotz, aus Erbitterung, und da unter der vielkövfign Menge der Arbeiter sich schließlich ein: Spitze der Erregung herausbiei mußte, ein Punkt, um den sich oller aufgehäufte Groll ansetzte, so rcu:re Zierold. den man für die Seele des Widerstandes hielt, schließlich der am meisten gehaßte Msnn in der ganzen Gegend. Zierold saß noch mit einem großen Theil seiner Aktien fest. Er war mckt so behend und geschäftskundig gewesen wie Sternfeld,' und glaubte nun den Ertrah der Fabrik zu schmälern um jeoen Borrheil. den er den Arbeitern zuertheilt. Ging aber der Ertrag zurück, so war nicht daran zu denken, daß er seine Aktien wieder in die Höhe brachte. So ging das aus rmrr Woche in die andere.' Kein Mensch wußte, was nun überhaupt aus der Sache werden sollte, und das ..Glück von Blendheim" droe für Behörden und Einwohner eine Landplage erster Ordnung zu werdcn. die Opfer auf Opfer verschlang. Um diese Zeit kam Felix Sellentin zum ersten Mal wieder nach Blendbeim zurück. Seine Mutter jvix stfen einige Wochen früher zurückgekehrt, wegen der Bewirthschaftung des Gutes. das Gustav Sellentin in sehr trauriger Verfassung zurückgelassen hatte. Felix war noch keine zwei Tage in Blendheim, als Zierold eines Morgens bei ihm vorfuhr. Er war außerordenilich freundlich und schien sedr eifreut über das verhältnißmäßiy au:e und kräftige Aussehen des Ehemi!ers. bedauerte, daß es ihm nicht gelungen sei. ihn in Berlin zu treffen und sch'.oß mit den Wovten: Sie werden doch wieder in die Fabrik eintreten? Sie sind sehr freundlich. Herr Director. mir ein solches Angebot zu machen. erwiderte Felix Sellentin. ch könnte aber selbftverständlicb nur in eine Fabrik eintreten, in der gearbeitet wird. Was thue ich denn mit solchem leeren Kasten, in dem nichts geschieht. Nun. darüber läßt sich ja noch sprechen. Es ist schon darüber gesprochen worden, in Berlin, bevor ich von dort abreiste. Sternfeld will der Sache natürlich auch ein Ende machen und sagte mir: Eniweder Sie werden zw.iter Director in Blendheim, mn ter Bedingung, daß der Ausstand aufhört, oder ich verkaufe meine Patente an die elektrische Gesellschaft in M. und gebe Blendheim auf. Und das wollen Sie thun? fragte Zierold betroffen. Was denn? Ihre Patente nach M. verkaufen? Sie werden doch Blendheim nicht im Sticke lassen. Herr Doctor? Ich habe in dieser Beziehung gar nichts zu wollen. Die Patente sind wohlerworbenes Eigenthum des Direc-
lors Erernrelv. ur kann tte verkaufen, wohin er will und tat sie nur auf meine Bitte dem ..Glück von Blendheim" bisher reservirt. Aber er kann natürlich mit einerFabr'k. in der n chtk fabricirt wird, auch nichts machen. Das war für Ziero.d ein schwerer Stoß. Er kannte die Patente wohl und wußte, daß an ihnen die Aufträge für die Fabrik und damit ein neues Aufblühen hing. Wenn sie für ihn verloren gingen, konnte er mitammt feinen Arbeitern einpacken, denn dann war er der Concurrenz nickt mehr gewachsen. Und wie denken Sie sich denn die Beendigung des Ausstandes. Heir Doctor? fragte Zierold nach e'ner Pause. Herr Director. Sie sind doch ein alter erfahrener und praktischer Herr. Sie wissen, was eine Maschine ist? fragte Felix Sellentin. Zierold sah ihn vermindert an.
Um zu erreichen, daß eine Maschine j ordentlich funktionirt und arbeitet, fuhr Felix Sellentin fort, ist es nöthig, ' daß alle Theile ordentlich geschmiert j werden und in einander greifen, wie es sich gehört. Sonst wird aus der Sache nichts und das Ding bleibt stehen. Ich verstehe nicht Genau so ist es mit Ihrer Fabrik. Ich begreife nicht, wie Sie sich in den Kopf setzen können, daß Ihre stärksten und mächtigsten Hebel an der Maschine, ohne die Sie nicht bestehen können. nämlich die Arbeiter, funktioniren sollen, auch ohne daß sie geschmiert werden. Sie haben gut reden. Das macht sich in der Theorie sehr leicht, ist aber in der Praxis sehr schwer. Natürlich. Wenn Sie zwanzig ? rocent Dividende haben wollen und die andern sollen Hals und Beine liltmn, um Brot und Kartoffeln zu haben, o ist die Sache allerdings in der Praxis seh? schwer. Ich meine, es ist sehr tkwer. sich mit beuten zu verständigen, die nie zusricden werdcn. Man kann sich sehr wohl vcrstänoigen, aber mar, muß auch wollen. Machen Sie den Arbeitern loch einmal ein Angebot. Die Arbeiter haben ja abgelehnt, mit mir zu verhandeln. Eben deshalb will der Aufsichtsrath einen zweiten Director einstellen. Sie Haien das Vertrauen verloren. Mein Gott, ich bin ja schließlich zufrieden. Ich sehe ja wohl ein, daß ich den Widerstand der Arbeiter unterschätzt habe. Aber man mag wohl Acbt aeben, daß man nicht die Begehrlichkeit bcr Massen großzieht. Bergessen Sie nicht, daß die Maschine in allen ihren Theilen geschmiert werden muß. Nun. ich denke, man hätte in Blendheim Zeit gehabt, vernünftig zu werden. Zierold wollte etwas ?rwid?rn. Er wollte sagen, daß Doctor Sellentin in Berlin wohl auch Zeit gehabt habe., vernünftig zu werden. Aber er bcschränkte sich darauf, den jungen Mann verwundert anzusehen. Was war aus dem schwächlichen, kränklichen Menfchen. aus dem träumcrisck-cn und eigensinnigen ..Erfinder", als den er Keliz Sellentin vor Zeiten gekannt, in oem einen Jabr geworden! Zierold hatte damals schon die Idee gehabt, daß sich Felix Sellentin wohl einmal in ungeahnter Weise entwickeln könne, wenn er sich durchringe durch die ersten Anfänge. Das schien jetzt geschehen zu sein. Als zweiter Director in Blendheim konnte er leicht ein Einkommen von fünfzehn- bis zwanzigtausend Mark erzwingen, und da Zierold alt und müde war, so konnte man wohl annehmen, daß der Junge den Alten früher oder später einmal ablösen könne, wie die neue Zeit eben die alte ablöst. Sellentin war der Mann darnach. Eine Arbeitskraft allerersten Ranges, gepaart mit eisernem Willen und hochenlwickelter Intelligenz, der nicht über jeden Geldsack stolperte, der im Wege lag. der den Tanz um's goldene Kalb, der so viele Opfer gefordert. nicht mitmachte, der in der Welt zwischen Schein und Wesen wohl zu unterscheiden gelernt das war der Mann, der die Verhältnisse weiter ordnen und mit der Zeit wohl auch beHerrschen konnte, der aus dem elend verknallten Glück von Blendheim" wieder machen konnte, was man gewöhnlich unter Glück" in der Welt verstand. Schon am Abend desselben Tages Gott weiß, wie die Gerüchte entstehen und sich verbreiten erzählten sich die Leute im Weißen Lamm zu Blendheim, daß Doctor Felix Sellentin wieder zurückgekehrt sei und zweiter Director in der Fabrik werden solle. Einige der Arbeiter, die ihn sehr wohl von früher her noch kannten, hatten ihn sogar schon gesehen und lobten sein gutes, stattliches Aussehen und meinten, er hätte überhaupt nicht fortgehen sollen von Blendheim, dann wäre vermuthlich nicht so schreckliches Elend über alle gekommen. Was doch für ein Unterschied zwischen zwei Brüdern sein kann, meinte Baumert, der noch immer einer der größten Wortführer der Arbeiter war, sein Bruder Gustav war ein Protz, ohne auch nur das allergeringste leisten zu können, während Felix, der in seinem Fach einer der tüchtigsten, stets ein ruhiger, bescheidener und stiller Mensch Bst! unterbrach ihn plötzlich Jemand, und als sich Baumert umsah, bemerkte er, wie Felix Sellentin im selben Augenblick das Zimmer betrat.
Feiix euenttn im Weisen amm geseher zu haben, darauf konnten sich nur wenige besinnen, jedenfalls war das schon lange Jahre her und hatte eines ganz besonderen Anlasses bedurft. Einen solckn mochte man auch , heute voraussetzen, und noch während sich der Chemiker flüchtig in der großen Gaststube umsah, rückte man an dem ! runden Stammtisch in der Mitte des !
Locals etwas zusammen, um ihmPlatz zu machen. Daraufhin näherte sich Doctor Sellentin freundlich grüßend, einfach und bescheiden, wie es imnier seine Art gewesen. Sein etwas hinkcnder Gang hatte auch auf die Arbciter die Wirkuklg, daß sie ihn mit einem gewissen freundlichen Mitleid und zurückhaltendem Respekt ansahen. Es freut uns. daß sie uns auch wieder einmal beehren. Herr Doctor. begrüßte ihn der Wirth, indem er ihm die Hand reichte. Nur schade, daß Sie in einer traurigen Zeit nach Blendbeim zurückkommen. Die Zeit ist für uns alle schwer, für den einen mehr, für den andern wemger. Für mich nicht am wenigsten, Herr Wirth. Guten Abend, mein Herren! Darauf nahm Doctor Sellentin am Stammtische Platz. Selten war ein Gruß im Weißen Lamm so einstimmig erwidert worden. Doctor Sellentin hatte offenbar in der von Zank und Streit zerrissenen Gemeinde keine Feinde. Nun, es wird sich ja wohl endlich wieder machen, fuhr der Wirth fort. Und wenn es wahr ist, was sich die Leute erzählen Er zögerte. Was erzählen sich die Leute, Herr Wirtb? fragte Doctor Sellentin ruhig. Sie müssen es nicht übel nehmen, Herr Doctor, wenn ich so damit herausplatze, aber man erzählt sich fast allgemein, daß Sie als zweiter Director der Fabrik nach Blendheim gelonlmen seien und hii?nun Ordnung machen wollten. Alle Welt war natürlich froh, daß daö heraus war. denn jeder wollte seine Neugier befriedigen und bören, was Doctor Sellentin selbst dazi sage. So ganz richtig ist das nicht, erwiderte dieser unbefangen, aber auch nicht ganz falsch. Aber, Herr Doctor, etwas Wahres ist also doch daran. Ja, insoweit, als man mir eine zweite Directorenstelle an der Blenoheimer Fabrik angeboten hat. fuhr Tator Sellentin fort. Aber wie die Sache jetzt ist, liegt das noch im weiten Felde. Wieso? fragte Baumert plötzlich schc-rf und hastig, sich in das Gespräch mischend. Nun. das ist doch sehr einfach, erwiderte Doctor SeUentin sehr ruhig und gelassen, in einer Fabrik, in der nichts falricirt wird, ist auch nits zu dirigircn. also nicht nur der zweite, sondern auch der erste Director über, flüssig. Das wird doch wiedcr anders, meinte ein zweiter. So lange die Herrschaften sich so ablehnend gegenüberstehen, nicht, erwiderte der Chemiker bestimmt. Nun begann ein lautes, vielstimmi g.'s Debattiren hin und her, daß wohl selten Jemand sein eigenes Wort hören konnte und eine Verständigung der allgemeinen Schreierei wegen ganz ausgeschlössen war. Einer meinte des. der andere jenes: einer schob die Schuld an dem Ausstände auf den. der andere auf jenen. Sellentin sagte kein Wort, aber ei glaubte doch aus dem allgemeinen Geschrei heraushören zu können, daß die Leute sammt und sonders nichts mehr wünschten, als so bald wie möglich wieder zu geordneten Zuständen zu gelangen. Es wäre ihnen offenbar eine Mittelsperson ebenso willkommen gewesen, als sie dem Aufsichtsrath, der die Idee mit dem zweiten Director ausgeheckt hatte, auch war. Sie müssen doch wahrhaftig glauben. Herr Doctor. schrie ihn Baumert an. daß unser ganzes Dichten und Trachten nur darauf gerichtet sei. zu streiken. Nein, das glaube ich nicht, erwiderte dieser einfach. Es wird für uns vielleicht ein größerer Festtag sein, wenn wieder der erste Lohn ausbezahlt wird, als für alle Welt. Wir arbeiten gern, aber wir lassen uns nicht behandeln wie die Hunde, schrie ein anderer. Das beabsichtigt Niemand, erwiderte Doctor Sellentin kräftig, und wenn Sie mir ruhig zuhören wollen, fo will ich Ihnen gern mittheilen, wie man sich ungefähr die Beendigung des Streiks denkt! Ruhig! Seid stille, haltet Ruhe, schrieen sich die Leute gegenseitig zu und es trat wirklich nach einiger Zeit eine gewisse Ruhe ein. Wir könnten unser Bier zur Abwechslung auch einmal in Ruhe trinken, fuhr der Chemiker mit einer leichten Ironie fort, und dabei uns von unsern Angelegenheiten unterhalten, wie vernünftige Leute. Soviel ich von der Sache weiß, ist man jetzt im Aufsichtsrath mehr als je geneigt, den Arbeitern entgegen zu kommen, und befonders der Arbeiterfonds, auf den eS Ihnen ja so sehr ankam, ist im Princip genehmigt. Er soll geschaffen werden. Aber nicht so hastig, wie Sie es vielleicht für möglich halten. Ein Unternehmen wie das Glück von Blendhrim" ist wie alles andere in der Welt an eine gewisse Entwicklung, an eine stufenweise Fortbildung gebunden, und ebensowenig wie Sie von einem Birnbäum im Frühjahr reise Früchte verlanaen können, ebensowenig können
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Jynen die ienoyeimer Werke ernen Fonds garantircn, den sie vielleicht In schlechren Jabren gar nicht abwerfen. Man muß Schritt für Schritt gehen. Tann eommt man zum Ziel: sonst nicht. Das wollen wir ja aber auch thun, sagte Baumert, der aufmerksam zugehört hatte. Das soll mich sehr freuen und da ich, wie ich offen und ehrlich bekenne, fuhr der Chemiker fort, doch einmal hier bin. um mich über die Stimmung unter den Arbeitern zu unterrichten, so lade ich Sie. Herr Baumert. ein. mich in meiner Wohnung zu besuchen. Kommen Sie zu mir und wenn Sie wirklich, wie Sie sagen, die Beendigung des Ausstandes wünschen, so thun Sie auch das Ihre zu dem Zweck. Besprechen Sie sich mit Ihren Herren Kämeraden. hören Sie Ihre Meinung und dann sage ich Ihnen die Meinung des Aufsichtsraths. Vielleicht finden wir daraufhin einen Ausgleich. Wann darf ich zu Ihnen komme, Herr Doctor? fragte Baumert. Wann Sie wollen. Ich werde immer für Sie bereit sein. Damit war der erste Schritt zur Verständigung gethan und da man hüben und drüben viel Grund hatte, ernstlich zu wollen, so war auch gleich von Anfang an die Begeisterung für den Frieden groß. Baumert fühlte sich durch die Einladung des Chemikers ausgezeichnet und that deshalb sein Mögliches, die übrigen waren dem jungen Sellentin wegen leiner ruhigen, wohlmeinenden Unparteilichkeit sympathisch gesinnt, und wenn auch noch viele Streitpunkte bestanden, so kennte sich der Vermittler doch noch an demselben Abend, bevor er das Weiße Lamm verließ, der Hoffnung hingeben, daß der Weg. den er eingeschlagen hatte, gangbar war. Wie alles, was er in die Hand nahm, war auch die Vermittlung für ihn Ernst. Er wollte feine diplomatischen Sporen verdienen und dem DirectorSternfeld beweisen, daß er ein praktischer Mann war. Es war ein hubscher. wcttmer'Sömmerabend. und als Felix Sellentin kurz nach neun Uhr nach Hause kam, saß seine Mutter vor dem Hause in einer Weinlaube, wo sie auf ihn zu warten schien. Denle Dir nur, Felix, begann sie eigenthümlich munter und gesprächig. Fräulein von Blendheim war eben hier. Und und was wollte sie? fragte Felix rasch und erregt. Er war die ganze Zeit seit seiner Ankunft herumgelaufen, wo er nur irgend eine Hoffnung hatte, ihr zu begegnen, und hatte sie nicht gefunden. Jenun, was wird sie weiter gewollt haben? Wir haben uns erzählt von dem und jenem. Sie hat Dich fortgehen fehen und da kam sie auf ein kleines Plauderstündchen. Weil ich fortging? fragte er wieder hastig. Nun, nicht weil Du fortgingst, fondern natürlich weil sie mich allein und vereinsamt glaubte. Deshalb kam sie. Felix Sellentin sah einen Augenblick vor sich hin und dachte über den all nach. Er schien nicht der Ansicht feiner Mutter zu sein, sondern dielmehr zu glauben, daß Eva gekommen sei, weil er fort war, weil sie ihm aus dem Wege ging. Das konnte nach feiner Meinung auch gar nicht anders sein, denn sonst hätte er sie unbedingt einmal hier oder da treffen müssen, aber er traf sie nie, weil sie ihm eben auswich. Er glaubte auch zu wissen, weshalb sie vor ihm weglief. Director Sternfeld hatte ihm erzählt, was zwischen ihm und Herrn von Perlewi voroeaanaen war. (Fortfetzung solar. ) n 3 uruagegeven. Doktor (zur Patientin): ..Darf ich mir die Frage erlauben wie alt sind Sie?" Dame (empfindlich): Merken Sie sich. Herr
Doktor, daß die Frau so alt ist. wie sie aussieht." Doktor: Unmöglich, meine Gnädige. Sie müssen jünger sein!" Zerstreut Hebamme (in'S Zimmer stürzend): Herr Professor. Ihre Frau Gemahlin hat ein kleines Mädchen bekommen! Das Glück! Gerade beut' an Ihrem Geburtstag!" Professor:., Schön! Legen Sie's auf den Geburtstagstisch zu den übrigen Geschenken! . ' ", Adolph Frey, (0ld PiMdM RickO Hotary Public, Translator, CorresptEient etc. 5. 70 ttett fftinot ! U ß - ftiv. C4.
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