Indiana Tribüne, Volume 24, Number 231, Indianapolis, Marion County, 8 May 1901 — Page 7
Jndwna Tribune, 8. Mai 1901
PETEE BANY, 124 üb Telawarc Ztr. Deutsche Wirthschaft und Billiard-Zimmer. Feine Weine, Liquöre und Cigarren. Warmer Lunch von 9 bis 1. Wirthschaft von G. LEUKHARDT zur Gemüthlichen (s-rt, 102 N. Noble Str. eues Phone 2011. Wm. Stoeff ler Saloon. 202 Nord Noble Str. Jacob Roller, 30J ID. Washington Str. Restaurant und Sample Room. Guter nch und vorzügliche Gettäufe. Offen Taa und acht. Gutes Bier, Importirte Weine
und feine Cigarren. Jeden Samstag warmer (unch oe CHAS. L0EWER, 1809 Süd Saft Straße. Germania Halle Hauptquartier der nachstehenden Bereine. Pionier herein. Jndianapoli Lirderkraz. (Banner llnte rftüfcuna herein. Indianapolis Wunter chuyrerrin. t)ei$cr s und. Bäcker Union. 5dtfcr (fcfgrnff itign "n:erftüung Verein. tz Un:erftutzung Verein. Skandinavische fflefellidiait. Baur'e Tanzschule. Teutsch Amrrifann'cdrr kxubl'.sanrr Älub. Vereine, die aur: Quartiere suchen, sind eiiuzctade orjui; retten, um un'cre tllub uns Venainmluna--Zimmer :i desich:ien, welche die modernsten und bcslauszesta::eten Zimmer iu der statt sind. V. K. Jose, igethümer. COLUMBIA HALLE 801 Süd Tclaware Stt. JOHN EBNER. Eiaenthüme: Gewählte Weine, Liqnöre und Cigarren. Die Halle wird verrcntet für Bälle, ?3 eiten je, zu mäßigen Preisen. Televhon (alt 70ti3. Ottmar Keller, 217 Ost Washington Str. : Feine : kveine, (iquöre und Cigarren Extra-Lunch servirt aus Order zu jeder Zeit Sauptczuartier der Bäcker, Badense? Netzger und anderer Vereine. Telephon 3327. Monitor, o. 306 West Washington Straß,. findet man sämmtliche Herren und Tarnen Ausstattungs - Waaren euefter Mode in größter Auswahl. S, BINZER, Manager.
Im
Das Gluck von Vlendheim.
Roman von Woldemar Urban. (Fortsetzung) Mernfeld lag regungslos still und fa$l mit seiner leistn, ruhigen Stimme fort: Ich weiß, Herr Doctor. daß Sie eben erst von einer schweren Krankheit aufgestanden sind und noch sehr der Schonung bedürftn. Gleichwohl bin ich gezwungen,Jhnen eine sehr schmerzliche Mittheilung zu machen, damit nach Möglichkeit, größeres Uebel verhütet wird. Wollen Sie mir versprcdien, meine Mittheilung mit der ruhigen Kraft eines Mannes aufzunehmen, der stch der Schwere des Lebens bewußt ist? Herr Direct?r, erwiderteDoctor Seilen t in ernst und aufrichtig, ich muß aus der Art und Weise, wie Sie mich zu sich rufen und zu mir reden, annehmen. daß es sich um etwas Fürchterliches handelt. Ja, das ist . Etwas Fürchterliches. Die Leute von Rang und Stand haben unter sich eine gewisse FamilienEh erfunden und verbrämen diese mit allerlei Aeußerlichkeiten, vielleickt in der Meinung, daß es andere gäbe, die von dieser Familienehre nichts wissen, oder in diesem Gefühl weniger zart empfinden als sie. Ich kenne Sie, Herr Doctor Sllentin, in dieser Hinsicht zu? Genüge, um zu wissen, daß Sie darin nicht weniger empfindlich sind, als wenn Ihrem Namen ellenlange Titel voranständen. Eben desl,alb ließ ich Sie rufen. Wollen Sie mich hören? Ich bitte Sie inständigst darum, zu sagen, um was es sich handelt.Herr Director. antwortete Tocior Sellentin mit fester und bestimmter Stimme. - Nun denn, so erfahren Sie, daß $U Bruder Gustav an mir zum Verbrcc : : geworden ist Vollständig bewegungslos, mit ruhiger, gleichmäßiger Stimme spraö Herr Sternfeld diese Worte, gleichwohl machten sie auf seinen Zuhörer den Emvrnö einer wilden Empörung. Ei sprang mit einem Schreckenslaut vor. leir.er.i Sitz auf und verhüllte dableiche Gesicht mit den Händen, als :b er einen Schlag empfangen hätte, dir ihn schände. Was was wollen Sie sagen? stammelte er entsetzt. Sie haben mir versprochen, fubr Dinctrr Sternfeld mit immer gleichbleibender Ruhe und eintöniger Stimm? fort, daß Sie meine Mittheilungen wie ein Mann aufnehmen wollen, der w?iß, wie schwer das Leben sein kann. Sehen Sie doch mich an! Ich muß aucki srille halten, obwohl ich dem Tode soeben nur durch einen Zufall entlaufen bin. Red?n Sie weit??, Herr Direktor. sao.en Sie mir Alles! Was hat sich zwischen Ihnen und meinem unglückli chen Bruder zugetragen? In seiner monotonen Art erzählte nun Sternfeld, was sich gestern Nachmittag und Abends im Bankgebäu: und spater vor demselben ereignet, von den finanziellen Verlegenheiten Gistav Sellentins, von dm Irrthümern, in denen er befangen war, wenn er annahm, daß Sternseld in irgend einer Weise am Verluste seines Vermögens Schuld trage, und von den Nachforschungen der Polizei, deren Gegenstand der frühere Gutsbesitzer jetzt sei. Für Felix Sellcntin war diese Erzählung ein Martyrium und so sehr er sich auch zu beherrschen suchte, so schluchzte er doch von Zeit zu Zeit auf, als ob cr von den verzweifeltsten Qualen befallen sei. Nun thun Sie das Ihre, Herr Dc:tor, schloß der Director seine Mittheilungert. Ich habe Ihnen gesagt, was ich wußte, damit Sie weiteres Unheil rerhüten und vor allen Dingen Ihre alte Mutter vor dem schweren Schlage, den sie vielleicht in ihrer Kränklichkeit nicht überstehen würde, bewahren können. Suchen Sie die moralische und physische Katastrophe, die über yffta Bruder hereingebrochen ist, zu mildern. Was ich dabei thun kann, soll gesch?hcn. Ich werde natürlich keinenStrafantrag stellen und alles thun, um die Sache zu vertuschen. Aber wo ist denn der Unglücklich! nun? Wie stelle ich es an, weiteie-7. Unheil vorzubeugen? schluchzte Fe.ir Sellentin. Ja. Das ist die Hauptsache. Darauf wollte ich eben kommen, fuhr 2)i rector Sternfeld fort. Sie müssen Jbrcn Bruder suchen, vielleicht mlt H-.lsc eines Privatdetectivs oder wie immer. Genug, Sie müssen ihn finden, auch um zu erfahren, wie denn seine pecuniären Verhältnisse eigentlich sind. Wir müssen doch zu verhindern suchen, daß das Gut, die einzige Zuflucht Ih rer Mutter für ihre alten Tage, unter den Hammer kommt. Um Gotteswillen. Herr Director, nur das nicht. Das wäre der Tod meiner Mutter, und ich will lieber alles hergeben, bis auf den letzten Pfennig, den ich besitze, und arbeiten, daß mir das Blut aus den Fingern spritzt, nur erhalten Sie meiner Mutter das Gut, in dem sie fast fünfzig Jahre gelebt, gesorgt und gearbeitet hat. Ich nehme es ihr nicht. Mein Wort darauf. Und wenn Sie einspringen, wird es ihr wohl auch kein anderer nehmen. Aber suchen Sie Ihren Bruder. Wir müssen ihn haben, um zu wissen, wie alles steht und vergessen Sie das nicht, zu verhüten, daß er noch größeres Unglück anrichtet. !tft er erst
wieder da. so kann man melleutt vieles abwenden und mildern. Aber schaffen Sie ihn zur Stelle. Herr Doctor. Felix Sellentin verließ den Director und trat nach einigen Minuten wieder hinaus in den dämmernden Mcrgen. Der junge Mann, der in den letzten Tagen aber wieder anfing, zu arbeiten, zu hoffen und zu leben, war oon den erhaltenen Nachrichten wie riedergedonnert. Sternfeld hatte sich nicht in ihm getäuscht. Er fühlte den Makel, den sein Bruder auf die Familie warf, mit der ganzen niederdrückenden, dumpfen Gewalt. Wie lähmend wirkte der Gedanke auf ihn. daß sein Bruder einer jener Verlorenen und Verkommenen fein sollte, mit dnen sick, die öffentlichen Richter beschäftigen müssen und die im Zuchthaus die Entehrung sühnen, die sie sich selbst zugefügt haden. Noch mehr beschlich ihn aber die Angst, wenn er daran dachte, daß seine Mutter davon erfahren könnte. Konnte eine solche Nachricht ihr nicht den schwersten Schaden zufügen? Felix Sellentin nahm eine Droschke und fuhr zunächst nach dem Polizeiamt. Die Sache war viel einfacher, als er sich vorgestellt. Die Herren waren gar nicht neugierig und wollten nur genau wissen, wie der Vermißte aussah. Das war ein sehr natürliches Verlangen und Felix Sellentin kam ihm auch auf's Genaueste nach. Zufällig besaß er eine Photogrtrphie seines Bruders und er sagte dem Polizeicommissär. der mit dieser Sache betraut war. daß sein Bruder sich mißlicher Familienverhältnisse halber entfernt habe. Er wolle ihm seine Photographie innerhalb einer Stunde br.ngen. Das wird gut sein, sagte der Beamte. Ist dann Ihr Bruder überhaupt noch in Berlin, finden wir ihn sicher. Verlassen Sie sich darauf. Und Sie geben mir dann sofort Nachricht, dar.'it ich ihn abholen und mit ihm sprechen kann? Selbstverständlich. Tarauf fuhr Felix Sellentin nach dem Telegraphenbureau, um eine Depesche an Director Zierold aufzugeben mit der Bitte um Auskunft, ob fern Bruder nach Blendheim zurückgekehrt sei. Dann fuhr er nach Pankow. um die Photographie zu holen. Je mehr er sich seiner Wohnung naherte, wo er seiner Mutter begegnen, mit ihr sprechen mußte, je mehr fiel ihm das Todestraurige, das Jämmerliche seiner Nachforschung wieder in's Gemüth. Was sollte er seiner Mutter nun sagen? Was durfte er ihr sagen? Schließlich hatte sie doch als Mutter ein Recht, zu wissen, um was es sich handelte. Sie stand schon in dem kleinen vor dem Hause befindlichen Vorgarten als er kam, und schien auf ihn gewartet zu haben. Du hättest Deinen dicken Ueberzieher anziehen sollen. Felix. Ich habe den ganzen Morgen Angst gehabt, daß Tu Dich erkälten kannst mit dem dünnen Ding da, sagte die Muster. Wie kannst Du nur so früh und so leicht gekleidet ausgehen. Du weißt doch, daß Du kein Riese bist, wie Dein Bruder Gustav. Dem schadet natürlich nichts. Was wollte denn Herr Sternseld so früh und so eilig von Dir? Es handelte sich um Geschäfte. Mutter. erwiderte er kurz. Hm. Kann mir's denken. Die Patente lassen ihn keine Ruhe. Aber so früh! Das hatte doch auch Zerl bis Mittag. Herr Sternfeld ist ganz plötzlich erkrankt. Erkrankt? Ja, mein Gokt, wie kannst Du nur so etwas so rasch sagen. Felix. Du erschreckst mich ja. Was fehlt ihm denn? Er ich weiß nicht. Ich glaube, er hat eine Art Schlaganfall gehabr. Ach, du himmlischer Vater, einen Schlaganfall! Na, die arme Frau Directorin. Die wird schön ersrocken sein. Aber wie siehst denn Du aus, Felix? Laß Dich mal anschauen. Was ist denn mit Dir? Du siehst ja ganz blaß und fiebrig aus. Mutter, ich bin ganz wohl. Das ist die schlechteMorgenluft. die mich etwas alterirt hat. Und gefrühstückt hast Du natürlich auch nicht. Ich dachte mir's gleich. Komm nur, es ist schon alles fertig. Ich muß gleich wieder in die Stadt. Erst wird nun gefrühstückt Aber Komm nur. Alles was recht ist. Was kann denn das allci helfen, wenn Du dann wieder daliegst, monatelang i;nb kannst Dich nicht rühren! Ich wollte, Du hättest nur ein Bischen von Deinem Bruder Gustav, der arbeitet sich in seinem Leben einmal nicht krank. Und er hätte dazu doch eine ganz andere. robustere Natur als Du.
Laß doch das. Mutter. Wir sindl nun einmal, wie wir sind. Er mußte sich sehr in Acht nehmen, seine Mutter nichts von der Aufregung merken zu lassen, die ihn beherrschte. Deshalb konnte er auch nicht umhin, sich zum Essen hinzusetzen und wenigstens so zu thun, als ob er frühstücke, obgleich ihm der Hals wie zugeschnürt war. Dabei ging seine Mutter fortwährend ab und zu, bald das, bald jenes fragend, und er mußte sich bei seinen Antworten zusammennehmen, sich nicht zu verrathen. Von Zeit zu Zeit sah er sich nach einem Bücherregal um, auf dem ein altes PhotographieAlbum lag. Aber wie sollte er das Bildniß seines Bruders nehmen, ohne von seiner Mutter dabei betroffen und gefraat zu werden.
Endlich gelang es ihm. seine Mutter unter einem Vorwand auf einige Minuten aus dem Zimmer zu entfernen. Während diefer nahm er das Bild an sich. Es war freilich schon vor einigen Jahren angefertigt. Sein Bruder hatte auf dem Bilde noch sein früheres frisches und gesundes Aussehen. Seufzend schob er es in die Tasche. Wie würde er ihn wiedersehen? Dann ging er fort, versprach aber seiner Mutter, in einer Stunde wieder da zu sein, und sagte zu ihx, daß während seiner AbWesenheit vielleicht eine Depesche aus Blendheim ankommen würde, die er erwarte. Sie solle sie nur liegen lassen. bis er zurückkomme. Dadurch wuroe seine Mutter zuerst aufmerksam und ahnte, daß wohl etwas Ungewöhnliches geschehen sein müsse. Sie bestürmte ihn nun mit Fragen aller Art, aber er blieb zunächst noch standhaft und lief fort, ohne ihr etwas verrathen zu haben. Gegen Mittag traf auch die Depesche oon Zierold richtig ein, aber Felix war noch nicht aus der Stadt zurück, obwohl aus der einen Stunde nun schon fast drei geworden waren. Frau Sellentin wurde immer unruhiger und machte sich in ihrer Ungewißheit die tollsten Ideen. Die Adresse der Depesche lautete: Sellentin, Pankow. Frau Sellentin besah sie hinten und vorn. Was mochte drin stehen? fragte sie sich. Endlich konnte sie ihre Unruhe nicht mehr beme istern und öffnete sie. Sie war kurz und lautete: Ihr Bruder ist seit drei Tagen von hier abgereist. Es fehlt jede Nachricht von ihm. Zierold." Da die Depesche für Felix bestimmt war, konnte sich das nur auf Gustav beziehen. Nun war auch der Frau Sellentin sofort alles klar. Es war ein Unglück geschehen, und ihr Sohn Gustav war darin in irgend einerWeise verwickelt. Endlich kam Felix, abgehetzt, müde und verzweifelt. Alle seine Schritte waren umsonst gewesen. Gustav Sellentin war wie vom Erdboden verschwunden. Nun fand er seine Mutter mit verweinten und verkümmerten Zügen. Was ist Dir, Mutter, fragte er mit unsichererStimme und fast rauh, willst Du mir auch noch das Herz schwer machen? Wo ist Gustav? entgegnete sie. Was ist geschehen? Meinst Du, die Sache ginge mich nichts an? Die Depesche von Zierold ist da? fragte er wieder ahnend. Ja. Dort liegt sie. Rede also. Was ist geschehen? Er las das Blatt. Dann ließ er die Hände matt herabsinken und sagte nach einer kleinen Pause: Nun wohl, Mutter, Gustav hat Dummheiten gemacht. Das ist Alles. Die Ungewißheit soll Dir nicht noch größer malen, was ohnedies für uns schon traurig genug ist. Was hat er gethan? Er hat sein Geld verspeculirt und im Zorn darüber sich sich mit Director Sternfeld überworfen. Aber sei nur nicht ängstlich, fügte er rasch hinzu, als seine Mutter eine crschrockene Bewegung machte, ich habe mit Sternfeld schon alles geregelt. Ich decke alles und Sternfeld fagt nichts. Das Gut bleibt Dir. Mutter. Drum sei ohne Sorge. Es wird sich alles wieder einrichten. Und wo ist Gustav? Ich weiß es nicht, antwortete er schwer und dumpf. Er ist todt, schrie sie. und Du willst es mir nur nicht sagen? Nein! Nein! Ich versichere Dir auf mein Ehrenwort, daß ich es nicht weiß. Möglicherweise, fuhr er leiser fort, ist es ihm gelungen, zu entkommen, nach Hamburg oder Bremen oder in einen andern Äuslandshafen. Also tröste Dich nur, Mutter, wir müssen ja doch dulden und traget, was kommt. Sie fiel schluchzend in einen Stuhl. Das nennst Du einen Trost? weinte sie leise. Mein Sohn unehrlich, entehrt und landflüchtig! Das soll em Trost sein? Was sollte er ihr sagen? Er glaubte ganz gewiß, daß sein Bruder todt sei. Er war wiederholt auf der Polizei gewesen, um Nachrichten zu erhalten, aber vergebens. Man hatte ihm nur gesagt, daß heute Nacht eine größere Razzia abgehalten würde. Gestern Nacht sei es zu spät dazu geworden. Sollte man dabei eine Spur seines Bruders entdecken, so sollte ihm sofort telegraphisch Nachricht gegeben werden. Aber all diese traurigen Einzelheiten waren doch auch kein Trost für seine Mutter. Hast Du mir nicht gesagt, Mutter, fuhr er nach einer langen Pause rubiger und zuredend fort, damals als ich im Krankenhause im Fieber lag: Es wird alles, alles anders? Die Welt ist dazu da, sagtest Du damals, daß sie sich jeden Tag ändert. Warum willst Du nun an Deine eigenen Worte nicht glauben? Auf trübe Tage folgen helle. Mutter. Halte also aus! Halte nur noch diesmsl aus. Lange saßen sie beisammen, bald schluchzend und weinend, bald vor sich hinstarrend und kurze, adgerisseneSätze wechselnd. Ein ganzer langer Tag und eine Nacht war vergangen; wieder wurde es finster, wieder Nacht und es kam keine Nachricht, weder von Gustav selbst, noch, wie Felix erwartete, von der Polizei. Sie dachten gar nicht daran, schlafen zu gehen. Wozu denn? Sie fanden ja doch keinen Schlaf. Sie warteten! Es war kurz nach drei Uhr Morgens. als d Nachricht von der Polizei
in Berlin durch einen irtraooten eintraf, daß man den Gutsbesitzer Gustav Sellentin gefunden habe. Sein Bruder Felix solle sich bei dem PolizeiPosten der Jannowitzbrücke melden, um ihn zu recognosnren. Weiter stend in der Depesche nichts. Ein leichtes Zittern überlief Felix als er sie las. Was sollte das heißen: ihn recognosciren? Wr er todt, daß er nicht mehr selbst sagen konnte, wer er war? Oder glaubte man seiner Aussage nicht? Rasch warf er einen Ueberrock über, setzte den Hut auf und rannte nach einigen kurzen Worten zu seiner Mutter hinaus in die Nacht. Er lief die Straße entlang, um zunächst einen Wogen zu suchen. Dann ging es. so rasch wie möglich, in voller Carriere nach der Jannowitzbrücke. Wie würde er seinen Bruder finden? dachte Felix unterwegs. Die Ungewißheit, diese fürchterliche Qual würde ja nun aufhören, aber wie würde die Gewißheit, die er fand, aussehen? Er hatte seinen Bruder nicht wieder gesehen seit jener Nacht, in der er vor dem Kaffeehause in der Leipziger Straße zusammengebrochen war. während sein Bruder Gustav halb berauscht, übermüthig. den Cylinder auf dem Hinterköpf und mit ausgeschnittene? Weste dem Trott des Berliner Nachtlebens folgte und an ihm. an feinem Bruder vorbeiging, als kenne er ihn nicht. Das war noch nicht einmal ein Jahr her und sein Bruder sah damals aus wie das ewige Leben. Wie würde er ihn nun finden? An der Jannowitzbrücke? Endlich hielt der Wagen und Felix Sellentin stieg eilig aus. Ein Schutzmann in einem langen, dunkeln Mantel. den Helm auf dem Kopfe, trat aus dem Dunkel der Straße, in der er hielt, auf ihn zu. SindSie der Chemiker Doctor Felix Sellentin? fragte er. Ja, ich komme infolge einer erhaltenen Depesche, um Ich weiß schon. Kommen Sie, unterbrach ihn der Mann. Dann gingen sie über die Brücke weg, bogen auf dem andern Ufer rechts ab. indem sie dem Fluß stronrabwärts folgten. Eine entsetzlich kalte Feuchtigkeit umfing sie. und der Strom, der sich dunkel und leise quirlend und rauschend zwischen den Ufern dahinschob, machte einen einsamen, räthselhaften und unheimlichen Eindruck. Flackernd spiegelte sich da und dort eine Uferlaterne in dem Wasser, deren Schein gespenstisch über die Fluth zuckte und irrlichterte. Felix Sellentin wollte etwas sagen, oder fragen, aber er wagte nicht, auch nur ein Wort verlauten zu lassen. Wir hätten Ihnen schon eineStunde früher Nachricht geben können, sagte endlich der Schutzmann, aber es verging so lange Zeit, ehe wir ihn wiederfanden. Sie wissen, wie es kam? Nein. Ihr Bruder wurde kurz nach Mitternacht dort in jener Straße in einer Nachtklappe aufgestöbert, leistete aber
der Patrouille einen so unerwarteten' Widerstand, daß es ihm gelang, zu entflieben. (Fortsetzung folgt.) JndasCoblerrzerBurgerhosvital wurde ein Arrestant einge liefert, der über heftige 'Schmerzen klagte, die durch einen großen Nagel verursacht sein sollten, den er im Arresthause verschluckt habe. Um das Vorhandensein eines metallenen Fremdkörpers in den Eingeweiden festzustellen, wurde der Körper mit Röntgenstrahlen durchleuchtet; es konnte jedoch kein Fremdkörper entdeckt erden. Der Patient wurde wieder nach dem Gefängniß zurückgebracht, wo er gleich nach feiner Einlieferung Selbstmord beging. Bei der Obduk, tion fand sich in den Gedärmen nicht allein ein Drahtnagel von beinahe 3 Zoll Länge vor. sondern auch die Hälfte eines Mewllkammes. - "rn Amtsgerichts - G efängniß zu Coburg wurden drei Einwohner des meiningischen Dorfes Melchersberg eingeliefert, welche ein dreijähriges Mädchen in der rohesten Weise mißhandelt hatten. Der Arbeiter Louis Wendel, dessen Frau gestorben war, wollte seine Haushälterin heirathen. die aber zwei Kinder hatte. Namentlich das eine Kind, ein Mädchen, war dem Manne unbequem, und so suchte er es im Verein mit feinem Sohne und dem Arbeiter Gössinger aus dem Wege zu räumen. Jede Gelegenheit wurde benutzt, um das arme Kind zu quälen. Die Unholde klebten Leim in dieHaare. zogen es an den Haaren in die Höhe, zwangen es. so lange um einen großen Korb herumzulaufen, bis es erschöpft zusammenbrach, legten dem KindeHindernisse in den Weg, daß es stürzen mußte, schlugen es mitleidslos, setzten es nackt bei der grimmigsten Kälte auf Eiszacken, jagten es barfuß in den Schnee und schütteten demselben so viel Wasser ein. daß der Leib dick aufschwoll u. s. w. Endlich erstattete die Mutter Anzeige, da ihr das Heirathen vergangen war. und so sitzen die Bestien in Menschengestalt jetzt hinter Schloß und Riegel, um ihrer Beftrafung entgegen zu sehen. Adolph Frey, (Old fr..do RlthO Kotary Pnbllc, Translator, Ccrresponöent etc . 970 West Wilniit St U B:t 3v Qu.
Indianapolis Automobile
and Bicycle Co. HEADQUARTERS FÜR Automobiles. Let us show y ou a practical rnotor yehicle. Schnitt-Blumen Bestellen Sie Ihre Knollen, Garten- und Blumensamen etc., be: uns. Wir sind im stände, Sie vollauf zufrieden zu stellen. HUNTIN6T0N & PA6E, 5 130 Ost Market Str. (Law Bldg.) Indianapolis. Ind. All 55 recht blitzblank in Küche und Hau zu haben, ersüll, jede gute Hautfrau mit gevk Ctolz. Da beste Mittel, all tallroaaren in kürzester Zeit nb ffil die längste Dauer blitzblank und giftn zend ie einen Spiegel ;v machen, ist die 0. S. METAL POLISK PASTE, Ite von ter Itbettnnten und bewähr, Firma GEORGE W. HOFFMAN, 549 Ost Washington St., Zlldianap,li, Ind., hergestellt wird. Für altirthe ist da altbewährte f t ittel n verseifen Firma tzerzestellt, zum Vutz iiar-Fixtures etc. etn'ach unentbehrlich in er es einmal gebraucht hat, ud es ist w ever holen. .Bar Keeper's Friend ,as Unentdehritche, ist überall t UZathele j baben. Big Bahn. Der neue Florida Spezialzug via die Big Four Route. vollständiger vestibul-Zug verläßt Indianapolis um 5:15 Uhr Nachmittags an jedem Mittwoch und Samstag a und nach dem 16. Januar und geht ohne Auf enthalt nach St. Augustine durch, kommt ia Jacksonville um 7.30 Abends und in St. Augustine um 8.3 Abends am iolaende Tage an. Schlafstellen Raten von Jndiana polis nach beiden Plätzen $6.50. Wegen Tickets, Auskunft und Schlafwag gons spreche man bei Agenten der Big Four vor. H. M. Bronso. A. G. P. A. Arrangiren Sie )hre Sommer Reife zum Bksuchr der Pan-Amcrikanisch. Ausstellung in IUTFALO, psi L IM bi L Rovkmdkr 1901. Niagara Falls, Eine der 7 Weltwunder, blos eine tun c o Bunalo entfern:. Tboukand Islands. Mustok Üatd, Adriondacks und Reu-England Punkke, nur eine lurze, angenehme Zarin per ahn oder zu Lasier. Wöchentliche Ausflüge BIG FOUR ROUTE nach Tienftaa. de 7., 14., 21. und 8. Mat. rei von einer Fahrt, vlus t Dollar. Rundreise, gültig ur Rückfabrt von Buffalo bis Mitternacht t nachstiolornden ömftoa ückets zum Verkauf täglich, beginnend Tienft, r VII 4.il , .. 03... . TV . , kli - iur vie unv'aori. UI zur Uktwort IS Za$t. HvJ aflf Tilsit für ?intji4i nr Wnni(hw vi.i vy. tviit, 3111 nun i'uii ciiici ffuuli Uno uinOT östlich von Buffalo, wird das Rech: rewilligt, aus iO Tage in Buffalo anzudal:en, gegen leronirung be litte: de,m Gemeinsamen Agemen daieldst und Bezadlunc ener Vedüb? von $1.1. Wegen Einzeldei:en, Circulare. rc., wende , sich an Warren I. Lynck, W. P. lepxe. Sen. Paff. Zickel gt. fft. . f. I.M. Tineinnati, C. H. . r on ssn. . . ... Jndianapoli., Z.
mmi
vm
mmi
BITLE
