Indiana Tribüne, Volume 24, Number 230, Indianapolis, Marion County, 7 May 1901 — Page 1
Jndiana Tribüne
SS?ES und fJ ? t ( s j.-.c Tage- und Sonntagsblatt 8 Sonntagsblatt lOe per Woche. ! ver Woche. i Erscheint jeden lladimirtag und Sonntag Morgens. Indianapolis, Ind.. Tienstag, den 7. Mai 1901. Jahrgang 24.
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No. 230
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Aas neue preußische Ministerium. Die Zusammensetzung offiziell bekannt gemacht. Kommentare der Preffe über die neuen Minister.
Verschiedenes aus dem deutschen Reich. Vom Krieg tu Südafrika. Die Telagva Bai Eisenbahn wieder zerstört. Telarry'S Corps löst sich in klewe Ab theilungen auf. m Die Goldminen wieder in Betrieb gesetzt. Das neue preußische Mini st e r i u m. B e r l i n, 7. Mai. Die Zusammensetzung des neuen Ministeriums ist wie folgt offiziell bekannt gemach: worden : Baron Rheinbaben. Finanzminister. Gen. Podbielski, Ackerbau-Minister. Baron von Hammerstein, früher Re-qierungs-Prästdent von Metz. Minister ves Innern. Theodor Möller. Handelsminister. Herr Krätke. Direktor der 1. Abtheilung im Reichspostamt, Staatskretär des Reichspostamts an Stelle oes Generals von Podbielski. Die Zeitungen beschäftigen sich fast zusschlietzlich mit dem Baron von Hammerstein und Herrn Möller. Die Ansichten über den neuen Handelsminister sind sehr widersprechend. Tiö ..Kölnische Volkszeitung" sagt: Die Ernennung des Herrn Möller bedeutet einen festen Entschluß des preußischen Ministerium, eine einseitige agrarische Politik zu vermeiden. Auf der anderen Seite versichert die ..Freisinnige Zeitung", daß die früheren Abstimmungen und Reden des Hrn. Möller eine stark agrarische Tendenz verriethen. Die Kreuzzeitung" ist mit ver Ernennung unzufrieden. Einige Zeitungen behaupten, daß Herr Möller die Modifikationen des öörsengesetzes begünstige, welche du Regierung beabsichtigen soll. Allgemein wird Erstaunen darüber ausgedrückt, daß der Kaiser Wilhelm oen Baron von Hammerstein, einen Mann, der bisher ganz unbekannt war. zum Minister des Innern ernannt tut. Das Einzige über den neuen Minister Bekannte ist, daß er ein ziemlich reaktionarer Konservativer ist. Er soll aber in Metz sehr populär sein. Herr Krätke steht seit dem Jahre 1864 im Postdienst. Er ist viel im Ausland gereist, wo er die verschiedenen Post-Systeme eingehend studirt hat. Er hat auch im Jahre 1879 die Ver. 6taa ten bereist. Der Ausfuhrzoll auf Kohl e n bleibt. London, 7. Mai. Nach einer noch ziemlich leidenschaftlichen Debat: Durde am Montag der Ausfuhrzoll aus Kohlen mit 333 gegen 227 Stimmen angenommen. In Folge dessen wurde eine Exportsteuer auf Kohlen zum Betrage von 1 Shilling per Tonne mit einer Majorität von 106 Stimmen angenommen. Diese Zahlen sind offenbar kein Gradmesser von der Stimmung des Hauses in dieser Frage, aber die Regierung hatte die Abstimmung darüber zu einer strikten Parteimahregel gemacht und durch energische Anstrengungen die Vorlage mit nahezu der normalen Majorität durchgedrückt. Die Gallerien waren zum Erdrücken voll. Die Hauptredner während der Debatte des letzten Tages rekrutirten sich aus den Reihen der Liberalen. Sir Edward Gray. die Herren H. H. Asquitte. William Abraham und Charles Werwick alle sprachen mit beredten Worten gegen di? Steuer und die beiden letzterenHerren mit Wärme im Interesse der Bergleute, welchem Stande sie angehörten, ehe sie in Westminster ins Parlament eintraten. Am wichtigsten war die Rede des Achtbaren Frederick Lambion, des Bruders des Carl of Durham. welcher, unter den Konservativen stehend, die Regierung als eine Horde Hunde, die hinter dem Lamm her wäre" bezeichnete. Die Regierung habe die Bergleute als Lügner und Fälscher hingestellt, diese Leuje wären aber zum Mindeften gerade so ehrlich, wie die Herren auf den Regierungsbanken. AuS dem Deutschen Reich. B e r l i n . 7. Mai. Die .NationalZeitUKz" veröffentlickt eine auaen-!
lcyeinncq tnjpinne Erklärung in tos zug auf den Abmarscy oer Gruppen aus der Provinz Pe Chi Li. Danach wi,d Graf von Waldersee den Abzug der Truppen arrangiren und keine Nation wird unabhängig handeln. Zuerst werden die chinesischen Kommissäre benachrichtigt werden, auf wie hoch sich die von allen Mächten verlangte Schadenersatzsumme beläuft. Wenn China sich schriftlich verpflichtet, die Summe zu bezahlen, dann wird der größte Theil der Truppen zurückgezogen werden-, eine genügende Truppenmacht wird aber zurückbleiben, bis die Schadenersatzfrage definitiv erledigt worden ist. Erst dann werden dte übrigen Truppen zurückgezogen werden. mit Ausnahme der Gesandtschaftswachen und der Garnisonen zwischert Peking und der Küste. Der Reichstag hat in zweiter Lesung die Wein-Vorlage angenommen. in derselben Fassung, wie sie vom Kommittee zurückberichtet wurde. Sie war vom Kommittee in solche? Weile amenvirt worden, daß die Versüßung
des Weines mit Zucker gestattet fern soll. Ein Antrag der Liberalen, den Paragraphen zu streichen, demzufolge die Regierung die Kontrolle über die Weinkeller erhalten soll, wurde verworfen. Der Kronprinz Friedrich Wilhelm feierte am Montag seinen 19. Geburtstag in Baden-Baden und Carlsruhe mit seinen Eltern. Die Gold - Produktion im Transvaal. London,?. Mai. Der KolonialSekretär. Herr Chamberlain erklärte am Montag im Unterhaus auf Befragen. daß seit dem 1. Januar im Transvaal kein Gold produzirt worden sei. Am 4. Mai seien indessen fünfzig Stampfer in Betrieb gesetzt worden und am 6. Mai weitere hundert Stampfer. Köln aRH.. 7. Mai. Ein Mili-tär-Ballon. in dessen Korb sich zwei Männer befanden, wurde h?er am Sonntag bei den Manövern aurgelassen. In dem heftigen Sturm brach dei Ballon los: er verschwand bald in den Wolken und man hat seitdem nichts von ihm gesehen. Vom Sultan erschossen. London. 7. Mai. Der Dailv Erpreß" wird aus Konstantinopel gemeldet, daß. einem Gerücht zufolge, de: Sultan einen Arzt todtgeschofsen habe, der ihn. um ein Ohrenleiden zu heilen, massirt und ihm dabei ohne Absicht heftige Schmerzen verursacht hatte. Der Kammerherr stürzte, als er den Schuß hörte, ins Zimmer und der Sultan, der glaubte, daß es sich um ein Attentat handle, schoß auch auf ihn. er brachte ihm aber nur eine unbedeutende Wunde bei. Wem gehört die Flagge? L o n d o n . 7. Mai. Ein Streit um das Besitzrecht auf die Flagge, welche die Königin Victoria dem Hofpitalschiff Maine" geschenkt hat. ist entstanden. Frau George Cornwallis West (Lady Randolph Churchill) behauptet. daß die Flagge ihr gehört, und Herr Bernard Baker, der Eigenthümer des Schiffes, beansprucht sie als sein Eigenthum. Die Flagge befindet sich jetzt im Besitz der Lady Randolph. Als die Maine" noch als Hospitalschiff im Dienst war, ordnete Herr B3ker an. daß ohne seinen Befehl di? Flagge an Niemand ausgeliefert werden dürfe. Einige Tage später schickte aber der Kapitän des Dampfers die Flagge an Lady Randolph Churchill, als diese schriftlich darum ersuchte. Er wurde dafür sofort aus dem Dienst entlassen und Herr Baker ersuchte Ladn Randolph um die Rücksendung der Flagge; er wiederholte später sein Ersuchen in eindringlicherer Weise, soweit zber ohne Erfolg. Die Dame behauptet, daß die Flagg; ihr Eigenthum sei; sie hat sich aber bereit erklärt, sie an die Ver. StaatenRegierung zu schicken, damit diese dieselbe als Reliquie in einem NationalMuseum unterbringe. Sonderbare TestamentsKlausel. Paris,?. Mai. Der verstorbene Graf St. Quen de Pierrecourt, dessen Stammbaum bis auf Wilhelm den Eroberer zurückreicht, hat sein Vermögen von zehn Millionen Francs der Stadt Rouen vermacht, unter der sonderbaren Bedingung jedoch, daß die Stadt alljährlich einem Riesenpaar ein Hochzeitsgeschenk von 100,000 Francs mache. damit die Menschheit regenerirt werde. Die Kandidaten sollen ärztlich untersucht und die gesundesten Paare ausgewählt werden. Aus Südafrika. Klerksdorp. Transvaal. 7. Mai. Die 4000 Boeren. die General Delareti in den Bergen bei Hartebeefte fontein versammelt hatte, gehen auseinander. Einige der Leute ziehen südwärts. die anderen nach Norden. De-
larey i?:on ziem intt einer größten Truppenzahl nach Süden. Brüssel, 7. Mai. Es wird hier versichert, daß die Delagoa Bay Eisenbahn abermals von den Boeren unter dem Kommandanten Boyer zerstört worden ist. Von einem deutschen Soldaten erschossen. T i e n T s i n . 7. Mai. Der russische Leutnant Telekowsky vom Kanonenboot Bohr" ist von einem deutschen Soldaten im Streit auf der TakuLandstraße todtgeschossen worden. Der Deutsche handelte in Selbstvertheidigung. Der russische Leutnant ha::e ihn mit seinem Dolch angegriffen. Verluste der Briten in Südafrika. London,?. Mai. Das Kriegsamt giebt die Zahl der Todesfälle in Folge des Krieges in Südafrika auf 714 Offiziere und 14.264 Mann an. Vier Offiziere und 314 Mann, die als Invaliden nach Hause geschickt wurden, sind später gestorben, und 2493 Unteroffiziere und Gemeine sind als gänzlich Militärunbrauchbar aus dem Dienst ausgeschieden. Der Herzog von Aork in Melbourne. Melbourne. Australien. 7. Mai. Der Herzog und die Herzogin von Cornwall und Fork begaben sich am Montag Nachmittag um 2 Uhr an's Land. Sie wurden an der Landungsbrücke von dem General-Gouverneur Lord Hopetown und den Ministern empfangen. Nachdem die Letzteren vorgestellt worden waren, bestiegen der Herzog und die Herzogin mit ihrem Gefolge bereitstehende Equipagen, worauf die Herrschaften durch die prächttg geschmückten Straßen nach dem sieben Meilen entfernten Regierung?yebäude fuhren. Truppen der Kolonie Victoria, die gerade aus Südafrika zurückgckehrt waren, bildeten die Eskorte des Herzogs und der Herzogin und 12.000 Mann Truppen standen in den Straßen, durch welche sich der Zug bewegte, Spalier. Es befinden sich 80.000 Fremde in Melbourne. . Ein neuer Nicaraguaka-nal-Vertrag. L o n d o n, 7. Mai. Es ist hier offiziel! angekündigt worden, daß Lord Pauncefote. der britische Botschafter in Washington, von dem Staatssekretär Hay den Entwurf eines neuen Nicara-gua-Kanal-Vertrags erhalten habe. Es heißt, daß die Neutralität in dem Vertrag garantirt werden soll. Die chinesische Frage. London, 7. Mai. Ein Repräsentant der Associirten Presse ist offiziell benachricht worden, daß die Behauptung des Korrespondenten der Times" in Shanghai, China habe den Mächten vorgeschlagen, die Mandschurei dem Handel und dem Unternehmungsgeist aller Länder zu öffnen und daß Japan, die Ver. Staaten und Großbritannien bereits darauf geantwortet hätten, unrichtig sei. Thatsache ist. daß China den Mächten eine solche Vorschläge gemacht hat. Was sich wirklich ereignet, ist. daß ein hoher chinesischer Beamter aus eigenem Antrieb eine solche Andeutung machte, die Angelegenheit aber nicht weiter erörtert worden ist. Man ist in Downina Street überzeugt, daß ein Versuch, die Mandschurei dem Unternehmungsgeist der Welt zu eröffnen, in St. Peters' bürg einen sehr schlechten Eindruck machen würde. Das britische auswärtig Amt hat nicht die geringste Absicht, etwas in dieser Richtung zu thun, und es glaubt, daß die Ver. Staaten und Japan derselben Ansicht sind. Man befürchtet jetzt, daß trotz des Protestes der Ver. Staaten und Englands die chinesischen Marine-Zölle bedeutend mehr als um fünf Prozent erhöht werden, um China in den Stand zu setzen, die von den Mächten verlangte Entschädigungssumme zu bezahlen. England hatte bekanntlich in eine Erhöhung im Betrag von nur fünf Prozent gewilligt. Daß eine größer? Erhöhung dem britischen und amerikanischen Handel schaden würde, weih man sehr wohl, man weiß aber auch, daß in der Sache nichts weiter zu machen ist. wenn nicht die Ver. Staaten und England aus dem Konzert der Mächte austreten und an einen solchen Schritt denkt Lord Lansdowne durchaus nicht. Von dem Gerücht, daß die Deutschen in Tien Tsin auf die britische Flagge geschossen hätten, ist offiziell hier nichts bekannt. Im Unterhaus erklärte der Untersekretär des auswärtigen Amtes, daß die Regierung beabsichtige, einen Theil der Truppen aus Pe Chi Li zurückzuziehen, und eine weitere bedeutende Verminderung der Truppenmacht folgen würde, sobald China die wichtigften Forderungen der Mächte erfüllt babe. l
M Lranil nun Zacklonuillk. Der Schaden jetzt auf etwas mehr als 10, 000f000 berechnet. Die ersteu Leichen Verunglückter gefunden. , Zlnterljandlungen wegen eines neuen Bicaragua'Kana! Pertratls. Bttt dem britischen Botschafter in Washington angeknüpft. Eine Sparbank in Eleveland, ., verkracht. Ter Präsident seit zehn Tagen ver schwundeu. , Die Reise des Präsidenten. Der Brand von Jacksonv i l l e. Jacksonville. Fla.. 7. Mai. Die Leiche des Grundeigenthumshändlers Harry Benneth.on ist am Montag Morgen aus dem St. Johns Fluß gefischt worden. Die Frau und der Sohn Bennetheon's befinden sich im Augenblick wahrscheinlich in New York. Auch die Leichen von zwei Negern wurden aus dem Fluß gezogen. Alle sind bei dem Brand am Freitag ums Leben gekommen. Es sind Gerüchte im Umlauf, daß viele andere Personen umgekommen seien, da aber Tausende die Stadt verlassen haben, wird es längere Zeit unmöglich sein, etwas Genaueredarüber zu erfahren, wenn nicht die Leichen aufgefunden werden. Mayor Bowden hat die Zeitungen ersucht, eine Notiz zu veröffentlichen, daß Neugierige von auswärts nicht gewünscht würden und von Jacksonville fern bleiben sollten. Man befürchtet, daß die vielen beschäftigungslosen Schwarzen noch Unruhen veranlassen werden; man hat deshalb die Absicht, alle Neger, die sich Wägern, für 51 den Tag und Berköfti: gupg zu arbeiten, zu deportiren. Da; Kriegsrecht wird noch strenge durchgefuhrt. Die folgende Zusammenstellung bei Verluste in Folge des Feuers ist von einem früheren Steuer-Einnehmer. det besten hier befindlichen Autorität, gemacht worden: Oefftntliche Gebäude. Z1.088.000; Läden an der Nordseite von Ban Str.. 5495.000; Läden an der Südseite von Bay Str.. 5880.000; Läden an Forsyth Str., 405.000; Läden an Mair Str.. 5309.000; Große Wohnhäuser, 5778.000; 1500 kleine Wohnhäuser, 52.000.000; persönliches Eiaenthuni in den Wohnhäusern. 52.300,000; Waarenvorräthe in großen Läden 51.630,000; Vorräthe in 200 kleinerer Läden. 5550.000; Straßenbahnen, 530.000; Straßen-Pflaster, 5100.000 Zusammen 510.565.000. Die Reise desPräsidenten El Paso. Tex., 7. Mai. Amerikanische und mexikanische Flaggen zierten in großer Anzahl die Plaza, aus welchem der Empfang des Präsidenten und seines Kabinets stattfand. Die Anwesenheit des Generals Hernandez, als persönlicher Vertreter des Präsioenten Diaz. sowie des Gouverneurs des Staates Chihuahua auf der Tribünc gab dem Empfange ein internationales Gepräge. Tausende von Mexikanern befanden sich in der Stadt und in der tausendköpfigen Menge, welche der Präsident anredete war der Enthusiasmus der Merikanei fast ebenso stürmisch wie der der Amerikaner. General Hernandez richtete zunächst eine Ansprache an den Präsidenten, in welcher er ihn im Namen des Präsidenten Diaz begrüßte und Präsiden' WcKinZey gedachte in seiner Erwiderung dis mexikanischen Präsidenten in warmeil Worten und ersuchte Genera! Hernandez. ihm seine besten Wünscht für das Wohlergehen der Schwesterrepublik auszudrücken. Der Präsident hielt dann eine mit Begeisterung aufgenommene Ansprach an die Versammelten, worin er ihnen versicherte, daß Niemand wegen des sogenannten Imperialismus Befürchtungen zu hegen brauche. Es gäbe keinen Imperialismus wie die imperialistischi Gewalt des souveränen Volkes der Ver. Staaten. Auch der Gouverneur von Chihua hua hieß den Präsidenten an der Gren ze seines Staates willkommen. Dann fand auf der Plaza eine Militär-Pa-rade statt und die Damen der Reise, gefellschaft begaben sich über den Fluß hinüber nach der mexikanische? Stadt 3narei. wo ße ein Dejeuner
ijaui des msrikanNchen anfrer;
Juan Cohoa einnahmen. Frau Ve Kinlev wohnte demselben nicht bei sondern unternahm eine kurz? Ausfahrt. Mittags setzten der Präsident unr seine Begleiter dann ihre Reise fort. Angeblich neuer Vertrag in Sicht. Washington,?. Mai. Aus zuoerlässiger Quelle kommt die Nachricht daß Sekretär Hay vor seiner Abreis, nach dem Westen mit Lord Pouncefote dem englischen Botschafter, mehrer: Konferenzen bezüglich eines neuen Aerträges über den Jsthmus-Kanal hatte. Eine dahingehendeProposition soll dem Botschafter auch schriftlich, allerdings ovne offizielle Sanktion, übermittelt sein, welche später der englischen Re gierung bekannt gegeben wurde, unr auf welche sich die Anspielungen in dei Londoner Depesche ohne Zweifel beziehen. Diese Konferenzen waren indessen so sondirend und informell, daß ihnen irgend welche offizielle Bedeutung nicht untergeschoben werden kann, Sie enthielten in Wirklichkeit weitei nichts als die Ansichten einigerBundes Senatoren über die Bedingungen, unter denen ein neuer Vertrag geschaffen werden könnte. Während dies nun allerdings weit davon entfernt ist. ein Anerbieten zr einem neuen Vertrage gleichzukommen so giebt es voch der englischen Regierung einen Fühler, unter welchen Stipulationen der amerikanisch- Sena! eventuell einen Vertrag zu ratifizirer bereit sein würde. Die Hauptbedingungen in dem neuen Vertrage würder vie Neutralität des Kanals und du Garantie der Vereinigten Staaten f iii diese Neutralität, sowie Zulassung aller Schifffahrtsinteressen auf gleiche? Basis sein.' Weitere Verhandlungen über desi Angelegenheit werden jedoch nicht oi der Abreise des Botschafters Pounce fote nach London, welche etwa am 5 Juni stattfinden wird, erfolgen. Washington. D. C.. 7. Mai Der Currency-Kontrolleur hat für di, folgenden bankerotten Nationalbanker Dividenden zu Gunsten der Kriditorer erklärt : 25 Prozent für die Erste NationalBank von Niles, Mich. 25 Prozent für die Erste National: Bank von White Pigeon, Mich. 3 410 Prozent für die Citizeni National Bank in Hillsborough. O. Ein B a n k - P r ä s i d e n r verschwunden. C l e v e l a n d , 7. Mai. Di, Thüren der Cuyahoga Saoings an! Banking Company. No. 1461 Wood and Avenue, wurden am Montag Morgen nicht wie üblich geöffnet. Dafüi war am Fenster ein Zettel mit der fol. genden Ankündigung angeklebt: In Folge der dauernden Abwesen heit des Präsidenten R. N. Pollock haben die Direktoren beschlossen, die Zah lungen einzustellen, bis eine Untersuchung der Bücher vorgenommen werder kann. Es wird zuversichtlich gehofft daß jeder Depositor in Voll ausbezahl, werden wird." Der Präsident Pollock reiste vor zehr Tagen von hier ab, wie er sagte, um ir New Dork dringende Geschäfte zu erledigen. Seitdem hat man nichts meh, von ihm gehört. Mit der Untersuchung der Bücher wurde noch während dei Tages begonnen. Hunderte von Depositoren, meistenArbeiter, umlagerten während des ganzen Tages die Bank, in sehr dringUcher Weise ihr Geld verlangend. Die American Trust Co. ist zurr Masseverwalter der Cuyahoga Sav. ings and Banking Co ernannt worden In Folge des Zusammenbruchs dei Sparbank hat sich auch die U. S. Carbon Co. von Cleveland für zahlungsunfähig erklärt und Walter D. Sayl, ist zum Masseverwalter für die Kom pagnie ernannt worden. Er- hat be reits 5100.000 Bürgschaft gestellt. Die direkte Veranlassung für da Schließen der Bank war. daß arr Samstag einer der bedeutendsten Depositoren um die Erlaubniß nachsuchte 522.000 zurückziehen zu dürfen. Da Geld kam aber nicht zum Vorschein. Dc die Direktoren fürchteten, daß ein Anstürm auf die Bank stattfinden würde wenn dies bekannt werde, beschlossen sie. die Thüren zu schließen. Eine Schwester des Präsidenten Pollock, die nach New Dort gereist war um ihren Bruder zu suchen, ist unverrichtet Sache hierher zurückgekehrt. Es heißt, daß die Bank für ungefähr 5100.000 Noten im Besitz hat, di, durchaus werthlos sind. Die Deposi koren haben meistens nur kleine Summen zu fordern. Raubmord. Jackson. Miss.. 7. Mai. Frl Swigert, eine reiche und excentrisch, alte Dame, die bei Trenton, 40 Meilen von hier entfernt, wohnte, wurde am Montaa todt im Bette aufgefunden.
war mit einem Schutz in den Kops getövtet und das Haus ausgeraub! wo"den. Von dem Mörder hat mar soweit noch keine Spur. Haben die Zahlungen eingestellt. Chicago. Jll., 7. Mai. Jamieson & Co. von No. 169 Lasalle Straße, eine der größten Aktienmakler-Firmen im Westen, hat die Zahlungen eingestellt. Die Firma war nicht im Stande, ihren Verpflichtungen an der New Tjorker Aktienbörft nachzukommen. Herr Jamieson drückte die Ansicht aus. daß seine Firma im Stand- seir werde ihre Gläubiger alle in Voll auszubezahlen. &r. S 2 rtrell und Sohn Plaidiren nichtschul-
di n 3' Butler, Mo.. 7. Mai. Eine Spezial Grand Jury hat am Montag den Dr. I. E. Gartrell und seinen Schn W. R. Gartrell formell des Mor&s im ersten Grade angeklagt. Die beiden Männer wurden dann dem Richter vorgeführt, erklärten sich aber für nichtschuldig. obgleich sie in Kansas City in aller Form den Mord emgestanden und alle Einzelheiten den BeFörden mitgetheilt hatten. Dr. Gartrell. der 70 Jahre alt ist. hatte eingestanden, am 19. März bei h:eige? Stadt ei-en Bergmann aus Colorado. Namens D. B. Donegan mit einer Art erschlagen und ihn um seine Taarschaft und um seine Pferde und seinen Wagen beraubt zu haben, und daß er und sein Sohn die Leiche in den Mulberry Creek geworfen hätten, wo sie ror einer Woche gefunden wurde. Die beiden Männer waren in Kansas City rerhaftet worden. Dr. Kennedy's dritter Prozeß. New York. 7. Mai. Der dritte Prozeß gegen Dr. Samuel I. Kennedy, der angesagt ist. am 6. August 1898 im Grand Hotel in hiesiger Stadt Dolly Reynolds ermordet zu baben. begann am Montag vor Richter Newburger. Bei seinem ersten Prozeß wurde der Mann schuldig befunden und zum Tode verurtheilt. Den Bemühungen seiner Frau gelang es. ihm einen zweiten Prozeß zu sichern, der damit endete, daß die Geschworenen sich nicht einigen könnten. S t a a t s L a g e r der G. A. R. Bellefontaine. O.. 7. Mai. Das Staats-Encampment der G. A. R. wird vom Dienstag bis Donnerstag einschließlich hier stattfinden. Gleichzeitig findet auch das Staats-Encamp-ment der Veteranen-Söhne hier statt. Es sind eine ganze Anzahl Kandidaten für das Amt des Departements-Kom-mandeurs. als Nachfolger des Kapt. E. R. Monfort von Cincinnati, im Felde. und der Kampf verspricht ein recht in leressanter zu werden. Doppelselbstmord. Chicago. Jlls.. 7. Mai. I. H. Hzlperin. 20 Jahre alt. und seine Frau, mit der er seit einem Jahr verheirathet rtar, wurden am Montag todt in ihrer 2Uzhnung an Marmell Straße aufgefunden. Die Beiden hielten sich noch :m Tode umschlungen. Sie waren an Leuchtgas erstickt und aus einem hinterlcissenen Schreiben geht hervor, daß die Beiden verabredet hatten, zusammen sterben zu wollen. Spekulanten in Peking. Washington, D. C.. 7. Mai. Hier ist die Nachricht eingetroffen, daß eine Anzahl Spekulanten, darunter auch Amerikaner, versucht haben, in den Besitz des Landes zu gelangen, das für die Vergrößerung der Gesandtschaftsgebäude benöthigt ist. um es dann zu hohem Preise an die oerschic denen Regierungen zu verkaufen. Di Gesandten haben noch zeitig genug Kenntniß davon erhalten und Befehl erlassen, daß keine Veränderung der Besitztitel stattfinden darf, bis die Gesandtfchaften das benöthigte Land erhalten haben. Eisenbahn - Unfall. Chicago. JZls.. 7. Mai. I? der Hauptofftce der Burlington Eisenbahn wurde am Montag bekannt ge macht, daß der Zug No. 3. der am Sonntag Abend, um elf Uhr. von Chicago abging, in der Nähe von Ottumwa. Iowa, in die Maschine eines KonstrukrionszugeS hineinfuhr ; daß beide Lokomotiven, der Gepäckwagen. RauchWaggon und drei Passagierwaggons zerstört worden feien. Der Lokomotive fübrer Brown vom Passagierzug würd getödtet und ungefähr dreißig Personen vom Zugpersonal und Passagiere, wur den verletzt. Der SpeisewagAon und die Schlafwaggons blieben auf dem Geleise und keine von den darin befind lichen Personen wurden verletzt. Glasgow, 6. Mai. Abgegangen: Sarmatian" nach Montreal. .State vf NebraSka" nach New York. Weitere Depesche auf Seite 5.
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