Indiana Tribüne, Volume 24, Number 229, Indianapolis, Marion County, 6 May 1901 — Page 1

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. K , ? . Jnötmtit Tribüne SS25t 7 Grslixeint jeden Klalt?lnittag und Sonntag Morgens. Jahrgang 24. Indianapolis, Ind.. Montag, den 6. Mai 1901 No. 229

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1 vidCsC und Tj 5onntagsblatt I 10ocr Woche. I

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2 Sormiajsblatt F I !( per Woche. I

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Kalderstt's AöckKchr Wird vom Berliner Lokalanzcizer auf Mitte Juni in Aussicht gestellt. Wt ametikanifche Artillerie und Kavallerie verläßt iJe&iug. , Das Hauptquartier und die Jnfanlcrie folgen nach,

Sobald btc TransportschWv in Tat angekommen find. Tie Idee der amerikaurjchcu I. M. . A. finden Anklang in Ruß land. gigcuner vergiften die Bronnen in dem Orte Mpolya in Ungarn, Waldersee's baldige Rückkehr. Berlin. 6. Mai. Der Pekinger Korrespondent des Lokalanzeigersmeldet: ..In Anbetracht der günstigen Entwickelungen hier ist es sehr wahr, fcheinlicb. daß Graf Waldersee Mitte )uni nach Hause zurückkehren wird. Neues aus China. 5 t. P e t e r s b u r g. 6. Mai. Der .Rutzky Invalid" veröffentlicht Einzel'eiten über die kürzlichen Operationen !n der Mandschurei. Es scheint, daß die lordmandschurische Division unter Geaeral Zerpitzki über 20 Gefechte hatt? und dabei 24 Mann an Todten und sieben Offiziere und 61 Mann an Vervundeten verlor. Zwei Offiziere sollen Utn Wunden erlegen sein. EineMenge Kanonen und Gewehre wurden erbeuiet. Das Resultat der Operationen ist. Jatz zw?i Banden, die den Frieden der Mandschurei störten.gänzlich zersprengt wurden und die dritte nach mehreren Niederlagen von den Russen verfolgt nrird. S t. P e t e r s b u r 6. Mai. Die .Novoje Wremya" drückt ihr Bedauern darüber aus. daß die Mächte auf die Vorschläge der Ver. Staaten bezüglich cer Entschädigungssrae nicht eingcZangen smd. Shanghai. 6. Mai. Es wird liier gemeldet, daß die Hungersnoth es Lew chinesischen Hof nicht gestatten Dird, noch viel länger in Sian Fu zu bleiben und daß der Hof nur darauf r artet, daß die Hofastrologen günstige Auspizien verheißen, um nach Kai Feng ,u in der Provinz Ho Ran überzusie?eln. L o n d o n . 6. Mai. Der ..Times" ivird aus Shanghai gemeldet. China habe den Mächten vorgeschlagen, die Mandschurei dem Handel und dem Un:ernehmungsgeist aller Länder zu öffnen und daß Japan, die Ver. Staaten und Großbritannien bereits geantwor:tt haben. Ersteres und Letzteres stimmen dem Vorschlag zu und die Ver. Staaten bringen in Vorschlag, das Prinzip auf das ganze Reich in AnSendung zu bringen. Die Amerika ne r ziehen ab. Peking. 6. Mai. Die 93er. Staaten Kavallerie und Artillerie verließ die Stadt Sonntag Morgen, um nach Ton - Ku zu marschiren. Jmp?sante Abschieds - Zeremonien fanden statt. Sir Alfred Gaselee und die anderen britiichen Generäle mit ihren Stäben waren zuaegen und ein Detachement Baluchis gab den Ameri-k-nern auf Befehl des britischen Oberbkfeblshabers das Geleite bis außerhalb der Stadtmauer. General Cbaffce dankte den abziehenden Mannschaften öffentlich für ihre Dienste bei der Entsatz - Erpedition und für ihr seitheriges Betragen, welches, wie er sagte, irnen selbst und ihrer Nation zur Ehre zereicht habe. Die Infanterie und der L?tab des Hauptquartiers werden per Z?ahn abfahren, sobald die Transportompfer in Taku angekommen sind. Col. Dennison von den Boeren gefangen gen o m m e n. London. 6. Mai. Der Daiw Erpreß" wird aus Kapstadt gemeldet: .Hier ist die Nachricht eingetroffen, daß Oberst Dennison und ein Detachement Kundschafter in Gefangenschaft gerathen sind, aber wo das passirt ist. ist hier nicht bekannt." Die Berliner Ministerk r i s i s. Berlin, 6. Mai. Es ist jetzt bestimmt, daß Baron von Rheinbaben. der preußische Minister des Inneren, der Nachfolger des Herrn Miquel als Finanzminister und General von Podbielski Ackerbauminister werden wird. Man glaubt, daß Dr. Bothmann-Holl-weg. der Oberpräsident von Brandenburq. den Posten erhalten wird, wel

ker o?syer vom Varon von vtheinbaben betleidet wurde. In Melbourne eingetroff e n. Melbourne. 6. Mai. Ueber 100,000 Schaulustige bewegten sich am Sonntag in den Straßen der Stadt, um die großartigen Dekorationen in Augenschein zu nehmen, die zu Ehren des Herzogs und der Herzogin von Cornwall und Fork gemacht worden sind. Lord und Lady Hopewwn statteten dem Ophir" am Nachmittag einen Besuch ab, um die Gäste willkommen zu heißen. Das Wetter ist Prachtvoll. Y. M. C. A. in Rußland. St. Petersburg, 5. Mai. Die Gesellschaft junger Leute für moralische und physische Ausbildung, die von Herrn James Stokes von New York unter dem Protektorat des Prinzen Alexander von Oldenburg gegründet wurde, feierte am Sonntag Abend ihr halbjähriges Bestehen. Prinz Alexander eröffnete die Feier und Präsident Tourschaninoff und Sekretär Sidiroff hielten Ansprachen. Sie erklärten die Zwecke der Gesellschaft, die ungefähr mit denen der D. M. C. A. in den Ver. Staaten identisch sind. Fürst Michael Khoelkoff, der Eisenbahn-Mi-nister, war ebenfalls anwesend. Die Gesellschaft hat jetzt nahezu 800 Mitglieder. von denen 300 den Abendtlassen angehören. Sie hat ein Orchester und zwei ausgezeichnete Chöre. Die Versammlungen finden unter der Leitung orthodoxer Priester statt und erfreuen sich starken Besuchs. Zwei Mitglieder. Vater Vassilieff von der orthoboren Kirche und Franklin Fay Lord, sind als Delegaten für die Konferenz der Aoung Men's Christian Association erwählt, die im Juni in Boston stattfinden soll. Obwohl die ganze trans-sibirische Eisenbahn jetzt dem Verkehr eröffnet ist. sollten Amerikaner doch nicht den Fehler begehen, anzunehmen, daß die Reise von Vladowostock nach Moskau jetzt per Eisenbahn gemacht werden kann. Die Linie Hort an der chinesischen Grenze auf und die mandschurische Eisenbahn wird dieses Jahr nicht mehr fertig werden. Eine Delegation von Aktionären der Internationalen Bank, zu der auch die Generäle Sacharoff. Belentchenko. Gluckoffsky und Hartond gehörten, ist vom Finanzminister De Witte empfangen worden. Dieselbe verlangte eine Inspektion der Bank. bezw. ein gerichtliches Vorgehen gegen die Beamten derselben. Herr De Witte versprach, dem Gesuch seine Aufmerksamkeit zu schenken. Zigeunerbrut. L o n d o n. 6. Mai. Die ..Daily Mail" veröffentlicht eine Depesche foloenren Inhalts aus Wien: ..Eine Bande Zigeuner hat aus Rache dafür, daß Gendarmen sie vorher verhaftet hatte, die Brunnen in dem Dorfe Kapolya in Ungarn vergiftet und es sind bereits fünfzehn Personen gestorden. Mehrere Zigeuner, welche verhafUt wurden, hatten Strychnin in ihrem Besitzt Eigenthümliche Meldung. L o n d o n. 6. Mai. Der Daily Mail" wird aus Genf gemeloet. Präsioent McKinley habe Herrn Krüger benachrichtigt, daß er ihn weder offiziell noch unoffiziell empfangen könne. That eines Wahnsinnigen. G r e n n a. Schweden. 5. Mai. Während die Baronin Augusta von Tusen einen Patienten. Namens Nehrmann, in eineimHospital für Nervenleidknde vorstellte, ergriff derselbe ein Messer und brachte der Baronin und ibren drei Töchtern Stiche bei. Dann eilte er. nur nothdürftig bekleidet, auf die Straße, wo er noch fünf Personen verwundete, ehe er eingefangen werden konnte. Eine der Baronessen ist ihren Verletzungen bereits erlegen. Wichtige Konferenz. London, 6. Mai. Der Korrespondent des ..Daily Chronicle" in Rom meldet: Die bevorstehende Zusammenkunft des Kardinals Gibbons, des Msgr. Chapelle und desErzbischofs von Manila ist dazu bestimmt den Konflikt beizulegen, der zwischen dem Vatikan und den Ver. Staaten über die Sequestration des Klöstreigenthums auf den Philippinen entstanden ist. Massenverhaftungen in Rußland. St. Petersburg. 6. Mai. Während der letzten Tage sind .oede? Massenverhaftungen mit Bezug aas die angebliche revolutionäre B?wegung vorgenommen worden. Es wird berichtet, daß hochgestellte Personlichkeiten involvirt sind. In den letzten 48 Stunden allein sind mehrere hund?rt Personen, darunter prominente Leute, verhaftet worden.

Aus dem Deutschen Reich. Berlin. 6. Mai. Herr TheodorMöller, ein Maschinen-Fabrikant aus Westphalen. ist zum Nachfolger des Herrn Brefeld zum Handelsminister ernannt worden. Er ist ein NaticnalLiberaler vom rechten Flügel. Der Kaiser hat bei jeder Gelegenheit, wenn er mit Herrn Möller zusammenkam, große Vorliebe für den Letzteren zur Schau getragen. In parlamentarischen Kreisen ist man der Ansicht, daß der Äraf von Zedlitz-Trütschler. Regie-cungs-Präsident von Hessen-Nassau. vom Kaiser als Nachfolger des Mimsters des Innern. Baron von Rheinbaben. ausersehen war. der an Stelle von Miquel's Finanzminister werden soll. Graf von Bülow war aber mit dieser Wahl nicht einverstanden. Graf Zedlitz-Trütschler war früher einmal preußischer Unterrichtsminifter und hatte damals auf speziellen Wunsch des Kaisers das berühmte Schulgesetz entworfen, das so große Aufregung im Lande verursacht hat. Das Gesetz 'vurde b&r schließlich in Folge der großen Entrüstung, die es in liberalen Kreisen verursachte, fallen gelassen und ver Graf reichte daraufhin seine Resignaiion ein. Der Kaiser hatte äugenscheinlich gehofft, mit Hilfe des Grafen von Zedlitz die von ihm gewünschte Aenderung im Schulsystem durchsetzen zu können, das er zu einem ausgesprochen christlichen machen will und in dem namentlich die Jugend gelehrt w:rden soll, sich bedingungslos den weltlichen wie geistlichen Behörden, namentlich ver Krone, zu unterwerfe" Die Ereignisse der letzten Tag: hajen die größte Sensation erregt; cenau betrachtet bedeuten sie aber keine Aenoerung im System. Es ist gewiß, daß ueber der Kaiser noch Graf von Bülow auch nur im Entferntesten rarem denkt, mit Hilfe der Liberalen oder der radikalen Linken regieren zu wollen, und auch, daß 'er nicht daran denkr. den Landtag aufzulösen. Ob die Kanalvorläge später wieder auftauchen wird, ist ungewiß, trotz der Versicherung cines hohen Beamten, daß dies' der Fall sein würde. Auf jeden Fall ist die Lorlage vorläufig abgethan und die konservativen und die agrarischen Centristen sind damit ganz zufrieden. Die Preß-Kommentare sind auf beioen Seiten sehr vorsichtig: keine Seite :riumphirt. Die Deutsche Tageszeitung", die Post" und die Kreuzzeitung" lobn in diskreter Weise die Regierung dafür, daß sie einer Niederlage in Verbindung mit der Kanalvorlage aus dem Wege gegangen ist. indem sie den Landtag geschlossen hat. Der Vorwärts" gratulirt in iromscher Weise der Junker-Partei und den Centristen zu der Geschicklichkeit. die sie bei der Bekämpfung der Kanalvorlagc gezeigt, und auch dazu, daß sie den Kaiser zweimal auf seine Knie gezwungen. Das Blatt zieht einen Verzleich zwischen der Schlauheit der Konservativen und der Ungeschicklichkeit der Liberalen und Radikalen und quotirt in sarkastischer Weise wörtlich die Erklärung, die am 11. August 1899 der Kaiser Wilhelm in Dortmund in Bezug auf die Kanalvorlage abgegeben, .eine Erklärung, welche die Anhänger der Krone und des Altars zweimal als eine machtlose Prahlerei hingestellt babcn." Die Zeitungen beschäftigen sich alle mit der Entlassung des Dr. von Miquel. Sie gestehen übereinstimmend seine großen Fähigkeiten auf finanziellern und administrativem Gebiet zu: sie weisen aber darauf hin. daß Jedermann wegen seiner extremen Hinterlist und Unaufrichtigkeit das Vertrauen in ihm verloren habe. Zeitungen aller Schattirungen drücken sich in dieser Weise aus. Der Kaiser Wilhelm wohnte am Donnerstag Abend der Aufführung von Strauß' Aschenbrödel" bei.dieOperette gefiel ihm aber nicht. Die Musik erklärte er für langweilig und die Handlung für noch langweiliger. Als er bemerkte, daß die anwesenden Wiener eine Claque organisirt hatten, entfernte er sich ganz plötzlich, nachdem er eine halbe Stunde in seiner Loge gewesen. Berlin. 4. Mai. Graf von Bülow feierte am Freitag in aller Stille seinen 52. Geburtstag. Niemand hat etwas davon gehört, daß der Kaiser dem Kanzler eine Gratulation oder ein Geschenk geschickt habe. Deutsche Finanziers, die mit der russischen Regierung in enger Verbindung stehen, schenken dem Gerücht keinen Glauben, daß Rußland eine Anleihe von 500.000,000 Francs in Frankreich aufnehmen werde. Der Reichstag hat am Samstag in dritter Lesung die Vorlage angenommen. derzufolge Militärpersonen, die im Kriege verwundet und erwerbsunfähig werden, wie auch die Hinterbliedenen der Getödteten, Pensionen erhalten sollen.

Den Slammentod Erlitten Tonntag in Süd: Chicago 7 Personen.

Eigenthümliches Benehmen von Eiscnvahttzng'Bedicnftetett. Jacksonville erhält von überall her Hilfe angeboten. Alles ist für den Empfang ZllcKinleiss und ZZash's bereit. Die Empfangs-Ausschüffe smd bereits unterwegs. Gerüchte über Grausamkeiten der Soldaten in China unwahr. Der Ber. Staaten Gesandte Conger iiber die chinesische Situatiou. In Akron, O., werden viele Personen bei einem StraßenbahN'Unfall verletzt. Sieben Personen verb r a n n t. Chicago. Jll.. 6. Mai. Sieben Personen verbrannten Sonntag früh bei einem Feuer, welches das Aparte-ments-Gebäude No. 9316 Marquette Avenue in Süd-Chicago in Asche legte. Außerdem wurden noch drei Personen lebensgefährlich und verschiedene andere leicht verletzt. Die Namen dz: Getödteten sind: Frau Josephine Cooley; Mabel Cooley. 6 Jahre alt; Annie Cooley. 15 Monate alt; Peter Zook, der Eigenthümer des Gebäudes; Frau Peter Zook. Victoria Zook und Nicholas Zook. Schwer verletzt wurden Wm. Cooley. der Gatte der Frau Josephine Cooley: Frau Louise Christianson und ihre 2 Jahre alte Tochter Nabel, die wohl alle sterben wttd. Die Mannschaft eines Güterzuges, der auf einem Geleise unmittelbar vor den rennenden Hause hielt, wurde ?erh ni, wöii sie sich weigerte, mit dem Zuge fortzufahren und den Löschmannschaften Gelegenheit zu geben, die Leute aus dem brennenden Hause zu holen. Die Zugbediensteten werden in Haft bleiben, bis der Jnquest abgehalten ist. Blattern auf Ozeandampfern. New Y o r k. 6. Mai. Die Ozeanoampfer, welche kürzlich hier eingetroffen sind, bringen durchschnittlich je 1000 Einwanderer und die Gesundheitöbeamten haben viel zu thun. Zwi-schendecks-Passagieren mit entzündeten klugen erlaubt man das Landen nicht. Ein Dampfer, der am Sonntag von Hamburg eintraf und 1122 deutsche Emigranten brachte, hatte einen Blatternkranken an Bord, der sofort nach dem Pesthause gesandt wurde. Auch 100 andere Passagiere wurden nach Hoffman Island gebracht. Auf einem anderen Dampfer von Marseille waren drei Blatternkranke. Diejenigen, welche in ihrer Nähe gewesen waren, wurden auch unter Quarantäne gestellt. Ueberfahren. Muncie. Ind., 5. Mai. I. M. Grant. seine Frau und zwei Söhn: oon Indianapolis wurden von einer elektrischen Car der Riverside-Linie über den Haufen gerannt und all! schwer verletzt. Die Eltern sind blind und fahren in einem Wagen, der von den Kindern geleitet wird, im Land: umher. Conger über China. N e w I o r k . 6. Mai. Der G?sandte der Ver. Staaten in China. E. Zonger. hat einen Artikel über die Lage m China verfaßt, der demnächst in Leslie's Weekly" erscheinen wird. Herr Conger sagt u. A. Folgendes: Wenn in den letzten sechs Wochen keine bedeutende Aenderung in der Lage eingetreten ist. so werden die Mäch:e sehr bald zu einer Entscheidung bezüz lich Chinas kommen. Natürlich ist es schwer für elf Männer, sich auf etwas zu einigen, besonders wenn hinter ihnen elf Regierungen mit verschiedenen An, sichten stehen. China ist durchaus gewillt, irgend etwas zu thun, über dadie Mächte sich einig werden, d. h. z gend etwas, das in seiner Macht steht zu thun. Das Land ist sehr bemüü:, diese Angelegenheit zu fördern und siii wieder friedlichen Bestrebungen hinzu geben. Die Mächte dürfen naturgemäß keine Entschädigung verlangen, d: China aufzubringen ich! im Stande ist. Es ist nicht gewiß, daß nich: schließlich eine Nation Land von Cfcinc verlangen wird, statt Geld. Es ist ab;: ganz sicher, daß wenn diese Forderung gestellt wird, die Auftheilung Chinafolgen wird, und dies wird unter d?n i

'cacy:en viel Aufregung hervorrufen und große Konfusion in Cina verursaiben. Rußland hat seine Forderungen jetzt so formulirt. daß nicht viel Gefahr für ernstliche Schwierigkeiten zwischen ihm und Japan vorhanden ist. Persönlich bin ich sehr dafür, daß die Selbstständigkeit Chinas als Kaiserreich bestehen bleibt. Uns und der ganzen übrigen Welt wird dadurch viel Unangenehmes erspart bleiben. Soweit die Bestrafung äsinesischer Beamten in Betracht kommt, so tyn die chinesische Regierung alles gethan, was sie thun konnte. Die Mächte mußten etwas Außergewöhnliches verlangen, denn es bedarf einer ziemlich starken Dosis Strafe, um auf dieses Volk einen Einbruch zu machen. In einigen Fällen waren die Beamten, deren Bestrafung verlangt wurde, mächtiger als die Regierung und da konnte die Strafe natürlich nicht vollzogen werden. Mit Ausnahme dieser Fälle wurde alles gethan, was die Mächte verlangten. Wie ich höre, erachtete man mich hier als blutdürstig, aber in China war ich der nachgiebigste von allen Gesandten, mit Ausnahme von Einem. Wir kannten die Verhältnisse besser, als Diejenigcn. welche nicht dort waren. Strenge war unbedingt nöthig, aber ich glaube nicht, daß wir grausam waren. Was bei uns als eine Bestrafung angesehen werden würde, hätte ihren Eindruck auf die Chinesen gänzlich verfehlt aus dem sehr einfachen Grunde, weil sie selbst so grausame Strafen haben. Die Berichte über von Soldaten begangene Grausamkeiten sind sehr übertrieben worden, obwohl ich sicher bin, daß die Brutalität einzelner Soldaten groß gewesen ist. Als eine Armee betrugen sich die Verbündeten sehr gut. Auch die Geschichten von unbeschränkten Plünderungen sind unwahr. In Peking nahmen die Soldaten, was sie brauchten, was jeder Andere auch gethan haben würde. Daß die Missionäre auch geplündert hätten, ist einfach Lüge." Für denEmpfang derGäste bereit. SanFränciscö, Cal.. 5.Mai. Alle Vorkehrungen für den Empfang und die Unterhaltung des Präsidenten McKinley und des Gouverneurs Nash von Ohio und deren Begleitung sind getroffen worden. Ein Programm, welches Empfänge und Ausflüge umfaßt, ist so reichhaltig, daß es fast scheinen will, als ob es unmöglich wäre, daß der Präsident alles mitmachen kann, ouverneiu öage. der Empfangsauschuß. Senator Bard und die sieben Kongreß-Abgeordneten von California fuhren Montag nach Redlands, Cal.. ab, um dort den Präsidenten und seine Begleitung zu treffen, während General James M. Gleaves, Präsident, und Wm. H. Jordan, der Vizepräsident der Ohio Society", bereits Sonntag abfuhren, um Gouverneur Nash in Needles zu begrüßen. Die vielbesprochene Frage, wer die Ehre haben soll, den Stapellauf des Kriegsschiffes Ohio" zu veranlassen, ist entschieden. Die Ehre ist Frau McKinley zugefallen, welche auf den Knopf drücken wird, der bewirken wird, daß das Schiff von den Tauen losgelöst wird. Frl.'Helen Deshler von Columbus wird gleichzeitig eine Flasche Wein am Bug des Schiffes zerbrechen und diesem den Namen Ohio" geben. Böser Straßenbahn - Unfall. Akron, O., 6. Mai. Zwei Wagen der Northern Ohio Traction Company kollidirten Sonntag Nachmittag am Fuße eines starken Hügels an Nord Howard Straße und ein Dutzend Leute wurden verletzt. Der Unfall wurde dadurch verursacht, daß die Bremsen an einer den Berg herunterkommenden Car den Dienst versagten und dieser Wagen mit furchtbarer Gewalt gkgen einen anderen stillstehenden anfuhr. Trotzdem wurden die Wagen selbst nicht sehr beschädigt. Schwer verletzt wurden: JohnRaufch. Dennison. linkes Bein zerquetscht; George Authenrath, CuyahogaFalls. Fuß zerquetscht; John Hobracht, Akron. Bein zerquetscht; Frl. Georgia Copp, Studentin, Akron. an den Hüften verletzt; Wm. T. Sawyer. Anwalt. Akron. innere Verletzungen: A. B. Scott. Motormann. Akron. innerliche Verletzungen; James Mttchell. Akron. beide Beine gebrochen. Trockener Sonntag. Kansas City, 6. Mai. Zum ersten Male in sechs Jahren waren die Wirthschaften Sonntag thatsächlich a?'chlossen. Nur ein? einzig? Verhafkun? egen Übertretung des Befkhls des Mayori Reed wurde vorgenomm."' 7. ti ging äußerst ruhig in der S?äo? iu. Die W:r:be sammeln Un:e:sctrS:?n auf einer Petiiion um Wiedtr. n 'ubrung des alten Regimes. Die GesetzbecbachnJ--Lia ba'

Le?auV angenommen m unei lern Büraerrr.eiste: und den P2'ize:-Kom-M'siaren de? Dank de? Lies ausgk ;p:och:n wird. O m a b a . Neb.. 6. Mai. Die Sonntag Schließungs - Ordinanz des Mayors Moore wurde fast allokmei beobachtet. Zwei Wirthe in äußeren Stadttheilen wurden verhafte:, weil sie die Seitenthuren offen ha:ten. Auch :in:ge Schuhputzer wurden verhaftet, weil sie ihrem Geschäft nachgingen, aber Mcgie. der König de? Schuhputzer". stellte Bürgschaft für sie. Die New Jorker wolle helfen. New York. 0. Mai. Das Jacksonville Nothfall-Kommittee der Merchants' Association dieser Stadt, welches sich gebildet hat. um den Jacksonoillern Hilfe zu Theil werden zu lassen, hat die folgenden Telegramme erhalten: Tallahassee. Fla.. 5. Mai. Lebensrnittel werden benöthigt. Die Jacksonville Association wird Ihnen mitthetlen. was am nöthigsten gebraucht wird. Die Bevölkerung von Florida erkennt ihre noble Arbeit an. In seinem Namen danke ich Ihnen. (Gez.) W. S. I e n n i n g s. Gouverneur." Jacksonville. Fla.. 5. Mai. Es sind 136 Blocks im besten Geschäftsund Wohndistrikt niedergebrannt. Etwa 10.000 Leute sind obdachlos und Viele sind verarmt. Die Bevölkerung giebt reichlich, aber das Verlangen nach Hilfe geht über unsere Fähigkeiten hinaus." Dem Mayor Bowden wurde telegraphisch mitgetheilt, daß die New Yorke? Alles, was benöthigt werde, nach Kräf ten schicken würden, sobald sie wüßten was verlangt werde. Jacksonville. Fla.. 6. Mai. Der Hunger von 10.000 obdachlosen Leuten wurde Sonntag gestillt, als Eisenbahnzllge und Boote von Nachbarstädten aus eintrafen und Lebensmittel brachten. Ein Kommissariat wurde etablirt und die Hungrigen wurden gespeist. Der Hilfsfond wächst mit jeder !'lnde und von überall her treffen Briefe ein, in denen Hilfe offerirt wird, Unter dem Klieasrecht ist e. Ah! erlassen, daß alle Diejenigen, deren Läden vom F?u?r verschont blieben, dieselben öffnen und Jedem verkaufen müssen, der etwas haben will. Etwa 3000 Personen haben bereits die Stadt verlassen und mit jedem Zuge fahren noch mehr ab. Der Staat sandü Sonntag fünf Waggonladungen Zelte, Die Zeitungen werden den Schaden Montag auf elf Millionen Dollars angeben. Immer wieder taucht das Gerücht auf. daß Menschen bei dem Brande bei Market Str. Werft ums Leben gekommen sind. In den Zeitungen stehen viele Annoncen, in denen das Publikum ersucht wird, nach Vermißten zu suchen. Das Kriegsrecht wird streng durchgeführt und die Stadt ist ruhio. obwohl die Neger drohen, sich mit Gewalt in den Besitz von Nahrungsmitteln zu setzen. Im östlichen Theile der Stadt brennt das Feuer noch, doch wird ein größerer Ausbruch der Flammen nichi mehr befürchtet. Jacksonville. Fla.. 6. Mai. Die hiesigen Mitglieder der Typogra phischen Union haben sich an die Mitglieder der Jnternational-Union mit der Bitte um Hilfe gewandt. Sie sagen, daß von den 55 Mitgliedern dik Hälfte obdachlos geworden ist und ihi Verlust $12,000 bis $15,000 beträgt, Da mehrere Accidenz-Druckereien verbrannt sind, werden viele die Stadt verlassen müssen, um anderswo Arbei! zu finden. Wenn," heißt es in dem Appell, die Hälfte aller Mitglieder jt 25 Cents bezahlten, so würde das seh, weit reichen." McKlNley's B e i ! e l d s-Te leg r a m m. Tallahassee. Fla.. 5. Mai. -Gouverneur Jennings erhielt Sonnta: das folgende Telegramm: Ich habe soeben von dem fürchterlichen Feuer gehört, das Ihre StadI heimgesucht hat und beeile mich. S't meiner Sytipathie und der der Ver. Staaten zu versichern. Diese Regierung wird alles thun, was sie kann, u:7 zu helfen. William McKinley' Als Erwiderung sandte der Gouverr.eu? folgende Depesche: Wir erkenne7 Ihre Sympathie für die Leiden unsere', eoölkerung an und danken Ihnen fui die in so generöse? Weise offerirte Hils; seitens der Regierung. Etwz 10.00C Menschen sind obdachlos und der Verluit wird $15.000.000 betragen. S: weit bekannt, sind keine Leben zu beklagen. Wir haben genug, um dl? nothwendigsten Bedürfnisse zu befriedioen. Es herrscht vollkommene Ordnung, Ich wünsche Ihnen den Dank der Bevölkerung Florida's auszusprechen. William S. Iemuna. Gouv.Weitcre Depeschen ans Seite 5.

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