Indiana Tribüne, Volume 24, Number 226, Indianapolis, Marion County, 3 May 1901 — Page 7
Jndiana Tr vunc, 3. Mai 1901
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Dr. j. A. Sutcliffe, Wund. Arzt, Geschlechts-, Urin nd Rectnm. Krankheiten. Office: 155 Oft Market Stt. Tel. 941 tttmimmtom M U VLz 8wn;!tii Uhr Otto Deppermann, Deutscher Zahnarzt, IVf ajestic GS-ebaende. jimmor 9t t07 Dr. 0. G. Pf äff ct leise Clftct nch Um Willsghby-Veb5ve, . 224 9M Rrrilian Str., t:fc: ditt verlegt. aKCtnflfen: r 2 bi 4 r 5r i:tagA. Pb! CTfla tt-SBftr.una Mfc Hk SBotjruHiq befindet sich vif t)tr: 1B37 &trL PnoylTanla St ?r I. Aiihler 206 Oft McErty-Str. Sprechstunden - 3 bi 9 Uhr Vorm.. 8 bis 3 Uhr Nachm. ; 8 bis 9 Ubr Abd4. . Sont2c, von 8 bis 9 Uhr Vorm. Wnü 7 bis 8 Uhr Abend. Telephon 1446. C, C. Everts, Eeukscher Zahnarzt, 8i Nord Pennsylvania Sfr WA wirb taf bausch anqettinbt
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Carl IPiiper.
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Das Gluck von Vlendheim.
Roman von Woldcmar Urban. (Fortsetzung) Anqesichts des anwltenden Curs- - sturzes der Actien dcr Gesellschaft sür clckttZiche ndustrv Blendheim mrlffen wir Sie h'erdurch ersuchen, für Ihr Tpot eine weitere Deckung von fünfzi.i tausend Mar binnen drei Tagen zu bestellen, andernfalls wir gezwungen jkin würden. Ihre Actien. soweit zu unsererDeckuilg nöthig, um jeden Preis auf den Jlixt zu bringen. Hochachtungsvoll und ergebenst " Das wir Alles. Darunter stand der Firmastempe! und zwei flüchtig gekritzelte, unleserliche Namen. Kurz und eromilich und doch so scharf und bestimmt, wie ein Todesurtheil. Zunächst starrte Gustav Sellentin. bleicher geworden und wie geistesabwesend, lcmge Zeit auf das Blatt Papier, als tonne er den Sinn der wenigen Worte nicht fassen. Dann aber fingen seine Hände in unheimlicher Weife an zu zucken, seine Mnen verzerrten sich in einer maßlosen Wuth und mit der Kraft eines Riesen knitterte er das arme Briefblatt in der Fust zusamrnen. um es dann mit einem wüthenden Fluch auf den Tisch zu werfen. Die Kerle sind verrückt geworden, schrie er dann, laut mit sich selbst sprechend. Fünfzigtausend Mart! Spitzbubengelichter! Sie wollen mich betrüLcn. Das ist so klar wie die Sonne. Abe-: an mir sollen dieBerlincr Schufte ihren Mann finden. Dieser Herr Di.rector Sternfeld soll nicht glauben, daß er mich wie einen dummen Bauer über den Löffel barbieren kann. Ich werde ihm schon zeigen, wer der Gustav Sellentin ist. Ich Dann brach er plötzlich ab und ocrfiel in ein lautes, schallendes Gelächter, das aber womöglich noch unheimlich:: und grausiger klang, als sein Selbstg:sprach. Wo sollte er aber das Ge:d hernehmen? Er hitte noch einige hundert Äark im Hause, die er zurTeckung der laufenden Ausgaben brauchte. Außerdem nichts! Alles andere, das Geld für die zehn Acker, eine kleine Hypothek. die er noch von seinem Vaters.'erbt, ferner seine eigene Hypothek von 70.000 Mark auf das Gut. Alles hatte er auf die Bank getragen, um mv.-: Blendheimer" zu kaufen oder um Deckung für die schon gekauften zu oestellen. Und nun wollte man wieder Geld? Er konnte ja noch eine Hypothek auf das Gut aufnehmen; daß ihm ab?r jemand dafür auch nur fünftausend Mark gegeben hätte, war schon gar nicht anzunehmen. Das Gut war es nickt wer.th, besonders nachdem e r jetzt zwei Jahre darauf gewirtkschafte! hatte. Also davon, daß er fünszigtausend Mark auftreiben konnte, war qar keiie v , Red?. Es blieb nur der Fall des Nichtzahlens. Was hatte er in diesem Fall? zu gewärtigen? Seine Papiere wurden verkauft und Alle?, wss er darauf angezahlt, war, wie der Eurs jetzt stand, verloren. Vielleicht, wenn s:e zwJnasiveise verkauft wurden, kam noch nickit einmal so viel heraus, wie ihm di? Ban? 7,um Ankauf roraesZiossen hetf, Daim würde sich die Bank für den Rest an ihn hatten. iudit er zu seinem Bruder Felix gehen, zu dem kleinen Kerlchen", und zu ihm lagen: Lieber Brudu, ich ha dich zwar immer wie einen Einfallspinje: und Tagedieb l-ehandelt und hätie dich auch im Elend verkommen und verhungern lassen, wenn es auf mich allein angekommen wäre, aber wir sind ja doch Brüder. Schenke mir also die fünfzigtausend Mark, die ich brauche. und die du ja jetzt übrig hast, gib sie her und vergiß sie dann, damit ich mich nicht auch aufhängen oder zur ! Schande der ganzen Familie und zum ! Gespött der Üebrigen a.'s Bettler hcri umlauen muß. Konnte er das? brachte er daö über sich? Nimmermehr! Lieber verhungern, lieber an der Laudsiraße im Graden verrecken, als ' ein ort der Abbitte, der Entschuld:- ; aung. des Zugeständnisses, daß er gc- ' fehlt habe. Energisch richtete er sich auf. Troig reale sich die breitschulterige, vierschrötige Gestalt auf ui:d 'a ante drohend und finster um sich. Er war doch noch immer der Gutej sitz er Gustav .ellentin. Ein solcher j Wisch, den er mit der Hand zerdrücken konnte, sollte und durfte daran nichls ändern. Aber er mußte handeln, c; mußte heute noch nach Berlin, um mit d:r. Leu! aus ta Baut einmal aus ; gut Blendheimisch u xen. Er wollte ' ihnen schon beibringen, ie sich oas ! les verhielt. Er war nicht dr ZKanu, : zu dem man sagte: Packe dijf,. Geh tei- ! ner Wege in dein Grb. E: war ': kein dummer Bauer und wollrc sich i nicht betrügt. n lassen! Er Er Er! Im Tunkelwerden ven' er das ! Gekost, nicht durch das großeThor, das ! auf die Hauptstraße ging, fondern durch den Garten auf einem Feldwege, ; der direct nach dem Bahnhof führte. Auf diesem Wege kam er an ein:r Bank vorüber, die unter einem Birnbaum ; stand. Unwillkürlich blieb er einen Augenblick stehen, wie wenn er auf ' irgend etwas lausche, was von außen j her oder wohl gar von innen, aus ihm heraus sich vernehmbar machen wollte. Rief mich nicht Jemand? fragte er sich. Die Bank war seit langen, undenklichen Zeiten der Lieblingsplatz seiner i Mutter weien. Wie oft batte er
selbst, als kleiner Junge, nach Feter- frieden ist. Er in jevr medergeicyiaabend hier auf dieser Bark im Schooße , gen und sieht sogar kränklich aus. Ich seiner Mutter gelegen und nach den weiß nicht, ich fürchte, er hat Verluste Sternen am Himmel ge-ehen, neugie- gehabt oder glaubt, welche zu haben. rig staunend, im Frieden der Kindheit, Mit diesen neuen Blendheimer Actien , in der Ahnungslosigteit und dem heili- ach Gott, was weiß ich davon i Mir ' gen Zauber der Jugend. Wie anders thut nur Papa leid, der sich die Sache war das jetzt! , wirklich zu Herzen nimmt, vielleicht Hier hatte er auch manchmal mit ; mehr, als der ganze Kram werth ist. Käthchen gesessen. Sie waren damals Perlew'tz verlor kein Wort von dem. Beide noch einig mit einander gewesen, was sie sagte, und wurde sogar so nach- ; Es war sogar schon so weit, daß man , denklich und zerstreut darüber, daß es ' die Hochzeit nach der Ernte festgesetzt ' auch ihr auffiel, hatte. Und dann war sein Vater ge- Tas ist zu wünschen, sagte er zer- j storben und dann da'in war eben ! streut, als wenn er an etwas ganz An das ganze Unglück gekommen. Du 1 deres dächte, das ist wirklich sehr zu wirst einst noch blutige Thränen nach i wünschen. Jemand weinen, der dich so liebt wie j Eva gab der kurzen Unterhaltung ick, klang ihm die Stimme Käthchens weiter keine größere Bedeutung und in's Obr. So hatte sie gesagt vor gar hatte sie wohl auch bald darauf dernicht langer Zeit. Und nun? Ich muß i gessen. Anders Herr von Perlewitz. fort, murmelte er leise, es ist die höchste j Er sah den Oberst von Blendheim ge-; Zeit. , drückt und verlegen herumschleichen ; Noch einmal sah er nach dem Wohn-, und hörte, was sich die Leute erzählten, hause. Die Mondsichel stand gerade ? Er paßte sogar darauf sehr genau auf. ' varüber und der Abendstern blinkte et ebenso wie er sehr aufmerksam auf das was seitwärts lustig und freundlich. ! hörte, was er aus Eva herauslocken Alles sah so friedlich, so traulich und konnte. Es konnte ihm natürlich nicht einladend aus. als wollte es sagen: ! gleichgiltig sein, ob Oberst von BlenvBleib doch da! Hier gehörst du doch her! heim an der Jörse sein" Herr von Das ist doch deine Heimath, der schönste j Perlewitz sah des Obersten Geld scbon Ort der Weltl j für sein eigenes an Geld verspielt: Die Glocke auf dem Bahnhofe läu- j oder nicht. Ihm lag eine Geschichte im iete. Er hörte sie von Weitem, schrill ! Gedächtniß, die sich vor einigen Iahund lärmend. Er batte etwas Geld zu ! ren. als er noch bei der Truppe stand.
sich gesteckt, fast das ganze, was er noch besaß. Zu Hause hatte er nur so viel gelassen, daß es etwa zu einem Begräbniß reichre. Als er die Gartenlbür hinter sich zudrückte, sah er sich wi?d?r um. Niemals war tchm tz Haus Hof so schön, so friedlich schienen, v an diesem Abend. Und gerade h . .. sem Augenblick war es ihm. als rl er es nie wiedersehen würde. Eir: rtn plötzliche, aber tiefe Wehmuly a'--schlich ihn und die Thränen traten in seine Auaen. Wie lange Zeit war er nicht mehr so gerührt gewesen! Vielleicht nie. Und jetzt plötzlich flössen ihm die Tbranen über bh Back?. Tann lief er ralch davon nach dem Balnbofe. um den Zug nicht zu versäumen, und die innere Stimme reballte, leise und wehmüthig, wie ein iiicuin. 18. Was Eva von Blendheim immer schon geahnt und gefürchtet, daß namlich ihre Verlobung mit Herrn von Perlewitz für Felix Sellentin zu einer Katastrophe werden könnte, war ihr durch ihren Aufenthalt iu Berlin und durch das Wiederfehen mit dem Ehemi ker im vollen Umfange bestätigt worden. Ihr Plan, durch möglichst geringes Aufsehen dem jungen Manne die Thatsachen verborgen zu halten, war mißglückt und mußte ja schließlich, srüher oder später, mißglücken. Gleichzeitig roar ihr aber auch durch dieses Wieversehen die ganze Schwere dr übernommenen Pflichten und die ganze Härte des ihr bevorstehenden Schicksals zum Bewußtsein gekommen. Jetzt erst. wo sie sah. was sie dort verloren und was ihr hier bevorftano. dachte sie schaudernd an ibre Zu'unft und fragte sich bang: Kannst du das ertragen? Hast du dir nicht zu viel zugemuir.t. durch das gealbene Wort nicht Unmögliches aüf dich genommen? Die Frage kam zu spät. Sie hätte sich das früher überlegen sollen. Jetzt war ihr Wort verpfändet und ihrer ganzen Eharakteranlage nach würd? sie eher zu Grunde gehen, als ihr Wort brechen. Sie dachte auch gar nicht daran. sich ihrer Pflicht auch nur im Geringsten zu entziehen. Ihr Wort war heilig. Ebenso wenig w:e ein Andrer durfte sie daran deuteln und zlveifeln. Das hinderte aber nicht, daß sie wie an Leib und Seele gebrechkn von Berlin zurückkam. Hen von crleiritz hatte es sich nicht nehmen lasen, sie vom Bahnhofe in Blendheim abzubolen. Er war uberyaupt ihr gegenüber die Aufmerksamkeit und Lieben-würdigleit : stlbst. Nun? fragte er sie. als sie aus dem ' Wagen stieg, wie ist Alles gegangen in ! Berlin? Gut, gut! antwortete sie müde. Und deie kleine Richte ist ein g;sundes. strammes Kind? Ja. Sie ist ledhast uad gesund. Ich dachte, ihr würdet schon heute ' früh zurückkommen, du und Papa, aber dein Vater hatte wohl noch Geschäfte in Berlin? Eva hatte den Blick gesenkt und sah nicht, wie er sie bei dieser Frage lauernd und forschend ansah. Ja. Er ist ja deshalb wohl zumeist hingefahren, erwiderte sie ahnungslos. Und Alles ist gut gegangem? Wie? fragte er lebhaft werter. Ich weiß es nicht. Ich hae mi natürlich darum nicht gekümmert. Nun, freilich nicht. Unv wenn du es auch gethan hättest, so würdest du wohl nichts davon verstanden haben. Aber man sieht und hört doch wohl gelegen!- , lich. was vorgeht. Wie? Sie hatte ieine Ahnung, weshalb e fragte, und war zufrieden, daß er nicht auch noch wissen wollte, was sie selbst boit Alle gethan und was sie ihm doch wohl nicht so harmlos hätte erzählen können. Papa hatte wohl mit dem Herrn Director Sternfeld Geschäfte, antwortete , sie ruhig, wenigstens habe ich gesehen, i bah sie sehr eifrig mit einander sprachen. Mit Sternfeld? Ja, ja. das ist der Hm. nun. hoffentlich ist Alles ! gut gegangen. Wie? ! Nin. ich alaube nickt, van Bapa zu-
in Dresden ereignet hatte. Ein Kamerad hatte sich in eine angeblich steinreiche Amerikanerin sterblich verliebt,
die mit den Millionen, die sie oder ihr Papa in Amerika besaß, nur so um sich warf. Nach der Heiratn, hatten steh ,cr die Millionen bis aus einen Wa;:r. voll alter Möbel verflüchtigt, und das ganze Reg iment hatte über den blaab'.en Her-infall des Officiers gelacht. 2 1 sollte es ihm natürlich nicht . - iii : weshalb war Herr von Perlewitz auf in Hut. Natürlich nahm sich Herr von Perlewin im persönlichen Verkehr mit Qta möglichst in Ackt. sich von diesen Er- ' wäqunaen etwas merken zu lassen. Eva , aber hatte, wenn sie auch instinktiv die Kluft fühlte, die zwischen ihrem in: neren Empfinden und dem ihres Bräutigams lag. doch keine positive Kenntviß, wie Herr von Perlewitz im Grunde genommen das Verhältniß zu ihr ansah. Sie fühlte das Opfer, das sie bringen mußte, das ihr das MarschMarsch - Vorwärts - Recept ihres Vaters auferlegte, und wenn sie in den j träumerischen Frühlingstagen, die nun auch für das Schloß Blendheim anbrachen, in den einsamen Parkgängen stundenlang hin und her ging, wenn sie sah. wie Alles um sie her sich neu belebte, neu grünte und blühte, aus tausend Wundern der Natur sich der Frühling schuf, dann rannen leise And UNbemerkt die Thränen über ihre Wanatm, die sie ihrer Jugendliebe, wie einem längst entschwundenen Glücke, nachweinte. Ihre weiche, innerliche Natur schloß sich gern von den heftigen Stürmen der Welt ab. Sie war ihnen nicht gewachsen. Sie war keine Heroine, die durch alle Hindernisse der Welt siegend hindurch schreitet, wie das fo schön in den Büchern zu lesen ist. Aber sie kühlte gerade deshalb um so innige?, um so zarter und weiblich??. Deiregen hatte auch ihre Erinnerung an das frühere Glück, an ihre Jugendliebe nicht den verblaßten Schein- von etwas Gewesenem. Es verletzte sie sogar. wenn sie da oder dort hörte oder las, daß man von ..Jugendeseleien", von den Kinderkrankheiten des Herzens und wie die spöttelnden, weltklugen Ausdrücke lauteten, sprach. Ihre Erinnerung an die wenigen glücklichen Augenblicke, die sie mit Felix verlebt, ir -.r cielmehr eine Verklärung, ein rüblinaswunder, das nun freilich zu thm Schmerz von den Stürmen der Welt entblättert und zerstört wurde. Manchmal wünschte Eva, nicht nach Berlin gefahren zu sein und das Wiederseben mit Felix, das alle Wunden ihres Herzens aufgerissen, gehabt zu baben. Wer konnte wissen, ob sie dann nickt leichter und besser sich in das Unvermeidliche gefunden hätte. Sie hätte vielleicht etwas weniger geweint und wäre gleichgiltiger und kälter geworden. Tann aber kamen immer wieder Augenblicke, in denen sie für nichts in der Welt dieses Wiedersehen verka'-ft haben würde. Wie voll und kräftig, wie stolz und freudig hatte ihr Herz gefchlaaen. als Tirector ternfeld in Bezug auf Felix Sellentin gesagt: Solei? Leute taven kein Recht, sich beiseit; zu stellen. Sie gehören der Mensir wie Licht und Luft, wie Winter und Sommer! Sie hätte den Mann für diese Anerkennung küssen mögen. Wie hätte sie lich auch sonst dem ihr bis dahin völlig fremden Sternfeld so rasch anvertrauen können, wenn sie nicht gleich geZehcn. daß er den Werth des jungen Forschers ertannt hatte, sein Gönner war? Für ihr Leben gern hätte sie Sternfeld aefragt, was Felix in jener Nacht von ihr aesaat, als er im Fieber gelegen und der: .'c.imen Eva ausgesprochen. Aber Sternfeld hatte sie so scharf angesehen, daß sie geglaubt, er könne ihr bis in's Herz sehen, und sie hat:e den Muth zu ihrer Frage nicht gefunden. Vermuthlich war er sehr bös gewesen, hatte sie eine Verrätherin. eine Mörderin genannt im Fieber. War sie es denn nicht auch? Hatte sie nicht das Heiligste, was die Frau auf dieser Welt kennt und besitzt, verleugnet? Das Glück, das große und mächtige, zerstört? Wenn Fiebernde auch gleich den Träumenden zu achten sind, so reden sie doch nicht immer leeres, be-
veutungsioies ua, londern ihren Worten liegen oft Wahrheiten zu Grunde, die tluae Leute vrdi nicht abzusprechen wagen. Ja! Sie trar eine Vcrrä'aerin und
wäre auch eine Vorderin geworden, ' wenn Felix staro. In all' ihrer Innig-! seit und zarten Gefühlswärme, wäre sie das geworden, wenn nicht eine hö-! here Hand schützend über sie ausgebrci-1 tet wäre. Und dann flössen ibre Thränen wieder bitterer als je und sie saß in den j verborgensten Winkeln ihres Partes 1 und schaute durch ibrc Thränen hin-, durch in die Frühlingswunder. War es denn möglich, fragte sie sich trostlos, i daß die Welt ein so großes, überwältigendes Glück barg, wo sie doch so jäm-1 merlich und unglücklich war? Was ' s5 watzten die Leute um sie herum so viel vom Glück von Blendheim", das die Herzen der Menschen verwirrte, sie unglücklich und elend macht? Das wahre Glück von Blendheim lag. wie das Glück von Allerwelt, tief im Busen wie eine schlafende Fe. Heil dem Sterblichen, dessen gütiges Schicksal die Fee zur rechten Stunde und am rechten Orte weckt. Der einzige Trost, die einzige Beruhigung, die Era in dieser Zeit fand, waren die langen Briefe, die sie fast jeden zweiten und dritten Tag an Frau Sellentin nach Berlin schrieb. Frau Sellentin wohnte mit ihrem Sohne feit einigen Tagen in Pankow bei Berlin, wo Sternfeld in einem Hause, das ihm gehörte und an d-as ein hübscher Garten stieß, ihr eine Wohnung vermiethet hatte. Diese Briefe, von denen Eva natürlich voraussehen konnte, daß Felix sie las, waren die Erleichterung ihrer bekümn erten Seele, und wenn sie auch fast lauter gleichgiltrgen Tagesklatsch über die Vorgänge in Blendheim enthielten, so konnte man doch zwischen den Zeilen herauslesen, wie es um die Briefschreiberin stand. Wie ein geheimes Fluidum von Seele zu Seele strömten diese Briefe auch aus ren banalstcn Reoervendunaen ein gewisses S ihnen und Wünschen von Herz zu Herren aus. das wohl verstanden wrrde, wenn es an die richtige Adresse kam. und das stumm und todt blieb, wcn das nicht der Fall near. Eines Tuges traf sie unvermui. mit ihrem Vater im Park zusanuneu. Es schien ihr sogar, als oö er sie gesuch: habe. Era, was ich sagen wollte, begann der Oberst etwas verlegen, als ob er nicht die rechten Worte fände, war Perlewitz beute da? Nein. Papa, heute nicht. Weshalb fragst du? Run, wir können ja offen über die Sache sprechen. Eva Welche Sache meinst du? Eure Hochzeit. Ihr habt sie für den August festgesetzt? Jl, auf den zwölften August. Bernhard wollte durchaus den Tag. weil das der Hochzeitstag seiner Eltern sei. Na ja. Ich weiß wohl. Aber es wäre mir dock lieb, wenn du ihn zu einem kleinen Aufschub überreden könntest. Eva horchte auf. Einen Aufschub. Papa? Aber Höre nur zu. Ich habe mit PerleWitz natürlich gewisse Abmachungen getroffen bezüglich feiner Hypotheken, von denen ich einen Theil übernehmen soll. Nun paßt mir das aber jetzt schlecht, oder klar heraus gesagt: es geht jetzt nicht. Ihr müßt warten. Aber, lieber Papa, wenn es das ist, was dich kümmert, so sei nur froh und lustig. Das ist das Allerletzte, was dich betrüben sollte und was uns interessirt. Du sprichst das so hin. aber es ist doch anders. Ich weiß, daß Perlewitz darüber anders denkt, als du. Er bat. ! so viel ich weiß, auch Anlaß dazu. Aber j wir wollen davon jetzt nicht weiter re- ! den. Das haben wir ja vorneweg auch j schon gewußt, daß er darauf rechnet und rechnen muß. Es handelt sich jetzt ! um einen Aufschub. Tu brauchst deshalb nicht gar zu ängstlich zu sein Ob, Papa, was mich anbelangt Ich toeiß schon. Das soll bei den j jungen Mädchen immer so aussehen. als ob sie am liebsten alte Jungfern norden möchten, und dabei zählen sie ' doch monarelang vorher die Tage aus. ! die noch bis zur Hochzeit vergeben i münen Aber ich versichere dir. Papa un terbrach sie ihn eifrig. Er ließ sie aber gar nicht zu Worte kommen. Es handelt nch ja nur um ein paar Wochen, fuhr er zuredend fort, als ob Eoa über den Aufschub Gott weiß wie unglücklich sein müsse, bis die Ernte herein und ausgedroschen ist. Dann kann ich mir hoffentlich schon wieder hetfen. Ich also dachte etwa Ende September oder Anfangs October. Bis dahin wirst du doch wohl warten können Ader, Papa, wenn du wüßtest, wie gern. Ich warte zehn Jahre oder ewig, wenn ich dir dadurch auch nur die geringste Sorge abnehmen kann. Du wirst dich doch wohl erinnern, daß die ganze Sache nicht auf meinen Betrieb hin beschleuniat worden i5t. (Fortsetzung folgt.) ..- Tie Tage- und SonntagsAusgabe der Jndiana Tribüne koftct nur 10c per Woche. P. und L. M. Rapvaport, Anwälte und Notare für Rechtssachen cUx Art. Zimmer No. 821 und 822, Satt Building, Cft Market Str.. zwischen Delaware u. Pennsylvania Str. '
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