Indiana Tribüne, Volume 24, Number 226, Indianapolis, Marion County, 3 May 1901 — Page 1
M"MMMa
Jndwnn Tribüne 1 w53 Tage' und Tage und ScmitsbLitt 1) per Woche. 8 Somiti,Mjtt 10 per .'ochc. Grsckfeint fcbn Udrmittu u:ib Ssntag Morgens. Jahrgang 24. Indianapolis, Ind. Freitag, der. 3. Mai 1901. No. 226
(1
ÄS
I
ssss
m i i I -
z CfJ
I
Der iirpnßisriir Cfliiiltnfl
Wird am Freitag nach Haufe geschickt werden. Das Bcrhaltcn des Landtages der Kanalvorlage gegenüber Hat den Kaiser erbittert. Das preußische Minifterium soll reorganisirt werden. Heftige Tcbatic im britischen Parla mcnt Ueber den Ausfuhrzoll auf Kohlen. Blutiger Kampf zwischen Russen und Chinesen in der Mandschurei. Ein russischer General unter den Bcrmündeten. Mascagni kommt nach den Vereinigten Staaten. Aus bcrn deutschen Reich. Berlin, 2. Mai. General von Hahnke. bis vor Kurzem Chef des Mi-l.itär-Kabinets des Kaisers, ist zum Militär-Gouverneur von Berlin ernannt worden. Sein Nachfolger als Ibef t?e Milirär-Kabinets ist General Hülsen von Haeseler. Der Reichskanzler. Graf v. Bülow. beklagte sich am Mittwoch persönlich bei dein Kaiser darüber, daß die KanalVorlage absichtlich vom Kommittee des Landtags aufgehalten werde. Die Rezierung wird in Folge dessen vorläufig keine weiteren Unterhandlungen betreffs des Kanals führen, das Minisierium wird aber reorganisirt werden. Der Kaiser besteht darauf, daß das analprojekt zur Ausführung kommt, und man ist gespannt darauf, was er anfangen wird, um die ihm feindliche Majorität gefügig zu machen. Di? baldige Resignation des Filianzminifters, Tr. Miquel, steht zu er oarten. Eine gemeinschaftliche Sitzung beioer Häuser des Landtags ist auf Freitag anberaumt worden und es heißt, daß der Kaiser den Landtag als Zeichen seines Unwillens vertagen, aber liebt auflösen wird. Der Lokalanzeiger" erklärt, daß die Vertagung des Landtags von einer scharfen Erklärung des Ministeriums begleitet sein wird. Die Gläubiger der verkrachten Bank oon Kempen haben gegen die Direktoren das strafrechtliche Verfahren eingeleitet. Das Manko beträgt C 10,000 Mark. Das Eisen - Syndikat in Köln hat sich zu einer Gesellschaft mit beschränkter Haftpflicht für die Dauer von fünf Jahren konstituirt und eine engere Vereinigung der einzelnen Etablissements 'Zamit verbunden. Den letzteren ist das Lerkaufsrecht entzogen. Alle Verkaufe müssen durch du Centralstell? erfolgen. Ein bekannter amerikanischer Ver.'icherungsmann hält das vom Reichs ag angenommene neue Versicherung--gesetz für durchaus gerecht und glaubt nickt, daß den ausländischen Versicherungs - Gesellschaften irgendwie Hindernisse dadurch bereitet werden. Die Vossische Zeitung veröffentlickt .'ine Spezialdepesche aus St. Peter--bürg, des Inhalts, daß Rußland thatsächlich Arrangements für in Frankreich aufzunehmende Anleihen im Betrage von 500.000.000 Francs getroffen habe, und daß Unterhandlungen ,oegen einer anderen russischen Anleihe mit englischen und amerikanischen Bankiers in London im Gange seien. Die Depesche sagt euch, daß der Zar im August Kopenhagen. Darmstadt und Wien besuchen werde. In mehreren Forts und Dörfern in ver Nachbarschaft Von Metz ist der Typhus ausgebrochen. Vom 8. bayerischen Jnfanterie-Regiment sind bereits 16 Mann gestorben und 281 Mann befinden sich im Hospital. Vom britischenParlament. L o n d o n . 3. Mai. Am Donnerstag Abend begann im Unterhaus die Debatte über den Exportzoll auf Kohlen. Sir Wm. Vernon Harcourt, Liberaler. griff die Regierung in überaus heftiger Weise an. Er sagte unter Anderem. es sei Unsinn, zu behaupten, daß das Ausland den Zoll bezahlen werde, da eäjnt englischen Kok t entbehren könne. Die ital kiegierung habe dieses Argu n damit beantwortet, daß -ohlen anstatt von England, r ka beziehe. Auch Frankreick tzt seine Kohlen schon zu glri ;n aus England. Belgien ' hland, Sir William behaupt sKlassenaesetzacbuna Steuer
schließlich doch von den Kohlengradern bezahlt werden müsse. Sir Michael Hicks Beach. der Schatzamtskanzler. gab zu, daß die Steuer, wie jede andere, bis zu einem gewissen Grade dem Handel hinderlich sei. In Wirklichkeit handle es sich aber doch nur darum, ob der Kohlenhandel die Steuer tragen könne. Englische Kohlen seien die besten der Welt und in riesigen Quantitäten vorhanden, und wegen ihrer Güte seien sie thatsächlich von jeder Konkurrenz frei, da das Ausland sie kaufen müsse. Des Weiteren erklärte Sir Michael, daß im Jahre 1900 im vereinigten Königreich 225.000,000 Tonnen Kohlen gegraben worden seien, an welchen die Grubenbesitzer, nach Abzug von 18. 000.000 an Löhnen, bei einer Kapitalsanläge von 5110.000.000 noch 29,000.000 Profit gemacht hätten. In Bezug auf die Konkurrenz der Ver. Staaten sagte der Schatzamtskanzler: ,.Jm letzten Jahr war der Preis unserer Kohlen in den AusfuhrHäfen bedeutend höher als der Preis der Kohlen in den Ver. Staaten. Trotzdem belief sich aber unsere Ausfuhr auf 38,000,000 Tonnen, oder 3.500.000 Tonnen mehr, als im vorhergehenden Jahr. Die Ausfuhr der Ver. Staaten beträgt etwas mehr als16.000.000Tonnen. Wenn die Ver. Staaten nicht mit uns konkurriren konnten, wenn der Preis unserer Kohlen ungewöhnlich hoch war. werden sie unmöglich mit uns konkurriren können, wenn der Preis hier bei uns niedrig ist." NeueKämpfe zwischenRussen und Chinesen. Berlin. 3. Mai. Eine Depesche aus Peking, vom 1. Mai datirt. enthält die Mittheilung, daß zwischen den Rufsen und Chinesen in der Nähe von Mukden ein blutiger Kampf stattgefunden habe. Die Russen verloren sechzig Mann an Todten und Verwundeten. Vier russische Offiziere wurden getödtet und unter den Verwundeten befindet sich der General Zeipilski. Sechs neue Riesendampfer bestellt. K o v e n h a g e n, 3. Mai. Die Ver. Dampfichiffkompagnie von Kopenhagen hat sechs neue Dampfer von je 12.000 Tonnen für den Verkehr mit den Ver. Staaten bestellt. Die Kompagnie hat beschlossen, eine reguläre Linie zwischen Kopenhagen und Boston zu etabliren und die Zahl der Dampfer der New Aorker und New Orleanscc Linien zu vermehren. Die Beulenpest. Konstantinopel, 3. Mai. In Galata ist ein Mann an der Beulenpest erkrankt. Es werden die weitgehendsten Vorsichtsmaßregeln ergriffen, um einer Verbreitung der Seuche vorzubeugen. L o n d o n . 3. Mai. Der Gouverneur der Kap-Kolonie hat das Kolo-nial-Amt benachrichtigt, daß bis zum 27. April in Kapstadt 170 Personen an der Beulenpest gestorben seien, darunter 41 Europäer. Erkrankt sind im Ganzen 519 Personen, darunter 135 Europäer. In Mafeking sind ebenfalls mehrere Personen an der Pest erkrankt. Hungersnoth in Rußland. St. Petersburg. 3. Mai. Un- I ter der Landbevölkerung in Bessarabien ! nehmen Hungersnoth und Typhus in erschreckender Weise zu. Siebzig Pro-1 zent der Bauern in dieierGegend haben ihre sämmtlichen Pferde verloren und es fehlt ihnen an allem Getreide für die Aussaat. Die Streiks in Frankreich. P a r i s . 2. Mai. Offiziellen Statistiken zufolge fanden im Jahre 1900 in Frankreich 902 Streiks statt, gegen 540 Streiks im Jahre 1899. Im Jahre 1900 waren in Frankreich 222.714 Personen beschäftigungslos. Mascagni kommt nach den Ver. Staaten. W i e n . 3. Mai. Pietro Mascagni. der italienische Komvonist, hat einen Kontrakt für eine Konzertreise durch die Ver. Staaten abgeschlossen. Er wird am 15. Oktober abreisen und ein 80 Mann starkes Orchester mitnehmen. Er wird persönlich acht Wochen lang $10.000 die Woche erhalten. Ein neuer Orden. R o m , 3. Mai. Capitan Fracassq" von hier kündigt an, daß der König Victor Emanuel am nächsten Sonntag ein Dekret unterzeichnen wird, demzufolge ein neuer Orden creirt wird der Orden der Ritter der Arbeit. Er soll solchen Bürgern, einschließlich von Arbeitern, verliehen werden, die sich beim Studium der Arbeiterfrage ausgezeichnet oder etwas Besonderes für die Verbesserung der Lage der Arbeiter gethan haben. Erwischte Räuber. P a r i s. 3. Mai. Der Rädelsfhrer der Räuberbande, welche in der Nackt auf den 25. Avril die American
erpreß Vftict in Paris um 30.000 Francs beraub, ist verhaftet worden. Ter Kerl heißt George Miler, ist in Chicago geboren und war unter dem Namen James Samuel seit einiger Zeit in einer hiesigen Barbierstube beschäftigt. Ein Theil des gestohlenen Geldes wurde in seinem Besitze gefunden, ebenso eine Anzahl Dynamit-Patro-nci: und Einbrecherwerkzeuge. Die Entdeckung des Verbrecher-Trios ist lediglich einem Zufalle zu danken. Die Leute waren von den Geheimpolizisten schon lange Zeit beobachtet worden, da sie sich in verdächtiger Weise benahmen und z. B. mehrere Banken betraten, ohne dort Geschäfte zu machen. Am Tage vor dem Einbruch in die American Expreß Office wurden sie vor dem Gebäude gesehen. Auch bemerkten die Detektivs, wie einer der Burschen in einem benachbarten G?schäft eine Rolle starken Bindfaden kaufte. Da sich eine Probe dieses ÄindfadenZ als dasselbe Material erwies, womit der Wächter der ExpreßOffice gebunden worden war, so war man über di? Identität der Verbrecher bald im Reinen. Um dieselben nicht aus der Stadt entkommen zu lassen, wurden fämmtlicheBalmhöfe sorgfältig beivacht und am Mittwoch wurde Miller auf dem Nordbahnhof arretirt. als er einen Zug nach Cherbourg besteigen wollte. Eine große Zahl der gestohlenen Checks und 6000 Francs in Baar wurden in seinem Besitze, gefunden, sodaß an seiner Schuld kein Zweifel mehr bestehen kann. Miler legte denn auch dem ihn verbauenden Polizeiinspektor ein volles Geständniß ab und gab die Namen seiner Mitschuldigen an. Die Lage in China. Peking. 3. Mai. In einer am Mittwoch stattgefundenen Sitzung der Gesandten wurde der Bericht des Kammittees. das über die zu verlangenden Sckadenersatzfummen zu berathen hatte. verlesen. Die Resourcen Chinas wurden in dem Bericht sehr eingehend angeführt. Es war thatsächlich eine Wiederholung von Jamesons bekannter Sckrift über denselben Gegenstand. Es wird aber behauptet, daß die Einnahmen von allen vorhandenen Quellen nicht hinreichen werden, um die zanze Sckadenersatzsumme zu bezah.en. wenn nicht von anderer Seite Hilfe kommt. Die nächste Sitzung der Gesandten findet am Dienstag statt. Es wird dann eine Antwort auf das Schreiben des Grafen von Waldersee formulirt werden. Die Gesandten persönlich sind mit dem Ton. in dem der Brief abgefaßt ist. unzufrieden. Sie erklären, daß sie selbst wüßten, was sie zu thun hätten und die Rathschläge des Feldmarschalls überflüssig seien. Im Besonderen sind sie dagegen, daß die Gesndtschaftswachen unter einen Oberbefehshaber gestellt werden. Die Gesandten verlangen ausschließliche Kontroll? über die Truppen ihrer eigenen Nation.
Schiffsna.lirichten. N e w Y o r k. 2. Mai. Angek.: Gerrnanic", von Liverpool. Q u e e n s t o w n. 2. Mai. Angek.New England", von Boston, naä Liverpool bestimmt. Abgeganaen ..Majestic", von Liverpool, nach Ren: York. Hamburg. 2.Mai. Angek.: Phönicia". von New Aork. Southampton. 2. Mai. Ang.. ..Lahn", von New York, nach Bremer bestimmt. Liverpool. 2. Mai. Angek.! ..Rhynland". von Philadelphia; ,.PHiladelphian", von New York. Abgegangen: Georgian", nach New York; ..Tunisian". nach Quebec und Montacal; Vancouver". nach Portland. Me. Insel W i g H t. 2. Mai. Passirt Mesaba". von New York nach London, Rotterdam. 2. Mai. Anaet.! ..Amsterdam", von New York. Abgegangen: Rotterdam", nach Nc York. Marseille. 2. Mai. Angek.: Karamania". von New York. m m Nummer drei schuldig be funden. Philadelphia. Pa.. 3. Mai Amos Sterling, ein Farbiger, würd, hier wegen der Ermordung des un gen Professors Rov Wilson White. vor der Universität von Pennsylvanien. der Mordes im ersten Grade schuldig be funden. Prof. White war am 19 Mai 1900 in einer Straße in Wcst Philadelphia mit einer Eisenstange erschlagen und dann beraubt worden. Zwei andere Neger, Henry Joort und Chas. Perry, sind bereits weger V i r Sftovfwörfytne!. nim rV Vii I
VvllUlH JV tUUU.L I. J U 1(1 -CVUt U v t ' urtheilt worden. I
rcilldent McKmkeV in New Hrlcans. Ort wurde in der Halb mondstadt hoch geehrt. Tic Reise am Abend nach dem Westcn fortgesetzt. Die ungewöhnliche liifce 0 Verursacht eine Stockung in den Pittsburger Eisenwerken, Tic Pan-Amcrikanischc Ansstellnng ir Buffalo. Tcr Kampf gegen das Sonntags'Of' feilhalten noch nicht aufgegeben. Trci Neger bei clma,Ala., erschossen Fcucr in Loudonvillc, Ohio. Der 5tand der Nationalschuld. Des Präsidenten Reise. New Orleans, La., 3. Mai Der in New Orleans verlebte Tac wird dem Präsidenten und seinen Be' gleitern in dauernder Erinnerung blei den. In keiner anderen Stadt bei Landes kommt das Alt-Romantischi mit dem Praktisch - Modernen in st enge und unvermittelte Berührung wi, in New Orleans, und die Fahrt bei Besucher durch die alten spanischen unt französischen Quartiere muthete diese! den wie die Reise in ein fremdes Lan! und ein früheres Zeitalter an. Das Wetter war herrlich und die ge sammte Bevölkerung der Stadt roai auf den Beinen. Bei seinem Besuche der Southern Universität wurde de Präsident von den 1000 farbigen Stu denten enthusiastisch begrüßt und hiel eine kurze Ansprache an dieselben. Von dort begab sich die Reisegesell schaft nach dem Jackson Square im al ten französischen Quartier, wo ein, vieltausendköpfige Menge des Präsiden ten harrte. Vor dem verankerten Ca hildo" waren in Reih und Glied di! jungen Kadetten des Jesuiten Collegi aufgestellt und auf der Treppe am Ein gange des Gebäudes waren die Con tinental Guards postirt. eine lokale mi litärische Organisation, in der kleidsam men Uniform der ehemaligen kontinen talcn Truppen. Sobald der Präsiden seine Equipage verließ, feuerte di, Louisiana Artillerie einen nationaler Salut von 21 Schüssen ab und dei Präsident und seine Begleiter stieger die Treppen des Gebäudes empor zt dem in Scharlach ausgeschlagenen Au dienzzimmer, wo ein Empfang statte fand, bei welchem Herr Alcee Fortier el hochangesehener Kreole und Präsi dent der Historischen Gesellschaft vor Lcuifiana, auf die historische Bergan genheit der Stadt und ihre Zutuns' hinwies. Seine Rede wurde von alle7 Anwesenden mit ungeteiltem Beifal aufgenommen. Der Präsident antwortete mit weni gen Worten, daß es ihm zur Genüge thuung gereiche, jetzt an der Stelle zr sieben, wo vor nahezu 100 Jahrer Lcuisiana an die Ver. Staaten abge treten wurde, eine Thatsache, weich, die Karte der Welt geändert und mi? dazu beigetragen habe, unsere Nation zur stärksten und freiesten auf der W zu machen. Nach seiner Erwiderung trat dei Präsident auf den Balkon des Gebäu des, um sich der dort harrenden Meng zu zeigen. Für die stürmischen Zurufi dankte er durch eine Verbeugung unt dankte dann mit lauter Stimme dem Volke für den ihm bereiteten enthustastischen Empfang. Nach einer Fahrt auf dem Mississippi setzten um 6 Uhr Abends der Präsident und seine Begleiter die Reise nach dem Westen fort. Ungewöhnliche Hitze. St. Paul, Minn., 3. Mai. De: heutige Tag war der heißeste Maitao in dreißig Jahren. Das Regierungsthermometer, hoch über dem Niveau dei Straßen angebracht, stand auf 9( Grad im Schatten, während viele Pri-vat-Thermometer 92 Grad zeigten. , P i t t s b u r g, Pa., 3. März. Ir Folge der furchtbaren Hitze vom Mittwoch und Donnerstag ist der Betriek in einigen Fabriken thatsäch lich eingestellt worden v 'd in anderen ist die Zahl der Arbeiter stari reduzirt. Mehrere Arbeiter wurden von der Hitze überwältigt und ändert waren nahe daran, zusammenzubrechen. Die Nachfrage nach Eisen unt Stahl ist eine außerordentlich lebhaft: und Much Bars" sind rar. weil vielk der Arbeiter bei der Hitze von den Fabriken fernblieben.
Ein Streik angedroht. L o u i s v i l l e. Ky.. 3. Mai. Ein allgemeiner Streik der Bauhandwerker droht hier aufzubrechen, als Folge des Verlangens der Arbeiter, daß der Baugewerkschaftsrath von den Kontraktsren anerkannt werde. Mehr als 200 Männer haben am Donnerstag an verschiedenen Neubauten zu arbeiten aufgehört, und die Arbeiterführer erklaren. daß wenn die Kontraktocen sich nicht verpflichten, in Zukunft ausschließlich nur Unionisten zu beschäftigen. am Freitag Abend ein allgemeiner Streik sämmtlicher Bauhandwerker angeordnet werden würde. Jn'solchem Falle würden ungefähr 3000 Männer außer Beschäftigung kommen. Kardinal Martinelli legt den Amtseid ab. W a s h i n g t o n. D. C.. 3. Mai. Kardinal Martinelli legte am Donnerstag in der hiesigen päpstlichen Gesandtschaft vor dem Mgr. Conity von der katholischen Universität und in Gegenwart des päpstlichenAblegaten.Mgr. Äarchetti. seinen Amtseid ab. In dem Eid verpflichtet sich der Kardinal unter Anderem, niemals sein Amt niederzuleaen; bei der Wahl eines neuen Papfies sich jeder Agitation zu Gunsten irgcnd eines Kandidaten zu enthalten, und immerdar für das Recht des Papstes. weltliche Macht auszuüben, einzustehen. Mysteriös. S e l m a. Ala.. 3. Mai. Drei Neger wurden am Donnerstag in der Nähe der Hütte, in welcher am Sonntag Abend der Hilfssheriff Edwards, ermordet wurde, todt aufgefunden. Sie waren alle Drei erschossen worden. Man glaubt, daß sie mit der Ermordung Edwards' in Verbindung gestanden haben. Die Neger in der ganzen Geacnd sind von Furcht gepackt und flüchten sich in die Stadt. Es ist nicht beksnnt. wer die Schwarzen erschossen bat. H. G. Grant wiederverhaftet. B u f f a l o. N. Y.. 3. Mai. H. G. Grant. der im März gemeinschartlich Prentiß Tiller in Hastings. Neb., auf die Anklage hin verhafte: wurde, in Cincinnati und anderen Städten Briefkästen beraubt zu haben, auf dem Transport nach Cincinnati aber in Chicago den Beamten entsprang, ist hier wieder verhaftet worden. Der Rücktransport der Freiwilligen. W a s h i n g t o n. D. C.. 3. Mai. Nachrichten aus Manila zufolge werden die noch übr.igen auf den Philipp!nen befindlichen Freiwilligen-Regimen-ter mit den folgenden Transportdampfern und an den nachbenannten Daten nach den Ver. Staaten zurückgeschickt werden : Am 10. Mai: Hancock" mit dem 31.. Buford" mit dem 41. und Pennsylvania" mit dem 40. Regiment. Am 20. Mai:..Logan" und ..KilPatrick" mit dem 38.. und 44.; Indiana" mit dem 42. Regiment. Am 25. Mai : Grant" mit dem 48. und 49., Ohio" mit dem 47. R giment. Ulti Stand der Nationalschuld. Washington', D. C.. 3. Mai Dem monatlichen Ausweis des Schatzamts - Sekretärs über den Stand der Nationalschuld zufolge belief sich die Schuld beim Schluß der Geschäfte am 30. April 1901, abzüglich des im Schatzamt befindlichen Baarvorraths, auf $1,072,745,256, eine Abnahme während des Monats im Betrage von 54.397.653. Die Abnahme erklärt sich durch die Bondsankäufe für den Tilgungsfonds. Die Schuld vertheilt sich wie folgt : Verzinsliche Schuld 5995.350.30 Schuld, auf welche die Zinszahlungen aufgehört haben. $1,557,840 ; unser, zinsliche Schuld $382,332,244 ; zu stimmen $1,379.239.454. Hierin sin) jedoch nicht eingeschlossen $770.42.98! in Zertifikaten und Schatzamts-Noten denen ein gleicher Baarbetrag in Schatzamt gegenübersteht. Der im Schatzamt befindliche Baar vorrath besteht aus : Reservefond; $150.000.000 ; Trustfonds $770.842, 989 ; General - Fonds $140.99,971 in Nationalbank-Depositorien und zui Verfügung der Verwaltungs-Beamtei $98.322,828. Zusammen $1.160.085. 789. Dieser Sume stehen gegenüber Verbindlichkeiten im Betrage voi $853.591.580, verbleibt somit baar in Schatzamt $306,494.208. F eu e r . L o u d o n v i l l e , O.. 3. Mai. -Eine Feuersbrunst, die am Abend il einem Heustall in hiesiger Stadt aus brach, richtete für $75,000 Schaden an ehe die Flammen aelösckt werden konn
len. 'er Berlust ist thcilweise durck Versicherung gedeckt. Von Woostei und Vansfield kam je eine Dampf, spritze an und mit deren Hilfe gelanc es schließlich, dem Feuer Einhalt zu ge. bietn. Die zerstörten Gebäude sind Orra Beards Leihstall. Wilson Mor. ris' Musikgeschäft, die Advocate"-Of fice. das American Hotel. I Rollins Juwelier-Geschäft. S. H. Stockmonj Apotheke; A. Tenscherts Schneiderla. den. F. P. Youngs Eisenwaarenladen S. H. Evans Candy Loden. A. B. Leo: pold's Ofengeschäft. K. of P.-Gebäude McLaughlin & Co. Eisenhandlung. B e l l e f o n t a i n e. O.. 3. Mai.W. S. Southard's Leihstall in hiesige' Stadt ist am Donnerstag durch Feue. zerstört worden. Zwanzig Pferde tamen in den Flammen um und alle Ku: schen und sonstigen Fuhrwerke ver brannten. Es gelang nur fünf Pferd' zu retten. Des Gattenmordes ange klagt. Detroit. Mich.. 3. Mai. Frai Josephine White ist in Brantford. il diesem Staat, von einer Coroner; Jury der Ermordung ihres Gatten an geklagt worden. Die Frau soll ihrer Mann am 14. April mit Strychni: vergiftet haben. Die Tragödie in St. Paul St. Paul. Minn.. 3. Mai. Di Leiche eines der Rosenfeld-Kinde wurde am Donnerstag bei Ft. Snellinc aus dem Mississippi gezogen. Diei scheint die Annahme der Polizei zu be stätigen, daß Wm. Rosenfeld vor eine Woche seine vier Kinder in den Flus warf und ihnen dann nachsprang. Der Vater, der von seiner Frau ge trennt lebte, hatte die Kinder, die sick unter der Obhut ihrer Mutter in Min neapolis befanden, zu einer Spazier fahrt abgeholt, ihnen, wie es scheint die Hände zusammengebunder und sie dann in den Fluß geworfen worauf er auch seinem Leben ein End' machte. Das Fuhrwerk war in dr Nähe des Flusses gefunden worder und dies ließ zuerst vermuthen, was geschehen war. Aus derAusstellungsstadt. Buffalo. N. Y.. 3. Mai. Ali der Direktorenrath der Pan-Amerika nischen Ausstellung nach wochenlange! Diskussion endlich zu dem Entschluß gelangte, die Ausstellung an Sonntagen von 1 Uhr Nachmittags bis 11 Uhr Abends aufzuhalten, die Midway abe, für 24 Stunden zu schließen, glaubt man allgemein, daß damit diese Frag erledigt sei. Das Kommittee der Geistlichen indessen, wie auch Andere, welche seine: Zeit der Eröffnung der Ausstellung an Sonntagen so bittere Opposition machten. wollen sich mit dieser Thatsachk noch nicht zufrieden geben und habe? ein Sub-Kommittee ernannt, um zu untersuchen, ob man die Schließuns der Ausstellung an Sonntagen nicht durch gerichtliche Schritte erzwingen könne. Andererseits sind aber auch die Konzessionäre der Midway mit dem Beschluß des Direktorenraths nicht einverstanden. Sie berufen sich aus ihre Kontrakte, welche ihnen das Recht geben, ihre Schaustellungen an allen Tagen offen zu halten, an welchen die Thore der Ausstellung geöffnet sind. Die Midway-Leute haben beschlossen, gemeinsam gegen die Direktoren der Ausstellung vorzugehen und sie zu zwingen, ihre Kontrakte einzuhalten. Eine Anzahl Staats - Kommissäre aus dem Westen trafen am Donnerstag hier ein, um die Vollendung ihrer respektiven Staatsgebäude zu beschleunigen. Die meisten der Letzteren befinden sich noch in unfertigem Zustande. IM - Telegraphische Notizen.
' 3. Mai. Das Hochschulgebäude in Osh kosh, Wis., ein vierstöckiges Backsteingcbäude, ist am Donnerstag ganz durch Feuer zerstört worden. Der Verlust beläuft sich auf $70.000 und die Versicherung auf $16,000. Ein Sitz in der New Yorker Aktienbörse wurde am Donnerstag fü: $70.000 verkauft. Der höchste bisher bezahlte Preis betrug $66.000. Phyllis Rankin, eine Tochter dez amerikanischen Schauspielers McKtt Ronkin, und Harry Davenport, ein Bruder der verstorbenen Schauspielerin Fanny Davenport. haben sich in London, England, verheirathet. Die Merchants Distillery .n Terre Haute, Ind.. wurde am Freitao zum Betrage von $20,000 durch Feue, beschädigt. Die Legislatur von Illinois hat eine Resolution, derzufolae ein Konvent zur Revision der Verfassung von IIlinois einberufen werden sollte, mit 75 gegen 50 Stimmen verworfen.
i
i
