Indiana Tribüne, Volume 24, Number 224, Indianapolis, Marion County, 1 May 1901 — Page 1
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6sesesG9Sssssi "SSÄi ü ctstff ' ind j Tage- und ösnntgsblstt j lOv: orijc. Sonntagsblatt lOojicr Woche. LSSGASS ffvfäjHnt joden Jta4rmma0 ud Sonntag Morgens. Jahrgang 24. Indianapolis, Ind.. Mittwsch, den 1. Mai 1901. ,. 224
Jiarfjricljlfii oll ftnipfippiiin. Tie Generäle Tinio und Alejandrino
Die jetzt noch prominentesten Füh' rer der Filipinos, haben sich ergeben. Ebenso Paldomero und Pedro Ayuinaldo. DieJnsurrektion so gut wie zuEnde Nihilisten Verschwörung in Russisch' Polen entdeckt. im Persouen allein am Dienstag verhaftet. 200 davon nach Warschau in die Ctt delle gebracht. Traf Tolstoi's Antwort auf seine Erkommunikation. 5 verschiedenes aus dem dent'chseich Gute Nachrichten von den Philippinen. Manila. 31. April. General linio, der Führer der Filipinos in der Provinz Abra. hat sich dem Kapt. Freoeric V. Krug vom 20. Jnfanterie-Re-Piment in sinait ergeben. Auch die 'Nachricht, daß sich General Aleiandrino rzeben hat. hat sich bestätigt. Diese 'eiren Offiziere waren die bedeutend?:n, und in der That die einzigen wirk.ick bedeutenden Generäle der Filipikos, die noch im Felde standen, und -jandrino wurde vielfach als der -. ogliche Nachfolger Aguinaldos ange;:n. Zaldonro und Pedro Aguinaldo. -wandte des Generals Emilio Agui'vo. sowie fünf andere Insurgentenrer haben sich ebenfalls am Dienstag 'ben. idre Aglipay. der erkommunizirte . ino-Priester. der den heiligen ,. .'g geqen die Ver. Staaten gepredigt : .D auckviele sonst friedliche Leute ver- : :.yt hatte, die Waffen gegen die :. Staaten aufzunehmen, hat sich -falls ergeben und fünfzehn Fili- ' ? Offiziere haben sich dem Oberst ..''ldwin vom 4. Jnfanterie-Regiment n Caoite Viejo ergeben. Kapt. John P. McDonald griff mit '1 Mann vom 3. Kavallerie-Regiment kürzlich in den Bergen der Provinz 'lbra 100 Insurgenten an. von denen i0 mit Gewehren und 40 mit Bolos bevaffnet waren. Die Insurgenten wuren vertrieben. Kapt. McDonald erhielt aber einen Schuß in die Lunge lnd ein Gemeiner wurde getödtet. Aguinaldo ist in einem Mando-Du-:ot Mordprozeß, der jetzt in Tay-Tay. in der Provinz Morong. verhandelt vird. als Zeuge für die Vertheidigung .wrgeladen morden, es wurde aber von ?enBehörden entschieden, daß er nicht lls Zeuge auftreten könne. Die letzten Kämpfe in China. Berlin. 1. Mai. Aus China 'ingetrofsenen Nachrichten zufolge zieht stch jetzt das Hauptcorps der deutschen Expedition nach den Positionen, die die Truppen früher inne hatten, zurück. 5ine Truppenabtheilung hält aber noch ?en Paß an der großen Mauer besetzt. Daß die Franzosen nicht an der Schlacht theilgenommen, war nicht eine Zolge von besonderen, aus Paris eingetroffenen Befehlen, sondern lediglich )tm Umstand zuzuschreiben, daß die französischen Truppen nicht zeitig ge.tua an Ort und Stelle eintrafen. Weitere Expeditionen sind nich: in Aussicht genommen und es werden solche nur ausgeschickt werden, wenn das Üerhalten der Chinesen dies nöldiz machen sollte. In hiesigen offiziellen Kreisen ist .nan der Ansicht, daß General Liu aus -iqener Initiative gehandelt hat, oder vielleicht auf den Rath irgend eines fremdenseindlichen Mandarinen hin. Man glaubt nicht, daß die chinesische Regierung dem General Liu Befehl gegeben hat. den Deutschen Widerstand z leisten, denn dies würde entschieden gegen die Interessen der Zieaiecung sein. Berlin. 31. April. Offiziellen Depeschen aus Peking zufolge ist der Generalmajor von Guyl zum Stabschef des Feldmarschalls von Waldersee ernannt worden, als Nachfolger deGenerals Schwartzkopf. der bei dem Brand des Winterpalastes in Peking ums Leben kam. Graf Tolstoi's Antwort. Paris. 31. April. ..Le Temps" veröffentlicht eine zwei Spalten lange Antwort des (Braken Tolstoi ans die Über ibn verhängte örkommunilatio. '
Xa Scyrimtuct )t Moskau, den 13. April, datirt. Graf Tolstoi erklärt, daß er in Folge der Exkommunikation von unwissenden Leuten Briefe erhalten habe, in denen ihm mit dem Tode gedroht wurde. Er charakterisirt das Dekret für ungesetzlieb, absichtlich zweideutig, willkürlich, ungerechtfertigt und voller Unwahrheiten. Auch sei es eine Aufreizung der Gemüther und eine Aufforderung zur o aeoung verbrecherischer Handlungen Gcaf Tolstoi verdammt dann die Handlungen der Kirche, und er fügt hinzu, er sei überzeugt davon, daß die Lehrer der Kirche, die theoretisch zum Zesten sein sollten, thatsächlich schädlich und in der Praxis eine Lüge seien, und oaß sie eine Zusammensetzung von gemeinem Aberglauben und Hexenglauden sei. unter dem die christliche Lehre zänzlich verschwinde. Feuer in San Juan. San Juan. Porto Rico, 30. Sprit Der neue Pier am hiesigen Hafen, dessen Herstellung $150.000 gelostet hat. gerieth am Dienstag Nachmittag in Brand und wurde in einer halben Stunde ganz zerstört. Eine große Quantität Zucker und Rum ging bei dem Brande zu Grunde. Der Werth Der zerstörten Waaren ist vorläufig nicht bekannt. Das Feuer war eine Viertelstunde, nachdem der Dampfer ,Ponce" nach New York abgefahren war, ausgebrochen. Aus dem Deutschen Reich. B e r l i n . 31. April. Elf Berliner Zeitungen haben einen Artikel der .Hamburger Nachrichten" abgedruckt, in dem es heißt, daß Baron von Lucauus. der Chef oes Civil-Kabinets des Kaisers, gegen den Reichskanzler Graf ?on Bülow intriguire. weil der Letztere ven Kaiser gegen LucanuZ beeinflusse. In dem Artikel heißt es auch, daß .'ine Reorganisation des Kabinets wahrscheinlich sei, und der preußische Finanzminister von Miguel, der Minister des Innern, Baron von Rheinbaben; der Ackerbau-Minister. Baron von Hammerstein-Lorten. und der Hanoels. Minister. Herr Brefeld, nicht wieder ernannt werden würden. Nihilisten - Verschwörung. B e r l i n , 31. April. Der LokalAnzeiger" veröffentlicht eine Depesche aus Breslau folgenden Inhalts: Eine weitverzweigte nihilistische Verschwörung ist in Russisch-Polen entdeckt worden. Am Dienstag sind allein 600 Verhaftungen vorgenommen worden und 200 der Verhafteten sind mit einem Extrazug nach Warschau gebracht worden, wo sie jetzt in der Ciiadelle eingesperrt sind. In die Städte Sosnovice. Sielse und Dombrowa sind je zwei Kompagnien Kosackcn gelegt worden. Durch oas Auffinden geheimer Korrespondenzen in Sielse kamen die Behörden hinter die Verschwörung." Paris. 30. April. Eine Depesche an den ..Soir" berichtet, daß die Verschwörung in Warschau entdeckt wurde und daß eine Verzweigung der V?rschwörung in allen polnischen Vereinen und besonders unter den Arbeitern bestehe. Unter den seit gestern Abend verhafteten 600 Verschwörern befinden sich mehrere hochstehende Personen. In den drei von den Kosaken besetzten Städten ist das Standrecht proklamirt worden. Hitziges Rencontre. Algier. 1. Mai. Herr Max Regis. der antisemitische Mayor von Algier, hatte mit dem Herausgeber der Zeitung ..La Revanche du Peuple", welcher von mehreren Freunden begleitet war, ein hitziges Rencontre in ein'm Caf der Stadt, weil Letzterer sch durch Gerüchte, die Herr Regis übe? ihn in Umlauf gesetzt hatte, beleioiat glaubte. Das Mobiliar des Cafs nurde umgeworfen und Messe'- und Pistolen gebraucht. Herr Regi3 erhielt eine Kugel in den Kopf und sein Bruter und zwei Freunde wurden ebenfalls mit Revolverkugeln verwundet, doch keiner lebensgefährlich. Einer derKombattanten erhielt zwei Messerstiche und liegt im Sterben. Verschiedene Personen, die sich im Caf6 befanden, wurden ebenfalls verletzt. Der Verkauf der L:yland Dampfer-Linie. London. 1. Mai. Der Dicekn der Leyland L.nie, Herr Ellerman, hat ein Cirkular erlassen, in dem die Aktionäre benachrichtigt werden, daß er ein provisorisches Uebereintommen mit Herrn I. Pierpont Morgan aetrofren habe, unter dem er seine sämmtlien Stammaktien der Dampfer - Linie, 71,000 Aktien, zu 14.10 per Aktie von 10 an Herrn Morgan verkauft, und daß I. Pierpont Morgan sich veipflichtet, vor dem 26. Mai alle übrigen Aktien, die ihm offerirt werden sollten, zu demselben Preis und unter tat)eij ben Bedingungen zu übernehmen. Die meistt-n der Aktien-Jnhaber haben sich bereit erklärt, das Anerbieten
anzuneymen. uno oie Folge wird zem, daß das amerikanische Syndikat, a'l dessen Spitze Herr Morgan steht, thatsächlich die sämmtlichen Aktien der Korporation für mehr als 51.750.000 ankaufen wird. Herr Ellerman verpflichtet sich auf die Dauer von 14 Jahren, weder dir: noch indirekt sich an einem Nvrdatlantischen Dampferunternehmen zu betheiligcn, weder mit dem Ver. Königreich noch mit dem Kontinent, ausgenommen zwischen Antwerpen und Montreal, unter der Bedingung, daß die Käufer ihm die Mittelmeer. Portugal und Montreal Dampfer-Linien verkaufen, und zwar zu einem in dem Kontrakt festgesetzten Preis. Herr Ellerman behält indessen seine Prioritäts-Aktien in Betrage von mehr als 180.000 und auch die anderen Direktoren behalten die ihrigen im Betrage von ungefähr 120.000. Eine Versammlung der Aktionäre ist fluf den 7. Mai einberufen worden. Kein Kohlengräbe r-S t r e i k. L e n s . Frankreich. 1. Mai. Die National Union der Kohlengräber hat ein Manifest erlassen, in dem erklärt wird. daß. da 120.0C0 Bergleute von den 165.000 sich der Abstimmung cnthielten, als eine Entscheidung darüber verlangt wurde, ob ein allgemeiner Streik aus Sympathie mit den Streikern in Montieau Les Mines erklärt werden sollte, die Nationale Union die schwere Verantwortlichkeit für einen solch allgemeinen Streik nicht auf sich nchmen könne. Der Noth st and in L e m b e r g. Lemberg. Galizien. 1. Mai. Der Gouverneur und der Bürgermeister von Lemberg haben den Arbeitslosen versprochen, daß binnen Kurzem Notharbeiten in Angriff genommen würden, um wenigstens einem Theil der Nothleidenden Beschäftigung zu geben. Während des Tages wurde Brod unter die Arbeitslosen vertheilt. i e Cudahy- Räuber wol len unterhandeln. Omaha. Neb.. 1. Mai. Herr Edward A. Cudahy hzt ein Schreiben ron einem Agenten der Männer, die seinen Sohn entführt uns ein Lösegeld von $25.000 erpreßt hatten, erhalten, in dem die Rückerstattung von $21.000 angeboten wird unter der Bedingung, daß Herr Cudahy die für die Verhaftung der Räuber ausgesetzte Belohnung von $25.000 zurückzieht und auf jede weitere Verfolgung verzichtet. Der Brief wurde in Elgin. Jlls., auf die Post gegeben und Herr Cudahy ist überzeugt, daß er ernst gemeint ist. Ein ähnliches Anerbieten war dem Bruder des Herrn Cudahy in Chicago vor zehn Tagen gemacht worden und es scheint, daß die Räuber sich nicht mehr sicher fühlen und jeden Augenblick gewältigen, verhaftet zu werden. Herr Cudahy weigert sich indeß, das Anerbieten in Erwägung zu ziehen und er ist fest entschlossen nicht zu ruhen, bis die Schurken, die seinen Sohn entführt und ihm so viel Herzeleid verursacht haben, zur Rechenschaft gezogen sind. Er erklärt, dies schon aus dem Grunde thun zu müssen, um vielleicht Anderen, die etwa geneigt sein sollten, das Beispiel PatCrowe's nachzuahmen, die Lust dazu zu verleiden. War seiner Jugendliebe treu geblieben, C h a m pa i g n e . Jll.. 30. April. John W. Schultz. ein 55 Jahre alter Mann, wurde am Montag in seiner Wohnung in hiesiger Stadt todt aufgefunden. In seinem Testament, das am Dienstag geöffnet wurde, hinterließ Schultz sein Vermögen von $10.000. wovon $5000 baar im Hause gefunden wurden, seiner einstigen Geliebten in Deutschland. Schultz war als junger' Mann nach den Ver. Staaten ausgewandert, weil seine Elt:rn nicht zugeben wollten, daß er das in Frage stehende Mädchen Heirathe Zwei Personen mit einer Kugel getroffen. Chattanooga. Tenn.. 30. April. William Ramsey. ein verkrüppelter Kesselflicker, hat am Montag seinen Schwager, den Gemüsegärtner Madison F. Amos erschossen, weil dieser sich geweigert, mit ihm zu trinken. Ramsey war betrunken und tödtete den Mann mit einem alten Enfield-Gewehr. Die Kugel durchdrang den Körper Amos' und traf auch noch ein kleines Kind, das Frau Amos auf dem Arme trug. Das Kind ist tödtlich verletzt.
Neue Oelquelle. E v a n st o n , Wyoming. 30. April. In dem neuen Tunnel bei Aspen, in diesemStaat. an der Union Pacific Ei senbahn, ist eine höchst ergiebige ei quelle angebohrt worden. Es herrs.tt;: deshalb die größte Aufregung in der Gegend. Schon vor sechs Wochen wuß de in der Nähe beim Bohren für einen artesischen Brunnen eine Oelquelle gefunden. Es herrscht jetzt die gröM Aktivität in den neu entdeckten Oelfeldern bei Hollow. Aspen und Piedmont.
Die Mfc Des Möenlm.
, Wm. McKinley in Memphis, Tenn., angckommen Wo ihm ein enthusiaftischer Empjaug zu Theil vmde. Scusatioueller Kaubmord. Der 70 Jahre alte Dr. Gertrell und sein Sohn des Mordes . geständig. Der alte Mörder ftühcr ein Mitglied der Legislatur von Texas. ' Die Cudahy Ränder der Verfolgung müde. Sie erbieten sich, 821,000 zurückzugeben, Wenn die Verfolgung eingekeilt und die $25,000 Belohnung zurückgezogen wird. Callahan soll wegen Meineids prozessirt werden. DerPräsident auf Reisen Memphis. Tenn.. 1. Mai. Die Reisegesellschaft des Präsidenten traf am Dienstag Nachmittag um 4 Uhr30 Minuten her ein und wurde hier der erste längere Aufenthalt gemacht, seitdem der Präsident Washington verlassen hatte. Während des Vormittags rief der Präsident seine Sekretäre in dem Observationswaggon zusammen und dort wurde bei verschlossenen Thüren die erste KabinetsSitzung auf Rädern abgehalten. Aus Washington war nichts Besonderes eingelaufen, welches sofortiger Erledigung bedurft hätte, über die auswärtigen Depeschen in den Zeitungenfand indessen eine längere Diskussion statt. In Memvbis wurden der Präsident u'io seim Begleiter in großtiger Weise empfangen. Sobald sich der Zug der Stadt näherte, ertönte von den Hügeln ein National-Salut von 21 Kanonenschüssen und am Bahnhof nahmen die stadtischen BeHorden. Gouverneur McMillin und Andere den Präsidenten in Empfang. Eine Mili-tär-Parade, bei der eine Kompagnie grauer Veteranen der KonföderirtenArmee in ihren alten Uniformen die Ehren-Eskorte bildete, geleitete die Besucher durch die Hauptstraßen der Stadt und um das Zollhaus herum nach dem Courthaus Square. Die Stadt war großartig dekorirt und Banner waren über dis Straße ge--spannt mit Inschriften von: Herr Präsident, die Stadt gehört Ihnen", oder Dem Präsidenten der Nation", etc.. etc. Die Begeisterung der Bevölkerung steigerte sich zu einer förmlichen Ovation. als der Präsident, von Mayor Williams vorgestellt, auf die ihm dargebrachten großartigen Huldigungen eine Erwiderung machte. Ais er veim Styiufl seiner Rede auf das vorzügliche Verhalten der Tennessee'er Freiwilligen - Regimenter im spanischen und philippinischen Kriege hinwies, wurde er durch stürmischen Applaus mehrfach unterbrochen. Nach seiner Ansprache wurde de? Präsident und seine Begleiter nach dem XX. Century Club, einer Damen-Ver-einigung, gefahren, wo über 30 Damen in einer Rosenlaube um einen vergoldeten Sessel rangirt waren, auf dem der Präsident Platz nehmen sollte. Er lehnte jedoch die ihm zugedachte Ehre ab. ließ sich aber die Damen vorstellen, worauf den Damen der Reisegesellschaft als Gäste der Damen von Memphis zunächst ein Empfang und später einBankett im Peabody Hotel gegeben wurde. Zu gleicher Zeit dinirte der Präsident uno die Herren seiner Gesellschaft im oberen Stock des Hotels, wobei auch etwa 200 hervorragende Geschäftsleute der Stadt zugegen waren. Um 1 Uhr 30 Minuten Morgens setzte der Prasioent seine Reise nach New Orleans fort. Callahan noch nicht frei. Omaha. Neb.. 1. Mai. Es wird ein Versuch gemacht werden zu bewei-
sen. daß James CallarM, der am Sonntag von der Mitschuld an der Cudahy - Entführung freigesprochen wur-Di-, bei seinem Prozeh mehrere Meineide begangen habe. Der County - Anwalt Shields wird in den nächsten Tagen fcrmelle Anklage?hcbkn. Es handelt sich um die von Callahan unter Eid gemachten Aussagen, daß er vor der Er:führung des jungen Cudahy niemals in rcm Haus auf Melrose Hill gewesen sei. in dem der Entführte aesanaen -
halten wurde; daß er stch nicht in der
Gesellschaft Pat Crowe's befunden habe als das Pony gekauft wurde, und daß er Crowe nach dem 1. Dezember nicht mehr gesehen habe.k' Drahtlose Telegraphie. Washington. D. C.. 1. Mai. Von welchem Nutzen die drahtlose Telegraphie ist. wird durch ein Beispiel erläutert, welches vom General - Konsul Günther in Frankfurt a. M. soeben dcm Staatsdepartement berichtet wurde. Der Kapitän eines Kanal - Dampfers. welcher einen Apparat für drabtlose Telegraphie an Bord hatte, erhielt von dem französischen Feuerschiff, welches 25 Meilen von Dunkirk verankert ist, die Botschaft, daß das Feuer wegen eines Fehlers der Laterne nicht eher wieder angesteckt werden könne, bis Hilfe vom Lande käme. Der Kapitän des Dampfers sandte eine zweite drahtlose Botschaft sofort nach La Panne an der belgischen Küste, wo dieselbe mit rem regulären Telegraph nach Dunkirk weiter befördert wurde. Von dort wurde alsbald ein Boot nach dem Feuerjchiff gefandt und die nöthige Repara tur vorgenommen. Mord. Fairmount. Ind.. 1. Mai. Wm. Stebbs. 23 Jahre alt. wurde am Dienstag Abend auf dem Fairplatz bei hiesiger Stadt von Fred Miller. 20 Jahre alt, erschossen. Ein alter Streit lag dem Verbrechen zu Grunde. Beide Männer waren Glasbläser. Am Abend trafen sie sich auf der Straße, wo dr Zanf erneuert wurde. Sie begaben sich nach dem Fairplatz, um einander mit den Fäusten zu beweisen werRecht habe. Miller substituirte aber einen Revolver für die Faust. Miller wurde in JoneZbcro verhaftet und nach Marion ins Gefängniß gebracht. Sensationeller Raub- '' m o r d. Kansas City. Mo.. 1. Mai. Dr. I. Gartrell. 70 Jahre alt. hat eingestanden, am 19. März bei Nihart, Mo.. D. B. Donegan, einen Bergmann von Colerado. ermordet und beraubt zu haben. Die Leiche war erst am Montag zwischen Amoret und Nihart. Mo., im Mulberry Creek gefunden worden. W. P. Gartrell. der Sohn oes Do'tors, hatte vorher eingestanden, daß sein Vater den Mann ermordet und er ihm dann geholfen habe, die Leiche fortzuschaffen. Die beiden Männer waren am Moirtag Abend verhaftet worden, nachdem sie von einem Pferdehändler, dem sie die beiden Pferde und den Wagen Donegan's zum Verkaufen gegeben hatten, den Erlös erlangt hatten. Als sie verhaftet wurden, stellten beide Männer in der energischsten Weise in Abrede, irgend etwas von dem Mord zu wissen. Der junge Gartrell wurde am Dienstag Morgen einem so scharfen und anhaltenden Kreuzverhör unterwarfen, daß er gänzlich in Verwirrung gerieth und schließlich Alles eingestand. Er sagte, daß sein Vater am 19. März in dem gemeinschaftlichen Lager bei Nihart den Donegan von hinten mit einer Axt getödtet habe. Er selbst habe dann seinem Vater geholfen, die Leiche Donegans in den Wagen zu heben und, nachdem sie 20 Meilen weiter gefahren, sie in den Bach zu werfen. Später hätten sie die Pferde und den Wagen Donegans einem Pferdehändler in Kansas City zum Verkauf übergeben, und sie seien am Montag gekommen, um das Geld zu holen. Als dem alten Gartrell. mitgetheilt wurde, daß sein Sohn Alles eingestanden habe, legte auch er ein schriftliches Geständniß ab. Donegan hatte $80) im Besitz, als er ermordet wurde, und als der Pferdehänoler den ihm zum Verkauf übergedenen Wagen durchsuchte, fand er ein Kissen und eine Decke, die mit Blut befleckt waren, sowie Papiere, die Donegan gehörten. Dies allein hatte schon Verdacht erregt, als aber am Montag die Nachricht eintraf, daß die Leiche Donegans gefunden worden sei, die mit Hilfe von in den Taschen vorgefundenen Papierm identifizirt wurde, kam man sofort zu dem Schluß, daß die Männer, die den Wagen und die Pferde verkaufen wollten, auch die Mörder des Mannes seien. Dr. Gartrell ist ein freundlich ausSender alter Mann. Er kämpfte der Armee der Konföderirten unter Gen. Price und war bis vor Kurzem ein Insasse der konföderirten Soldatenheimath in Higginsville. Mo. Er hatte vorher Jahre ttlng in Missouri und Texas als Arzt praktizirt. W. P. Gartrell, sein Sohn, behauptet, 25 Jahre alt zu sein; er sieht aber viel älter aus. Es heißt, daß ein hiesiger Advokat, der vorher versucht hdtte, das Geld für die verkauften Pferde zu kollektiien. als Mitschuldiger verhaftet werden soll. Dr. Gertrell soll Anfangs der achziger Jahre zwei Termine in der Legis latur von Texas gedient babe?- kr
wurde rn Caüoway County, Mlssourt, geboren. Vor fünf Jahren betrieben die Gertrells, Vater und Sohn, in Emporia, Kas.. einen Pferdehandel. EinEinhaltsbefehl. .New York. 30. April. Richter Braun vom Ver. Staaten Kreisgericht hat am Dienstag einen Befehl erlassen, demzufolge Spencer. Trask & Co. verboten wird, die beabsichtigte Konsolidirung der Rio Grande und Western Eisenbahn von Utah und der Denver und Rio Grande Eisenbahn von Colorado zu bewerkstelligen. Auch wird der genannten Firma verboten, irgend einen Theil der Aktien der Konsolidirten Bahnqesellschaft zu verkaufen. eachrichlen vomGeneral Mac Arthur. W a s h i n g t o n. D. C.. 1. Mai. Zwei wichtige Kabeldepeschen sind während des Tages von General Mac Arthur aus Manila eingetroffen. Die Beamten des Departements sind der Ansicht, daß die in den Depeschen enthaltenen Nachrichten den fast gänzlichen Zusammenbruch der Insurrektion auf den Philippinen andeuten. Die Depeschen lauten wie folgt: General Tinio hat sich mit seinem Kommndo am Dienstag in Sinait ergeben. Er wird alle seine Mannschaften und Gewehre ausliefern sobald sie zusammengebracht werden können. Hierdurch wird das erste Departement. Nord Luzon. das viele Monate lang das schlimmste auf der ganzen Jnfe! war. vollständig pacifizirt." Die Obersten Cipriano Callao und Grigorio Katibac. die besten Offiziere Maloar's. haben sich am 28. April mit 23 Offizieren. 108 Mann und 86 Gercehren dem Oberst Jacob Klinc inLipa ergeben." Im Kriegsdepartement wird erklärt, daß es in Luzon jetzt nur noch einen Insurgenten - Führer gebe, den einzufangen man begierig ist. nämlich der Bluthund Cailles. Dieser Mann hat alle denkbaren Verbrechen begangen und man glaubt nicht, daß er den Amerikanern lebend in die Hände fallen wird. Selbstmord. Arkansas City. Kas..1. Mai. R. A. Maxey. seit sechs Jahren Schatzmeister von Arkansas City, hat sich am Dienstag in seiner Wohnung in hiesiger Stadt erschossen. Marey hinterließ ein Schreiben an die Bank, in der die Gelder der Stadt deponirt waren, und benachrichtigte die Beamten darin. daß er der Stadt $3646 schulde und nicht im Stande sei. das Geld aufzubringen. Zum Kardinal erhoben. W a s h i n g t o n. D. C.. 1. Mai. Kardinal Martinelli erhielt am Dienstag Abend aus den Händen eines Mitgliedes der Palastgarde des Papstes Leo. XIII.. Graf Stanislaus Colacicchi. der gerade hier angekom--men ist, das päpstliche Schreiben, in dem ihm seine Erhebung zum Kardinal angekündigt wird, wie auch den rothen Hut, das Emblem seines hohen Ranges. Die Ceremonie, die sehr einfach war, fand um 6 Uhr Abend in oer Wohnung des Kardinals Martinelli statt. Graf Colacicchi trug volle Uniform, den glänzenden Helm auf dem Haupt und seine Gestalt von einem weißen, goldbestickten Mantel umgrben. Der Kardinal trug das weihe seidene Gewand eines Erzbischofs. Nach der Ceremonie fand ein elegantes Diner im Hause des Kardinals Martinelli statt. Keine Gnade sUr Ruthven C o l u m b u s. O.. 1. Mai. De, GouverneurNash hat sich geweigert, d Neger Edwin Ruthven zu begnadigen der wegen der Ermordung desPolizisteli Shipp zum Tode verurtheilt worden ist. Ruthven hatte versucht, die Schuld sin die Krmorduna des Dolizisten auf ei:
" nen anderen Mann zu schieben. De, Gouverneur unterluchte personlich den Fall und kam zu der Ueberzeugung, daß alle Angaben Ruthven's erlogen seien. Schiffsuachrichten. N e w I o r k, 30. April. Angekommen: Chriftiania". von Neapel; Groher Kurfürst", von Bremen; Cecto", von Liverpool. Glasgow, 30. April. Angek.: Astoria", von New York. Queenstown. 30. April. Ang.: Ultonia", von Boston nach Liverpool bestimmt; Oceanic". von New York nach Liverpool bestimmt. Liverpool, 30. April. Abgeg.: Pennsylvania, nach New York. Plymouth, 30. April. Abgeg.: Pennsvlvania". nach New York. Soutbampton. 30. April. Adgeg.: Vaderland", nach New York. In Kapstadt sind am Dienstag weitere sieben Personenan der Beulenpest erkrankt und fünf Europäer und zwei Schwarze sind daran gestorben.
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