Indiana Tribüne, Volume 24, Number 222, Indianapolis, Marion County, 29 April 1901 — Page 1

Jnoiana Tribüne 3SCsiS3S3 n Cage und o'intagsolatt Caac und onntagsblatt 10'pcr Woche. lOo Ha Woche. Grsrlxeint jeden Zlactxmittag imd Sonntag Morgen.

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Jahrgang 24.

pie deutschen Dersulie 0 Im Verhältniß zu denen der Chinesen waren sehr gering. Gcucra! Äettelcr's Bericht über die stattgefundeueu Äiimpse. Die Clzittescn hatten die Provinz nicht sreimilliiz nusyrgeven. General Chance von den Englän dern geehrt. Die Pazifizirung der Philippinen geht jetzt schneller vor sich. Stabsoffiziere des Insurgentcnsührers Calllcs in Gejaugcnschaft gerathen. Nach der Posfischen Zeitung sind die Bcr. Staaten in der Geschäftswelt tonangebend. Deutsche Quellen über die Schlacht. P e ki n g , 29. April. Die Meldungen bei Generals Ketteler, welche von Kuo Lu eingetroffen sind, stimmen mit denjenigen, welche bis jetzt über die deulsch-französische Expedition eingeträfsen sind, nicht ganz überein. Sie besagen, datz die Chinesen die Provinz nies;! eher aufgaben, als bis sie dazu gezwungen wurden. Die Brigade unter General Ketteler stieß am 23. April auf den Feind, der furchtbare Verluste erlitt. Wie groß dieselben waren, wird nicht angegeben. Die Deutschen verloren an Todten einen Offizier und drei Gemeine un"i hatten 28 Verwunoete. Die Franzrisen hatten berichtet, daß die Chinesen die Provinz am 19. April verlassen hätten. Sie müssen demnach zurückgekehrt sein. Li Hung Chang sagt, es sei nicht möglich, daß General Liu Kwang Ting seine Befehle so mißachtet habe und er .'rwartet mit Spannung die chinesischen Berichte. Li Hung Chang machte ge stern bei den Gesandtschaften Gegenbesuche und gratulirte dem Spezialkommissär Rockhill zu der Stellung, welche sie Ver. Staaten bezüglich der Indemnität eingenommen hätten. Die Gesandten sind indessen der Ansicht, daß Herrn Rockhill's Bemühungen in der Dichtung nicht von Erfolg gekrönt sein werden. Neun Chinesen werden Montag in dem amerikanischen Distrikt wegen Straßenraubes und sonstiger Verbrechen hingerichtet werden. Sie wurden unter den chinesischen Gesetzen prozessirt und sind die Ersten, zu deren Hinrichtung General Chaffee seine Zustimmung giebt. General Gaselee und seine StabsOffiziere gaben den amerikanischen Offizieren am Samstag Abend eine Abschieds-Unterhaltung. Alle Offi ziere, die nicht im Dienst waren, waren anwesend und es herrschte großer Enlhusiasmus. Nur die Generäle &vzlee und Chaffee hielten Ansprachen. Im deutschen Hauptquartier heißt :s, daß Ketteler's Brigade nach Pao Ting Fu zurückkehrt. Berlin, 29. April. Das deutsche Kriegsamt hat vom Grafen Waldrsee oie folgende Meldung erhalten : ..Drei Gefechte fanden am 23. April an der großen Mauer statt und am 24. April :in weiteres. Vier Kolonnen unter General Ketteler standen den chinesiscre7. Truppen unter General Liu gegenüber. Diese wurden überall zurückgeschlagen und nach hartnäckigem Kampfe hinter die Mauer zurückgetrieben. Der Feind wurde bis nach Ku-Kuan verfolgt. Unsere Verluste waren vier Offiziere vermundet, drei Mann getödtet und 32 verwundet. Die französischen Truppen waren nicht im Gefecht. Oberst Ledebur kommandirte den rechten Flüg. dann kamen die Kolonnen des Oberst Hoffmeister, des Oberst Wallmerich und des Majors Hühlenfels. Ledebur erreichte die Mauer am 24. April nach einem kleinen Gefecht beie Hai Shan Kwan. Hoffmeister schlug den Feind am 23. April. Am selben Tage stbfc Hühlenfels auf eine starke Abtheilung des Feindes, der eine den Paß beHerrschende Bastion besetzt batte. Der Feind kämpfte sehr hartnäckig in einer starken Pition. welche erst nach elfstündigem ampfe genommen wurde. Hühlenfe.s und Leutnant Reichert wurden leicht und Leutnant Drawells wurde schwer verwundet. Ein Fahnenträger und ein Soldat wurden getödtet. sechs Mann wurden schwer und zehn leicht verletzt." Wallmerich griff am 23. April eine bedeutend überlegene Macht in einer starken Stellung an und traf dann auf dem Schlachtfelde mit dem Bataillon des Maiors Mühlmann zusam

men. Dieser hatte den geschlagenen Feind eingeholt und die von du'em eingenommene Stellung wurde ebenfalls genommen. Der Feind hatte große Verluste. Elf alte und zwei neue Schnellfeuergeschütze wurden erbeutet. Auf unserer Seite wurde ein Mann getödtet und 11 wurden verwundet. Leutnant Dusterbera wurde durch den Arm geschossen. Der Feind ist überall auf der Flucht. General von Lessel hat mit den Franzosen unter General Billoud ein Abkommen getroffen, wonach die Franzosen Ku Kuan besetzt halten sollen, um seinen linken Flügel zu decken. Ketteler's Brigade marschirt langsam auf Pai Ting Fu zu und Hühlenfels' Bataillon den Bergen entlang nach Peking. P e k i n g . 29. April. Als der erste Zug von Peking nach Tien Tsin fuhr, entgleiste er auf einer Brücke zwischen Lo Fa und Jang Tsun. Elf Chinesen wurden getödtet und 40 Chinesen und 20 Amerikaner wurden verletzt. Cailles wieder entwischt. M a n i l a . 29. April. Kapt. Wilson Chase und ein Detachement des 21. Jnfanterie-Regiments überfielen am 26. April das Lager des Insurgentenführers General Cailles bei DugotDugot. neun Meilen nordöstlich von Cavinti in der Provinz Laguna. Cailles selbst entkam, aber sein GeneralAdjutant, fünf Stabsoffiziere und 14 Filipinos, sowie 12 Gewehre, viel Munition. Papiere und persönlicheEffekten des Generals fielen den Amerikanern in die Hände. Der Jnsurgenten-Ma-jor Velo wurde getödtet und auf Seite der Amerikaner fielen der Korporal McGill und der Gemeine Tipps von Kompagnie A. Cailles wird scharf verfolgt. Vor Kurzem hat Cailles eine Belohnung von $10,000 auf den Kopf des Kapt. Edward N. Jones. jr., vom 8. Jnfanterie-Regiment. ausgesetzt. Er ist ein sehr grausamer Mensch und einer der wenigen Rebellenführer, die sich nicht darum kümmern, ob sie einen ehrliehen oder hinterlistigen Kampf führen. Die Gesellschaft der Mando-Du-cats, die alle Diejenigen tödteten oder lebendig begruben, welche den Amerikanern den Treueid leistteten und das Unglück hatten, ihnen in die Hände zu fallen, operirte unter Cailles und mit dessen Einvernehmen. Sollte Cailles in Gefangenschaft gerathen, so wird er wahrscheinlich standrechtlich erschossen werden. In der Schwebe. P a r i s . 29. April. Sonntag wurde in allen Kohlendistrikten eine Abstimmung vorgenommen über die Frage, ob ein allgemeiner streik zur Unterstützung der streikenden Kohlengröber in Montceaux-les-Mincs begonnen werden soll oder nicht. Diese Abstimmung war von der französischen Vergleute-Föderation angeordnet worden. Das endgiltige Resultat wird nicht vor Montag Abend bekannt werden. Aus den bis jetzt eingelaufenen Nachrichten scheint hervorzugehen, daß ein Streik befürwortet wird, aber man glaubt, daß die noch ausstehenden Berichte sich gegen den Streik erklären werden. SeebunZsfang. S t. I o h n s . N. F.. 29. April. Der Seehundsfänger ..Kite". für dessen Sicherheit man gefürchtet hatte, ist Sonntag mit 10,000 Seehundsfcllen hier eingetroffen. Während der Dampfer zwischen Eisblöcken eingefroren

ivar. verlor er 1400 Felle. Zu Anfang der Saison fuhr der Dampfer durch ungeheure Mengen Seehunde, aber das Cris war zu gebrochen, um die Thiere jagen zu können. Das Eis. welches den einzigen, noch nicht zurückgekehrten Dampfer ..Virginia Lake" umaiebt. ist 20 Fuß dick. Die Ver. Staaten tonange b e n d. Berlin. 29. April. Seit Jahrrn war der Geldmarkt nicht so leicht als gerade jetzt. Die Distonto-Rate der Reichsbank war seit Juni 1890 nicht so niedrig und die Privatraten sind ungewöhnlich niedrig. Die Frankfurter Zeitung" sagt, es mache sich immer mehr bemerkbar, datz die Jnterefsirten ein baldiges Ende des großen Booms" erwarten. Die Vossische Zeitung" sagt, mit Bezug auf die Rolle, welche Wall Street letzte Woche spielte : Die Ver. Staaten sind heute in Ge-schästs-und Finanz - Angelegenheiten tonangebend. Der Magnet der Berliner Börse zeigte letzte Woche auf New Aork, aber Berlin hat kein rechtes Zutrauen zu dem amerikanischen Boom" und fürchtet einen baldigen Krach. Daher fnmmt die Reservirtheit." Deutschland produzirte im März 672.595 Tonnen Roheisen gegen 702.'. 550 Tonnen im März des Vorjahres ; die Zunahme, mit Februar verglich.'!-., war aber 48.387 Tonnen. Die Anleihe des Norddeutschen Lloyd wurde bedeu tend überzeichnet. Von btp Philippinen. . N u e v a Caceres. Luzon. 29. Ävril. Diele turbulente Geaend ist

Indianapolis, Ind.. Montao, den 29, April 1901.

zetzt nad-ezn vollständig pazifizirt. Die Philippinen-Kommission ist den Flu zwanzig Meilen weit hinaufgefahren und hat Provinzial-Regierungen für Nord- und Süd-Camarines eingesetzt. Die Kommissäre wurden it Bannern empfangen, auf denen die Worte : Es lebe die Kommission!" und Nieder mit den Mönchen!" geschrieben waren. Die Frage, ob ein Amerikaner oder ein Eingeborener Gouverneur sein sollte, wurde durch die Ernennung von Leutnant George Curry entschieden. Curry. welcher zum 11. Freiwilligen Ka-vallerie-Regiment gehört und einer von Roosevelt's Rauhen Reitern" war, wird das Amt provisorisch, bis eine Wahl abgehalten werden kann, beklerden. Major Henry MeCoy vom 44. Freiwilligen Infanterieregiment wurde zum Schatzmeister und Leutnant Elmer O. Worrick. von demselben Regiment, zum Supervisor ernannt. Die Bevölkerung des Distrikts beläuft sich auf 150,000 Seelen. Opfer der Kannibalen. Sydney, N. S. W., 29. April. Herr Mercke. ein deutsche? Millionär, und sein Privatsekretär, Herr Caro. welche in einer Dacht umherfuhren, würben von Eingeborenen auf der Höhe von Papua getödtet. Die Kannibalen oerzehrten Herrn Caro. Berlin. 29. April. Kaiser WilHelm hat Kapitän Passcher beauftragt, m : : einem Kreuzer abzugehen und den Tod des Herrn Mercke zu rächen. Zur Befreiung M u r a d ' i. Paris. 29. April. Die franzäsl'che Liga der Menschenrechte hat von txm liberal - ottomanischen Kommittee in Konstantinopel ein Schreiben erhaltcn. worin um Aufnahme der Propa ::.noa zur Befreiung des Ez-Sultanö Murad gebeten wird, welche" als geistig unfähig am 31. August 1376 abgeset turde. In dem Schreiben heißt es. daß der Sultan in Tschirogan Qualen erdulden mutz, gegen welche die Leiden des G;jongenen auf der Teufelsinsel nur leicht waren. Murad hat seit 25 Jahren kein ?.enschliches Antlitz, außer dem seines Wärters, mehr zu Gesicht bekommen, keine Zeitung und kein Buch zu lesen erhalten und "ist thatsächlich ein lebendig Begrabener. Senator Trarieur, der Präsident der Liga, welcher auch viel zur Befreiung ron Dreyfus gethan hat, hat dem Kommittee die Sympathie der Liga übermittelt und ein Avpell an die türkisäie Regierung in Aussicht gestellt. Aus Südafrika. Cronberg. 29. April. Proren im Kroonstadt-Distrikt sind wieder sehr aktiv. Kürzlich brachten sie zwei Züge zum Entgleisen und nahmen 23 Mann von der Prinz von Wales Light Horse gefangen. Sie nahmen ihnen ihre Pferde und ihre Ausrüstung ab und ließen sie dann laufen. Col.Plumers' Leute haben ein kleineLager mit 45 Mann, unter denen sich der 'staats-Jngenieur.Munnick befand, überfallen und die Boeren gefangen geno,nmen. D a s B e finden der Kaiserin Friedrich. Cronberg. 28. April. Pro fessor Renvers von Berlin besuchte am Sonntag die Kaiserin Friedrich und erklärte sich sehr zufrieden mit ihre Befinden. Rampolla's Resignation. R o m . 29. April. Jtalia" bezeichnet die von Patria" gebrachte Meldung. Karinal Mardrinao Ramvolla. der päpstliche Staatssekretär, habe resignirt. als unrichtig. Die B e u l e n p e st. K a p st a d t . 29. April. In den letzten 48 Stunden sind wieder 16 neue Fälle von Beulenpest amtlich gemeldet worden. Unter den Befallenen sind 3 Europäer. Seit Ausbruch der Seache sind 319 Fälle gemeldet worden, von denen 217 tödtlich verliefen. C a l c u t t a . 29. April. Die Beamten, welche mit der Bekämpfung der Beulenpest beauftragt sind, wurden am Sonntag von Eingeborenen angefallen. Mehrere Verhaftungen wurden rorgenommen. Gchiffsnachrichten. New York. 28. April. Anze?ommen. Potsdam" von Rotterdam undBoulogne. LaBretagne" von Hav re. Trojan Prince" von Livorno. Genua und Neapel, Patria" von Marseilles, Neapel und Gibraltar. B e a ch y H e a d . 28. April. Passirt: H. H. Meier" von Bremen, nach New York bestimmt. Lizard. 28. April. Passirt: Minneapolis" von New 7)ork, nach London bestimmt. S t. M i ch a e l s . Azoren. 28. Apr. Passirt: Werra" von Genua. Neapel undGibraltar. nachNewFork bestimmt.

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Scharfer Tadc! Tür die (Tfschiuornicu, welche Z. Calllchan in Olmchn frei sprachen. , Er sott einer der Räuber des jungen Cudahy sein Entsetzliches Unglück bei eine Feuer fit Houston, TeM. Eine ganze Familie findet ihre Tod in einem brennenden Hause. Bkchrere Bergleute kommen bei Latrobe, Pa , bei einem Feuer um. Ter durch das Hochwasscr angcrichtclk Schaden bedeutend. Callahan nichtschuld ig. Omaha. Neb.. 29. April. Dn Geschworenen gegen James Callahan welcher beschuldigt war. an dem Rau be des jungen Cudahy betheiligt gewesen zu sein, brachten einen auf nicht' schuldig lautenden Wahrspruch ein. Der Wahrspruch war eine großi Ueberraschung und Richter Baker gai. seinen Unwillen in derber Weise Ausdruck. Callahan wurde sofort wieder verhaftet und soll aus zwei andere Anklagen hin nochmals prozessirt werden Richter Baier sagte. Callahan selb hatte sich keine bessere Jury ausWähler können und wenn der Staat die zwoij Leute ausgewählt hätte, so konnte et keine Leute finden können, welche du Interessen des Staates weniger iir Auge hatten. Die Jury ist ent lassen." fuhr der Richte? fort, un: zwar ohne die Komplimmte des &t richts. Ich weih nicht, was Sie zu ei ner solchen Entscheidung geführt hat aber ich hoffe, daß Keiner von Jhner jemals wieder als Geschworener sitzcr, wird. Auch der Gefangene ist entlas sen und er wird wahrscheinlich auf sei ner Verirecherlaufbahn fortfahren, ir der Sie ihm keinen Einhalt gebietcr wollten." Polizeichef D-nahue will Herrn Cu dahy veranlassen, die Belohnung vor $5000 auf Ergreifung Pat. Crowe'zurückzuziehen. Er meint. Crowe kön ne dieselbe selbst beanspruchen, denn dik Beweise gegen ihn seien lange nicht sc schwer und direkt als die gegen Callahan. In seiner 18 Jahre langen Er fahrung habe er nie überzeugendere Ve weise gegen einen Verbrecher gehört ali die. welche gegen Callahan vorgebracht seien. Von allem, was ich erfahren habe," fuhr der Polizeichef fort. ,M: sirte die Stimmung der Jury auf dei Theorie, datz das Opfer des Verbrechens ein wohlhabender Mann ist, bet es sich leisten kann. $23.000 zu bezahlen. Zwei Geschworene sollen sich da hin ausgedrückt haben, daß kein Kin desraub vorlag und datz sie. von dieser Ansicht überzeugt, den Geschworenen!! leisteten. Ich bin nicht dafür, datz in einem solchen Falle eine Belohnung ausgesetzt wird. Wiederholt ist mir z Ohren gekommen, datz Leute glauben die Polizei wolle nur Jemand ui Zuchthaus senden, um die Belohnung zu bekommen." Bankkrach. W e st e r l y . R. I.. 29. April. Di hiesige Mechanics Savings Bank wirt Montag ihre Tbüren nicht öffnen Eine dahinlautenoe Notiz wurd Sonn.tag angeschlagen und unter den 20X Depositoren herrscht deshalb arotze Aufregung. Die Depositen belaufen sick auf etwa $1.000.000 und obwohl dik Sicherheiten einen Nennwerth von $1,100.000 haben, sollen dieselben kürzlick bedeutend im Werthe gefallen sein. Der Vater des Telegraphen todt. New Y o r k . 29. April. James Douglas Reid. im ganzen Lande als der Vater des Telegraphen" bekannt ist nach längerer Krankheit Sonntag in seiner hiesigen Wohnung gestorben Er war am 22. März 1819 in Edinburgh. Schottland, geboren uno kam im Jahre 1834 nach Amerika. El! Jahre später betheiligte er sich an dei Organisation der Atlantic & Ohio Telegraph Company, welche den Zwecl verfolgte. Philadelphia. Pittsburg, Buffalo. Detroit. Cincinnati, St Louis und New Orleans durch Telc-graphen-Linien zu verbinden. Er wur de mit Prof. S. F. B. Morse bekannt und es entspann sich eine intimk Freundschaft, welche dazu führte, da Reid der Superintendent der Magnetic Telegraph Company wurde, die ein, Linie zwischen New Aork und Wash ington gebaut hatte. Gleichzeitig bliec er aber mit der ersteren Gesellschaft ir Verbindung. Im Jahre 1850 trat et in die Dienste der Western Union Tc

recirapy Company, für die er bis 1885 thätig war. Dann wurde er zum Btt Staaten - Konsul in Dunfermlie SÄottland. ernannt und zwar durcr V'rmittelunq von Andrew Carnegie der als Knabe für Herrn Reid als Botenjumze irr Pittsburg arbeitete. Ei gab den Posten im Jahre 1897 auf Die Statue des Prof. Morse im Cen-tral-Park wurde hauptsächlich aus seine Veranlassung errichtet. Unwahre Gerüchte. Washington. D.C.. 29. April

Das Ackerbau-Departement hat übe? die in England verbreitete Nachricht eren-Emissärc hätten in den Staaren den von Engländern aufgckauften und für Süd-Afrika bestimmten Pferde die Druse und ändert Krankheiten eingeimpft, bis jetzt keim Information erhalten. Sekretär Wilson glaubt nicht daran, giebt aber zu datz Derartiges auf den Transportschiffen von den Pferdeknechten ausgeführt sein kann. Da die Engländer bisher von der Bundesregierung eiiu Inspektion der Pferde nicht verlang! habe, ist auch keine vorgenommen wor den. Unthat von Schwarzen. Connellsville. Pa.. 29. Apr. Samstag drang eine Bande von Negern in die Wohnung von Hiram Mc Millan bei Oliphant. verwundeten diesen drrch Knüppelhiebe und zwei Re volver kugeln schwer und schändeten seine Frau. Unter den Farbig? befanden sich auch zwei Frauenzimmer welcheSonntag verhaftet wurden, nach dem Samstag Abend schon ein Mann der im Verdacht steht, an dem Ueber fall betheiligt gewesen zu sein, eingefangen und nach dem Gefängnitz vor Fayette County gebracht worden war Sollten die übrigen Theilnehmer verhaftet werden, so dürfte .eine Massenlyncherei folgen. Die Nachbarn bei McMillan's verfolgen die Unholde. Blutiger Kampf um einer H un d . Birmingham. Ala.. 29. April Ein Hund gab Sonntag die Veranlassung zu einem blutigen Kampfe zwischen I. W. House und seinem Sohni Gas auf der einen und W. N. Johnsor und seinem 14 Jahre alten Sohne auj der anderen Seite. Die beiden Ersteren und Johnson, Jr.. wurden schwei verletzt. House, Sr., hatte einenHund der Johnson gehörte, erschossen unl wurde Zafür zweimal von Letzterem angeschossen. Gus House schotz darauj Johnson nieder und wurde von dem 14 Jahre alten Sohne des Letzteren durck einen Schutz niedergestreckt. Fünf Personen verbrannt. Houston, Texas, 29. April. Be, einem Feuer, das Sonntag Morgen drei Wohnhäuser und einen LeihstalZ zerstörte, kamen I. Copping. seine Frau und drei Kinder ums Leben. Ein Neger. der im Verdacht steht, da Feuer angelegt zu haben, weil er sich für feint Entlassung rächen wollte, ist verhaftet worden. Die Leichen wurden in den Ruinen gefunden. Das eine Kind war erst während des Feuers geboren. Herr und Frau Jcff. Jopper sprangen aus dem Fenster und wurden schwer perletzt. L a t r o b e . Pa.. 29. Apri. Es heitzt. datz bei dem Feuer, welches das 'Maschinen- und Kesselhaus der Dorothy Kohlen- und Coke-Anlage der American Steel & Wire Company in Asche legte, vier oder gar sechs Bergleuie ihr Leben verloren, doch fehlt dik Bestätigung des Gerüchts. Der materielle Verlust wird auf $150,000 ab geschätzt. Positiv weitz man, datz Superintendent Rodgers beinahe erstickt wäre, als er vom Feuer eingeschlossen Bergleute retten wollte, und Wm. Gill erlitt ebenfalls Brandwunden bej dem Versuche. Herrn Rodgers zu helfen. Ueber 30 Maulesel, die in der Mine waren, werden wahrscheinlich verbrannt sein. Durch das Feuer sind über 400 Bergleute arbeitslos geworden. Fond du Lac. Wis.. 29. April. Israel Raymond, der Nachtwächter in der Gurney'schen Eisschrank - Fabrik, welche durch Feuer zerstört wurde, verbrannte in dem Gebäude. Seine Leiche ist noch nicht gefunden worden. S y r a c u s e . N. Y.. 29. April. Von Sarnac Lake wird gemeldet: Dik Sägemühle von Branch und Callahan. im Zentrum der Stadt gelegen, wurde Sonntag5!achmittag eingeäschert. Auch vier Lagerhäuser und 500.000 Fuß Holz wurden ein Raub der Flammen. Außerdem wurden mehrere Wohnhäuser und Güterwaggons stark beschädigt, sodah sich der Gesammtverlust aus $150.000 beläuft. Obwohl das Feuer Abends ziemlich unter Kontrolle war. so ist die Gefahr doch noch nicht vorüber. Chattanooga, Tenn.. 29. Apr. Das Schlachthaus und andere Gebäude der Scholze Brvs. Packina. Company wurden durch Feuer zerstört. Dcr Schaden beträat $75.000.

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Prairiefcur. Hyannis, Neb.. 29. April. Die Prairiefeuer, welche in den letzten vier Tagen gebrannt haben, sind jetzt ziemlich alle unter Kontrolle. Nur in der Nöhe der Stadt Müllen wüthet noch eins in bedenklicher Weise. Elegantes Klubhaus. C l e v e : a n V , O., 29. 'pris. Der hiesige Union-Klub", der fich aus den reichsten und prominentesten 5euten der Stadt zusammensetz:, hat beschlössen, an .er Ecke von E'lid Aoe. und Muirison Stratze ein neues KlubHaus zn bauen, das $800.000 tosten, soll. Onkel Sam wünscht besser e Kohlen. W a sh i n g t o n . D. C.. 29. April. Major John M. Hyde. der Quartiermeister in Nagasaki, hat Befehl erhalten. alles Mögliche aufzubieten, um für die Transportschiffe, welche dort Kohlen nehmen, bessere Kohlen zu bekommen. Nur etwa sechs Monate des Jahres hindurch können die Dampfer m Manila von den Kohlenschiffen aus mit Kohlen versehen werden, die Whkß, ;en sechs Monate ist das entweder mit protzen Schwierigkeiten verbunden cder ganz unmöglich. Die japanischeu Sohlen kosten etwa $4 die Tonne, enthalten aber viel Schwefel, der durch die Röhren in die Kessel dringt und diese vielfach beschädigt. Auf der anderen Seite kosten australische Kohlen in Na gasaki $12 die Tonne, weil die Japaner einen hohen Zoll auf importirte Kohlen gelegt haben. Der Unterschied im Preise ist so groß, datz die Ersparnisse. welche mit der Benutzung japanischer Kohlen gemacht werden, die Kosten der Reparaturen der Kessel überwiegen. Erhängte sich. D a r l i n g t o n, Ind., 29. April. Dcr bekannte Eisenwaarenhändler Geo. Seybold wurde Sonntag Morgen erhängt in seinem Hause aufgefunden. Niemand weitz einen Grund für den Selbstmord anzugeben. Seybold war einer der prominentesten Leute von Montgomery County. Schietzerei und Tanzverg n ü g e n. Gilman, Jll., 29. April. Bei einem Tanzvergnügen drei Meilen südlich von hier wurden Samstag Nacht Walter. James und Philip Morrison durch Kugeln schwer verwundet. Der Erstere ist bereits gestorben, die beiden anderen werden wahrscheinlich mit dem Leben davonkommen. Der Zug des Präsidenten. W a s h i n g t o n . D. C.. 29. April. Der Zug. auf welchem während der nächsten sieben Wochen der Präsident und seine Begleitung durch das Land reisen werden, ist Sonntag Morgen hier angekommen. Es ist einer der feinsten Zuge, die je über eine amerikanische Linie g fahren sind. Die Abfahrt erfolgt Montag Vormittag um halb 11 Uhr. Frank Larmond wird der Maschinist des Zuges sein und der Kondeukteur ist W. W. Albright. Beide sind tüchtige Angestellte der Southern Bahn, welche den. Zug bis nach New Orleans brkngen wird. Von da ab fährt der Zug weiter auf den Geleisen der Southern Pacific Eisenbahn. Der Zug setzt sich aus sieben Waggons zusammen. Des Präsidenten eigener Waggon Olympia" befindet sich am Ende. In San Francisco wird der Präsident indessen Lucania. den grotzartigsten Waggon, den es giebt, bestei- , aen. Söhne der amerikanische, Revolution. Pittsburg. Pa.. 29. April. Die bis jetzt eingetroffenen Tclcgaten zum 12. Jahres-Kongreh der Söhne der amerikanischen Revolution, der am Dienstag hier stmen Anfang nimmt, kamen Sonntag Abend in der Dritten Presbyterianer-ttirche zusammen, um einer Predigt zu lauschen, die Rev. Ethelbert D. Warfield. der GeneralKaplan des Verbandes und Präsident des Lafayette College, hielt. General Joseph Breckinridgc. Gene-ral-Jnspektor der Bundes-Armee und erster Präsident der Söhne der amerikonischen Revolution, traf Sonntag Abend aus Washington hier ein und hielt einen informellen Empfang im Hotel Schenly ab. Neue Arbeiter-Bereini-gung. Chicago. 29. April. Schiedsgerichtliche Schlichtung aller Disdute und Opposition gegen SympathieStreiks sind die Grundprinzipien, am denen Sonntag hier eine neue Ardei-ter-Vereinigung gegründet wurd, die den Namen"Chicago Building TradeLeague". erhalten soll. Die neue Organisation hat 15.000Baugewerkschaftler hinter sich. Weitere Depeschen auf Seite b.

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