Indiana Tribüne, Volume 24, Number 221, Indianapolis, Marion County, 28 April 1901 — Page 2
Jndtana Trivane, Vcnutat, 28. April 1901.
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Eine geniale Idee.
Humoreske von Eufemia v. AdlerSfeld Ballestrem. Es gibt Leute, denen nicht zu helfen ist; Leute, die durch Schaden nicht klug werden und wenn wir ehrlich sein wolkn, müssen wir auch gestehen, daß dies die glücklichsten Menschen sind, in gewissem Sinne notabene. Nämlich Leute, die viel nachdenken, bewußt oder unbewußt Philosophiren, kommen mit der Zeit zu bestimmten Schlüssen, die ihnen Einsicht und die damit meist auch verbundene Rundsicht eröffnen, was stellenweise einen genannten moralisehen Kater zur Folge hat. Leute hingegen, die das Denken lieber andern überladen, bleiben von der letztgenannten Folge natürlich verschont; sie drehen sich nach wie vor vergnüglich in dem eigenen, selbstgezogenen Kreise und wundern sich höchstens, aber nicht zu sehr, wenn andre das Spaßhafte der Sache nicht einsehen wollen. Zu dieser Kategorie ron Menschen gehörte Alex Müller, von seinenFreunden kurzweg der Müller - Lexel" genannt. Er war ein ganz leidlich hübscher Mensch, er kleidete sich mit größtn Sorgfalt, hatte etwas Vermögen, daneben die einträgliche Stelle eines nyen Lotterie - Collecteurs. war elbegehrter Junggeselle und scheinbar iue jener harmlosen Naturen, von denen man zu sagen Pflegt: sie naschen kerne Stiefelwichse und stippen keine Fensterladen in den Morgenkaffee". Scheinbar gehörte er zu diesen. Nicht daß er geheimen Lastern gefröhnt hätte der unerwartete Bosheiten in derTiefe seiner Geele barg, Gott bewahre! aber tx gehörte zu den furchtbare Menschen. deren höchster Genuß in sögenannten handgreiflichen Scherzen besteht. Traf er z. B. einen Freund nicht daheim, fo fand er die sinnreichsten Mittel zur Hinterlassung seiner Visitenkarte. Zum Beispiel, er stellte einen Kasper, das heißt r machte von den Möbeln des Unglücklichen eme Pnrannde, stellte auf den kühn dieselbe kröenden Stuhl die Lampe und legte dieser auf den Cylinder seine Karte; oder tx hob einen Fensterladen aus, schrieb mit Kreide seinen Namen darauf nebst den Buchstaben p. f. v. und bettete diese roße und leider auch sehr harte Visitenkarte sorgsam unter das Betttuch seines Opfers: wenn er sich Abends todmüde auf sein Lager wirft, wird er sie schon finden! In solche sinnreiche Scherze kleidete er unweigerlich seine Gedanken, Worte und Werke sie waren ihm so zur zweiten Natur geworden, diese handgreiflichen Ssäße, daß er sie gar nicht mehr lassen konnte; er wäre einfach krank geworden, hätte tx mal solch' einen genialen, kapitalen "Witz" unterdrücken müssen. Denn so nnte er seine Leidenschaft, welche die gutmüthigen unter seinen Freunden mit heiirklichem Zähneknirschen sich gefallen ließen, während sie ihm von an- , derer Seite unverblümte, aber desto krältigere Grobheiten eintrugen, die cb nicht im Stande waren, ihn von seiner Krankheit zu heilen, sondern ihn im Gegentheil zu größeren Thaten anspornten, um den dummen Kerls, die keinen Spaß verstehen, zu zeigen, was Witz ist. Einmal aber ging's ihm damit barbarisch schlecht und heimlich hofften seine Freunde, daß er sich nun den Witz gekauft hätte, der ihm ihrer Meinung nach abging, aber das kam so: An einem schönen Sommernachmittage war's, da erhielt der Müller-Lexel die Ziehungsliste der Königl. KlassenLotterie und ersah daraus, daß sew Nachbar, der Rentner Behrens, bei dem er Hausfreund war und dessen Tochter neuerdings zu seiner Herzdame eroben, einen Haupttreffer gemacht hatte. Das freute nun den gutmüthigen Müller-Lexel zunächst ganz uneigennützig sehr und als er sich's überlegte, daß die Mitgift der hübschen BehrensMieze durch den Gewinn ganz erklecklich vermehrt wurde, freute es ihn auch eigennützig, denn ganz ohne Eigennutz ist selbst der Beste unter uns nicht. In seiner doppelten Freude ergriff er soMvrt den Hut und rannte in das von einem hübschen Garten umgebene, villenartige Nachbarhaus, um in Person die frohe Botschaft zu bringen, sicher, daß er mit derselben unter allen Umständen willkommen war. Aber er fand das Nest total leer und von dem zufällig vorbeigehenden Briefträger hörte er. daß die ganze, Familie, Vater, Mutter und Tochter zum Besuch von
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Verwandten über Land gegangen sei und erst morgen Mittag zurückkehre und auch dem Mädchen für alles" sei bis dahin Urlaub gegeben. Na, da war nichts zu wollen, da mußte man eben warten bis morgen! Mit diesem Trost schlenderte Müller-Lexel um das Haus und gewahrte dabei, daß im erften Stock in Fenster offen stand, das auf dem hohen Weinspalier an der j Hausmauer federleicht zu erreichen Ji war. Während er über diesen äugenr schein lichen Leichtsinn, diese fabelhafte SorgloWeit den Kopf schüttelte, kam
rhm vfi. genu'Ier Gedanke: durch dieses r einzusteiaen. das Rollbureau ausherrn aufzusprengen und die Kunde von dem großen Gewinn inzuleoe?'? Nein, was für einen recken würde der Papa Behrens m Anblick des erbrochenen Möbels iben und welche Riesenfreude, wenn 1$ fand, daß nichts herausgenommen, sondern ein? f riebe anständige Summe hnwincK-' worden war. Das war rnt Idee? ' "f.ich großartig, und der MnAer-Lerel verbeugt sich im Geiste ordentlZchvVsich selber als dem Proenten ctnes,solchen Gedankens. Jetzr ,führung noch zu . vom Nachbari können, aber die Zei! ür die tl veson'
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Das that er denn auch ausgiebig und da e4 keinen Mondschein gab, die Nach also hinreichend dunkel wa.-, so begab er sich direct aus seinem Restaurant in seinem eleganten hellen Sommeranzug so zwischen 11 12 Uhr an den Ort seiner That. Das offeneFenfter konnte er eben noch erkennen und als gewandtem Turner wurde es ihm absolut nicht schwer, das Weinspalier hinauf zu klettern, das freilich ein paarmal höllisch knackte, trotzdem aber tadellos hielt, bis er das Fensterkreuz erfaßt und sich auf das Fensterbrett gschwungen hatte. Pechschwarze Finsterniß gähnt ihm aus dm Raum an es war positiv nicht zu erkennen, was dieses Gemach barg; aber das war ja schließlich egal, es ging jedenfalls auf den Corridor heraus und diesen gewonnen, fand er schon Papa Bhrens' Studierftuoe" ganz von alleine, denn er kannte die Lokalität. Sich also ins Zimmer schwingend, patscht Müller-Lezel zunächst mit beiden Füßen in ein direkt unter dem Fensterbrett stehendes Hohlgefäß dem Gefühle nach war's von Holz und angefüllt mit einer dicken, nassen, glitschigen Masse, die dem Gerüche nach wiederum gekochte, zum Abkühlen dorthin gestellte Stärke sein mußte. Damit hatte er nun eigentlich nicht gerechnet, aber er war Optimist und tröstete sich damit, daß Stärk sein Jnxpressibels eigentlich nicht verderben konnte, wenn man sie noch naß herauswusch. Um aus dem Stärkebottich sicher heraus zu kommen, langte er mit derRechten nach einer Stütze und fand sie in einem Faß. das dabei aber leider umkippte, wobei er mit dem Arm bis zur Achsel hinauf in des Fasses Inhalt fuhr, der sich wiederum feucht und glitschig anfühlte. Mühsam zug er de Arm heraus aus der zähren Masse, deren Geruch ihn belehrte, daß es gottlob nur Schmierseife" war, in die er gerathen, aber seine Nase war sehr empfindlich gegen dieses Reinigungsmittel und darum war's ihm auch eklig und den damit stark verzierten Arm schwenkend, stieß er ein höchst ehrlich gemeintes: Pf Deixel ist das ein Pech!" ziemlich laut aus. In diesem selben Augenblicke abe? geschah etwas Merkwürdiges die Thür dieses mysteriösen Raumes wurde leise geöffnet, zwei etwas mangelhaft gekleidete, weibliche Gestalten, von einem bren-
nenden Wachsstock rembrandtartig beleuchtet, erschienen auf der Schwell und die ältere ftüsterte: Hier hab' ich's rumoren gehört es wird doch am Ende nicht einer eingestiegen sein?" Gerechter Stkvhsack die Beyrens'schen Damen!" fuhr es durch Müller-Lexels schönbehuteten Kopf. Wo kommen die denn Hm?" Kaum aber hatte er's zu denken begönnen, da stieß die Jüngere seine Flamme, Mieze Bhrns, inen Schrei aus. .Da steht der Kerl. Mutter." kreischte sie, den Wachsstock hoch haltend, schnell, wirf ihm was in die Augen damit er nicht sehen Irnn!" Der Müller - Lexel trat bei diesen Worten einen Schritt vor, aber schon hatte Mutter Behrens eine Satte ergriffen, die auf dem Tisch neben der Thür stand und schwapp! ergoß sich über den Unglücklichen eine weiße, dickliche Fluth, die er dem Gerüche nach für Schlippermilch hielt. Uff!" machte er, geblendet von diesem. vielen Leuten wohlschmeckenden, sein Gesicht aber unangenehm berührenden Genußmittel und trat wieder einen Schritt vor mit ausgestreckten Händen, indeß die Stimme der Beh-rens-Mieze: Hile. Räuber! Diebe! Mörder!" durch daZ stille Haus gellte. Verzweifelt öffnete Müller-Lexel den Mund, um gegen diese falsche Behauptung zu Protestiren, aber Frau Behrens hatte schon wieder eine Schüssel ergriffen und leerte dieselbe mit kühnem, sicherem Schwünge auf den vermeintlichen Einbrecher' aus. Der abermals nasse Inhalt dieses Gefäßes ergoß sich, weil gut gezielt, voll übe? sein Gesicht und füllte ihm sogar den zum Reden geöffneten Mund, und diesmal erkannte er am Geschmack, daß es gekochtes Heidelbeercompott war, das hier auf ihn literweise verschwendet wurde! Müller-Lexel aber mochte Heidelbeeren ebenso wenig gern essen, wie Schmierseife riechen und fing nachEmpfang dieses unerwarteten Segens darum heftig an, um sich zu spucken. Gott, der Lümmel thut noch, als ob's Assafötida wäre." rief MamaBehrens empört mitten in ihrer Angst und ratsch! warf sie über ihr so wie so schon ganz wehrloses Opfer noch ein gut Blechschippe voll Weizengries. denn sie befand sich in ihrer Vorrathskammer und hatte dies schönen und guten Dinge darum alle so hübsch zur Hand. Diese letzte Ladung blendete den armen Mäller-Lexel vollends, mehr noch, das feine, puderartige Zeug flog ihm in die so wie so schon halb verpapstten Augen, daß er wie rasend um sich zu schlagen begann und dazu unparla mentarische Ausdrücke ausstieß. Ein Knall und n brennender Schmerz im linken Arm ließen diese an stch gerechtfertigte Aeußerung des unter dem Tritte sich krümmenden Qurmes sehr plötzlich verstumm ntstzt sank Müller-Lexel zurück gegen die Wand nd stieß dabei mit dem Kopf gegen einen herabhängenden Schinken recht unsanft an zugleich aber faßte eine derbe Faust an seine Kehle und Papa Behrens' rauher Baß schrie ihm in die Ohren: Jetzt hab' ich dich, du nichtsnutzigen Diebsgesell! Freu' dich nur aufs' Zuchthai'S. du Räudel. du!" Aber pttx Behrnö!" empört sich des Unglücklichen innerstes Ich gegen diese Anschuldigungen. Papa! Papa! Das ist ja Herr nun AitWtfrfa m;x ; k kax. jawapv twpv rvtt fVf 1 ften Tönen.
Du bist wohl rein im Thräne!" schrie Vater Behrens seine Einzige an, doch ehe diese noch einmal ihren Ver muthungen Worte geben konnte, rief der noch immer total Geblendete: Ich bin's. ich bin's wirklich. Herr Behrens lassen Sie mich nur los 44 Ein zwiefacher Schrei aus älterer und jüngerer weiblicher Kehle erscholl schlappende, schlürfend Schritte entfernten sich in wilder Flucht und mit ihnen der Wachsstock tiefe Finsterniß senkte sich wieder auf das Bild der wirtschaftlichen Verwüstung. Frau. Mieze seid ihr denn toll?" wetterte Vater Vchrens los. Warum rennt ihr denn fort, wie ungescheit und laßt mich im Stockdustern Herrje! Nu ja! Im Ballkostüm würde euch selbst Herr Müller hier nicht zu sehen erwarten. Sagen Sie mal sind Sie wirklich Herr Müller. Alex Muller?" Zu dienen!" hauchte der Aermste mit ersterbender Stimme. Ich werde Sie doch sozusagen nicht etwa schwer verwundet haben mit meinem Schuß? Das Gewehr war ja nur mit Vogeldunst geladen " Nur!" begehrte der Müller-Lexel mit einem Male wüthend auf. Herr, Sie zerschießen mir den Arm und nennen es nur" Vogeldunst! Ich werde Sie verklagen wegen Mordversuch und Attentat überhaupt! Ueberhaupt, sage ich!" Jawohl!" erhob nun auch Vater Behrens sein sonores Organ, jawohl, und ich werde Sie verklagen, wegen nächtlicher Ruhestörung, wegen Hausfriedensbruchs. wegen Verwüstung meiner Vorrathskammr, wgen wegen Ein Lichtstrahl erleuchtete abermals die Scene, denn Frau und Fräulein Bhrens erschien wieder auf derBildfläche, bekleidet mit Regenmänteln, brennende Kerzen in den Händen. brenend Neugierde auf den Gesichtern. die von papiernen Lockenwickeln originell, aber nicht verschönernd eingerahmt waren und ihre zwei Augenpaare richteten sich auf das unglückliche Object ihres muthic,en Angriffs. Mül-ler-Lexel konnte nun wieder die Augen öffnen und die schauten au? seinen von Schlippermilch und Heidelbeercompott wunderbar marmorirten Zügen halb wüthend, halb vorwunfsvoll auf die werthe Familie, in deren Schooß er sich als Schwiegersohn geträumt Ja, wegen was sind Sie denn überHaupt hier, frag' ich in drei Deuwels Namen," vollendete Vater Behrens seine Rede mehr patzig, als grammati kalisch. Das könnt' ich viel eher fragen," behauptete der unglückliche Müller unlogisch. Sie sind verrist und haben hier eigentlich nichts zu suchen, bis zu ihrer Rückkehr morgen Mittag!" Na, das geht doch noch über'n Montblanc," rief Herr Behrens, sich abermals und mit gutem Recht er hitzend. Ich habe in meinem eigenen Hause nichts zu suchen. I. das ist ja, um um um Backpflaumen zu niesen. Es hat uns gepaßt, Herrrrr, eher nach Hause zu kommen und das ist unser gutesRecht, denn dies ist mein Haus! Was aber haben Sie nächtlicherweile in meinem Hause zu suchen, frage ich, heh?" Da schlug der Müller-Lexel seine von Schmierseife triefende Rechte dröhnend gegen seine von Schlippermilch und Blaubeerbrei triefende Brust. Ich habe was darin zu suchen," rief er, in seinen heiligsten Gefühlen gekränkt, denn ich wollte Ihnen ja blos Ihren Schreibtisch aufbrechen und Jhnen zu Ihrer Ueberraschung die Nachricht hreinlgn, daß Si 20,000Mark in der Lotterie gewonnen haben! Und das ist mein Lohn!" Sie haben sich beide gegenseitig nicht verklagt. Papa Behrens überlegte sich, daß er eigentlich nicht aus Nothtoehr geschossen, sondern auf den wehrlosen Einbrecher" einen gottlob spottschlecht gezielten Schuß abgegeben hatte, und den Müller-Leexl belehrten rechtskundige Freunde, daß Einbruch nun mal Einbruch sei, gleichgültig, ob er dabei etwas wegtragen oder etwas bringen wollte. Das Resume dieser genialen Idee" war so wie so schon überwältigend genug, denn der Urheber derselben erntete dafür 1) ein halb Dutzend Schrotkörner im linken Arm, die mit Doktor, Apotheker und Stubenarrest recht theuer kamen; 2) einen total verdorbenen theuern Anzug, denn was auch die Reinigungsanstalt gegen Stärke und Schlippermilch thun kannte. gegen die Blaubeeren war si machtlos. weil die so hübsch echt färben; 3) den Verlust der Freundschaft des Hau ses Behrens und damit auch die Anwartschaft auf Fiäulein Miezens Hand und 4) eine Unmasse Aerger als liebliche Gratisbeigave zu dem u lausbleiblichem Spott. Nun sagst du. lieber Leser sicherlich: das hat sich der Müller gewiß hinter die Ohren geschrieben und von nun ab seine handgreiflichen Scherze hübsch gelassen. . I Gott bewahre! Für eine Weil, ja, verhielt er sich ziemlich ruhig, aber seine Leidenschaft ist stärker als er selbst. Jetzt hat er eine neue Flamme und um sich diese geneigt zu machen, ist er auf oie genial Jd" gekommen, sie mit einer Schachtel voll gefüllter Cho koladenbonbons zu ködern. Da nun bei vielen Leuten das Herz mit dem Magen im allernächsten Zusammen-
hange steht, so wäre der Gedanke gar.. 'jfi r r . nmfto. " . mcyi 0 icylecyi. wenn Mimer-nxel nicht als besondere ff-Ueberraschung" eine Schachtel dazu constiuirte. in der eine ungemein kräftig arbeitende Feder j beim Offnen einen der recht großen Bonbons mit anrkzi:tenswecthr Gwalt in den Mund des Beschenkten würfe. Sinnig erdacht, ja wlchl die Sache ist nur die: wird sie" ciuch den Mun in der richtigen Linie' sperrangelupit aufmachen wenn sie ahnungs- j
los die Schachtel öffnet, oder wird dee Bonbon ihr directionslos ins Gesicht springen und dort zum Ueberfluß zerplatzen? Und was wird dann der Lohn des erfinderischen Gebers sein? Na. das geht uns ja eigentlich nichts an. aber aber es gibt eben Leute, denen nicht zu helfen ist. besonders von der Sorte, die nicht alle" wird! Z'erft a Ärückerl dann a Buffer!.
Wiener Skizze von Iuliu? Löwv. Das ganze Haus zittert ordentlich. Wie der Herr Keller jetzt die Thür zuschlägt. Einen Kracher hat's gemacht, als wären auf der Schmelz ein paar Kanonen abgefeuert worden, die Fenster klagten in leisem Klirren und bei der Nachbarin, der Frau Grußbach, fielen die Tassen, die mit ihren rothen Backen von der Höhe des Kastens herabblickten. auf den Boden herab und kollerten in alle Winkel und Ecken. Die Frau Grußbach ist eine so viel g'schreckige" Frau und wird sofort kreidebleich; sie rennt hinaus aus den Gang und kommt gerade zurecht, um zu sehen, wie der Herr Keller den einen Arm bereits im Winterrock hat und mit dem anderen das Aermelloch sucht und so im Gehen seine Toilette vervollständigt. Muß wieder a rar's Donnerwetter niedergangen sein!" murmelt die Frau und öffnet, mehr von Neugierde als von Theilnahme gedrängt, die Thür der Keller'schen Wohnung. Na. was hat's denn geben?" fragt sie ziemlich schüchtern und tritt an die Frau Keller heran, die, den Kopf in die Hand gestützt, auf dem Wasserbankl sitzt und mit thränenfeuchtem Blick auf die Scherben eines Tellers schaut, die den Boden bedecken. I bitt' Ihnen, machen's Ihnen Nix d'raus! Alle Männer san auf an Last g'schlagen. Aner, wie der Andere! Nur so auswendi schau'n sie sie net gleich, da hat der Ane an langen Bart, der Andere an kurzen Bart, aber einwendig is a Jeder der Nämliche. Sö wanen? Hahaha! Das fallert mir no ein, z'wanen, wann der Mann a Spectakel schlagt. Es denn a Mann werth, daß m'r über eahm want? Sö, Madam Keller, bei mir is do Heuer am Faschingdienstag achtzehn Jahr' word'n, daß i verheirat' bin. aber das sag' i Jhna, so viel Krawall, wie'S mit mir und mein Alten geben hat. das hat Kane im ganzen Haus no' derlebt. Aber schaun's mi an! Glauben's, i kränk' mi? Gar ka Spur! Haut der Mann was z'samm' thut er mir was damit? Na! Wer muß 's denn wieder einWirthschaften, wann a Teller fehlt . Eppa i? Na! Er muß 's Geld hergeb'n! Na, so soll er meintweg'n den ganzen G'schirrkasten z'sammhau'n. , wann's eahm a Freui' macht. Seg'ns und so bin i recht ruhig 'blieben, wann er so umg'haut und g'schrie'n hat. i hab' mit eahm net g'wartelt. und wie er eing'seg'n hat. daß er mi net aus'n Häus'l bringt, so hat's si' bei ihm ah stad, und stad g'setzt und auf d'Nacht hab' m'r gar nit g'wußt, daß m'r an tlan Verdruß g'habt hab'n." liebe Krau Grußbach. Sie hab'n leicht lachen. Sie san scho' achtzehn Jahr verheirath' und san die Sachen scho' g'wöhnt, aber i bin ja erst zwa Jahr verheirath' und da g'schieht An' recht hart, wann der Mann so mir Nix. dir Nix an Teller z'sammhaut. Und Wissen's g'rad von den halben Dutzend, was er mir selber kauft hat. und an tiefen ah no' dazu, mit die Vergißmeinnicht, so a lieb's Muster!, und der Mann Haut's z'samm. O Gott!" Hör'n's auf! Um dreißig Kreuzer macht m'r Jhna den Teller nach." Ja. aber wann's es nur wissen thäten, wegen was der Mann so rabiat word'n is! So gar kan Einseg'n zu haben!" Einseg'n? Von an Mann? Da k'önn's ehnder von an Spatzen verlangen, daß er in der Oper singt, als daß' von on Mann an Einseg'n verlangen." Weg'n aner Butt'n Holz! Der März ist so kalt,und wann m'r a klan's Kind hat. muß m'r do a warm's Zimmer hab'n, sonst kriegt dasTschapperl an Husten und nachher kost't der Doctor und die Apothek'n mehr, als zehn Butten holz. Und die Wäsch hab' i ah in dera Woch'n g'habt, no. so is mir halt mit'n Geld net so z'sammgangen. Jetzt hätten's den Krawall hör'n soll'n, weil i.a Butt'n Holz mehr braucht hab'. Kann i denn das Holz essen! Wann m'r's net braucht, kauft m'r's eh net. O Gott! I bin das unglücklichste Weib auf der Welt. Und jetzt rennt er davon und sagt Nix; wie a Wilder hat er die Thür zug'haut! Epper kummt er net mehr z'ruck, i glaub' rein, es is mei' End." Er kommt net mehr z'ruck? Daß i net lach'! Sie sa ja rein, wie a Kind! A Parir mach' i um was und der wöll. daß er da is. eh's no' Sieben läuten!" Durch die Thränen stiehlt sich ein freundlicher Glanz in das schöne, treue Auge der Frau Keller und sie springt empor. Meinen's?" Ob i's man'? Na! Aber g'wiß maß i's:" Da richt' i eahm a Nachtmahl her und lass' a Bier hol'n. damit er sieht, daß i net mehr harb bin!" Da Haben's Recht. Es ist do' nix Schöners, als wann zwa Leut' z'sammhalt'n. A5er nei glei' dürfen's eahm zeigen, daß' die G'fchicht' vergesfen hab'n. Erst a Krückttl, dann erst a Busserl!" Ja. ja, Sie haZen Recht. I wir' mi' recht bös stellers!" Gar z' lang mhen's es aber net!" Indeß hört mjn draußen schwere Tritte, die Frau Ktzller legt die Hand
an die linke Seite, sie hört, wie et hinter der Herzenswand hämmert und pocht, eine Stimme ruft ihr zu: Er ist's! Er kommt zurück!" Und die Stimme hat die Wahrheit gesprochen. Die Thüre wird aufgerissen und herein stürzt Herr Gustav Keller, den Hut tief in die Stirne gedrückt, den Rockkragen in die Höhe gezogen. Er murmelt Etwas wie guten Abend", schaut sich nicht weiter um und ist im nächsten Augenblicke im Zimmer. Sein ganzes Auftreten hat etwas Theatralisches. Unnatürliches. Geschminktes, es imponirt nicht und überdies hat ja die Frau Keller genau gesehen, daß sein Auge freundlich auf sie lachte, daß es ihm so schalkhaft um die Nasenflügel zuckte als wollte er das Lachen verbergen, daß der Mann also nur noch Comödie spiele und darauf warte, daß sie die Unterhandlungen beginne. Zuerst das Krückel, dann das Busserl!" hatte ihr die Gruhbachin gerathen und die Grußbachin ist schon über 18 Jahre verheirathet und muß es verstehen. Jetzt fühlt die Frau Gruhbach, daß ihr eine große Mission bevorstehe, daß sie vom Geschick zur Friedensstifterin ausersehen sei. Sie spricht kein Wort, schleicht sich in das Zimmer, in dem d Herr Keller auf- und abgeht und dabei etwas heftiger auftritt, als s gerade nothwendig erscheinen würde. Herr v. Keller! Geh'ns, was hab'ns denn, daß' gar so harb san? Schaun's, gibt's denn in der ganzen Gassen a lieberes, braveres, sparsameres Weiberl. wie die Jhnere? Alle zehn Finger soll'ns Jhna abschlecken, daß' so Ane 'kriegt hab'n. Und do gengans um, wie der Eisbär in der Schönbrunner-Menagerie. und brummen und red'n Nix und deut'n Nix!" Der Herr Keller hat kein Wort der Erwiderung. Schau'ns", drängt die Friedenssiifterin, die Jhnere hat si grad bei mir beklagt, daß' so viel resch san " So, beklagt hat sie sich? Das zeigt ihre Schlangennatur! Sie ist falsch, sie ist " Der Herr Keller hat sehr laut geschrieen, und eben sucht er nach einem kräftigen, vernichtenden Wort, da kommt die Frau herein und schreit: Wer hat si beklagt? I. i hätt' mein' Gustl verklagt? San Sie denn das Bezirksgericht oder a kaiserlicher Rath? Nix. hab' i g'sagt. kan Argumenterl hab' i g'sagt. Sie hab'n mi ausfratscheln woll'n, damit's was zum Tratschen hab'n!" Aber Madam' Keller, was wollen's denn, i hab' " Sie haben sich jedenfalls in Sachen g'mischt. die Sie Nichts angehen. Ich will nicht, daß meine Frau eine solche wird, wie S'.e verstanden und Sie brauchen ihr keine Lectionen in der Bissigkeit zu geben!- ' Ja und der Gustl hat Recht. I wär' ihm gleich entgegen'gangen und hätt ihm a Bussel 'geben, aber Sie hab'n g'sagt, i soll a Krückerl machen Sie Sie Sie Sie Person Sie!" Was? I wär' a Person? I. die i 18 Jahre verheirath't bin und zwölf Kinder christlich auf'g'zogen hab', i wär' a Person! Ja, was .san denn Sö nachher, wann i a Person bin? Nachher san Sö gar Nix, a Waserl san's gegen meiner, die Nix versteht und Nix maß." Sie. Frau Grußbach! Halten's Jhna z'ruck! Mein Weib lass' ich nicht beleidigen. Sie ist mein Weib und ich hab' sie gern trotz ihrer Fehler!" Und i hab' Di ja ah gern, wann's Du ah manch'smal a bisserl gach bist, mein Lieber, anziger Gustl!" jauchzt die Frau Keller und wirft sich an den Hals des lieben Gemahls. Ja, mein Weiberl, wir werd'n uns scho unsere Sachen selber ausmachen ! Wir brauchen so Leut' net. die ihre Nasen in a jed's fremd's Häferl einistecken und z'Haus a Wirthschaft hab'n, daß an die Grausbirn' aufsteign Die letzten Worte hat die Frau Grußbach nicht mehr gehöre. Die Friedensstifterin hat sich davon geschlichen und sich's verschworen, cmals in. eheliche Zwiestigkeiten sich zu mengen. Der nachöenkllche Sny. ?!on k. Linke. Sonnenglanz, Blüthenzauber, Vogelsang. Auf einem öffentlichen Spielplatze zog ein kleiner, etwas über drei Jahre alter Knirps mit kindlicher öeftiakeit
an der Hand seiner Bonne. Wo willst Du denn hin, Fritzchen?" Lenchen!" aniwortete der Kleine und blickte mit glänzenden Augen nach einer Bank. Lächelnd ging die Bonne mit dem Kleinen hinüber. Dieser erhob sich auf den Zehen und streichelte zärtlich die Wangen eines halbjährigen kleinen Mädchens, welches auf dem Schooße seiner Wärterin saß. Die beiden Kinder lachten glücklich, und auch die Wärterinnen lachten. .Fritzchen!" .Was soll Ich?" Du willst das Lenchen wohl 'mal heirathen?" Fritzchen schüttelte den Kopf. Kann nich rathen Nein, Fritzchen, heirathen ist gemeint. So wie es Papa und Mama gethan haben, wonach man dann immer zusammen bleiben kann." .Ach!" Und Fritzchen versank in tiefes Nachdenken. Rauhe, aber frische Luft. Weißer. dlcker Schne
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Auf der glitzernden Fläche herrscht reges Leben und Treiben. Die besten Läufer waren ein etwa zwölfjähriger Quartaner und erne niedliche, neunjährige Schülerin der höheren Töchterschule. Sie waren heute beinahe immer zusammen gelaufen. Am Abend sagte ein Kamerad: Fritz. Du wirst L-nchen Behring wohl 'mal heirathen?" Weiß ich nicht!" war die mürrische Entgegnung. Ader auf dem Heimwege versank Fritz in tiefes Nachdenken. Mit Parfüm geschwängerte Saalluft. Helle, zar Mädchenkleider; tadellos schwarze Jünglingsröcke; weißseidene Kravatten, wirbelnde Paare. Tanzmusik. Nun eine Pause. Schade. Fritz," sagte ein junger Mann zu einem hübschen, schlanken Achtzehnjährigen, nun blos noch der Ball, und dann hat die wunderschöne Tanzstundenzeit ein Ende." Leider." bestätigte Fritz und blickte nach einem liebreizenden Mädchen von etwa fünfzehn Jahren hinüber. Natürlich mußt Du Helene Behring zum Ball einladen." bemerkte der erste Sprecher. Ihr habt ja stets zusammen getanzt." Selbstverständlich!" rief Fritz. Wer weiß, ob Ihr nicht noch 'mal gemeinsam durch's ganze Leben tanzen werdet!" meinte der Andere lächelnd.
Fritz antwortete nicht, aber er versank in ein tiefes Nachdenken. Sonnenglanz. Vogelsang. Käfersummen. Waldesgrün. Picnic. Pfänverspiel. Also. Herr Doctor Fritz Walther hat Fräulein Helene Behring zu küssen!" erscholl ein mit unterdrücktem Lachen gegebenes Urtheil. Zaghaft, klopfenden Herzens ging der Delinquent hin, um seine schwere Sühne zu leisten. Fräulein Behring Lenchen lachte ihn an. Wie schüchtern Sie sind. Mein früheres Kindermädchen erzählte mir immer von einem Dreijährigen, der war muthiger als Sie." Nun lachte Fritz ebenfalls und küßte sie auf den Mund. Es dauerte etwas länger, as dies sonst bei Pfänderspielen üblich ist. Auf dem Nachhausewege gingen sie Arm in Arm und so langsam, daß sie hinter den Anderen zurückblieben. Le.chen." fragte Fritz plötzlich, ohne jedes Nachdenken, wollen Sie mein Weib werden?" Gewiß! Ich hätte nie einen Anderen genommen!" Und jubelnd, die Diamantentropfen der Thränen in ihren blauen Augen, sank Lenchen in seine geöffneten Arme. So hielten sie sich umschlungen, aber man hörte von ihnen kein Wort. Sie waren whl Beide in tiefes Nachdenken versunken. , mm- m Mädchenhandel nach der Türkei. Der Süden Rußlands dient alö Ezporthafen" für junge Russinnen, die von dort nach der Türkei gebracht werden, um für hohe Preise an Besteller" abgeliefert werden. Verbrecherische Agenten reisen fortwährend im Innern Rußlands umher, um frische Waare", speziell Blondinen, die von den Türken bevorzugt werden, aufzukaufen. Dieser Tage wurde ein solcher Agent mit fünf reizenden Madchen im Alter von 16 bis 18 Jahren in Konstantinopel abgefaßt. Einem ruffischen Geheimpolizisten, der ein im Hafen vor Anker liegendes Schiff besuchte, fielen die hübschen Mädchen, die d?r Agent für feine Schwestern ausgab, sofort auf. und er erstattete Anzeige. Nach längerem Verhör stellte es sich heraus, daß man die Mädchen ursprünglich für ein Odessaer Theater angeworben hatte. In Odessa aber erhielten sie die Mittheilung, daß die Truppe nach der Türkei weitergereist wäre, wohin auch sie dem Agenten folgen müßten, und zwar gegen hohe Gage. Es gelang aber, wie bereits erwähnt, die Mädchen zu befreien, ehe sie der Käuferin in die Hände fielen. Gewöhnlich bringt man die verschleppten Mädchen, wenn sie erst einmal in Konstantinopcl sind, in das asiatische Viertel, und damit ist ihre Spur vollständig verloren, falls es ihnen nicht gelingt, zu entfliehen. Von den Eunuchen mit Argusaugen bewacht, wer den sie durch Hunger, grausame BeHandlung oder glänzende Versprechungen in irgend einem verrufenen Hause gefügig gemacht. Häufig auch werden o:e 'caocyen direkt einer Händlerin zugeführt, die sie dann an verschiedene Harems veräußert. In Konstantinspel giebt es zwei vollkommen organi sirte Bllreaus für Mädchenhandel, die der türtischen Polizei genau beka.mt sind; es denkt aber kein Mensch daran, gegen diese Kuppelbuden einzuschreiten. itmtottt nglönderinnen. In England ist gegenwärtig das Tatowiren eine der verbreitetften Moden. Man kann doch nicht immer an Südafrika denken oder vielmehr: man denkt jetzt in anderer Weise daran. Viele der elegantesten und bekanntesten Damen der Londoner Gesellschaft gehören jetzt zu den besten Kundinnen emes Tätowirkünftlers, der ihnen die Haut (bevorzugt werden die Arme und die Schultern) in unvergänglicher Weise mit dem Namen und dem Bild" nisse des Geliebten ziert; dazu kommt noch das Datum des Tages, an dem er hinauszog in den männermordenden Krieg, und irgend eine symbolische Zeichnung, etwa ein von Liebespfellen durchbohrtes Herz oder zwei verschlungene Hände. Man sagt, daß die edlen Damen, die sich in dieser Weis zeichnen lagen, ein wahresMartyrium -!!-
nch ei Wunsch.
Ein Märchen von T. öaes. Es giebt in jedem Jahr eine Stunde der Erfüllung, in der das Geschick den Wünschen der Menschen Gewähr sckenkt. Wann diese Stunde eintritt, weiß ich freilich nicht anzugeben; wüßte ich es. so würde es mit mir und manchem Anderen ganz anders bestellt sein. Vor Allem wünschte ich . . . doch das gehört nicht hierher. Einer der vielen Besserwissenden ihre Zahl ist Legion erklärte mir. daß diese Stunde in später Nacht oder vielmehr am frühen Morgen einzutreten pflege, wenn die Meisten schon zur Ruhe gegangen oder noch nicht erwacht sind. Vielleicht hat er Recht. Mir allerdings ist es noch nie gelungen, im rechten Augenblick des 5erzens Wünsche auszusprechen, so viele späte Stunden ich auch darob schon wach geblieben bin. In einer Stunde war's also. ich weiß nicht, in welcher; Herr Amann saß noch in seiner Schreibstube und blickte bald in sein Geschäftsbuch, bald wieder mißmuthig durchs Fenster nach gegenüber, wo Herr Bemann, der den gleichen Handel trieb, derselben Thätigkeit oblag. Plötzlich trat eine Lichtgestalt in die Stube. Amann fuhr erschreckt zusam men. doch bald faßte er sich und fragte: Wer sind Sie? Was wollen Sie? Ich bin der Bote der Erfüllung und erscheine in dieser, erwählten Stunde nur ausnahmsweise dem einen und dem andern Menschenkinde. Wünsche Dir Etwas, es soll in Erfüllung gehen." Verblüfft sah Amann ein Weilchen vor sich hin, dann fragte er plötzlich wieder, was er alle Geschäftsreisende, die bei ihm vorsprachen, zu fragen pflegte: Waren Sie schon bei Dem drüben?" Dabei wies er mit dem Daumen seiner Linken zum Fenster hinaus. Ja. auch bei Herrn Bemann war ich schon." antwortete die Lichtgestalt mit feinem Lächeln. Nun, was hat er sich gewünscht?" Eigentlich sollte ich es nicht oerrathen. doch ich will es Dir sagen. Erfragte mich, ob ich auch zu Dir ginge, und als ich die Frage bejahte, da wünschte er sich das Doppelte von Dem. was Du Dir wünschen würdest." So!" rief Amann nach kurzem Ueberlegen aus. ..dann wünsche ich mir. auf einem Auge blind zu werden!" lük im lee. kon Paul Wettheime?. Ich gehe vierblätterigen Klee suchen!" rief eines Tages im Mai der Hans und begab sich auf die Reise. Denn vierblättriger Klee bedeutet, wie Jeder frühzeitig erfährt, das Glück. unD darnach suchen schon die Kinder. Und er lief gesenkten Hauptes, ohne des Weges zu achten, durch Feld. Garten und Wiesen an diesem Morgen und an den vielen, die ihm folgten. Und im nächsten Jahr, kaum daß das erste Grün hervorkroch, fing er. geheimnißvoll gelockt, die Wanderung von Neuem an. kreuz und quer und nach allen Seiten, die Augen immer nach dem Klee zu Boden geheftet. Doch von den eigensinnigen vier runden Blättern fand Hans leider nur wenig. Denn zwischen dem Klee und um ihn blühte so Vielerlei, das immer wieder den Blick des Knaben von den dunklen Glücksblättern zu andern, fröhlicheren Farben lenkte. Allein unser Hans, der inzwischen tüchtig herangewachsen war, gab trotz der vielen Enttäuschungen das Suchen nicht aus, obwohl er bald unter den Kameraden, die solchen Wunsch seltener fühlten, seiner seltsamen Vorliebe wegen Hans der Narr und Träumespinner hieß. Doch siehe, immer mehr trat die Anfangs nur kindische Lust, im Klee nach etwas vermeintlich Kostbarem zu spähen, vor dem ersteren Bestreben zurück, mit den Pflanzen vertrauter zu werden und ihre bunte Mannigfaltigkeit selbstständig zu erkennen. Und aus diesem neugierigen Erkennenwollen er-, wuchs bald die reinste Lernbegierde an den zierlichen Pflanzengebilden. an ihrem Werden. Siöntfalten und Wiederverschwinden. Und später, da er immer mehr heranwuchs, und mit ihm zugleich die Freude an den Pflanzen, ward er mit diesen noch tiefer bekannt. Er wußte jetzt nicht blos Namen und Gattung einer jeden, er verstand nun auch die Gesetze, die diese zarte Welt nicht minder beherrschen als alles darüber und darunter Wehende. Denn Hans hatte sich auch allmählig den Blick hinaufzuschlagen gewöhnen müssen. So ward endlich aus dem Knaben, der suchend nach dem Glück im Klee gelaufen war. ein ganzer Mann, der in der Natur forscht und die Natur um ihrer selbst willen liebt. So hat er doch auf seine Art Recht behalten und daS Glück in den Blumen gefunden. Kindermund: Hapa: Mit Deiner letzten Censur bin ich aber gar nicht zufrieden, Emil." .Das habe ich dem Lehrer auch gesagt, aber er wollte sie ja nicht umschreiben." Modern. Frau: Weißt Du noch, auf dieser Bank haben wir uns ewige Liebe und Treue geschworen?" Mann: Gewiß! . . . Wer hätte dos damals gedacht, di.5 wir uns )tu rathen "würden?" Betrachtung. Ehemann ei ner Xantipp: Wat muß ick doch for'n nuseradncher Kerl sind, wenn meine e-rx. i :. i . r f . cl , r ...... ' ijut irc ut vull 1 ieede $Y - Dame:
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