Indiana Tribüne, Volume 24, Number 219, Indianapolis, Marion County, 26 April 1901 — Page 2

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von INDIANAPOLIS, Väckereirv. He ftrrttt 4 T Xtex Xtl M e kn, 14 eil e-Bu: eit. HZiie. Htndschnhe etc. Geb?s,. fiefk 1 M 6. MiM Spiele nnd Epielwsaren. WUtn, Charle, Co.. 29 W. WashiNKtk. Drnggiften (Wbolesule). Ewnapott Dru, 21 O. Martzlan. r, Bro. ru, Co., 120 S. Mrrid. Sögen und Werlzenge. I. ttinZ k g., 402410 L. 3ttintil WnndSrztliche Instrumente. M H, rmstr.n, Eo.. 224 S. MridiM Vmvpen, Waffeeleitung, Fahrzeuge, samt k ,onse Co., 871 6. Meridian Odft und Produkte Commission. VtzeruP k Co,. 2324 S. Delkw tr. Truft-Tompagnien. M ruft So, k Sasety Bault Safe Teposit Vaults. Uietcher Ese Dpfit. 30 Oft Wfhin,t Bsre $5.00 und aufwärts. Eisen und SchmieHevaare. Mn,,t Hrdart Es.. 120124 OK Washington ti Eise nd öiK Galida,. . I. t Co.. 107 S. M Schuhe und Stiesel (Wholesale). . t. looper Ch Co., 127 S. Mttiri. fc Hendri. HUncc Co., 215 6. MertdiK I Cream. fanwl, . SB., 212 91. PennstzlvQuiK tx Bauholz. folcre, Henrtz. Georgi Str. ' ' Zukkerwearen (Wholesale). rtt k Co.. IS West GeiAw Str. Schnittwaaren. MrPh, Hibben k Co,. 135 6. ttertotaa fr Kl 4 eddes Co., 20S . IRmHaa. Vnxer (Wholesale). je. R. Etort, 207 S. Wermut 6fo Vrtntmetzer, Kühn Co.. 211 S. DfcriW 9m 90n k ft.,51 6. Meridian Str. WL CUnnn k Co.. 47 S. Meridian Stn. U. . Yerr, k Co., 26 32. Beorgia Str. Vanken. ktz jinl ation! Vank. 2 S Meriow Str. M. B. Wiljon, PrSs. X. ihurchman. nsiinr. Leicheubefiamr. DkLnstein fjroi., 522 Ost artet Str. Holz und Kohlenhändler. H. H. attau & Co., 464 Cedar Str. Altes Phone 1272 Advokaten. karrett, Brown, Bamberger A Feibleman, deutsche Advokaten. Tel. 417. 706 Stevenson Gebsude. Weihblech, tonnet k Sullivan. 21 6. Meridian VA Putzwaaren. Hat 4 McEua. 240 S. Meridian 6tt, Vrnndeigenthnm und Berficherunß. Wann. John e. 4 Co.. 86 Ost Market, FenerverfichernngSgesellschaften. fjnMan Jnsuranoe Co., Chal. Schunna, WoGz HM. V. Sinn. SoeretRa. Sameohaldler. Htinato 4 Page, 130 Ost Market. Kutschen und Reysratnren. ottina. Jrvi 4 ,.. 32 Ost eorgi v Eiseu nud Blechvaare, Gewehre. nyman 4 Cre, Co.. 111115 6 MkriK Leder, Treibriemen, Packmattrial. fcOt, Vt her 4 elting Co., 227 6. Meridian Srn Farben, Oele nd Gla. he . urdsal Co., 102 S. Meridian Sta W,ianoli Paint 4 Color Co.. 240248 Maffachnset Piano und Mufikalieu. knrlrn 4 Lennoz, 59 Ost Mnrket Str. Vmdwirthschaftliche Geräthe u. Wage, holten Wh. . Mfg. Co.. 339 Ost Wash. H. X. Conde AmPlement Co., 27 N, Capitol M ant 4 hml. 221 W. Washinßlon. ?ebenverflchcrnng. ew Poe Life Insurance CompnM. Vamverger, S. Agent, 200 jndiana I ruft 4irfldtl Kral Piff nf ff rt am Ist Str. E B Mrtindze. Pr4 C ttal 0200.. FllPANS TABUUS rc intended sor childrcn, hdt and all who prefer a medicine disguUed as con fcetionery. They may now be had (put p in Txn Boxes, eventy-twö in a box), price. twentyive ernt or fix txnes tot onedollar. Any druggisl will get them tl you insut, and they may always be obtaincd by rexmtUng the price to The Ripans Chemical Company rllrk in " .rfW ,

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..Zurück. marsch, marsch!

Don Freiherrn v. Schlickt. Alle Welt, wenigstens die daran betheilig?e. hatte sich diebisch oarüber gefreut, daß Se. Exzellenz, der Herr DiVisionskommandeur, durch die Jnfluenza verhindert gewesen war. der Rekrutenbesichtigung beizuwohnen. Alle waren sie glücklich, die Unteroffiziere, die Herren L'tttnants, die Herren Hauptleute und Stabsoffiziere, und inst not Yewst der Herr Oberst. Der hatte sich vielleicht am üermeisten aeI freut, denn er war bei der Besichtigung liever ver lrste, als bet der Kritik der Zweite.

Diejenigen, denen es im Grunde ih- nöthig ist, damit die Sache gleich losres Herzens und im Mark ihrer Kno- j gehen kann. chen ziemlich, um nicht zu sagen: ganz ! Als der Häuptling auf dem Käsergleichgiltig gewesen war, daß Se. E?- j nenhof erscheint, will der älteste Officellenz nicht kam, waren die Mann-! zr ihm melden, aber der Vorgesetzte schaften. Die sagten sich: Geschliffen, j winkt ab, er sagt nicht einmal Guten daß uns die Augen übergehen, werden ! Morgen", er legt sogar nicht einmal wir vor der Besichtigung doch dar- ' die Hand zum Gruß an die Mütze, über, vb dies nun zu Ehren des Herrn Mit seinen endlos langen, dünnen Oberst oder zu Ehren Seiner Excellenz Beinen steigt er in einer Eile über den geschieht, wollen wir uns weiter nicht i Platz, als sei das Vaterland in Geaufregen." j fahr und al warte es nur auf ihn, den

Und sie reaten sich nicht auf. Se. Exzellenz war nicht gekommen. Untergebene pflegen immer länger krank zu fein, als den Vorgesetzten lieb ist, und die Vorgesetzten werden immer viel schneller wieder gesund, als den Untergebenen lieb ist, das ist eine alte Gefchichte, an der auch das neue Jahrhundert nichts ändern kann. Auch Se. Exzellenz stände schneller, als man gehofft hatte, wder in seinen rothgestreiften Hosen nd war glücklich, durch seine schnelle Senesung den Untergebenen ein Bild treuester Pflichterfüllung geworden zu sein seinen höheren Vorgesetzten aber hatte er bewiesen, daß er noch kein Schwächling sei. Exzellenz war gesund und fühlte den Drang in sich, spazieren zu gehen, natürlich wollte er in den Dienst das würde eisen sehr guten Eindruck machen leider aber hatte er nichts zu thun, so machte er sich etwas zu thun und beschloß, sich die Rekruten, die eben besichtigt waren, lieber doch noch anziusehrn. Es war doch immerhin möglich, daß der Herr Oberst das Eine oder das Andere übersehen hätte, das später für die kriegsgemäße Ausbild-ung der Division von den verderblichsten Folgen sein konnte. Als Exzellenz am Dienstag die Mittheilung in das Regimentsbureau gelangen läßt, daß er sich am Samftag die Rekruten ansehen wolle, entsteht dort das reine Heulen und Zähneklappern. Man kennt Se. Erzellenz, man weiß, was das Ansehen" bedeutet, und daß es fast noch schlimmer ist. als e'me Besichtigung. Bei einer Vorstellung dürfen die Leute, ohne daß es ihnen allzu übel genommen wird, etwas unruhig sein, und mancher Vorgesetzte sieht es sogar ganz gern, daß seine Anwesenheit alkein genngt. um den Leuten einen heillosen Schrecken einzuflößen, und er sagt dann nicht viel, wenn dem Manne, dessen Hände zittern, ein Griff mißlingt, oder wenn der Jüngling in feiner Herzensangst das Gewehr nicht auf die linke, sondern auf die rechte Schulter schiebt. Bei einer offiziellen Besichtigung kann und darf so etwas unter Umständen ausnahmsweise einmal vorkommen, aber wenn Exzellenz sich die Leute nur ansieht, dann muß Alles klappen, dann muß Alles tadellos sein, denn wenn es bei dem ..Ansehen" schon schlecht ist. wie ist es dann erst bei der Besichtigung, bei der die Leute doch aufgeregt sind und es noch fchlechter machen als bei dem Anfehen"? Der Herr Oberst hört im Geiste diese Rede, du von Widersprüchen, falfchen Vorausfetzungen und falschen Schlnßfolgerungen strotzt, die er aber trotzdem Se. Exzellenz wenigstens äußerlich wird glauben müssen. Der Herr Oberst stöhnt und mit ihm stöhnen die Hauptleute und die Leutnants und die Unteroffiziere: eben sind die guten Anzüge wieder auf Kammer abgegeben worden, nun müssen sie wieder heruntergeholt werden. Die Hauptleute hatten gehofft, in diefer Woche mit der Ausbildung des Zuges beginnen zu können, nun müssen sie wieder en dltai exerziren lassen Alle hatten gehofft und geglaubt, fertig zu sein mit Allem, was bei der Rekrutenbesichtigung drum und dran hängt, nun fängt es wieder von vorn an. Erbarmen! Ab es erbarmt sich Niemand der geplagten und gequälten Seelen. Der Herr Oberst weiß, daß Se. Exzellenz den Hauptwerth auf einen tadellosen Helmsitz, auf guten Haarschnitt und auf einen strammen Parademarsch legt, und so legt er denn diefe drei Dinge seinen Hauptleuten noch ganz besonders an's Herz. Um elf Uhr will der Herr Oberst sich am nächsten Vormittag den Parademarsch einmal ansehen. Damit die Sache dann klappt und damit sie nicht zuviel auf den Hut bekommen, einigen sich die drei BataillonZkommandeure dahin, daß sie von zehn Uhr an gemeinsam nach den Klängen der Trommler und Pfeifer ! Parademarsch im Bataillon üben wollen. Damit die Sache dann klappt und vamit sie nicht zuviel auf den Hut bekommen, beschließen die Herren Haupt, kute, daß sie von neun Uhr an nac

den Klanqen der Spielleuie der Kompagnie Parademarsch üben wollen. Der Hauptmann der ersten Kompagme beschließt sogar, um acht Uhr mit dem Parademarsch anzufangen, erstens ist der Kasernenhof dann noch leer und zweitens denkt er: je länger man ctwas übt, desto besser ist es. Am nächsten Vormittag um acht Uhr beginnt denn auch das Vergnügen. Damit gar keine unnütze Zeit verloren wird, hat der Häuptling befohlen, daß bei seinem Erscheinen die Points schon stehen sollen, daß das Federvieh, die Spielleute. auf dem richtigen Fleck stehen, daß die Offiziere schon den Degen gezogen haben, kurz Alles, was

, -Erretter. Dann ruft er Antreten!" Die Zeit ist kostbar und muß ausgenutzt werden, ihm stehen ja nur drei knappe Stunden zair Verfügung. Drei Stunden! Selbst mit einer , Logarithmen - Tafel kann man nicht i ausrechnen, wieviel Parademärsche 1 man innerhalb dieser Zeit ausführen j kann, Der Häuptling ist wegen feiner Rücksichtslosigkeit bekannt fchon äußerlich sieht man der langen, hagcren, aber trotzdem sehnigen und mus- j kulösen Gestalt an, daß mit dem Be- ! sitzer dieser Figur schlecht Kirschen essen ist. Eine eiserne Willenskraft uno j Energie spricht aus den scharfen Zügen und den stieren blauen Augen. Der Häuptling behandelt Alle gleich ; schlecht: die Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften, und so kommt es, ! I daß die Chargen mehr auf Seiten ih rer Leute stehen, als auf der des Hauptmanns. Na. Kinder, denn man zu, nur : Muth, dann wird die Sache schon ge-! hen. sagt der Herr Oberst zu den Leuten; dann tritt der vorderste Zug an. Der Parademarsch ist nicht schlecht, aber er könnte besser sein; und so sagt der Häuptling dann, als der Zug an ihm vorübermarschirt ist: Zurück marsch, marsch!" . Der Zug theilt sich, die eine Hälfte läuft um den linken, die andere Hälfte ! hinter dem Hauptmann um den rechten ! Flügel des zweiten Zuges, der sich bereits im Marsch befindet, herum die Front muß freigemacht werden. Der zweite Zug marschirt nicht schlechter als der erste, aber auch nicht besser was dem Einen recht ist. ist dem Zweiten auch beim Militär billig, und so ruft der Häuptling auch dem zweiten Zug zu: Zurück marsch, marsch!" Die Front wird freigemacht, denn der dritte Zug naht. Der Leutnant, der mit zwei Schritt Abstand vor der Mitte seiner Leute marschirt, ruft den Rekruten mit halblauter Stimme zu: Die Beine 'raus, Fungens!" denn er will seinem Hauptmann beweisen, dat s-ine Rekruten gut sind und mehr k-tst ls die alten Leute, die sich ..a. ". f Befehl, auch an dem ParadenuC)i betheiligen und die zurückgeschickt wurden. ..Die Beine 'raus!" wiederholt er noch einmal. Und die Beine fliegen, daß es eine ! Freude ist aber sie fliegen zu hoch, die Wahrheit liegt auch hier, wie so häufig, in der Mitte. Zurück marsch, marsch!" Die Front wird freigemacht, denn der erste der zurückgeschickten Züge naht von Neuem. Der Marsch ist nicht schlecht, das kann man nicht behaupten, aber er könnte doch noch besser sein. Zurück morsch, marsch!" Verflucht noch mal," denkt der Leutnant, dann dreht er sich kurz um und treibt seine Leute im Galopp zurück, sie müssen schnell verschwinden, damit die Front für den nächsten Zug frei wird. Als die Leute vorübermarschiren, spricht der Hauptmann gerade mit seinem Feldwebel, der neben ihm steht er paßt nicht auf und sieht nicht nach dem Marsch hin, er weiß nicht, war er gut oder schlecht? Na. er wird wohl nichts getaugt haben besser t ii . , tc c - Ofn s.: ijcmc er rouii uuj jeueu yruu jcui können. Zurück marsch, marsch!" Die Rekruten nahen, der Leutnant marschirt wie eine Puppe, tadellos. und auch die Leute machen ihre Sache gut. sehr gut. sie wollen zeigen, was sie können, und sie zeigen es, der Beinsatz und die Haltung der Fußspitzen ist beinahe vollkommen aber die Gewchrlage taugt nichts. Zurück marsch, marsch!" Und diese drei Worte ertönen noch unzählige Male im Laufe des Vormittags die Offiziere. Unteroffiziere und Mannschaften fangen an, unruhig und nervös zu werden, dann werden sie ärgerlich und endlich werden sie wüthend. Am liebsten sagten Alle dem Vorgesetzten, wie sie über ihn denken, aber das dürfen sie nicht so fluchen sie denn Alle in sich hinein und beschuldigen sich gegenseitig, zu bummeln und dadurch an dem Zurück marsch, marsch!" schuld zu sein. D:r Häuptling sieht's, wie seine

Leute, die warm geworden sind, dampfen, er sieht die Schweißtropfen, die sich unter den Helmen bilden und dann die Stirn und die Wangen hinunterlaufen, er sieht seine Leute scharf an und sieht in ihren Mienen, was sie denken aber das rührt ihn .Alles nicht, er bleibt kühl bis an das Herz hinan und er spricht fein Zurück marfch, marsch!" so ruhig und gleichgiltig, als wenn er in einem Restaurant zu dem Kellner sagte: Noch ein Glas Bier!" Als er keine Lust mehr hat, immer wieder Zurück marfch, marsch!" zu sagen, läßt er es bleiben und winkt nur noch mit dem Zeigefinger der rechten Hand: das ist einfacher und bedeutet dasselbe. Einmal wagt es ein Leutnant, der sich im Stillen gegen diese Behandlung auflehnt, diesen Fingerzeig zu übersehen er marschirt ruhig weiter, aber seine Leute sind nicht so muthig wie er selbst, sie haben, als der Finger sich hob, kurz Kehrt gemacht und sind zurückgelaufen. Der Leutnant ist allein auf weiter Flur. Der Häuptling merkt, was in seinem Leutnant vorgeht, aber auch das läßt ihn ganz kalt, er wird ihm nicht einmal grob, er winkt nur noch mit dem Finger. Da sieht der Leutnant ein. daß es gegen das Zurück marsch, marsch!" keine Auflehnung und keinen Widerfpruch gibt. Gehorsam macht er Kehrt und läuft im Marsch marsch" seinen Leuten nach. Einmal passirte tl irgendwo, daß ein Leutnant, der mit seinem Zug auch beständig zurückgeschickt wurde, sich darüber fehr verwunderte, daß er einmal mit seinem Zuge vorbeikam, ohne daß aus dem Munde des Herrn Hauptmanns das übliche Zurück marsch, marsch!" ertönt wäre. Der junge Leutnant glaubte, daß hier ein Irrthum vorläge, und infolge dessen kommandirte er selbst, so laut er konnte: Zurück marsch, marsch!"

Der Leutnant wurde angehaucht, daß ihm die Augen übergingen, und dadurch kam ihm von Neuem die Erkenntniß. daß es nicht nur sehr schwer, sondern sogar unmöglich ist, seinen Vorgesetzten etwas recht zu machen. U2 Der Zug der Mädchen vom Lande in die Großstadt erhält eine schauerliche Beleuchtung durch die Veröffentlichung des Zahlenmaterials der allein in Berlin im Laufe eines Jahres vorgekommenen Bestrafungen gefallener Mädchen. Nicht weniger als 21.798 Bestrafungen wurden im Berliner Stadtvogteigefängniß für Frauen wegen Vergehens gegen die Vorfchriften der 'Sittenpolizei im vorigen Jahre vollzogen. Ein wie starkes Aufgebot das Land hierbei stellt, geht aus folgenden Zahlen hervor: Von den bestraften Mädchen stammten aus Ber lin 6688. Brandenburg 5365. Ost. Preußen 878. Westpreußen 793. Pommern 1789. Posen 1418, Schlesien 1628. Sachsen 820. Schleswig - Holstein, 93. Hannover 151 Rheinland 120. Westfalen 79. Hess - Nassau 59. Mecklenbura 216. Daß Goethe mit ..Werthers Leiden" bei sentimentalen Liebhabern viel Unglück angerichtet hat, ist bekannt. Einen ähnlichen Erfolg" hat nun auch Sienkiewicz mit seinem Roman Quo vadis?" errungen. Der Marquis von Ribiers war von Canet, feinem Herrensitze, mit seiner Frau nach Paris gereist und hatte dort in einer Pension in der Rue Richelieu Wohnung genommen. Dieser Tage kam er zum Diner nachHause mit dem Roman von Sienkiewicz in der Hand, den er eben gekauft hatte. Nach dem Diner begab sich der Marquis zu Bett und fing an zu lesen; er las und las bis 3 Uhr Morgens. Dann stand er auf, öffnete das Fenster und stürzte sich auf das Straßenpflaster, wo er mit zerschmettertem Schädel todt liegen blieb. Als Leiche hielt er noch das Buch in der Hand, das bis Seite 280 aufgeschnitten war, wo das Gespräch erzählt ist zwischen Vinicius und Petronius, der jenem räth zu reisen, um Lygia zu vergessen. Wer war die Ly- j gia des Marquis von Ribiers? oder i war der Herr Marquis schon vorher etwas transcendental? In Florennes (Frankreich) erschoß sich der 84 - jährigeRentner Flostroy. Er war vor etwa 50 Jahren nach Amerika gegangen, hatte zuerst sechs Jahre in einem Getreidelager gearbeitet, dann eine Gerberi angelegt und schließlich die verschiedenstenGeschäfte unternommen, bis er an 4.000.000 Francs Vermögen hatte. Vor zwei Jahren tauchte er in Nizza auf. kaufte dort eine Villa und schrieb an seine Angehörigen in Belgien, daß er sie nächstens besuchen werde. Etwas später sandte er an den Bürgermeister von Florennes 21.000 Francs und zwar in Werthpapieren als Muster ohne Werth" mit dem Auftrage, den Betrag an die Armen zu vertheilen. Voriges Jahr kam der alte Junggeselle selbst nach Florennes. wo er von seinen Verwandten selbstverständlich mit offenen Armen empfangen wurde. Er zeigte sich aber alsbald schwermüthig, und schließlich erfuhr man, daß er in letzter Zeit viel Geld verloren hatte. Nachdem er fchon einmal einen SelbstMordversuch gemacht hatte, gelang ks ihm letzter Tage von neuem, einen Revolver zu erhalten und seine Absicht auszuführen. Er besaß noch an 40.000 Francs, wovon er 20,000 Francs in der Tasche hatte.

Täglicher Marktbericht. Viehmartt. Jndianap'ls Union Viehhöfe, 26. Rindv ieb. Auserlesene bis prima Stiere, 350 Pfd. m. . aufwärts 55.15 Gute bis mittlere Stiere 350 Pfd. und aufwärts 4.65 Auserlesene bis prima Stiere 1150 bis 13V0 Pfd 4.65 Gute bis mittlere 1150 bis 1300 Vtd. Stiere.. .. 4 '2h April. 5.75 5.20 5.30 4.65 4.60 4.75 4.10 3.65 4.35 3.60 2.70 5.5( 6.0 4 25 3.65 3.75 $50 $30 ' Mittlere ms gute Stiere 900 bis 1100 Pfd . . . . 4.00 Gute bis gewählte Rinder. 4.15 ! Mittlere bis gute Rinder. 3.75 ! Gewöhnliche leichte Rinder 3.25 Gute bis gewählte Kühe. . 3.75 'Mittlere bis gute Kühe.. 8.00 ! Gewöhnliche alte Kühe.. 1.50 ! Kälber 5.00 Schwere Kälber 3.50 Prima bis fancy Exvort Bullen 3.75 Gute bis gewählte Schläch. ter Bullen 3.40 Gewöhnliche bis guteBullen 2.75 Glte Kühe mit Kalb $35 GewöhnlicheKühe mit Kalb $20 Schweine. Gute bis gewählte, mitt lere und schwere $5.95 Gemischte. schw.Packing 5.85 Gute bis gewählte leichte 5.85 Gewöhnliche leichte 6.80 Pigs 5.60 Roughs 5.00 Schafe. Gute bis gewählte Lämmer 5.00 Gewöhnliche bis mittlere Lämmer 4.C0 Gute bis gewählte Schafe 4.00 Ordinäre bis gute Schafe 3.00 Stockers 2.75 Böcke, per 100 Pfd 2.75 6 07 5.95 6.92 5.85 5.75 6.50 6.25 4.75 4.40 3.75 3.50 3.50 Früchte und Gemüse. Früchte. Ananas $2.50 per Dutzend. Ciironen, $3.00 für 360. Acpfel, $3.50-$4.00 per Faß. Feigen, 12c-16c. Bananen, 1.25-1.50 per Bunch. Datteln, Perfische 5c per Pfund. Kokusnüsse, 3.50-4.00 per Hundert. Cranberries $2.75 per Vushel Crate Orangen, $3.00 $3.25 per Box. Erdbeeren 40c per Quart. Rhubarb 25 30c per Dutzend. Alte Gemüse. Kraut, $1.50 per 100. Zwiebeln, Spanische $2 .00 per Crate; rothe Globe $1.60 per Bushel ; weiße Globe $3.50 per Faß. Kartoffeln, ,?1.45 per Faß; prima Burbanks und runde weiße 60c per Bufhel; zum Versandt gepackt, 5c mehr. Süßkartoffeln-Jersey $3.00 per Faß. Illinois $2.50. Celery, 40-65c per Bunö. Weiße Rüben 90c per Faß. Parsnips gewaschene $2.00pcrFaß. Neue Gemüse. Blumenkohl $1.50 per Dutzend Schallots per Dutzend Bunches 50c Tomatoes Crate, 6 Körbchen $3.50 Radieschen per Dtzd. Bunckes 30c Salat 12c per Pfund. Spinat. $1.50 per Dutzend Bunches. Rothe Rüben 40c per Dtz. Bunches Kehl $1.15 per Faß Oy'ter Plant 25c für 2 Dutzend Bunches. Reue Kartoffeln $7 per Faß. , Gurken $1.50 per Dutzend. Grüne Erbsen $3 per Bushel. Spargeln 35c per Bunch. Kraut $2.50 per Crate. Geschlachtetes Vieh. Frisches Rindfleisch Westliche Stiere 7-7-c; hiesige Stiere 7f-8c; hiesige Rinder 350 bis 500 Pfund 7c-7c; hiesige Kühe 400 bis 650 Pfund 6c; Kühe 660 bis 650 Pfund 6c; Stier Vordervicrtel 7c; Stier Hinterviertel 9c; Rind Hintervicrtel 8c; Rind Vor derviertel 6c; Kuh Vorderviertel 5c; Kuh Hintervicrtel 8c. Frisches Kalbflcifch Kälber94c; Hin. terviertel 13c: Vordervicrtel 8c. Frifches Schaffteifch Lämmer per Pfd. 9c; Schafe 8c; Schenkel 10c; Racks, kurz, 16c. Frifches Schwcineflcifch. Loins 10c11c ; Cottage Schinken 9c ; gehau tete Schultern 8c, ftifche Schinken, 18 Pfund im Durchschnitt, 104c ; Tender loins 18c; Spare Ribs 6c; Tail Bones 5-c. Geräuchertes Fleisch. Sugar Cured Schinken Erste Quali tät: 20-18 Pfund 114c; 15 Pfund 12c; 12-10 Pfund 12c; Zweite Qualität 20-18 Pfund lljc; 15 Pfund IIHc; 12 Pfund 12c; 10 Pfund 12c. kalifornische Sckinken 6 bis 8 Pfund 84c; 10 bis 12 Pfund 8c; 13 b's 15 Pwnd S. Frühstück Speck Klarer English Cured 15c; gewählter Sugar Cured 14c; 6-7 Pfund im Durchschnitt 14c; 8 bis 9 Pfund im Durchschnitt 12c; 10 bis 12 Pfund im Durchschnitt llc; 5 Pfund im Durchschnitt, schmal, llc; 6 Pfund im Durchschnitt, schmal, llc. Speck, Engl. Gewählter, 8 bis 10 Pfund im Durchschnitt, 13c; 10 bis 13 Pfund im Durchschnitt, 12' . Speck Klare Seiten, 50 bis 60 Pf. im Durchschnitt, 10c; KlareSeiten, 30 bis 40 Pfd. im Durchschnitt, 10c; Klare Seilen, 20 bis 60 Pfd., Mc; Klare

Bellies,26 bis 30 Pfd., 10c; 18 bis 22 Pfd.,10Zc;14bis 16 Pfd., Ilic; Klare Rücken, 20 bis 25 Pfd., 10c; Rücken 12 bis 10 Pfd., lozc; Klare Rücken 6 bis 9 Pfd.. 10c. Schultern. Engl. Cured 18 bis 20 Pfund im Durchschnitt c; 16 Pfund im Durchschnitt, 9jc; 10 bis 12 Pfund 9ic ' ' Gevöckeltes Schweinefleisch, Knochen, loses Fancy Pig $20.50; Klares Bean 19.50; Family 17.00; Sdort Clear 16.00: Rumri 15.60. Gedörrtes Rindfleisch Sckinken. reg. Sets, 12c; Außenfeiten 11c; Innen, fetten 134c; Knöchel 134c. Schmalz, in Tierces, 1. Qualität 10i.; 2. Qualität 8c; 3. Qualität 9c. Würste, Geräucherte Zdralwurst 8e; Frankfurter 7c; Wicnerwurst 74c; Knackwurst 7s c; Bologna in Därme 6c, n Tuch 6c. Fische, Auftern und Wildpret. Händler'Preise: Clams Little Recks 75c per 1(u Hummern 25c per Pfund. Shrimps $1.25 per Gallone. Austern Beste Baltimore oderStand. ards, $1.00 per Gallone; beste Balti timore Selccts, $1.10 per Gallone; New York Counts, $1.00 per Hundert; New York Culls, 70c per Hundert; Blue Pomts in Schalen, 75c per Hundert Austern in Kannen New Nork Counts 35c; I. S. F. & Co. Select, 32c; Standard 25c; F. Brand 22c; O K. 18c; R. 15c. See-Fifche. Knochenlose Höringe gefroren, 8c; ftische Häringe 9c; gcrci Nigte Häringe, gefroren, 6c; frifch 7c; Weißfisch 9c; Forellen 94c; No 1 Plckerel 8c; No. 2 Pickcrel 'oder Blaufische 6cc; Black Baß 15c; Croppics 6c; Sunfisch oder Perch 5c; Catfisch 10c ; Buffalo 6c ; Red Snapper 84c per Pfund. Getreide. Weizen-No. 2 rother 73c auf de Geleisen, 72c von der Mühle ; No 3 rother 69 - 71c; April 73c auf de Geleisen; Wagenweizen 73c. Korn-No. 1 weiß 46c; No. 2 weiß 46c; No. 3 weiß 46c; No. 4 weiß 42-44c; No. 2 weiß gemischt 45e; No. 3 weiß gemischt 45c; No. 4 weiß gemischt 41 - 43c;No.2gclb45jc;No. 3 gelb 45ic; No. 4 gelb 42z-43zc; No. 2 gemischt 45c: No. 3 gemischt 45c; No. 4 gemiscbt 41 - 43c; an Kolben 44c. Hafcr-No. 2 weißer 294c; No. 9 weißer 28c; No. 2 gemischter 274c; No. 3 gemischter 26c Heu-altes No. 1 Timothy 12.7513.25 No. 2 Timothy 11.25-12.25. Kaffee. Folgendes find die Jndianapoli Preise : Gewöhnl. bis guter 12c-18c; prima bis gewählter 20-22c. Fancy 26-27c; Golden Rio 23-26; Java 28-31c. In Packeten: Aliosa $11.76, Lion 11.76, Jersey 15.17, Caracas 11.25. Dillworth' 11.75 Dutch Java Blend 16.50, Mail Pouch 11.75, Gates Blendcd Java 11.75. Groceries. Zucker Dominoes 6.37c; Stückzucker 6.37c; pulverfirter 5.97c; pul. verifirter 6.02c; Standard granulirter 6.77c; feiner granulirter 5.77c; Cubes 6.12c; Confectioners'A 5.57c; Ridge wood A 5.37c; Phöni, A 5.32c; Empire A 5.27c; Ideal Extra Golden C 5.22c; Windfor Extra C 6.12c; Ridgewood extra C 6.02c; gelber C 4.92 ; 16 ge! ber 4.77. Eingemachte Früchte BlackberrieS, 3 Pfund, $1.10; Peaches Stand. 3 Pf., $2-2.25; Seconds 3 Pfund $1.50 $1.65; Pie $1.40-1.50; AnanaS, Standard, 2 Pfund, $1.65-1.90; See onds, 3 Pfund, $1.25-1.46; grüne Bohnen, 3 Pfund Kannen, $1; Bahama Ananas $1.90-2.25; Gesiebte Erbsen $1.10-$1.76; ftühe Juni $1-1.25, Marrow 95c, eingeweichte 55c 80c; Tomatoes, 3 Pfund, 90c-$1.00;Zucker korn 80c $1.00; Apfelbutter, per Dutzend 3 Pfund, 90c. Vntter, Eier nd Geflügel. Händler bezahlen folgende Preise : Butter, frische, 10c 12c Eier, llc per Dutzend. Hühner 7c; Turkeys: jungeHähne K Pfund und darüber 6c ; junge Hennen 7 Pund und darüber 7c ; alte Hennen 5c ; alte Hahne 4c; Culls und Krumbrüstige 4c ; Enien 6c; Gänse 5.40-6.00. Kohle. Tonne K X:nn Anthracits $7.00 3.65 Rauchlose 4.50 2.40 Jackson 4 00 2.16 Pittsburg 4 00 2.16 Raymond City 4. 00 2.15 Winifrede 4.00 2.15 Kanawha 4 .00 2.15 Luhrig 3.50 1.90 Brazil Block 3.50 1.90 Green County 3.00 1.66 Jndiana Lump 3.00 1.65 Slack 2.00 1.15 Bloßburg 5.00 2.65 Lump Coke 11c per Bush. $2.75 per 26 Bushel. $1.50 per 12 Bushel. Zerkleinerter Cok- 13: perVu. $3.25 pr 2 B. $1.75 per 12s B.

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