Indiana Tribüne, Volume 24, Number 219, Indianapolis, Marion County, 26 April 1901 — Page 1
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Tribüne.
Tage- und F 5onntagsblatt I 8 1'per Woche. I
Jahrgang 24.
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Furchtbare ßzploston. Die elektro-chemifche Fabrik in Grieshelm bei Frankfurt a. 991 zerstört. lkzefshr 200 Personen getödtet und ucraninjct. ?as ga'.ize yrolze Etablissemenl niedergebrannt. , Herr Telcaffe vom Zaren cra pfangen. Rußlands Pläne im Osten. Ein aucklicher deutscher 5pion in Paris verhaftet. Kaiser Wilhelm in Bonn. verschiedenes von den Philippinen. Furchtbare Explosion. Frankfurt a. M., 26. April. Die Dampfkessel der Griesheimer elektro-chemifchen Werke, in der Nähe von Gricsheim. explodirten am Donncrsing Nachmittag und die Anlage geri;;ö in Brand. 50 Personen sollen zetöotet und 140 verletzt worden sein. D'n Detonation war in Frankfurt gütlich vernehmbar. Die Frankfurter Feuerweh und Ambulanzen sind nach dem Schauplatz der Katastrophe abgezangen. Das Feuer nahm bald eine gewaltige Ausdehnung an und man erwartet alle Augenblicke weitere Explosionen. Das Zeuer hat bereits den Fluh übersprunzen und mehrere Häuser in Schwanheim stehen in Flammen. Eine halbe Kompagnie Infanterie und viele Aerzte sind nach der Brandstätte abgegangen. Man glaubt jetzt, dah die Explosion in dem Laboratorium, wo rauchloses Pulver hergestellt wird, stattfand. Die Zahl der Todten und Verwuneten wird auf 150 geschätzt, kann aber icht eher mit Genauigkeit ermittelt verden. bis die 2lrbeiterliste mit den Ueberlebenden verglichen werden kann. Das Feuer brennt noch immer mit un?erminderter Heftigkeit weiter, obgleich Dev größte Theil der Frankfurter Zeuerwehr und das Militär das Aeuferste thun, um dasselbe auf seinen ')erd zu beschränken. Provisoriicye Hospitäler sind in der Nachbarschaft 'ingerichtet worden. Das Feuer wurde durch die Erploston mehrerer Behälter mit Ehemikaita in der Abtheilung für Sprengstopfe verursacht und kam um 3 Uhr Nachmittags zum Ausbruch. Mit unglaublicher Schnelligkeit theilte es sich zen angrenzenden Gebäuden mit und 'efcte die am anderen Ufer des Main iegenden Häuser von Schwanheim in Brand. Als die zweite Explosion erolgte. machte es der dichte Rauch und )ie Masse brennender Chemikalien den Feuerwehrleuten zur Unmöglichkeit. iuf dem Brandplatze zu bleiben. Auch )ie Bewohner von Griesheim erhielten polizeiliche Ordre, ihre Wohnungen zu .'äumen und flohen mit Kind und Ket nach Frankfurt. Tie letzte Explosion erfolgte um 7 Ihr 50 Minuten Abends und nachdem die Behörde überzeugt hatte, dag .'ine weitere Gefahr vorlag, erhielten ie Bewohner von Griesheinr die Eraubnitz in ihre Wohnunzen zurückzuehren. Um 8 Uhr 30 Abends brannte das Zeuer noch im Mittelpunkt der Werte rnd bei Fackelschein wurden die Verletzen sowie die Leichen der Getödteten uner den Trümmern hervorgezogen. Der Eisenbahnverkehr mit Frank urt war während der Dauer des Brandes eingestellt und nur die Züge nit den Verwundeten wurden beför)ert. Die Detonation, welche den Anlaß zu dem verheerenden Brande gab. war 'ine so furchtbare, daß sie selbst in Nainz noch deutlich vernommen wuroe. IS Cylinder, jeder mit 100 Kilogramm rauchlosem Pulver gefüllt, flogen zu Weicher Zeit im Laboratorium in die öuft. Trotzdem von allen Seiten die Feuerwehren herbeieilten, waren die ööscharbeiten wegen der großen Quan.itäten leicht entzündlicher Chemikalien und der fortgesetzten Explosionsgefahr mit den größten Schwierigkeiten verKunden und erst nach fünfstündiger anzestrengtester Thätigkeit gelang es. das Feuer unter Kontrolle zu bringen, so )aß mit der Rettung der Verunglückten begonnen werden konnte. Man befürchtet. daß nahezu 200 Personen getödtet .'der verwundet wurden. Herr Delcasfe beim Zaren. St. Petersburg. 26. April, crr Delcasse. der französische Minister
des vieuBeien, und Gras amsdortf, Der russische Minister des Aeußeren. bezaben sich am Donnerstag Morgen nach Tsaskoe Selo. wo sie mit dem Zaren frühstückten. .r?crr D'lasse hatte nachher eine lange Unterredung mit dem Zaren, der ihm ein prächtiges Etui aus Nephrit zum Geschenk machte, welches ein Mi niatur-Porträt des Zaren, in Brillan tcn gefaxt, enthält. D e r Kaiser in Bonn. Von n, 26. April. Bei dem In-auguratiLns-Kommers. welchen die Studenten am Abend in der B-ethoven Hall: abhielten, erschien der Kaiser in Civil in Begleitung des Kronprinzen. Beim Eintritt in die Halle legte der Kaiser die Farben des Korps Borussia an und hielt im Laufe des Abends eine längere Ansprache an die Versammelten. Aus dem deutschen Reich. Berlin. 26. April. Der ..Vorwär:s" fordert in großer Schrift die deutschen Arbeiter auf. am 1. Mai den Arbeite? - Tag zu feiern, um gegen den Militarismus, den ungerechten Krieg in Südafrika und in China und gegen Cäsarismus proiestiren. Die letzten Ernte-Nachrichten aus ganz Deutschland lassen die Lage in einem etwas besseren Licht erscheinen als die Lage in Preußen allein, die eine höchst unbefriedigende ist. Tie Berliner Presse, mit Ausnahme der balboffiziellen Organe und der konservativen Journale, beurtheilt die Rede, welche Kaiser Wilhelm beim gestrigen Kommers in Bonn hielt, in wenig günstiger Weise. Alle halten sich mehr oder weniger über seine anglophilen Aeußerungen und seine Anspielungen auf den deutschen Neid" auf. welchen die National-Zeitung" das größte deutsche Laster" nennt. Eine Urnahl liberaler Blätter, wie das Berliner Tageblatt" und die Bossische Zeitung", weisen darauf hin. daß dieser deutsche Neid" der verarmten Landedelleute gegen Handel und Kapital der Grund der jetzigen agrarischen Gesetzgebung sei. Die Kölnische Zeitung" sagt, daß der Kaiser Wilhelm und der Kronprinz am Donnerstag dem Benediktiner-Klo-ster in Maria Lach einen Besuch abgestattet hätten. Auf die Begrüßungsrede des Abtes antwortend, habe der Kaiser gesagt, daß die Benediktiner stets auf seinen Schutz und auf sein: Gunst rechnen könnten Er unterstütze die Bemühungen Aller, die Religion im Volke zu verbreiten. Russische Diplomatie. Paris. 26. April. ,.Le Courier du Soir". eine Zeitung, die gewöhnlich in Regierungsangelegenheiren gut unterrichtet ist. erklärt, daß die Erledigung der chinesischen Frage eineFinanzAngelegenheit sei. Das Blatt sagt, daß Rußland wieder einen oft bewährten Plan zur Ausführung bringen und China das Geld vorstrecken wolle, um die Entschädigungssumme an die Mächte bezahlen zu können; Frankreich aber Rußland das Geld dazu liefern solle. Nachdem die Entschädigungen bezahlt sind, würden dann die Truppen mit Ausnahme der Gesandtschaftswachen abziehen und es würde dann eine neue Periode beginnen, in der China ohne Zweifel sein Möglichstes thun würde, um die britische und deutswe Regierung betreffs der übrigen Forderungen hinzuhalten und zu ermu- - den. Rußland würde aber die Mandsckurei als Sicherheit für das Darlehen behalten. Dies scheint der Plan zu sein, den Herr Delcasse in St. Petersburg jeyt mit dem Grafen Lamsdorff und dem Finanzminister Witte bespricht. Die Deutschen in China. Berlin. 26. April. Eine Depesche des Lokal-Anzeiger" aus Pao Ting Fu sagt: Die deutsch-französi-schen Expeditions-Kolonne ist bis ganz nahe an das unter dem General Liu stehende chinesische Heer, das ungefähr Z5.000 Mann stark zu fein scheint, herangekommen, die Chinesen scheinen sich aber hinter die große Mauer zurückziehen zu wollen. Drei starke Positionen, welche die Chinesen noch vor wenigen Tagen besetzt hatten, waren verlassen, als die deutschen Truppen cnkamen, und alle Geschütze waren entfernt worden. Die Deutschen marschirten über unwegsam: Gebirgspässe nach dem Thor in der großen Mauer bei Nieng Twi Kan. P e k i n g . 25. April. Die Expedition von Pao Ting Fu ist definitiv zurückbeordert worden und die französischen Truppen haben Befehl erhalten, nach ihren bisherigen Garnisonsorten zurückzukehren. Zwei deutsche Soldaten wurden auf der Expedition getödtet. Es waren zwei Kundschafter, die sich zu weit vorgewagt hatten. Die Anklagen gegen Wernher. B c i t & Co. L o n d o n. 26. April. Die Anwälte des Varlaments-Mitqliedes Arthur B.
ndianapolis, Ind., Freitag, den 2si. April 1901.
Marryam yaoen dte Advokaten der Firma Wernher, Beit & Co. benachrichtigt, daß ihr Klient bereit sei. öffentlich die Behauptung zu wiederholen, die er im vorigen Monat imarlam:7!t gemacht, dahinlautend, daß die KomMission, die eine Untersuchung betreffs des Werthes der von der TransvaalRegierung vergebenen Konzessionen führen soll, aus Personen zusammengesetzt sei, die mit mehreren der großen südafrikanischen Firmen in Teroindung stehen, und daß eine dieserFirmen. Wernher, Beit & Co.. nichts weiter als eine Bande gemeiner Diebe und Schwindler sei. Herr Markham wolle dies thun, sobald Wernher. Beit & Co. die gegen ihn erhobene Verläumdunzöklage zurückgezogen habe, damit die Firma Gelegenheit erhalte, eine neue Klage anzustrengen, in der 'strc.flosigkeit für eine im Parlament gehaltene Rede nicht geltend gemacht werden könne. Wernher. Beit & Co. werden die Berläumdungsklage sofort zurückziehen. Schreckliches Schicksal von Geldsuchern. Victoria. B. C.. 26. Apri.'. Auz Dawson City wird über das schrecklich! Schicksal von sechs Goldsuchern, die sich nach dem Copper River Distrikt begeden hatten, wie folgt gemeldet : Die fechs Männer hatten vor drei Jabren Seattle verlassen und waren direkt nach dem Copper River gereist, Als sie den Valdez-Gletscher überschritt ten, fiel einer der Männer in eine Eis' spalte. In einer Tiefe von 75 Fuß blieb er zwischen den Eiswänden stecken und es war unmöglich, ihm Hilfk zu bringen, da kein Sei! vorhanden war. Der Verunglückte war noch eine Zeit lang bei voller Besinnung und gab seinen Kameraden noch einige Instruktionen. Das nächste Unglück ereignet? sich, als die übrigen fünf Männer auf einem Floß den Fluß hinabtrieben. Das Floß zerschellte in den Stromschnellen und drei der Goldsucher kamen um's Leben. Von den beiden anderen, die das Ufer erreichten, hatte der eine einen Arm gebrochen und der andere schwere innerliche Verletzungen erlitten. Di Beiden waren jetzt ohn? alle Lebensmittel und Hunderte von Meilen von aller Civilisation entfernt. Der Mann, der sie schwere innerliche Verletzungen erlitten hatte, starb nach mehreren Tagen furchtbaren Leidens. Der noch allein übrig gebliebene Goldsucher wanderte dann dreizehn Tagt lang allein in der Wildnih umher. ohn etwas zu essen zu haben, bis ihn du Sinne verließen. Als das Erinnerungsvermägen in ihm erwachte, befand er sich unter freundlich gesinnten Indianern, die ihn ein ganzes Jahr gepflegt hatten. Nach vielen Mühen gelangte der Mann endlich nach Dawson. . Ein falscher Erbe. London. 26. April. Das Chan-cery-Gericht hat entschieden, daß Gras Remhold Edward Moore von Rosen, der in Stockholm ansässig und der älteste Solm des früheren schwedischen Kammerherrn Graf Carl von Rosen und seiner amerikanischen Gattin, einer geborenen Moore, ist. der wirkliche Graf und rechtliche Erbe des Vermögens ist. das seine Großmutter, Frau Clara Jessup Moore, hinterlassen hat. Ein Anderer hatte sich in den Ver. Staaten als Graf Reinhold ausgegefal und behauptet, die von Rosens in Stockholm hätten den dortigen Grafen für ihn substituirt. Der Richter Joyce kam zu der Ansicht, daß der Mann, der in Amerika die Ansprüche erhoben hat. ein Betrüger sei. Es handelt sich hier um ein Vermögen von ungefähr 5300.000. Frau Moore war besser als Frau Bloomfield Moore bekannt, die den Philadelphiaer Erfinder Keely mit seinem mysteriösen Motor Jahre lang finanziell unterstützt hatte. Graf Tolstoi's Bild darf nicht ausgestellt werden. London, 26. April. Eine De pefche aus St. Petersburg sagt, daß die russische Regierung die Ausstellung des lebensgroßen Gemäldes von Graf Leo Tolstoi, von Repine, in Moskau verboten habe. Tolstoi wird auf dem Gemälde in Bauerntracht und barfuß dargestellt und wurde ihm von dem Publikum ein ungewöhnlicher Tribut gezollt, s -wurde von Hunderten mit Blumen geschmückt. Erdbeben. R o m. 26. April. In vielen Theilen Italiens wurde am Mittwocy ein Erdbeben verspiirt. Das Centrum c:r Erschütterungen scheint in der Nachbarschaft von Palombaro Sabina geWesen zu sein. Die Mauern vieler Häuser bekamen Risse und die Bewohner flüchteten sich ins Freie, wo sie die Nacht zubrachten.
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Von dem Präsidenten Me. Kinkey empfangen. Sie hatten mich eine lange limx cxti) mit lern Seine tär lloot. Albert T. Patrick c Formell der Ermordung von Wm. 2)1 Rlre angeklagt. Lo einem Elephanten getödtet. Tas Thier mußte vergiftet werden. T'r Mahoning-Fluß noch immer an teigeu. D i e c u b a n i s ch e n D e l e g a t e r in Washington. W a s h i n g t o n . D. C.. 26. April Die albanischen Delegaten. die hieryergekommen sind, um mit der Regierunc Rücksprache betreffs der Zukunft Cu bas zu nehmen, wurden am Donnerstag Vormittag im Weißen Hause vor dem General Wood dem Präsioenter McKinley vorgestellt. Die Unterredung dauerte nicht lange und war auj den üblichen Austausch von Freund: schaftsversicherungen beschränkt. An Abend waren die Cubaner die Ehren gäste bei einem Staats-Bankett. das in Weißen Hause veranstaltet worden wai und dem außer den Cubanern dit sämmtlichen Mitglieder des Kabinets General Wood. Senator Platt vor Connecticut, der Verfasser des Platt; Amendements. Senator Lodge vor Massachusetts und andere Senatorer und höhere Offiziere beiwohnten. Die Geschäfte, um die es sich bei bei Delegation handelt, werden zwischer dieser und dem Kriegssekrctär Root erledigt werden, der in dieser Angelegenheit den Präsidenten vertritt. Die Delegaten hatten am Nachmittag eine drei Stunden lange Unterre dung mit dem Kriegssekretär, in de? die Beziehungen zwischen Cuba und der Ver. Staaten eingehend besprocher wurden. Was verhandelt wurde, if nicht bekannt geworden, und m Kriegs-Departement wurde die Erklär rung abgegeben, daß erst dann etwa! bekannt gemacht werden würde, wenr definitive Resultate erreicht worder seien. Bei der Unterredung im Weißer Haus wurden keine wichtigen Angelegenbeiten berührt. Senor Capote. bei Wortführer der Cubaner, wies darauf hin. daß die Amerikaner und Cubanei Seite an Seite in Cuba ihr Blut vergössen hätten, und er sagte, daß dit Cubaner in den engsten Beziehunger zu den Ver. Staaten zu stehen wünschten. Er sagte auch, daß die Beziehungen zwischen den beiden Ländern au! diesem Grunde die allerfreundschaftlicksten und. in der That, intimere seir sollten, wie sie gewöhnlich zwischen zwe Nationen bestehen. Auch sprach er vor der Danköarkeit. die Cuba für die geleistete Hilfe schulde. Der Präsident antwortete mit um wenigen im freundschaftlichsten Ton ge haltenen Worten. , Der Unterredung im Kriegsdeparte ment wohnten die fünf cubanischen De legaten. ihre Dolmetscher, Sekretäi Root. General Wood. derHilfs-KriegZ Sekretär Sanger und Senor Gonzales der Dolmetscher des Generals Wood bei. Nach Schluß der Konferenz wurdi erklärt, daß die Unterredung für di, Cubaner sowohl wie für Sekretär Roo durchaus befriedigend gewesen sei. An Freitag Nachmittag wird nochmals ein, Konferenz stattfinden. Die Thatsache daß die ganze Konversation mit Hilf, von Dolmetschern geführt werden muß zieht die Unterhandlungen eben etwa hin. Es wurde den Cubanern klar ge macht, daß der Präsident keine Mach: habe, das Platt - Amendement zu mo difiziren. und die Cubaner sind selbs davon überzeugt, daß in dieser Hinsich auch vom ongretz kaum etwas zu er warten ist. die Unterredung drebte fick oayer hauptsächlich um die' Auslegung des Amendements und namentlich um die Jnterventions - Klausel. Die Cubaner sind offenbar schon jetzt davon überzeugt, daß die Ver. Staaten es gut mit Cuba meinen, und sie werden ohneZmeifel in diesem Sinne an die Konvention in Havanna berichten. Nach der Konferenz besuchten die Cubaner General Wood im Richmond Hotel. Am Freitag werden sie die Gäste des Generals Wood bei einem Gabelfrühstück sein. Feuer. D a l l a s . Texas. 26. April. In dem Dallas Overa öouse brack am
Donnerstag Ätorgen um palv vier uyr i Feuer aus. das für $60.000 Schaden ; anrichtete, ehe die Flammen gelöst werden tonnten. Der Verlas: ist durch i
Versicherung gedeckt. Ein Däumling. Warsaw. Ind.. 26. April. Frau Cluee SechereÜ von hier geoar am Mit:.occh einen Knaben, der weniger als zwei Pfund wiegt, aber perfekt entlr :;;t ist. Das Kind ist keine 12 goL groß und ein Fingerring kann über die Hand gezogen werden. Das Kind wird wahrscheinlich am Leben bleiben. Eine gefälschte Depesche. C l a y t o n , N. M.. 26. April. Der Sheriff dieses Countys erhielt am Mi::w?cb Abend eine Depesche, die O:cros' unterzeichnet war und in weleher es bieß. daß der Präsident McKinley dem Eisenbahn-Räuber Thomas Ketchum. alias ..Black Jack", der am Freitag in hiesiger Stadt gehängt werden soll, einen Aufschub bis zum 25. Mai bewilligt habe. Der Sheriff telegraphirte sofort an den Gouverneur und dieser erklärte die Depesche für eine Fälschung. Seitdem hat der Sheriff die Wachen im Gefängniß verdoppelt und andere Vorsschtsmaßregeln ergriffen, um einen Befreiungsverfuch. der offenbar von den Freunden Ketchum's vorbereitet wird, prompt vereiteln zu können. Als Ketchum am Mittwoch Morgen von Santa F hierhergebracht wurde, ersuchte er den Sheriff um die Erlaubnih. den Galgen besichtigen zu dürfen, an dem er gehängt werden soll. Der Wunsch wurde ihm erfüllt und Ketchum drückte seine Zufriedenheit über die Vorbereitungen aus. er sagte aber, daß die starke Umzäunung entfernt werden sollte, damit die Boys" die Hinrichtung mit ansehen könnten. Der Sheriff wird indessen dafür sorgen, daß die Boys" nicht zu nahe herankommen. Ernennungen. Wa shington.D. C.. 26. April. Der Präsident machte am Donnerstag die folgenden Ernennungen: Gordon Paddock von New Dork zum Sekretär der Ver. Staaten Gesandtschaft in Söul. Korea; Courtlandt K, Volles von Pennsylvanien zum Konsul der Ver. Staaten in Kiel, Deutschand. und Charles M. Dickinson zum Agenten der Ber. Staaten in Sofia. Bulgarien. Ferner: Andrew M. I. Cochran zum Ver. Staaten Distriktrichter für den östlichen Distrikt von Kentuckyj James H. Tinsley zum Ver. Staaten Anwalt und S. G. Sharp zum Bundesmarsckall für den östlichen Distriki von Kentucky. Der Präsident hat außerdem Jsaal N. Medford zum Postmeister in Fort Recovery. Ohio; Joseph Smith zum Postmeister in North Vernon und Samuel E. Gray zum Postmeister in Terre Haute. Ind.. ernannt. L e x i n g t o n . Ky.. 25. April. Sterhen G. Sharp von hier, der vom Präsidenten McKinley zum Marschall für den neuen Kentuckyer Gerichtsdistrikt ernannt worden ist. war ein Mitglied von Morgans Raiders" unt kämpfte während des ganzen Rebellionskrieges auf Seiten der Konföderirten. Er war sein ganzes Leben ano ein Demokrat, als aber das GoebelGesetz in Kentucky erlassen wurde, trai er aus der Parrei aus und ging zu den Republikanern über. Er war einer der eifrigsten Anhänger Taylor's in dessen Kampf mit Goebel um das Gouverneursamt. Unter dem Gouverneur Simon Buckner war er Staatsschatzmeifter. Er wurde damals zum Nachfolger des mit $400,000 Staatsgeldern durchgebrannten Schatzmeister Dick" Täte. Er war nach einander County-Anwalt und County-Richter in Fayette. Stadtanwalt in Lexington. Mitglied des Stadtraths und Stadt-Schatzmeister. DesPostdiebstahls beschul' digt. Chattanooga, Tenn.. 26. April. Die hiesigen Post-Jnspektoren sind von der Verhaftung des Hilfs-Postmeisters Charles H. Drexel in Tarpon Springs. Fla., benachrichtigt worden. Die Postmeisterin von Tarpon Springs, die Mutter Drexels, hatte berichtet, daß der Geldschrank im Postamt mit Dynamit gesprengt und um Z1000 beraubt worden sei. Die PostJnsvektoren Berry und Bannerman oon rner nemen eine Untersuchung an und sie beschuldigen nun den jungen Drexel. daß er die ?1000 unterschlagen und. um seine Schuld zu verdecken, selbst den Geldschrank mit Dynamit gesprengt habe. Der Vater Drexel's ist im Postdepartement in Washington angestellt. Von einem Elephanten ge t ö d t e t. Peru, Ind.. 26. April. Henrr. Huffman von Columbus. O.. ein Thierbändiger in Wallace's Zirkus. wurde von dem Elevbanten Bio Ckar-
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sie" getödtet. Während sich der Elc phant im Missininenwaflune bei Peru badete, ergriff er die Wärter mit dem Rüssel und schleuderte sie in den Slroni hinaus. Huffman, der nicht verletzt war. sprach dem Thier gütlich zu. wurde abe, im nächsten Augenblicke wieder von den Thiere ergriffen und mit den Vorderfußen unter Wasser gehalten, bis ci todt war. Dann brach der Elephan! unter lautem Trompeten durch Zäum und Hecken und gelangte schließlich auj ein offenes Feld, wo er sich seine Ver folger vom Leibe hielt. Mit Strychnin vergiftete Aepfe wurden nach ihm geworfen, wovon ei einen fraß und eine Stunde später lac das gewaltige Thier in Krämpfen unt wurde durch einen Schuß getödtet Das Thier hatte schon vorher dre Männer getödtet. Es wog 600( Pfund und hatte einen Werth vor 510.000. Huffman war früher Thierbändiger im Fairmount Park zu Philadelphia und im Central-Park zr New York. Das Hochwasser. V o u n g s t o w n. O.. 25. April.Der Mahoning Fluß steht jetzt 12 Zl höher wie bei der größten bisher bekannten Überschwemmung, und u steigt immer noch einen Zoll in de? Stunde. Der Fluh ist hier eine Meil, breit und er hat alles was nicht nietund nagelfest war fortgeschwemmt Die Pumpen der Wasserwerke arbeitet noch, obgleich sie unter Wasser stehen Tr Eisenbahnverkehr ist ganz unterbrachen. I r o n to n, 25. April. Der Fluf ist jetzt stanonär mit 58.5 Fuß mit man glaubt, daß er am Freitag anfangen wird zu fallen. Mehr als 200 Häuser stehen unter Wasser und mehr at; 1000 Arbeiter sind beschäftigungslos-. Die Steuerschraube. Frankfort. Ky.. 26. April. Die Staats-Steuerbehörde ha! an Donnerstag den Werth der EisenbahnGerechtsame im Staat Kentucky vor Z11.094.426 auf tz15.306.943 erhöht. Ertrunken. Athens. Ohio, 26. April. F. R McGoon, der seit zehn Jahren die Pos zwischen Stewart und New England Athens County. besorgt hat. ist ertrunken, als er am Donnerstag durck einen hoch angeschwollenen Bach fahrer wollte. Sein Pferd ist auch ertrunker und zwei Postsäcke sind fortgeschwemmworden. Albert T. Patrick des Mor. des angeklagt. N e w Y o r k , 26. April. Die Großgeschworenen haben am Donnerstac formell den Advokaten Albert T. Patrick des Mordes im ersten Grade angeklagt. Die Anklage enthäl: zehn Punkte: Patrick wird direkt der Ermordunc des alten Millionärs Wm. Marsh Ric, angeklagt. Der Kammerdiener Chas Jones wird ganz ignorirt. Auch die auf Fälschung lautender Anklagen gegen Patrick, Mauric Meyer und David L. Short sind be. reits ausgefertigt, dem Recorder abei noch nicht eingehändigt worden. Patrick wird allein angeklagt, vier Checks gefälscht zu haben und all drei Männer zusammen sind in Verbindung mit der Ausfertigung des sogenannten Patrick-Testaments. von 30. Juni 1900. der Fälschung im ersten Grade angeklagt worden. m tß Schiffsnachnchten. Liverpool, 25. April. Angekommen: Majestic" von New York. Abgegangen: Commonwealth" nack Queenstown und Boston. Cherbourg. 25. April. Angckommen: Pretoria" von New Aork. nach Hamburg bestimmt. G l a s g o w . 25. April. Abgegangen: Corean" nach Philadelphia. Persian" nach Boston. Queenstown.25. April. Ab' gegangen: Germanic" nach New Dork. Noordland" nach Philadelphia, beide von Liverpool. Antwerpen, 25. April. Angekommen: Nederland" von Philadelphia. Rotterdam. 25. April. Abgegangen: Maasdam" nach Boulogne und New Aork. Telegraphische Notizen. 25. April. In Canton. O.. ist am Donnerstag Frau Maria Saxton. eine Tante der Frau Wm. McKinley, geitorben, Der Ver. St. Gesandte Conger. der auf Urlaub don Peking zurückkehrt, ist am Donnerstag mit dem Dampf Nipponmaru" in San Francisco agekommen. j Weitere Depeschen aus Seite 5.
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