Indiana Tribüne, Volume 24, Number 218, Indianapolis, Marion County, 25 April 1901 — Page 1
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! Ändiana O??? K i L Tage u n ac und SormiaJsMjt: j 10 er Woche. SeSS3i3SS3C5 I Erscheint jeden Zlacti,ittag und Sonntag lilorgen. I Jahrgang 24. Indianapolis, Ind.. Donnerstag, der. 25. April 1901. No. 218
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Kais und Kronprinz
In Bonn angekommen, Wo Die Zmmntrii.ttlntio'.: ött Kronprinzen fia'tfcuX Da Anarchist Romaquoli noch rich: vcrhafet. Opposition gegen die Teutsch Ostafrika Eisenbahn im Reichstag. Im östcrrcichischen Rcichsra!!, Hüben wieder stürmische jenen stattgesunden. , i Heftige Angriffe auf den Erzherzog Franz Ferdinand. Friedcnsunterhandlnngel! Tollen iu Südafrika wieder im Gange sein. Der deutsche Kronprinz a ls S t u d e nt. Bonn. 25. April. Der Kaiser Wilhelm und der Kronprinz Friedrich Wilyelm kamen am Mittwoch Morgen hier an und wurden von der Bevölkerung außerordentlich enthusiastisch empfangen. Während der Kaiser und :;: Kronprinz vom Bahnhof nach dem Schaumburg-Palais fuhren, wurden sämmtliche Kirchenglocken geläutet. Bonn. 25. April. Die Jmmatrikulirungs - Ceremonie fand im Beisein einer glänzenden Ge''ellsckaft von Offizieren. Beamten, der Universitätsbehörden und der Geistlichseit statt. Kaiser Wilhelm und der Kronprinz standen an dem Tische, auf welchem )ie Matrikel und die Karte des Krönkinze lag. Professor La Balette begrüßte den Kaiser und erinnerte an messen Studentenzeit in Bonn und wie .r die großen Hoffnungen, welche er lli Jüngling in seinem Volke erweckt. '0 glänzend erfüllt habe. Der starke Arm des Kaisers schütze des Reiches Irenzen und Deutschlands Flagge 'lattere auf allen Meeren. Kunst und Wissenschaft. Handel und Industrie ilühten unter seiner weisen Regierung. Und gerade wie der Kaiser sich als Student sich Aller Herzen gewonnen ')abe, so werde auch der Kronprinz bald zewahr werden, wie warm ihm alle Herzen entgegenschlügen. Der Kronprinz trug dann seinen ZlZamen in die Matrikel ein und der Rektor schüttelte ihm die Hand und bezrüßte ihn als jüngstes Glied der Unioersität. wobei er die Hoffnung aussprach, daß der junge Prinz, wie sein 'rhabener Vater, ernstes Studium mit ugendlichem Frohsinn vereinigen möge. Der Rektor brachte dann drei Hochs ruf den Kaiser aus, in welche die Verammelten enthusiastisch einstimmten. Te? Kaiser reichte dem Rektor und verschiedenen Personen die Hand und ,'chloß sich mit dem Kronprinzen dem Zuge an, der sich nach dem Thore der Universität begab, wo sich der Kaiser iiib" der Kronprinz unter den Hochruen der Bevölkerung und der Stuben.en verabschiedeten. Am Abend fand ;u Ehren der Immatrikulation des Kronprinzen ein großer Kommers statt. Auf dem Kommers am Abend hielt Der Kaiser eine lange Rede an die StuRenten, die er meine lieben jungen Kameraden" anredete. Außer den sämmtlichen Studenten vohnten demKommers bei: der Schwaier des Kaisers. Prinz Adolf von Schaumburg-Lippe; Dr. Studt, der Unterrichtsminifier. der Kurator der Universität und viele andere prominente Persönlichkeiten. Später wurde der Kronprinz in das Torps Borussia" aufgenommen. Vergrabene Kanonen ge funden. 2 i e n T s i n . 25. April. Die Briten baben in der Nähe von Shan Hai Kwan 19 Krupp'sche Feldgeschütze und eine Quantität Munition dazu aufgefunden, die von den Chinesen vergraden worden waren. Vom öfterreichischenReichsrath. W i e n, 25. April. Im Reichsrath geriethen am Mittwoch Morgen die Pan-Germanen und die Christlich-So-zialen wieder aneinander, und der Tumult wurde schließlich so schlimm, daß die Sitzung aufgehoben werden n.'ißte. Herr Bernerstorfer. Sozialist, beantragte die Aufhebung des Paragraphen im Strafgesetzbuch, der auf die Bestrafung von Personen Bezug hat. die sich eine Kritik über Mitglieder der kaiser
lisen Familie erlauben, weil der Paragraph eine Bekämvfung des Klerikalismus fast unmöglicv mache und ganz besonders anstößig sei. weil er eine Kritisirung des Erzherzogs Franz Ferdinand wegen seiner kürzlich bei der Uebernahme des Patronats über den österreichischen Schulverein gehaltenen Rede nickt gestatte. Herr Bernerstorfer sagte weiter, die Sozialisten gäben zu. daß ein Erzher$oa, oieieloen vrechre tzabe als cnocrc, unb er sich deshalb auch für den Ki??i kalismus erklären dürfe; er müsse abei auch Anderen das Recht zugestehen, ihn wie jeden anderen Menschen bekämpfen zu dürfen. Der Klerikalismus sei in der Person des Erzherzogs Franz Fer dinand verkörpert und es sei nöthig ihn zu bekämpfen, ein solcher Kampj sci aber vom Strafgesetzbuch verboten Die Nede verursachte einen solchem Aufruhr, daß die Sitzung fuivenoir! werden mußte: als sie aber wiedei ofgenommen wurde, setzte Bernertorfer seine Rede fort, in der er auf di: Gefahren des Klerikalismus hinwies, Herr Malib unterbrach ihn mir einer beleidigenden Aeußerung über di; Cbri'tlich-Sozialen und der Tumult brach dann von Neuem los. Die Mit glisder klappten die Deckel ihrer Pul:; aus und zu und warfen sich alle möglichen Schimpfwörter an den Kopf. Als endlich nach langer Zeit die Ruhe wieder hergestellt wurde, erhob sicb der Premier. Dr. Koerber. um aus die Rede Bernerstorfers zu antworten. Er sagte, daß der Schutz, welcher den Mitgliedern der kaiserlichen Familie durch das Strafgesetzbuck gewährt worden sei, eine nothwendige Folgerung der Ausnahme der kaiserlichen Familie von den Wirkungen des Landrechts sei. Die Regierung würde nienslll eine Abänderung gestatten. Die persönliche Autorität der kaiserlichen Familie sei seit Jahrhunderten in Kraft gewesen und zu einer heiligen Erbscöaft geworden, die -von der monarÄiscken Idee unzertrennbar sei. Wien, 25. April. Die hiesigen Zeitungen behaupten, daß die Erzher zogin Marie, Gattin des Erzherzogs Otto, sich am Sonntag an einer katholischen Demonstration betheiligt habe. Aus dem Reichstag. B e r l i n. 25. April. Herr Richter erwiderte dem Reichskanzler von Bulow bei Berathung der Bewilligung für die afrikanische Central-Bahn, daß sick in Afrika Bahnen nur dort rentirt tät:en. wo Golo und Diamanten gefunden würden, daß aber in OstAfrika, wo die Central - Bahn projektirt sei, nur Elfenbein und Gummi als Fracht in Betracht kämen. Die Quantitäten dieser Artikel, welche jetzt durch Träger befördert würden, betrügen nur ca. 550 Tons pro Jahr, während die Regierung zur Begründung derVorlag: die Frachtbeförderung auf dieserStcecke cuf 12,000 Tonnen abgeschätzt habe. Bei diesem Voranschlag würde sich die Bahn bezahlen, wenn pro KilometerTonne 36 Pfennige berechnet würden, clso mehr als 10 mal so viel wie auf den preußischen Bahnen. Er machte die Idee, daß sich Weiße in dem Fieberdistrikte ansiedeln könnten, lächerlich und bestand darauf, daß Eisenbahnen solchen Gebieten niemals helfen könnten. Solch ein Projekt sei besonders jetzt, wo das Reich großeAusgaben habe, völl'a ungerechtfertigt, zumal die dazu nötbigen Mittel nur durch eine Anleihe aufgebracht werden könnten. Dr. von Siemens befürwortete den Bau der Linie, gab aber zu, daß ein Theil feiner Fraktionsgenossen d.'m Projekt ebenfalls unsympathisch gegenüberstehe. Auch verschiedene Konftrvative waren mit den Details der Vorläge nicht einverstanden. Aus dem deutschen Reich. B r e m e n, 25. April. Die in den Ver. Staaten verbreitete Nachricht, daß der Anarchist Romagnoli. ter durch das Loos bestimmt worden sein
soll, den Kaiser Wilhelm zu ermorden, Hierselbst verhaftet worden sei. ist unwahr. Weder Romagnoli noch sonst ein Anarchist ist hier verhaftet worden. Berlin. 24. April. Die Frankfurter Zeitung" erklärt, daß die Ge rüchte über das angeblich geplante Attentat Romagnoli's einen tiefen Eindruck auf Kaiser Wilhelm gemacht hätten. Hieraus erkläre sich auch das lebhafte Interesse, mit welchem der Kaiser die Umstände bei dem Bremer Attentäte verfolge. Wie der sozialistische Vorwärtsschreibt, sei der Kaiser durch eine Persönlichkeit seiner näheren Umgebung über das Attentat Weiland's völlig falsch informirt worden und das Blatt hofft, daß der Reichstag das Verhalten dieser unoffiziellen" Rathgeber einer scharfen Untersuchung unterziehen huirde. da dieselben oft mehr Einfluß besitzen, wie die konstitutionellen Rathgeder des Monarchen.
eine pomllche Versammlung wurde am Mittrooch in Goslyn' aufgelöst, da mebrere der Redner beleidigende Aeußerangen über die Behörden gemacht ha:ten. Es kam zu einem furchtbaren Tumult und die Polizei mußte die Theilnehmcr mit Gewalt aus dem Versammlungsloka! vertreiben. Der Arbeitsmarkt weist nach wie vor eine ungünstige Lage auf. So sind z. B. in den elektrischen Fabriken Berlins zur Zeit nur halb so viele Personen beschäftigt, wie zur selben Zeit des Vorjahres. Der Import in das deutsche Reich für das erste Quartal des Jahres 1901 beläuft uch auf 1,357,000,000 Mark, oder 128,000,000 Mark weniger, wie in der korrespondirenden Periode des Vorjahres. Verurtheilte Betrüger. K i n g st o n . Jam.. 25. April. Die Amerikaner Frank Füller und Thomas Smith sind hier zu 6 Monaten Gefängniß verurtheilt worden, weil sie mit hiesigen Arbeitern Schwindeltontraktt für Engagements in Cuba abgeschlos?cn haben. Eine Masse hiesiger Arbeiter sind dadurch geschädigt worden daß Füller und Smith sich von chneri das Passagegeld bezahlen ließen, ohnk die Leute zu befördern. Füller ist auck noch wegen Fälschung angeklagt. , E i n S ch e u s a l . C b a r t r e s . Frankreich, 25.April Die sterblichen Ueberreste der fünf aul gräßlicbe Weise ermordeten Kinder ei' nes Bauern Namens Briire wurden hier in einem gemeinsamen Grabe beDattel. Der Bischof von Chartres. dii Munizipalbeamten und nahezu die gesammie Bevölkerung nahm an der Be stattung Theil. Brire behauptet, daß die Kinder von zwei Landstreichern ermordet wor den seien doch haben sich so gravirendk Beweise gegen ihn selbst gehäuft, oa an seiner Schuld kaum zu zweifeln ist. Er bat wahrscheinlich die Blutthat zu dem Zwecke vollbrach:, um eine Wittwe welche seine Bewerbung seiner zahlreickien Familie wegen abgelehnt hatte, heirathen zu können. Ein nahezu unumstößlicher Beweis seiner Schuld wurde durch Zufall erbracht. Brirc hatte das Mobiliar zum Theil umgestürzt, um den Anschein zu erwecken, daß die angeblichen Mörder das Haudurchsucht und geplündert hätten. Dabei hatte er eine Tintenflasche zerbrochen. Als die Aerzte seine Wunden verbanden, fanden sie, daß seine Finger mit Tinte beschmutzt waren, er alsc rai Hause anwesend gewesen sein muß, was er hartnäckig leugnete. Die grauenhafte Mordthat hat in ganz Frankreich ungewöhnliches Aufsehen erregt. Vom britischenParlament. L o n d o n , 25. April. Das Unterhaus nahm am Mittwoch in zweiter Lesung mit 279 gegen 122 Stimmen die Vorlage an, derzufolge es in Zukunft einem Manne gestattet werden soll, die Schwester seiner verstorbenen Frau zu heirathen. Man ist gespannt, darauf, ob die Vorlage, die schon seit vielen Jahren immer wieder im Parlament eingereicht worden ist. diesmal zum Gesetz erhoben werden wird. Im Jahre 1891 wurde die Vorlage im Unterhaus mit 202 gegen 155(5ttmnen in zweiter Lesung angenommen. Im Jahre 1896 wurde sie im Oberhaus mit 142 gegen 104 Stimmen angenommen, ihre definitive Annahme wurde aber im Unterhaus verhindert. Da der König Eduard bekanntermaßen zu Gunsten der Maßregel ist. hofft man. daß sie diesmal genehmigt werden wird. Sir William Gurdon. Liberaler, wies darauf hin, daß solche Heirathen überall in den Ver. Staaten erlaubt seien. Die Gegner der Vorlage, darunter Lord Hugh Cecil, erklärten, daß die Vorlage nur im Interesse gewisser reicher und einflußreicher Leute eingereicht worden sei. die sich gegen das Gesetz vergangen hätten und weißgewaschen zu werden wünschten. Die Frauen Englands seien gegen die Maßregel, die einSchlao gegen alle Gebräuche der Civilisation fei. Ausfuhrzölle aufgehoben. Caracas, Venezuela, 25. April. Der Ausfuhrzoll auf Vieh. Kaffee und Bkrumwolle ist aufgehoben worden, alle Einfuhrzöll sind aber um 12 Prozent erhöht worden. Die neue Verordnung tritt am 1. Mai in Kraft. Die Kohiengräber p r o t e -stiren. L o n d o n . 25. April. In einer in Cardiff stattgefundenen starkbeuchten Versammlung vonKohlengräbern wurden Resolutionen angenommen, in denen der Ausfuhrzoll auf Kohlen verdämmt wird. Eswurdeauchbeschlossen. daß die Kohlengräber im ganzen Königreich am nächsten Montag, als Protest gegen den Zoll, feiern sollen. Von Indianern massa c r i r t. Rio de Janeiro, 25. April. Die römisch-katholische Mission in
vcaragnone. Brasilien, die die tm Jahre 1896 von den Kapuziner-Vä-tern gegründet wurde, ist von einer Bande feindlicher Indianer ganz zerstört worden und die meisten der Bewohtter wurden massacrirt. Die Mission lag in einem einsamen, abgelegenen Distrikt, die Missionäre blieben aber anfangs unbelästigt und es war ihnen gelungen, die Eingeborenen zum Christenthum zu bekehren. In den letzten zwei Jahren wurden auch zwei Waisenhäuser errichtet. Soweit bekannt, sind vier Kapuzinerväter, alle Italiener aus der Provinz Mailand, sieben Nonnen und mehr als hundert der kleinen Waisen massacrir'. worden. Von den Philippinen. Manila, 25. April. Einhundert und fünfzehn Offiziere und 2157 Bolomänner haben sich in Narvacan, in der Provinz Süd-Jlocos, ergeben und den Ver. Staaten den Treueid geschworen. Quentin Salas und drei seiner Offiziere haben sich dem Major Noble. General-Adjutant des Departements vcn den Vifayas, ergeben. Dü sämmtlichen Mannschaften, d unter Szlas gestanden, werden sich in den nächsten Tagen stellen. Die Jnfurrektion auf der Insel Panay wird damit wahrscheinlich definitiv ein Endk erreichen. Die Zahl der auf den Philippinen befindlichen Aussätzigen wird auf 25.000 geschätzt. Es wird beabsichtigt, sie alle auf eine Insel zu bringen uno ein? Kommission hat zu diesem Zweck Busanga. Cuillon, Cogayan, Dejolo und andere Inseln besucht, um eine davon für die Kolonie auszuwählen. Die Kommission hat bereits einen Beriet eingereicht, es ist aber noch keine Enrscheidung getroffen worden. Die Lage in Südafrika. L o n d o n, 25. April. Der Times" w'rd aus Pretoria gemeldet, daß Frau Botha sich abermals mit Lord Kitcher.er schriftlich in Verbindung gesetzt hade. und die Folge sein soll, daß der britische Oberkommandeur sich bereit erklärt hat. in den nächsten Tagen mit den Generälen Botha. Delarey und ViUjom zusammenzutreffen. Wenn auch hier nichts Definitives bekannt ist. so ist es doch bedeutungsvoll, daß hier von Amsterdam die Nachricht eingetroffen ist. Herr Krüger fürchte, daß General Botha schließlich doch noch von seiner Frau veranlaßt werden könnte, sich zu ergeben. Britische Eroberungen in Afrika. , - London. 25. Aprli. Der Brigade-General Sir Frederick Ludgard. britischer General - Kommissär und Ober-Kommandeur der Truppen im nördlichen Nigeria, hat die Emirs von Bida und Kontagora. notorische Sklavenjäger, vollständig geschlagen, ihr? Hauptstädte eingenommen und Taufende von Sklaven befreit. Die beiden Emirs haben in den letzten Jahren eine wahre Schreckensberrschaft geführt und Tausende von Eingeborenen getödtet. Ihre Macht ist jetzt vollständig gebrochen und dies wurde ohne die Hilfe weißer Truppen erreicht. Der Königsmörder Bresci wahnsinnig. P a r i s. 25. April. Eine Depesch: des Rappel" aus Rom sagt, daß Bresci. der Mörder des Königs Hum-
bert von Italien, in Folge der schlechten Behandlung wahnsinnig geworden sei. Herr Delcasse in St. Petersburg. St. P e t e r s b u r g . 25. April. Herr Delcasse. der französische Minister des Aeußeren, hat dem russischen Minister des Innern, Herrn Sipiaguine. den Groß-Cordon des Ordens der Ehrenlegion überreicht. Herr Sipiaguine wird am Freitag Herrn Delcasse zu Ehren ein Bankett veranstalten. Die Behörden werden die Universität für diejenigen Studenten offen halten, die beschließen sollten, ihre Examen zu machen. Schiffsnachrichten. N e w Y o r k. 24. April. ?"ngekommen: Anchoria" von Glasgow. Armenia" von Genua und Teutonicvon Liverpool. Liverpool, 24. April. Angekommen: Cufic" von New York. Plymoutks, 24. April. Angekommen: Deutschland" von New Jork. nach Hamburg bestimmt. Q u e e n s t o w n. 24. April. Angekommen: Majestic" von New York, nach Liverpool bestimmt. Abgegangen: Saxonia". von Liverpool, nach Boston. Gibraltar, 24. April. Abgegangen: Werrc ", von Genua, nach New York.
BUlUbmtnrMxüimi Littcoitt's
Wieder in der Gruft des Nationalen Lineoln-Tent-mals beigesetzt. , Tcr 5arg wurde nicht geöffnet. Zurchtdarc Schießerei in Port IU. Vier Männer ohne jegliche Vcran lassung niedergeschossen. Feucrsbrii'istc. - A5:nustcrnng von Freiwilligen-Regimentern. Tic kubanischen Delcgatcn in Washing ton angekommen. Ueberführung der Leichi Abraham Lincolns. Springfield. Jlls.. 25. April Die sterblichen Ueberreste von Abrahan Lincoln undMitgliedern seinerFamilie die seit dem 10. März 1900 in eine, temporären Gruft in der Nähe des Na tionalen Lincoln-Denkmals geruht haden. sind amMittwoch Nachmittag wie: der in der Gruft in dem rekonstruirter Tenkmal beigesetzt worden. Gouverneur Yates und andere Staatsbeamte Mitglieder der Lincoln Monument Association. Ueberlebende der Lincoln Eh rengarde. Richter Humphrey vom Ver St. Tisiriktgericht, Mayor Phillip! und eine Anzahl städtische Beamtt wohnten der Ueberführung bei. Der Sarg wurde nicht, wie vor 14 Jahren, geöffnet und die Ueberführunc fand ohne alles Ceremoniell statt. In dem prächtigenGrabmal, für dessen Rekonstruktion der Staat Jllinoi! 5100,000 ausgegeben hat, ruhen Abraham Lincoln, seine Frau und ihre dre' Söhne. Willie. Thomas und Eddie sowie Abraham, ein Sohn von Rober! T. Lincoln. Schwindler verhaftet. D e l a w a r e , Q.. 25. April. Charles H. Templeson, der sich als eir Pferdekäufer und Agent der britischer Regierung ausgab, wurde am Mitt woch hier auf die Anklage hin verhaf tet, eine Anzahl Farmer beschwindelt zu haben. Er hatte einen certifizirter Check für 53,365 auf die Southerr Bank von Filton, Mo., in seinem Bt sitz. Der Mann stellt sich irrsinnig. Ausmusterung von Freiwilligen. W a s h i n g t o n. D. C.. 25. April General Shafter hat von San Francisco aus das Kriegsdepartement benachrichtigt, daß die folgenden Freiwil-ligen-Regimenter, die in letzter Zeit vor den Philippinen hier angekommen sind, an den nachstehenden Tagen ausgemustert werden: Furchtbare Tragödie. P o r t l a n d , Me., 25. April. Irr vierten Stock des von der New Englanl Telephone Company benutzten Gebäudes spielte sich am Mittwoch Nachmittag eine furchtbare Tragödie ab. George H. Brainerd, ein Elektriker der seit beinahe zwanzig Jahren in Diensten der Gesellschaft stand, finc ganz plötzlich, ohne jegliche Provokatior und ohne daß ein Grund dafür bekannt wäre, an, mit einem 38-kalibrigen Revolver auf die ihm Nahestehenden zu schießen. L. H. Farnham, der elektrische Ingenieur der Telephon-Kompag-nie, wurde auf der Stelle getödtet: Earle Buxton, ein anderer Mann, wurde tödtlich getroffen und starb aw Abend im Hospital, und Elmer Z. Lant und James Wadsworth sind wahrscheinlich tödtlich verletzt. Man kann nur annehmen, daß d furchtbare That im Wahnsinn begaugen worden ist und doch zeigte Brainerd weder vor noch nach der Schießerei die geringste Spur von Geistesgestörtheit. Di,' Männer, die geschossen wurden, waren lauter Angestellte der TelephonKompagnie, die unter Aufsicht Brainerds ein neues Exchange-System im oberen Stock des Gebäudes einrichtete, Farnham führte die Oberaufsicht, Brainerd hatte mit Farnham in der freundschaftlichsten Weise gesprochen, als er plötzlich einen Revolver zog und den Mann niederschoß. Brainerd gab dann auch sofort auf die übrigen Leute Feuer. Der Mörder wurde später von Polizisten überwältigt und gefesselt nach der Polizeistation gebracht. Einer der Polizisten, Frith, wurde dabei aber ebenfalls leicht verwundet. Feuer. L o u i s v i ! l e. Ky.. 25. April.
Eine fseuersbrunst zerstörte in der !
Nacht zum Mmwoco ote licitpte Pmegar Worts an 30. Straße und Broadwan und das Feuer war auch indirekt für einen Unglücksfall verantwortlich, bei dem ein Feuerwehrmann sein Leben verlor und drei schwer verlent wurden. Charles Nevill verlor bei einer Kollision zwischen einem Leiterwagen und einer Spritze ein Bein und er starb um halb zwei Uhr Morgens in Folge der erhaltenen Verletzungen. Der Feuerschaden beläuft sich auf 20.000 und ist theilweise durch Versicherung gedeckt. P i t t s b u r g , 25. April. Die drei obersten Stockwerke des neunstöckigen Gebäudes, das vonBarker. Williams & Companri, Möbelhändler, benutz! wird, sind am Mittwoch Abend ausgebrannt, und die in den unteren Stockwerken befindlichen Waarenvorräthe sind von den riesigen Wassermassen, die in das Feuer gepumpt wurden, gänzlich ruinirt worden. Edward Hagemeyer, ein Feuermehrmann, kam ums Leben, indem er vom achten Stock aus den Elevatorichacht hinunterfiel. Der Verlust von Barker. Williams & Co. beläuft sich auf $75.000 und die Versicherung auf $58.000. Der Verlust am Gebäude beläuft sich auf $40.000. Venezuela diskreditirt. W a s h i n g t o n. D. C.. 25. April. Drei Mächte haben Venezuela bereits benachrichtigt, daß sie die Entscheidungen der Gerichte der Republik nicht anerkennen werden und daß gewisse Dekrete. die von der Venezuelanischen Regierung erlassen worden sind, null und nichtig seien. Zwei andere Mächte stehen im Begriff, ein Gleiches zu thun, wenn sie es nicht schon gethan haben. und andere werden wahrscheinlich dem Beispiel folgen. Die Nationen, die. wie oben gesagt, Venezuela benachrichtigt haben, daß sie die Entscheidung der Gerichte der Republik nicht anerkennen würden, sind die Ver. Staaten, Deutschland uno Spanien, und England und Holland sind die beiden Nationen, die dem Bispiel bald folgen werden. Die Ver. Staaten sind noch etwas weiter gegangen, als die anderen Mächte. denn in der Asphalt - Kontroverse hat die Ver. St. Regierung Venezuela benachrichtigt, bafe sie sich das Recht vorbehalte, die Entscheidungen der Venezuelanischen Gerichte zu revidiren". Was die anderen Mächte veranlaßt hat. eine solche Stellung der Republik gegenüber einzunehmen, hat nicht das Geringste mit der Asphalt-Kontroverse zu thun. Es handelt sich bei ihnen vielmehr um alte Beschwerden.. Z)as Auffallendste an der ganzen Sache ist. daß jede Nation für sich selbst handelt und absolut keine gemeinsame Verständigung stattgefunden hat. Nicht einmal ein Meinungsaustausch hat stattgefunden und doch gehen die genannten fünf Mächte gleichzeitig und in derselben Weise vor. In Colorado verhaftet. Denver. Col.. 25. April. Der Sheriff Barrick bat in Golden, Col.. Charles Blend verhaftet, der beschuldigt wird, der Firma, bei der er früher in Evansville. Ind., angestellt war. $17,000 gestohlen zu haben. Blend hat sich bereit erklärt, ohne weiteres nach Jndiana zurückzukehren. Das Hocywafser. Y o u n g s t o w n , O.. 25. April. Der Mahoning-Fluß ist so hoch angeschwollen, das der ganze untere Theil der Stadt überschwemmt ist. Die Polizei und Feuerwehr holen die Leute mit Booten aus ihren Häusern und mehrere Hochöfen waren gezwungen, den Betrieb einzustellen. Das Wasser hat jetzt den Stand von 1878 erreicht, den höchsten, der bis jetzt rekordirt worden ist. Zug verunglückt. SanAntonio. Te?. 25. April. Ein südlich fahrender Schnellzug der International & Great Northern Bahi. wurde am Mittwoch Morgen zu früher Stunde bei Dadenport. 16 Meilen nördlich von hier, zum Entgleisen gebracht, wahrscheinlich von Räubern, die die Weiche verstellt hatten. Der Heizei F. W. Hicks ui:d der Lokomotivführer Pat. Monahan wurden getödtet. Unter den Verletzten befindet sich 5err C. A. Goeth. ein Advokat von San Antonio. und der Poftclerk E. B. Stanley. Die cubanischenDelegaten in Washington. W a s h i n g t o n. D. C.. 25. April Die kubanischen Delegaten. die mit der Regierung in Bezug auf die Zukunft Cuba's Rücksprache nehmen sollen, sind am Mittwoch Morgen hier angekom-men.-Sie werden am Donnerstag von dem Sekretär Root empfangen und wahrscheinlich noch während des TageZ dem Präsidenten McKinley vorgestellt werden.
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Wettere Depeschen ans Snte 5.
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