Indiana Tribüne, Volume 24, Number 217, Indianapolis, Marion County, 24 April 1901 — Page 7

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Women as Well as Men Are Made Miserable by Kidney Trouble.

Kidney trouble preys upon the mind. discourages and lessens ambition; beauty, vigof and cheeriulness soon disarper when the kidney!; are out of order er deased. Kidney trouble has beccrr.e so prevalent that it is not uncommon for a child to be born afflicted with weak Kid neys. If the child urinates too often, if the urine scalds the flesh or if, when the child reaches an age when it should be able to control the passage. it is yet afflicted with bed-wetting. depend upon it. the cause of the difficulty is kidney trouble, and the first step should be towards the treatment of fhese important organs. This unxleasant trouble is due to a diseased conditien of the kidneys and bladder and not to a habit as must people suppose. Women as well as men are made miserable with kidney and bladder trouble, and both need ihe same great remedy. The mild and the immediate eifect of Swamp-Root is soen reaiized. It is sold - by druggists. in fiftycent and one dcllar sizes. You may have a sample bottle by mail free, also pamphlet tellBorn ot 8wap-Koot. ing all about it, inciuding many of the thousands of testimonial letters reeeived from sufferers cured. In writing Dr. Kilmet & Co., Binghamton, N. be sure and mention Üus (aper. UNION TRUST CO., Office : (Gebäude d Gesellschaft.) Kc. 118 und 123 Cft Market tr. Jod t. Kolttdan. Präsident. ?urv Eitel. 2. Bicr-Präfident und SchaMeMer. v. Soli, Srkretär. Vonnty und Municipal Sicherheiten negocnt. Oeschäfts-Agent in aVen (Kapacitäten, speziell oder allgemcin. Interessen worden an Deposirei? bezahlt für eine bestimmte, übereinflk kommene Leit. Kapi:al an b.m ke stimmten Tag zurückbezahlt. Bernchernngen alle? 7trt ir. erster Klasse Gesellschaften. Teftanrente werden ausgefertigt und Vormundschaften und persönlich? Vertrauensposten aller Art über nommen. Svrechen Sie vor. Rathschlü? kosten nichts. Im MnTlltnr 1VJX j Hi 30. Wefi Washington Stets, findet man sämmtliche Herren nnd Damen Ausswttungs - Woaren neuester Mode in größer Auswahl. 8. BlNZERi Alanager. Qt Vögel, äsige, phoSt Fische, Aqnaria, Hnzer und St. Andreasbcrges Ranarienvögel. Spottvögel, nrseln.roffeln.Roth. Vögel, Tittclnnkcn. Raehtigaen, Ja panische Robbins, Gold- und ander, Sorten Zierfische, Globes, afige ete. zu billigen Preisen. C. F. Klepper. 431-433 Maffachusett Avenne. zwischei, Bmom un. Mtckiigan ettavt Cigaren. Büffet. The City Club 119121 West Market Straße, Indianapolis. Kegelbahnen. Billiards. .... Die feinsten im Westen. . C. J. GARDNER, WEBE JAY, Eigenthümer.

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Vas Glück von SleudHeim.

Roman von Woldemar Urbcn. (Fortsetzung) He da! Was machen Sie derm da? fragte er unwirsch. Es kam keine Antwort mb der Schutzmann trat ganz rrahe hinzu. Es lag ein Mrnn im Strahenschmutz. betrunken oder ohnmächtig, das konnte er nicht sofort feststellen, ö? bückte sich, um ihn auszuheben. Schon wieder einer, murmelte er ärgerlich, dann fuhr er lauter fort: Können Sie denn noch stehen und gehen? Es erfolgte wieder keine Antwort, und bei dem Bemühen, den Mann aufzuHeben, mochte der Beamte wohl se hen, daß er einen Kranken vor sich habe. Er pfiff nach Unterstützung, die auch bald kam. Dann faßten die beiden den Mann rechts und links unter den Armen und hoben ihn auf. Gott steh mir bei, wie sieht der Mensch aus? rief der erste Schutzmann erschrocken, als der Strahl der Laterne in das leichenblasse Gesicht des Chemikers fiel. Nur rasch vorwärts auf die Sanitätswache, drängte der andere mrtleibig, hier ist keine Zeit weiter zu verlieren. Damit trugen sie ihn mühsam und langsam fort. ! 11. Es gibt gewisse Perioden, in denen ganze Bevötterungsschichten in einen wahren Taumel, in ein förmliches Fieber gerathen, weil einige Leute unter ihnen rasch und leicht zu großen Bermögen gelangen. So beispielsweise in den sechziger Jahren, als in den oerschiedenen Staaten Deutschlands das Freizügigkeitsgesetz erlassen wurde und daraufhin eine Unmenge Leute vom platten Lande nach den großen Städten drängten, in denen sie das wahre Paradies sahen. Damals wurden auch durch den Verkauf von Liegenschaften, die sich zu Bauplätzen eigneten, rasch und leicht große Vermögen erworben. Man mußte sozusagen über Nacht Vorsorge für den neuen Zuwachs in den Städten treffen, Häuser bauen und Wohnungen schaffen, und so entstand ein Handel mit Liegenschaften, der unglaubliche Verhältnisse annahm. Wer nur immer einen vernachlässigten halbvergessenen Garten, einen größern Hof, eine Sandgrube oder einige Acker Kartoffelfeld hatte, tonnte den verlockenden Angeboten nicht widerstehen und verkaufte sie als Bauplätze, wer gar nichts besaß, legte sich aufs Handeln mit Bauplätzen, sodaß diese Objette in drei bis bier Monaten fünf- oder sechsmal den Besitzer wechselten und alle daran Geld verdierrten. Das war die $:it der Berliner Millionenbauern. Man bezahlte für solche Liegenschaften jeden Preis, denn man mußte sie haben. Wie manches lauschige Plänchen, wie mancher hübsche Familiengarten, in dem wer weiß wie viele Generationen ihre alten Tage versessen und verträumt hatten, fielen diesem Speculationsfiebe? zum Opfer und mußten ovcn, langweiligen und ungesunden MiZthska fernen weichen, in denen sich bann als Geißel für die DumAhn, der Menschen das Großstadtelcnd etablirte. Eine solche Periode blindester und waghalsigster Speculationswuth bemächtigte sich zu dieser Zeit, wenn auch in kleinerem Umfange, der Einwohner von Blendheim und Umgegend. Wer nur ein paar Groschen sein Eigen nannte, oder sich durch Aufnahme einer Hypothek, oder durch Verkauf cnes kleinen sichern Besitzthums etwas Geld verschaffen tonnte, wollte mitthun, mit speculiren, theilnehmen an dem großen Fischzug, den man Gesellschaft für elektrische Industrie Blendheim" oder kurzweg das Glück von Blendheim" nannte. Der Agent Seebach hatte recht. Zierbold war der Mann, der den Lockruf, die Geisterbeschwörung verstand und das Wort wußte, auf das der gelbe Diener Gold aus Kisten und Kasten, aus Sparstrümpfen und Winkeln hervoraekrochen kam, sich zu den Füßen fchc3 Herrn und Meisters schmiegte und schmeichelnd flüsterte: Da bin ich. Du bist mein Herr. Nimm mich nur auf und mache mich groß und reich. Der Tanz ums goldene Kalb war im vollen Gang: und all das Heer von Uebeln, das sein Gefolge bildet, war im Anzüge. Die Menschen vertragen es nun einmal nicht, sich plötzlich in der Lage zu sehen, allen ihren Gelüsten die Zügel schießen zu lassen. GustavSellentin war einer derHauptspeculanten in Fabrikaktien. Er besaß mehr als dreihundert Stück davon, das heißt: Die Stecnfeldsche Bank hate sie für seine Rechnung gekauft, gegen eine gewisse Deckung. Jedes Pocent. das die Aktien stiegen, machte für ihn einen Gewinn von etwa dreitausend Mark aus. Es konnte ihm also nicht fehlen. Er hatte natürlich, um Sicherheit für eine so große Summe zu schaffen. sein Gut belasten müssen eine Formalität, wie er das ansah. Im Frühjahr, wenn die Dividende herein war, so hatte ihm Juftizrath Sperling gesagt, konnte er ja dann seine Position losen", und alles war wieder in Ordnung. Als Gufiav Sellentin am vierten Tage ziemlich spät in der Nacht von Berlin nach Blendheim zurückkam und auf dem Nachhauseweg vom Bahnhof am Weißen Lamm vorbeiging, horte er einen aufgeregten Lärm und viele

Stimmen aus dem Mrrysyaus oeraus. Der große Saal, in dem Sonntags getanzt und der gewöhnlich an den Wochentagen gar nicht benutzt wurde, war hell erleuchtet, und als Gustav Sellentin näher trat, um zu sehen, was es gäbe, las er am Eingang zum Gafthof ein großes, feuerrothes Placat, auf dem in großen Lettern stand: Arbeiterversammlung." Dann kam eine Menge Text in kleine-

ren Buchstaben, den der Gutsbesitzer j aber mcht lesen konnte, werl die Beleuchtung zu sehr flackerte. Es war ihm wohl auch zuviel, das alles zu Ie sen. Es war ja doch lauter Unsinn, wie er dachte. Nur weiter unten stand wieder fett und gro. gedruckt: 1. Festsetzung des MinimallvhneS. 2. Festsetzung der Lohnscala. 3. Festsetzung der Dotation des Arbeiterfonds aus den Ueber schüssen der Fabrik. Darunter stand noch, ebenfalls fehr fett gedruckt: Arbeiter der Blendheimer Fabri?en! Seid einig; Einig! Einig! Es gilt nicht nur das Wohl von euch und von euren Familien, sondern es gilt auch, euer Eigenthum vor den habsüchtigen Fingern gewissenloser Börsenjobber zu schützen, die Früchte eurer Arbeit sicher zu bergen. Wir rechnen auf das Erscheinen aller Arbeiter der Blendheimer Fabriken. Der Einderufer." Natürlich lauter Unsinn, dachte Gustc?v Segentin, währenö des Lesens, trat aber doch, theils aus Neugier, theils aus Interesse, denn er wollte doch wissen, was seine Arbeiter" sich da drinnen zurecht redeten, näher. Der Hausflur stand voller erregter Leute, die sich mit erhitzten Gesichtern stritten. An dem Eingang in den großen Saal war es aber ruhiger. Es hielt eben jemand eine Rede drinnen, und als Herr Gustav Sellentin näher trat, er-, kannte er auch den Redner. Es war Baumert. derselbe, der bei der Ezplosion im Kesselhaus der Fabiit am Kopf verwundet worden war und der den jungen Gutsbesitzer auch neulich schon zur Rede zu setzen versuchte. Was sich diese Menschen einbildeten, dachte Herr Sellentin. Plötzlich fühlte er sich am Arm festgehalten. Wohin wollen Sie? fragte ihn ein junger Mensch, der am Eingang zum Saal stand, offenbar einer der jungeren Fabrikarbeiter, Erstaunt über solche Unverschämtheit sah Sellentin den M.cuutan. In den Saal natürlich, antwortete er grob. Der Zutritt ist nur für Arbeiter, sagte der junge Mann ruhig und schob den Gutsbesitzer, der sich schon vorgedrängt hatte, weiter zurück. Das war dem Herrn Sellentin denn doch zu stark. Er ballte wüthend die Faust und hob sie drohend in die Höhe. Sie Lausejunge . . . ! begann er empört und rief beleidigt über die ZurückWeisung, die er von einem Menschen erfahren muhte, der doch weiter nichts als ein Tagelöhner war. Aber noch ehe er seinen Satz vollenoen konnte und überhaupt wute, was geschah, wurde er rechts und links empor gehoben. Es fie! kein Wort. Aber im nächsten Augenblick stand Herr Sellentin wieder draußen vor dem Eingang zum Weißen Lamm. Im ersten Augenblick war Herr Sellentin über eine solche Behandlung furchtbar wüthend; dann aber gab er, als der Klügere, nach und ging nach Hause. Am nächsten Morgen konnte er ja mit Tirector Ziervld reden und dann würde sich alles finden. Wer dreihundert Aktien hatte, der konnte schon einmal den Mund aufmachen. Trotz der späten Stunde erwartete ibn seine Mutter noch, wie sie die vorbergehenden Nächte auf ihn gewartet hatte. Es steht noch heißer Kaffee in der Röhre, Gustav, sagte sie. Wo warst du so lange? Wo werde ich gewesen sein. Mutter? Ich war in Berlin. Du kannst dir doch wohl vorstellen, daß ich bei den Vielsachen Interessen, die ich jetzt zu verfolgen habe, sehr aus der Hut sein muß. Hast du Felix in Berlin getroffen? Nein. Ich weiß gar nicht, wie du dir Berlin vorstellst. Das ist anders als in Blendheim. Es gibt Leute, die wohnen zwanzig Jahre und noch länger in Berlin, ohne sich je zu sehen. Aber Brüder . . . Laß das gut sein, Mutter. Ich habe wirklich keine Zeit gehabt, hinter Felix her zu laufen und ihm in seinen abgelegenen und verlorenen Winkeln nachzuspüren. Ueberhaupt laß ihn nur laufen. Er wird so am raschesten k'ug werden. Was will denn der Mensch, der von nichts weiß, in Berlin? Konnte er nicht hier in Blendheim bleiben, wo ee sein Brot hatte? Es schadet ihm gar nichts, wenn er für seine dummstolze Thorheit büßen muß. Sie sprachen noch eine Weile von Wirthschc.'ftsangelegenheiten. DerWintevweizen war infolge der letzten trockenen kalten Nächte ausgefroren und an dem einen Stalle mußten zum Schutze der Melkkühe Ausbesserungen vorgenommen werden. Der Gutsbesitzer behandeite das alles mit verächtlicher Nebensächlichkeit. Je nun, der Winterweizen! sagte er geringschätzig. Sobald ich Zeit habe, werde ich danach sehen. Ich kann nicht überall sein. Du haft keine Vorfiellung. was mir jetzt alles durch den Kopf geht. Das bischen Ernte! Was ist denn auck damit. Äch werd nach-

ftes Frühjahr eine Ernte machen, vte sich gewaschen hat. Der Vater hat in den siebenundvierzig Jahren, die er gewirthschaftet hat. moht eine einzige solche Ernte gemacht, wie ich sie nächstes Frühjahr machen werde. Verlaß dich drauf. Seine Mutter bezweifelte das gar nicht, und doch konnte sie vor Kummer die gange Nacht kein Auge schließen. Sie sah das Heil einer BauernwirthSchaft in fleißiger, unausgesetzt wachsamer Ausnutzung des Bodens und der Hülfsquellen einer Gutswirthschaft,

und nicht ln Spekulationen, von denen ein Bauer nichts verstehen konnte. Wenn irgendwo, so war grade in der Landwirthschaft fleißige Arbeit die einzige Bürgschaft für gutes Gedeihen. Und grade von dieser wollte ihr Sohn Gustav nichts wissen. Speculiren. rasch reich werden, nichts thun, überall herumprotzen und klug schwatzen, das waren die Pointen, die sich bei ihm immer mehr und mehr entwickelten, und das eben machte der alten Frau Kummer. Am nächsten Morgen kam der Postböte auf den Hof. Das war in letzter Zeit öfter vorgekommen, weil ihr Sohn häuftg Briefe aus Berlin erhielt. Mein Sohn schläft noch, sagte Frau Sellentin zu dem Briefträger, in der Meinung, daß dieser etwas für ihn hätte. Flüchtig sah der Mann auf die Adresse. Der Brief ist an Sie, Frau Seilentin. sagte er dann kurz, gab ihr das Schreiben und ging wieder fort. Erstaunt nahm die alte Frau das Schreiben und suchte ihre Brille. Wer konnte ihr denn schreiben? Von Felix war der Brief nicht, das sah sie sofort auch ohne Brille, und sonst hatte sie auf dieser Welt niemand, von dem sie Briefe erwarten durfte. War etwas passirt? Ein Unglück? Endlich war die Brille zur Stelle und Frau Sellentin ging daran, den Brief genauer in Augenschein zu nehmen. Er kam auch aus Berlin. Ihre Adresse war sehr schön und leserlich auf dem Couoert zu sehen, während Felix eine schreckliche Handschrift schrieb, die sie nur mit Hülfe des Fräulein Eva von Blendheim, das sich dieser Mühe mit rührender Geduld unterzog, entziffern konnte. Dann öffnete sie den Brief und las ihn. Er lautete: Sehr geehrte Frau Sellentin! Ich habe den peinlichen Auftrag übernommen. Ihnen von einem Hoffentlich unbedeutenden Unfall Nachricht zu geben, der Ihrem Herrn Sohn. Doctor Felix Sellentin. in der Nacht vom 12. auf den 13. dieses Monats zugestoßen ist. Ihr Sohn wurde nämlich in dieser Nacht bewußtlos auf der Straße angetroffen, und da sich sein Zustand als nicht unbedenklich erwies, alsbald nach der Charite gebracht. Zu Ihrer Beruhigung erlaube ich mir aber sogleich hinzuzusügen. daß eine unmittelbare Gefahr nicht vorliegt und daß er in diesem Krankenhause die bestmögliche Pflege finder. Zur Erklärung memes Inzwischen-tr-tens erlaube ich mir zu erwähnen, oaß ich Ihren Herrn Sohn am selben Abend zu einer geschäftlichen Besprechung zum Abendessen eingeladen hatte. Dieser Brief wurde in seiner Wohnung gesunden, woraufhin sich die Charite Verwaltung bezüglich alles weitern niit mir in Verbindung setzte, da sonst Anverwandte des Verletzten in Berlin nicht vorhanden waren. Ich erklärte umgehend, für alles Mögliche aufkommen zu wollen, und habe mir auch erlaubt, der Sicherheit halber alle PaPiere und Aufzeichnungen Ihres Herrn Sohnes bis auf Ihre weitere Ordre in meine Wohnung zu schaffen, wo sie jetzt unter strengem Verschluß liegen. Sollte es Ihre Zeit und Gesundheit erlauben, auf einige Tage nach Berlin zu kommen, so würde ich das im Interesse Ihres Herrn Sohnes, der sehr starkes Fieber hat, für sehr erwünscht halten. Er spricht viel von Ihnen und scheint in der letzten Zeit eine Nachricht erhalten zu haben, die den Ausbruch einer Krankheit beschleunigt hat. Es ist auch noch eine andere geschäftliche Angelegenheit, bezüglich deren ich mit Ihnen reden möchte, und wenn es nicht möglich ist, daß Sie hierher kommen, so bitte ich, mir das ebenfalls mitzutheilen, da ich dann nach Blendheim kommen würde. Aber besser wäre es schon, Sie kämen auf einen oder ein paar Tage hierher. Gestatten Sie, sehr geehrte Frau, den Ausdruck des Bedauerns über den Unfall, der Ihren von mir hochgeschätzten Herrn Sohn betroffen und genehmigen Sie die Versicherung der ausgezeichneten Hochachtung ihres ergebenen Arnold Sternfeld, Bankdirector. Es dauerte lange, ehe Frau Selletin den Brief vollständig gelesen und auch dann war sie über den vollen Inhalt noch nicht ganz klar. Nur soviel begriff s. daß Felix ein Unglück zugestoßen war. Er war krank. Er starb vielleicht an seiner Krankheit. Das war der Gedanke, der sie sofort beherrschte und alle übrigen Geschäfte und Geschichten, von denen sonst in dem Briefe noch die Rede war. in ihr zurückdrängte. We ein Zauber des Mutterherzens tauchte in ihr sofort die Erinnerung an all die Scenen seiner Kindheit auf, die Sorgen und Freuden ihreö Mutterherzens hallten wieder. Ihr Entschluß war rasch gefaßt. Sie mußte nach Berlin und zwar so rasch wie möglich. Ihr Platz war an seinem Bett. Sie ging mit dem Brief in ber Sand an

lhrem ältesten Sohne in dessen Schlafzimmer, um ihn das Schreiben des fremden Herrn lefen zu lassen. Es zeigte sich aber, daß Gustav Sellentin zu verschlafen war, um den Brief selbst zu lesen. So setzte sie ihm also in ihXi Art mündlich auseinander, daß Fellx Unglück gehabt und in einem Berliner Krankenhause liege. Sie müsse nach Berlin fahren, um ihn zu pflegen. Na ia! antwortete ibr der Gutsdes:-

r . 1 ! Jt l . . k - X(.C. yer argerlia) uno nocg rjaio im coiarc, so fahr doch zu. Du nimmst ein Billet dritter Classe hin und her, kostet 8 Mark 35 und gilt drei Taqe. Uff . . . Kein Wort des Mitleids, des Bedauerns und des Trostes. Und ihr hätte das Herz springen mögen, wenn sie an die Noth und an die Gefahr dachte, in der ihr Liebling schwebte. Sein einziger Bruder fand es nicht einmal der Mühe werth, deshalb aufzustehen. Sie hatte natürlich das Bedürfniß, sich mit jemandem zu besprechen. den Fall zu überlegen und zu berathschlagen, was zu thun sei. Aber der 5rnecht. den sie zum Bahnhofe eschickt hatte, um zu erfahren, wann ein Zug nach Berlin gehe, kam keuchend zurück und sagte, sie müsse sich eilen, wenn sie noch mit dem nächsten Zuge fort wolle, der Blendheim in zwanzig Minuten passire. Rasch kleidete sie sich an und raffte zusammen, was sie etwa für einen oder zwei Tage brauchen konnte. Sie hoffte noch zur rechten Zeit zu kommen, und war dann schon um Mittag w Berlin. Eilig lief fie durch den großen Gutsgarten, um aus einen Feldweg zu gelangen, der die Straße etwas abkürzte, als sie plötzlich hinter sich lautes Hundegebell hörte. Sie wandte sich um und sah Fräulein Eva in einiger Entfernung mit ihrem großen Hunde herankommen. Eva winkte ihr schon von weitem zu und kam rasch näher. Frau Sellentin lief ihr weinend entgegen. Aber, meine liebe Frau Sellentin, was geht denn vor? rief Eva schon von weitem. Sie weinen ja und sehen aus, als wollten Sie fort! Muß ich auch, Fräulein Eva. Gott sieh mir bei, der Zug geht ab. Ich muß fort Wohin denn? Nach Berlin. Wissen Sie denn nicht . . . ? Er ist krank. Hier, bier ist der Brief. Fräulein Eva. Lesen Sie. Ich muß fort. Ich habe gar keine Zeit. Adieu, Fräulein Eva. Aber . . . Nehmen Sie den Brief. Behalten Sie ihn. Ich brauche ihn nicht mehr. Adieu. Der Zug fährt fort. Adieu. Damit lief die alte Frau, immer mit den Thränen im Auge an Eva vorüber und entfernte sich in der Richtung nach dem Bahnhofe. Zunächst sah ihr di?se einen Augenblick verblüfft nach und wußte offenbar nicht, ob sie ihr folgen sollte oder nicht. Dann erst besann sie sich wieder auf den Brief, den ihr Frau Sellentin im Vorübergehen in die Hand gedrückt hatte, entfaltete un las ihn. Aber sie kam nicht weit. Kaum hatte sie die ersten Zeilen gelesen, als sie etwas bleicher wurde und ihr Auge eine sonderbare ausdruckslose Starrheit annahm. Sie faßte mit der Hand rasch nach dem Herzen, als ob sie einen heftigen Schreck gehabt, dann sah sie sich um und mochte bemerken, daß sie im Freien war und leicht beobachtet werden konnte. Endlich ging sie weiter, ohne den Brief zu Ende zu gelesen zu haben. Erst als sie im Schlosse und auf ihrem Zimmer angekommen war, zoa sie den Brief hastig wieder hervor und fing von muem an zu lesen. Ihr Auge blieb auf der Stelle haften, wo Sternfeld schrieb, das Felix Sellentin eine Nachricht erhalten haben müsse, die den Ausbruch einer Krankheit beschleuiriQi babe. (Fortsetzung folgt.) Moderne Kindererziehung. Sie: Was nur dem Baby fehlt, daß es immerfort so jämmerlich schreit. Der Doktor bat es bereits massirt, mein Mann hat es gewogen und photographirt, ich habe sechs Kapitel Mutterpflichten" gelesen, was weih ich alles, Herrgott! Da bringt die dumme Gans erst die Milchflasche!Schlagfertig. Zwei Herren verabschieden sich bei einem nicht mehr ganz jungen Fräulein. Adieu, meine Tochter!" sagte der eine. Ja, Sie wären froh, wenn Sie schon eine solche Tochter hätten," warf der Andere ein. Merdmgs," sagte der Andere wieder, das Fräulein könnte eher meine Mutter sein, als meine Tochter." Dann wären Sie aber auch besser erzogen, als es der Fall ift,- replizirte die Dame heiter. Dte Relignatton es Lyrikers. Nun, erwärmt sich Ihre Frau noch immer nicht für Ihre Gedichte" Neuerdings doch etwas mehr; sie heizt nämlich mit meinen Manuskripten ein." I mmerKaufmann. Mein Herr, Sie haben mich beleidigt, nehmen Sie diese Worte zurück!" Bitte sehr, Umtausch und Zurücknahme nur gegen vorherige Vereinbarung WirlungdesgutenBier e s. .Hier muß es ein ausgezeichnetes Bier geben, das Lokal ist den ganzen Tag über voll!" Ja, allerdings. Der Wirth aber auch!" O we h ! ?kack: "Du, Ethel! Einen Shilling gÄ' ich dafür, wenn ich Deine Gedanken wühte!" Sthel: Die sind gar nicht so viel werth!" Jfack: Wirklich?" Sthel: Nein! Ich hab' ja nur an Dich dacht !"

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