Indiana Tribüne, Volume 24, Number 216, Indianapolis, Marion County, 23 April 1901 — Page 7

Jndiana Tribune. 23 April 1901.

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Women as Well as Men Are Made Miserable by Kidney Trouble. Kidney trouble preys upcn the mind. cis eourages and lessens ambitior,: beauty, vigcf

ar.d cneerfulness socn disapeir when the kidney:. are cut of crcer or d ;eased. is.ioney iroucie nas becc BM so prevaler.t that it is ncf uncamrnor! f for a child to be born afflicted vith weak kida- r.eys. If the chiid urinates tco cften. if the urine scalds the flesh or if, when the child reaches an age when it should be ab! to control the passage. it is yet afflicted with bed-wetting, depend upon it. the cause oi the difficulty is kidney trouble, and the firct Step should be towards the treatmer.t of fhese important organs. This uncleasar.t trouble z due to a diseased conditicn cf the kidneys and bladder and not to a hablt as most people suppose. Women as well as men are made miserable with kidney and bladder trouble and both need the same great remedy. The mild and the immediale effect oi Swamp-Root is soon reaiized. It is seid by druggists, in fiftycent and one doilar sizes. You may have a sample bottle by mail free. also pamphlet teilBor of Swanp-Root. ing all about it, including many of the thousands of testimonial letters reeeivec from sufferers cured. In writing Dr. Kiimei & Co.. Binghamton, N. be sur ane . mention Ibis paper. Vögel, Käsige, Fische, Aquaria, Harzer und St. Andreasbergcr Kanarienvögel. Spottvögc!. Amseln, Drosseln, RothVögel. Tiftclnnken,' Nachtigallen, Ja panische Nobbins, Gold- und rnden Sorten Zicrsische, Globes, Känge etc. zu billigen Lreisen. C. F. Klepper, 143 Vaffachusetti Avenue. zwischen QcvMi an. ichigan traue Cigarcn. Bnffct. The City Club 119121 West Market Stnche, Indianapolis. Kegelbahnen. Billiards. . . . Tie feinsten im ZLesten . J. o.i:iXER, Vigenthiimcr ebb jay, 31. C. Knox, Asi't. Gescbäiwsührer. lL mM(v ujl.aijvjl I o $04 84 Bifltwiifl ettthe, findet man farnrniliclV Herren und Damen Zlusftsttungs - Waaren ncucster Mode in gröfelet AKahl. 8, BiNZER, IRanaacr. .'i.. SLSLD - jV t i 2 j i- C ' i - ? ?i " Ii - i' I 'S 5 & Cß lil r sie5- 2fl & o ; j i "si tiw i. v C - r r - d - - 2r e 55 5 - M 2 Ä S 5 3C S"5 ? 5 C- 'S Ü S E JL 5 3 3.-5X. ZSSSSSSSESSSSS? 5

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Das Gluck von Vlendheim.

Roman von Woldemar Urban. (Fortsetzung) Tirector Sternfeld saß in seinem Bureau und war wie übrigens immer i mit einem Wust von Geschäften überhaust, als ein Bureaudiener zu ihm eintrat. Herr Tirecto? . Was gibts. Voigt! fragte dieser! kurz. Der Agent Teebach, nach dem Sie ! senden ließen, ist draußen. Bringen Sie ihn her, befahl Stern-, seid. Zwei Minuten später stand Herr Scebach vor ihm. Nun, Seebach, fuhr ihn der Direktor ziemlich ärgerlich an, Sie halten wohl , Ihren Winterschlaf, da man Sie gar nickt mehr sieht. Herr Tirectcr, hätte ich nur e'me Anung gehabt, daß Sie meiner bedürfen, erwiderte der Agent erschrocken, so hätten Sie gewiß nicht nöthig gehabt, nach mir zu senden. Das Ahnen scheint also Ihre starZe Seite nicht zu sein. Um was handelt es sich, Herr D'.rector? Um ein neues Patent zu einer Starkstromleitung. Gestern war an der Börse das Gerücht verbreitet, daß ein hiesiges großes Institut ein solche angekauft habe. Ist ein Börsen - Manöver, Herr Director, weiter nichts. Aber man kann sich doch so etwas nicht aus den Fingern saugen; dab Gerücht trat in so bestimmter -ern auf, daß die Aktien der hiesigen Elc!tricitätsgefellschaft daraufhin sofor' höyer wurden, während neue Blendhc mer abflauten. Es muß doch etwa:darn sein! Sonst wirds wohl auch weiter !e'.n:n Zweck gehabt haben. Und dieser sogenannte Erfinder. zon dem Sie mir vor einiger Zeit erzählten, der sich mit diesen Problem:?. i::'::v::r soll wie hieß er doch gleich? Ah ja. Sie meinen den Doctor Sellentin? Ä'chtiq, Sellentin. Mit dem in c: nichts? Absolut nichts. Sellentin ist, wie Ihnen schon fagte, ein vollständig unpraktischer Mensch, von dem man sich wunrt. wie er in unserer heutigen Zeit überhaupt groß werden kann. Das sind manchmal gerade diejen--gen . . . Aber. Herr Director, ich bitte Sie' t?in Mann, der reicht einmal fünfzig Pfennig auftreiben kenn, um zu Mitrag zu essen, wie soll der zu einem Patcnt kommen, das ixnter Umständen Millionen irerif) scin kann? Der Tirector hatte schon seit cir;.;? Zeit die Idee, daß ihn der Ag?nt wenn auch nicht direct hintergehe, so dch zugunsten Z'erolds, der ihn wahrscheinlich teuer bezahlte, nicht aufrichtig und ehrlich bediene. Wie sieht denn der Mann aus? fr.'z te Sternseld, als :& er die Absicht fpbt, seinen Mann :-Attx kennen zu leinen Viv blaffe, krätzkkichn Mensch zs?. sechs- oder neöenundzwanzig Jahren, der noch oau auf dem einen C : . hinkt, dunkelblonde Haare und eir. h in- Rothliche splqum Bart, mü verdrehten Augen . . . Wii? Ich meine mit sond:rbar schwärme eichen Augen. Uebcrhaupt hat das ganze Kericken etwas Verrücktes an sich, waö vielleicht den Weibern gan gut gefällt. Jedenfalls ist das seh) Glück, ohne dies bätte ihn Frau Kulicke längs! an die Lu''t gesetzt. Wer ist denn die Frau kulicke? Die Wirihw in der Wilhelmsburg, wo Sellentin zu Mittag ißt, wahrsckcinlich weil ihn: ein anderer nicht mehr numvt. Mit einem Wort: eine ganz faule Geschichte, Herr Direktor. 2:i seh ihn öfter? Jetzt weniger. Ich gehe ihm aus dem Wege, weil ich immer Angst habe. da' er mich anpumpt. Man hat es doch auch nicht so zum Wegwerfen, wenn mh auch der arme Teufel leid thut. Jntneffe des D!re:tors Sternfeld schien er'cköd't zu sein. Er machte noch einige Redensarten, ermähnte den Lgente, auf der Hut zu fein und eniliest ibn. Seitdem zeigte Herr Tirector Sternfeld für die Kochstraße und die Wilbelmsburg ein eingehendes Interesse. Aenn er von der Bank nach seiner Privatwohnung fuhr, mußte der Kutscher, obgleich das ein kleiner Umweg war, durch die Kochstraße fahren, und war das Wetter nur einigermaßen passabel, so ging der Director sogar zu Fuß denselben Weg und wäre schließlich wohl auch in die Wilhelmsburg selbst eingetreten, um seinen Mann zunächst einmal von Angesicht zu Angesicht zu sehen, wenn sich das hätte unauffällig thun lassen. Solche Loyale waren dem Direktor nichts Fremdes. Er kannte sie von der Zeit her, wo er noch selbst ein armer Commis mit neunzig Mark monatlichen Gehalts gewesen. Aber jetzt war er eine bekannte Persönlichkeit. Viele Leute in Berlin, von denen er keine Ahnung hatte, kannten doch in sehr gut. und wenn er in die Wilhelmsburg gekommen wäre, mußte das mehr Aufsehen und Kopfschütteln verursachen, als thm erwünscht war. Er mußte das alles ganz anders einrichten. Eines kages. es war grade ein unausiteblicbes Mnd- und Schnee-

weiter, sah er vom Wagen aus, laum dreißig, vierzig Schritt von der WilHelmsburg einen jungen Mann, auf den die Beschreibung des Agenten paßte. Der Anzug war abgetragen. Man sah auf den ersten Blick die äußerste Dürftigkeit des Mannes, wenn man auch noch die mühsamen Spuren bemerken konnte, aus dem Anzüge zu machen, was noch daraus zu machen war. Ein Mann auf abschüssiger Bahn, über dem die Wellen des Lebens zusammenzuschlagen drohen. Eine feine, äußerst zarte Haut, ein leichtes Hüsteln, ein ernstes Auge, aus dem Ueberarbeitung und Entbehrung sprach, dünne, nicht ganz zuverlässige Stiefel das waren keine Requisiten, mit denen man den Unbilden eines Berliner Winters und dem Weltstadt-Elend widerstehen konnte. Director Sternfeld ließ seinen Kutscher langsam sahren und sah. wie der Mann mit mü dem, hinkenden Gang in die WilHelmsburg eintrat, oder vielmehr hinunterstieg wie in ein Grab. Hier that Hülfe noth, wenn überhaupt noch geholfen werden sollte, und Herr Sternfeld zu seiner Ehre sei es gesagt war auch auf der Stelle zu helfen entschlossen. Der Director wußte aus eigener Erfahrung, wie hart das Elend in der Welt sein kMnte und an wie schlechte Stellen man kommt, wenn man im Leben einen fest vorgefetzten Weg verfolgen will. Natürlich war das Interesse, das Sternfeld an dem jungen Chemiker nahm, auch ein geschäftliches. Das würde er natürlich nicht aus dem Auge verlieren. Er wollte Sellentin zum Abendessen zu sich, tn seine Familie einladen, mit ihm seine Aussichten, seine Lage besprechen und je nachdem ihm seine Vorschläge machen, einfach, praktisch und natürlich, wie es sich für ehrliche Männer gehör:. Wenn der Director dabei ein Geschäft machen konnte, weshalb sollte er denn das nicht thun? Das beste Geschäft machte jedenfalls Sellentin, dem jetzt vielleicht mit hundert Mark mehr gedient war, als in einem oder ein paar Jahren mit hunderttausend. Der Wagen des Directors fuhr weiter und Doctor Sellentin trat in die Wilhelmsburg ein, wo er sich zunächst an den Ofen stellte, um sich zu wärmen. Er wäre am liebsten gleich in den Ofen hineingekrochen, denn er fühlte sich so durchfroren, wie ein Stück Eis, als ob er me in seinem Leben wieder warm werden könne. Na, wie geht det heute, Herr Doctor? fragte die gutmüthige Frau Kulicke laut über das Local weg. Der Chemiker hüstelte leicht, statt aller Antwort. Der hört den Kuckuck auch nicht wieder schreien, sagte halblaut ein Kut-

scher, der mit einem Collegen dasaß und sein Mittagbrot verzehrte. Doctor Sellentin hörte die Aeußerung aber doch und wurde roth. Sah er so schlecht ans? Ein Wunder wäre es ja nicht, aber fatal war es ihm, daß jeder feine Noth gleich auf seinem Gesicht ablas. Dabei war es noch nicht einmal so schlimm. Seine Mutter hatte ihm vor einiger Zeit noch einmal hundert fünfundzwanzig Mark und dann noch fünfzig Mark zu einem neuen Ueberzieher geschickt, aber er hatte das meiste davon wieder für Chemikalien und allcrlei Experimente ausgegeben. Das hatte er für nöthiger gehalten als einen neuen Rock. Auch war ihm noch niemals die Idee gekommen, daß er jetzt, in der Blüthe feiner Jahre, sterben könne, ohne sein Ziel erreicht zu haben. Jetzt, wo er die wunderliche Aeußerung hörte, die ihm einen nahen Tod in Aussicht stellte, beugte er sich instinctio etwas zur Seite, um sein Gesicht in einem Spiegel betrachten zu können, der' in der Wilhelmsburg an der Wand hing. Erschrocken fuhr er wieder zurück. Ja, er sah sehr schlecht aus. Er hatte ja nie besonders gesund ausgesehen, aber so schlecht wie jeyt nie. Hatte der Kutscher vielleicht recht? Sterben wollte der junge Sellentin natürlich noch nicht und so überredete er sich denn auch bald, daß sein schlechtes Aussehen nur daher komme, daß er so durchfroren, und ein Droschkenkutscher ja kein Mediclnrath sei und nichts von solchen Sachen verstehe. Damit setzte er sich an ein kleines Tisch.chen in der Nähe vom Ofen, wo er nicht menr in den Spiegel sehen konnte und nahm, da er noch einige Augenblicke auf sein Essen warten mutzte, inzwischen eine Zeitung, die da herumlag, zur Hand, um sich die Zeit zu vertreiben. Es stand aber nichts in der Zeitung, wss ihm hätte die Zeit vertreiben können, und so blätterte er achtlos hin und her und wollte siegrade wieder fortlegen, als sein Blick plötzlich auf einer SteÄe haften blieb, wo gedruckt der Name Eva von Blendheim stand. Nun erst las er die betreffende Stelle. Es war eine Anzeige, in welcher der Premier - Leutnant oer Reserve Bernhard von Perlewitz auf Drehdach" sich ganz ergebenst erlaubte, nur auf diesem Wege Verwandten und Bekannten sciite Verlobung mit Fräulein Eva von Blendheim, Tochter des Herrn Oberst z. D. Georg von Blendheim auf Blendheim, mitzutheilen. Vor den Augen des Chemikers flimwerte es. Er las die Anzeige zweiund dreimal, aber sie wurde dadurch nicht anders. Welcher Kobold hatte ihm grade das Blatt in die Hände gespielt ? Wenn er nichts davon gewußt hätte, wäre ja alles gut gewesen, während ihm nun plötzlich heiß und kalt wurde und die Kehle trocken und wie zugeschnürt tvar., WaL kannte ibm das

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Xieben noch bieten?" iiiic niif einem Schlage waren alle feine Hoffnungen zertrümmert, lag alles, was ihm das Leben noch lebenswerth erscheinen ließ, am Boden. Soeben noch hatte er gewünscht und gehofft, daß der Droschkenkutscher mit seiner Prophezeiung unreckt haben möge, und jetzt war es ihm plötzlich ganz gleichgültig, ob er je wieder den Kuckuck schreien höre oder einen Frühling sehe oder nicht. Und wenn es morgen vorbei war das wäre ihm in seiner jetzigen Stimmung grade recht gewesen. Sogar seine Forschungen und Experimente, denen zuliebe er alles aufgeopfert, waren ihm jetzt zuwider. Für was und für wen sollte er sich denn quälen? Er war matt zum Tode. Ich muß einen eiligen Gang besorgen, Frau Kulicke. Ich komme nachher zurück, sagte er und lief davon, ohne gegessen zu haben. Er wollte allein sein, ungestört seinen Gedanken nachhängen, obwohl diese der allertraurigsten Natur waren. Stundenlang lief er in dem kalten, schneenaffen Wetter durch die Straßen, ohne Rücksicht auf seine mangelnde Kleidung, auf feine Gesundheit. Ohne Zweck und Ziel, wie irr lief er durch das geschäftige Hin und Her der Weltstadt, mitten unter Millionen Menschen einsam und allein, unglücklich und todtmüde. In der. Dämmerung kam er endlich wieder in seiner Wohnung an. Er konnte nicht weiter. Er mußte ruhen. Auf dem Tisch feiner Stube sah er im Zwielicht einen Brief liegen, der wohl in feiner Abwesenheit von seiner Logiswirthin dahin gelegt worden war. Er besah ihn flüchtig. Der Brief trug ferne Adresse, aber keine Briefmarke. Er mußte durch einen Boten abgegeben worden sein. Gleichgültig brach er ihn auf. Was konnten ihm jetzt alle Briefe der Welt nützen? Es war zu spät, es war aus und vorbei. Er wollte von nichts mehr wissen. Der Brief lautete: 3e)r geehrter Herr Doktor! Durch einen Zufall habe ich von Ihren Arbeiten behufs Herstellung einer neuen Starkstromleitung gehört und da ich mich zur Zeit sehr dafür interessire. fo ersuche ich Sie hierdurch freundlichst, heute Abend mit mir in meiner Wohnung Jerusalem Straße 7, zwei Treppen zu essen. Wir könnten bei dieser Gelegenheit über die Sache sprechen. die zu fördern ich gern alles, was in meinen Kräften steht, thun würde. In Erwartung Ihrer freundlichen Antwort bin ich Ihr ergebener Arnold Sternseld, Bankdirector. Der Brief hätte gestern kommen sollen! Gestern hätte er vielleicht noch eine Wendung im Schicksal Doctor Sellentins und seiner Arbeit herbeiführen können. Heute war es vorbei, heute erschien dem Chemiker alles wie ein Hohn, er selbst kam sich vor wie ein Narr des Schicksals. Er hatte das Leben satt. Er wollte nicht mehr. Achtlos warf er den Brief weg. Eine gewisse Bitterkeit und gehässige Grübelei kam über ihn. Er sah nicht ein, daß es nicht genügt, in dieser Welt das Beste zu wollen, sondern, daß man auch mit den nothwendigen Mitteln, mit den Verhältnissen seiner Umgebung, mit den Tugenden und Fehlern der Menschen rechnen müsse, wenn man fein Ziel liebt und erreichen will. Er hatte sich in einem gewissen ErfinderUebermuth, in einer rücksichtslosen Genialität über alles hinweggesetzt und war daran gescheitert. Aber das Fieber. das sich seiner infolge von Aufregung und Entbehrungen aller Arr immer mehr bemächtigte, ohne daß er es selbst wußte und beachtete, trübte auch sein Urtheil. Er glaubte wirklich an jenem fürchterlichen Winterabend, das Ende sei da, und es war ihm in seinem Zustande lieb, wenn es da wckr. Immer wilder wurden seine Ideen und Vvrstellunaen. seine Pulse schlugen im-

Tie Philosophie eines KauerS.

i MWWW! 'W'h WiM'ltSltm mer heftiger. Anstatt wuqt zu suchen, lief er auf die Straße, sprach laut und aufgeregt mit sich selbst, was sonst gar nicht seine Gewohnheit war. Das Fieber übermannte ihn immer mehr. Es war schon spät in der Nacht. In den abgelegenen Vierteln wurde es allmählich ruhiger, die Häuser wurden dunkel, die Leute schliefen. Nur in der innern Stadt, wo das berüchtigte Verliner Nachtleben sich entwickelt, dieser moderne Vampyr, der den Leuten nicht nur Blut und Geld, sondern auch den Verstand nimmt, war noch lebhafter Trubel. Die Nachtkaffeehäuser waren noch toll und hell erleuchtet, durch die offenen Fenster strömte ein heißer trockener Dunst auf die kalte Straße hinaus, Wagen fuhren hin und her, Herren und Damen in großer, kostspieliger Abendtoilette mit glitzernden Ketten und Ringen und matten Gesichtern und Augen kamen und gingen, lärmend, übermüthig und lustig. An einer solchen Nachtklappe kam der juge Chemiker in seinem elenden, trankhaften Zustand vorbei. Er könnte sich vor Schwäche kaum noch auf den Beinen halten und schwankte wie ein Betrunkener hin und her. Er hatte den ganzen Tag noch keinen Bissen warmes Essen genossen und jetzt war es fast zwei Uhr in der Nacht geworden. Plötzlich blieb er stehen und lauschte niit fiebernden Augen und bleichem Gesicht erschrocken, indem er sich an einen Pfeiler lehnte. Ick fahre nich zweeter Jüte, ick will e Drofchke erster Jüte haben. Ick Habs, ick kanns. Nobel muß die Welt zu Grunde gehen! Is ganz ejal, wat et kostet, klang die fette berauschte Stimme seines Bruders Gustav. Gleich darauf sah er den Gutsbesitzer mit einer frech aufgedonnerten 2)ame aus dem hell erleuchteten Hausgang übermüthig lachend heraustreten, den Cylinder im Genick, mit ausgeschnittener Weste, nobel vom Kopf bis zu den Füßen und doch ein Bauer, ein Bauer mit seinen dicken stupiden Augen, seinem gedunsenen, vom übermäßigen Alkoholgenuß gerötheten Gesicht. Andere ähnliche Gestalten folgten. Laß det man jut sind, Schnuteken, fuhr Gustav Sellentin mit breiter und prahlerischer Stimme laut fort, vorwärts in't Orpheum. Da ist der beste Champagner. Da is et überhaupt am feinsten. Is ja janz ejal, wat et kostet. Wir sind ja die dicken Blendheimer. Vorwärts! Rin in den Kasten erster Güte. Ein häßliches Bild und unter diesen Umständen sogar empörend. So sollte dich der Vater sehen! rief Felix Sellentin, aber seine Stimme war so schwach und hinfällig und vom Husten unterbrochen, daß niemand ihn hörte. Das Rollen des fortfahrenden Wagens war noch nicht lange verhallt, als ein Schutzmann an dem Kaffeehause vorüber ging und in der Pfeilerniscbe einen dunkeln Klumpen liegen iah. (Fortsetzung folgt.) Urn den Finanzen t Landes aufzuhelfen, hat man in Griechenland nun auch die Hundesteuer eingeführt. Im ganzen Volke herrscht darob natürlich großen Aerger. Em kleiner Zufall hat aber diesen Verdruß in eine versöhnlichere Heiterkeit auf gelöst. Der Erste nämlich, der von der Athener Polizei wegen nicht bezahlter Hundesteuer bestraft wurde, war König Georg. Die Hofbeamten hatten vergessen, die vier Hunde deö Königs anzumelden, und die Folge war das übliche Strafmandat. Einer dieser Hunde, ein prachtvoller Foxterrier, ist ein Geschenk der -Schwester deL Königs, der Königin Alexandra von England.

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