Indiana Tribüne, Volume 24, Number 215, Indianapolis, Marion County, 22 April 1901 — Page 7

Women as Weil as Men Are Made Miserable by Kidney Troubie.

Kidney trcuble preys upon the rr.ir.d. discourages and leicens amb'ti : d; teauty, vjgor . and efaeerfulma soun Q Jr d'.2a pear when the kkt 4tyTrBney: a:e -Jt of order -ÜB 1 ,;-if erd:: z 3d "" ffi S tfet v55 K cr.ty troubie ha; beccr.c :o crevaient u trat it not uneommer. . M I for a ehsld t- h tarn v- affllcted vith weck kidfv- 1 neys. If the chiJd urinr ates too often, i! th uririe ccalds the siech er if, vhen the chsle reaches s.n age whsn it should be abls tr comrcl the passagc. :t iz yet affiietsd with bed-we?'.;r,. cepend upen it. the cause of the disfieuhy is kidr.ev troubie, and the flist Step should be tewares the treatmer.t o! hece irn portant Organs. This uncleararv. troubie is due to a diseased conditien c the kidneys and biadder and not to a habit a: most people suppose. Women as well as men are mace miserable with kidney and biadder troubie and beth need the same great remedy. The mild and the immeciate sfi'ect o: Swamp-Root is soon realized. It is soid by druggists, in fiftycent and one dollar sizes. Ycu may have a sample bottle by mail iree. also pampniet teil- Home of swauip-Rcot. ing all about it. inciuding many of ÜK thousands of testimonial letters reeeivec from sufferers cured. In writing Dr. Ki'mer & Co.. Binghamton, N. Y., be sure tr.c . mentien this papex. Schnitt-Blumen ( i s 4 0 Bestellen Sie Ihre Knollen, Garten- und 8bMMfttKa etc., be; uns. Wir sind im Stande, ( Sie vollauf jmneben ;u stellen. KüNTifiBTOH & PAGE, 180 Ost Aartet Sir. 2m Bldg.) Indianapolis, Ind. ; 51 . .r' "MMT? ' Arrangiren Sie Ihre ommex - Reise W' ;u?n Besuche Der Patt-Amcnkamsch. AilSftcl!!!! in Bl'FFALO, Vom 1. ?ai bis 1. Novcmdcr 1901. Niagara 7ir.' :. (sine der 7 Weltkunoer, klo eine 3tun e c?. Bunalo erlernt. Idouiand itnbi, Kliffs! Haiti, Adricnoads ::nd WrutSriglanö '.ßunfrr. ku eine kurze, angcuehrne Fsdrl ptx al)n oöer zu Wa,",er. Wöchentliche Ausflüge :: BIG FOUR B0UTE :: nacii 835 :H&&lLr&, Ticnüog, ten 7., 14., 521. nrd iM. BTfti. Beeil oon ciuer prührt, plus 1 JoHar, S'.ir.rcifc, gältfa jur uifatr: roniöuSalo li KttttTM& ba iillittr funlrm S uaftefft. Ticke:? z'.u.l t rfauf tägl:ct. tegbrarst Xi. dt !I 0l .':: . aa Rate von r ir.er art rj fein drittel für Mc ;f tirrt fui.rt. -'at -ut Wüdraljrt 15 Tage, k Le Xiäcti, fr kkchch ocr ?iund?:'7t, nac? Aftlich von ?.!fsalo, wird das Recht !en auf i' Tffk i iv:,,uraltfn, ega Ie.'r:-,in!:;ii i"iict-:- bem o'en-.riüiamfn .'l .r:,lcn daicld:! ui:d Bckdlnng einer tri ;hr arn ?!.iK. tv cr.cn vinjelvflren. feircäiare, je, ncac ma:i sich ati Sarrt n I. S t n ch, M, ö. T e r p e, tzllen. Pgss. Ticket Agt. ?:sl:. P. r. . Cinciiuizti. C. H. Ä?. V r o :i so n. ct. . V. i'.. India"avoli4. Inr. X Bakii , 'W- Vv.i ki i , rvi t m - 7 Der neue Korida SpyiÄzug via die Big Four Route. vollständiger Veftibul-Z ng verlädt ncianavoliö um Bto Vachmit tafl? a jedem NUtwsch u,, Vamftag ai' und nach den, 16. Januar und cyt ohne enthalt nach äuguftme durch, kommt n, Iackjonville u:n 7.M Adnids ad i 5: Augustine um 8.s Abendi ata folens." Tag? an. Lchlafstecn Aaten von Zndum polis nach beiden liifcc-: ' IBeftea Tickets, Uknft und 3eblstftvai"! gens ip reche man bei AglMßNt eer VUI vor. H. M. Pronson. A. . . ''. Billige Raten nach Cnlifornitt via Big Four Route Am 5.. 12., 19. und 26. März. 2., 9., 16.. 23. und 30. April 1901, werden Spezia, Einweg Colonisten Tickets" nach Punkten in Kalifornien zu sehr dilligen Preisen via Big Four R?ute verkauft. Bolle Auskunft und Einzelheiten übr Fahrplan. Preise, Tickets, etc.. gebcn Agenten der Big Fcur Route oder man schreibe an Warren I. Lynch, B. L. D e p p e, tn. Paff. & Ticket Zlgt. Äfft. . P. & T. . ginciimati. O. h. Tl. B r o n s o n. A. S. P. A.. IndianapoM. do!pb r'rs, cIÄ dum 4 lUgkt) lotary Public, Translator Corresposfiest etc Ne. 970 West ttainu' Tk ß'k 0r.

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?as Glück von Vlendkeim.

Roman von Woldemar Urban. (Fortsetzung) Aber so sei doch snll, Gustav. Man muß sich ja schämen, bat das junge Mädchen in ihre? 5)erzensangst. Sie wäre wohl gern davon gelaufen, wollte aber den betrunkenen Mann nicht allein auf der Straße zurücklasien. aus Sorge, es könne ihm ein Unglück zustoßen. Ich sage dir. es wird mchts daraus, fuhr er trotzig und eigensinnig fort, weiter fehlte nichts. Dazu bin ich viel zu pfiffig. Mich leimt ihr nicht. Tu nicht und die Mutter nicht und Felix erst recht nicht. Ich bin klüger wu ihr alle. Ich will euch schon zeigen, wer ich bin. In einem Jahre oder fo was werder Ihr schon sehen, wer der Gusiao Sellentin ist. Ihr sollt euch wundern! Ihr ihr. Immer schwerer und massiger legte sich der große Körper auf das junge zierliche Mädchen, das ihn im wahrsten Sinne des Wortes weiter schleppen mußte. Sie wagte kein Wort mehr zu sagen, um ihm nicht neuen Stoff zur Widerrede zu geben, und war noch glücklich, daß er während des Gehens in einen taumelnden Halbschlaf fiel. So brachte sie ihn mit Aufbietung al ler Kräfte endlich bis an das Thor seines Gehöftes, wo ihn seine Mutter erwartete. Die alte weißhaarige Frau weinte bei dem Anblick ihre bittersten Thränen und versuchte ihrem ohne gut zuzureden. Das hatte aber keinen Z:ck. Gustav Sellentin schnarchte bereits, und es blieb nichts anderes übrig als ihn so gut es ging, zu Bett zu bringen, damit er sich erst wieder nüchtern schlafen konnte. 9. Elendes Novembernxiter hüllte i: ganze Gegend von Blendheim in t:,"urige, naßkalte, graue Woltenschlc.er. Fortwährend tropfte und plätscherte es von den Dachrinnen und Aesten 5er 8&U0U herunter, nicht der leiseste frische Windstoß fuhr in das träge W:tler. Era von Blendheim saß mit einer Handarbeit beschäftigt im FamiliensaIrr. aus Schloß Blendheim und schaute von Zeit zu Zeit hinaus über den öden, verregneten Park, als ob sie feststellen wollte, daß das Wctter noch immer so jämmerlich war. Ihre Mutter ging ab und zu. Sie langweilte sich natürlich auch, aber eine alte Dame wie s.e. tröstet sich unter solchen Umständen schon leichter mit einer behagliche. warmen Stube, als ein junge Mädchen. Wahrhaftig, da kommt er, sagte die Mutter plötzlich nach einer Iana:r Pause. Wer denn? fragte oa matt. Na, 'nr denn sonst als P??Ie.. Bei dem Wetter reitet er die unergründlichen Wege von Drehbach nach Blendheim herauf, nur um dir eine Aufmerksamkeit zu erweisen, um dich zu sehen. Das ist wirklich rührend. Era antwortete nicht, sie seufzte nur leise auf. Ihre Mutter fuhr fort: Du muß. ein Ende machen, Eva! Das geht nn scion über Jahr und Tag. Die Leute rede davon und kurzum, das geht so nicht mehr fort. Einmal muß doü endlich die Sache eine Wendung bekommen. Eva antwortete wieder nicht. Was hätte sie denn auch sagen sollen? Sie wr so trübselig und melancholisch wie nur möglich. Und dabei kommt es mir vor, als ov Perlewitz in letzterer Zeit aufmertsamer. flotte? und freundlicher gegen dich sei als je. Das muß dir doch auch aufgefallen sein. Eva? ?!atürlich war es ihr aufgefallen. Es war ik: sog die Iree gekommen, daß sich Perle.?itz energischer als je um sie bewerbe seit is r Papa Aufstchistth bei der neuen Gesellschaft war. Sie hatte nun einmal die Idee, ba sich Perlewitz in eigennütziger, specnla tiver Weife mit iur beschäftige. Freilich. er war freundlich und höflich, ver' kindlich und gefallig. Er benutzte j?d' Gelegenheit, um sich ihr nett zu machen, erzählte leine pikante Beschicht chen kurz, machte den angenehmen Schwerenöter, wie und wo er nur konnte. Und doch vermißte Eva an ihm etwas, was ihr Vertrauen zu ihm eingeflößt hätte, was die Hingabe, deren ihr echtweibliches Gemüth in so inniger, herzlicher Art fähig war. gerechtfertigt hätte. Es ist auch jetzt die richtige Zeit, fuhr ihre Mutter fort. Ich begreife überhaupt nicht, daß du deine Zeit nicht besser wahrnimmst. Jetzt wird es deinem Vater leicht, eine größere Summe abzustoßen für den Fall, daß du dich verheiratest. Das Glück von Blendheim ermöglicht ihm schon, für eine gute Aussteuer zu sorgen, ohne daß er sich anstrengt oder er die andern verkürzen müßte. Wer weiß, wie das in ein oder zwei Jahren aussieht. Jedenfalls ist es gut, wenn du dich jetzt daran hältst. Was man hat. das hat man. Das war gewiß ganz gut und praktisch gestochen. Die Frau Oberst war eine kluge, nüchterne Frau. Aber Eva fühlte sich dabei so kühl und jämmerlich angemuthet. daß sie hätte weinen mögen. Nach ihrer Ansicht hätte man mit einer solchen Angelegenheit nicht alle möglichen Zufälligkeiten und Rücksichten verauicken sollen. Aber sie

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dürfte eS mit thren ältern mcyt verderben, und zwar nicht nur des lieben Friedens in der Familie halber, sondern auch kleiner Ersparnisse wegen, die sie in der letzten Zeit mit etner Energie und Aufopferung zusammenscharrte, die schon an sich verräthensch war. Sie verheimlichte das, so gut es ging, aber ihre Mutter wußte darum. Sie hatte ihr gesagt, daß es geschahe, um der alten, guten Frau Sellentin, die auf ihre alten Tage nicht wisse, wie sie der dringendsten Noth begegnen solle, hin und wieder mit kleinen Beträgen beispringen zu können, natürlich gegen Schuldschein und Quittung und das feste Versprechen, es in besseren Zeiten mit Zins und Zinseszins zurückzuzahlen. Aber so sehr Eva das auch verheimlichte und bemäntelte, ihre D!uiter ahnte den Zusammenhang doch und schien zu wissen, daß das Geld, wie auch schon die ersten dreihundert Mark, die sie ihr geschenkt hatte, nach Berlin wanderten. te hatte auch nichts dagegen, aber nur unter der Bedingung, daß sich daraus ketne ernftern Verwicklungen und vor allem kein Familienzwist ergab. Ein Dienstmädchen trat ein und meldete, daß Herr von Perlewitz um die Ehre bitte, seine Aufwartung machen zu dürfen. . Führen Sie ihn nur herem, Lieschen. und bringen Sie die Theemaschinc her. antwortete Frau von Vlendheim. Der Aermste wird wohl eine Tasse Thee mit uns trinken nach einem Ritt in solchem Hundewetter. Gleich darauf trat Herr von PerleWitz ein. Sie sind wirklich großartig, metn lieber Perlewitz, begann Frau von Blendheim, an uns arme gelangweilte Menschenkinder selbst bei einem solchen Sudelwetter zu denken. Meine Gnädigste, warum wollen Tie mir durchaus ein Verdienst aus c:r.:r Sacht machen, die mir nur eine c und ein Vergnügen ist für die ich dem 5immel zu danken habe? Bei dem Wetter? Bei jedem Wetter. Darf ich mich nach Ihrem Befinden erkundigen. Fräulein Eva? Er machte eine zierliche Verbeugung vor ihr und sie sah möglichst unbefangen von ihrer tickerci auf, um ihm die Hand zu reichen, die er sehr lebhaft an die Lippen drückte. Ich will nur den Thee machen, sagte die Frau Oberst, ich komme gleich zurück. Damit ging sie aus dem Zimmer und ließ die beiden allein. Eva fühlte, wie ihr die Röthe ins Gesicht schoß. Ihre Mutter hätte wohl warten können, bis Lieschen die Theemaschine brachte, und dann den Thee im Zimmer bereiten können. Aber sie wollte Herrn von Perlewitz absichtlich mit Eva allein lassen und das merkte diese woA und es verstimmte sie. Sie seben so erregt aus, Fräulein Eva, begann er nach einer unmerklichen Pause wieder. Ich will nicht hosfcn. daß Ihnen etwas Unangenehmes passirt ist. Gar nichts ist mir papirt. Was wollen Sie denn, was mir an einem so langweiligen Tag passiren soll? Jcb w;iß nichr. Ich glaubte in ihrem Auge ein gewisses, erregtes Fun!eln und Leuchten zu sehen. Jedenfalls dachten Sie an etwas, was Sie innerlich bewegt. Wie Sie sonderbar combiniren. Ich versichere Ihnen, Herr von PerleWitz . . . ber Fräulein Eva, das klingt ja fast wie eine Vertheidigung, unterbrach er sie, indem er sich einen Stuhl heranzog und neben sie hinsetzte. Sie werden doch nicht etwa glauben, daß ich mir irgendwelche Anspielung erlaubte? Es wäre ja wohl möglich und sogar wahrscheinlich, daß Sie an irgend eine harmlose Angelegenheit, die Ihnen nahe geht, gedacht hätten, etwa an Ihre Schwester Martha. Apropos, sie ist doch nock in Berlin? Ja, sie ist auf Besuch bei meinem Bruder. Wissen Sie. was ich vermuthe. Fräulein Eva? Nein. Was denn? Ich glaubt: wenigstens etwas dergleichen aus einer Aeußerung Ihrer Frau Mama entnehmen zu können. Und das wäre? Daß sich Ihre Fräulein Schwester in Berlin verloot. Eva hob überrascht den Kopf und hielt einen Augenblick in ihrer Stickerei inne. Wie kommen Sie denn darauf? fragte sie erstaunt, denn sie hatte an eine solche Möglichkeit noch nie gedacht. Ich weiß nicht. Vielleicht ist auch hier der Wunsch der Vater des Gedankens. Sie wünschen also, daß meine Schwester sich verlobt? Er nickt lebhaft. Aber warum denn? Was kann Sie denn das interessiren? Er machte eine kleine Verlegenheitspause, rückte mit seinem Stuhl etwas näher heran, sodatz Fräulein Eva plötzlich ganz heiß vor Angst wurde und sie ihre Frage schon wieder bereute, dann sagte er mit etwas !?iser, intime? Stimme: Sie sind abe?gläubisch, F?äulein Eva. In wiefe?n denn? fragte sie e?staunt. Sie wollen sich nicht vo? Jh?e? älteren Schwester verloben? Ich habe da?an noch nie gedacht. Abe? Sie sollten doch endlich einmal da?an denken, Eva. Wenn Sie nicht wollen, daß . . . Sie wikve?steben mich. Qerr, voo

Perlewltz. unterbrach sie ihn rqch. Ich meine nicht, daß ich noch nie daran gedach: hatte, mich zu verloben, sondern aus Aberglauben mich vor oder nach meiner Schwester . . . Nehmen wir aber einmal an. Fräulein Eva, Sie hätten gemeint, was ich vermuthete, wäre dann meine Bemerkung etwa nicht am Platz? Können Sie mir es verübeln, wenn ich alles aufbiete, um von Ihnen eine Antwort zu erhalten, um mein Schicksal zu erfahren? Er machte eine Pause und sah ihr fragend ins Gesicht. Sie wurde über und übe? roth und wußte nicht, was sie antworten solle. Ich verstehe nicht . . ., stammelte sie leise. O. Sie sollen mich verstehen, Eva, fuhr er hastig und drängend fort. Sie sollen wissen, wie es um mich steht und wie grausam die Behandlung ist, die Sie mir angedeihen lassen. Sie wissen nicht, wie ich Sie liebe, sonst . . . Nein, unterbrach sie ihn rasch, indem sie das Auge forschend und fragend zu ihm erhob, das weiß ich wirklich nicht. Ich habe sogar manchmal Stunden, in denen es mir zweifelhaft ist, ob Sie mich überhaupt lieben . . . Eva . . . Lassen Sie mich offen und ehrlich reden, Herr von Perlewitz. Was kann Ihnen lieber sein, als bis auf den Grund meines Herzens zu sehen? Ich weiß sehr wohl, daß Sie schon vor längerer Zeit bei Papa um meine Hand angehalten haben. Er hat es mir selbst gesagt. Ich weiß auch, daß meine Eltcrn diese Verbindung nicht ungern sähen. Ich kann auch sehr gut verstehen, daß es Ihnen sehr um eine Entscheidung zu thun ist. aber ich rann mich nicht entscheiden, so lange ich nicht überzeugt bin. daß Sie mich lieben, wie das für das Glück einer Ehe nothwendig ist. wie . . . Sie scheinen mich schnöden Jnteresses anklagen zu wollen, rief er aufgeregt. Nun denn. Eva, bei allem was mir heilig ist. schwöre ich Ihnen, daß meine Neigung rein und lauter ist und niemals von Interesse beherrscht war. Wenn sie je etwas anderes in mir finden, so sagen Sie. daß ich ein unehrlicker Mann sei, nicht werth, Ihnen die Hand zu reichen. Er hatte sich bei diesen Worten stürmisch erhoben und ihre Hand erfaßt, die er zwischen der seinen so start drückte, daß sie Schmerz empfand. Ruhig und ernst sah sie ihn an. Gut. antwortete sie dann, ein Mann, ein Wort! Daraufhin willige ich ein. Seine Augen leuchteten plötzlich auf und mit dem Arm ihre Taille umfassend, zog er sie leise an sich und rief: Eva. Eva! Mein, mein fürs Leben . . . Ja. erwiderte sie. ihm nur schwach wehrend, nur noch eine Bitte habe ich Sie ist erfüllt, noch ehe du sie aussprichst. Was ists? Was befiehlst du? Ich liebe die großen Trara - Hochzeiten und -Verlobungen nicht und möchte den Wunsch aussprechen, mir solche stürmischen Feierlichkeiten zu ersparen. Aber . . . Eine Verlobung im engsten Familienkreis, und dann später, fügte sie zögernd. aber bestimmt und entschieden hinzu, wenn alles so weit ist nicht vor einem Jahr nicht vor einem Jahr, Eva! warf er bittend ein. Nicht früher, die Hochzeit ebenfalls einfach, ohne großes Gepräge so still wie möglich. Aber ich verstehe nicht . . . Warum denn nicht? Die Verhältnisse scheinen mir das zu heischen. Ich sehe gar nicht ein. Eva. warum grade die Verhältnisse uns solche Enthaltsamleit auferlegen sollten? Doch, doch. Sie du wirst es später begreifen. Wollen willst du mir diese Bitte erfüllen? Selbstverständlich. Eva. Ich sagte dir ja. daß du nur zu befehlen hast. Natü?lich hoffe ich. daß sich da noch manches abhandeln läßt, wenn es erst fo weit ist. Nichts, das versichere ich, erwide?tc sie entschieden. Abe? wi? müssen doch die Ve?lobung in den Zeitungen bekannt machen. Ich finde das nicht nöthig, sagte sie einfach. Nun, oie du willst, meine einzig: Eva! Er zog sie wieder an sich und küßte sie auf die Sti?n. In diesem Augenblick trat die Frau Oberst mit der Theemaschine ein. Obgleich es etwas dämmedg in dem Zimme? wa?, sah sie doch sofort, was da vor sich ging oder vielmehr vor sich gegangen war. Sie that seh? e?staunt und blieb mit offenem Munde in der Thür stehen. Na aber' rief sie verwundert. Her? von Pe?lewitz stellte sich sofort in Positu?, nahm seine Braut bei der Hand und sagte im strammen Officie?s - Meldeton: Gnädige Frau Mama, ich habe Ihnen die erfreuliche Mittheilung zu machen, daß Eoa soeben eingewilligt hat, meine Frau zu werden, und ich habe deshalb das d?ingendste Bedü?fniß. fü? uns beide um Jh?en mütte?lichen Segen zu bitten. Mit niede?geschlagenen Augen u.id, wie es de? F?au Obe?st schien, etwas bleiche? als sonst, stand Eva neben ih?em B?äutigam. So seh? glücklich sah sie jedenfalls nicht aus, das fiel auch ih?e? Mutte? aus. Wah?, Eva? Ist das wah?? sagte sie gleichwohl freudig die A?me ausweitend, um ih?e Tochie? zu empsan-aen.

Eva warf sich mit einem tiefen Seufze? hinein, ihrer Mutter war es sogar, als ob sie leise geschluchzt hätte. Sie küßte sie lebhaft auf beide Wangen, strich ihr l'e'kosend üb:? die a.n? und sagte: Na ja! Das wird sich schon noch alles machen. Nur Muth. Eoa. das ist nicht so schiimm. wie es aussieht. Früher oder später, einmal mutz

es ovch sein. ch hoffte soaar. liebe Sckwieaermama, daß es überhaupt nicht schlimm, sondern sehr hübsch werden würde, warf Her? von Pe?l?witz ein. Sie verstehen das nicht, Perlewitz. Seien Sie still, antworteie Frau von Blendheim, aber es wird sich schon machen. Gieb dich zufrieden, Eva. Laß nur. Ich will Papa rufen, um ihm die glückliche Botschaft mitzutheilen. Nur Muth. Ei was, thu doch nickt so. Die Frau Oberst fühlte, auch ohne daß Eoa etwas sagte, aus deren Wesen heraus, daß irgend was nicht in Ordnung war. Sie bereute in diesem Augenblick vielleicht gar, die sentimentale Eva wohl zu stark gedrängt zu haben. Tr?tzdem hielt die Frau Oberst die gefallene Entscheidung für ein Älück und war der sicheren Meinung, daß es sich schon noch machen würde, selbst wenn jetzt bei Eva noch nicht alles in Ordnung war. Derselben Ansicht war auch der Oberst. Der graben, offenen Soldatermatur des Herrn von Blendheim entsprach am besten eine bestimmte klare Lage. Dieses sentimentale Hangen und Bangen, dieses ewige Nichtwissen, was man will, junger heiratsfähiger Mädann war ihm fürchterlich. Wissen Sie, mein lieber Perlewitz. sagte er einige Tage nach der Verlobung, man bat ja als Familienvater natürlich 'gewisse Verpflichtungen, aber eine? de? schrecklichsten Zustände, die ich j kenne, ist, heirathsfähige Töchter im 1 zu yaven. Sie glauben gar nicht, was das sagen will. besvnde?s für mich, der ich auf jedem Gestüt die Frage lese: Nun? Warum keirathen Ihre Töchter noch nicht? Sie kommen doch nun auch schon in die Jahre und was die liebenswürdigen Phrasen weiter sind. Wenn einer wie ich siebenundzwanzig Jahre vor der Front commandirt Hai. wo die Kerle auf ein Wort standen wie eine Mauer und nicht mucksten, dann ist einem das zimperlich - zärtliche Hin und Her. dieses seelische Gethue, dieses ewige: ich kann nicht urd ich mag nicht, ein Greuel, eine Hölle, mein lieber Perlewitz. Wenn es nach mir ginge, würden die Mädels genau wie die Recruten einfach commandirt. Stillgestanden, nicht gemuckst, und dann marsch, marsch, vorwärts, in die Kirche. Glauben Sie mir. es wäre besser so. Kurz, der Oberst war ebenfalls froh. daß Eva endlich ja gesagt und damit eine klare und bestimmte Lage geschaffen hatte und wenn er auch sobald wohl noch nicht commandirt hätte, so war es ihm doch lieb, daß das jetzt unnöthig geworden war. So war er wenigstens mit Eva im reinen. Mit Martha, die jetzt in Berlin war. würde sich, wie er annahm, die Sache mit der Zeit auch machen. Er hatte sie ja deshalb fortgeschickt. 10. Director Sternfeld verstand sein Aach. Von den zwei Millionen Mark, die seine Bank in der Blendheimcr Fabrik angelegt hatte, wußte er schon in den ersten Monaten einen großen Theil an den Mann zu bringen. Die gute Stimmung an der Börse erleichterte es ihm. seine Hände wieder frei zu machen. Dabei war von keinem UeberVortheilen, keinem unredlichen Gebahren die Rede, fondern nur von einer klugen, erfahrungsgemäßen Beurtheilung und Beobachtung der Marktlage. E? gab eben seine Aktien fort, so lange sie im Steigen waren, weil er wohl mußte, daß kein Mensch sie begehren würde, wenn sie einmal im Fallen waren. Daß sie nicht immerfort steigen konnten, das lag in der Natur der Dinge. Als kluger Kaufmann paßte Herr Sternfeld auch genau auf, wohin seine Aktien gingen. Sie gingen meist in schwache Hände", das heißt in den Besitz von Leuten über, die mit einer Einlage von zehn oder zwanzig oder dreißig Procent beim Banquier auf Hausse spielten. Sie bekamen na türlich die Stücke gar nicht in die Hand, denn diese behielt der Banquier, weil er sie doch zum großen Theil bezahlte. Die Kunden die Sternfeld sche Bank hatte selbst eine große Anzahl solcher Kunden besaßen sozusagen nur die letzte Hypothek. wäh?end de? Banqui? die erste daran hatte. Stiegen die Aktien, gewannen diese Speeulante; fielen sie. so ve?lo?en sie, was zu verlieren war, während der Banquier sich in letzte? Linie imme? mit den Stücken selbst deckte. War nun die Ma?ktlage so, daß viel Material in schwachen Handen war. so fand sich sofort eine Gruppe, die auf die Baisse speculirte, um die Stücke wieder zu billigen Preisen in die Hände zu bekommen. Also nur die Hände frei! sagte sich Herr Sternfeld als vorsichtige? Mann. Im übrigen fand er auch bei diesem Geschäft seine alte E?fah?ung bestätigt, daß ge?ade diejenigen, die wede? von den We?then noch von de? Bö?sc etwas wissen, sich am ungestümsten, am waghalsigsten zu dem Spiel he?and?äng?en. (Fortsetzung folgt.) UM Die neuesten Tapeten bei Carl Möller, 152 N. Delawa?e Str.

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