Indiana Tribüne, Volume 24, Number 214, Indianapolis, Marion County, 21 April 1901 — Page 3
Indtnna Tribüne, Sonntag, 21. April 1901.
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In der Mitte.
Von Rnd. Leonhatt. A. M. ' Copyrighud b . the Gorman Press & Plate Ga.J (5. Fortsetzung.) Hier ist erstens ein Gedickt von wirklich und wahrhaftig von Laura, gedichtet zu Ehren der Großeltern und und in Musik gesetzt von dem Fräulein Schwester. Vierstimmig. Mama, denk nur, vierstimmig und bei Gelegenheit der goldenen Hochzeit zu singen. Warum hat das gnädige Fräulein die Composition nicht ein wenig früher gesandt; dann hätten wir sie ein wenig einüben können. Mama, laß uns geschwind in den Parlor gehen und sehen, wie das Ding eigentlich lautet." In Folge dieser Aufforde,ung begab sich das Trio ins Besuchszimmer. wo sich Marie am Clavie nieverließ und mit gewandter Hand die Accorde überflog. Dann sang sie die Sopranftimme und die Anderen fielen mit den Männerstimmen ein. Ihr Enlhusiasmus wuchs, wie sie sangen, und als sie fertig waren, rief Paul: la bonheur, Fräulein Laura, ich ziehe anerkennend ben Hut. Wird das aber morgen früh einen Knalleffect machen! Glücklicherweise singen die Schwestern vom Blatte, so daß wir ohne Zweifel Ehre mit unserer Auffüh rung einlegen. Die Melodie ist wirklich bestrickend lieblich, und die Begleitung suverb. Komm, laß uns das Ding noch mal Probiren." Dies geschah und wir bedauern, daß wir dem Leser die süße Melodie nicht wiederge ben können. Mit dem Gedichte müssen wir selbstverständlich warten, bis es den Jubilanten vorgelegt wird. Wir enthalten uns deßhalb aller weiterer Bemerkung über die Composition an dieser Stelle und lassen Marien sagen: Schön! Wunderschön! Doch nun, Paul, laß uns den Brief selber haben: Ich bin neugierig, wie Laura vorankommt." Sapperment! Ich habe ihn im Eßzimmer liegen lassen." So geh und hole ihn, und keine weiteren Ausflüchte. Vergiß nicht, daß die Kellerthür nur angelehnt ist." Mit fingirter Angst eilte Paul ins Eßzimmer, kehrte mit derselben Hast zurück und las dann, als ob seine Seligkeit von der Aufführung abhinge. Leipzig, d. 1. Mai, 1891. "Theure Eltern und Brüder: Zu keiner Zeit seit meiner Uebersiedlung nach dieser Stadt habe ich so an Heimweh gelitten wie jetzt. Ist es ein Wunder?! Steht nicht die goldene Hochzeit der besten, edelsten Großeltrn bevor, welche je die Erde betraten?! Ihr werdet sie alle jubelnd, glückwünscrend umringen ich allein muß ferne bleiben und kann höchstens mit der Feder die Gefühle ausdrücken, welche mich bestürmen. Ich verfaßte einliegendes Gedicht zu Ehren der theuren Großeltern und setzte es dann in Mu--sik. Führt meine schwache Leistung bei der Gelegenheit auf. und seid gewiß, daß Euch meine Gedanken bei der Gelegenheit umschwärmen werden. Wenn ich meinen Lehrern Glauben schenken kann. . sind meine musikalischen Fortschritte befriedigend und ich kann, wie sie sagen, in einem Jahre graduiren und zu Euch zurückkehren. Den Wohungswechsel, von dem ich Euch schrieb, babe ich vor einem Monate höchst befriedigend ausgeführt und befinde mäch jetzt im Hause einer Wittwe Johanna Braun, welche in jeder Beziehung eine treffliche und anziehende Person ist. Dasselbe läßt sich von ihrem Sohne Karl sagen, welcher das hiesige Poly--technikum besucht, und sich zum Architecten ausbildet. Mutter und Sohn sprechen fließend englisch, eine Sprahe. deren wir uns häufig bedienen, um nicht rostig darin zu werden. Frau Braun mutz eine trübe Vergangenheit hinter sich haben; denn auf ihrer Stirn lagert eine Wolke, welche permanent geworden zu sein scheint. Die geringste Anspielung auf die Bergangenheit verdichtet diese Wolke und bringt eine verdächtige Feuchtigkeit in ihre großen braunen Augen. Sie spricht nur selten über ihre Erlebnisse, doch weiß ich aus ihrem Munde, daß sie in den Ver. Staaten geboren und erzogen wurde, was ihre Fertigkeit in der englischen Sprache erklärt. Doch nun. lebt wohl. Ich mutz diesen Brief morgen absenden, damit er Euch noch vor dem 12. erreicht. Den einliegenden Brii'f an die Grotzeltern liefert selbstverständlich erst im Tage des Jubiläums ab. Wie immer Eure treue Tochter und Schwester Laura. Kapitel 10. Ein Jubiläum. Der Sonntagmorgen brach wölkenlos an. Mit der Dämmerung wurden allerlei Geräusche imHause laut, obschon sie den Stempel des Geheimnißvollen trugen. Jetzt ging's treppauf, zetzt trepvab; allein als die Uhr sieben schlug, nahmen die Bewegungen alle il Richtung nach dem Bordertheile des Hauses an. Wir gehorchen der Strömung und gelangen dergestalt nach dem geräumigen Doppelparlor, welcher augenblicklich mit einer erwartunzsvollen Menge gefüllt ist. Wir finden dort Adolph und Marie, Paul, und ferner Professor Klaus Braun, so genannt zu Ehren des Großvaters. Mit ihm ist Ella, seine Gattin, und zwei Kinder, ein Knabe von fünf Jahren und ein Mädchen von drei. Der Knabe heißt Dolphus. wahrscheinlich eine Version von Adolph, und das Mädchen Amr-.d. Da ist zunächst Johann der Fleischer, welcher eine der zwei Töchter Adolphs geheirathet hat. nebst Gattin und drei halberwachsenen wen. sowie Wilhelm der Bäcker. und letzte Schwiegersohn vier Töchtern.
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An Freunden bemerken wir zuerst Franzisco un) Mercedes, welche beide bedeutend älter qeworden sind, seitdem Wir sie nicht gesehen und Susanne, die Hausmagd, welche bescheiden im Hintergrunde bleibt, von der Familie indessen mit verdienter Rücksicht behandelt wird. Die Zimmer waren geschmckvoll verziert. An der Wand über der Doppelthür zwischen den zwei Gemächern hingen die Portraits der Jubilanten. kunstreich in Oel gemalt. Guirlanden aus gelben Rosen und anderen Blumen derselben Farbe gewunden, bekränzten die Bilder, unter denen in großen Buchstaben die Namen Klaus und Martha zu lesen waren, nebst dem Datum des Jubiläums. Auf einem langen mit schneeigem Laken bedeckten Tische lagen zwischen zablreichen Blumensträußen passende, werthvolle Geschenke, theils von den Kindern, theils von Freunden und Bekannten ertheilt, welche in einet begleitenden Karte ihre Absicht kundgaben, später am Tage persönlich zu gratuliren. Doch zurück zur Sache. Als die Uhr sieben schlug, öffnete der Professor die Thür und winkte seinen beiden Kindern. worauf diese einer Thür zueilten. welche den Zutritt zu dem Grundflur des mV vermittelte und klopften energisch an. während sie ausriefen: Großvater! Großmutter! Macht geschwind auf! Wir sollen Euch nach dem Parlor bringen, geschwind, geschwind!" Gleich darauf öffnete sich die Thür und ein ältliches Paar wurde sichtbar. Wir haben früher die Beschreibung von Adolph und Marie geliefert und bkauchen deßhalb nur zu berichten, daß wir hier dieselben menschlichen Prachteinbände finden, nur von älterem Datum. Klaus Braun war fünfundsiebenzig Jahre alt und seine Gattin Martha etwa fünf Jahre jünger; allein selbst in diesem hohen Alter vermissen wir alle Anzeichen von Schwäche und Verfall, welche unsere Greise und Greisinnen nur zu oft kennzeichnen. Zwar hatte das Haar jenes Silberweiß angenommen, welches eine Hauptzierde des Alters ist, allein von Verfall und Schwäche erblickte man nicht die geringfte Spur. Die Haltung war aufrecht und der Gang fest und alles zeigte jenes schöne Ebenmaß, we'ches Adolph so lobend bemerkt hatte. Hallo, was giebt's, junger Herr?" fragte Klaus, indem er Dolphus die Hand schüttelte, während Martha Amanda emporhob und küßte. Ihr sollt gleich in den Parlor kommen, es ist Jemand da. der Euch sprechen will," sagte Dolphus mit wichtiger Miene, während Amanda die Weisung in den nämlichen Worten wiederholte. Ei, wer kann das nur sein?" fragte Klaus lächelnd. Komm. Martha, wenn die Sache so dringend ist, müssen wir eben gehorchen. Marschiert nur hübsch voran, Kinder. Dolphus faßte die Schwester bei der Hand, begann dann das bekannte Bumm. bumm, bumm!" und hielt Schritt zu dem Tacte. Klaus sah Martha bedeutungsvoll an, nahm dann deren Arm und marschirte ebenfalls im Tacte hinter den Urgroßkindern her. Beide ahnten, was ihnen bevorstand, obschon ne natürlich von den ge-
troffenen Anstalten keine genaue Idee hatten und sich gutmuthlg stellten, als ob sie gänzlich in Unwissenheit seien. Jetzt ist d'e Parlorthür erreicht. Jetzt hält Dolphus einen Augenblick inne, um den Thürknopf zu drehen und jetzt fliegt die Thür weit auf. Wenn der Leser erwartet, daß wir ihm von den Ereignissen der nächsten fünfzehn Minuten eine genaue und getreue Schilderung zu geben im Stande sind, so irrt er sich. Wir sind in derselben Verlegenheit, welche Rafael fühlte, als er versuchte, seine glühenden Begriffe der Göttlichkeit der karten gefühllosen Leinwand zu überliefern. Wenn es eine Schlacht wäre, ein Sturm, welcher vernichtend über eine eben noch blühende Landschaft hinfährt und dieselbe in eine Wüstenei verwandelt, möchten wir im Stande sein, die schauerlichen Züge solcher Schrecknisse einigermaßen getreu wiederzugeben: allein wenn es die Aufgabe ist. das Tiefste, das Hochste, das Herrlichste der Menschennatur zu schildern, rufen wir bescheiden aus: Non possumus!" und ersuchen den Leser, uns durch Aufbietung seiner Phantasie zu unterstützen. Wenn übrigens die in den Zimmern Versammelten beabsichtigt hatten, ein festes Programm zu beobachten, so entdeckten sie bald die Unmöglichkeit, eine solche Methode zu verfolgen. Die Verhandlungen der nächsten fünfzehn Minuten bilbeten ein unauflösliches Wirrsal von Ausrufungen, Glückwünschen. Umarmungen, Küssen und Freudenthränen; allein nach Verlauf der angegebenen Zeit entwickelte sich, verhältnißmäßig Ordnung aus dem Chaos. Professor Klaus fand es möglich, sich hörbar zu machen. Hier ist ein Gedicht Lau, ra's," sagte er, indem er Martha ein Papier reichte, welches sie nicht nur zur Feier dieses Tages verfaßte, sondern sogar in Musik-setzte. Wenn Ihr die Güte haben wollt. Euch auf diesen Sesseln niederzulassen, so wollen wir versuchen, der Composition gerecht zu werden; obschon der Mangel an Uekung uns genügend entschuldigen sollte. wenn wir Fehler machen." Die Jubilare setzten sich, der Professor nahm am Clavier Platz und nun sangen acht Stimmen die wunderbar schöne Composition in wahrhaft künstlerischer Weise. Die Wirkung war eine mächtige, denn noch war das Lied nicht halb gesungen, als Klaus wie Martha in Thränen schwammen. Schön! Oh wie schön!" rief die letztere aus. Wenn unser theures Kind heute nur bei uns sein könnte." Wesen Wunsch theilt sie gewiß von ganzem Gemüthe. Mama." sagte Marie; allem glücklich ist bekanntlich. Yrr trntfci mni rn rwtf ntM it Xn 1 V3)f W V HchG l " 1 dem ist. Doch (amk mahkt. ta
das Frühstück verdirbt, wenn es noch lange aufgeschoben wird. Ich fordere deßhalb weibliche Freiwillige auf, mich in das Eßzimmer zu begleiten und unö mit Anrichten behülflich zu sein." Lachend voluntirte die ganze weibli che Phalanx der Gesellschaft und auch Franzisco ließ sich nicht abweisen und leistete wirklich wünschenswerthen Bei stand, daß die Frauen ihm ein Dank Votum gaö.n. Während sie dergestalt beschäftigt sind, wollen wir die gewonnenc Muße dazu benutzen, Lauras Gedicht zu berichten, mit dem Wunsche, daß es dem Leser nur halb so gut gefallen möge, wie den Jubilaren. Theure Großeltrn: Zum Vaterhaus send' ich hinaus Den Geist auf leichten schwingen. Um über's Meer, von Inhalt schwer, Glückwünsch' Euch darzubringen. Es zeigt ein Paar, des schneeig Haar Das Greisenalter kündet; Des Aug' jedoch, selbst heute noch. Der Jugend Feuer zündet. Nicht eine Spur der Schwächen nur. Die sonst am Alter haften. Ja. umgekehrt hat's nur vermehrt Den Werth der Eiqenschaften. JhrLächeln mild bringtTrost und füllt Mit Zuversicht die Kranken. Ihr Auge hell ist stets der Quell Erhabener Gedanken. Wie um Apoll sich ehrfurcötsvoll Die kleinern Sterne drehen. Scheint dieses Paar an dem Altar Allseit'ger Lieb' zu stehen. Es war ihr Lauf von Jugend auf Ein schlagendes Exempel Der Tugend und. mit ihr im Bund, Der Mäßigung als Stempel. So lösten sie gar leicht und früh Die Räthselfrag' des Lebens: Bleibt Ihr nicht in der Mitte drin. Sucht ihr das Glück vergebens. Zu hoch, zu tief; zu grad' zu schief; Zu viel und, wag noch schlimmer. Zu wenig scheu! Es bricht entzwei Das Glück in tausend Trümmer." O theures Paar, mög' immerdar Dein Beispiel Früchte tragen, Und, hell und rein, ein Leitstern sein Für uns in spätern Tagen! Ihr überragt sie ungefragt. Wovon die Bücher melden. Nich.' Mord, nicht Schlacht: was wir
vollbracht. Macht Märtyrer und Helden. Fern bleib' Euch Plag'; Mög jederTag Euch reinste Freude schenken! Wir aber weih'n im Herzensschrein Euch ew'ges Angedenken. Als Marie in den Parlor zurückkehrte, kam sie eben zur rechten Zeit, drei andere Vorträge anzuhören, welche zu Ehren des Jubilars vom Stapel gelanen wurden. Der erste derselben wurde von Herrn Dolphus ausgeführt, welcher dem Großvater ein in Druckschrift ausgeführtes Gedicht einhändigte und dann zurücktrat, dasselbe nach einer graziösen Verbeugung herzusagen. Es lautete: ,.Großpapa und Großmama Sind die besten Leute, die ich je sah." Die zweite Rede wurde von Amanda ausgeführt, welche ihrer Großmutter ins Ohr flüsterte: Großmama, mich hat auch ein Dicht gelernt.- So! Ei nun, mein Schatz, laß hören." Daraufhin machte auch Amanda den unvermeidlichen Diener und deklamirte: Schöner, schöner kleiner Stern, Vor dem Geleise fällt er nieder. Hätt' ich nur den Nickel wieder. Beide Vorträge ernteten selbstversiändiich das gebührende Lob, was Dolphus ohne Zweifel ermuthigte, denn er sagte zu seinem Großvater: Ärzßpapa, Fidel hat auch ein Stück gelernt: soll er es hersagen?" ,.E'. nun gewiß, dem Verdienste seine Kronen." Tolphus wandte sich nun mit ernster Miene an seinen Schooßhund und sagte: So Fidel, jetzt zeig' mal. daß Du auch was kannst. Fertig? hast D'-' nicht gesehn!" Fidel erhob sich nun auf seine Hintcrfüße. spazierte ein paar Schritte vorwärts und ließ dann ein halbes Dunend Wau! W'u! hören. Alles lc.chte. was de." Hund so in Jubel versetzte, daß er om und wieder sprang und in ein langes Gebell ausbrach. Jehi erfolgte Mariens Einladung zum Frühstück und fünf Minuten später saß man in bunter Reihe an der reichbesetzten Tafel. Selten wohl wurde eine Mahlzeit mit mehr Frohsinn genossen. Dies rührte wohl in etwas von der trefflichen Beschaffenheit der Speisen her, allein hauptsächlich von dem Character der Theilnehmer. An der Tafel hörte man nicht die zweideutigen Scherze, bei denen ein unschuldiges Mädchen erröthen muß. Andererseits machte sich Bildung, Witz und Scharfsinn geltend, denn diese Gesellschaft bestand durchgehend aus gebildeten Personen. Zwar war da ein Gärtner. ein Fleischer und ein Bäcker, allein der Gärtner -hatte die Universität Ksolvirt und die anderen Zwei sprachen nicht nur zw Sprachen mit gleicher Fertigkeit, sondern hatten den ganzen Cursus der Hochschule durchgemacht und verstanden es, die brennenden Fraaen der Zeit mit Verständnis zu besprechen. Wir fürchten, den Leser zu ' ermüden, wenn wir ihm alle die Einzelheiten des Frühstückes oder selbst des Tages auftischen. Wir beschränken uns deshalb auf eine drängte Umriß- ; skizze. Daß derselbe für alle Betheij ligten voll des reinsten Genusses war. ! versteht sich wohl von selbst; uns jedoch ist er besonders von Interesse und Wichtigkeit, weil er uns zeigt, wie der Mittelstand seine Feste feiert. Im Laufe des Morgens erschienen zahlreiche Freund der Jubilare und brachten nicht bloß die herzlichsten Glückwünsche. sondern auch ziylrelche Geschenke, welche durch die sie begleitende Achtung und Liebe der Geber doppelten Werth erhielten. Die in der Stadt wohnenSe Mit-
gliede? der FamilZe schienen erst spZt am Abend, nachdem sie nochmals den herzlichsten Abschied von den Jubilaren genommen und die Hoffnung ausgesprachen hatten, daß die theuren Jubilare ihnen noch manches Jahr gegönnt sein möchten.
Kapitel 11. Barmherziger Himmel! Es ist nicht.... Es erforderte mehrere Tage, das Braunsche Haus wieder in die gewohnte Ordnung zu bringen. Susanne war der einzige Dienstbote des Hauses und Marie, war deßhalb nicht nur genöthigt, Mercedes Beistand in Anspruch zu nehmen, sondern selbst thätig zuzugreifen. Nach Verlauf oon acht Tagen jedoch hatte Alles wieder seinen gewohnten Gang angenommen, und dieser Gang war so gänzlich im Einklänge mit Vernunft und Mäßigung, daß wir uns erlauben, ein paar Worte darüber zu sagen. Dr. Klaus pract.zirte nicht mehr. Nur dann und wann, wenn es die Noth erforderte, stand er entweder seinem Sohne bei oder vertrat dessen Stelle, wenn derselbe abwesend war. Adolph hatte früher in der Stadt practizirt. sich jedoch jetzt ganzlich auf die Insel beschränkt, wo er eine beträchtliche und einträgliche Kundschaft errungen hatte. Einen Theil des Morgens und auch des Nachmittags verbrachte er seiner Office und besuchte während der übrigen Stunden des Tages solche Patienten, welche nicht im Stande waren, zu ihm zu kommen. Paul beschäftigte mehrere Ar. beiter und Arbeiterinnen im GeWächshause, da er selbst einen Stand im Fulton Market besaß und während des Tages dort meistens beschäftigt war. Franzisco sowohl wie Mercedes standen in seinen Diensten und der erste übte eine Art Aufsicht während Pauls Abwesenheit aus. Professor Maus stattete häufige Besuche mit seiner Familie ab und blieb meistens über Nacht, obschon er Sorge trug, bei Zeiten nach der Stadt zurückzukehren, um seinen Berufspflichten obzuliegen. Der Fleischer und der Bäcker kamen ebenso oft und brachten die Ihrigen bei solchen Gelegenheiten im Federwagen mit; allein sie mußten ZU früb des Morns Zm Geschäftslokale sein, als daß sie daran denken konnten, mit Ausnahme Samstags über Nacht zu bleiben. Die Unterhaltungen der Familie bei solchen Gelegenheiten waren beständig ausgewählter Natur. Wenn die Fragen des Tages nicht besprochen wurden, füllten gar käufig musikalische Uebungen die Zeit aus. Jetzt trug man Stücke auf dem Clavier vor und jetzt auf der Geige. Jetzt lauschte man Duetten auf beiden Instrumenten, oder es wurden Lieder einstimmig, zweistimmig und vierstimmig vorgetragen und immer waren die Leistungen vortrefflich, indem die Braunsche Familie mit Recht den Ruf musikalischer Fertigkeit besaß. Hoffentlich ist es uns gelungen, dem Leser einzuprägen, daß diese gesellschaftlichen Unterhaltungen den Stempel der Intelligenz und feineren Bildung trugen, wie man sie gewöhnlich in den mittleren Klassen der Gesellschaft findet, und gern würden wir diese Unterhaltungen weiter ausmalen, wenn wir die Zeit und den Raum hatten; doch können wir nicht umhin die Hoffnung aussprechen, daß es uns gelungn ist. den Leser zu überzeugen, daß derartige hebende Unterhaltungen nur in den mittleren Schichten der Gesellsaift möglich sind. Wir behaupten keineswegs, daß Alle, welche diesen Schichten angehören, sich auf dieseWeise unterhalten; sondern nur, daß die mit demselben verknüpfte Lebensart es allein möglich macht, die wahre irdische Glückseligkeit zu genießen. Man kann selbstverständlich ein Billet zur Oper gelöst haben, ohne dieselbe zu besuchen; allein dies Billet ist absolut nothwendig. Zulaß zu gewinnen. Der Mai nahte seinem Ende, all Marie eines Nachmittags im Wohnzimmer saß und eins der vielen Magazine durchblätterte, welche die Bibliothek enthielt. Dieselbe war-ungemein reichlich für einen Privatmann und deutsche, englische und französische Werke waren gleich reichlich vertreten. Marie besichtigte die vielen Illustrativnen. welche den Inhalt bereicherten und belebten, als sie plötzlich die Klingel der Hausthür hörte. Susanne war ausgegangen, so daß Marie sich erhob um zu erfahren, wer Einlaß um diese Stunde verlangen möge. Sie öffnete die Thür mit der Gleichgültigkeit, welche bei solchen Gelegenheiten natürlich ist, hatte indessen kaum einen Blick auf die draußen stehende Person geworfen, als diese Gleichgültigkeit nicht nur verschwand, sondern einer starken Aufregung Platz machte. Und doch sah sie nichts weiter als ein ärmlich gekleidetes Mädchen von etwa achtzehn bis neunzehn Jahren, deren Gesicht. Hände und Füße ebenso schmutzig waren, wie ihre Kleider zerlumpt. Am Arme tri.n sie einen Korb mit Zündhölzern. aus deren Verkauf sie wahrscheinlich ein Geschäft machte, indem sie im Tone des Gesuches sagte: .Zündhölzer kostn. Madam? Bitte, kofen Se mir was ab. wir sind ab und baden kein Brod nich im Haus." Alles dies war kaum geeignet, in Aufregung zu versetzen, so daß wir uns wundern müßten, wenn nicht die ersten Worte, welche sie sprach, einigermaßen den Schlüssel geliefert hätten. Laura!" rief sie aus. Um Gottes'willcn, wo " Sie hatte das Mädchen gewiß für etwa Anders gehalten und nach dem Namen zu urtheilen für ihre ferne Tochter. Die Aehnlichkeit der Züge wie der Gestalt war wirklich überraschend; allein hier hörte dieselbe selbstverständlich auf. Laura war gebildet, von feinem Anstand, reinlich turn siUtoofrnbeit und dieses Mädchen
augenscheinlich ohne Manieren, unae
bildet, schmutzig. Marie gewann deßhalb schon nach wenigen Sekunden die Ueberzeugung, daß das Mädchen auf der Veranda ihre Tochter nicht war. nicht sein konxlte; allein diese Ueberzeugung löste keineswegs das Räthsel dieser wunderbaren Achnlichkeit. Ihre Verwunedrung wuchs noch bei einer näheren Besichtigung, und erregte begreiflicherweise in ihr den Wunsch, ein Näheres über die Verkäuferin zu erfahren. Sie öffnete deßhalb die Thür weiter und sagte freundlich: Ja. Kind, komm herein und setz Dich. Wie nennst Du Dich?" Jch heeße nich Laura. Ma'm. meen Name sein Claire. Claire Broeng." Und wo wohnst Du?" Oh. unten am Strand. Ma'm Und kannst in Deinem Alter nichts Besseres thun als Zündhölzer verkaufen?" Ja. Ma'm. des Abends geh ich nach die Tanzhäuser und 'oerdiene manchmal fünfzig Cent, manchmal weniger." Tanzhäuser!" rief Marie erschreckt aus. Kind, weißt Du nicht, daß diese Tanzhäuftr eine Schule des Lasters sind, und Dich früher oder später ins Verderben stürzen müssen?" Ich versteh Euch nich. Ma'm Oh ich spiele auf die Freiheiten an, die sich die Besucher solcher Lasterh'öhlen gegen arme Mädchen erlauben und " Ich weeß nich, was Se meenen. Ma'm. Wenn Se aber denken, daß die Mannsleit sich etwas gegen mir herausnehmen dürfen, so sein Se schief gewickelt Marie erschrak über diese rohe Sprache, konnte indessen nicht umhin dem Sinne der Rede ihren Beifall zu zollen. Allein wie lange konnte dieser Geist der Unabhängigkeit dauern, wenn termahen einen schlechten' Ruf, und er abendlich mit den Lastern dieser Höhlen in Berührung kam? Ach, der Gedanke, daß dies Kind, welches ihrer Laura aus dem Gesichte geschnitten war. dieser entsetzlichen Gefahr ausgesetzt war. widerstand ihrem edelmüthigen Herzen so sehr, daß sich unwillkürlich der Entschluß bildete, dies womöglich zu verhindern. Mit dem Mädchen selber war nichts anzufangen, das war klar. Sie mußte nähere Erkundigungen über ihre Verhältnisse einziehen, und wollte eben die dahin führenden Fragen stellen, als das Mädchen mit sichtlichen Zeichen der Ungeduld fragte: Na. Ma'm, wollt Ihr Streichhölzer kofen? Es wird spät und ich mutz noch vor Abend Brod eenkofen, dieweil gar nichts im Haus ist." Gewiß will ich kaufen. Claire." entgegnete Marie beruhigend. Wie viel hast Du da im Korbe?" Im K?rb?" sagte die Fremde verwundert. Oh es sein fünfzig Schachteln drin; aber ..." Und was kostet die Schachtel?Drei Cent. Ma'm." .Das macht also . . . " Ico wcen net, ich hab' die Rechnung net gelernt." Ein Gefühl deS Mitleids beglich Mariens Brust. Es macht 51.50 und hier ist das Geld. Leg die Schachteln nur auf den Tisch dort. So. nun setz Dich wieder und beantworte meine Fragen, die ich in Deinem Interesse stelle: Lebt Dein Vater und was thut
er ? Gar nichts, Ma'm, außer Trinken." Und Deine Mutter?" Oh, se wäscht gelegentlich oder scheuert oder cppes der Art." Hast Du Geschwister?" Nur einen Bruder. Ma'm Erwachsen?" Ja. Ma'm. er sein zweiundzwanat m " Zlg. Und verdient?" Nicht arg viel. Ma'm. Er arbeitet manchmal an der Werfte; aber de Arbeet gefallt ihm nicht, und so bummelt er die halbe Zeet." Marie dachte einige Augenblicke nach; dann sagte sie: Deines Baters Name ist Broeng?" Ja. Ma'm, Gustav Broeng." Hier, schreib mir den Namen auf diesen Zettel." Claire schüttelte den Kopf und sagte dann ohne alle Anzeichen der Scham oder Verwirrung: Ich kann net schreibe. Ma'm Dann will ich ihn aufs Gerathewohl schreiben: Ist er richtig buchstabirt?" Ein zweites Schütteln des Kopfes: Ich wees net, Ma'm, ich kann net lesen Nun. ich finde Euch schon. Claire." sagte Marie tröstend. Ich werde Euch morgen einen Besuch abstatten, um zu sehen, was sich für Dich thun läßt. Also gieb mir genau Eure Adresse." Ein fragender Blick gab die nöthige Erklärung eines Ausdruckes, der dem Mädchen augenscheinlich fremd-war, so daß sie erwiderte: Loafers Court, Ma'm, hinter der dritten Straße." Und wie erreiche ich den Platz?" Ihr nehmt die dritte Gasse vom Strand aus: Jedermann weeß, wv Loafers' Court ist." Und Eure Hausnummer, Claire?" Oh mer haben keene nich. edes Kind kann Euch sage, wo Gustav Broeng wohnt Nun wohl,, denn. Claire. Sag Deiner Mutter, daß ich morgen früh vorsprechen werde. Hier hier ist noch ein halber Dollar, den ich' Dir schenken werde, wenn Du mir versprichst, daß Du heute Abend die Tanzschule nicht besuchen willst. Das Mädchen dachte einen Augenblick nach. Für sie war es äugenscheinlich nur eine Frage des Vor- oder Nachtheils. Fünfzig Cents waren mehr als sie dort verdienen konnte, ab gesehen von dem Umstände, daß die Annahme der Bestechung ihr die leineswegs angenehme Arbeit sp gingen sie vie peniblen Ansich Frau an, welche übrigens fr und liberal gegen fit gewesen wn. Sie
sagte deßhalb kaltblütig: Schxm Recht, Ma'm, her mit dem halben Dollar Und ich kann mich darauf verlassen Claire?" Gewiß und wahrhaftig. Ma'm." Nun wohl denn, Claire, ich will Dich nicht länger aufhalten. Lebe wohl und vergiß nicht, daß ich Euch morgen früh aufsuchen werde." Das Mädchen erwiderte den Gruß und entfernte sich dann eilends, indem sie wahrscheinlich vor Begierde brannte. ver Mutter die Erlebnisse der letzten Stunde mitzutheilen. Marie ihrerseits blieb auf dem Sessel in der Halle sitzen. Die Entfernung des Mädchens schien sie eher aufzuregen als zu beschwichtigen. denn sie gewann nun Z?it. die überraschende Entdeckung elncb'n zu erwägen. Die seltene Achnliei! der Fremden mit Laura erschien ihr immer wunderbarer und d?r Gedanke an die Möglichkeit, ja Wahrscheinlichkeit des moralischen Unterganges eines Wesens, welches die Züge ihrer i , ren Tochter trug. r:gte sie beinahe sieberisch auf und gestaltete sich mit jctem Augenblicke mehr zu dem festen Enischlussc, dies zu verhindern, wenn es in ihrer Macht stand. Sollte sie den Gatten auf der Stelle ins Geheimniß ziehen oder warten, bis der Besuch, den sie am nächsten Morgen zu machen gedachte, ihr Gelegenheit gab, die Angele genheit von allen Seiten zu betrachten und zu erwägen? Ja. es war jeden falls am besten, zu warten, denn wie die Sache jetzt stand, erhoben sich viel leicht unübersteigliche Schwierigkeiten zur Ausführung ihrer edelmüthigen Absichten.
Kapitel 12. Loafers' C ou r t. Die Glocke hatte kaum acht geschlagen, als Mari: am nächsten Morgen vor der Thür der einzigen Apotheke Mapleton's anhielt und ausstieg. Sie band das Pferd an und betrat die Apotheke, wo Herr Davis. der Eigenthümer, sie herzlich begrüßte, indem er sie fragte, wie es ihr gehe." . Sehr wohl, Mr. Davis," erwiderte sie freundlich. Ich komme heute Morgen mit der Bitte ukn Belehrung: Können Sie mir vielleicht sagen, wo ich Loafers' Court" finden kann?" Ein leichtes Lächeln glitt über die Züge des Apothekers. Der eigentliche Name, Frau Doctorin. ist Sailors' Court, und der andere nur ein Spottname, obschon höchst bezeichnend. Darf ich fragen, weßhalb Sie sich erkundigen?" Ich habe Geschäfte dort, Herr Davis." Dann möchte ich Sie bitten, mir zu erlauben, diesen jungen Mann mit iynen zu schicken. Der Platz hat verdieAwenn Sie allein gehen, möchten Sie Jnsultcn ausgesetzt sein." Ich danke Ihnen von Herzen. Mr. Davis; allein ich wünsche Aufsehen zu vermeiden, und da ich dort nur einige Minuten zu "crweilen gedenke, werden Sie gewiß entschuldigen, wenn ich dankend ablehne. In welcher Nichtung ist der Hof?" Verfolgen Sie diese Straße bis zur ersten Gasse links, welche Sie bald an Ort und Stelle bringen wird. Der Hof ist zur Rechten." Marie grüßte dankend und schlug die angegebene Richtung ein. Gasse war ba:d erreicht und kaum hatte sie hundert Schritte in dieser gethan, als sich ein Thorweg zurRechten öffnete und den Zugang zu einem geräun:icn Hofe vermittelte. Im Thorwege saß ein Knabe von zehn bis zwölf Jahren und diesen, fragte Marie freundlich: Ist dies Sailors' Court, mein Junae?" JU, 'JJ'M III, UIC ll .CUUfCliJ cm. 3 IM o-r Court," war die energische Antwort, als ob die Frage eine Beleidigung enthalten hätte." Und kannst Du mir sagen." fuhr Marie fort, wo Mr. Gustav Broeng wohnt?" Gustav Broeng? Gewiß Ma'm. Er wohnt drei Treppen hoch in jenem Hause." Marie dankte und wollte der erhaltenen Weisung Folge leisten, als der Knabe ihr nachrief: Ihr braucht Euch nicht zu bemühen, dettn Gustav ist schon am Bummeln." (Fortsetzung folgt.) Abschied. Wir sahen zusammen viel Leid und Glück. Wir sind auf stürmenden Wogen Im Leben zusammen ein kurzes Stück Die gleiche Straße gezogen. Entschuldigung. Sie sind ja schrecklich betrunken, schämen Sie sich Kann ich dafür, daß ich so wenig rertragen kann?!" H öch st erRespekt. Feldwebel zumRegimentsschreiber): Sprechen Sie mal durch's Telephon mit dem Herrn Bataillons - Adjutanten. Gefreiter Scbulze. und sacen Sie ihm na. warum schnallen Sie denn um und setzen Jh-en Hlm auf?" Gefreiter Schulze: Wenn ich mit dem Herrn Lieutenant reden will, muß ich doch. Herr Feldwebel!" Gleichfalls. Freundin (zu? Frau eines Geschäftsreisenden) : Verträgt denn Dein Mann das viele Eisenbahnfahren? Ich muß sagen, ich werde bei längerem Fahren stets vom Schwindel ergriffen." Frau: Mein Mann auch aber erst, wenn er sein Reisegeschichten erzählt Papa als Lehrer. Fritz: Was versteht man unt:r .Vcedisance"?" Papa: Was. das weißt Du nicht? Schäme Dich! In Deinem Alter durfte ich nach so etwas gar mm mer fragen." Fritz: Papa, sei doch so gut und sage es mir Papa: Hm. warte, ich wede einmal im Lexik nachsehen
Für die Küche.
Leoerklößsuppe. Ein tel Pfund Rindsleder wird abgeht und fein geschabt, damit das Häus zurückbleibt: nun rührt man Viertel Unze Nieren'ett ab. schl zwei Eier hinein, giebt die Leb etwas fein gewiegte Citronenscha Petersilie. Zwiebel. Pfeffer. Salz, eii wenig Mazoran und etwas Mehl hin zu. Dann formt man Klößchen, qieb sie in siedende Fleischbrühe, kocht sie eine Viertelstunde, bis sie aufsteigen. und brinat die Suppe zu Tisch. Waterjack. (Ein sehr guteßg Gericht aus übriggebliebenem Ham mclbraten.) Von einer gebratene Hammelkeule oder -Rücken schneidet man die Reste in dünne, längliche Stückchen, thut sie in' eine Kasserolle, füllt ein Paar Löffel klare mit Liebigs Fleischertrakt gekräftigt und gebräunte Brühe darüber, thut ganz wenig Paprika oder gsstößenen Pfesfer. eine halbe Tasse saure Sahn Saft einer Citrone und etwas Schale derselben hinzu, sowie etlvas alz, läßt es scharf heiß werden, jedoch nicht - kochen und servirt eö in einem Reisrande. Leber mit Sardellen. Man weicht die Leber in Milch, ent häutet sie. schenidet sie zu kleine Scheiben und bäckt sie aus de Schmalz. Vorher schenidet man einige Sardellen recht fein, mengt sie mit ein wenig Butter, grüner, feingeschnitten ner Petersile und abgeriebener Citnenschale und streicht dies auf eine Porzellanschüssel. Die ausgebackenen Leberschnitten werden auf diese Schüs sel gelegt, und mit ein wenig Essig und Citronensaft begossen, worauf man alles aufsieden läßt. Die Leber muft gleich servirt werden, da sie sonst hart wird. Bayerische Kalbsschle. gel mit sauremRahm gedämpft. Nachdem die Keule ge klopft, gehäutet und gespickt, legt ma sie in eine Kasserolle mt 1 Unzen Butter und Quart Wasser; darin mu sie. indem man die Keule sleißig be gießt, eine Stunde dämpfen; nu nun schüttet man tnach und nach 1 Pint saur.'" Rahm darüber, dämpft noch eine halbe Stunde, nimmt de Deckel von der Kasserolle, läßt die Keule unter öftcrem Begießcn auf der Oberseite bräunen, nimmt sie heraus, schlägt die Sauce durch, verkocht sie mit einigen Lö'seln weichgedünsteter oder Champignons, schärft sie mit Ci tronensaft ab und gießt sie zu dem Fleisch. Gebackenes Lamm. Etwa halbhandgroße Fleischstücke werden in gesalzenem Wasser halb weich gekocht, dann etwas ausgekühlt mit wenig Salz und dito weißem Pfeffer bestreut, erst in Mehl, dann in zerklopftem Ei und geriebenem Brot gerren und in heißem Schmalz einige Minuten zu goldgelber Farbe ßÄke Hierzu eine feine kalte Sauce: 2 gekochte und 2 rohe Eigelb. 3 Eßlöffel Olivenöl. 2 Eßlöffel Weinessig. ' ein Eßlöffel Senf werden an kühlem Orte ( mit der Schneeruthe tüchtig geschlagen, dann mit einer Prise Salz, weiße Pfeffer und ewas feingehackter, fri scher Petersilie gemischt, und in einer Sauciere servirt. Gulasch. Schönes. derbes Rindfleisch wird in große Würfel, Speck in feine Scheiben geschnitten: man nimmt 2 Theile Frisch und 1 Theil Speck. Dann läßt man 130 Gran Butter zergehen, legt Rindfleisch und Speck lagenweise in eine Kasserolle und würzt es mit Pfefer und Salz. Man gießt fast gar nichts an und macht es ohne Umwenden zugedeckt gar. Zwischen die Lagen kommt in Schei bcn geschnittene Zwiebel. Will man zwischen die Lagen auch noch rohe Kartoffeln legen, so giebt man zuletzt etwas Mehlschwitze an die Sauce, um sie ioch esimiger zu machen. Kalbszunge in Gelee. Drei Kalbszungen enthäutet man und kocht sie in Fleischbrühe gar, schneidet sie ixt zierliche Scheiben, und legt sie in ejne Geleeschüssel auf eine bereits erstarrte Schicht Kalbssußgelee. die man auZ einem alten Huhn, vier Kalbsfiq und etwas Essig, sowie einer tSA Beigabe Champignonessenz bereitet und mit 4 Eiweiß abklärt. Eine 58et zierung von gerollten SardellenfiletH. Tomatenscheiben und Pfeffergurke kommt darauf, dann die Zungenschei ben. zuletzt der warm erhaltene StaÄ, ! den man vorficht nachgießt. Am aderen Tage stürzt man das Zunaenge richt und reicht es mit Tomatenpüre. Panirter Blumenkohl. Ein schöner, fester Blumenkohl wird? in Salzwasser weich gekocht, abgeiropfd. ' in eine irdene. feuerfestePlatte (Form t i l 1. m . . peicgt, in oer eiwa unzen Buk ter zerlassen wurden. Die am Blume wird mit geriebenem Schi zerkäse und dann mit Panirmehk - ,. , ' lucyna, unsrem, mit zerlassenem Butter Übergossen und in mäßig hei Nein Jtn (Bratoten) etwa 20 Mil ten lang gebacken. Bei einer an! Herstellungsart wird die Weichgel Blume zerlegt. Dann versah) wie oben, udergtze iedoch mit einer weißen Buttersauce. derselbe mit Käse und Paniei deckt wird, und lasse ihn während 20 Minuten backen. trage das kräftige, schmackhaf . k. - Y , m . ' muie auein ooer mi Belga Kaldsroteletten oder aufgesch Schinken aus. O weh. Hausfrau: Sie haben in öftrere Leben n, das Geringste gearbeitet'.Doch, Madame, ich war Stelle sechs Jahre!.Warum sind Sie denn gen?- - Bettler: .Zi
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