Indiana Tribüne, Volume 24, Number 212, Indianapolis, Marion County, 19 April 1901 — Page 7
Jndiana Tridnne. 19. Zlpiil 1UU1.
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Roman von Woldemar Urban, (Frtsetzunz) Nun änderten sich allerdings die Seiten auch für Felix Sellentin, aber sie wurden nicht besser, sondern nur immer schlechter. Alle seine Bemüdüngen schlugen fehl, und das Schlimmste dabei war. daß man ihn immer mit ungewissen Aussichten und Vertröstungen hinhielt. Man interessirte sich in den Fachkreisen und auch bei den maßgebenden Persönlichkeiten für seine Arbeiten, man wünschte die Ergebnisse seiner Untersuchungen genau kennen zu lernen, um sie womöglich im eigenen Nutzen auszubeuten, aber Niemand wollte in die Tasche greifen, um eben diese Ergebnisse zu fördern, und besonders wollte und konnte auch Niemand auf die Bedingungen eingehen, die Doctor Sellentin stellte, um seine Forschungen fortzusetzen. Ein modern eingerichtetes Laboratorium und unbeschränkte Mittel wer würde sich darauf einlassen? Schließlich waren die Erfolge, die zu erwarten waren, doch noch sehr ungetrift. Einer der Gönner Sellentins bot ibm in einem großen Laboratorium eine gutbezahlte Stellung an. Er arbeitete auch einige Zeit dort, ging aber wieder fort, weil man feine AnOrdnungen nicht ausführen wollte. Dann machte er in der kleinen HofWohnung, die er inne hatte, auf eigene aust und eigene Kosteu Vrrsuche. ofcv; seine Mitte! waren zu bald er'chöpft U7.d es trat der Zeitpunkt auf. wo er Frau Kulickes Credit in Anspruch ncrrncn mutzte. Das halbe Jahr, das ir,rn Zicrold freigegeben, war noch nicht ganz vorüber; aber fein Stolz litt es nicht, nachzugeben. Er wollte nicht zurück. Vorwärts mutzte er get-en. wenn e? sein Ziel erreichen wollte. So verfiel er schlietzlick aus dün Gedanken, seinen Bruder um einiqes Geld" zu bitten. Der Gutsbesitzer h.itte durch den Verkauf seiner Aecker ein? größere Summe zur Verfüqung. Er konnte ihm wohl helfen, aber er wollte nicht. Im Gegentheil, er schrieb ihm einen groben Brief. Er brauche sein Geld selbst, um sich von den neuen Aktien soviel wie möglich zuzulegen; jedenfalls wolle er es nicht verrückten Leuten in die Hand geben, die wee? mit eigenem noch mit iremdem Geld zu wirthschaften wüßten. Eines Tages saß nun Doktor Seller.lin wieder nach eben beendia:e, Mittaasmahl in der Wilhelmsbur und schaute sinnend und grübelnd in das schmutzig-nasse Herbstwetter hinaus. Frau Kulicke hatte ihm soeben wieder einmal versichert, daß alles schon wieder anderscht" werden würde, als ein Mann in den Keller trat und seinen nassen Schirm in bis Eck.? stellte. Der Cbemiker achtete f.icht darauf. Er sann eben wieder über eine neue chemische Zusammensetzung nach und wurde erst darin gestört, all der Mann schon neben ifcrn am Tische saß. I'ein Gott. Herr Doctor Sellentin. rief der Mann plötzlich überrascht, beindÜH hätte ich Sie nicht wiedererkannt. Der Chemiker wurde roth, weil er dachre. diese Bemerkung 6:303 sich auf die nicht vortheilhafte Veränderung in seinem Aeußeren. die sich in letzter Zeit unter dem Druck der Noth an ihm vollzogen hatte. Ich bitte sm Verzeihung, erwiderte er veraen. aber ich kann mich wirklich nicht besinnen .. . . Wo wir uns gesehen baben? unterbrach ihn der andere. Natürlich große Herren vergessen kleine Makler rasch. Aber ich habe es mir gemerkt. Wir haben uns in Blendkeim gesehen. Herr Doctor. in der Fabrik des Commercienraths Zierold. Besinnen Sie sich wirklich nicht auf den Makler Secbach? Nein. Doctor Sellentin konnte sich nicht besinnen, aber der Agent, der über das angebliche Wiederseben seb.r erfreut that, überhob ihn der Antwort, indem er in semer schwärmerischschmatzbaften Art fortfuhr: Natürlich. Sie baben das wieder veraessen und ich begreife das. W:r sich mit solchen Unternehmungen trägt, wie Sie. v:rcißt leicht die kleinen Leute, die sich um ch herum um das liebe Brot quälen. Ja. ja. ick, kann mir das wohl denken. Das ist eine Arbeit, die ihren Mann nicbt wieder losläßt. Tag und Nacht, im Wacken und im Schlafen, mit jedem Gedanken, mit jeder Fiber beschäftigt sie ihn. wie ein Zauber, wie eine Hypnose. Das ist das Rechte, das ist wahre Arbeit, die allein unsere Seele nährt und stählt, die allein im Stande ist, unsere Nuhe und unser Glück vor uns selbst und vor der Welt zu schützen. Merkwürdig! Wer vermuhet in der schweren Mühsal des Lebens heutzutage noch das einzig Rettende, die gewaltige Kraft im Kampfe um's Dasein? Kein Mensch will dem Psalmisten mehr glauben, wenn er sagt: Und wenn es köstlich gewesen, so ist es Mühe und Arbeit gewesen! Alle Welt macht große Phrasen vom Wertz der Arbeit, und dann geht jeder hin und straft sich selber Lügen, indem er mit Aufbietung seines bischen Verstandes einen bequemen und leichten Weg zum schnellen Reichthum sucht, wagt seine Leistung und sein bischen Glück an taumelnde Irrlichter. Warum? Gven um nicht mehr arbeiten zu müssen. Ueber die lächerliche Welt! Und wie steht's mit der neuen Starkstromleitung? Leuten
wie Sle. rr 2)ocror. tu mcms unmöglich. Wie steht's damit? Ist das j Patent bald zu erwarten? Der junge Chemiker, der sich bei diesen Redensarten geschmeichelt fühlte, daß endlich einmal Jemand den Werlh 1 seitler Arbeit anerkannte, erwiderte be- i scheiden und mittheilsam: So weit ist die Sache nun freilich noch nicht ganz. Herr Seebach, aber es kommt! Es
j kommt sicher. Und wie steht's. Herr Doctor? Sie : begreifen das Interesse, das ich an der i Sacke habe. Es freut mich, wenn in dieser elenden Welt auch einmal ein '. schweres Werk gelingt, ein wahrer ! Fortschritt in der Technik gemacht j wird und eine tüchtige Arbeit zu Erj folg und Anerkennung kommt. Und ; eine neue Starkstromleitung ist in der j ganzen Elektrotechnik eine Umwälzung, l ft)ahrsit4tnn 9s(ir Vnt ? tlllt iFVlVl'lUtlVIU vlvU IVIV IV.11 3. Wie weit sind Sie? Je nun, ich bin jetzt auf Privatversuche angewiesen, da mir Niemand die nöthigen Vorschüsse zu Experimenten machen will, von denen er nichts versteht. Ich nehme das den Leuten' nicht übel. Es muß eben jeder in der Welt die Dummheiten seiner Mitmenschen dulden und überwinden. Aber es rückt dadurch langsam vorwärts, so langsam, daß ich manchmal selbst ganz verzweifelt bin und nicht mehr weiß, wo ein und aus. Nur die Hoffnung, daß es mir gelingen muß, hält mich aufrecht. Natürlich, natürlich. Und wie ist die neue Starkstromleitung beschaffen. Herr Doctor? Frau Kulicke. zwei Weiße mit Gilka. feie erlauben doch, Herr Doctor. Nein, kein Wort. D adjc interessirt mich, es ist also nur Pflicht und Schuldigkeit, daß ich bezahle. Also aus irrn! besteht die neue Starkstromleitung? Doctor Sellentin merkte noch immer nichls. Er freute sich, daß Jerr.:b für seine Sache Interesse zeigte, ließ sich von Frau Kulicke ein Stück Kreide geben und schrieb damit verschiedene chemische Formeln auf bcn Tisch. Freilich hatte Secbach keine Idee von der Chemie. Was wußte der Attenk von HT2 uno KRH4 und ähnlichen wissenschaftlichen Bezeichnungen? Er wußte nicht einmal, daß damit bestimmte Zusammensetzungen der Urstofse ausgedrückt wurden. denn sonst hätte er die Frucht Jahre langer Forsctungen und kostspieliger Versuche in seinem Notizbuch nach Hause tragen können. Sehen Sie. Herr Seebach, erläuterte der Doctor seine Hieroglyphen, das hier sind die Urstofse. diese die Bindüngen, die bisher als Starkstromleitungcn benutzt wurden, und diese Zeichen sind die neuen, von mir gesundenen Bindungen. Sie haben nur noch den einen Fehler, daß sie für den praktischen Gebrauch zu theuer sind, theurer als die bisher verwandten, wenn auch sicherer. Es fehlt nur noch eine Zusammensetzung, die die Sicherheit mit der Billigkeit verbindet, und auch diese werde ich finden. Ich bin auf dem bester, Wege und hätte sie vielleicht schon gefunden, wenn ich nickt eben jetzt .. . so ... . beschränkt in meinen Mit teln wäre. Herr Sebach verstand von der gannro Sache gar nichts, starrte auf die geheimnißvollen Zeichen und sagte sich: Den Mann hat's! Der ist verrückt. Nur bei der letzten Aeußerung wurde er unruhig und glaubte darin die Absicht eines Pumpoersuchs wittern zu müssen. Davon konnte natürlich für Herrn Seebach gar keine Rede sein. Ihm thaten schon die zwei Weißen und die beiden G'lka leid, die er gutmüthig geopfert hatte. Er machte also noch einige nüchterne Redensarten und schob dann eilige Geschäfte vor. um sich von dem Chemiker rasch verabschieden zu können, ehe dieser Zeit fand, auf seine Geldverlegenheit zu rückzukommen. Auch Sellentin verliest das Local. und Seebach sah noch, wie Frau Kulicke an der inneren W.ind des Gilkaschrankes einen neuen Kreidestrich machte, als Fortsetzung einer längeren Reihe gleicher Striche. Er wußte natürlich sofort, wie es stand und was das zu bleuten hatte. Er war höflich genug, sich nichts merken zu lassen, aber die Umgebung, in der er den ihm von Zierold und Director 2: rnfelb bezeichneten Erfinder" fand, drückten diesen vollends in seinem Urtheil zu einem armen Schlucker herab, der mit seinem wissenschaftlichen Krimskrams glaubte Geld erpressen zu können. Herr Seebach war der Meinung. daß sich die großen siebenstelligen Herren von diesem armen Teufel durchaus nicht beunruhigen zu lassen brauchten. Und wenn wirklich einmal ein der Fabrik gefährliches Patent auftauchte, so konnte man es noch immer mit Geld kaufen und dann todtschweigen. H'rr Seebach wußte, was Geld war, wenn er auch nichts von Chemie ':nd ihren kabbalistischen Zeichen verstand. Geld war die neue Allmacht, und wer sich ihr nicht beugte, den drückte sie odt. Wie lange würde es denn der Arkeitsbold Sellentin noch aushalten? Oder richtiger: wie viele Striche würde Frau Kulicke noch an ihre Schrankwand machen wollen? Viel jedenfalls nicht und dann war es mit den chemischen Zeichen und Wundern vorbei, die Sternfeld'sche Bank aber würde ibren Goldglanz ausstrahlen bis in dk fernsten Seiten und die neue Gesellschaft hohe Dividenden zahkn bis zum Jahre 1925 und weiter. Das war Herrn Seebachs Glaubensbekenntniß und so nahm er sich vor, seinen Auftraggebern zu berichten.
Als beide Herren das Local verlasscn hatten, nahm Frau Kulicke einen nassen Lappen, um den beschmutzten Tisch wieder zu reinigen. Sie hielt in ihrer Wirthschaft auf Reinlichkeit, und Leute, die mit Kreide auf die Tische malten, hatten eigentlich keinen Anspruch auf große Portionen, zumal wenn sie sie nicht bezahlten. Aber mit ihrem Freunde machte' Frau Kulicke
doch etne Ausnahme. Er hatte alle ; g zehn Tische, die in der Wilhelmsburg j M mM ö0n Blendheim war gestanden, bemalen können und hatte ! mnthi b. Drosvect der neuen ..Gesell-.
doch och arove Pottdewmmen. ll .aXi All 4 4 X V MI l I AI m Auch jetzt stand Frau Kulicke neugierig sinnend eine Weile vor dem Tisch und betrachtete die wunderbaren Zeichen, die ihr Liebling dahin gemalt hatte. Hatte sie vielleicht eine Ahnung davon, datz die Zeichen der Anfang eines Receptes waren, nach dem man in Monaten oder Jahren Millionen machen konnte? Wollte sie den Tisch vielleicht zum ewigen Angedenken für Kinder und Enkel aufbewahren, einrahmen oder in einen Glasschrank stellen? Keines von beiden! Wenn auch Frau Kulicke eine etwas neugierige Frau war. so war sie doch auch eine reinliche Wirthin und fuhr als solche mit ihrem Lappen über das theure Recept weg. sodatz auch nicht ein Atom davon übrig blieb. Verstimmt und niedergeschlagen ging Doctor Sellentin nach Hause. So angenehm es ihm gewesen war. endlich einmal Jemand zu sinden. der sich für seine Arbeiten zu interessiren schien, so peinlich berührt war er auch, als er sah, daß auch dieser 'i$n nicht verstand, seine Methode, das Unbe-' kannte zu suchen, nicht begriff und infolge dessen auch seine Aussichten auf endliches Gelingen nicht theilen konnte. Das war es ja eben, was wie ein Fluch auf dem jungen Chemiker lag. Alles sah in ihm den ..Erfinder", den unpraktischen, überspannten Mensckcn. dessen Ansichten und Meinungen unbesehen als verrückt oder doch als etwas angesehen wurden, womit man sich nicht einlassen dürfe. Herr Doctor. Herr Doctor. rief ihm die Tischlersfrau, bei der er wohnte, nach, als er eben mit solchen griesgrämlichen Gedanken beschäftigt durch den Hausflur ging. Sie wird mich wieder mahnen wollen! dachte der Chemiker niedergeschlagen, blieb aber stehen und fragte, .as es gäbe. Der Briefbote war da. Es war ein Geldbrief; er hat ihn wieder mitgenommen und kommt um vier Uhr wieder. Aber wer konnte ihm Geld senden? Jetzt, wo er es so nothwendig brauchte? Pünktlich war der Briefträger wieder da. Der Brief war aus Blendheim, die Adresse von seiner Mutter gesckrieben. Dreihundert Mark lagen darin. Seine Mutter! Der Briefträger war fchon lange fort, aber der Brief lag noch uneröffnet vor dem jungen Manne, der nachdenklich auf einem Stuhl saß und vor sich hinstarrte. Ueber seinen chemischen Problemen hatte er seine gute Mutter fast vergessen und es geschah ihm nur recht, wenn es ihm schlecht ging. Und nun sandte sie ihm Geld! Wie hatte sie Rath schassen können? Er schämte sick. Was seine Mutter, die alte, selbst hülslose Frau gekonnt, das konnte er nicht. Er konnte nicht für sich foraen. trotz seiner sechsundzwanzig Jarre! Endlich riß er den Brief auf. legte die drei Hundert - Markscheine gleichgültig beiseite sie waren ja weniger für ihn als für Frau Kulicke und seine Vermieterin und fing an zu lesen. Seme Mutter schrieb: Lieber Felix! Wir hörten von Gustav, daß es dir schlecht gehe und da habe ich gedacht, dir einiges Geld zu senden, wie du es von Gustav verlangt hast. Schreibe mir recht bald, wie es dir geht. Du kannst dir wohl denken, daß wir das wissen wollen. Nun weiß ich weiter nichts zu schreiben. Bleibe nur hübsch gesund. Das braune Halstuch hast du ja mit. Gib ja acht, daß du dich nickt erkältest. Es wird nun Winter. Es liegen auch noch dicke Wollstrümpfe von dir hier. Schreibe mir. ob ich sie dir schicken soll. Nächste Woche schlachten wir ein Schwein, davon sollst du einige Würste und einen Schinken haben, wenn er geräuchert ist. Die dreihundert Mark sind von mir. Denke nicht, daß sie von Jemand anders herrükren. Aber wenn du sie mir später einmal wiedergeben könntest, wäre es gut. Nun lebe wohl und sei bestens gegrüßt von uns allen und besonders von deiner Mutter Barbara Sellentin. X. B. Gustav !var kurz hinter einander dreimal in Berlin, wie er sagt in Geschäften. Hast du ihn dort nicht gesehen ? Mit Käthcken Werner ist e aus. Sie hat ihm den Ring und die Brosche zurückgeschickt. Ich habe solche Angst. Dann kam noch ein Postscriptum, aber die Schreiberin hatte es sich jedenfalls, nachdem es geschrieben, wieder anders überlegt und dick ausgestrichen, sodaß Felix Sellentin. auch als er den Brief gegen das Licht hielt, nicht entziffern konnte, was da gestanden hatte. Was sollte das bedeuten? Wollte ihm seine Mutter etwas verbergen? UeberHaupt war der ganze Brief so. daß man glauben konnte, es hätte Jemand dahinter gestanden und mit seiner Mutter berathschlagt, was zu schreiben sei und was nicht. Wir" schrieb seine Mutter. Wer denn also noch, außer ibr? Auck war es sonderbar, dak
seine Mutter ausdrücklich oerstcverie. die dreihundert Mark kämen von ihr, und er solle nicht denken, daß sie von einem anderen herrührten. Das verstand sich ja von selbst, wozu es noch besonders versichern? Hatte sie seine Mutter vielleicht von Jemand geborgt? Und wer war dieser heimliche Freund? Der Chemiker grübelte lange darüber nach, ab:r er kam nicht dahinter.
für ektrisck Industrie Blend- " 9 V heim" war in den Zeitungen abge druckt, die großen Namen der Mitglieder des Aufsichtsraths veröffentlicht, und überall hörte man das Loblied der neuen Gründung singen. Commercienrath Zierold war der Mann des Taqes. In hochherziger Gesinnung hatte er die Früchte seines arbeitsamen Lebens wie ein Vermachtrnß derselben Gegend zugedacht, in der er sie errungen. Die Fabrik sollte im wahrsten Sinne des Wortes zum Segen von Blendheim werden. Jeder sollte theilnehmen können an den Erträgnissen dieses Vermächtnisses, jeder des Glückt von Blendheim, wie dieGesellschzft sch?n damals im Volksmund hieß, theilhaftig werden. Die Aktien sind im nächsten Frühjähr doppelt soviel werth als jetzt, hatte der Agent Seebach ganz vertraulich im Weißen Lamm, dem neuen Gasthof von Blendheim, bei einem Glas Bier gesagt, und die Bauern, die herum saßen, steckten die Köpfe zusammen und rechneten imStlllen aus, wieviel si: wohl in einem solchen Falle verdienen könnten. Wer jetzt zehntausend Mark einsetzte, könnte im nächsten Frühjahr schon das Doppelte haben. Das wäre eine Ernte gewesen, wie sie in Blendheim trotz Mühe und Schweiß noch nie ctcrnuji ivvlvrn juut, rniic uujj uiuu bei der Sache auch nur einen Finger krumm zu machen brauchte. Andere, wie Gustav Sellentin. der in leyter Zeit überhaupt gewaltig dick that, m.m CJ i i t K .Ü lackelten verächtlich über solche naive Berechnungen und wnßten die Sache viel besser. Mit zehntausend Mark, sagte er prahlerisch, kaufe ich für hundcrttausend Mark Aktien! Ich brause nur zum Banquier hinzugehen und gutzusagen oder Deckung AU g?b?n. Sternseld vt froh, wenn er solche Aufträge bekommt. Dabei that er so, als ob Director Sternfeld in Berlin sein Duzbruder wäre, während er ihn doch nur ein einziges Mal in seinem Leben und ganz flüchtig in der Vorhalle seines Bankgebäudes gesehen hatte. Gustav Sellentin wollte ihn bei dieser Gelegenheit über die Blendheimer Aktien ausfragen. und Sternfeld hatte ihn dabei erstaunt über die Brille weg angesehen und geantwortet: Das steigt und fällt! Machen Sie was Sie wollen, mein Lieber. Das war alles gewesen und nun that der junge Gutsbesitzer als ob er das Gras wachsen höre und er mit Sternfeld und anderen ??inanzgröhen schon die Gänse räfife u. . BBgg l Fortsetzung folat.) Henry's Platz ist jetzt nicht mehr in 431. sondern in M ki Hirn limiL ySabft Bier an Zapf. Importirte und einheimische Weine. Feine iquöre und Cigarren. Henrj W. Kurz, 428 2. Telaware Str. Tarnen Speisezimmer oben. tOe Geschäftslunch von 11 Vorm. bis '2 Nachm. inn. Bar und (5afe, I efi Court Ztr., hinter dem Bafel Haus. stürbe Crbcre eine Specialität. Gekochte Austern mit jedem Getränk. C. 0ARPENTER, . . Eigenthümer. Cafe offen Tag und Nacht. Altes Tel. 3121. Germania Halle Hauptquartier der nachstehenden Bereine. Pionier Verein. Indianiuioli Liederkranz. Gärtner Untcrnüyunas Berein. Indianapolis lusiker Zciiugverein. Schweizer und. Bäcker Union. ?äcker Gegenseitiger Unterstützungs Verein. , er Untersküyungs Verein. Scandii aviicde Geiellickiast. Vaur' Tanzschule. Teuls Amerikanischer Neiuhlikaner Slub. Vereine, die Hauplauarliere suchen, find eingeladen vorzusprechen, um unsere Hhib- und Bersammiung4.immer u besichtigen, welche die modernsten und bestausge,tatteten Zimmer in der Ttadt sind. V. li. Jose, Eigethümer. Theodore F. Smither geschickter und zuverlässiger Dachdecker, Pech- und Kicsdächer, Tücher von Asphalt uud Gilsonit. ' Engros-bändler in allen Arten von DachMaterialien. Telephon 861. 301 Weft Maryland Strafte. Güdwestl. Ecke von Senate Ave. und Marviand Ttr
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