Indiana Tribüne, Volume 24, Number 212, Indianapolis, Marion County, 19 April 1901 — Page 1
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SJSSS Eage und Sowntaasblott UNO ft 5cnntaz-blatt 10cscr Vochc. 10ct Woche. i f f 1 C Grsctzeint jede fcladjmittafi mtb öemntag Morgen. Jahrgang 24. Indianapolis, Ind.. Freitag, den 19. April 1901. No. 212
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Der KM ks UMMslß in Miüsi. Graf Waldcrsce und sein Stab mit knapper Noth entkommen.
Generalmajor von Zchwargkopf m den Flammen umgekommen. Die Kcde des Erzherzogs Zrauz Zcrdinand Erregt einen Tturm der Ent rüftung. Heftige Angriffe im österreichischen Reichsrath. Die Brandkatastrophe in Peking. Peking, 19. April. Feldmarschall Graf von Waldersee hat telegraphirt. daß der größte Theil des Winterpalastes in Peking, in dem sich das Hauptquartier des Feldmarschalls befand, durch Feuer zerstört worden sei. Generalmajor von Schwartzkopf. der Chef des Stabes Graf Waldersee's, kam in den Flammen um. Der Feldmarschall fügte hinzu, daß die französischen und die japanischen Truppen die lverthvollsie Hilfe leisteten. Graf Waloersee und die anderen Offiziere verloren beinahe ihre sämmtlichen Effekten. :s wurden aber einige Dokumente gerettet. Eine am Abend aus Peking eingetroffene Depesche enthält die Nachricht, daß die Leiche des General von chwartzkopf in den Ruinen gefunden vorden sei. Die Ueberreste seines Hunbei wurden zuerst gefunden, und es scheint, daß der General, der mit den anderen Offizieren in's Freie geeilt Dar, wieder in den brennenden Palast urürfgekehrt war. um seinen Hund zu retten. Anfangs glaubte man. daß Brandstiftn na, vorliege, dies scheint sich aber v:5t zu bestätigen. Das Feuer kam 'Meinend in der Küche des Grafen von Waldersee zum Ausbruch. Oberstleutnant Marchand, der fran'"che Offizier, der in Verbindung : der Fashoda-Angelegenheit so be"t wurde, hat sich bei den Rettungs:;ten namentlich ausgezeichnet. ?er Tod des Generals von oartzkopf wird von den Deutschen . .. ; mein bedauert. raf von Waldersee und die Mitr izti seines Stabes entkamen nur in :;:i Nachtkleidern, da das Feuer unY,x um Mitternacht ausbrach. Viele r.hvolle Dinge gingen zu Grunde, .. . auch die meisten Akten. v eneral von Lessel. der die Pao Tina. Fu Expedition kommandiren soll, derlo? seine sämmtlichen Kleider und wird dadurch bis zum Samstag hier , ungehalten. Dutzende von Gebäuden sind v?rHaaa, in denen sich viele eigenartiz: .unstschätze befanden, und viele weri? olle Gegenstände, die für den Kaiser Wilhelm bestimmt waren, sind ein r.zub der Flammen geworden. T ie Rede des Erzherzogs Franz Ferdinand. Wien, 19. April. Wie erwartet, hat die Annahme des Patronats über oen österreichischen katholischen Schulverein seitens des Erzherzogs Franz Ferdinand, und die Rede, die der ErzHerzog bei dieser Gelegenheit gehalten. im Donnerstag im Reichsrath zu stürmischen Szenen geführt. Die PanGermanen interpellirten die Regierung ücer diesen Gegenstand und griffen den Erzherzog heftig an. weil er den aggresslven. kämpfenden Theil der klerikalen Partei unterstütze. Sie erklärten auch. 5 2ß seine Aeußerungen verfassungswlseien. Xti Premier Dr. Kööer antwortete ras die Angriffe, daß die Handlnzsweise des Erzherzogs eine rein persönliche Angelegenheit sei. und seine Bemerkungen lediglich Privat - Aeußeengen gewesen seien.ohne irgend welche '.stitutionelle Verantwortlichkeit. Der Premier drückte auch Bedauern über die respektlosen Angriffe der Pan-Ger-manen aus. Der Premier wurde häufia mit den Rufen: ..Fort mit Rom". ..Schande", etc. unterbrochen. Berlin. 19. April. Die AeußeHingen des Erzherzogs Franz Ferdinand. des präsumptioen Thronerben, welche er bei Gelegenheit der Uebernahme des Patronats des österreichischen katholischen Schulvereins machte, haden in ganz Deutschland ungewöhnliches Aufsehen erregt. Die Aeußerungen werden als Beweis dafür betrach--tet, daß der Erzherzog sich auf die Seite der Gegner des Deutschthums geschlaaen babe. Die .Vossische Zei-
lung" wirst dem Erzyerzog vor, daß er sich ohne Veranlassung in die innere Politik Oesterreichs eingemischt habe, ein für den Thronerben durchaus unberechtigtes Verhalten. Die ..National-Zeitung" weist darauf hin, daß der österreichisch-katholi-fche Schulverein eine Gesellschaft mit aggressivem Charakter und von kakholischen Tendenzen durchdrungen ist. Privatdepeschen aus Wien schreiben dies Vorgehen des Erzherzogs den Ernflufe seiner Gemahlin, einer ze chin. und dem Drucke zu. welchen die czechische Feudal-Partei ausgeübt habe. Fast jede deutsche Zeitung kritisirt die Aeußerungen des Erzherzogs sehr abfällig und eine Zeitung erklärt, daß er völlig in den Händen der Klerikalen sei, wie seine ganze Familie. Der allgemeine Eindruck ist der, daß die Worte des Erzherzogs keineswegs einer Unbedachtsamkeit oder einem Zufalle zugeschrieben werden können, sondern wohl überlegt waren. Und daß er derartige Worte fallen lassen tonnte, während der deutsche Kronprinz in Wien war. zeigt, daß dem Erzherzog offenbar jedes Taktgefühl fehlt. Die Finanzlage Englands. L o n d o n . 19. April. Der Schatzamtskanzler. Sir Michael Hicks-Beach. unterbreitete am Donnerstag dem Unterhaus das Budget für das Finanzjähr 19011902. Die Ausgaben sind auf 178.602,000 berechnet worden, einschließlich der Bewilligungen für den Krieg. Es ist dies um 32.901.000 mehr als im letzten Jahr. Um das Defizit zu decken, ersucht der Kanzler um die Autorität, noch für 60,000,000 Konsols ausaeben zu dürfen. und es werden neue Steuern in Vorschlag gebracht, die zusammen ungefähr 11.000.000 abwerfen dürften, nämlich: Erhöhung der Einkommensteuer von einem Schilling auf 1 sh. 2 d. Die Steuern auf Bier. Wein. Thee. Spiritucsen oder Tabak werden nicht erhöht, dafür wird aber ein Zoll von 4 sh. 2 d. per Centner für raffinirten Zucker erhoben, und ein Zoll von 2 sh. per Centner für Molasses. Zucker von Westin dien ist nicht ausgeschlossen. Für Glucose wird ein Zoll von 1 sh. 8 d. per Centner erhoben und außerdem ein Ausfuhrzoll auf Kohlen im Betrag von einem Schilling die Tonne. Dieser Ausfuhrzoll soll 2,100,000 ergeden. Der Kanzler schlug auch vor. daß die Zahlungen in den Tilgungsfonds eingestellt werden sollen. Das Budget, für 19011902 stellt sich wie folgt: Einnahn?en. 130,385. 000; Ausgaben. 183,592,000; Defizit 53,207,000. Die Liberalen erklärten am Abend, daß die Budget-Vorschläge ihnen die besten Waffen für die nächsten Wahlen in die Hand gäben, die ihnen seit 23 Jahren zur Verfügung gestanden. Ein Parlamentsmitglied hat ausgerechu.?, daß der Krieg 1000 für jeden getöd!ten Boeren kostet. Am meisten wird über den Aussig. zoll auf Kohlen Klage geführt. 2 i t Maßregel hat in Wales und im Rorden Englands Bestürzung erregt. Z:: Exporteure im Norden erklären, t "; bei dem Ausfuhrzoll es ihnen k mehr möglich sein würde, im Aus'. . mit den westphälischen Kohlen zu I kurriren. In Südwales ist man 1: Ansicht, daß der Zoll den Bergleu:, schaden und den Ver. Staaten n& Deutschland nützen wird. Der Schatzkanzler legte die sine:.: ziellen Verhältnisse in klarer, unbar-:-herziger Weise dar. Er sagte, l : England nach den Kriegen g " Frankreich finanziell kräftiger d: standen sei als jetzt und er fügte hi 1311 Sie haben Ihren Willen gehabt. C ' Alle, Liberale und Tories. haben to toll für Krieg und Geldausgeben c: stimmt. Jetzt kommt die Abrechnn!' und Sie mögen lachen oder nicht, toi: es Ihnen beliebt." Mord und Selbstmord. Paris. 19. April. Madame Lascher Englander. die in Passie wohnte. ist von einem Manne Namens Ferdinand Ernst ermordet worden, weil sie sich geweigert hatte ihn zu heirathen. Ernst, der ausChiiago gebürtig undGeschäftsleiter einer Manchesterer Firma und ein britischer Unterthan war, beging dann Selbstmord. Er und sein Opfer spielten eine Rolle in der Gesellschast. Die Frau war stl)r wohlhabend. Der Mörder, der im Hospital starb, hinter ließ ein Schreiben, in dem er ersuchte, daß seine Leiche verbrannt werden sollte und er bestimmte, daß die Kosten des Begräbnisses seines Opfers aus seinem Nack'laß gedeckt werden sollten. Der deutsche K ronprinz ab gereist. Wien. 19. April. Der deutsche Kronprinz ist am Donnerstag wieder nach Berlin bgereist. Der KaiserFranz Joseph becsieitete ihn nach dem Bahn-
t?os. wo er nch von dem Kronprinzen in herzlicher Weise verabschiedete. Der Kronprinz küßte dem Kaiser die Hand und der letztere küßte den Prinzen auf beide Wangen. B e r l i n. 19. April. Fürst Herbert Bismarck hielt am Mittwoch Abend in Burg eine Rede, in der er die Zickzack" - Politik des Kaisers Wilhelm kritisirte. Er citirte dabei die Worte des eisernen Kanzlers: . . . Eine Regierung muß zu Grunde gehen, wenn sie heute Dies und morgen Das thut, und heute das verspricht, was sie morgen nicht halten kann." Fürst Herbert lobte den Grafen von Vülow als den fähigsten deutschen Diplomaten, und er erkannte auch an. daß Graf Bülow sich Mühe gebe, etwas im Interesse der deutschen Landwirthschaft zu thun, er sagte aber, daß der Graf sein Versprechen halten, und die Landwirthschaft durch hohe Getreidezölle schützen müsse. Berlin. 19. April. Die Kritik, welche Fürst Herbert Bismarck an der Politik des Kaisers übte, und welche .emen weiten Riß zwischen dem Für sten Herbert Bismarck auf der einen und dem Kaiser und Kanzler auf der anderen Seite erkennen läßt", wird i? der hiesigen Presse lebhaft erörtert. Dabei bemerkt die Vossische Zeitung". daß Fürst Bismarck kein Recht hatte, von einem Zickzack-Kurse der kaiserlichcn Politik zu reden, da sein Vater während seiner ganzen Laufbahn eingestandenermaßen die Politik zu einer Zick-Zack-Wissenschaft ausgebil det habe. Die ..Vossische Zeitung" und die ..Neueste Nachrichten" veröffentlichen Berichte aus St. Petersburg, welche erkennen lassen, daß sich die russische Regierung bereits auf einen Zollkrieg mit Deutschland vorbereitet. Als Zeichen dafür wird der Erlaß der russischen Regierung betrachtet, welcher russischen Brennereien verbietet, an Deutschland rohen Spiritus zur Rektifizirung in Hamburgzu verkaufen. Dagegen ist mit der Schweiz ein Uebereinkommen getroffen worden, wonach dieselbe den gestimmten Ueberschuß des rohen rufsischen Spiritus, soweit er nicht für das Regierungsmonopol gebraucht wird, zur Rektifizirung übernehmen soll.
Die Saccharin-Vorlage, welche jetzt dem Reichstage vorliegt, beschränkt den Verkauf und die Anwendung von Saccharin in ganz bedeutendem Maßstabe. Sie belegt dasselbe mit einer Binnensteuer von 80 Mark pro Kilogramm und bestraft die Nichtbefolgung dieser Verordnung mit sechs Monaten Gefängniß und 1500 Mark Geldstrafe. Kaiser Wilhelm hat der Reichsbank zu deren 25jährigem Bestehen ein Glückwunschschreiben übersandt, worin er besonders betont, daß die Reichsoank während des letzten Jahrzehnts Handel und Industrie in bemerkenswerther Weise gefördert habe. Der Konfektionär", das Organ der Schnittwaarenhändler Deutschland's, veröffentlicht einen Aufsehen erregenden Artikel, worin er Europa vor der Konkurrenz amerikanischer Schnittwaaren undSchuhe warnt und darauf hinweist, daß in letzter Zeit eine Anzahl amerikanischer Firmen Waaren dieser wn dn importirt haben. Als einzigste Schutzmaßregel erklärt das Blatt eine pan - europäisch - orientalische Zoll, setzgebung gegen die Ver. Staaten. Unter den angeführten Gegenständen, deren Konkurrenz der Konfektionär' furchtet, befinden sich Damenhüte. Kj!hrnc und Schuhe, welche aus Amerüa r ch Berlin. Cöln, München. Dresden :d anderen größeren Städten importirt werden. Zie Ludwig Löwe Gesellschaft haj t'.v.t Dividende von 24 Prozent erklär:. F a v a pensionirt. o m . 19. April. Durch königli(ies Dekret ist der bisherige italienische .tschafter in Washington penstonirt und der Marquis Carbonara di Malaspina zu seinem Nachfolger ernannt worden. Die Lage in Rußland. S t. P e t e r s b u r g. 19. April. Die Studenten verhalten sich jetzt ziemlich ruhig, umsomehr ist aber die Regierun durch das Verhalten der Arbeiter beunruhigt, und man befürchtet, daß es am 1. Mai an vielen Orten zu Unruhen kommen wird. Die Arbeiter beabsichtigen den Arbeiter - Tag zu feiern. Vor Kurzem verlangten die sammt lichen Arbeiter der St. Petersburger Stahl - Kompagnien, einer der größten Firmen Rußlands, die unter Anderem auch Geschütze anfertigt, einen halben Feiertag am Samstag bei vollem Lohn. Als diese Forderungen abgeschlagen wurden, drangen die Arbeiter in die Bureaux des Geschäftsleiters ein, aus denen sie die Beamten verjagten, deren Pelzröcke in Fetzen zerrissen und werthvolle Bücher und Papiere verbrannten. Die rawallisten wurden schließlich von Polizisten und berittenen Gendarmen vertrieben.
- General P. S. Vannovsky, der neue
Unterrichtsminister, hat .em Zirkular erlassen, in dem erklärt wird, daß binnen Kurzem Reformen eingeführt werden würden, und in dem ferner die Lebrer aufgefordert werden, in nähere Beziehungen zu der Jugend zu treten und die Studenten zu veranlassen, in aller Ruhe die Studien wieder aufzunehmen. Auch kündigt er die Ernennung des Senators Mischaninow zum Hilfs-Unterrichts-Mmister an. Das Zirkular hat einen fchr guten Eindruck gemacht. Vertheilung der Kardin a l s h ü t e. Rom. 19. April. En dem öffentlichen Konsistorium, das am Donnerstag im Vatikan abgehalten wurde, wurden den neuernannten Kandinälen in Gegenwart des ganzen KardinalsKollegiums der Bischöfe, Prälaten. Diplomaten, des römischen Adels und vieler eingeladener Gäste die rothen Hüte überreicht. Der Papst, der. sich augenscheinlich m bester Gesundheit befand, wurde mit lebhaftem Beifall empfangen. Auf seinem Throne sitzend, und von seinem Hofstaat umgeben, oertheilte er die Hüte, worauf er den Segen ertheilte. Später empfing der Papst die neuen Kardinäle in seinen Privatgemächern. B i l d e r d i e b st a h l. Santiago de Chili, 19. April. Einbrecher drangen in das Kunst-Meseum und schnitten zehn der schönsten Bilder, welche einen Werth von 100.000 Pesos haben, aus dm Rahmen und verschwanden damit. V r i n z A d a I b c r t in d i e M ar i n e eingetreten. Kiel. 19. April. Prinz Adabert. der drittälteste Sohn des Kaisers Wilhelm, trat am Donnerstag formell in die Marine ein. Der Kaiser, die Kaiserin und andere Mitglieder der kaiserlichen Familie nahmen an der Ceremonie theil. Während des Gottesdienstes leistete der Prinz den Fahneneid und er meldete sich dann bei dem Kaiser als seinem Vorgesetzten. Der Kaiser und die Kaiserin, sowie In Prinz und die Prinzessin Heinrich Mglm Preußen statteten später dem Panzerschiff Kaiser Friedrich III.". das jetzt im Dock reparirt wird, einen Besuch ab. Der Kaiser hielt an Bord eine Mede und verlieh Orden an eine Anzahl Offlziere und Mannschaften. Gemaßregelte Zeitungsschreibe?. K a P st a d t . 19. April. P. H. Malan. Herausgeber des bedeutendsten Afrikanderblattes Ons Land", ist schuldig befunden worden, aufrührerische Artikel veröffentlicht zu haben. Herr Malan war bereits im letzten Januar verhaftet worden, jedoch gegen 500 Pfund Bürgschaft auf freiem Fuß belassen worden. Das Urtheil wurde noch nicht publizirt. Der Herzog von Manche st er siegreich. London, 19. April. Der Prozeß von Sanguinetti gegen den Herzog von Manchester, der am 27. Februar vertagt wurde, da der Herzog zur Zeit in Amerika sich befand, kam am Donnerstag im Kings Bench Gericht zur VerHandlung. Der Kläger verlangte 500 Kommission dafür, daß er dem Herzog ein Darlehen von 10,000 versckafft hatte. Die Vertheidigung erklärte, daß die Bedingungen, unter denen das Darlehen gemacht worden, unvernünftige seien. Herr Zimmermann, der Schwiegervater des Herzogs, war im Gericht anwesend. Sanguinetti sagte unter Anderem, der Herzog habe ihm erklärt, er brauche i500 in Verbindung mit einer Heirath; er habe sein Leben für 50,(XX) verwert und habe ein gutes Einkommen üli Korrespondent für eine New Jorker ung. Der Kläger gab zu. daß e: Prozent Zinsen das Jahr berechn:: hfs erklärte aber, daß dies nicht über- - -..'ig viel sei. Nachdem festgestellt worden, daß di: ' ' er des Herzogs von Manchester i7. land und Irland jährlich ein De- ,: :: aufwiesen und das Einkomme - hinreiche, um die Zinsen auf Hr.eken etc.. sowie das Jahresgeb?!. . Mutter des Herzogs auszubeza ... wurde die Klage abgewiesen. zeuer. Marion. Ind.. 19. April. Die Flaschenfabrik der Sims Glaß Company wurde am Donnerstag Morgen zu früher Stunde durch Feuer zerstört. Der Verlust beläuft sich auf 530,000, die Versicheruna auf $25,00). Minerva, O., 19. April. Augusta. ein kleiner Ort in Columbiana Co., nicht weit von hier, ist fast ganz durch Feuer zerstört worden. Unter den zerstörten Gebäuden befindet stch das Eagle Hotel, Pottorfs Apotheke and eine größere Anzahl Wohngebäud? tii Som nnnirn Inhalt. jll. wnn 3 Cj I
Keine Streiks. Die Differenzen in MeKeesport beigelegt Und die Eisenarbeiter werden nichl stteilen. . Auch andere Streiks zu Ende gebracht. Sensationeller Mord und Selbst mord in Chicago.
Ein reicher Farmer bei Minerva, )., ermordet. Etürme im Süden. Wirthe den Familien von Männer gegenüber verantwortlich, Die Streiks beigelegt. 6 h m 0 i n, Pa., 19. April. Der Streik in der Natalie-Kohlengru-be wurde am Donnerstag für beendei erklärt und die 1000 Streiker kehren ar die Arbeit zurück. Der Superintendent James Bateman, über dessen Un gerechtigkeit die Leute sich beklagt hatten. hat am Mittwoch Abend resignirt. Pittsburg, Pa.. 19. April. De, Streik in McKeesport ist zu Ende unt es wird kein Streik gegen die Americari Sbeet-Steel Co. erklärt werden. Dik Differenzen zwischen den Arbeitern in der De Wees Wood Fabrik in McKees-. Port und den Betriebsleitern sind in freunoschaftlicher Weise beigelegt worden. Die Mitglieder des Erekutivraths der amalgamirten Association der Eisenarbeiter hielten am Donnerstag ein? lange Sitzung ab. Am Anfang schier Alles darauf hinzudeuten, daß ein allgemeiner Streik unausbleiblich sei. ti wurde aber schließlich doch eine Vereinbarung abgeschlossen, die im Wesentlichen darin besteht, daß die neun Männer. die entlassen wurden, weil sie sich der Union angeschlossen hatten, wiede: angestellt werden, und Alles beim Alter bkeibnt soll, bis am 1. Juli die neuk Lohnskala festgefetzt ivird. Jnzwischer dürfen Unionisten und Nicht-Unioni-sten in den Fabriken arbeiten. Mit anderen Worten, die Verhältnisse werder bis auf Weiteres genau dieselben sein, wie vor dem Streik. Mysteriöser Mord. Minerva. O.. 19. April. Um k Uhr am Donnerstag Morgen war Am drew Miller, ein eine halbe Meile öst; lich von hier wohnender Farmer, irr Begriff, in den oberen Stock seinei Scheune hinaufzuklettern, als von hinten auf ihn geschossen wurde. Die Kugel drang in die Schulter ein. Millet stieg die Leiter wieder hinab, und als ei gerade unten angekommen war. erhielt er einen zweiten Schuß. Diesma' durchbohrte ihm die Kugel die Lunge Obgleich schwer verwundet, spranc Miller auf seinen Gegner zu. der aber mals schoß, diesmal aber sein Ziel derfehlte. Gerade als Miller aus den Thor der Scheune herauskam, fiel wie der ein Schuß und .diesmal brach dei Mann, durch die Wange geschossen, zu sammen; er sprang aber schnell miede, auf und lief seinem Angreifer nach bis er, erschöpft vor Blutverlust, zu--sammenbrach. Bluthunde von Cantor und eine ganze Anzahl Farmer befinden sich jetzt auf der Verfolgung. Mil ler ist tödtlich verwundet und kanr kaum die Nacht überleben. Was die Veranlassung zu der ruchlosen That war. ist Niemandem bekannt, es scheint sich aber um einen Ra cheakt zu handeln. Miller erklärte, al! er in's Haus gebracht wurde, daß ei glaube, seinen Angreifer zu kenn. ? Die Miller'sche Farm liegt in der no. d westlichen Ecke von Columbiana Co ? ty und grenzt an die McKinleysch; Farm an. Der Mordbube wurde später nci mehrstündiger Verfolgung verhaftet Er heißt Ehester Staub und wohnt in Canton. Es scheint, daß er sich in bei Scheune versteckt hatte, mit der Absicht, Miller zu berauben. Staub wurdk nach Lisbon ins Gefängniß gebracht. Familien-Tragödie. Chicago. Jll.. 19. April. Chas H. Sweeney. ein reicher BaumwollPflanzer von Greenville. Ky.. hat aro Donnerstag Morgen in den Dubuqm Flats an der Bush Straße seine Frau erschossen und dann seinem eigenen Leden auf gleiche Weise ein Ende gemacht Häusliche Zwistigkeiten hatten zu del Tragödie geführt. Vor einem Monat hatte sich da Paar getrennt und die Frau kam nack Chicago, nachdem sie ihren Gatten benachrichtigt, daß sie sich von ihm scheiden lassen wolle. Sweeney soll ihr damals aesaat haben, dan er sie tödteri
wuroe, wenn ste eine Scheidungklagl einreichen würde. Die Frau kam voi einigen Tagen nach hier und zog zu ihrer Schwester. Frau W. L. Phillips in den Dubuque Flats. Am Donnerstag Morgen, nach dem Frühstück, ging Frau Phillips aus. uw Einkäufe zu machen und kurze Zeit später sprach Sweeney. der wahrscheinlich während der Nacht in Chicago angekommen war. in der Wohnung vor. Er wurde von dem sechs Jahre alten Sohn der Frau Phillips eingelassen Er frug nach seiner Frau und als dieft die Stinnne ihres Mannes erkannte, kam sie heraus. Der Mann packte tte sofort, zog einen Revolver und el e die erschrockene Frau auch nur einen Laut von sich geben konnte, schoß er ihr eine Kugel durch den Kopf, sie auf der Stelle tödtend. Er schoß sich dann selbst eine Kugel durch den Kopf und brach todt neben der Leiche seiner Frau zusammen. Frau Sweeney war die Tochter von Thomas P. Morgan, einem reichen Pflanzer von Greenville. Ky. W. L. Phillips, in dessen Wohnung die Tragödie sich abspielte, ist ein hiesiger Ta bakshändler. N a s h v i l l e , Tenn., 19. April. Charles Sweeney. der in Chicago seine Frau ermordet und sich dann selbst erschössen hat, war aus Nashville gebürtig und lange Zeit hier ansässig. Er war ein Grundeigenthumshändler und hatte ein recht ansehnliches Vermögen erworben, das in Grundeigenthum angelegt, aber alles auf den Namen seiner Frau eingetragen war. Er war seiner Frau sehr zugethan und selbst nach der Trennung sagte er Freunden gezenüber, daß er immer noch an die Frau glaube, und daß. seiner Ansicht nach, seine Frau durch äußere Einflüsse von ihm abwendig gemacht worden sei. Ehe er oon hier abreiste, sagte Sweeney. daß er jeden Dollar, den er verdient habe und besitze, seiner Frau gegeben habe und dafür höchst ungerecht behandelt worden sei. Er fügte hinzu, daß er eine gleichmäßige Theilung des Vermögens verlangen werde, wenn sie auf der Scheidung bestehen sollte, und daß er, wenn sie sich nicht darauf einlassen sollte, sie tödten würde. Daß er sein Wort gehalten beweist die heutige Tragödie. Vor einer Woche sagte Sweeney. daß er verreisen werde und daß seine Leiche in Nashville beerdigt werden solle, im Falle ihm etwas zustoßen sollte. Heftige Stürme. Chattanooga. Tenn.. 19. April. Ein furchtbarer Sturm fegte am Donnerstag Morgen zwischen zwei und dr.'i Uhr über diese Gegend hin und richtete überall ungeheuren Schaden an. Zwei Kirchen wurden in den Vorstädten gänzlich zerstört; das Dach der Richmond Spinning Mill wurde abgetra gen; der große Schornstein von Vance's Baumwollspinnerei wurde umgerissen, das Lookout Jnn tbeilweise zerstört und die Telegrapbndrähte wurden allent halben zerrissen. As Bridgeport. Ala.. wird berichtet, daß dort jede Fabrik beschädigt sei und geschlossen werden müsse, um Reporaturen vorzunehmen. Von drei Fabriken wurden die Dächer abgerissen und ein Schornstein wurde umgeblasen. Ein Geschäftsbaus wurde von den Fundamenten abgehoben und ganz umgedreht. In hiesiger Stadt erreichte der Sturm eine Geschwindigkeit von 55 Meilen die Stunde. Schreckliche That eines Wahnsinnigen. Hopkinsville. Ky., 19. April. Fcung Roy Courtney. der erst kürzlich aus einem Irren - Asyl entlassen wurdc. band am Mittwoch Abend seiner Mutter mit einer Waschleine Hänce und Füße zusammen, worauf er sie in ein Kaminfeuer warf. Die arme Frau trug fürchterliche Verletzungen davon, ebe ihr Hilfe gebracht werden konnte. Courtney wurde am Donnerstag ins Irrenhaus zurückgeschickt. T Gen. A. M. An der son. f S a n d u s k y . O.. 19. April. General Andrew M. Anderson. der KomMandant der hiesigen Soldatenheimath, ist am Donnerstag plötzlich gestorben. Der Verstorbene, der 60 Jahre alt war. hatte den ganzen Rebellionskrieg im 4. Ohioer Freiwilligen-Regiment mitgcmacht. Er war seit 1899 Kommandant der Soldatenheimath. Bedeutender Streik. Cleveland. 19. April. Allk Feuerleute und Deckarbeiter der HafenSchleppdampfer in Cleveland, Conneaui. Erie. Ashtabula. Fairport. San-
dusky. Lorain. Huron und Toledo ha ben Ordre erhalten, sofort zu streiken. Die Leute verlangen $5.00 monatliche Zulage. Die Great Lake Towing Co.. welche fast alle Schleppdampfer obiger Häfen kontrollirt, verweigerte die GeHaltserhöhung und der Streik war die Folge. Es werden ungefähr 1000 Mann die Arbeit niederlegen. . '
Weitere Depeschen n Seite 5. !
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