Indiana Tribüne, Volume 24, Number 211, Indianapolis, Marion County, 18 April 1901 — Page 1

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ndinnu r H ? St?:S3iSS3S m 1 Tagc- und S OimtaasMati x tage und ronntecjsblatt 10ner Woche. SlO-n?r oche. ? Erscheint jeden ladjmttta0 und Sonntag Morgen. Jahrgang 24. Indianapolis, Ind.. Tottucrstao, den 18. April 1901. . 211

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Von Sir 2ttfred Milner als sehr ungünstig geschildert. Die Lage jetzt schZilmncr wie vor sechs Bonatcn. Ncrschiedcncs aus Clnna. Doppelzüngigkeit Li Hnng C'hangs. Ansammlung chinesischer Truppen an Der Grenze von Pc Chi Li. , Tic Betrügereien in Manila. m , Erzherzog ran; Ferdinand, der öfter rcichischc Thronfolger, Hält in Wien eine feusationcllc Ncde. Das südafrikanische S3lau buch. L o n d o n . 18. April. Das südafrikanische Blaubuch, mit Depeschen von Sir Alfrd Milner und anderen offiziellcn Korrespondenzen, wurde am Äcittwock veröffentlicht. In einer Depesche vom 6. Februar g-.cot Sir Alfred Milner eine Uebersicht übn die derzeitige Lage, die für die (5.'.'länder wenig tröstlich ist. Das in- : 'ffante Schriftstück enthält folgende .'.lerkungen: Meine Hoffnung, daß ein entscheie röer Punkt in diesem Kriege erreicht . und daß die Arbeit der Rekonstrukr:n vorwärts schreiten kann, hat sich I: :er nicht erfüllt. Ich habe nicht den , , 7ingsten Zweifel an einem für Eng- ; ,:;o günstigen Endresultat dieses ir.ieges, aber ich bin nothgedrungen zu t ; Ueberzeugung gelangt, daß dieses , 'ultat langsamer, mit größeren .'.'Gierigkeiten, mit größeren Opfern . i mit größeren Kosten erreicht werwird, als man angenommen hat. 3taN sich vagen Hoffnungen hinzugeist es besser, sich über den jetzigen Stanb der Dinge klar zu werden, so it das bei der verworrenen Situa- : ::i möglich ist. Und dabei ist nicht zu '.Tugnen. daß das halbe Jahr nur Rückritte aufzuweisen hat. Vor sieben Monaten war diese Kolonie vollständig n$i& wenigstens bis zum OranjeFluß, die südliche Hälfte der Oranje oer Kolonie pacificirte sich schnell und selbst ein beträchtlicher Theil von Transvaal, besonders die südwestlichen Distrikte, schienen sich mit dem GedanUn der britischen Oberherrschaft vertraut gemacht zu haben und froh zu sein, zu ihren friedlichen Beschäflizungen zurückkehren zu können. Heute hat sich das Alles geändert. Es ist unnöthig auf die erhöhten Verluste hinzuweisen, welche das Land durch die Verlängerung des Kamvfes und die Form, welche derselbe angenommen hat. erleidet. Durch die Theilung der Boerenarmee in eine große Anzahl selbstständiger Kommandos, welche eine entsprechende Theilung der englischen Streitkräfte zur Nothwendigkeit machten, sind die Grenzen des Kriegsschauplatzes und der baraiij entstehenden Zerstörung ungewohnt weit ausgedehnt und der Kampf i'l hauptsächlich auf die Wegnahme den Provisionen gerichtet. Die Boeren U den gänzlich von den Produkten d?r Landestheile, durch welche sie komr indem sie nicht nur alle Vorräthe 1er. fisciren, deren sie habhaft werden lc nen, sondern auch die Läden der r -ihnen durchstreiften Gegenden ai: plündern, besonders von Schuhen un: Kleidungsstücken, woran sie grolln Mangel leiden. Unsere Truppen sind gezwungen, das Land von Allem, w.is nicht niet- und nagelfest ist. zu säubern, um diese Requisition des Feindes zu vereiteln. Der Verlust an Ernten und Vieh trifft die Boeren härter wie das Niederbrennen ihrer Farmen, wovon so viel Aufsehens gemacht wird. Ich sage dies nicht, weil ich diese Niederbrennungen etwa gutheiße, ich freue mich vielmehr, daß zu dieser extremen Maßregel nur noch selten gegriffen wird. Der Schaden an den Bergwerken ist rucht so groß, wie man im Allgemeinen annimmt, wenigstens nicht im Vergleich zu den großen Kapitalien, die in diesen Gruben stecken. Nur eine Grube ist zum Betrage von 200.iX)0 beschädigt worden, die anderen bei Weitem nicht so stark. Trotz der Verwüstung des Landes ist die Lage nicht hoffnungslos. Die Leute im Lande werden allerdings für's Erste der Hilfe bedürfen, um einer Hungersnoth vorzubeugen und vielleicht auch einen mähigen Betrag an Baargeld. um das Zerstörte einigermaßen ersetzen zu können. Damit wäre aber das Schlimmste überwunden. Bei Weitem bedkliber a'txi ist die moralische Wirkung.

welcve oer wieoer ausslaaernoe Krieg nach sich zieüen wird, besonders in der Oranje Rioer Kolonie. Sir Alfred Milner giebt dann eine detaillirte Beschreibung über die Ereignisse der letzten Monate und fährt fort: Gegen Ende des Jahres 1900 war die Erregung im Erlöschen begriffen, da die malitiösen Lügen daß die Truppen der Boeren mit Grausamkeit behandelt wurden widerlegt waren und butch das Standrecht der Andreizung durch Wort und Schrift ein Rie gel vorgeschoben war. Die Majorität der holländischen Kolonisten stehe der Invasion feindlich gegenüber und es sollte die Politik der Regierung sein, die Gefühle und Interessen der loyalen Kapholländer zu berücksichtigen, Feindseligkeit zu entwaffnen und das Vertrauen derer zu gewannen, welche jetzt gegen Großbritannien kämpfen. Die Südafrikaner sind des Krieges herzlich müde, aber sind Willens, auszuhalten, um Südafrika unwiderruflich zu einem Lande unter einer Flagge zu machen. Er glaubt, daß das junge Land in einigen Jahren die Folgen des KricgcZ überwunden haben wird. Aus Südafrika. G r a d o ck, Kapkolonie. 18. April. Aus Heilbronn wird berichtet, daß Andres Wessels noch am Leben sei. W?ssels hatte, als Friedensbote, Morgandael nach dem Lager des Generals De Wet begleitet und es hieß dann, daß er

auf Befehl De Wets erschossen worden sei. Von den Philippinen. Manila. 13. April. Fünfzig Insurgenten griffen die Stadt Bay am Ban See. in der Provinz Laguna. südöstlich von Manila, an, wurden aber schnell vertrieben. Leutnant William S. Nipes vom 32. Freiwilligen-Regiment hat einen Boten mit Depeschen von dem Jnsurgenten - General Noriel an den General Maloar abgefangen, worin Malvar aufgefordert wird, sich nicht zu ergeben, da Noriel ihm 2000 Rekruten, Waffen und Munition senden würde, sobald Aguinaldo in Freiheit gesetzt werde. Noriel übernahm an Stelle von Trias das Kommando im südlichen Luzon. Bei einer Versammlung von Geistlichen in Manila wurde energisch gegen die Veranstaltung von Hahnenkämpfen protestirt. Auch die Geschäftsleute Manilas nahmen einen derartigen Beschlun an. Der Prozeß des Leutnants Frederick Loyer. welcher angeklagt ist. ProviantVorräthe unterschlagen zu haben, wird .im nächsten Montag fortgesetzt werden. Der Prozeß gegen den Civilisten .'etcher, welcher vor dem ProfoßGericht stattfand, enthüllte einen Plan, 'egierungs-Vorräthe zu erlangen und an die Kaufleute und Hotels von Manila zu veräußern. Die Brigade-Generäle James F. Wade und William Ludlow sind hier angekommen. Aus China. Peking, 18. April. Ein Missionär. Namens Killie, ist aus San Hg zurückgekehrt, wo im Dezember eine Anzahl Christen lebendig verbräm: worden sind. Herr Killie hat dem General Chafee berichtet, daß vor e;r.: ger Zeit einige seiner Konvertiten getodtet worden seien. Auf sein Verl'.gen wurden die Schuldigen vor einem chinesischen Gericht prozessirt. schul: -befunden und zum Tod verurthei, vorausgesetzt, daß Li Hung Chang daUrtheil bestätige. Herr Killie kam ml) Peking und begab sich zu Li uns, Chang. der erklärte, daß die Schuldigen sofort hingerichtet werden sollten. Als er aber drei Wochen später nab San Ho zurückkehrte, fand der M.ssionär die Leute noch am Leben. Er wandte sich deshalb an einen Richt?i des chinesischen Gerichts, und dieser zeigte ihm ein Schreiben Li Hui i Chang's, in dem ausdrücklich erklärt wird, daß die Männer nicht Hingerichtet werden dürften, da sie nur aif die Aussagen von Christen hin überführt worden seien, denen man keinen Glauben schenken könne. Herr Killie besitzt eine Abschrift von diesem Brief. Die Franzosen hatten aber inzwischen dieselben Männer der Brandstiftung und anderer Verbrechen schuldig befunden und ihre Hinrichtung verlangt, worauf der Richter abermals das Schreiben von Li Hung Chang vorwies. Die Franzosen antworteten darauf, daß wenn die Männer in acht Tagen nicht hingerichtet seien, sie (die Franzosen) das Hinrichten selbst besorgen, gleichzeitig aber auch den chinesischen Beamten die Köpfe abschlagen würden. Die Gesandten hegen die Befürchtung. daß die Expedition gegen den General Liu Kuan Ting Veranlassung zu abermaligen Ausschreitungen seitens des Militärs geben würde. Sie qlauben. daß der chinesische General

na? lro leiner yeraussoroernoen oifchaft vor den Deutschen und Franzosen zurückziehen und dabei Dörfer zerstören und eingeborene Christen todten wico. was die Verbündeten wahr, scheinlich veranlassen würde, bis nach Tai l)utn Fu, der Hauptstadt der Provinz Shan Li. vorzurücken. Kapt. Reeves, ein Attache der amerkanischen Gesandtschaft, begleitet die Erpedition. Peking. 18. April. Zuverlässig Berichte aus chinesischen Quellen melden. daß große Massen chinesischer Truppen in der Provinz Shan Si nach der Grenze von Chi Li zusammengezocen werden. Gut unierrichtete Eingebcrene sagen weitere Kämpfe voraus. Es ist unmöglich festzustellen, ob der chinesische Hof ein doppeltes Spiel treibt, oder ob er nicht die nöthige Autorität besitzt, die chinesischen Generäle von eigenmächtigen Handlungen abzukalten, die leicht zu weiteren Fein!,sel'.keiten führen können. Die Thatsache, daß während der letz ten Monate eigentlich gar keine Centrat - Regierung in Kraft war. läßt die ledtere Annahme als wahrschreinlich voraussetzen. Viel wird von der deutsch - französischen Erpedition abhängen, welche gegen die Chinesen adgegangen ist. da die Letzteren dadurch rertrazsbrüchig geworden sind, daß sie die Grenze der Interessensphäre der Verbündeten überschritten haben. Falls diesen Eindringlingen eine derbe Lektion ertheilt wird, wird dies eine gare Wirkung haben. Ter Palast der Kaiserin, welcher vo;n Grafen Waldersee und seinem Stab? okkupirt war. brannte am Mittrcccn bis auf den Grund nieder. General-Major Schwartzkopf. Waldersee's Stabschef, wird vermißt. Mit Ausnahme der militärischen Akten wurde alles zerstört. Aus dem deutschen Reich. B e r l i n. 18. April. Der Reichsanzetger" erklärt, daß der Kaiser Wilhelm sich niemals dahin geäußert habe, daß die Stellungnahme der Regierung dem neuen Tarif gegenüber davon abhängig sei. wie sich der Landtag zur Kanalvorlage stellen werde. In der katholischen St. Michaels Kirche fand am Mittwoch Nachmittag wäbrend der Chorproben eine Panik statt. In Folge einer Erplosion. über deren Entstehung soweit noch nichts bekannt ist. wurden ein Soldat und zwei Knaben verletzt. Das Kreuzgewölbe auf der linken Seite des Thurmes und das Dach wurden beschädigt und sämmtliche Fenster wurden zertrümmert. Auch der Hintere Theil der Orgel wurde zerstört. Der Reichstag wird in einigen Wochen wieder die Vorlage in Angriff nehwen. wonach seine Mitglieder Tagegelde? erhalten sollen. Wie es heißt, opponirt Kaiser Wilhelm dem Plane immer noch sehr. Auch verschiedene Regierungen, die im Bundesrathe ver treten sind, sind gegen die Vorlage. Wenn Kaiser Wilhelm gelegentlich der Jmmatrikulirung des Kronprinzen Friedrich Wilhelm nach Bonn geht, werden die Korps der Universität einen aroßen Kommers veranstalten. Dabei wird Kaiser Wilhelm eine Ansprache halten. Die ..Kölnische Zeitung" bespricht in sehr scharfer Weise die Verordnung, das; die Samstag-Abend-Tanzvergnü-gungen nicht mehr geduldet werden sollen. Das kalte Wetter hält immer noch an. Die bayerischen Alpen, der Taunus. das Rhöngebirge und andere Berge sind mit Schnee bedeckt und in ganz Westphalen ist ebenfalls viel Schnee gefallen. Berichten der Ver. Staaten Konsuln zufolge betrug der Export von Deutschland nach den Ver. Staaten in den letzten drei Monaten Z27.590.470, oder 56,091,937 weniger als in demselben Zeitraum des Vorjahres. Frau Mason, die Gattin des amerikonischen Generalkonsuls, gab am Mittwoch eine große musikalische Unterhaltung. 1 Kiel. 18. April. Der Kaiser und die Kaiserin sind am Mittwoch mit ihrem dritten Sohn, dem Prinzen Adalbert. der am Donnerstag in die deutscht Marine eintritt, hier angekommen. . Explosion auf einem Dar p fe r. V a n C o u v e r, B. C., 18. April. Auf dem Dampfer Romena", der den Fräser River befährt, fand am Mittwoch Nachmittag eine KesselExplosion statt, bei der vier Personen, zwei Frauen und zwei Deckarbeiter, getödiet und rieden Personen wahrscheinlich tödtlich verletzt wurden. Der Un. glücksfall ereignete sich, als sich der Dampfer Fort Langley gegenüber. 00 Meilen von Van Couver entfernt, befand. Sensationelle Rede. Wien. 18. April. Der osterreicknscke Thronfolger, Erzherzog Frauz

Feromand, verursachte am 'rennag eine Sensation, als er bei der Uebernähme der Patronage über den österreichischen katholischen Schulverein eine Rede hielt, in der er unter anderem erHärte, daß er bereitwilligst das Seinige dazu beitragen wolle, den Versuchen, die katholische Religion zu schädigen und das österreichische Kaiserreich auseinanderzureißen, entgegenzutreten. Die Radikalen halten die Rede für einen Angriff auf den Protestantismus, und die Einmischung des Erzherzogs in die Politik wird wahrscheinlich zu stürmischen Debatten im Reichsrath führen. Die anti - klerikale Agitation in Portugal. Lissabon, 18. April. Die Agitation gegen die religiösen Orden in Portugal ist im Zunehmen. Die republikanischen Zeitungen greifen in heftiger Weise den Papst an. weil dieser ein Schreiben an den Patriarchen in Lissabon gerichtet hat, indem er sich über die Verfolgung der religiösen Orden beklagt. Die Zeitungen erklären, daß der Papst in Uebereinstimmung mit dem Konkordat, seinen Protest an das auswärtige Amt hätte schicken sollen. Ein netter Skandal. L o n d o n, 18. April. Gieb?" behauptet, daß zwei Mitglieder der Re-zierungs-Kommission, die vor einem Jahr ernannt wurde, um ein Gutach-

ten über den Werth verschtedener Erplostvstosfe avzugeven, lyre Stellung als solche Mitglieder der Kommission mißbraucht und auf ihre eigenen Namen Patente erlangt hätten. Die Zeitung sagt : Sir Wm. Roberts Allsten bat ein Patent für einen verbesserten Detonator erlangt, und Sir Wm. Crooks ein Patent auf Nitro-Explosivstoffe für Artillerie. Als die Kommission ernannt wurde, gab Lord Lansdowne. damals Kriegssekretär, den Erfindern und Fabrikanten die Versicherung, daß sie ihre Produkte der Kommission mit dem größten Vertrauen mittheilen könnten. Haben kein Vertrauen in Venezuela. Port S p a i n. Trinidad. 18. April. Deutschland. England und Spanien haben entschieden, daß die venezuelanischen Gerichte keine geeigneten Tribunale seien, in denen Ansprüche von Ausländern erledigt werden könnten. Die amerikanische Presse über Deutschland. London. 18. April. Der Berliner Korrespondent der Times" telegraphirt. die deutsche Regierung sei ungehalten darüber, daß die amerikanische Presse so hämische Bemerkungen über die Schadenersatzforderungen der Mächte gemacht, nachdem sie die von Herrn Rockhill angeführten Beträge, die wahrscheinlich von China verlangt werden würden, veröffentlicht. Die Times" sagt dann: Der Bericht des Herrn Rcckhill ist im höchsten Grade ungenau und muß e.;nen durchaus falschen Eindruck machen. Es 'ist leicht zu verstehen, warum die Forderungen Deutschlands um so v!el größer sind als diejenigen EngI?nds. Die Deutschen haben eine I?edtend größere Truppenmacht von i r opa aus nach China geschickt, wäh7'70 England seine Truppen von In dien aus hinschickte, das verhältnißmä- ! 7 nahe liegt. Unter diesen Umstänist es zu bedauern, daß der irre- ' ''rende Bericht, der in Amerika ver'.mtlicht worden ist, auch in englischen 7itllngen in einer Weise besprochen !?ird, die für Deutschland zum minbesten irritirend, wenn nicht beleidigend v:. Auf jeden Fall ist es eine große Ungerechtigkeit, zu behaupten, daß Deutschland eine große Geldsumme für die Ermordung des Barons von Ketteler verlangt hat. Thatsache ist, dah Deutschland nur 12,000,000 verlangt hat und nicht vierzehn Millionen, wie Herr Rockbill behauptet, und dies ist , bedeutend weniger, wie der deutsche Reichstag bereits für den Krieg in Cbina bewilliat bat." Telegrapylsche Notizen. 17. April. ' Ein echter Blizzard wüthete am Mittwoch den ganzen Tag in Jeplin, Mo. und Umgegend. Alle Arbeiten im Freien wurden eingestellt. Martin Ritter, der in Nashville Tenn., Clara Check mit einem Hammer getödtet haben soll, ist in Oaktzale bei Nashville verhaftet worden. Er wurde seiner Sicherheit halber in ein benachhartes County gebracht. m Cherbourg. 17. April. Abgegangen: Kaiser Wilhelm der Große", von Bremen, nach 'ew Jork.

Gin Wiesen-Streik der Hiscnaröciter Scheint dem Lande zu drohen. 0 Alle Mitglieder der Amalgamirtci! Association, Die bei der kl. S. Steel Corporation llnycftellt sind,

Werden vielleicht die Arbeit niederlegen. Die Vorgänge in McKeesport die Ber: anlaffung. Der Streik in Mass:llon zu (5iide. Tic emars National Bank von Lp mars, Ja., schließt die Thüren. Tcr Vizepräsident und GcschäftSsührtt hat 30.000 unterschlagen. , Streiknachrichten. Pittsburg, 18. April. Der Streit in der De Wees Wood Fabrik der American Sheet Company in McKeesport, der dadurch verursacht wurd?r. daß die Kompagnie neun oder zehn Arbeiter entließ, weil sie sich der amaU gamirten Association der Eisenarbeitei angeschlossen hatten, wird vielleicht einen Streik der sämmtlichen Mitglieder der amalgamirten Association zur Folge haben, die in den verschiedenen Fabriken der U. S. Steel Corporation beschäftigt sind. Während des ganzen Tages baben Konferenzen stattgefungen, die aber zu keinem definitiven Resultat geführt haben. Der Präsident T. I. Shaffer von de? amalgamirten Association und die Majorität der Mitglieder des Exekutivraths sind für einen allgemeinen Streik; auf der anderen Seite werden aber Versuche gemacht, den Streik auf versöhnlichem, vielleicht schiedsrichterlichem Wege zu schlichten. Präsident Shaffer gab am Abend selbst zu, daß die Aussichten auf friedliche Beilegung des Streits im Augenblick besser feien, wie seit Beginn des Streiks. Auf jeden Fall wird ein allgemeiner Streik in den nächsten Tagen noch nicht erklärt werden. Die sämmtlichen Angestellten der De Wees Fabrik sind während des Tages benachrichtigt worden, daß sie sich um 7 Uhr am Donnerstag Morgen zur Arbeit melden müssen, widrigenfalls ste entlassen werden würden. Einige der Arbeiter, die am Nachmit tag der Streiker-Versammlung in Mo Keesvort beiwohnten, versichern, daß der Hilfs-Superintendent L. Harrison von der De Wees Fabrik den Leuten höbere Löhne versprochen habe, für den Fall, daß sie an die Arbeit zurückkehrten. ohne sich der amalgamirten Association anzuschließen. Sie weigerten sich, dies zu thun, und Herr Harrison erklärte dann, am Donnerstag neue Leute anstellen zu wollen. Es wurde auch berichtet, daß in der Dienstag Nacht 150 Eisenarbeiter von verschiedenen Punkten in Pittsburg angekommen und sofort in kleinen Abtheilungen nach McKeesport geschickt worden seien, um die Stellen von Streikern in den De Wees Werken einzunehmen. Einige der Männer kamen von Johnstown, andere von Cleveland und Joungstown und ungefähr ein halbes Dutzend von Joliet, Jll. S h a m o k i n , Pa.. 18. April. Eintausend Männer und Knaben, die in der Natalie Kohlengrube beschäftigt sind, begannen am Mittwoch einen Streik, weil die Shamokin Coal Co. sich geweigert hat. die Forderungen der Leute zu bewilligen. De? Betrieb der Grube ist ganz eingestellt worden. Die Streiker verlangen, daß James Bateman, Grnben-Vormann. und der Kondukteur John Aeager von dem Kohlenzug entlassen werden sollen und daß das Zugpersonal auf der der Kompagnie gehörigen Bahn, zwischen Natalie und Locust Summit, eine Lohnerhöhung von zehn Prozent erhalten soll. Der Weichen st eller-Sireik zu Ende. S c r a n t o n, Pa., 18. April. Die 200 Weichensteller der Delaware,Lackawana & Western Eisenbahn, die am Dienstag einen Streik inaugurirten. weil zwei Jard-Vorleute wegen Nichtvefolgens der ihnen gegebenen Ordres entlassen worden waren, sind am Mittwoch Nachmittag wieder an die Arbeit zurückgekehrt, nachdem es dem Präsidenten der nationalen Vereinigung der Weichensteller gelungen war, einen Kompromiß zu Stande zu bringen. Die zwei von Hoboken hierber gebrachten Männer, die die Stellen der Entlassenen eingenommen hatten, wurden

won svrigeschrctt uno zwei yieili Welchenssetter wurden zu Aard-Vor-leuten befördert. Die Union hat aber den Versuch noch nicht ausgegeben, die Wiederanstellung der Entlassenen (Herrity und Tooney) durchzusetzen. Der General - Superintendent Clarke von der Lackawanna-Eisenbahn erklärt aber, daß die Männer aus guten Gründen entlassen worden seien und an eine Wiederanstellung unter keinen Um ständen gedacht werden könne. M a s s i l o n, O.. 18. April. Der Streik der Maschinisten der Kohlenbergwerke, der zur Folge hatte, daß 4000 Kohlengräder seit zwei Wochen beschäftigungslos sind, ist am Mittwoch beigelegt worden. Die Maschinisten haben die Forderung eines achtstündigen Arbeitstags satten gelassen und erkalten 15c Lohnerhöhung den Tag. Am Donnerstag wird in allen Gruben die Arbeit wieder aufgenommen werden. Ein Bankkrach. S i o u x City. Ja.. 18. April. Die Lemars National Bank in Lemars, Iowa, hat am Mittwoch Morgen die Tbüren geschlossen. Thomas F. Ward, der Vize - Präsident und Gesckäftsleiter. hat eingestanden, $25,000 bis $30,000 unterschlagen zu haben. Ward reiste am Montag ab und am Dienstag erhielt der Kassirer Frank Koco ein Schreiben von ihm, das wie fclot anfing: Lieber Frank. Ich reise heute A&nd ab. Gott weiß wohin. Die Spekulüonen an der Getreidebörse haben ml:t ruinirt. Versuche zu verhindern, daß ich unter Anklage gestellt werde, wenn Du es kannst. Ich werde jeden Cent urückbezahlen. wenn es mir möglick ist." Ward gab dann in dem Schreiben genau an. von welchen Fonds er gestohlen habe, um seine Verluste zu decken. Ta die anderen Beamten der Bank und die meisten Direktoren von der Stadt abwesend waren, schloß Kobb die Thüren und er machte bekannt, daß ein Bank - Examinator im Laufe des Taces ankommen würde. Die Ban? hatte ein Kapital von 5100.000 und am 15. Februar $108.. 000 Depositen. Ward war ein Mitglied des d?mo ?:atischen Centralkommittees vom 11. Kongreß - Distrikt. Seine Frau, die s.bwerkrank ist, weiß noch nichts von den Unterschlagungen. Ein Spielhaus beraubt. M e m p h i s . Tenn., 18. April. Zwei Männer drangen am Mittwoch Morgen zu früher Stunde mit vorgehaltenen Revolvern in Ben Marsh's Spielhaus. das hinter dem Peabody'Hotel gelegen ist. ein und beraubten Marsh und seine Assistenten um $3000. Soweit ist es der Polizei noch nicht gelungen. auch nur eine Spur von den Räubern zu finden. Marsh und seine Assistenten hatten gerade Kasse gemacht, als die Männer in das Zimmer eintraten. Auf dem Tisch lag eine Brieftasche mit $2500 und Marsh hatte $500 in Noten in der Hand. Die vier Männer, die sich in dem Zimmer befanden, erhielten Befehl, sich auf den Boden zu legen, und sie befolgten diesen Befehl auch ohne Weiteres Während einer der Räuber die Leute mit seinem Revolver bedrohte, steckte der andere das Geld in seine Tasche. Marsh und die Anderen wurden dann gezwungen, aufzustehen, und die Räuber durchsuchten nun auch die Taschen der Leute, fanden aber nur mehr wenig Geld. Sie übersahen ein Taschenbuch mit $300, das Marsh in einer Hosentasche hatte. Die beiden Räuber entfernten sich dann, rückwärts aebend. aus dem Zimmer. Ein Jockey tooiZich verletz r. N e w Y o r k , 18. April. Bei dem ersten Rennen auf dem Aqueduct Rennplatz stürzte das Pferd Osman Digna und der Jockey Wilkerson. der es ritt, wurde dabei tödtlich verletzt. Der Jockey erlitt einen Arm- und einen Beinbruch. J i m o r o t :. M e m p h i s, Tenn.. 18. April. Die Leiche des Dr. Hal S. Scruggs, Jr., der in Aulon, einr Vorstadt von Memphis, wohnte, wurde am Mittwoch Morgen in der Nähe seiner Wohnung in seinem Buggy gefunden. Das Pferd hatte selbst den Weg nach Hause gefunden. Die Leiche war kalt und steif und der Mord mutz schon am Abend begangen worden sein. Dem jungen Mann war eine Kugel hinter dem linken Ohr in den Kopf geschossen worden. Soweit ist noch keine VerHaftung vorgenommen worden. Skoog gestorben. New York. 18. April. John Albert Skoog. der berüchtigte Notenfälscher. der sich am 9. April, als er ver-

! haftet werden sollte, zwei Kugeln in den Kopf schoß, ist am Mittwoch im Belle vue Hospital aenorde : I Weitere Depesche a:i;;3:i:e 5.

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