Indiana Tribüne, Volume 24, Number 209, Indianapolis, Marion County, 16 April 1901 — Page 1
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Ändian a ?S?T?S?Sf) I f.is4ssse3i aC' a:ii SsimtassblaU 2 & vwä: und Sonntd.jsMatt Ä1. per Woche. lOo per Voche. r i i 99S969S969j i TdTcfvit jrd?,? llarijmiiiafl ttixi So,rntag ZMorgens. Zahrgang 24. Indianapolis, Ind.. Ticnstag, den Iti. April 1961. No. 209
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Der Kaiser entschlossen den Agrariern nicht den Wil len zu thun. Gewitter, Schneefall und Ueber schwcmmungen in Deutschland. Zwölf neue Kardinäle ernannt. Die Allocntion des Papstes. Tie Betrügereien m Manila. Die Lage in China. KM Tcr Streit um die Eutschädiguugö' summeu. Vom Kriegsschauplatz in Südafrika. Aus dem Deutschen Reich. Berlin. 16. April. Ueber den Besuch des Kronprinzen Friedrich WilHelm in Wien bringt die hiesige Presse spaltenlange Berichte. Besonders wird auf den Enthusiasmus hingemieesen, mit welcbcm der Kronprinz von dem österreichischen Volte und vom Hofe empfangen wurde. Privatdepeschen zufolge war der Kronprinz Anfangs etwas schüchtern, da er an solche oationen nicht gewöhnt ist, doch bald gewann er seine Sicherheit wieder und am Abend beim Bankett sprach er seinen Trinkspruch auf den Kaiser mit lauttönender, fester Stimme und miliiarische? Präzision. Ueber den Wortlaut des Trinkspru ches geben die Berliner und Wiener halboffiziellen Versionen etwas auseinander. Die Berliner Berichte bringen nichts von Waffenbrüderschaftund konstatiren nur den Dank des Kronprinzen für den herzlichen Empfana". Alle Berichte stimmen indessen darin überein. daß derKronprinz ohne schriftliche Notizen sprach, während der Kai ser seine Rede ablas. Am Montag war der Kronprinz beim sächsischen Gesandten am österreiMischen Hofe, Grafen von Rex, zum Frühstück eingeladen. Kaiser Wilhelm besuchte am Montag den Reichskanzler Grafen von Bülow und nahm dessen Bericht über sein? Zu-s.-.mmenkunft mit dem italienischen Premier - Minister, Signor Zanardeüi tr.tgeaen. Er bemerkte bei dieser Gelegeuceit zu Bülow. daß er aufpassen fcÖe, daß während des Restes der parlamentarischen Session die Konservatioen den Bogen nicht zu straf spannUeT. Auch wurden die Aussichten der Kanalvorlage erwogen. Der Reichstag wird am Dienstag wieder zusammentreten. Heftige Gewitter werden aus verschiedenen Theilen Deutschlands gemeldet. Bei Fredelsloh im Hannöverschen wurden drei Personen vom Blitze erschlagen und eine verletzt. In Rudolstadt und in ganz Thuringen hat sich heftiger Schneefall eingestellt und die Oder ist in Folge starken Regenfalles ausgetreten. Große Distrikte in Schlesien sind überschwemmt. Der Rhein steht noch sehr sehr hoch bei Köln und der Distrikt Caub ist überschwemmt. Die von Professor A. Slaby und -seinem Assistenten Graf Arco verbesserte drahtlose Telegraph ist nun so weit vervollkommnet, daß Kaiser Wi!Helm die neue Erfindung in einigen Tagen besichtigen wird. Am letzten Freitag hielt Professor Slaby dem Kaiser darüber persönlich Vortrag. Herrn von Wildenbruch's neues Drama Der General Teldabert" wurde in Weimar mit riesigem Erfolge gegeben. Der Großherzog gratulirte dem Verfasser mit warmen Worten. In Berlin hat Kaiser Wilhelm die Aufführung untersagt, weil einer setner Vorfahren in dem Drama in ungünstigem Lichte erscheint. Es ist sehr unwahrscheinlich, daß sich der Kaiser Wilhelm und Graf von B.ilow von den Agrariern verleiten lassen werden, sich auf einen Zollkrieg mit anderen Ländern einzulassen. Es ist unwahrscheinlich, daß sie in die Erhöhung der Getreidezölle, die jetzt 35 Mark per Tonne betragen, auf mehr als 55 Mark willigen werden. Der neue Tarif wird dem Reichstag in dieser Session nicht mehr unterbreit tet werden. Benjamin Harris, ein amerikanischer Kaufmann, ist aus Frankfurt a. M. entflohen, wo er eine Anzahl Betrüge reien begangen haben soll. Wollen zum Präsidenten. Havana. 16. April. In der heutigen Sitzung der cuoanischen konstituirenden Versammlung wurden fünf Delegaten. die Herren Diego Tamayo. Capote. Berriel. Vortnondo und
orenio ernann:, um als Kommnnon der Versammlung nach Washington zu gehen und dem Präsidenten McKinlec die Wünsche des kubanischen Volkes zu unterbreiten. Die Kommission wurdk beauftragt, sich mit dem General-Gou-verneur Wood in Verbindung zu setzen, um sich über die beste Gelegenheit zu einer Besprechung mit dem Präsidenter und den günstigsten Zeitpunkt für ihn Abreise zu informiren. In ihrer morgigen Virfammlunz wird die konstituirende Versammlung darüber berathen, ob sie sich bis zur Rückkebr der Kommission vertagen soll. Beim König Eduard. London. 16. April. Der König
Eduard empfing am Montag im Marl- j borough House den General von MoUke, Neffe des verstorbenen Feldmar j schalls. und Leutnant von Usedom. Die deutschen Offiziere waren von einem i Sergeanten begleitet, der die neue , Felddienst-Uniform trug, die der Kai- ! sei Wilhelm dem König Eduard zur j Inspektion geschickt hat. Die Uniform ! ist von derjenigen der Kolonialtruppcn nur wenig verschieden. Der Tornister jnd die anderen Ausrüstungsstücke sind so arrangirt. daß das Gewicht ganz auf Jen Rücken fällt, und die ganze Ausrüstung kann durch Oeffnen einer einzizen Schnalle im Augenblick abgeworfen werden. Der König besichtigte die Uniform lufs Genaueste und er machte Gen. von Moltke zum Knight-Commander des ! Royal Victorian Ordens und Leutnant oon Usedom zum Kommandeur dessel ben Ordens. Der Krieg in Südafrika. London, 16. April. Es wird versichert, daß. einer hier eingetroffenen Privatdepesche zufolge. General French mit 500 britischen Truppen von den öoeren gefangen genommen worden sei, während sein Kommando auf einem Berge in Nebel gehüllt war. Die Regierung hat aber keine Bestätigung der Nachricht erhalten und im Kriegsdepartement schenkt man ihr keinen Glauben. L o n d o n. 16. April. Das KriegsAmt hat die folgende Depesche von Lord Kitchener. Pretoria. 15. April, datirt. erhalten: Die Kolonne des Obersten Sir Henry Rawlinjon hat beiTagesanc ruch das Süd - Lager nordwestlich von Klerksdorp erstürmt. Sechs Boeren wurden getödtet. zehn verwundet und 23 gefangen genommen. Auch wurden ein 12 Pfünder. ein Pompon und zwei Munitionswagen erbeutet. Unser Verlust beläuft sich aus drei Verwundete. Oberst Plumer nahm nnen Feldkornet und sieben Mann ge fangen und erbeutete zehn Wagen und 18 Gewhre. B a r k l e y W e st. 16. April. Pony De Wet. ein Mitglied des Kap-Parla-ments. ist vom Hochgericht zu dreijähriger Gefangenschaft und einer Geldstrafe von 1000 verurtheilt worden, weil er aufrührerische Reden gehalten hatte. Die Lage in China. Shanghai, 16. April. Hiesige Mandarinen haben Nachricht au-j Sian Fu erhalten, daß der Hof sick vorbereite, nach Hsiaw Aong, in der Provinz Hu-Pei überzusiedeln. Die perlanenten Beamten der sechs Ministerien sollen in aller Stille Peking verladen haben und nach Sian Fu gereist sein. Berlin, 16. April. Es wird j hier offiziell bestätigt, daß die Ver. Staaten den Machten den Vorschlag gemacht haben, die gesammte von China zu zahlende Entschädigung auf 40 Millionen Pfund Sterling (200 Millionen Dollars) festzusetzen unter der Bedingung, daß sofort Zahlung geleistet wird. Deutsche Beamte weisen darauf hin. daß der genannte Betrag eine bedeutende Modifizirung der einzelnen Ansprüche bedingen wurde, daß derselbe aber in Betracht gezogen werden könne, da er Baarzahlung zur Bedingung mache. Sollte die Summe indessen gleichmäßig an die interessirten Mächte zur Vertheilung gelangen, so würden sich Schwierigkeiten ergeben, da Rügland allein 17 Millionen Pfund Sterl. regierungsseitig beansprucht, chne die Prioatansprüche geschädigter russischer Unterthanen. Deutschland werde von der Entschädigungssumme nur 5 Millionen Pfund Sterling erhalten, wogegen die Expedition nach China dem deutschen Reiche bereits mehr als 12 Millionen Pfund Sterling gekostet har. Die Ansprüche Großbritanniens betngen allerdings noch nicht einmal 5 Millionen Pfund Sterling. In amtlichen Kreisen befürwortet man daher, daß eventuell die von China zu zahlende Entschädigungssumme an die Rächte im Verhältniß ihrer durch die Expei tion veranlaßten Geldaufwendunaen zu vertheilen sei. Die deutsche Regierung ist augenscheinlich gewillt, dem Vorschlage der Ver. Staaten freundlickeBeachtung zu schenken, um so mehr, als China nicht im Stande sein wiro, den bisher an seine Regierung gestell-
len Änprucren aua? nur im Entferntesten gerecht zu werden. L o n d o n. 16. April. Der Korrespondent des Standard" berichtet aus Shanghai, daß der chinesische Hof durch den chinesischen Gesandten in Tokio Japan dafür gedankt habe, daß es China geholfen, den Forderungen Rußlands in Bezug auf die Mandschurei Widerstand zu leisten. Auch soll China die japanische Regierung gebeten haben, ihm auch bei künftigen Gelegenheiten ihre Hilfe zu Theil werden zu lassen. B e r l i n, 16. April. Dem ..Lokal Anzeiger" wird aus Peking wie folgt telegraphirt: Ein junger Chinese Namens Ho Wan ist wegen der Ermor dung des Hauptmanns Bartsch verhaftet worden. Er erklärt, den Hauptmann, der ihn mißhandelt, im Zorn getödtet zu haben. Drei andere Chine sen sind als Mitschuldige verhaftet worden. Einer von ihnen befand sich bei Ho Man und ritt das Pferd des ermor deten Hauptmanns. P e k i n g. 16. April. Eine Ervedition. die aus 5000 deutschen und 3000 französischen Truppen besteht, wird am Dienstag von Pao Ting Fu
abgeben, um dre 16.000 chinenichen Truppen aus der Provinz zu vertei ben. die sich weigern, dem Befehle Li Hung Chang's zu folgen und sich über die Grenzen von Pe Chi Li zurückzu ziehen. Neue Kardinäle. Rom, 16. April. In dem am Montag abgehaltenen Konsistorium wurden zwölf neue Kardinäle ernannt, darunter der Erzbischof Martinlli. Die übrigen neuen Kardinäle sind: Mgr. Cabagnis, Mgr. San Miniatelli. Mgr. Ceunari. Mgr. Della Volce. der Erzbischof von Benevento. der Erzbischof von Ferrara. der Erzbischof von Prag, de? Erzbischof von Krakau. der Bischof von Verona und der Bischof von Pavia. In seiner Allokution sagte der Papst, daß sich in letzter Zeit traurige und ge fährliche Dinge ereignet hätten. Erei?nisse. die immer ernster zu Werder drohten und sich von einem Theil Ei -ropas nach einem anderen verbreiteter' Mehrere Staaten, die weit von eina? der entfernt liegen, aber dasselbe Ziel verfolgen, hätten einen offenen Krieg gegen die Religion begonnen. Der Kampf würde gegen die religiösen Orden geführt, um sie allmählig zu zerstören. Weder Recht noch Gesetz, noch die Verdienste der Orden reichten aus. um sie vor der Zerstörung zu beschützen. Auch mache sich der Wunsch geltend, zu verhindern, daß die Jugend von den religiösen Orden erzogen werde, obgleich viele er Schüler der Orden berühmte Männer geworden seien. Der Papst sprach dann von der Lage, in der er sich immer noch befinde und die er als schmachvoll und höchst unangenehm bezeichnete. Auf die Ehescheidungsvorlage Bezug nehmend, die von emem sozialistischen Abgeordneten in der italienischen Deputirtenkammer eingereicht wurde, sagte der Papst: Den vielen alten Beleidigungen geaen die Kirche wollen sie eine neue hinzufügen; sie wollen die Heiligkeit der christlichen Ehe profaniren und damit die Basis für ein christliches häusliches Leben zerstören." Der Papst drückte Bedauern über die ernsten Ereignisse der jetzigen Zeit aus, und prophezeite, daß in der Zukunft noch schlimmere Zeiten kommen würden. Er kündigte dann die Namen der neuen Kardinäle an. Aus Bulgarien. Sofia, Bulgarien. 16. April. In einer Massenversammlung, die am Montag hier im Freien veranstaltet wurde und an der sich 10.000 Personen betheiligten, wurden Resolutionen angenommen, in denen gegen die Verhaftung der Mitglieder des macedonischen Kommittees protestirt und das Verhalten Rußlands der macedonischen Frage gegenüber verdammt wurde. Die Versammlung befürwortete auch, daß die europäischen Mächte gebeten werden sollten, gegen die Verfolgung der Bulgaren seitens der Türkei zu protestiren, bezw. im Interesse der Bulgaren zu interveniren. Die Demonstration verlief ohne alle Störungen. Aehnliche Versammlungen wurden auch in vielen anderen Städten abgehalten. Militärherrschaft in Ruß. land. L o n d o n . 16. April. Der Daily Mail" wird aus Odessa telegraphirt. daß sich die Städte Odessa, Kiew, Kharkow. Elizabetharad. Etaterinoslav und Nicolajew bis nach den russischen Ostern thatsächlich im Belagerungszustand befinden werden. Alle öffentlichen Gebäude sind von Truppen besetzt, die Straßen werden von Kossaken abpatrouillirt und alle Versammlungen sind verboten. Diese strengen Maßregeln sind ergriffen worden, weil man neue Studenten-Unruben befurch tet.
Carric Nation
2h;3 Kansas City ausgewiesen. 4- Her jiipIeli-Prozclj. Garne Ripley selbst auf Zengcnftand. de Die Pittsburger Raubmörder endlich identißzirt. Ein neuer Mord in der Martin'schen Kneipe bei Middlesboro, Ky., In der jchon Titzende von Mcnfcheo gewaltsam ums Leben kamen. Tie Kriegsstcuer auf überseeische Frachtbriefe ungesetzlich CarrieNation verurtheilt Kansas City. Mo., 16. April. Frau Carrie Nation, die am Donnerstag wegen Versperrung der Straßen verhaftet wurde, wurde am Montag Morgen von dem Polizeirichter McAulen zu $500 Geldstrafe verurtheul und aufgefordert, bis um 6 licht Abends die Stadt zu verlassen. Du Geldstrafe wurde suspendirt und Frau Carrie gewarnt, daß sie die volle Sum- j me bezahlen müsse, wenn sie ie wiedei ; in her Snht nolrnffn Vnorhprt Vrrnrhp ... w w.w. wt.wiv.t ivvvvvi. .......... Die Frau erklärte sich bereit, sofort ! -V ' " 1 . ht( KtrtM hprlrtffPTT 2ii hinnn V schon eine Viertelstunde später bestieg V ' 4 v w 4. .vvfclivt ivvvv, t . sie eine Straßencar nach Kansas City Kas. Frau Nation erschien von ihrem Bruder und einer Freundin begleite! im Gericht. Als der Richter McAulet sie schließlich fragte, was sie auf du Anklage zu erwidern habe, ließ du streitbare Frau sofort eine heftize Tirade gegen die Polizei und das Gerich! los. Sie behauptete, daß sie nur aui eine Straßencar gewartet habe, als si, verhaftet wurde, und die Zeit ausge--nutzt habe, um ein paar Worte an dii Leute,ju richten, die sich angesammelt Ein P'Mzft f?W Sa's, duß -mehrer, Cars vorbeigefahren seien. Frau Na tion aber keinen Versuch gemacht habe eine derselben zu besteigen. Frau Na tion stellte dies direkt in Abrede. E! war keine Car in Sicht," sagte sie und ich gebe Ihnen zu verstehen, das ich eine Lady" bin und die Wahrhei sage." Richter McAuley gab dann sein, Entscheidung ab und warnte die Frau sich ja nicht wieder in der Stadt sehet zu lassen. Die Missourier Luft taug nichts für langhaarige Männer, kurzhaarige Frauen und pfeifende Mäd chen." sagte er. Die Anwesender klatschten lebhaft Beifall. Frau Nation gab klein bei und ver
sprach, die Stadt sofort verlassen z: Heizer F. W. Johnson sowie der Bremwollen. Sie fügte hinzu, daß dii ser T. E. Frost erlitten Beinbrüche. Stadt zum Ueberlaufen mit Hollen Johnson wie die Verletzten wohnten in brühe angefüllt sei". Vom Gerichts: ! Parkersburg. W. Va. gebäude aus begab sie sich sofort nack iTas neue Kabinet photo
Kanjas liiip, Jtas. So lange die Strafe nicht erlaffer ! worden ist. kann Frau Nation KansaCity nicht mehr besuchen. Die Frar sagte dem Richter, daß ste beabsichtige sich in den nächsten Tagen nach Liberty, Mo., zu begeben, und sie fru ihn. ob es ihr gestattet sei. auf bei Reise dorthin durch Kansas City zr fahren. Der Richter bejahte dies
warnte sie aber, hier nicht auszusteigen lander Knox in das Kabinet die Verda sie sofort in's Gefängniß geschick' ' anlassung. werden würde. , Wichtige Entscheidung in Baron Fava's Nachfolger Arbeiter-Angelegen-W a s h i n q t o n , D. C., 16. April . betten.
Das Staatsdepartement ist durch der amerikanischen Botschafter in Rom benachrichtigt worden, daß der Marqui Obizzo Malispina di Carbonara, jetz! italrenilcher Gesandter bei der Argen tinischen Republik, zum Nachfolger de Barons Hava ms irailenlicyer orschafter in Washington ernannt worden sei. Der Marquis war vor zehn Jahrer Attache bei der italienischen Gesandtschaft Hierselbst. Baron Fava, der jetzt 65 Jahre ali ist, kam im Jahre 1881 nc ch Washington und war hier zwanzig Jahre lans ununterbrochen als Gesandter und zuletzt als Botschafter akkredltirt. Erschossen. Middlesboro. Ky.. 16. April Wes. Turner, 22 Jahre alt. ein Sohl, des notorischen Wes. Dick Turner, wurde am Sonntag Abend von John Martin in des letzteren berüchtigt Half Way House"-Wirthschaft. wo schon mehrere Dutzend Andere eines ger m 4 1 r v "i . waltsamen Todes gestorben lind, er-
Gossen. Wahrend der Nacht wurden , unb Jhn Biddle, und nichtWright. wie eine ganze Anzahl Schuye m die Mar-1 sic bir nnten. Sie sind Brütln'iche Wirtschaft gefeuert wahr- Ux D0n Hry . Biddle von 90? schemlich von den Freunden Turners. ! lle. Tenn.. und William Biddle. eiohne daß jemand verletz .worden wäre , nm ezdukteur der Traction ComMartin hat seine Wlrtdschaft geschlo pcm) in hger Stadt.
ten. V.i aber soweit noch mcht verhaftet worden. Postämter beraubt. , W a f h i n g t o n, D. C.. 16. April. Das Postdepartement ist benachrichtigt
f worden, daß das Postamt in Washington. Ind.. in der Nacht zum Montag beraubt worden ist. Briefmarken und eine größere Geldsumme, deren Betrag noch nicht bekannt ist, sind gestohlen worden. Pi l o t Gensee, Mo., 16. April. Das hiesige Postamt ist in der Nacht vom Sonntag auf Montag beraub worden. Der Geldschrank wurde gesprengt und Briefmarken und Geld im Gesamtbeträge von $500 wurden gestohlen. Eine Entscheidung gegen die Regierung. W a s h i n g t o n, D. C.. 16. April. Das Oberbundesgericht hat eine Entsckeidung in dem Falle Fairbank os. die Ver. Staaten abgegeben, in dem es sich um die Konstitutionalität der Kriegssteuer. die für überseeische Frachtbriefe erhoben wird, handelt. Das Gericht gab eine für die Regierung ungünstige Entscheidung. dahinlautend. daß die Steuer unkonstitutionell sei. Die Steuer beträgt 10 Cents für jeden Frachtbrief. Sie war auf den Grund hin verweigert worden, daß :s in der Konstitution heißt: Keine Steuer orer kein Zoll soll für Gegenstände erhoben werden, die aus irgend einem der Staaten exoortirt werden." Die Quintessenz der ziemlich langen s. , - . . i. frt ri . Ent cbttvung des Gerichts ist in dern ,4. " . . onfh-.il an hl. X u,;uöu9 uuuurnu, ya wuui. :am und oer ÄNMt. das; eine Stempelsteuer auf inen überseeischen Frachtbrief thatsächlich einer Steuer auf die Gegenstände gleichkommt, die in dem Frachtbrief angeführt sind, und deshalb eine Ausfuhr - Steuer ist. was mit der Konstitution im Widersoruch stebt. Das Urtheil des Distriktsgerichts von Minnesota wurde umgestoßen unÄ ein neuer Prozeß angeordnet. f A. C. M c C l u n g. f Chicago. Jll., 16. April. General A. C. McClung, Chef der hiesigen Verlagsfirma A. C. McClung & Co. jsUn St. Augustine. Fla., gestorben. Gen. McClung machte den ganzen Bürgerkrieg mit. Er trat im Jahr? 1862 als Gemeiner ein und wurde als Oberst ausgemustert, mit dem Titel eines Brigade-Generals. Eisenbahn - Unfall. G a l l i p o l i s . Ohio. 16. April. Ein südlich fahrender Zug der Ohio Central Eisenbahn überfuhr am Montag Nachmittag um halb zwei Uhr am Ende der langen Gerüstbrücke bei Point Pleasant eine Kuh und die Folge war. daß die Lokomotive von der Brücke fiel und mehrere Waggons zerstört wurden. Der Lokomotivführer John Pennock gerieth unter die Maschine und I wurde auf der Stelle getödtet. und der i g r a v h i r t. W a s h i n g t o n, D. C.. 16. April. Der Präsident und die Mitglieder des Kabinets wurden am Montag im Kabinetszimmer im weißen Haus Photographirt. Es ist Gebrauch, daß jedesmal nachdem eine Veränderung im Kabinet vorkommt, die Mitglieder wieder , aufs neue photoaraphirt werden. Dies ! mal gab der Eintritt des Herrn Phi Philadelphia, Pa.. 16. April. Das Supreme - Gericht von Pennsylvanien hat entschieden, daß die Mitglieder der Amerikanischen Arbeiter Föderation kein Recht haben, die in Fabriken ! angestellten Lehrlinge zu veranlassen. rrri xti-w tu i 3 ' -1 . it. Mitglieder der Glasarbeiter Union zu werden. Der Fall, um den es sich hier handelt, war eine Appellation von Mitgliedern der Glasarbeiter Union gegen eine Entscheidung des Alleghc.-ny County - Gerichts. derzufolge die Mitglieder Union verhindert werden, die Lehrlinge des Glasfabrikanten Charles L. Flaceus von Tarcutum. Pa.. in irgend einer Weise zu belästigen. Das Supremegericht wies die Appellation ab und verurtheilte die Appellanten zu den Kosten. Die Pittsburger Raubmö P i t t s b u r g. Pa.. 16. April. -Die wirklichen Namen der beiden Männer, die im Verdacht stehen den Grocer Kahney in Mount Washington und den Detektiv P. E. Fltzgerald in hiesiger -v - 'IV j tadt ermordet tu tafelt sind l5dm
miam Blödle wurde am Montag derhaftet. nachdem er seine Stellung bei der Traction Company aufgegeben hatte, wahrscheinlich, um die Stadt zu verlassen. Er hatte Waaren verschiedener Art in seinem Besitz, die er von seinen Brüdern erhalten hatte. Robert Wilcoz und Jack" Biödle, alias Wright. wurden während des Taoes von Frau Tbomas D. Kahncy und ihrem Sohn bestimmt als zwei der Männer identifizirt. die in ihr Haus eingedrungen waren und Kahney ermordet hatte. DerRipley-Prozeß. F r a n k f o r t. Ky.. 16. April. Garnett Ripley betrat am Montag selbst den Zeugen stand. Er bestriti, mit irgend einem der angeblichen Verschwörer. ausgenommen Er-Gouvcr-neur Taylor, persönlich bekannt gewe sen zu sein, und auch Gouv. Taylor habe er vor der Ermordung GoevelS nur zweimal gesehen. Ripley stellte nicht in Abrede, die Bemerkung gemacht zu haben, die ihin von dem früheren Gouverneur Bradley und dem Richter Dost zugeschrieben wurde, er sagte aber, daß die beiden Männer offenbar nicht recht begriffen hätten, was er habe sagen wollen, oder daß er sich vielleicht selbst nicht richtig ausgedrückt habe. Ripley sagte, daß Gouv. Taylor, als er ihm gesagt, er sähe schlecht aus. geantwortet habe: In solch fürchterlichen Zeiten ist es kein Wunder, wenn man schlecht aussieht. Jrqend ein unverantwortlicher Narr oder Crank ist im Stande, mich oder Goebel umzubringen und einen ! Aufruhr zu veranlassen, bei dem es viele Todte geben kann." Die übrigen Aussagen Ripley's wa ren von keinem besonderen Interesse. Er gab frei und offen Auskunft über die Organisation seiner Milizkompagnie und andere Dinge, die in keiner Weise als inkriminirend angesehen werden können. Tod unter den Rädern. Peru. Ind.. 16. April. Der Rev. E. I. Olliver, Pastor der hiesigen ! evangelischen Kirche, 34 Jahre alt und ! unverheirathet, wurde hier von einem Eisenbahnzug überfahren und auf der S4eÜe getödtet. Er kehrte von einem Besuch zurück und um schneller nach Hause zu kommen, sprang er an einer Kreuzung an der Stadtgrenze ab, er wurde aber im nächsten Augenblick von einem auf einem anderen Geleise daherkommenden Passagierzuge überfahren und buchstäblich entzwei geschnitten. Der Bankkrach in Bergennes, Vermont. V e r g e n n e s . Vt., 16. April. Der Kassirer D. H. Lewis von der Farmers National Bank von hier, der angeklagt ist. von den Geldern der Bank $90,000 unterschlagen zu haben, ist am Montag verhaftet worden. D:: Bank blieb am Montag geschlossen. j Tchiffsnachrichten. I Br e m e n , 15. April. Angekommen: Großer Kurfürst" von New Aork. . - m 4 Gibraltar, 15. April, ge. kommen: Trave" von New York, nach Neapel und Genua bestimmt. Abgegangen: Aller", von Genua, nach New York. P o r t l a n d . Me.. 15. April. Angekommen: Numidian" von LiverPool. L o n d o n , 15. April. Angekommen: Minnehaha" von New Dort. Neapel, 15. April. Angekommen: .Werra" von New York. New York. 15. April. Angekommen: Amsterdam" von Rotterdam und Minneapolis" von London. mum Telegraphische Notizen. General Gras, der Erfinder des nach ihm benannten französischen In fanterie - Gewehres, ist in Auverre. Frankreich, gestorben. In Washington. D. C.. ist die Verlobung des General-Adjutanten Corbin mit Frl. Edith Patten angekündigt worden. Frl. Patten spielte in den letzten Jahren eine große Rolle in der vornehmen Washingtoner Gescllschaft. In Plainfield, Conn . hat Frank Mathewson. 40 Jahre alt. sein?r Fr'.u den Hals abgeschnitten und dann dirsucht, sich selbst zu todten. Der Mann hat aber Aussicht, mit dem Leben davonzukommen. Frau Carrie Kelly beging am Montag in Piqua. O.. Selbstmord. Es ist nicht bekannt, was sie zu der That veranlaßt hat. Weitere Depeschen ans 5eitc 5. - P. und L. M. Rapvaport, Anwälte und Notare für Rechtssachen jeder Art. Zimmer No. 821 und 822, Buildinq, Ost Market Str., I zwischen Delaware u. Pennsylvania Stt,
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