Indiana Tribüne, Volume 24, Number 208, Indianapolis, Marion County, 15 April 1901 — Page 7
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Das Gluck von Vlendheim.
Roman von Woldemar Urban (Fortsetzung) Es entstand eine kleine Pause. Der Commercienrath sah sich seinen Mann, wie er gewohnt war, mit einem scharfen Blick über die Brille genauer an. als ob er ergründen wolle, ob es dem jung?n Chemiker mit dieser Drohung Ernst sei. Er ließ ihn offenbar nicht gern von sich gehen. Eine unbestimmte Ahnung sagte ihm, daß damit der gute Geist aus seiner Fabrik auszöge, der Geist selbstloser, auf das Wohl der Gesammtheit bedachter Arbeit. Er hätte ihn auch nicht gehen lassen, hätte irgend einen Ausgleich gefunden, der die Gegensätze vereinigt, wenn er nicht die unglückselige Idee einer guten Bilanz" gehabt. Er wollte und mußte sparen, damit ihm seine Nachfolger den erzielten Gewinn capitalisirten. Es handelte sich nicht nur um die verhältnißmäßig geringfügige Summe, die der Chemiker für sein Laboratorium beanspruchte, sondern um das Capital, das ihm die Gesellschaft im Verhältniß des nachgewiesenen Nutzens für die Fabrik auszahlen mußte, das kreißt also um den zwölf- bis fünfzehnfachen Betrag. Ueberlegen Sie sich das wohl, Herr Doctor, ermähnte ihn Zierold endlich wohlmeinend Da gibt's nichts zu überlegen. Sie verlassen eine gut und auskömmlich dotirte Stellung, ohne dafür einen Ersatz zu haben. Das ist Nebensache. Mir liegt nichts an der Stellung, sondern an meiner Aufgabe. Ich will Ihnen noch etwas sagrn, Herr Doctor. Ich fürchte fehr, daß Sie sich selbst einen sehr bösen Streich spielen, den Sie bereuen werden, wenn Sie sehen, daß Ihre anderweitigen Bemühungen vergeblich verlaufen. Ich will Ihnen also, da wir doch in einem halbjährlichen Contract stehen. Ihre Stellung ein volles halbes Jahr offen halten, sodaß Sie sie innerhalb dieser Zeit wieder antreten können, wenn Sie wollen, allerdings unter den Bedinaungen, wie ick sie Ihnen soeben darlgte. Sind Sie damit zufrieden? Ich bin Jbnen für Ihre freundliche 7tückücht auf mein? Verhältnisse sei : dankbar. Herr Commercienrath, torr.r; ich auch hoffe, keinen Gebrauch darrn machen zu müssen, erwiderte der Chemiker. Wir werden sehen. Ich lasse Jh.un ein halbes Iah? Spielraum. Die ,Zutunft wird uns zeigen, wer von uns EtiiXfl mit seiner Ansicht im 5:echt w?r. Damit trennten sich die beiden reu Der Ch.iker ging nach feinem Laboratorium zurück, allerdings wie flügellahm. Sein Tage in der Faüril waren gezäblt. Er empfand das Vorütttn des Commerci?nraths wie ein Mißtrauen, das ihm die Arbeitslust lahmte. Zierold wieder hatte sein ist merhin beach:ensnert5cs Anerbieten auch nich: aus reiner Nächstenliebe gethan. Er wollte sich den jungen Mann verrf'ten. ihm die Rückkehr leicht macken. Bon Mißtrauen war seine Rede. Im Gegentheil cmpfa) dc: Commcrcienrach eincn großen R?spcct vor dem iur:gen Manne, der so sc-ne persönlichen Interessen einer Aufgabe opferte, deren Lösung ja ser wünfchcnwer:5. aber in Fachkrsen filz unmöglich galt. Aenn sie ihm aver nun wider Erwarten gelaug, so wollte Herr Zierold sein Freund und Gönner fein, um womöglich die Hand nach dem Lohn auszustrecken, der der Arbeit in ganz unberechenbarer Fülle werden mußte. Ristiren wollte er unter den obwaltenden Umständen nichts mehr, aber er wollte sich aich die Ernte nicht entgehen layen. Der Chemiker war ein sonderbarer Mensch. Tltan bä::e ihn einen Mann der fixen Ideen nennen können. Da-.-ganze Leben schien iym gleichgültig zu sein. Still, in sich gekehrt, bescheiden. hinkte er seine :r.iße durch die Welt, wunschlos, interesselos. Nie sprach er Jemand an und war am liebsten allein. Wenn er von einem anderen angesorochen wurde, so antworiete er yösliä'. freundlich und w,-hlwollend. aber wer zu beobachten ver?snd, las doch in sei nen Augen die Bitte: Laß nr.v n Ruhe! Geh deiner Wege! Tu störst mich. Nur wenn Jemand an seine Idee" rührte, dann regte er sich au'. dann bäumte sich in dem blassen, gebrechlichen Manne eine titanendat:e Kraft und Energie auf. die ihm eine ganz unerwartete Bestimmtheit und schneidende Schärfe verlieh. Seine fixen Ideen waren sozusagen seine Brennpunkte im Leben, alles andere um ihn her lag in Nacht und Nebel. Er wußte wohl, daß ihn sein eigener Bruder, der ihm seinen Toctortitel nicht vergeben konnte, sür hockmüthig, eingebildet, dünkelhaft verschrie, und daß er im ganzen Dorfe dafür galt. Mit einem Worte hätte er seinen Bruder Lügen strafen können. Aber er that es nicht. Es war ihm ganz gleichgültig, was die Leute von ihm glaubten. wenn sie ihn nur in Ruhe ließen. Es war in den Abendstunden. Doctor Felix Sellentin kam zu der gewöhnlichen Stunde aus der Fabrik und hinkte müde und abgespannt nach Hause. Er ging nicht den näheren Weg, der ihn durch die Dorfstraße geführt haben würde, was er haßte, sondern nahm einen Fußweg, der ihn
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an der Parimauer oes coioes Blendheim entlang führte. Plötzlich hörte er Hundegebell, und als er aufsah, erblite er Fräulein Eva von Blendheim, die sich vergeblich bemühte, ihren Hund von der Verfolgung einer Katze zurückzuhalten. Sofort sprang er hinzu und half der jungen Dame, ihren Hund zu bändigen. Sie kamen dabei mit den Köpfen dicht zusammen, und als sie sich gleich darauf gegenseitig ansahen, glühten die Gesichter beider in einer Aufregung, die unmöglich blos von der Anstrengung mit dem Hunde herrühren konnte. Ich bitte um Verzeihung, gnädiges Fräulein, stammelte Felix Sellentin verwirrt. Aber warum denn, Herr Doctor? erwiderte sie, etwas gezwungen lachend, ich bin Ihnen sehr dankbar, daß Sie mir helfen, den wilden Sultan zur Raison zu bringen. Bitte, halten Sie ihn mal sest. Ich will nur mein Kleid hochnehmen. Wie geht's Ihnen? Ich habe Sie so lcnge nicht gesehen. Schlecht genug. Warum nicht gar! Ist Ihnen etwas Unangenehmes passirt? Es ist schon schlimm genug, wenn einem nichts Angenehmes passirt. Glauben Sie vielleicht Herr Doctor. daß andern die Annehmlichkeiten sv ohne weiteres in's Haus schneien? Es hat jeder sein Bündelchen zu hucken. Wie geht's in der Fabrik? Gar nicht. Ich werde vermuthlich in den nächsten Tagen abreisen. Sie wandte sich erschrocken nach ihm um. Abreisen! wiederholte sie. Wohin denn? Nach Berlin. Ich bin in der Fabrik so gut wie entlassen. Man treibt mich nicht gerade fort, aber man veranlaßt mich, zu gehen. Und infolgedessen gehe ich natürlich. Da ick hier nicht zu meinem Ziel kommen kann, so muß iä, sehen, ob ?ch bei einer der großen elektrischen Aktiengesellschaften ein geeignetes Arbeitsfeld finde. Sie wollen Blendheim verlassen' sagte sie wieder, noch immer überrascht von der Nachricht. Was soll ich denn noch hier? erwibeirre er kurz. Sie antwortete nickts und auch ihm aingen Gedanken durch den Kopf, die itr. w5y! sehr stark beschäftigten, dte er aök. doch nicht auszusprechen wagte. Es entstand eine kleme Pause, währind welcher sie fchweigend nebeneinandcr hergingen. Sie hatten Besuch auf dem Schloß, gnädiges Fräulein? sagte er endlich wieder in einer merkwürdigen Aufregung. die ihn sogar verhinderte, sie bti dieser Frage anzusehen. Fräulein von Blendhe m :age,c:t sah ihm dabei scharf in's Gericht. Dann errötbete sie fehr tief und seylua den Blick wieder zu Boden. Her? von Perlewitz war da. Sie tcnnen ihn ja, antwortete sie leise. Warum soll r. uns als unser Gutsnachbar nicht hin und wieder einen Be--such machen? Es ist dagegen durchaus nichts ?u sagen. JmGegentheil findet das alle Welt charmant und spricht von einer bevorstebe-den . . . Verlobung. Wamm denn a-ch nich: ? Gleich und gleich gesellt sich gern. Das ist nit wahr. fu7r sie heftig auf. Wie? fragte er überrascht. Wer l-at Ihnen daoon erzählt? sor"ch:e sie eifrig. Meine Mutter. Ich wollte natürlich n-cht der letzte sein, der Jbnen seine Gratulation zu diesem freudigen Ereigniß ausdrückt, freilich auch nicht der erste Und wenn es auch alle Welt gesagt hätte, versetzte sie bitter, Sie. Heu Doctor. bä::en am allerwenigsten o glauben sollen. Rasch hob er den Blick und sah sie voll an. Ibre Augen begegneten sich, wenn auch nur einen kurzen Moment. Die ihren funkelten aufgeregt und fast zornig, die seinen leuchteten freudig strahlend auf. Wieder trat eine Pause ein. eine oerrätberische Stockung deH (Gesprächs, weil beide zu sehr von Gedanken bestürmt wurden, die sie auszusprechen nicht wagten. Ich bitte sehr um Verzeihung, gnädiges Fräulein, erwiderte er endlich, wenn ich mich von einem Gerücht betrügen ließ, das doch, wie die Sachen einmal lirgen. viel Glaubhaftes sür sich hatte. Inwiefern denn? Mein Gott, Herr Bernhard von Perlewitz ist ein junger, lediger Gutsbesitze? und wie man sagt, nicht gerade auf Rofen gebettet. Was ist natürlicher. als daß er sich nach einer reichen Frau umsieht? Es ist nicht sehr liebenswürdig, Herr Doctor, daß Sie glauben, ich eigne mich ohne weiteres zu solchen Speculationen Ich sage, was ich hörte und wie es die Leute ansehen, unterbrach er sie schnell, wenn ich mir erlauben dürfte. Ihnen gegenüber lediglich liebenswürdig zu fein, würde ich gewiß anders sprechen. Ich sehe gar nicht ein. wer Sie hindern sollte, liebenswürdig zu sein, sagte sie rasch. Er antwortete nicht, fondern sah zerstreut auf das Dorf hinunter, über das bläuliche Rauchwolken Hinwirbelten. Er war aufgebracht über ihre Frage. Wie kam sie dazu, ein so heikles Thema anzuschlagen? Wußte sie nicht selbst, daß eine ganze Welt zwischen ihnen stand, daß sich Jedermann bei der geringsten Liebenswürdigkeit des iunn Chemikers aeaen die vor?
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nehme Adelsdame gefragt hatte: Was will er denn, der arme Hülflose Schlucker? Sieht er denn den Abstand nicht, der ihn von dieser wie von jeder anderen Frau trennt? Ein Erfinder, der mit seinen Ideen über das ganze Menschenthum hinwegfliegt, mährend sein Körper und feine körperlichen Bedürfnisse immer tiefer im Alltagsstaub versinken! Konnte es im neuen deutschen Reiche eine unglückseligere Existenz geben als die seine? War er nicht der Spott aller vernünftigen Leute? Und sie fragte, weshalb er nicht liebenswürdig gegen sie sei! Er hatte kein Recht dazu, das war alles! Er durfte sich den süßen Träumereien eincr glücklichen Jugend nicht hingeben, wo alles liebte, alles hoffte und wünschte, jeder den herrlichsten, glücklichsten Trieben einer gesunden Natur nachgeben durfte, mußte er entsagen, stolz und still sich zurückziehen, denn er war ein Erfinder, ein Mensch, der sozusagen in der Luft hing und abhängig war von den unberechenbaren Zufällen, selbst ein Produtt der Unbcrechenbarkeit. Für ihn gab es kein Glück der Liebe, kein trautes Heim und Familienleben, nicht die Hoffnungen und Freuden eigener Kinder. Auf der unsicheren Straße, die er durch das Leben zog, war kein Platz für dergleichen. Wohl ihm, wenn er allein sich durchringen konnte. Haben Sie Ihre Abreise nach Berlin wirklich schon bestimmt in's Auge gefaßt, Herr Doctor? fragte sie nach einer Pause wieder. Vorsichtig und schüchtern prüfend lagen ihre Augen dabei auf seinem bleichen, sorgenvollen Gesicht, als ob sie in seinen Zügen hätte lesen können. Ja. ganz bestimmt, antwortete er fest entschlossen. Ich muß. Es bleibt mir nichts anderes übrig. Aber fuhr sie eigenthümlich zögernd fort wir fehen uns noch vorher. nicht wahr? Wenn Sie befehlen, gnädiges Fraulein . . . Nicht doch, so meine ich es nicht. Ich war im Gegentheil im Begriff. Sie um eine Gefälligkeit, um einen Dienst pi bitten. Ich stehe Ihnen vollständig zur Verfügung, gnädiges Fräulein. Bitte, befehlen Sie nur immerhin über mich. Es wird mir wohlthun, wenn ich Ihnen gefällig sein kann. Sie wußte das wohl und wenn sie es noch nicht gewußt hätte, so würde es ihr der leuchtende Blick seiner Augen gesagt haben, der wie ein Schein aus tiefster Seele bei diesen Worten auf sie fiel. Sie wußte auch ohne daß er es sagte, daß er nie und nimmer etwas für sich verlangen, er sich selbst aber jederzeit für sie aufopfern würde. Das Beste im Leben wird nicht gesagt, sondern nur gefühlt und fo fühlte auch Eva von Blendheim instinctiv, wie unbedingt ihr der junge Chemiker ergeben sei. Wenn Sie in Berlin sind, mein? if, würden Sie mir wohl von Zeit zu Zeit einmal gefällig sein können, sagte sie rasch plaudernd, als ob sie dadurch ihre innere Erregung übertäuben könne. Sie wissen, daß man immerfort mancherlei dort zu besorgen hat. ohne damit gerade Papa oder Bruder beauftragen zu können. Aber Sie müssen mir versprechen, mir Ihre Adresse in Berlin mitzutheilen, damit ich auch weiß, wohin ich mich wenden mutz. Ich werde sie Ihnen mittheilen, sobald ich sie selbst weiß, mein gnädiges Fräulein, antwortete er. Gut. aber vergessen Sie nicht, Herr Doctor. Ich verlasse mich darauf, erwiderte sie. ihm lächelnd mit dem Finqer drohend. Sie waren am Parkthor, wo sie sich trennen mußten, angelangt und blieben beide stehen, als ob sie unwillkürlich das Bedürfniß empfunden hätten, diese unliebsame Trennung noch etwas hinauszuschieben. Sie sprachen auch wirklich noch eine lange Weile von dem und jenem, von den heutigen Vorgängen in der Fabrik zwischen ihm und dem Commercienrath Zierold, von seinen Aussichten in Berlin, sogar von seiner Erfindung, für die Fräulein Eva ein starkes Interesse an den Tag legte, denn sie ließ sich all die wissenschaftlichen Ausdrücke und Formeln. die er dabei brauchte, genau erklären. um sie zu verstehen. Davet gertety er ins Feuer, sodaß sich Felix Sellentin über sich selbst wunderte. Er sprach sonst im ganzen Jahr nicht soviel von seiner Arbeit als jetzt in den wenigen Minuten, die ihm vergönnt waren. Er hatte auch wohl nie eine aufmerksamere ZuHörerin gefunden. Fräulein von Blendheim hörte nicht nur aufmerksam auf das. was er sprach, fondern paßte auch so scharf auf. wie er es sagte, als ob sie ihn hätte malen wollen. Nichts störte sie. Eine feierliche Abendstille umgab sie. Vom Dorf herauf erklang eine weiche Glocke und der große Sultan lag stumm und artig zu ihren Füßt. indem er verständnißinnig bald den einen, bald den anderen ansah; still wie ein Traum überschlich sie das Glück, ohne daß sie es selbst ahnten und wußten. Sie hätten in alle Ewigkeit so beieinander stehen können. erzählen, was sie bewegte, und errathen, was sie nicht sagen durften. Aber das Glück ist kurz, und ehe sie es auch nur recht inne wurden, war es wieder fort. Stimmen klangen den Weg herauf, der aus dem Dorf nach dem Schloß führte. Ich muß fort, rief Fräulein von Blendheim rafch. es ist ja schon finster.
?cocy einmal. Avteu. yerr cclor. Gott nehme Sie in seinen Schutz. Fräulein Eva . . . Aber daß Sie nicht vergessen, mir Ihre Adresse mitzutheilen. Ich würde : Ihnen sonst sehr, sehr böse sein. Sie können sich darauf verlassen. Adieu, Adieu! Damit fprang sie ! eilig in den Park hinein, wo sie bald mitsammt ihrem Hund unter den Bäu1 men verschwand.
4. Schon wenige Tage nach seiner Abreise war Oberst von Blendheim nach Hause zurückgekehrt. Natürlich hatte er die Angelegenheiten seines Sohneh in Berlin geordnet. Die Auseinandersetzungen waren gemäß der geraden, etwas derben Soldatennatur des Obersten nicht sehr glimpflich und jedenfalls mit ganz entschiedener Deutlichkeit erfolgt, ob sie aber etwas nützen würden, stand noch dahin. Nur eines war sicher: Der Oberst hatte tüchtig in die Tafche greifen müssen und mußte nun zusehen, wie er diesen fatalen Ausfall wieder wett machen konnte. Schon bald nach seiner Rückkehr nahm er daher die Gelegenheit, dem Commercienrath Zierold einen Besuch abzustatten und sich auf Grund der Andeutungen des Agenten Seebach über die schwebenden Transactionen der Fabrik zu unterrichten. Zierold war sehr zuvorkommend gewesen und hatte ihm alle nur erwünschten Aufklärungen gegeben. Gutsbesitzer Sellentin war nach Berlin gefahren und hatte dort seine zehn Acker Feld an die neueGesellschaft verkauft. Er bekam dafür zwanzigtausend Mark baar und den Rest in Aktien der neuen Gesellschaft. Seebach hatte ihm vorgeredet, daß die Aktien zu hundertundfünfzig Procent gefunden" seien nnd der Gutsbesitzer war spornstreichs zum Justizrath Sperling zurückgelaufen, um auch noch für die baar ernaltenen zwanzigrausend Mark sich Aktien zu sichern. Darauf war dieser Herr aber nicht eingegangen, weil er angeblich noch nicht befugt fei, Aktien unter der Hand wegzugeben, und hatte Herrn Gustav Sellentin anheimgestellt, irgend einem Banquier Auftrag zum Ankauf der Aktien zu geben, sobald diese am offenen Markt zu haben sein würden. Auch im übrigen regte sich das Interesse für die zu erwartenden Aktien; überall sprach man von der bevorstehenden Umwandlung der Fabrik in eine Aktiengesellschaft, und alle Welt war davon überzeugt, daß dabei ein Heidengeld zu verdienen sei. Ganz plötzlich trat aber ein Ereigniß ein. das die ganze Machination in Frage stellen oder ihre Aussichten doch wesentlich vermindern könnte. Eines Morgens kurz nach sieben Uhr, als eben die Arbeit in der Fabrik begönnen hatte, erfolgte ein furchtbarer Knall. Alle Wände zitterten und die Fensterscheiben sprangen bis in's zweite Stockwerk hinauf. Selbst die Villa Zierold wurde nicht verschont, und der Commercienrath. der eben mit dem Ankleiden beschäftigt war. sprang erschrocken an's Fenster, um zu sehen, was geschehen sei. Aus dem Kesselhaus drangen dicke, dunkle Rauchwolken. gellende Hilferufe klangen über den Hof und einige in der Nähe beschäftigte Arbeiter liefen hinzu, um Hülfe zu bringen. Ohne Zweifel war eine Explosion im Kesselhause erfolgt und der Commercienrath stürzte, in Hemdärmeln. wie er war, hinunter, um sich über die Vorgänge zu unterrichten. Als er unten auf dem Hof ankam, war schon alles schwarz von Leuten, die sich um die Unglücksstätte gesammelt. Natürlich machten ihm die Umstehenden Platz, aber wie er sich dem Eingange des Kesselhauses näherte, brachten zwei Arbeiter aus Rauch und Schutt eine schwere, dunkle Masse getragen. Der Commercienrath fuhr zurück, als wenn er ein Gespenst gesehen hätte. Es war auch eins. Es war die Leiche eines Arbeiters, die man bis zur Unkenntlichkeit entstellt, mit blutenden und zerselten Gliedern, den Körper über und über mit Brandwunden bedeckt, heraustrug. Ist er todt? fragte der Commercienrath. B.'an antwortete ihm nicht. Nur da und dort fielen in dem Arbeiterhaufen einzelne Bemerkungen. Es ist Gerliug. sagte einer. Seine Frau steht dort. Werft ihm ein Tuch über's Gesicht, damit sie ihn nicht erkennt, rief ein anderer halblaut. Die armen Kinder, warf ein dritter mitleidig hin. Sie bringen wieder einen, schrie ein halbwüchsiger Junge, der sich zu dem grausigen Schauspiel neugierig vorgedrängt. Nur rasch den Doctor her, rief ein Arbeiter aus dem Haufe heraus, er tV31-Mlt.4 stA ssi (Fortsetzung folgt.) Tie Jndiana Tribune" kostet nur lOe per Woche einschließlich Tonntagsblatt. Adolph Frey, (OI4 i..dom Right.) Rotaiy Public, Translator, Correspendent etc H. 970 West Walnut It re B'fc.w 4v. 01.
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