Indiana Tribüne, Volume 24, Number 207, Indianapolis, Marion County, 14 April 1901 — Page 3
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In der Mitte.
Von Rud. ttonhatt. A. M. '.Copyrighted by the Gotman Press H Plate Go.) (4. Fortsetzung.) .OH. er Hatte mit Andern gekneipt wA dann ein wildes Pferd bestiegen, welches er auf's Grausamste mitzhantelte, bis es mit ihm durchbrannte und ihn abwarf. Guten Morgen, Herr Brown. ich komme später und hole das Geschirr." Durch Kreds Sle flog ein Gedanke der Befriedigung. Durch diesen Mark Fast hatte er die Nachricht von Carlos Heirath und Vaterschaft erhalten und nun lag dieser Zeuge todt. Der Teufel nahm sich wirklich der Seinigen an. und halt! die Gedanken, welche ihn jetzt bestürmen, werden ihn wahnsinnig machen, wenn er sie nicht vertreiben kann. Es fällt ihm nämlich plötzlich ein, daß Fast nicht der einzige Zeuge von dieser Heirath war, sondern daß in der Person der Gattin ein anderer viel schirmmerer Zeuge lebe, welcher die begangen Mordthat zwecklos machen würde. Wohin er schaute, drangen Gespenster auf ihn ein und bewiesen deutlich, daß noch nie ein Verbrechen eingefädelt und verübt wurde, wo nicht etwas versehen, verkehrt angelegt war. Mit einem Schauder verlassen wir den Mörder, um zu sehen, wie und wann das entsetzliche Verbrechen entdeckt wurde, dessen Verübung wir soeben zu schiltotxn versuchten. Kapitel 8. Todt! Als Miß Rüstig am nächsten MorJen, ein wenig nach acht, in die Office trat, kam ihr der Advocat zu ihrer Ueberraschung aus dem hinteren Zimmer entgegen, händigte ihr mehrere Bogen ein und sagte: Fräulein Pauline, diese Papiere behandeln den Fall von Do vs. Roe, welcher heute Morgen im Gerichtshofe vorkommt. Die Sache hat Eile, wie Sie wissen, und da Onsei Carlos' unerwartete Ankunft mich daran verhinderte, gestern Nachmittag die nöthigen Dokumente auszufertigen. kehrte ich gestern Abend nach der Office zurück, um die Arbeit in den Stunden der Nacht auszuführen. Seien Sie so gut und fertigen sofort die nöthigen Copien an. und wenn Jemand kommt, dessen Angelegenheit nicht gerade dringend ist. so ersuchen Sie ihn, später wiederzukommen, indem ich ein wenig erschöpft bin." Sie sehen allerdings recht cmgegriffen aus, Herr Bromn." Oh, es ist nicht von Bedeutung, und wird mit der nöthigen Ruhe bald verschwinden." Damit zog er sich in das hintere Zimmer zurück, ließ sich auf einen Sesfel nieder und wartete der Dinge, die, wie er wußte, nicht lange auf sich warten lassen konnten. Ruhe! Spötter, wird Ruüe Dir jemals wieder zu Theil werden ? Hast Du das Recht, sie zu erwarten? Nein und abermals nein! Von nun an wird die Hölle in Deiner Seel: herrschen, so daß wir vor der AufgaL: zurückschrecken. Deine Gedanten und Empfindungen zu schildern. Gegenwärtig erhöhte begreiflicherweise die geplante Erwartung der Enthüllunaen, welche die nächsie Stunde dringen uiußte, die Qual des Mörders. Seine Aufregung stieg von Minute zu Minute, und als die Thurmuhr neun schlug, hatte sie einen sollen Grad erreicht, daß sie nahezu uner:?äglich wurde. Da horch! Die äußere Thür springt auf, als wenn sie einer Erplosion gewichen wäre, und herein siürzt ein Mann, dessen Züge ' die braUUfcfta Spuren der 2iu.fr guu 3 und dr Entsetzens tragen. E Ist Charles, einer der Bedienten der Villa. Okne das staunende Mädchen zu beachler., eilt der Wann auf die Hintere Tbür zu und ruft, als er seinen H:r?n erblickt: Oh, Mr. Brown. Mr. Bro.rn, in der Villa hat sich geft. rn Nacht etwas Schreckliche? zugetragen!" Jetzt kam das Schauspelertalent des Advocaten zur Geltung. Vom Sessel aufspringend, rief er aus: Etwas Schreckliches, sagst Du? Du bist wohl betrunken? Heraus mit der Sprache! Ist meiner Frau, ist den Kindern etwas passirt?" Nein. Mr. Brown. nicht ihnen: allein Ihrem Onkel. Wir fanden ihn heute Morgen, bei Tagesanbruch todt im Bette.Nicht möglich. Mensch, nicht möglich! Du bist, du mußt verrückt sein." Ich wollte, es wäre so. Was ich berichte, ist leider nur zu wahr und Mrs. Vrown sendet mich, um Sie auszufordern, sofort nach Hause zu kommen. Zuvor jedoch sollten Sie den Coroner in Kenntniß setzen." Der Advocat erging sich in lebhaften Ausdrücken des Schmerzes und Bedauerns. Geh sofort nach Hause zurück, Charles, sagte er dann, und sage meiner Frau, daß ich kommen werde, so schnell ich kann. Ich werde euf meinem Wege beim Coroner vorsprechen und dann folgen." Der Diener entfernte sich. Haben Sie die schreckliche Nachricht gehört. Pauline?" fragte er dann, indem er Hut und Mantel ergriff. Onkel Carlos ist plötzlich über Nacht verschieden und ich muß nach Hause, die Meinen zu trösten und den nöthigen Beistand zu leisten. Theilen Sie bitte etwaigen Clienten die traurige Ursache meiner AbWesenheit mit. Adieu.- . Er eilte zuerst nach der Office deS Coroners und von da nach der Villa, welche er in der größten Aufrezng ' und dem tiefsten Schmerze vorfand. Am Bette des Todten saßen Franzisco und Mercedes, hielten seine kalten Hände in den ihrigen und weinten Thränen des aufrichtigsten Grames. Bella sah auf einem Stuhle in der Nähe, ebenfalls ein Bild der Trauer,
während die Diener entweder unchev standen oder nothwendige Aufträge ausführten. Fritz und Luzie standen an der Seite ihrer Mutter und verrieJ)tn die Neugier und Aufregung, welche bei Kindern ihres Alters so natürlich ist. Doch gehen wir zum Anbruche des Tages zurück, um nach besten Kräften die entfetzlichcn Auftritte zu schildern, koelche plötzlich ein fröhliches Heim in eine Stätte der Trauer verwandelt hatten. Bella stand gewöhnlich spät auf; allein an diesem Morgen war sie später wie gewöhnlich gwesen, indem böse Träume ihr die Ruhe geraubt hatten. Gegen Mitternacht war sie plötzlich aufgefahren, ohne anfangs zu wissen, wo sie war und was ihr feblte. Einige Augenblicke genügten indessen, ihr daL Bewußtsein zurückzugeben, und sie sandte dann forsche... die Blicke umher, um zu sehen, ob fnt Besorgniß durch etwas Ungewöhnliches gerechtfertigt sei. Als sie das Fenster erreichten, kam es ihr vor, als ob ein dunkler Gegenstand von oben nach unten herabgleite. Die Nacht war, wie wir wissen, dunkel, und sie verfehlte nicht nur die genaue Beschaffenheit des Körpers zu erkenen, oder selbst die Ueberzeugung z gewinnen, daß wirklich ein Körper da gewesen sei. Wir haben Bella als eine seichte Natur erkannt; allein sie befaß so viel physischen Muth und erhob sich deßhalb entschlossen, um ans Fenster zu gehen und dort eine nähere Untersuchung anzustellen. Dieselbe erwies sich, wie wir bemerkt, vergeblich, und Bella legte sich wieder schlafen. erschöpft und aufgeregt, so daß sie länger als gewöhnlich schlief. Es mochte etwa sieben Uhr gewesen sein, als sie plötzlich mehrere laute Schläge an der Thür vernahm. Auf ihr Werda?" öffnete sich die Thür, eine Magd stürzte herein, warf sich vor dem Bette auf die Kniee und rief, die Hände in schmerzlicher Aufregung ringend: Oh, Madame, stehen Sie auf! Stehen Sie auf! Es hat sich etwas Schreckliches zugetragen: Ihr Onkel, der Herr, welcher gestern ankam, liegt todt im Bette!" Bella stieß einen Schrei des Entsetzens aus. Todt?" fragte sie und begann zu gleicher Zeit eine hastige Toilette. Todt, sagst Du, Martha, bist Du wahnsinnig? Todt? Todt?" Ja leider, todt, Madame. Als wir aufstanden, bemerkten wir oben in der Halle einen starken Gasgeruch, welcher aus Herrn Brunos Zimmer zu kommen schien. Wir riefen Charles und Johann, welche anklopften, ohne Antwort zu erhalten. Sie klopften stärker und öffneten endlich die Thür. Madame. Sie hätten den Gasgeruch riechen sollen. Die Männer wären beinahe umgefallen, als sie nach den Fenstern eilten, um sie zu öffnen. Dann untersuchten sie den Hahn der Gasröhre und fanden denselben weit offen. Sie drehten das Gas sofort ab; allein es dauerte eine Weile, ehe man im Zimmer athmen konnte. Dann dann eilten wir nach dem Bette und fanden den armen Mann todt." Bella hatte sich inzwischen angekleidet und verließ mit der Magd das Schlafgemach. Kein Diener war draußen zu sehen: sie waren wahrscheinlich alle oben, weßhalb die Zwei die Treppe erstiegen. In der Kammer fanden sie die Scene, welche wir zuvor beschrieben haben. Bella kniete an dem Bette nieder, faltete die Hände und rief schluchzend, einmal über das andere: Onkel Carlos! Onkel Carlos, hörst Du mich? Oh sprich mit mir, nur ein einziges Wort?" Alles blieb still und nur das Schluchzen der Trauernden war hörbar. Endlich sagte einer der Männer: Wäre es nicht passend, nach einem Doctor zu schicken. Vielleicht ist noch etwas Leben in ihm und geeignete Mittel möchten . . - Du hast Recht," sagte Bella, sich erhebend. Charles eile zum nächsten Doctor. theile ihm die Umstände mit und ersuche ihn, sofort herzukommen. Von da eile nach der Stadt, benachrichtige meinen Mann und ersuche ihn. sofort nach Hause zu kommen." Charles gehorchte. Als der Arzt hört, wie lange Carlos wahrscheinlich dem tödtlichen Gase ausgeätzt war. schüttelte er den Kopf und forderte, wie wir wissen, den Advocaten durch den Boten auf, den Coroner in Kenntniß zu setzen. Er selber eilte natürlich nach der Villa, wo indessen seine Ansicht sich nur zu wohl begründet erwies. Der Morgen verging in Unruhe und Aufregung. Gegen Mittag erschien der Coroner, und da sich inzwischen die Nachriefet von dem plötzlichen Tode mit Blitzesschnelle über die Insel verbreitet hatte und die Bewohner derselben nicht ermangelten, der allgemein verbreiteten Sucht nach Sensation zu fröhnen. fand der Beamte keine Schwierigkeit, die nöthige Jury zu erlangen. Die Sitzung fand in einem der Zimmer des ersten Stockes statt, und die Bewohner legten ihr Zeugniß im Einklänge mit dem oben Berichteten ab. Jetzt kam die Reihe an Bella, allein die Aermste hatte nur weiig zu berichten. Als die Mexikaner verhört wurden und die Verfassung und Bescheinigung des bewußten Doiumemes bekannt wurde, schauten die Geschworenen einander an, und der Gedanke an falsches Spiel stieg in mehr als einer Brust auf. Wo war das Dokument? Als der Coroner hörte, daß der Verstorbene seine Papiere gewöhnlich in seinem Secretäre aufbewahrt habe, wurde dieses Möbel einer gründlichen Untersuchung unterworfen, ohne jedoch Spuren des Gesuchten zu zeigen. Ein Geheimpolizist deutete auf die Möglichkeit deS Vorhandenseins eines geheimen Fach?3, ein Wink, welcher eine zweite Untersuchung herbeiführte; allein trotz allen Klopfens an Wände und Böden des Secretärs blieb die zweite Prüfung so erfolglos wie die erste. Fred war der 'etzte Zeuge, welcher vorgeführt wurde. Er berichtete selbstoer-
standlich ein Gewebe von Lug und Trug; allem so geschickt war dies Gewebe angefertigt, daß er bei den meisten Geschworenen Glauben fand. Nur der Coroner konnte sich eines leisen Argwohnes nicht erwehren und stellte demgemäß eine Anzahl Fragen: Sie waren also während der ganzen Zeit von Ihrem Hciuse abwesend?" Das ist, was ich sagte." Und Sie können dies natürlich weisen?" Selbstverständlich: Weßhalb fragen Sie?" ..Weil das Verschwinden des Dokumintes mir den Argwohn einflößt, daß nicht Alles mit rechten Dingen zuging. Indessen, das ist die Sache der Polizei, welcher ich Bericht abstatten werde. Wir, meine Herren Geschworenen. fcben natürlich das Urtheil im Einklänge mit dem abgelegten Zeugniß zu fällen." Die Sitzung nahte nun ihrem Ende, und die Geschworenen erkannten, daß der Verstorbene durch Einathmen tödtlichen Kohlengases ums Leben gekommen sei. Der Coroner führte indessen seine Absicht aus. und die Geheimpolizei stellte eine gründliche Untersuchung des Falles an. Hkr aber erschien die Schlauheit des Mörders in hellstem Lichte. John, der Kellner, bezeugte, daß er Brown den Abend um elf und den Morgen um sechs in seiner Office gefunden habe. Der Elevatormann erklärte ferner, daß er Brown beinahe die ganze Nacht in seiner Office habe husten hören und dß er moralisch überzeugt sei, Brown sei während der Nacht allein im sechsten Stock anwesend gewesen. Außerdem sprach die Zweckjosigkeit einer solchen Mordthat zu Freds Gunsten. Die Heirath Crlos war selbstverständlich der Polizei ein Geheimniß und ohne diese Thatsache erschien die Mordthat wirklich ebenso unn'öthig wie teuflisch. Fred war nach dem Testamente der Erbe und genoß schon jetzt eine Jahresrente von $5000; weßhalb eine That begehen, welche ihm die Aussicht auf den Galgen eröffnete? Da war allerdings die Gefahr, daß andere Erben ins Spiel kommen konnten; allein ein Mord des Tcstators änderte diesen StandPunkt nicht im Geringsten. Die Untersuchung wurde deßhalb aufgegeben, und die große Menge begann dem Manne Weihrauch zu streuen, welcher ein Jahreseinkommen von $54,000 besaß. Nur Einzelne weigerten sich, diese Ansicht zu theilen und unter ihnen befand sich Bella, die Gattin des Mörders. Sie hatte die mitternächtliehe Episode fast vergessen, bis plötzlich die Fragen des Beamten neues Licht auf das Ereigniß warfen. Jener Körper, welcher wie vom Himmel herniedergeglitten war. konnte, nein mußje, derjenige ihres Gatten gewesen sein, eine Ueberzeugung, welche ihre bisherige Gleichgültigkit in Haß und den tiefsten Abscheu verwandelte. Mußte nicht dieses schreckliche Geheimniß unaufhörlich an rhr nagen? Mußte es sie nicht blindlings in jenes Meer der Zerstreuung und 'der Ausschweifung treiben, um sie wenigstens zeitweise von ihren quälenden Gedanken zu befreien. Der Leser schüttelt den Kopf. Er sagt, es war ihre Pflicht, gegen den Mörder als Zeugin aufzutreten; allein obschon dies vom moralischen Standpunkte richtig sein mag. so kamen doch zwei schwer wiegende Umstände ins Spiel, welche Bella bewogen, ihr Gebeimniß zu bewahren. Erstens, hatte sie, wie wir wissen, keine Beweise außer dem Erblicken eines unbestimmten Körpers in finsterer Nacht und zweitens hätte die Verurteilung ihres Gatten unauslöschliche Schmach auf sie und ihre Kinder gehäuft und sie außerdem in jene Dürftigkeit zurückgestürzt, deren sie nur mit Schaudern gedenken konnte. Habe deßhalb Nachsicht mit der Aermsten, 0 Leser, und erinnere Dich des Spruches: Richte nicht, damit Du nicht gerichtet werdest! Wir stehen jetzt im Begriffe, den Faden unserer Erzählung einundzwanzig Jahre abzuschneiden; allein ehe wir dies thun, wollen wir einer uns wohlbekannten, trauten Heimath in Leipzig noch einen letzten Besuch abstatten. Was wir dort sehen, ist leider nicht sehr erfreulich; allein die Kenntniß der Schicksale, welche wir dort über gute und edle Menschen hereinbrechen sehen werden, ist zum Verständniß späterer Ereignisse nothwendig und kann deßhalb dem Leser nicht erspart werden. Die erste Prüfung, welche Hannchen befiel, nar das Ausbleiben von Briefen aus Amerika, doch wurde diese Bekümmerniß etwas abgeschwächt durch den Ausbruch des deutsch-fran-zösischen Krieges, welcher unter allen der Geschichte der sonderbarste war. indem die deutschen Armeen alle Siege gewannen, die französischen dagegen alle Niederlagen erlitten. Alle Referden wurden eingezogen, und unter diesen die beiden jungen Sattler, welche Zeugen von Hannchens Trauung gewesen waren. Als die blutige Schlacht von Wörth geschlagen war, kam die Kunde, daß beide gefallen seien. Ein wenig später befiel ein Unfall die Familie, welcher Hannchen den so innig geliebten Vater raubte. Es brach nämlich mitten in der Nacht auf unerklärliche Weise Feuer in der Wohnung aus. Hannchen wurde durch die Hitze und den Rauch noch eben zur rechten Zeit geweckt, um ihr Kind zu ergreifen und mit einigen leichten Brandwunden davonzukommen. Weniger glücklich dagegen war ihr Vater. Er schlief im obernStockwerk und obschon die herbeieilende Feuerwehr ihn ins Freie trug, erlag er dsch schon am nächsten Morgen seinen schlimmen Brandwunden. Noch litt unsere arme Heldin unter der ganzen Schärfe ihres Verlustes, als die Kunde von einem neuen und womöglich noch härteren Schlage sie erreichte. Die Pariser Bank, welche Carlos Geldgeschäfte zu besorgen pflegte und an welche Hannchen aejchrieden hatte, um achrichten hinsichtlich des Gatten
zu erhalten, theilte ihr w Ausdrücken des lebhaftesten Bedauerns mit, daß ihr geschätzter Client Carl?s Bruno vor Zdirzem durch daS Eincthmen von Kohlengas getödtet Worden sei. Wie Hannchen diese Schicksalsschläge ertrug, ohne ihnen zu erliegen, ist wunderbar. Vielleicht war es das Dasein und die Nothwendigkeit der Pflege ihres kleinen Sohnes, was ihr die nöthige Kraft verlieh. Glücklicherweise hatte sie in Folge des Hochzeitsgeschenkes von $20,000 sowie der Besitznahme des kleinen Vermögens ihres Vaters die Mittel, ihren kleinen Karl gründlich zu erziehen. Wir schließen mit der Hoffnung, daß wir Mutter und Sohn zwanzig Jahre später wieder begegnen werden.
Kapitel 9.
Ein Jubiläum. Es ist wiederum Mai; allein einundzwanzig Jahre sind vergangen, seit wir in der Klippen Avenue auf der Höhe von Skaten Island auf- und abschritten. Wir sind wiederum auf jener Höhe, auf jener Straße, allein sie hat sich seit jener Zeit beträchtlich geändert. Die Bäume längs des Trottoirs sind merklich gewachsen und das Gebüsch des Boulevards zur Linken tdichter und üppiger geworden. Hier und da stehen Bänke, und eine substantielle Brüstung längs des jähen AbHanges macht einen Fall in die Tiefe weniger wahrscheinlich. Neue Gebäude sind emporgestiegen und unter ihnen eine Villa auf einem zwei Acker enthaltenden Grundstück, welches an das Brown'sche Besitzthum grenzt, ehe man dasselbe berührt. Das Landhaus steht an der Ecke, die dem Brownschen am fernsten ist; allein wenn es schon gerechte Ansprüche auf architektonische Schönheit macht, erreicht es die Villa weder in Größe noch Kostbarkeit. Es ist zweistöckig und bildet ein L", dessen Ecke eine bedachte Veranda enthält, zu der fünf bis sechs Stufen hinaufführen. Vorn an der Ecke ist ein kleines Schild befestigt, welches in goldenen Buchstaben verräth, daß Dr. Adolph Braun hier wohnt. Auf der Veranda sitzen zwei Personen, ein Mann und eine Frau, der erstere vielleicht fünfzig, die letztere fünfundvierzig. Nicht nur der Name des Arztes, fondern auch das Aussehen des Paares deuten auf deutschen Ursprung, ?bschon der Mann den blonden sächsischen, die Frau den brünetten allemannischen Typus verriethen. Beide waren stattlich und mehr als gewöhnlich hübsch, obschon t?re Jahre selbstverständlich die Frische der Jugend in Etwas beeinträchtigt hatten. Uebrigens zeigten sie keine der Gebrechen, welche das Alter nur zu häufig mit sich führt, d. h., wenn Mäßigung und vernünftige Thätigkeit nicht des Menschen Führer gewesen sind. Beide sahen außerdem mehr als gewöhnlich intelligent aus, und die Lippen, welche der treueste Inder des Characters sind, lassen auf Edelsinn, Herzensgüte und Festigkeit schließen; allein ehe wir ihrtrn Worten lauschen, wollen wir die begonnene Skizze des Vlatzes vollenden. Rings um das Wohnhaus waren anmuthige Gartenenlagen, während am fernen Ende zwei starke hohe Pfosten ein breites hölzernes Schild trugen, worauf zu lesen ist, daß die? die Kunstgärtnerei Paul Brauns, wo Blumen aller Art zu haben sind, während Dekorationen jedweder Art aufs Beste und Pünktlichste besorgt werden. Unter diesem Schilde hinweg führt ein breiter Fahrweg zu Stallungen am Hinteren Ende, während zur Rechten desselben ein langes geräumiges Gewächshaus sich hinzieht. Und nun zu dem Paare auf der Veranda. Es ist spassig, Marie, wie Du sagst." hören wir den Doctor bemerken. diese geheimnißvolle Wichtigthuerei ist amüsant, und dennoch bildet sie einen der Hauptreize in den Vorbereitungen zu Festlichkeiten, wie diejenige, welche am 12. Mai hier wird vom S:apel gelassen werden." Und glaubst Du wirklich. Adolph daß Deine Eltern nichts von. dem Jubiläum ahnen, zu welchem sich ihre goldene Hochzeit gestalten wird?" Im Gegentheil, Marie, ich bin fest davon überzeugt, daß diese Ahnung .'zistirt und eine ziemlich lebhafte und richtige ist." Um so mehr Anerkennung verdient die absolute Unwissenheit, welche sie hinsichtlich der Sache zur Schau stellen. Allein diese Rücksicht ist nur eine der geringsten Tugenden, welche Deine Eltern schmücken, Adolph." ..Dank in ihrem Namen. Marie. Uebrigens hast Du Recht. Es giebt ohne Zweifel Tausende von Menschen, die ebenso tugendhaft und liebenswerth sind, wie meine Eltern; allein man findet nur bei wenigen jenes schöne Ebenmaß, jene herrliche Harmonie, welche ihre guten Eigenschaften bemerklich machen. Ein Schiff mag aus den besten Theilen bestehen; allein wenn dieselben außer Harmonie sind, so ist das F'hrzeug seeuntüchtig. Eine Maschine mag stark und zweckmäßig con struirt sein; allein wenn der Gouver. neur fehlt, so kann sie wenig oder gar nichts bewirken." Das ist nur zu wahr, Adolph, und mein armer Vater liefert einen schlagenden Beweis von der Richtigkeit Deiner Hypothese. Trotz der brillantesten Eigenschaften fehlte ihm dieses Ebenmaß, so daß er sich den wildesten Spekulativen überließ, welche ihn nicht nur an den Bettelstab brachten, sondern auch sein Leben ohne Zweifel verkürzten." 3g würde mir das jetzt aus den Gedanken schlagen." liebe Marie," sagte der Doctor beschwichtigend. Vergiß nicht, daß es mein Vater war, welcher den oemerkenswerthen geistigen Eigenschaften Deines Vaters die vollste Anerkennung zollte." Ja, und ihn außerdem vor gänzli?n finanziellen Ruin schützte. Wenn j
n nicht rettend zugesprungen wäre, so wäre dieses Grundstück der darauf lastenden Hypothek ttungslos zum Opfer gefallen. Er befriedigt: diese Hypothek und als wir später heiratheten. macrte er es uns edelmüthig zum Hochzeitsgeschenk. Ich werde ihm das nie vergessen; allein Deine Mutter steht in meinen Augen, ja in denen aller ihrer Bekannten als Frau ebenso hoch, wie Dein Vater als Mann und . . . . " Findet ihres Gleichen nur in einer gewissen Marie Braun, welche äugenblicklich keine tausend Meilen von hier entfernt ist." Eine leichte Röthe der Wangen und ein dankbarer Blick der schönen braunen Augen zeigten deutlich, daß seine Gattin dies Compliment in seiner vollen Tragweite würdigte. Vielleicht kam es ihm jedoch gelegen, daß sich in diefem Augenblicke etwas ereignete, was beider Aufmerksamkeit in Anspruch nahm. Auf der Straße vor dem Hause brauste nämlich eben ein Cabriolet vorbei, dessen Insasse unbarmherzig und wahrhaft sinnlos auf das Pferd loSpeitschte und es zu den wildesten Sprüngen veranlaßte. Fritz Braun hat einmal wieder zu stark geladen," sagte der Arzt mißbilligend. Wenn dies nicht aufhört, so passirt dieser Tage ein lwglück und ..." Ein Angstschrei der Gattin unterbrach ihn und bewog ihn, in der Richtung zu blicken, welche ihr Finger andeutete. Das Fuhrwerk hatte eben die Stelle erreicht, wo der Fahrweg in das Brown'sche Grundstück einlenkt. Die sinnlosen Schläge der Peitsche hatten das Thier in den wildesten Galopp gesetzt und mit dieser Eile bog es jetzt eben um die Ecke in den Fahrweg ein. So groß war die Centrifugalkraft, welche die rasche Geschwindigkeit dem Fuhrwerke verlieh, daß die inneren Räder mindestens einen Fuß vom Erdboden emporgehoben wurden und den Angstschrei Mariens veranlaßten. Nichts war natürlicher als die Erwartung. daß die Chaise umgeworfen und der Insasse mit vernichtender Gewalt zu Boden geschleudert werde, und diese Erwartung würde sich auch ohne Zweifel verwirklicht haben, wenn die drohende Gefahr nicht einigermaßen den Dunst des Weines verscheucht hätte, welche den Insassen augenscheinlich umnebelt hatten. Die Erkenntniß der Gefahr veranlaßte ihn. sich rasch zu erheben und so weit zur Rechten aus dem Fuhrwerk zu lehnen, als dies ohne ein Herausfallen möglich war. Das dadurch hergestellte Gegengewicht reichte gerade hin, die Chaise erst in der Schwebe zu halten und sie dann wieder ins Gleichgewicht zurückzubringen. Ein knappes Entkommen." sagte der Arzt mit einem Seufzer der Erleichterung. Es wird indessen nicht immer so gut ablaufen, und wenn Fritz sich nicht in Acht nimmt, so wird allernächstens ein Begräbniß bei Browns stattfinden." Es ist schade um den jungen Mann." sagte Marie bedauernd. Sie sagen Alle. Fritz sei ein so braver Junge gewesen und nun " Erntet er den Fluch des Reichthums. Hast Du je den Sohn eines Millionärs gesehen, der einen Schutz Pulver werth gewesen wäre?" Ja, Adolph. Du weißt, wir haben einen solchen hier auf der Insel." Nun wohl, Du magst Recht haben; allein sie sind verzweifelt dünn gesät. Dort kommt der alie Brown. Sieht er nicht aus. wie das verkörperte Unglück. Neulich begegnete ich ihm auf der Straße, wo er, wie gewöhnlich, tief in Gedanken versunken, einherging. Er hatte mich nicht bemerkt, blickte aber plötzlich auf. als ich ihm zur Seite war; Marie, Du hättest den Blick sehen sollen, den er mir zuwarf. Er ist ein Millionär; allein ich möchte nicht mit ihm tauschen, und wenn er mir alle seine Schätze gäbe. Er ist ebenfalls das Opfer seiner Schätze geworden, und hinsichtlich seiner Frau und Tochter läßt sich ganz dasselbe sagen." Ei. Adolph, sei nicht ungerecht: was kann man gegen Frau Brown sagen?" Nichts Schlechtes, aber auch nichts Gutes. Sie ist ein bloßer Kork, welcher auf den Wellen des gesellschaftlichen Lebens hin- und hergeworfea wird." Luzie aber, Adolph, ist offenbar .ein gutes Mädchen. Sie ist freundlich und gefällig gegen Jedermann Das ist Alles. Frage Dich aufrrchtig, Marie: Möchtest Du. daß unsere Tochter eine solche leere Gesellschaftsblase würde?" Marie sah sich gefangen und war deßhalh froh, als das Nahen eines einspännigen Arbeitswagens ihr eine Ausflucht gewährte. .Da kommt Paul," sagte sie und in ihren Augen glühte die reinste mütterliche Liebe auf. Er hat Deine Eltern nicht mitgebracht." Und Deinen Jnstructionen darin pünktlich Folge geleistet. Sage, lieber Schatz, hast Du alles für das morgige Fest in Ordnung?" Ja, dank der guten Hülfe von
j Franzisco und Mercedes. Die Mezi- ; caner sind wirklich die nettesten Leute, vie man sich denken kann. Mit welcher fast abgöttischen Liebe sie an dem Andenken ihres verstorbenen Herrn hängen, dessen väterliche Fürsorge ihnen, wie ich höre, ein sorgenfreies Alter gesichert hat." Nun. nach allem was ich von ihnen höre, hat er diese treue Anhänglichkeit 1 reichlich verdient, indem Carlos Bruno j jedenfalls ein außergewöhnlicher Mann gewesen sein muß. Die Mexicancr I werden übrigens alt: Ich sollte mich gar nicht wundern, wenn auch sie ihrer goldenen Hochzeit nahe waren." Das wird wohl für immer ein Geheimniß bleiben; denn die Mexikaner sind :benso urwissend wie dienstfertig und gewissenhaft. Sie sind absolut nicht im Stande, die Zeit z messen.
Doch horch! da schlägt es schon sechs. Wie doch die Zeit vergeht, wenn man plaudert; ich muß hinein und sehen, ob Susanne das Abendessen fertig hat." Damit ging sie ins Haus, und teenig? Minuten später erscholl die Eßglocte. Der Doctor ging ins Eßzimmer. wo er seinen Sohn Paul vorfand, der ihn aufs Herzlichste begrüßte. Paul mochte einundzwanzig Jahre sein und war ein hübscher stattlicher Mann, welcher in seinem Benehmen und seinen Neden zeigte, daß er ein Mann von Bildung war. Er galt unter den jungen Damen seiner Bekanntschaft für hübsch und unterhaltend, und seine männlichen Genossen mußten einqestehen. daß er die Schulen der Stadt mit großem Erfolge besucht hatte. Er hatte anfangs beabsichtigt, sich einem gelehrten Fache zu widmen; allein sein großes Gefallen an Botanik hatte ihm einen Streich gespielt, ihn förmlich gefangen genommen und bestimmt, sich der Kunstgärtncrei zu widmen. Be: Tische war eine muntere Unterredung im Gange, und Paul bestrebte sich, die Fragen der Mutter aufs Pünktlichste und Genauste zu beantworten. Als sie zu wissen verlangte, was er mit den Großeltern angefangen habe, erividcrte er muthwillig: Ich habe sie Deinen Befehlen gemäß ins Ludlow Gefängniß einsperren lassen, mit der strengen Weisung, sie erst mit Tagesanbruch frei zu sehen." Und wissen Sie, was Ihnen gesche hen wird, Herr von Müncbhausen, wenn Sie noch mehrere solche Jaqdgeschichten erfinden? Sie werden einfach in den Keller gesperrt und um dieselbe Stunde erlöst werden." Oh, Mama, das ist wahrlich verlockend: Denk nur an die vielen Leckerbissen. welche dort für das beoorstehende Jubiläum aufgespeichert sind!" Oh so, mein Herr Baron: Und wenn ich nun Luzie Brown ersuche. Wache über sie zu halten?" ..Um Himmels willen, Gnade!" rief Paul mit allen Anzeichen komischer Verzweiflung. Alles nur dies nicht! Ich will auf den Knieen " Und keine weiteren Münchhausiaden erfinden?" Alles was Sie verlangen, gnädige Frau Mutter. . Stellen Sie mich bitte nur auf die Probe." Nun wohl, Herr Baron: Was haben Sie mit Ihren Großeltern angefangen?" Ich habe sie dem gestrengen Herrn Professor überliefert, welcher sich verpflichtete, dieselben heute Nacht um zehn Uhr hier abzuliefern. Daraus schließe ich. Herr Baron, daß der Professor und die Seinen hier zu übernachten gedenken?" Und darin haben Sie Recht, gnädige Frau Mutter, wie nahezu in Allem, was Sie denken und unternehmen. Ich würde Ihnen rathen, einen reichlichen Mundvorrath einzulegen, denn der. Appetit der Professorfamilie hat wirklich alarmirende Verhältnisse angenommen." Herr von Munchbausen, nehmen Sie sich in Acht, sonst muß ich Sie dennoch zum Keller verdammen. Haben Sie, meiner Weisung gemäß, Ihre Schwestern heimgesucht?" Ja, gnädige Frau Mutter." Und das Resultat?" Der Fleischer und der Bäcker gedenken das Beispiel der Professorfamilie nachzuahmen und mit Creti und Pleti die Nacht hier zuzubringen. Was fehlt Ihnen, gnädige Frau Mutter? Füylen Sie sich schwach? War die Vorstellung dieser entsetzlichen Heuschreckenüöerschwemmung zu viel für Ihre Nerven?" O nein. Herr Varon, sie affizirt mich nicht halb so stark als Ihre Jagdgeschichtcn. Wenn Sie gespeist und Ihr Budget von Neuigkeiten erschöpft haben, wird die gnädige Frau Mama Ansprüche auf Ihren Beistand macken. Doch nun weiter mit Ihrem Berichte!" Hier sind zwei Briefe von Laura, einer an die Geschwister, der andere an die gnädige Frau Mama." Und diese wichtige Nachricht hebt der Herr Baron bis zuletzt auf. Zur Strafe soll er meinen Brief eröffnen und mir den Inhalt vorlesen." Paul leistete mit einem tiefen Seufzer Folge. Halt!" sagte er, indem er den Inhalt des einen Briefes untersuchte. Hier haben wir ja Stoff genug für eine ganze Bibliothek. Laura muß eine Goldmine entdeckt haben, denn dieser Bricf hat das doppelte das dreifache nein das vierfache Porto gekostet." Keine Bemerkungen. Herr Baron, sonst spazieren Sie in den Keller. Lassen Sie lieber hören, was diese Papiere alles bedeuten." (Fortsetzung folgt).
Abschied. Wir sahen zusammen viel Leid und Glück. Wir sind auf stürmenden Wogen Im Leben zusammen ein kurzes Stück Die gleiche Straße gezogen. Entschuldigung. Sie sind ja schrecklich betrunken, schämen Sie sich." Kann ich dafür, daß ich so wenig vertragen kann?!" Gleichfalls. Freundin (zur Frau eines Geschäftsreisenden): Verträgt denn Dein Mann das viele Eisenbahnfahren? Ich mufc sagen, ich werde bei längerem Fahren stets vom Schwindel ergriffen." Frau: Mein Mann auch aber erst, wenn er seine Reisegeschichten erzählt." Papa als Lehrer. Fritz: Was versteht man unter .Medisance"?" Papa: Was, das weißt Du nicht? Schäme Dich! In Deinem Al:r durfte ich nach so etwas gar mm ver fragen." Fritz: Papa, sei doch o gut und sage es mir." Papa: Hm, warte, ich wede einmal im Lexikon nackleben."
Für die Köche.
GebackeneKalbsleber. Die Kalbsleber wird gewaschen, abgehäutet. in Milch gelegt, in dünne StüHs geschnitten und auf beiden Seiten mit Mehl bestreut. Nun wird Schmalz gemacht, die Leber schnell hcrauHgebacken. heiß vor dem Fertigwerden mit Salz und Pfeffer auf beiden SeiteW bestreut, noch ein wenig gebraten und indem man nach Belieben Citronen saft darauf drückt, angerichtet. R 0 a st b e e f. Man verwendet ei Hüftenstück oder am besten das Filet, welches mit einem feuchten Tuch ab hautet und von dem nett befreit klopft e tüchtig, spickt es mit gesalze nem Speck und bratet es unter flei ßigem Bestreichen mit zerlassener But rer. indem man erst später salzt und pfeffert; in etwa zwei Stunden auf dem Rost oder am Spieß gebraten ist es fertig. Saure Nieren. Die Nieren werden sauber ausgewaschen, in dünne Scheiben geschnitten, diese nochmals gewaschen und mit Mehl bestreik. Nun macht man in einem Pfännchen Schmalz heiß, läßt darin fein geschnitten? Zwiebel anziehen, giebt die Nieren hinein, röstet sie etwas, füllt mit Fleischbrühe auf, giebt fein qewiegte Citronenschale, ein wenig Essig oder Citronensaft. Pfeffer und zuletzt Salz daran, läßt es kurz aufsochen, damit die Nieren nicht hart werden. Man giebt geröstete Kartoffeln daz. Apfelkuchen. Man macht auS einem Hefenteig einen Kuchen, indem man den Teig stark messerrückendick ausrollt, nach der Größe des Backbleches formt und einen Nand macht, läßt ihn gehen, legt dicht nebeneinander geschälte Apfelschnitte in schräger Lage darauf, bestreut sie mit Mucker üb Aimmet, spritzt ein wenig Citronensaft und vertheilt kleine Butterbröckchen darauf, bäckt den Kuchen in mittelheißem Ofen und bestreu ihn nvchmalZ mit Zucker und Zimmet. Geschwindklops. Man nimmt 2 Pfund schön gehacktes Rindfleisch, schwitzt eine Zwiebel in Pfund Butter, thut das ffleisch hinein, fügt gt hackte Sardellen hinzu, schwenkt es m dentlich um, giebt ein halbes Pmt fcl cke. saure Sahne hinzu und läßt e nur 10 Minuten lang kochen. Andernfalls wird das Fleisch hart und die Sauce klar. Dies Gericht schmeckt gut mit sauren Gurken und Salzkartoffeln. Ka r t 0 f f e l n u d e l n. Gekochte Kartoffeln, daß es einen tiefen- Teller voll giebt, werden gerieben und durch geseiht, zwei Kochlöffel Gries, zwn bis drei Eier, drei bis vier Löffel Milch oder besser saurer Rahm, ein Stück zerlassene oder abgerührte Butter, Salz und ein wenig Muskatnuß dazugegeben .alles gut vermengt und verarbeitet, daß der Teig zusamme::dält, fingerlange Nudeln daraus ge formt und diese in heißem Schmalz auf beiden Seiten goldgelb gebacken!. Rosenkohl au naturol. Die Röschen werden nur am Stil etwas abgeschnitten, sonst ganz gelassen nsfe gewaschen. Man setzt sie in kochend, Salzwasser offen zu. Dckt man zu, so bleiben sie nicht grün. S01 sie abgekocht sind, thut man auf Quart Rosenkohl ein Viertel Pfund' frische Butter darcm, nachdem man den Rosenkohl ganz trocken abgegossen hat. Man schwenkt das keine Gemüse mit der Butter durch und servirt es sofort. Franzosische Wurzels u p p e. Allerlei junges Wurzelwerk, Sellerie. Pastinat. Petersilie. Porree. Kohlrabi. Welschkohl. Zwiebeln u. s. w. wird geputzt, gewaschen, dann mit dem Dressirmesser iif feine zackige Fäden geschnitten, irr Z Unzen mit einem 'S:ückchen Zucker zum Stei gen gebrachte Butter gelegt und unter allmählichem Zugießen von Vruhe weich gedunstet. Sodann wird kröstige, kochende Bouillon zugegossen, die Suppe mit etwas Pfeffer gewürzt d mit einigen Eidottern abgezogen, wel che mit etwas Kartoffelmehl in sützer Sahne verquirlt wurden. Statt Ver Sahne kann auch Milch genommen, werden. Beides muß kalt sein. Lammfleisch mit: pika ter Sauce. Dazu paß: arn taftra das Vordertheil des Larnn.es. welches in ansehnliche Stücke zerlegt wird, die in leicht gesalzenem Wasser- & Minuten überwallen müssen. Heraus genommen, müssen die FleiWhege auskühlen, während die Brühe dureh ein Sieb gegossen wird: Er gnteZ Stück Butter wird dann nrik 2 & Löffeln Mehl in eiaer KcrsseroSe gtt8 stet, dazu von der Laimnbrühe ben. sowie eine geschnittene und ekwcrs SuppenkraM. Nach nd nach mehr von der Brühe zugießend, verkocht man dies alles za einer dick lichen Sauce und lege die Fleischst ücke hinein, mn sie vollends weich werde zu lassen. Nachdem die Sauce durch ein Sieb gerührt ist. wird sie nach Salz nd Pfeff abgeschmeckt. der Stfft einer Citrone darm gegeben und heiß über das Fletsch gegossen. Sehr passend als Beilage hierzu ist ein guter, mit Fleischbrühe ausgequollener, mit geriebenem Parsemnkäse gewürz ter Reis, doch sann man auch Blu m?nkobl dazu reichen, der aber nicht mit gelber, holländischer oder wtziM' Vlumenkohlsauce bereitet, sonder in Salzwasser einfach abgekocht. ann reichlich mit brauner Butter, in der ein Eßlöffel oeriebener Semmel gero net wurde, ubcraossen rnfrh D i e .W u n s ch" - M 0 i d.Sie: Lieber Oskar, ich brauche noibcrara rnii fiir T0nnif1 inn "f ninii inuiii iuiiivi, vnnii . neuen Hut und ein ntvkti IH Ich weiß ja, weiß ja! Abrch verft
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