Indiana Tribüne, Volume 24, Number 206, Indianapolis, Marion County, 13 April 1901 — Page 1

r

Zndinna Tribüne r-56Sfi?39 Ca und Sonntacjsblatt t J läge und SonntjysMatt IO'per Woche. 10m Woche. B tziSS GrsUzeint jede Uaitfniittag Sonntag Morgens. Jahrgang 24. Zndlanapolis, Ind.. TamsZag, den 13. April 1901. No. 206

s

j

LSLS

i

i 1

Die industrielle Lage in

Deutschland i Vozn Berliner Tageblatt als eine sehr schlimme geschildert. ?cr rlertc Theil der Arbeiter t euischlands soll arbeitslos Oder ungenügend beschäftigt sein. D Verladene Urtheile über die Festlich, keilen in Tonlon. Tie Lage in China. 6a4 iilhiia eventuell zu bezahlen im Stande ist. VerfH::d5D aus dem deutschen Reich. Z:.t industrielle Lage Deutschlands. V e r l i rt 13. April. Das Bertuet H.:ncblatt entwirft ein sehr trübes Bild oo d industriellen LageDeutschlcuds, die so schlimm sein soll, daß alle Bemühung der philanthropisch Gefmntai und der Wohlthätizkeitsanstalten nicht ausreichen, um dem immer cröer werdenden Elen) zu steuern. Tcr Rückgang in der Produktion un) die damit verbundene Entlassung vieler 'Arbeiter sind so allbekannte Ereigniffc, daß sie gar keine Ausmerksamtt melr erregen. Es wird behauptet, daß dec vierte Teil der Arbeiterbevölkerung entweder arbeitslos oder nur ungenügend besck,äftigt ist, und die Aussichten auf eine Besserung der Lage sind sehr schlechte. Die Lage wir) durch die Ungewißheit betreffs" der Handelspolitik Deutschland' noch verschlimmert. Die zahlloftn großartigen Industrien des Reichs wiffen nicht, ob nicht vielleicht binnen Kurzem verderbliche Zollkriege die Arbcit vieler Jabre vernichten werden. Die Ungewißheit betreffs der schwankenden Zollpolitik Deutschlands hat zur Folge, daß deutsches Kapital und deutscher Äeschäftsgeist im Ausland große internationale Unternehmungen ins Leben rufen, und daß die geschäftlichen Beziebungen mit dem Ausland Störungen erleiden. Die Preise sind derart zurückgegangen, daß selbst die großen Eisenwerke in Schlesien, die ihre eigenen Kohlengruben und Hochöfen haben, mit Verlust arbeiten. Die Weißblechf:brifen und die Röhrenzießereien. die Fabriken zur Anfertigung von elektrischen Apparaten etc. sowie die Tert'lIndustrie befinden sich in derselben Lage. Viele Fabriken sind geschlossen worden und in anderen ist die Arbeitszeit reouzirt worden, und überall stehen Arbeitsuchende vor den Thüren der Fabriken. Verschiedene Ansichten über die Festlichkeit e n in T o u l o n. Berlin. 13. April. In deutsen offiziellen Kreisen wird erklärt, daß oie Festlichkeiten in Toulon in Deutschland keineswegs einen ungünstigen Eindruck gemacht haben, und daß im Gegentheil Deutschland sich über Alles freue, was in der Welt im Interesse des Friedens geschehe.' Die deutschen Beamten weisen darauf hin. daß die Franzosen diesmal viel weniger demonstrativ waren wie vor ein paar Jahren bei dem Empfang der russischen Flotte. Ein hoher Beamter sagte: Wir freuen uns über die Demonstrationen. da sie eine Garantie für die Aufrechterhaltung des Friedens sind. Die Franzosen lassen jetzt anscheinend die Elsaß-Lothringische Frage fallen. Die Aussichten auf einen europäischen Krieg sind ganz geschwunden, denn die Nationen sind zu sehr mit ihren Wirthschaftlichen Interessen beschäftigt, als daß sie an den Krieg denken könnten." St. Petersburg. 13. April. Die hiesigen Zeitungen drücken große Befriedigung über die Festlichkeiten in Villefranche und Toulon aus. Sie sind der Ansicht, das' die französisch-russi-sche Allianz dadurch gestärkt wird, und daß die Annäherung zwischen Italien und Frankreich bald zum Abschluß einer Allianz zwischen Rußland, Frankreich und Italien führen wird, die bei den friedlichen Absichten der drei Mächtc eine Garantie für einen dauernden Weltfrieden abgeben würde. Derartige Demonstrationen." erklärt die Vossische Zeitung", sind von Zeit zu Zeit nothwendig, um die Eitelseit der Franzosen zu befriedigen. Es sind die harmlosesten Sicherheitsventile für die unruhigste, selbstgefälligste, ehrgeizigste und thörichste Nation, eine Nation, welche sich jetzt indessen doch mit der Rolle eines russischen Vasallen zufriedengebt. Elsaß-Lotbri7.'en tritt

unter dem wachsenden drucke okonomischer Fragen mehr und mehr in den Hintergrund. Aus der Reichshauptsiadt. V e r l i n. 13. April. Wie der Kölnischen Zeitung" aus Peking gemeldet wird, wurde eine aus vier Amerikanern und vier Cbinescn bestehende Räuberbände kürzlich von einer deutschen Feldtrache bei Tung Kia Fu. westlich von Zir- Tsin, gefangen genommen. In deutschen militärischen Krisen wird versichert, daß ein Theil der deutschen Truppen in China Ende Mai oder Anfangs Juni zurückgezogen werden wird, wenn keine neuen Verwickelungen entstehen. In offiziösen deutschen Kreisen wird die in amerikanischen Zeitungen veröffentlichte Nachricht, daß die Regierung in Washington sich den Entschädi-gungs-Ansprüchen Deutschlands an China widersetzen werde, als irrthümlieh bezeichnet. Die amerikanische Regierung wisse sehr wohl, daß die von Teutschland und Großbritannien erhobenen Ansprüche weit geringer seien als die anderer Mächte. Es heißt, daß Dr. Stübel. der Direktor der kolonialen Abtheilung im Auswärtigen Amte, bei seinem kürzlichen Besuche in London eine Abmachung mit der englischen Re gierung getroffen hat. derzufolge beide Mächte Pauschalsummen für die Entschädigungsansprüche ihrer Staatsangehörigen von der chinesischen Regierung verlangen und diese Summen dann nach sorgfältiger Prüfung unter die Geschädigten vertheilen würden. Mehrere Artikel in offiziellen Blättern stellen drei Punkte der letzten vom Regierungsboten von St. Petersburg veröffentlichten Kundgebung in Abrede. Zunächst beharren sie darauf, daß Kaiser Nicolas den Kaiser WilHelm gebeten habe, den Grafen Waldersee zum Ooerkommandeur der verbündeten Truppen in China zu ernennen und daß es unwahr sei, daß Kaiser Wilhelm in dieser Angelegenheit die Initiative ergriffen habe. Zweitens stellen sie entschieden in Abrede, daß sich Graf Waldersee jemals mit der Idee getragen habe, den chinesischen Hof mit Gewalt nach Peking zu bringen, und daß er nur. mit Zustimmung der Kommandeure der einzelnen Kontingente, dies zu thun gedroht habe, um durch diese Drohung den Hof den Bedingungen der Mächte geneigter zu machen. Drittens bestreiten sie die Erklärungen des offiziellen russischen Blattes bezüglich der Bestrafung hochstehende? Personen. Die Vossische Zeitung" schreibt über die Auslassungen des Regierungsboten". daß aus denselben zur Evidenz hervorginge, daß von Anfang an Differenzen zwischen Deutschland und Großbritannien bestanden hätten. Fürst Hohenlohe. der frühere Reichskanzler, ist nach Berlin zurückgekehrt, wo er sich jetzt dauernd niederlassen wird. Bei der heutigen Sitzung des AerzteKongresses erklärte Professor August Bier von der Universität Greifswalde, daß die von ihm erfundene AnodenMethode (Einspritzung von Cocain unter die Rückenmarks-Membrane) in zwölfhundert Fällen versucht worden sei und überall, besonders bei den Franzosen, großen Beifall gefunden hätte. Er sagte indessen, daß die AnWendung der Methode mit Lebensgefahr verbunden sei und nicht ohne sorgfältige Prüfung vorgenommen werden dürfe. Wie die städtischen Aerzte in Leipzig, so habe't jetzt auch die städtischen Aerzte in München weitere Dienstleistunaen verweigert, falls sie nicht bessere BeZahlung und günstigere Arbeitsbedingungen erhalten. Sämmtliche Aerzte München's haben sich diesem Proteste der Münchener Stadtärzte angeschlossen. Die Lage in China. London. 13. April. Eine Depesche aus Shanghai sagt, daß die französischen Militärbehörden die Absicht haben, binnen Kurzem 7000 Mann aus Shanghai zurückzuziehen, und die Deutschen sollen beabsichtigen, eine Jnfanterie-Brigade zurückzuziehen. Die Entschädigungs - Ansprüche der Mächte sollen zusammen 560.000.000 betragen. Peking. 13. April. DaS Kommittee der Gesandten, das eine Untersuchung betreffs der finanziellen Resourcen Chinas geführt hat, ist zu der Ansicht gekommen, daß China dreihundert Millionen Dollars in Gold aufbringen kann, ohne dcch die Resourcen dadurch geschädigt werden. Die Untersuchung ist noch nicht zu Ende und es ist wahrscheinlich, daß noch weitere Resourcen entdeckt werden. Die Gesandten sind alle dafür, daß die Truppen so bald als möglich zurückgezogen werden. Sie sind jetzt anscheinend so begierig, daß die Truppen wieder abzieben. wie die belagerten Ge-

sandten im vorigen Sommer dringend ihre Ankunft wünschten. Die Auswanderung aus Irland. London. 13. April. Dem offiziellen Ausweis über die Auswanderung aus Irland zufolge haben im Jahre 1900 im Ganzen 47.107 Personen das Land verlassen. Es macht dies 10.5 per Tausend der Bevölkerung. Die Geschlechter waren unter den Auswanderern ziemlich gleich oer theilt. Madame Sembrich nicht seekrank. Berlin, 13. April. Madame Sembrich ist hier angekommen und befindet sich in ziemlich guter Gesunoheit. Sie leidet nur an einem Katarry in milder Form. Sie beklagte sich darüber, daß die amerikanischen Zeitungen ihren Zustand viel schlimmer dirgestellt hätten, als er wirklich war. und erklärt, daß sie niemals in Gefahr geWesen sei, ihre Stimme zu verlieren. Rebellische M u h a m e d a v e r. W i e n . 13. April. Die muhamedanische Bevölkerung von Aoachale in der Nähe des eisernen Thores an der Danau hat rebelltrt. Die Truppen wurden hera'.:-bzordert. die Muhamedaner leisteten ihnen aber Widerstand. Sechzehn Muhamedane? wurde getödtet. .euer Patriarch. K o n st a n t i n o p e l . 13. Styrlt Der Gemischt: Rath des Oekume7.if.7en Patriarchats der griechischen c:iöo do?cn Kirche hat mit kaiserlieher S:;:ä tigung Nathaniel. den Metropolitan von Bruffa an Stelle des kürzliäi a&i gefegten Patriarchen Conftantinos V. zum lemporären Patriarchen von Kon ftant-'.iopel gewählt. Aus Südafrika. London. 13. April. General Kitchener telegraphirt aus Pretoria, daß Oberst Monroe's berittene Jnfanterie nach zweistündigem heftigem Kampf in der Nähe von De Wetsdorp achtzig Boeren zu Gefangenen gemacht habe, darunter den Kommandanten BreZla. London. 13. April. Der Ta'ly Mail" wird aus Pietermaritzb Natal. telegraphirt. daß unter den EM geborenen eine ernste aufrührerische Bwegung im Gange sei. An der Spig? der Bewegung stehen eingeborene Prediger. die die Lehre: ..Afrika für die Afrikaner" predigen und die Eingeborenen auffordern, alle Kontrolle der Europäer abzuschütteln. Die Behorden geben gut Acht, sie zögern aber einzuschreiten, da sie verhindern wollen, daß aus den Rädelsführern Märtyrer gemacht werden. Der Krieg in Arabien. Bombay. 13. April. Jbu Raschid hat das Königreich Nejd in Een:ral - Arabien wiedererobert, nachdem er Mabaronk. den Sheik von Koweyt, geschlagen, der sich vor Kurzem der Stadt Nejd bemächtigt und Jbu Ratfid abgesetzt hatte. Das Heer Mabzronk's wurde von e'ner kleinen Truppen - Abtheilung in eine enge Schlugt gelockt, wo es von den Horden Jbu Raschids, die in den Bergen versteckt lagen, von allen Seiten angegriffen und überwältigt wurden. Die FlüchtIinae, die an der Küste ankamen, erklären daß 5000 Mann getödtet worden seien. Ueber das Schicksal Mabaronk's ist nichts bekannt. Am 8. März war der Times of India" gemeldet worden, daß Mabaronk. der Sheik von Koweyt, sich zum Herren von Central - Arabien aufgeworfen habe, nachdem er die Truppen Jbu Raschid's geschlagen, über das ganze Land binweagejagt und sich der Stadt Nejd bemächtigt hatte. Jbu Raschid hatte sich dann um Hilfe an den Sultan der Türkei gewandt und diesen ersucht, ihm von Bafsorah aus. der nächsten türkischen Garnisons - Stadt. Truppen zuzufenden. Im Weigerungsfälle drohte er. die Ueberland - Pilgerzüge nach Mekka anzufallen. Sandico angeblich Aguinaldo's Nachfolger. Paris, 13. April. Agoncillo. der Agent Aguinaldo's in Paris, ist angeblich per Kabel benachrichtigt worden, daß der Filipino - General Sandico zum Nachfolger Aguinaldo's als Oberkommandeur der Filipinoarmee, wie auch zum Diktator für die Dauer der Insurrektion ernannt worden fei. Sandico gehört einer angesehenen Familie an. die in Pandaken. bei Manila wohnt. Er ist ein energischer Mann und hat eine gute Erziehung in Europa genossen. Die Nachricht, daß er zum Nachfolger Aguinaldo's erwählt worden sei. wird aber kaum richtig sein, denn am 8. Avril wurde aus Manila gemeldet, daß sich Sandico in Cabanatuan. In der Provinz Nueva Ecija, ant Luzon, den Amerikanern ergeben habe. Es wurde damals hinzugefügt. dß Sandico einen schlechten Record".habe und' wahrscheinlich gerichtlich vetfolzt werden würde.

Sie .ZlchlkliMüklioü W!l Dp Hat im Jahre 1900 um drei und eine halbe Million Tonnen zugenommen. Tie Geschäftslage des Landes. , Mörderische Einbrecher in Plttsbürg verhaftet.

Ein Tetetektw und ein Grocer von den Kerlen erschossen. Blutiger Kampf mit einer ZizuucrBaude, Bei dem cS Todte uns Vcrnzundcte gab. ichgerichte im üöcn. DieKohle produktiv von Ohio. C i n c i n n a t i. O.. 13. April. Einem Bericht des Staats-Minen-Jn-spektors zufolge hat die Kohlenproduktion in Ohio im Jahre 1900 um das riesige Quantum von 3.517.715 Tonnen zugenommen. Es ist die größte Zunahme in einem einzigen Jahr in 'der Geschichte des Staates. Die Ge-sammt-Produktion während des Iahres belief sich auf 19,426.649 Tonnen. Von den dreißig Counties im Staate, die Kohlen produziren. weisen 25 ein! Zunahme in der Produktion auf. In Athens County betrug die Zunahme 883.054 Tonnen. Der Stand der Geschäfte, New Y 0 r k. 13. April. & G. Dun & Eo's dieswöchentliche Uebersicht über den Stand der Geschäfte in den Ver. Staaten lautet wie folat: Tie Geschäftslage hat sich während der Woche wesentlich gebessert, wie dies aus einer Zunahme in den New L)orke: Clearinghaus - Umsätzen oon 45.2 Prozent gegen 1900 hervorgeht. Di: Umsätze in den größeren Städten außerhalb New Dorfs waren um 13." Prozent größer. Selbst in der TertilIndustrie ist eine Besserung zu verzeiÄnen. Die Produktion von Roheisen nimmt beständig zu, und die Eisenwerke haben thatsächlich bereits mehr Bestellungen an Hand, wie sie im Lauft des Jahres effektuiren können. Auch haben die Aussichten auf eine guteWeizenernte einen günstigen Einfluß aus die Geschäftslage ausgeübt. Die Einnahmen der Eisenbabnen waren im Januar um 7.4 Prozent größer als im letzten Jahr und um 32.4 Prozent größer als im Jahr; 1899. Die Produktion von Rohe sen belief sich in d?r ersten Woche vom April aus 296,676 Tonnen. Nur zweimal vorher war die Produktion größer, nämlich in der ersten Woche des Dezember 1899. wann die Produktion 296,959, und am 1. Februar 1900, wann sie 293.011 Tonnen betrug. Das Auffallendste at:x ist, daß im März trotz der ungeheuren Produktion die an Hand befindliä'. Borräthe um 69,568 Tonnen abgenommen haben, während die Abnahme ra den letzten sechs Monaten 203,6562: : ren betrug. Die Ouotirungen sind irr Wesentlichen unverändert, nur fü: Platten wird $2 die Tonne mehr verlongt. ohne daß die Nachfrage dadurch Einbuße erlitten hat. Die Spekulation in Brodstoffen war während dieser Woche ungewöhnlich lebhaft. Die Preise sind in den letzten zwei Wochen stark zurückgegangen. Weizen ungefähr 4c per Bu. Die Ausfuhr aus atlantischen Häfen war aber sehr groß und belief sich in den letzten zwei Wochen auf 6.732.000 Bu. gegen 3,912,857 Bu. im letzten Jahr. Welschkorn war besser im Preis bebauptet, aber nur in Folge der Spekulation, während Provisionen schwächer waren. Die Schuh-Fabriken im Osten haben immer noch bedeutende Vorräthe an Hand, kleinere Fabriken haben aber, wie erwartet, bereits damit begonnen. Konzessionen zu gewähren, um neue Jeftellungen zu erlangen. Es sind auch einige mähig große Kontrakte zu 2 Cents niedrigeren Preisen abgeschlossen worden. Textilwaaren sind in besserer Nachfrage, wenn auch die Besserung vorläufig keine besonders große ist. Die Wollfabriken im Osten haben größereQuautitäten von Rohmaterial eingekauft, was auf größere Thätigkeit in den Fabriken schließen läßt, und die Inhaber von Wolle im Westen halten ihre Waare in Erwartung besserer Preise zurück. Was Baumwollwaaren betrifft, so sind größere Vorräthe für China gekauft worden und die Nachfrage nach Frühjahrswaarcn ist auch eine ganz befriedigende. Rohbaumwolle, die in der vorigen Woche gestiegen war. hat fast den ganzen Gewinn wieder verloren.

vcicsn.-ü.m ra vx. :n aurer nacvrraa?

I U77. c::-cbm:h:tal ist abermals gcstteien. Vf 7 '-rn witJt r.j iv ,,1.4,1 .t. Oan-viCUC C4iT ;CU IN den lir. Staaten während der Woche auf 2,? qcgen 1.93 im legten Jahr, und flfau&a c::f 24 gegen 41 iin oorizen N if--r '-- Lynchgericht im Süden. Weatherford. Okla., 13. Apr. Der Mörder von I. W. Pemberton ist am Freitag Abend gelyncht worden. Pemberton, ein 55 Jahre alter Mann, wurde am Donnerstag Abend in hiesiger Stadt von einem Straßenräuber überfallen und getödtet. Der Mann war erst kürzlich von Glasgow. Ky.. herhergekommen, um bei seinem Sohne, einem Kaufmann, zu bleiben. Später hat es sich herausgestellt, daß vier Männer auf den Verdacht hin verhaftet wurden. Pemberton ermordet zu haben, und die Bevölkerung droht, sie zu lr.nchen. daß aber soweit noch kein Lynchgericht stattgefunden hat. Birmingham. Ala.. 13. April. Emmett Crittenden. ein prominenter Farmer von Spring Valley, hat einen Neger Namens West, der für ihn arbeitete, erschossen, weil er einen verbrecherischen Angriff auf seine CCnttendens) älteste Tochter gemacht hatte. Sylvania. Ga.. 13. April. -Kennedy Gordon, ein Neger, der am Montag einen Versuch gemacht hatte, die Tochter von David Cowart bei Portal zu schänden, ist zwischen Gordon und Portal gelyncht worden. Die Bürgschaft für Shorj und Meyers erhöht. New York. 13. April. Roberi M. Moore, oer Anwalt für Albert T Patrick. David L. Short und Morris Meyers, die der Fälschung des Testaments des alten Millionärs Wm. M Rice angeklagt sind, erschien am Freitag vor dem Rekorder Goff in de, Court of General Session und verlangte, daß die Bürgschaft für Shorl und Meyers, die von dem Richter Jerom: auf $10,000 angesetzt worder war, herabgesetzt werde. Der Hilfs-Distriktanwalt Garvin der dem Antrag opponirte. sagte, daf der Distrittanwalt die Absicht bade nachzuweisen, daß Short und Meyerk mit der Verschwörung in Verbindung gestanden hätten, deren Zweck es war die Kontrolle über das Vermöger Rice's zu erlangen. Anstatt den Wunsche Moore's nachzukommen, erhöhte der Rekorder Goff die Bürgscyaft für jeden der Beiden auj $20.000. Mörderische Einbrecher. P i t t s b u r g, Pe, 13. April. -Thomas D. Kahney, ein Grocer vor, Mount Washington, wurde am Freitag Morgen zu früher Stunde von Eil: brechet, die im Begriffe waren seine Wohnung auszuplündern, erschössen. Drei Männer waren in das Hau! eingedrungen und waren im Begriff Frau Kahney einen Knebel in der Mund zu zwängen, um sie am Sckreien zu verhindern, als ihr Mann der inzwischen wach geworden war. aus die Kerle zusprang. Die Einbreche, gaben mehrere Schüsse auf Kahney ab der sofort todt zusammenbrach. Du Kerle flohen dann aus dem Hause. Als die Nachricht von dem Mord im Poli:,:ihauptquartier eintraf, wurder die sämmtlichen Detektivs ausgeschickt um auf die Mörder zu fahden. An Nachmittag stießen mehrere der GeHeimpolizisten an Fulton Str. auf di Gesuchten, die aber, als sie di? Beamten erblickten, sofort Feuer gaben Dik Detektivs beantworteten prompt daFeuer und in der Schießerei wurd Paddy" Fitzgerald, einer der älteste? und bekanntesten Detektivs der Stadt getödtet und zwei andere Detektiv! wurden verwundet. Ehe Fitzgeralt. fiel, gelang es ihm. den Mann, der ihr geschossen, zu verwunden und es gelanc nachher den beiden anderen Beamten das Kleeblatt zu verhaften und ine Gefängniß zu bringen. Gegen all Drei ist die Anklage des Mordes erhoben worden. Der RtpUy - Prozeß. Frankfort. 13. April. Der Staatsanwalt wird seine Beweisführung in dem Ripley-Prozeß am Sams tag beschließen. Die Vertheidiguno wird eine Instruktion an die Geschworenen auf Niederschlagung des Prozesses beantragen. Die Anwälte für der Staat glauben nicht, daß diesem Gesuche Folge gegeben wird, da der Gerichtshof die Zulassung des Beweismaterials bezüglich einer Verschwörung zugelassen und die Einwände der Vertheidigung in diesem Punkte abgewiesen hat. Sie behaupten, daß die Aussagen des Ex-Gouverneurs Bradler und Richters Yost Ripley so belasten, daß eine derartige peremptorische Instruktion an die Geschworenen ausgeschlössen ist.

Aus Kentucky. Frankfort, 5.Y.. 13. April. Die Miliz-Battcricn von Lexington und Louisville wurden in Bereitschaft gestellt, um nach Letcher County gesandt zu werden, wo ein Sheriff und zwei Hilfssheriffs bei dem Versuche. mehrere Desperados zu verhaften, getödtet wurden. Die Desperados waren beschuldigt. Frau Jemina Hall und ihren Sohn getödtet zu haben. Der Richter des Countys schickte eine Requi sition für Truppen nach hier, da er noch Weitere Unruhen befürchtete, aber später kam die Nachricht, daß keine Truppen nöthig seien, und dieselben werden daher nicht abgesandt werden. Lctcher County hat keine telegraphische Verbindung. Blutiger Kampf mit Zi g e u n e r n. I 0 h n s t 0 w n. Pa.. 13. Avril. -Am Donnerstag Abend fand in den Bergen bei Lilly ein heftiger Kamps zwischen einer Sheriffsmannschaft unr einer Zigeunerbande statt. Einer der Zigeuner wurde auf der Stelle zetödtet; eine Zigeunerin wurde durch die Schulter geschossen; der DivisionsVormann Tiler erhielt einen lchuz in den Mund und Iran' Goons, sein Assistent, wurde in den Leib geschossen. Goons wird wahrscheinlich sterben. Die Beamten hatten versucht, die Zigeuner wegen Dicbstahls zu vcrhaften und dies hatte den Kampf zur Folge. Nach der Schießerei wurden mehrere der Zigeuner verhaftet und eingesperrt. Eisenbahn - Unfall. Middlesboro. Kq., 13. April. Auf der Louisville und Nashville Eisenbahn fand am Freitag Nachmittag um 3 Uhr 35 Minuten ein Zusammenstoß zweier Züge zwischen hier und West-Pineville statt. Der Lokomotivführer Will. Sharp und der Bahnmeister Will. Tretwell von hier wurden dabei getödtet. Sharp war sofort todt und Tretwell starb nach einer Stunde. Der Heizer Fran! William wurde schwer, wahrscheinlich tödtlich verwundet und fast alle Leute auf beiden Zügen wurden mehr oder weniger verletzt. Die Züge waren ein Frachtzug aus Corbin und ein Konstruktionszug auS Middlesboro. Skoog paralysirt. N e w Y 0 r k. 13. April. John Albert Skoog. der Banknotenfälscher, der sich am Dienstag, als er von der Polizei verfolgt wurde, zwei Kugeln in den Kopf schoß, ist jetzt auf der rechten Seite paralysirt. Die Hospitalärzte glauben nicht,' daß der Mann mit dem Leben da-

böluörnmen wird. 1 '1 J, Bert Cassidy g e st 0 r ö e n Chicago, Jlls., 13. April. Bert Cassidy. einer der bekanntesten Zeiungsleute und Zeichner für Zeitungen im Westen, hat sich am Freitag im Re daktionszimmer der Daily News", bei der er angestellt war. geschossen und tödtlich verwundet. Es scheint, daß ihn Familien-Zwistigkeiten zu der That getrieben haben. Cassidy war in Denver und Cincinnati gut bekannt. Cassidy wurde nach dem St. LukasHospital gebracht, wo er am Abend ! starb. Gouverneur Allen in Porto Rico gewünscht. W a s h i n g t 0 n. D. C., 13. April. Das Staatsdepartement erhielt während des Tages eine Depesche von Herrn Rossy, dem Sprecher der Gesetzgebung vvn Porto Rico, in der große Befriedigung darüber ausgedrückt wird, daß der Gouverneur Allen wieder nach Porto Rico zurückkehrt. Zum Schluß heißt es in der Depesche, daß die Porto Ricaner Herrn Allen, der sich die Achtung und Liebe von neun Zehnteln der Bevölkerung erworben habe, einen glänzenden Empfang bereiten würden. Von Schneemassen verschüttet. Denver, Col., 13. April. Eine ungeheure Schnee- und Steinmasse rutschte am Donnerstag von einem Berg be!' Adelaide ab und verschüttete einen Konstruktionszug auf der Florence und Cripple Creek Eisenbahn. Drei Männer wurden dabei getödtet und vier andere schwer verletzt. Die Verletzten wurden nach dem Hospital in Salda gebracht. Zwei der Leichen sind soweit aufgefunden worden. Ein alter Veteran gestorben. Louisville. Ky., 13. Avril. General Thomas H. Taylor, der im mexikanischen und im Bürgerkrieg gekämpft hat und der viele Jahre lang Polizeichef von Louisville war. ist hier im Alter von 75 Jahren gestorben. Im merikanischen Krieg stieg er vom Gemeinen zum Major empor und in der Armee der Konföderirten vom Hauptmann zum Brigadegeneral.

1

v 5

i

: 0