Indiana Tribüne, Volume 24, Number 197, Indianapolis, Marion County, 4 April 1901 — Page 3
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Am grünen Tisch.
Monte Carlo im März. Vor dem Casino sitzt auf einer Wank ein großer, dicker Mann, in behaglicher Ruhe sich sonnend. Grauer, sehr einfacher Anzug, Band der Ehrenlegjan; kleiner brauner Hut, der auf den: starken Kopfe balancirt. Röthlichbraunes, sehr lockiges und ziemlich langes Haar, Vollbart; in den schlaffen, weichen Zügen der Ausdruck vollster, lässiger Behaglichke.it; gutmüthig blinzelnde Augen, die selbstzufrieden und ein wenig verächtlich auf die bunte Menge blicken. Die ganze Figur erinnert frappant an jene charakteristischen iZestalten, denen man so oft aus den Gemälden der alten Niederländer, vorzugsweise bei Nembrandt. und im modernen Leben nicht selten in den böhmischen Bädern, hauptsächlich am Karlsbader Sprudel, begegnet. Es schlägt 3 Uhr. Langsam, wie aus einem Schlummer erwachend, steht der graue Herr auf, zögernd in das Casino schreitend. Ah Rottschi " there is Rothschild" Guck mal, da jeht Rothschild spielen" tönt's ihm nach. Man ist sehr im Irrthum, wenn man, gewissen Schilderungen über Monte Carlo folgend, annimmt, daß Rang. Stand und Name in der alles gleichmachenden 'Spielwuth verschwinden! Gewiß, nirgends wie in den Casinosälen von Monte Carlo mischt sich Hoch und Niedrig, 'Reich und Arm. begegnen sich Thronfolger und Hochstap ler. Millionäre und Bankerottem?, aber die trennenden Schranken von Rang. Stand, Vermögenslage, sie bleiben. Trotz Rouge et noir", Trente et quarante". bei aller Erregung des Spiels weiß man doch stets genaV, wenn irgend einem noch so umlagerten Tisch sich eine Celebrität" naht. Alle richten die Augen, des eige. nen Spiels vergessend, sofort auf den Ankömmling, seinen Sätzen mit der peinlichsten Aufmerksamkeit folgend, ihm höflichst oder sogar ehrfurchtsvoll Platz machend. So auch beim Hereintreten Baron Rothschilds; nicht nur sein Platzmarqueur", nein drei, vier Herren springen von den Sitzen auf. Diese Löklickkeit ailt nicbt nur dem
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Finanzkönig. sie gilt aucy oem Glückspilz! An Baron Arthur Rothschild kann man sehen, wie Madame Fortuna eine so ungerechte Dame ist. Da sind Hunderte im Saal, die mehr oder minder einen kleineren oder größeren Gewinn nöthig hätten, so viele arme Teufel, die ihre letzte Baarschaft hier verspielen, so viele neunmalkluge Herren. die sich auf die Berechnung der Chancen des'Spiels verstehen und alle klagen, alle verlieren. Aber Rothschild setzt: 19. 20, 21 mit Plaque, 5 100 Francs) das Maximum uf Douze milieu" und hübsch artig kommt die 20. töuhig streicht der Glückliche seinen Gewinnst ein, den Satz stehen lassend die 21 kommt wie gerufen! Dann setzt der Baron das mittlere Dutzend weiter mit 2000 favorisirend, dann noch 13, 18, und auch die Unglückszahl beugt sich der Macht des Krösus. So geht es eine Viertelstunde. Die Mitspielenden folgen dem Baron, ein run" auf das mittlere Dutzend folgt, dessen Glück aber schwindet, sobald, mit einem Pardon Messieurs!", Baron Rothschild aufsieht, um nun sein vor dem Casino harrendes Auto zu besteigen und sich von der Last des Tages, seiner Arbeit, seinen Mühen, auf einer Spazierfahrt zu erholen, die dann den Junggesellen zu einem schönen Heim führt, in dem er einsam, nicht al leine" wohnt! Drei Villen gehören dazu! In der ersten wohnt Baron Arthur. in der zweiten einem on dit" zufolge ein holdes, weibliches, circa 150 Kilo schweres Wesen mit Rio TintoHaaren, in der dritten eine kleine Kolonie junger Glückspilze! Auf monagassisch werden diese, ein trautes Familienbild darstellenden Villen Monsieur. Madame et Bebes" genannt. Nach dem Baron Rothschild ist der glücklichste, nicht so ruhige, aber sehr sympathische Spieler Großfürst Nikolaus von Rußland. Jung, elegant, brünett und frappant seinem Großvater Nikolaus I., dem schönsten Manne von Asien und Europa", ähnelnd, erregt der junge Großfürst mit seiner Schwester. Großherzogm Anastasia
von Mecklenburg, wer wabre Sensa-
non. in paar schone, stolze Fürstenkinder, die nun im fieberhaften Eifer des Spiels erglühen: Großfürst Nikolaus nervös, hastig am Trente et quarante" Unsummen setzend und gewinnend Großherzogin Anastasia an der Roulette, sehr bescheiden pointirend und mit frohem Lächeln den Gewinn in ihr Portemonnaie steckend, zählend, berechnend, wiederbeginnend. Eine hohe, schlanke Gestalt in wundervoller, iinfacher, mit Silberfuchs verbrämter, schwarzer Tuchtoilette, über dem rassig feingeschnittenen Gesichte den großen, schwarzen Rembrandthut. Ah. der höchste Satz auf Roth das sind die Prinzen!" Die Prinzen, das sind die in Monte Carlo sich einer unglaublichen Popularität erfreuenden Erzherzöge Otto und Ferdinard. Besonders der Erstere, ein bildschöner Mann, wird hier förmlich vergöttert. Während er mit größter Nonchalance setzt, gewinnt, verliert und mit sieghaftem, sieggewohnten Blick all diese so start gemischte Frauenwelt betrachtet und bannt, sind es die schönsten, reichsten, vornehmsten, ertraVagantesten Damen der großen Welt, die ihm. wie unter dem Einfluß eme3 magnetischen Fluidums von Tisch zu Tisch folgen, selig, einen Blick aus V.nem, allerdings verflixt" schönen blauen Augenpaar zu erhascben. Wenn die hübsche Hoheit so viel Taschentücher verlieren wollte, als Damenhände bereit sind, sie aufzuheben, müßte seine schöne Mama, Erzherzogin Maria Theresia, ihm unablässig Nachlieferungen per Eilgut senden! In der Umgebung des Prinzen befinden sich einige wie toll spielende Mitglieder des transleithanischen Adels, die sich noch nicht beruhigt haben über die Compromitiirung. die ihr stolzestes Mitglied ihnen zugefügt. Der 83jährige Fürst Batthyanyi hat sich in Venedig mit der 21jährigen Tochter eines Zeitungsausträgers vermählt und verbringt die Flitterwochen in Monte Carlo, ostentativ jeden Pußtatory ansprechend und ihm die Fürstin" vorstellend. Wenn auch Alter ihn nicht vor Thorheit geschützt, so hat der greise Fürst, der stets ein Kenner und Verehrer der Schönheit gewesen, doch seinen bewäbrtm Geschmack cutf) jetzt
nicht verleugne!, uie neue uruin tu schön, zieht sich gut an schwarzes Tüllkleid mit herrlichen Brüsseler Spitzen und da sie obendrein klug sein soll, so wurde die nun fürstliche Parvenue rasch zu Monte Carlos Glanznummer. Förmliche Cercles bilden sich um die junge Frau, die mit verblüffender Sicherheit Cour" am Trente et Quarante" abhält. Sehr nervös spielt Baron Radochonaky aus Odessa. Er setzt nur das Maximum, den höchsten zulässigen Satz. Sein Princip ist. nie mehr als 2-1.000 Francs bei sich zu tragen. Sind die verloren, so stürmt der russische Millionär hinaus aus dem Casinoplatz. Dort sitzt im Schatten eines Rosenbosketts ein weltbekannter Marseille? Wucherer. Zu ihm stürzt Baron Radochonaky kein Wort ein Blick und die dicke rothe Hand des draußen seiner Beute Harrenden streckt einPacket von Tausendfrancsscheinen dem Kommenden entgegen. Gewinnt dieser, dann stürzt er wieder hinaus, um mit dem üblichen Satz von 20 Francs pro Tausend seine Schuld abzuzahlen, verliert er hingegen, so wird frische Munition geholt. Und das geht so einen Tag wie den andern, ein Jahr wie das andere. Der eigentliche Marimumspieler dieser Saison aber ist Mr. Stewart. Eine Million hat er der Bank abgenommen so heißt es! Um Mr. Stewart gruppirt sich das Interesse der Hauptspielratten. Kaiserliche, königliche Hoheiten, DurchUiuchtlimzs und Serenissimi umstehen seinen Tisch.
Alkohol in der Bretagne.
Die Bevölkerung der Bretagne ist im besten Zug, sich durch Alkoholgenuß geistig und körperlich zu vergiften. Mit der Normandie steht es in dieser Beziehung nicht besser und besonders in Rouen herrscht König Alkohol als unumschränkter Gebieter; dort findet sich die vielfach auch in deutschen Gegenden grassirende Unsitte, die Kleinen mit dem schnapsgetränkten Schnuller" einzuschläfern. Nun erzeugt, wie die Aerzte schon des Oefteren nachgewiesen haben, der Alkoholismus die Tuberkulose, deren iünaste Tochter die Kinder
sterblichkeit ist. In Rouen färben ob 'von 100 Kindern. Wie wir dem Figaro" entnehmen, hat, um dem schrecklichen Uebel zu steuern, ein Arzt in F6camp eine Wohlthätigkeitsanstalt gegründet, die La Gcutte de lait" genannt wird und die Kindersterblichkeit bis auf sechs vom Hundert vermindert hat. Der Anstaltsarzt ist die Doktorin Frau Marie Roussel, und die Goutte dc lait" selbst folgendermaßen organisirt: In einem nach allen Grundsätzen der Hygiene ausgestatteten Saal stehen zwei Apparate, die die Kuhmilch sierilisiren. Das Kind wird in der Gontte de lait" eingeschrieben und erhält oann täglich einen Korb mit neun verkorkten und versiegelten Fläschchen, wovon es alle zwei Stunden ein Fläschchen trinkt. Es wird alsdann einmal wöchentlich in die Anstalt gebrach: und gewogen, und der Arzt kann ersehen, ob er das Milchquantum vermehren oder vermindern muß. Die Armen zahlen für den Korb Fläschchen 2 Sous, die Bemittelteren 8 Sous und die Wohlhabenden 1 Franc. Die Anstalt besteht nun ein Vierteljahr lang und seitdem ist die Sterblichkeit der Kinder, die die Wohlthat genießen, von 33 auf 11 vom Hundert gesunken. Somit hat das Problem der Natalität eine relative Lösung gefunden; denn da in Frankreich die Zahl der Geburten im Allgemeinen mehr ab-, als zunimmt, so muß man Alles versuchen, um wenigsiens Diejenigen, die geboren werden, am Leben zu erhalten." EinFinanzgenie. Nun, wie ist denn der Proceß mit jenem Schurken ausgegangen, der Ihnen eine Viertelmillion gestohlen hat?" Vortrefflich! Alles in Ordnung; er hat meine Tochter geheirathet." Seine Freude. Mutter: Daß Du Dich nicht erfrechst. Deine Schwester wieder zu schlagen, Bob!" Bob: Wenn ich die schon nicht mebr verhauen darf, habe ich keine Freude mehr am ganzen Familienleben!" I m E h e z w i st. Sie: Du eitirst ja so gern Schiller seine Würde der Frauen scheinst Du noch nicht z:t kennen?" Er: Nein, ich bin erst beim Kampf mit dem Drachen." .... ...
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