Indiana Tribüne, Volume 24, Number 196, Indianapolis, Marion County, 3 April 1901 — Page 1

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Jahrgang 24.

Indianapolis, Ind.. Mittwoch, den 3. April 1901.

No. 19

Die Lage im feinen Mm. Japan für das Schlimmste vorbereitet.

i fiuuy Clzang lznnzlich in den Zzanden der Nüssen

cncii er alles bewilligen will, was

sie verlangen. Ter deutsche Kaiser und die Zlgraricr. Er soll ten Letzteren einige deutliche Winke gegeben haben. D:c Begeiferung des Rhein? von :raz)durg bis Manuhei geplant.

hthti Ürawall im (iharncnnir-Zhal

Siy. crioncii getötet und 15 verwundet.

Die Lage in China. P e t i n g , 3. April. In Bezug auf die erZ:örung der Forts, in Die China

in den Friedens - Präliminarien ge- !

.iiuia; hat. hacen Die Generale Diio scn. Daß die Forts von Tatu, Ghan Hai Kwan und Tien Tstn zuni wenigt;n unbrauchbar gemacht werden iruiztü, daß aber das nördlich: Fort von Zaij, an der Mündung des Flusses, ganz zerstört werden müsse, da. seit der ürfcauur.a. des Forts die Strömung d.'Z Wassers eine Veränderung erfahren hat. was einen niedrigeren Wasserstand zr. der Bar zur Folge hatte. Die Kaufleute hatten früher schon oft bei ihren Konsuln darüber Zulage geführt, keine der Negierungen wollte zbzi China auffordern, ein Fortran der Mündung eines wichtigen Fluges zu zerstören. Jetzt kann dies aber aus militärischen Gründen geschehen, und zies wird den Kaufleuten die größte Jefriedigung gewähren, denn nach der Zerstörung des Forts wird der Fluß binnen Kurzern wieder bis nach ien Tsin schiffbar sein. China hat dein Vorschlag der Mächte zugestimmt, daß auf der Insel Kwanz 3u, in der Nähe von Amen, eine iniernationale Ansiedelung nach dem Mus::: jon Shanghai, angelegt werde. London. 3. April. Dr. Morrizn beschreibt in einer Depesche an die Times" ein Interview mit Li Hunz Zhang, in dem der chinesische Staatsmann zugab, daß seine Politik auf d.'m Grundsatz oder vielmehr der Annahme basire. daß Rußland die einzige Macht sei. die China zu fürchten habe. C? gab zu. daß verschiedene geheime cuffisch-chinesische Abmachunzen cristirten, und er drückte auch die Ansicht aus. daß China am Ende, auch die Mandschürn - Vereinbarung unterzeichn müsse. Er fügte hinzu, daß disiT.a Willens sei. den Inhalt sänimtlicher mit Rußland getroffenen Vereinbarngen bekannt zu machen, daß Rußland oies aber nicht zugeben wolle. Des Weiteren gab Li Hung Chang zu. daß seiner Ansicht nach Rußland mit der Mandschurischen Vereinbarung immer noch nicht zufrieden sein, China zber immerhin auf zehn oder zwanzig Jahre Ruhe erhalten würde, in welcher Zeit es wieder erstarken könne. Zum Schluß erklärt Dr. Morrison. aß Li Hung Chang offenbar geneigt ist. Alles zu bewilligen, was Rußland oerlangt und selbst eine mögliche Einmischüng der anderen Mächte zurückweisen würde. Yokohama. 3. April. Die leittnden japanischen Zeitungen berichten, daß die russische Regierung auf den Protest Japans gegen den Mandschu-rei-Vertrag dahin geantwortet habe, daß Rußland nicht mit einer dritten Macht über seine Vereinbarungen mit .Thina zu verhandeln wünsche, daß der Vertrag mit China nur temporär sei und keineswegs den Zweck habe, die Oberhoheit Chinas oder die Interessen anderer Mächte in der Mandschurei zu zefährden. Die Einzelheiten des Ver.rages würden sofort nach dessen UnVerzeichnung den anderen Mächten mit'getheilt werden, welche ohne Zweifel dieselben akzeptiren würden und falls dann irgend eine der Bestimmungen oon Japan beanstandet werden sollte, so wolle Rußland mit Japan freundschaftlich darüber unterhandeln. L o n d o n . 3. April. Rußlands Antwort auf die Protestnote Japans gegen den Mandschurei-Vertrag ist. wie der Daily Mail" aus Yokohama gemeldet wird, für Japan nicht genügend und weitere scharfe Proteste w?7dcn folgen. Fürst Konoyo Atsunia:. dc? Vrändcnt des iavanisckcn Qerrcnliau-

123, men ude? Diese lrettsrage eine aufreizende Rede, worin er offen den voraussichtlichen Ausgang eines Krieges zwischen Rußland und Japan erörtertc. Er betonte, daß Japan sich auf die wohlwollende ?!eutra!ität Englands und Deutschlands verlassen könnte. Auch die Ver. Staaten würden sich nicht einmischen und Frankreich könne durch Aufbietung seine? anamitischen Streitkräste und eine Flctten-DemnstiatilN bei Formosa nicht gefährlich werden. Dieö würde auch alles sein, was Frankreich zu ihun vermöchte, und in Folge dezen würd: die bei Weitem überlegene japanische Armee die Russen ohne Schwierigkeiten aus der Mandschurei vertreiben können. Tien Tsin. 2. April. Li Hung Chang kehrt mit seiner Leibgarde nach Skanghai zurück. Er ist kränklich. Es wird ein Dampfer für ihn in Bereitschaf: gehalten und er wird am Donncrftag hier erwartet. Eine Kompaanie deutscher Soldaten schlug am 3lMärz sieben Meilen nördlich von Tien Tsin eintausend chinesische Räuber, von denen elf getödtet und 50 verwundet wurden. Ein Dutzend Europäer sollen mit den Räu-. bcrn cooperirt haben. Die Deutschen erbeuteten dreißig Karren und ein Geschütz. Blutiger Krawall. Genf. Schweiz. 3. April. Ein blutiger Krawall hat in Dienne. im Chamounir-Thal, stattgefunden. Die Veranlassung dazu gab die Thatsache, daß der Gemeinderath öffentliche Ländereisn verkauft hatt:, die von der Bürgerfchaft als Viehweide benutzt wurden. Die erbitterten Bewohner versuchten das Rathhaus in Brand zu stecken und es kam zu einem blutigen 5Zampf zwischen den Krawallistcn und den Gendarmen. Zehn Personen wurden getödtet und fünfzehn verwundet. Ein Meuterer erschossen. Cape W e st C a st l e . 3. April. Der Anführer der meuterischen Soldaten vom westafrikanischen Regiment, die ohne Erlaubniß Kumassi verließen und nach der Küste zurückkehrten, ist von einem Kriegsgericht zum Tode verurtheilt und sofort öffentlich erschossen worden. Die anderen Meuterer sind nach der Insel Sherbro, 40 Meilen von Sierra Leone entfernt, geschickt worden. Der Krieg in Südafrika. London. 3. April. Eine Depesche Lord Kitcheners an das Kriegsamt. vom 1. April, lautet wie folgt : Gen. Plumer hat Rystroom besegt und Ccn. French hat drei Geschütze am unteren Pongola erbeutet. Im Oranje Staat sind 31 Mann zu Gefangenen gemacht worden. Keine Verluste auf unserer Seite. K a p st a d t. 3. April. Lord Kitchener hat drei Rand-Minen-Kompag nien die Erlaubniß ertheilt, mit je fünfzig Stampfern den Betrieb wieder aufzunehmen. Weitere vier Kompagnien sollen demnächst dieselbe Erlaubniß erhalten. An die Erlaubniß ist aber die Bedingung geknüpft, daß als Lohn nicht mehr als 5 Schillinge per Tag und Kost bezahlt werden dürfen. Es ist dieselbe Löhnung, die die irregulären Truppen beziehen und die B:dingung ist gestellt worden, um zu verhüten. daß die Irregulären Grund zur Unzufriedenheit erhalten. AuS d:m Rest des Lohnes, der sonst den Berzarbeitern bezahlt werden würde, soll ein Fonds zur Unterstützung der Familien der während des Krieges getödteten Rand-Bewohner geschaffen werden. Die Minenkammer von Transvaal hat ein Cirkular erlassen, in dem gegen diese Löhne und Bedingungen protestirt wird. Bloemfontain, 3. April. Durch einen nächtlichen Uebcrfall nahmen die Briten 60 Boerett in einem Lager bei Boschberg. zwischen Brandfort und Salt Pan. in der Oranje River Kolonie gefangen. Wurde Engländer. London. 3. April. Der am 8. Dezember 1849 in Danzig geborene Arzt. Sir Felix Semon. Specialist für Halskrankheiten am National Hospital für Epileptiker und Gelähmter, hat sich als englischer Unterthan naturalisiren lassen. Bulgaren verurtheilt. Konstantinopel. 3. April. Von zwölf Bulgaren, die in Monaschir wegen der Ermordung eines Priesters und anderer revolutionärer Handlungen prozessirt wurden, ist einer zum Tod verurtheilt worden ; drei wurden zu lebenslänglicher Einsparung und die Anderen zu Eefängnißstrafen. di: zwischen zwei und zehn Jahren variiren, verurtheilt. Gold in Norwegen. Christiania. 3. April. Inder Nähe von Arendal. am Skager Rack. im südlichen Norwegen, ist Gold cj:tdeckt worden. Reiche Eisenstein - Gru

oen werden cyon tt langer Xeit in der Nähe von Arendal ausgebeutet. Graf von Bülow auf der Reise nach Italien. München, 3. April. Der deutsche Reichskanzler, Graf von Bülow. traf am Montag Abend, auf der Reise nach Italien, in Bozen mit dem deutschen Botschafter in Wien. Fürst von Eulenbürg, zusammen. Am Dienstag reisten sie zusammen nach Venedig, wo sie mit den: italienischen Premier, Herrn Zenardelll, zusammentreffen werden. Stapellauf. K i e l . 3. April. Das Schiff, das speziell für die deutsche Südpol-Ex-pedition gebaut worden ist, wurde am Dienstag in Gegenwart des Staatssekretär des Innern, Graf von Pos'a-dowsky-Wehner, und anderer Beamten erfolgrelch vom Stapel gelassen. Professor von Richthofen, ein Bruder des Staatssekretärs des Aeußeren, tauft: das Schiff im Namen des Kaisers Wilbelm .G''0''.s". ;u..Ebre. d"s ---luijmten deutschen Mathematikers un) Gelehrten dieses Namens. Aus dem Deutschen Reich. Berlin, 3. April. Graf BninBninski und Moritz von Opprnfeld. ein Gutsbesitzer, sind vom Kaiser WilHelm zu Mitgliedern des preußischen Herrenhauses ernannt worden. Der preußische Finanzminister. Dr. von Miquel. wird sich während der Osterfeiertage zur Erholung nach Wiesbaden begeben, nach der Öfterwoche jedoch unverzüglich nach Berlin zurückkehren, um- die umfangreichen Arbeiten für die Session des preußiscken Landtages in Angriff zu nehmen. Ueber die Aussichten der KanalVorlage sagte er Folgendes: Während die Zustimmung des Landtages zum Bau des Mittelland-Kanals sowie seiner Verbindung mit dem Rhein noch fraglich erschein:, werden die übrigen in der Vorlage projektirten Kanalstrecken, einschließlich des Schisfskanals von Berlin nach Stettin und die Korrigirung der Oder, bewilligt werden. Auf die Frage, ob die Regierung die Vorlage in dieser reduzirten Fassung gutheißen würde, gab Herr von Miquel eine ausweichende Antwort. Bezüglich der Tarif-Vorlage befragt, wies er darauf hin. daß dieselbe noch nicht :r den Bundesrath gelangt sei. welcher aber die Vorlage wahrscheinlich so rasch erledigen würde, daß sie noch in dieser Sitzung dem Reichstage unterbreitet werden könnte, doch wäre die endgiltige Annahme kaum vor dem Herbst ?u erwarten. Der Täglichen Rundschau", einem gemäßigt agrarisch-konservatioen Blatt zufolge soll Kaiser Wilhelm den Konscrvativen gesagt haben: Ich werde die Tarifvorlage nicht unterzeichnen, ausgenommen Sie nehmen die Kanalvorlag? an, und selbst dann werde ich die Tarifvorlage nur unterzeichnen, wenn sie in einer Form verfaßt ist. welche mir paßt." Nach dem Börsen Courier" soll sich der Kaiser dem Präsidenten des preufrischen Herrenhauses, dem Fürsten von W:ed, gegenüber scharf über die agrarifche Agitation ausgesprochen und erklärt haben, daß von Kornzöllen über !50Mark pro Tonne gar keine Rede sein könnte. De? Magdeburgischen Zeitung" wird gemeldet, daß die Negierungen von Baden. Bayern und Elsaß-Loth-ringen beschlossen haben, den Rhein von Straßburg abwärts mit einem Kostenaufwand? von 12,000,000 Mark zu korrigiren. Erdbeben in Ungarn. B u d a p e st , 3. April. In einem grrßen Theil vom südwestlichen Ungarn fanden am Dienstag Erdbeben statt und mehere Häuser sind in Folge dessen eingestürzt. . . Der Gesandte Loomi? kommt nach Washington. Port Spain. Trinitad, 2. Apr. Der Ver. St. Hilfskreuzer Scorpion hat Befehl erhalten. Herrn Francis Z. Loomis, den Ver. St. Gesandten in Caracas, Venezuela, nach San Juan de Porto Rico zu bringen, wo er sich nach New Fork einschiffen wird. Die . Scorpion" wird Guayra am 7. Avril verlassen. Ein Attache des auswärtigen Amtes in Caracas hat zugestanden, daß, nachdem die inspirirte Presse zwei VZonate lang die Ver. St. Flotte, den Präsidenten McKinley und den Gesandten L?omis in der gemeinsten Weise angegriffen, die Venezuelanische Regierung formell um die Abberufung des Herrn Loomis ' nachgesucht habe, ohne einen triftigen Grund dafür angeben zu könncn. Thatsache ist indeß, daß 'Herr Loomis gewissen hohen Beamten entgegcnsetreten war. Die Regierung in Washington hat indeß Herrn Loomis unterstützt und er ist nicht abberufen worden, wie behauptet würd:, sondern er geht auf Urlaub nach Washington, um mit dem Sekretär Hay zu konferi--ren. .

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ilguiiiallio lrgl öcn ürniriil ni Was ferner mit ihm geschehen wird, ist noch nicht bekannt.

?ie Zientnckq'cr perschwörunzs' Prozesse. Der Fall gegen Garrett Niplcy aufgerufen.

T. C. Campbell hat nichts damit zu thun.

Lokalwahlcn in verschiedenen Staaten.

Cartcr Harrisvn in Chicago wicdcrg:-wählt.

Tie Tcmpercnzfrage spielt in KansaZ bei den Wahlen die Hauptrolle.. Aguinaldo leistet d c n Treueid. W a s h i n g t o n , D. C.. 3. April Das Kriegsdepartement wurde während des Tages von dem General Mac Arthur benachrichtigt, daß Aguinaldc den Ver. Staaten den Treueid geleistet habe, unter den Bedingungen der Am; nestie-Proklamation. die Gen. Mac-. Arthur auf Befehl des Präsident:? Anfangs dieses Jahres erlassen hat. Die Depesche des Generals MacA? thu? enthielt aber noch viel mehr, wi, bekannt gegeben wurde. Der nicht v:?: öffentlichte Theil hatte Bezug auf das Was eventuell mit Aguinaldo gescheh:r soll, und was der Gefangene vielleich! jetzt im Interesse der Pacifizirunz U Philippinen thun könne. Eine cffizielle Erklärung über das. was jetzt mV Aguinaldo geschehen soll, war nicht zr erlangen, es wurde aber in emphati: scher Weise betont, daß er vorläufig ,in Gefangenschaft bleiben müsse, wenr ihm auch so viele Freiheiten, wie untei den Umständen zulässig, gewährt würden. General MacArthur ist vclle, Hoffnung, daß Aguinaldo im Stand, A viel zu: Beendigung der Feindse -5:gkeiten beizutragen. ; . In Administrations-Krcisen hat di, Nachricht, daß Aguinaldo, den Treueit abgelegt hat, große Befriedigung verursacht. Sollten die gehegten Erwar-tung-n in Erfüllung gehen und die Zustände auf den Philippinen sich Wesens lich bessern, dann dürfte die Zahl de? Kriegsschiffe auf der asiatischen St iion bedeutend verringert werden. Vieli der Schiffe werden wahrscheinlich binnen Kurzem nach den Ver. Staaten zurückgeschickt werden, um hier den Kerr für ein neues Geschwader zu bilden Es ist auch wahrscheinlich, daß miede, ein europäisches Geschwader, mti den Hauptquartier im Mittelmeer, organisirt werden wird. Das Panzerschifj Oregon" und der Panzerkreuzer Nen ?)ok" sind bereits im Begriff, nach der Ver. Staaten zurückzukehren. '-nrD nichtdegnadigt. C o l u m b u s. O.. 3. April. Di Staatsbcgnadigungsbehörde' hat sich aeigert. dem Gouverneur Nash dik Begnadigung des Negers Edwin Ruth-

ven zu empfehlen, der wegen der Ermordung des Polizisten Shipp in Cleveland zum Tode verurtheilt worden ist. Ruthven. der ein überaus desperater Charakter ist. wurde während seineProzesses im Gerichtssaal in einem eifernen Käfig gehalten, damit er kein Unheil anrichten konnte, und seine Bcrtheidiger machten geltend, daß dadurch die Geschworenen zu Ungunsten Ruthvens beeinflußt worden seien. Neger soll am 12. April hingerichtet verden. Die Kentuck?er Verschwörung s - P r o z e i s e. Frankfort.' Ky.. 3. April. -Im Kriminal - Gericht wurden an Dienstag die Prozesse' gegen den früheren Gouverneur W. S. Taylor. , der ehemaligen Staatssekretär Finley Berry Howard und John L. Power wegen angeblicher Mitschuld an der Ermordung des Gouverneurs Gäbel aufgerufen, aber alle wieder verschoben, dc keiner der Angeklagten in Haft ist uni dem Gericht vorgeführt werden konnt: Auch die Prozesse gegen Colton un: Green Golden, die sich gegen Bürgschafauf freiem Fuße befinden, wurden weiter verschoben. Der Fall des Capt. Garnett D. Ripley. der eine Kompagnie der Tayloi Milizen von Henry County kommandirte, und der ebenfalls der Mitschul: c.n der Ermordung Göbel'Z angeklagt ist. wurde dann ausgerufen. Aus dei 'Liste der von der Anklage vorgeladener Zeugen ist ersichtlich, daß das Beweis Material, das vorgebracht werden wir) zum'großen Theil danelbe ist. das geg:r den früheren -Staatssekretär -Calc! Vowcrs vorgebracht würde, mit einiaer

neuen jagen, o:e aus Ntpley Bezuc haöln. Es waren so viele der vorgeladener Zeugen beide? Seiten abwesend, daß dei Prozeß nothzedrungcn auf eine Wochl verschoben werden mußte. Unter der Zeugen für die Anklage waren anwe sindder frühere Gouverneur Bradley. Richter I. H. Hazelrigg. der früher, General - Adjutant Collier und Andere. Ripley wird von I. T. O'Neal und Wm. M. Cravens vertheidigt, wahren! die Anklage durch den Staatsanwalt Franklin. den Countvanwalt Pclsgrooi und den Richter B. G. Williams vertreten. wird. T. C. Campbell, der bei .der Prozessirung von Howard und Powers eine Hauptrolle spielte, war nicht . anwesend. und er wird. dem. Vernehmen nach, mit dem Ripley - Fall nichts zu thun haben. Schnee in Kansas. Atwood. Kas.. 3. April. Dit extrem nordwestliche Ecke von Kansa ist von zwei Fuß tiefem Schnee bedeckt, während an manchen Stellen de: Schnee 18 bis 20 Fuß hoch zusammengeweht ist. Die über di: Prairie füh-

renden Straßen sind unvassirbar. Te: ! rrlr.inZ ,C? (-f. 5?r.inf,s Aw?ii bet

Burlington & Missouri River Eisenbahn von Atwood nach St. Francis iß blokirt. Seit sechs Tagen sind so viel Leute, als zu bekommen waren, unt Schneepflüge an der Arbeit, um di; Bahn frei zu machen, soweit sind abe: erst zehn Meilen von der 43 Meilen langen Bahnstrecke freigelegt. In fasi allen Städten an der Linie Herrschi Mangel an Lebensmitteln und Heiz Material. Die Leute verbrennen allk losen Eisenbahnschwellen, die sie finden können, Fenzriegel und Bretter. Es wird, wahrscheinlich eine Wochi dauern, bis die Bahn wieder in Betrieb sein wird. Das Eis ist ZU hart für die Schnee: pflüge und die Arbeiter sind jetzt damit beschäftigt, mit Picken und Aexten dik harten Schnee- und Eismassen aus den Einschnitten zu entfernen. Eine diese: Schneewehen, bei Bird City, ist beinah; eine Meile lang und zehn Fuß tief. El hat hier seit einer Woche jeden Tag geschneit. . Di: Städte an dieser Linie, di: von allem Verkehr mit der Außenwelt abgeschnitten sind, sind Blakeman.' Beardslee. -McDonald. Bird City. Wheeler und St. Francis. Die letzten Stadt liegt nur wenige Meilen von de: Grenze von Colorado entfernt. Die Ermordung von Wm Marsh Rice. New York. 3. April. Mit feste, Stimme und ohne ein äußeres Zeicher, von Bedauern oder Reue von sich zu geben, gestand am Dienstag Chas. F Jones. der Kammerdiener und Sekretär des verstorbenen alten Millionär! Wm. Marsh Rice ein. daß er Herrr Rice selbst mit Hilfe von Chloroforrr getödtet habe. Das Geständniß war der GipfelPunkt sensationeller Aussagen feiten Jones'. in denen er alle Einzelheite? einer Mordverschwörung vreisgab. deren Zweck es war. in den Besitz des ungefähr $6.000,000 betragenden Vermögens des 80 Jahre alten Wm. Marsk Rice zu gelangen. Jones legte ein vollständiges, all Einzelheiten der Verschwörung berühr rendes Geständniß ab. Er gab zu daß er selbst den alten Rice ermorde! habe, daß aber die ganze Verschwörunc von dem Advokaten Albert T. Patric geplant worden sei u. dieser auch jeder Schritt, der gethan wurde, angeordne! habe. Es war Patrick, der au di, Idee kam, ein Testament im Name: Rice's zu fälschen, wie aucb die Besitztitel und.Uebertragungen für viel Eigenthum. das Rice gehörte. Es wa, Patrick, der Short und Meyers veranlaßte. das gefälschte Testament al! Zeugen zu unterzeichnen. Es war Patrick. der beschloß, daß Rice sterbe? müsse, zuerst langsam, der aber ball ungeduldig wurde und anordnete, das dem Leben des alten Mannes prompi ein Ende gemacht werden solle. Uni das Merkwürdigste an der Geschichtk ist, daß Rice den Patrick nie im Leber gekannt und ihn nur ein einziges Mcü gesehen hatte. Jones lernte Patrick zuerst im Oktober 1899 kennen, als der Advokat ir der Wohnung des Herrn Rice an Madison Avenue vorsprach, aber nicht un Rice zu sprechen. Es entwickelte sick nach und nach eine Freundschaft zwi schen Jones und Patrick, und bei der häufigen Zusammenkünften zwischer den Beiden wurden dann immer häufiger die Angelegenheiten Rice's besprochen, bis schließlich Patrick der Vorschlag machte, daß Rice auf irgenl eine Weise um einen Theil seines Vermögens gebracht werden sollte. Jonei war bereit zu helfen und so wurder, Besitztitel. Uebertragungs - Urkunder etc. im Namen Rice's gefälscht; ei wurden Check-Formulare aus derr Checkbuch des alten Millionärs gestohlen und ausaeküllt und mit ' der ie-

Täi;a,;:c unter1.cyr:s: nice s vereyen: es wurde ein Testament gefälscht, ir dem Patrick zum Haupterben eingesetz! wurde; es wurde von gewissenloser Spießgesellen als Zeugen unterzeichnet, und um so schnell wie möglich dik Früchte der Schurkerei genießen zu können, wurde beschlossen, den alter Ric: aus dem Wege zu schaffen. .Zu erst wurde Rice Quecksilber eingegeben." um ihn zu schwächen; es wurde danr und wann ein Arzt hinzugezogen, urr die Ausstellung eines Todtenscheines zv sichern, und als dann Rice immer noch nicht sterben wollte, wurde er auf Bc fehl Patricks von Jones mit Chloroform getödtet. -' Jones sagt: auch, daß Rice keine Medizin eingenommen zhne daß Jones sie vorher gekoste:. d er somit gezwungen gewesen sei. die Quecksilber Tabletten, die Patrick gebracht, selbst zu versuchen, eine Dosis sei aber nicht gesährlich gewesen, und man habe eine gehörige Wirkung erst nach dem Gebrauch mehrerer Dosen erwartet. Er sagte auch, daß Patrick ein:s Tages OxalSäure gebracht und ihn. Jones, angewiesen habe, einen Theil in seinem 22 fcrHen Gewicht aufzulösen und die L'ösuag Rice zum Trinken zu geben. Aber auch die Oral - Säure wirkte zu langsam. und Jones wurde dann aufgefordert, Chloroform und Laudanum herbeizuschaffen. Jones getraute sich nicht, die Gifte in der Nachbarschaft zu kaufen und er ließ sie deshalb von seinem Bruder in Texas kommen, der sie per Expreß schickte. Einige Tage später trafen sich Patrick und Jones auf der Straße und Patrick erklärte bei dieser Gelegenheit, daß der alte Mann zu lange lebe; daß er aus der Welt geschafft werden müsse; daß Jones dies thun müsse, und in Wirklichkcit kein Unrecht damit gethan werde, da Rice vor Jahren selbst feine eigene Frau vergiftet habe und verdiene bestraft zu werden. Jones beschrieb dann, dem Distriktanwalt Osborne direkt ins Gesicht blickend, wie er, genau den Instruktivnen Patrick's folgend, eine trichtcrförmig gerollte Serviette mit Chloroform getränkt und dem schlafenden Rice aufs Gesicht gelegt habe; wie cr dann da Zimmer verlassen und draußen eine halbe Stunde gewartet habe, alles in Uebereinstimmung mit den Jnstruktionen Patrick's, und wie er dann, als er zurückgekehrt, Rice als Leiche aufgefunden habe. Weiter sagte er, daß er dann die Fensie? geöffnet habe, um das Zimmer von dem Chloroform - Geruch zu befreien, worauf er Patrick per Telephon benachrichtig:?, daß Rice todt sei. daß er di: Serviette im Küchenofen verbrannt und dann den Dr. Curry gerufen habe, worauf er sich zur Ruhe begeben habe und bald eingeschlafen sei. Patrick, der von dem Zeugen als der Urheber und Leiter des Verbrechens bezeichnet wurde, hörte den Aussagen Jones' mit großer Aufmerksamkeit zu und machte hin und wieder Notizen. Er war ebenso ruhig und gefaßt wie Jones. Patrick's Hand war fest und stätig. Er verrieth weder Furcht noch Zorn. Als Jcnes beschrieb, wie er den schlafenden Rice getödtet. lehnte sich Patrick nur in dcm Stuhl zurück, seinen Bart strcichend. Das Ezählen der Einzelheiten schien ihn zu langweilen. Frau Francis. bei der Patrick zur Zeit als Rice starb, wohnte, war vor Jcnes auf dem Zeugenstand. Sie wurde aufgefordert zwei Depeschen zu identifinren, die von I. M. Coleman in Houston, Ter., an Patrick gerichtet waren, wie auch Auskunft über gewisse grau - weiße" Pillen zu geben, die Patrick zur Bekämpfung von Malaria eingenommen hatte. Sie wurde gefragt, ob sie die Medizinkisten Patrick's zerstört habe, was sie verneinte. Sie fügte hinzu, daß sie bereit fei alles Eigenthum von Patrick, das noch in ihrem Hause sei. an den Distrikt - Anwalt auszuliefern. Herr Osborne wollte sofort einen Detektiv nach dem Hause schicken, um die Kisten zu holen, der Vertheidiger Patrick's aber. House. protestirte dagegen und erklärte, sich selbst in den Besitz der Kiste setzen zu wollen. Der Richter Jerome drohte ihm mit Einsperrung. wenn er dies thue, und es wurde schließlich vereinbart. . daß beide Seiten repräsentirt sein sollten, wenn die Medizinkiste abgeholt wird. Als die Sitzung vertagt wurde, be fand sich Jones noch auf dem Zeugenstand. Wahlnachrichten. Chicago. M. 3. April. Carte?

H. Harrison wurde am Dienstag abermals zum Mayor von Chicago erwählt und wird in nächster Woche seinen dritten Termin antreten.

Das Gesammtvotum war wie folgt: Harrison. Dem.. 150.952; Hancey.

Rep.. 123.659. Harrison's Pluralität

beträgt somit 28.257. Bei der letzten

Mayorswahl hatte Harrison eine Plu-

rantat von 41.05.9. wabrend . in der (Fortsetzung auf der ö. Seite.)