Indiana Tribüne, Volume 24, Number 193, Indianapolis, Marion County, 31 March 1901 — Page 6
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(Copyright by Wm. Kaufmann xqot.)
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König Ludwig II
Die von Ludwig II. von Bayern errichteten Schloßbauten gehören anerkanntermaßen zu den größten europäischen Sehenswürdigkeiten. Aber sie dienen nicht nur dem ?ieiz der schaulufügen Menge, welche mit wenig Verständniß, aber desto großererFreude am Klatsch diese in Stein und Marmor, Purpur und Gold ausgeführten Phantasten eines Wahnwitzigen" begafft. Sie sind Kunstschulen von großem und bleibendem Werth. Die Schlösser sind auch nicht die Schöpfungen eineWahnsinnigen, sondern es sind die Werke ei-
nige für Repräsentationszwecke gegeben. Die gewöhnliche Art der Repräsentation, Hoftafeln. Feste. Bälle. Jagden, behagte Ludwig nicht, er zog es vor, zu repräsentiren, .indem er baute. Man möge erwäaen, welche der beiden
, ölrten der Repräsentation die nutz-
öringendere lst. Was sollte übrigens Ludwig mit seinem Gelde anfangen? Sollte er es aufspeichern wie Königin Victoria oder wie fehl Kaiser 5?ranz
j Joseph? Sollte er es den Armen geben? Letzteres widersprach seiner Auffassung der königlichen Würde, ob-
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Neuschwanstein.
nes Sonderlings, der allerdings frühzeitig ahnen ließ, daß er einst der Geistesumnachtung verfallen ürde. Was uns jetzt die Schlösse: erzählen, laßt uns Ludwig erscheinen, nicht nur als einen Menschen von hohem KunstVerständniß und seltener Kunstbegeisterung. sondern auch als einen begabten, schaffenden Künstler. Ludwigs Prunksucht und die dadurch herbeigeführte Verschwendung
' schon er für die Armen stets eine offene Hand hatte. Aber er war ein schroffer
Vekenner des Absolutismus, die Clvllliste, eine Art Abfindung des Volkes mit dem früheren absoluten Königthum, war für ihn ein Erbstück, welkes königlich gespendet werden mußte, königlich nach seiner Auffassung,
So verbaute er über hundert Millionen Mark während seiner zweiund- ' zwanzigjährigen Regierung. .Er bin-
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Neuschwanstein. Cchlafzimtner mit gothischem Bett.
' erscheinen in anderem Lichte, wenn rnan bedenkt, daßer sein eigenes , Geld verbaut hat; sein Privatvermögen und . den größeren Theil seines Einksmlnens. Dieses, die sog. Civilliste, betrug 5j Millionen Mark im hr. Ist diese Scknrne zu hoch beso ist das ine Angelegenheit 'n Volkes, welches dafür "Civilliste wird dem Kö-
terließ 14 Millionen Mark Schulden, welche später aus der Civilliste seines wahnsinnigen Bruders Otto gedeckt wurden. Die Schulden waren gar nicht so bedeutend, anbetrachts des absolut sicheren Einkommens und der Werthobjekte des Besitzers. Außerdem hat Ludwig sein Geld durchaus nicht unnütz in den Bauten verpufft. E: hat die Kunst, besonders
aber das Kunsthandwerk gewaltig gefördert. Dabei, hat er jene Summen f2st ausschließlich in Baiern verausgabt. Die Millionen sind den Landeslindern zu Gute gekommen und die Schlösser sind Zierden Baierns geworden. Man hat berechnet, daß den bairischen Staatsbahnen ein Jahresein-, kommen von einer halben Million Mark erwächst aus dem Fremdenderkehr, den der Besuch der Schlösser bringt. Ist das richtig, so würden sich Ludwigs Bauten ja fast zu 3 Procent verzinsen, denn jene Fremden verausgaben in Baiern sicherlich den sechsfachen Betrag der Eisenbahnfahrt. Politische Thätigkeit. Politisch ist Ludwig nur kurze Zeit hervorgetreten, dann aber mit einem Erfolge, der allein genügt, um ihn dem deutschen Volte theuer zu machen. 1866 hatte er zwei Jahre regiert und er zählte damals zwanzig Jähere. Er blieb, der bairischen Tradition getreu, an der Seite Oesterreichs. Seine Betheiligung am Kriege beschränkt sich auf den Besuch der Schlachtfelder in der Maingegend. Nach dem Frieden wurde seinen Ministern von Bismarck bewiesen, daß Napoleon für sein Zusehen die Abtretung der - bairischen Rheinpfalz gefordert hatte, und daß diese Forderung, welche ja Preußen gar nicht betraf, von Bismarck schroff abgelehnt worden war. Das war die Ursache des so merkwürdig r a s ch erfolgten Bündnisses zwischen den Par'teien, welche sich eben noch gegenüber gestanden hatten. Diesem Bündniß ist Ludwig treu geblieben und als die
schenken Mächten erfahren hatte. Der jüngere der Beiden besaß die Mittel, , um der geistigen Macht des Anderen zur Entfaltung zu verhelfen. Wer kann, es Wagner verdenten. daß er in die ausgebreitetenArme Ludwigs sank. Wagner war ein gehetzter, mit Schulden überladener Mensch, angeiviesen auf die Gastfreundschaft wenij ger treuer Freunde, als Ludwig ihn i nach München berief. Von dem Aui genblicke an ist die Schaffenslust in
Wagner wieder wach geworden, die
Meistersinger. Rheingold, Walküre. Siegfried. Götterdämmerung und endlich Parsifal, entstehen in rascher Folge dem nun von Sorgen bereiten Componisten, denn auch nach Wagners Vertreibung" aus München verbleibt ihm die Zuneigung und die stets offene Hand des Königs. Auch für das Festspielhaus in Bayreuth hat Ludwig 300.000 Mark beigesteuert. Es ist sicherlich ein großes Verdienst Ludwigs, die Bedeutung des größten Künstlers des neunzehnten Jahrhun-
Ludwig ali Sckwanenritter. Kriegserklärung Frankreichs gegen Preußen erfolgte, war er der erste Deutsche Fürst, der seine Truppen dem rönig Wilhelm zur Verfügung stellte. Das war eine That, denn sie zeigte die Einigkeit des deutschen Volkes, welche in jenem kritischen Augenblick wahrscheinlich so viel gewirkt hat. wie das Genie eines Moltke. Ludwig hätte zögern können, die bairischen Kammern waren nur für eine bewaffnete Neutralität, und die Volksstimmung in Baiern war entschieden preußenfeindlich. Es bleibt wahr, daß der junge Fürst, der nur mit Widerwillen die Uniform trug und während seiner langen Regierung nur zweimal einer Parade beiwohnte sein widerstrebendes Volk mit fortgerissen hat zu jenem Kriege, und das soll ihm nicyt vergessen werden. Was man gewöhnlich als die politische Großthat Ludwigs rühmt, die Aufforderung an Wilhelm I. zur Annähme der Kaiserwürde, gereicht dem Könige gar nicht so sehr zur Ehre. Denn der vielgepriesene Brief nachVerfailles ist, wie wir aus Kaiser Friedrichs Tagebuch und aus Bismarcks Erinnerungen" wissen, ursprünglich
chen L. fast auswendig herzusagen wußte. Wiederhol! wurden Reisen nach der Schweiz unternommen, um' die Stätten, wo Tell spielt, zu besuchen. Die letzte dieser Reisen fand 1881 statt, kurz ehe der Wahnsinn ausbrach. Der Schauspieler Josef Kainz war damals Ludwigs Begleiter. Aus der Zeit stammen auch die Briefe, welche Kainj kürzlich verkaufte, was ihm in München niemals vergeben werden wird. Ludwigs Baulusi zeigte sich sofort nach dem Regierungsantritt. Er setzte große Veränderungen in dem alten Residenzschlosse in München Zn's Werk und der dort erbaute Wintergarten ist als Vorläufer von Linderhof und Herrenchiemsee zu betrachten. Dort und in einem Bassin auf dem Schloßdache wurden die ersten LohengrinFahrten veranstaltet. Bemerkenswerth ist, daß die drei großen Schloßbauten Neuschwanstein, Linderhof und Herrenchiemsee, fast
Neuschwanpein. Cöngersaal.
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Neuschwanstein. Trache und ?'alme. von Bismarck dasaßt. Ludwig hat. nach längerem Zögern, das Bismarcksche Manuscript widerstrebend wörtlich abgeschrieben und den Brief seinen Ministern übersandt mit dem Vemerken. man möge damit nach Belieben verfahren. Ander Kaiserwürde hat der wackere Großherzog von Baden, weit mehr Antheil als König Ludwig, der mit Neid erfüllt war gegen den sieggekrönten Preußenkönig. der später jede Beziehung zum neuen Kaiserhause vermied und der beim Einzug seiner bairischen Löwen in München nicht einmal dazu zu bewegen war, an die Tribüne heranzureiten, wo sich die bairischen Verwundeten befanden. Das war wohl nicht Undankbarkeit gegen die Männer, die für das Vaterland und für ihn und seinen Thron gekämpft und geblutet hatten, sondern es war die sich schon stark geltend machende Menschenscheu. Die Wagner Schwärmerei. Die erste selbstständige Handlung des 18jährigen Königs war die Berufung Richard Wagners nach München 1864. Diese Wagner - Schwärmerei ist viel bespöttelt worden und man hat den Dichter - Componisten, gewiß mit Unrecht, den bösen Geist Ludwigs genannt. Der schwärmerische gekrönte Idealist traf mit einem anderen Jdea. listen zusammen, der bisher nur -Ver-solgung und Bitterkeit von den her?-
derts (wenn man Beethoven und Mozart noch dem achtzehnten zurechnet) g:würdigt und in wahrhaft königlicher Weise gefördert zu haben. Die Sonder Vorstellungen im Münchener Hoftheater können wir hier nur streifen. Zu bedenken ist dabei immer, daß sie in einem Hause sta.tfanden, welches Ludwig als sein Eigenthum ansah, daß das Hoftheater als ein königliches Institut betrachtet und nur durch starke Zuschüsse aus Ludwigs Kasse lebenssähig erhalten wurde. K. v. Heigel hat eingehend über die Sondervorstellungen geschrieben. Heigel war Ludwigs Hofdichter, d. h. er hat die Einfälle des Königs dramatisirt. Heigels Buch ist übrigens eine der besten Quellen über Ludwig II. Bezüglich der Separatvorstellungen, welche dem König gewaltige Summen kosteten (ein einziges Stück soll 300.000 Mark Ausstattungs - Unkosten verursacht haben) ist zu betonen, daß sie Ludwigs Menschenscheu entstammten. Sie sind als Symptome des langsam vorwärtsschreitenden Irrsinns aufzufassen. Die Nacht war Ludwigs Tag. sein Gestirn war der Mond, ein künstlicher Mond beschien sein Bett. Seine Lieblingsblume war die Lilie, der Pfau sein Günstling in der VogelWelt (allerdings wohl in Folge der im Mittelalter beliebten Auffassung, die von der heutigen grundverschieden ist.) Ludwig trank mit Vorliebe Veilchenbowle, ein Gemisch von Weißwein und Sekt mit einer dicken Schicht Veilchen darauf für den echten" Münchener wahrscheinlich ein .Saugesöff". Der Stickerin, Frl. Jörres in München, schickte Ludwig einst durch eine Stafette mitten in der Nacht einen Strauß von zweitausend Rosen. Ueberhaupt erfolgte Ludwig's Verkehr mit seinen Künstlern stets des Nachts vermittelst Stafettenreiter.
gleichzeitig errichtet wurden. Neuschwanstein steht auf einem hohen Felskegel. der durch Abgrenzungen und gigantische Fundamentalbauten ganz unzugänglich wurde, Linderhof liegt inmitten einer öden Wildnis und Herrenchiemsee auf einer Insel im sog. bairischen Meer", erbaut auf sumpfigem Boden, in welchen es, einer vielverbreiteten Annahme zufolge, dereinst versinken wird. Ludwig war. allerdings schon geisteskrank, als er die Verordnung erließ, die Schläfer sollten nach seinem Tode in die Luft gesprengt werden. Neuschwan st ein. Nur bei dem Bau des Felsenschlosses Neuschwanstein hat Ludwigs Künstlernatur frei geschaffen, in Linderhof und Herrenchiemsee hat er französische Vorbilder copirt. In der Felsenburg sehen wir den deutschen Ludwig, nicht Ludwig den anderen, den Nachahmer welschen Prunks. Neuschwanstein ist des Königs Jugendphantasie entsprungen und es ist der deutschen Heldensage geweiht. Im ganzen schönen deutschen Vate? lande würde man vergebens suchen nach einer schöneren Umrahmung des Bildes dieser Burg. Hier, zugleich in der Nähe der Ebene und der Zugspitze, reichen sich Hochalpe und Mittelgebirge die Hand. Wundervolle Wälder bedecken die nächste Umgebung der Höhen von Ludwigs Zauberschloß, man blickt von der Burg auf ein ähnliches Tannenmeer, wie vom Kickelhahn in Thüringen aber die Berge sind steiler, die Thäler enger, wundervolle kleine Seen breiten sich aus zu Füßen des burggekrönten FelsenS, zur Seite der Burg die wildromantische Pöllatschlucht und aus der Ferne grüßt uns die Hochalpe. Das ist der Rahmen von Neuschwanstein.
kVSr . ftifflfes. .M? DeMM. .MM-' - tfä SieHM RFlS' .'tMÄÄZMM' tCr-v ÄMwFM. O v , &. "" vZ ' H:V ' i - mDie Schlittenfahrten König Ludwig'S.
Auch der einzigen L i e b e s g es ch i ch t e sei noch kurz gedacht. Ludwig verlobte sich am 22. Jan. 1867 mit Sophie, der Tochter ' des Herzogs Maximilian von Baiern. Die Bermählung war auf den 12. Oktober angesetzt. Der Hochzeitswagen, welcher eine halbe Million Gulden gekostet haben soll, stand schon bereit, da wurde die Verlobung plötzlich aufgehoben aus unbekannten Gründen. Sophie hat später den Herzog von Alencon geheirathet. Ihr entsetzliches Ende steht noch in Aller Erinnerung. Sie war die Patroneß des großen Wohlthätigkeitsbazars in Paris im Jahre 1897 und fand daselbst mit so vielen Andern den Flammentod. Es heißt, daß sie sich hätte retten können, sie wollte aber erst die ihr anvertrauten jungen Damen gerettet sehen. Ludwig ist nie,mals wieder einem weiblichen Wesen näher getreten. Schiller war zeitlebens Ludwigs Lieblingsdichter. Die besten Vortragskünstle? mußten dem König stets aus Schiller deklamiren, den Dichter, wel-
Dort, im herrlichen Schwangau hatten die Wittelöbacher schon lange ihr Lieblingsschloß Hohenschwangau. Neben und über demselben erhebt sich Ludwigs Bau. 1868 wurde er begonnen, zehn Jahre später konnte die Königswohnung darin bezogen werden. Ganz fertig ist das Schloß noch immer nicht. Uns kann nur ein T h e i l, der Königsbau, jetzt interessiren. Es ist natürlich der Hauptbau. hoch in die Lüfte strebend. Er liegt im dritten Stockwerk, sechsundneunzig Stufen führen hinaus. Der Eindruck, den diese FürstenWohnung macht, hat nichts gemein mit der Wirkung von Ludwigs welschen Schlössern. Auch in Neuschwanstein ist Pracht, sogar in hohem Maße, aber der strenge Stil verbot .Ueberladunz. Ja man findet hier öfters, wcs man vergebens sucht in Königsschlössern, die Traulichkeit, das Freundlich-Ge-müthliche. Wohnliche. Die ganze Burg ist eine gewaltige Bildergallerie von großem Kunstwerth. Im Treppensaale diezSigurdsae, von Aichner
malt, im Speisezimmer das Lebeu aus der Wartburg zur Zeit des sagenhaften Sängerkriegs, von Ferdinand Piloty. Für das Schlafzimmer Ludwigs diente die schwermüthige Geschichte von Tristan und Isolde (von August Spieß gemalt) als Vorwurf, für das Arbeitszimmer Lohengrin, das Ankleidezimmer ist mit Bildern aus dem Leben. Walthers von der Vogelweide und Hans Sachsens geschmückt, im Speisezimmer aber hat Aichner die TannHäusersage in einer Reihe prachtvoller Bilder dargestellt. Uebrigens haben die Künstler nur ausnahmsweise die Wagner'schen Opernscenen dargestellt, die Gemälde sind vielmehr den alten deutschen Heldensagen - entsprechend ausgeführt, und wohl nur im TannHäuserzimmer folgte manWagner'schen Spuren. An das Schlafzimmer stößt ein Betgemach, eine kleine Schloßkapelle, und der Betschemel darin zeigt durch erhebliche Abnützung, daß Ludwig hier häusig seinen Gott suchte. Die Grundfarben für Arbeits-, Eßund Schlafzimmer sind hier die gleichen wie in Herrenchiemsee und in Linderhof, weinroth im Speisefaal, grün und gold im Arbeitszimmer, ein kräftiges Blau im Schlafgemach. Freude an satten Farben und Mannigfaltigkeit der Formen, an gediegener Pracht, offenbart sich im größten, wie im kleinsten Raum. Schönheit ist überall. Schilderungen, selbst die besten Abbildungen, lassen sie nur ahnen, beide versagen die Stimmung. Die Decken sind fast überall getäfelte Felverdecken aus Holz. Die Zimmer werden durch reichgegliederte Säulen von farbigem Gestein oder mit leichter Bemalung versehen, geschmückt. Diese Säulen beleben das Innere, wie die ausladenden Erker und. Bogenlauben draußen die Mauerflächen beleben. Der Thronsaal ist von der Königswohnunz durch einen Corridor geschieden. Ernst ist der Charakter dieses zwei Stock hohen Saals, er wirkt mit seinen Säulenreihen und seiner sternbesäten Kuppel fast wie eine Kirche. Die großen Gesetzgeber und Seher der Heiden und der Juden, sowie die christlichen Sendboten, blicken aus den Wandgemälden auf uns herab. In der Nische aber steht kein Thron, die reichen Gemälde dort zeigen uns die heilig gesprochenen Könige und über ihnen den Heiland, aber nicht als Gekreuzigten dargestellt, sondern als König der Könige. Die Krone von Neuschwanstein ist der Sängersaal, hoch oben im vierten Stockwerk der Burg belegen. Am Treppenabschluß sieht jenes merkwürdige vielbesprochene Denkmal, das Ludwig dort anbrächte, eine Palme und davor ein häßliches Ungethllm, ein Drache, der die Palme anzuspeien scheint. Die Palme ist der König selbst, wen aber soll der Drache vorstellen? Der Saal ist 27 Meter (fast 90 Fuß)
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Nische des Ttzronsaals. lang und zehn Meter hoch. Nachts erleuchten ihn 563 Kerzen. Die Par-zival-Sage hat zahlreichen Bildern die ses Saales zum Vorwurf gedient, in der Sängerlaube .ist ein nordischer Sagenkreis mit der Weltesche gemalt. Der Wartburgsaal hat dieser Halle als Vorbild gedient, namentlich die reichgegliederte farbige und theilweise vergoldete Felderdecke erinnert an die Thüringer Burg. Hier, im Sängersaale, unter dieser heiteren Kunst, weilte Ludwig am liebsten. Das hochgegiebelte Dach der Burg ist mit Kupferplatten bedeckt, eine der vielen Ve-randa-artigen Ausbauten hat sogar ein vergoldetes Dach. Es ist herrlich schön dort oben auf der Burg, einerlei ob man den Blick schweifen läßt über diese wundervollen Säle, oder ob wir hinausblicken auf die Landschaft, wo der liebe Herrgott seine Meisterwerke ausbreitet. Jedes Fenster enthüllt ein neues Bild. Von diesem blicken wir auf das Hochgebirge, von jenem auf die kleinen Vergseeen. vom dritten Fenster auf das Tannenmeer, vom vierten in die schaurige Pöllatschlucht, in welche ein , wilder Gießbach stürzt und die überdacht ist von einer zierlichen eisernen Brücke. Von dieser Brücke aus ist der Ausblick auf Burg, Berge, Wald, Hochalpe und auf die Schlucht überwältigend, dort hat Ludwig viele mondbeleuchtete Nächte durchwacht, schönheitstrunken und versunken in sein Werk, diese wunderbare Verbindung von kunstsinnigem Menschenwerke mit der göttlichen Natur. Von Neuschwanstein nach Linderhos führt eine schöne Bergstraße. Wem Gott will rechte Gunst erweisen, den schickt er in diese Landschaft als Wanderer, oder auch als Radler. Mit dem Wagen braucht man gut fünf Stunden. Aber wir wüßten gar keine Wagenpartie, welche so dankbar wäre, wie diese, welche uns durch den Berggarten des Baiernlandes führt, am forellenreichen Plansee vorüber. Wer früh Morgens als Wanderer aufbricht, kommt Abends zur rechten Zeit noch nach Linderhof. Ist dieser Wanderer
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