Indiana Tribüne, Volume 24, Number 193, Indianapolis, Marion County, 31 March 1901 — Page 3
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lndiana Tribüne, Sonntag, 31. März ! 901.
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Än der Witte.
Von Rud. Leonhart, a. M.
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(2. Fortsetzung.) .Oh, im Erdgeschosse unseres Hotels befindet sich ein Agentur zum An- und Verkaufe von Grundeigenthum und als ich heute Nachmittag dort vorsprach, um die zum Verkaufe angebotenen Grundstücke in Erwägung zu ziehen, machte mich der Agent auf ein Eigenthmn aufmerksam, nxlches er in den siebenten Himmel erhob, so daß ich den Entschluß faßte, es in Augenschein zu nehmen. Habt Ihr morgen früh etwas zu thun, was Euch verhindern konnte, mich zu begleiten. Wenn nicht, um wie viel Uhr soll ich mit fcem Wagen hier sein?" .Ich habe nichts Besonderes vor," rwiderte Bella zögernd; .allein die Binder und ich sirfd so abgerissen .Weiter nichts?" unterbrach Earlos; .in dem Falle brauchen wir ja nur in einem der Mode-Emporiums vorzusprechen und eine passende Ausfteuer zu erwerben." .Ja, aber Onkel " .Keine Einrede, ttebe Bella. Das Aber" ist in meinem Wörterbuch gestrichen worden. So, das wäre in Ordnung, und nun die Zeit: würde neun Ubr 'passen? Dann buena nocte, und au revoir am Morgen." Am nächsten Morgen rollte eine elegante Kutsche vor das Haus und gleich darauf erschienen die Bewohner des dritten Stocke?. Francisco fungirte als Kutscher auf dem Bocke und an seiner Seite saß Mercedes. Carlos begrüßte seine Verwandten aufs Herzlichste und half Bella und den Kintzn beim Einsteigen. .Alles in Orduung," rief er dann dem Kutscher zu. .Fahr zuerst nach dem Stewart'schen Emporium an Broadway." Francisco gehorchte, und die stattlichen Rosse flogen in südlicher Richtung davon. Bella fühlte sich gedrückt und gehoben zu gleicher Zeit; das erstere, weil sie besorgte, man möchte den traurigen Zustand ihrer Garderobe entdecken; das letztere, weil sie seit Jahren in keiner Karosse gesessen und nun den belebenden Einfluß rascher Bewegung fühlte. Nach einer Fahrt von zehn Minuten hielt die Kutsche vor dem Laden an. Man stieg aus und trat ins Gebäude. Dort angelangt sagte Carlos: .Wie wär's, Bella, wenn Du Mercedes als Gehülfin mit Dir nähmest, während ich Fred in gleicher Capazität behülflich bin. Kein .Aber", wenn ich bitten darf und nun Eile, wenn ich bitten darf, damit wir noch bei Tage auf der Insel anlangen. Vergeß nicht, Bella, daß Du hinsichtlich der Auslage Carte Blanche hast." Man trennte sich,, um eine halbeStunde später wieder zusammen zu treffen, wenn schon in verbesserter Aufläge. Wenn der Les:r diese stattliche Dame bewundert und in ihr Bella Brown wiedererkennt, so kann er nicht umhin, tief von der Wahrheit ergriffen zu werden, daß .Kleider Leute machen". Als sie wieder in der Kutsche saßen, bemerkte Carlos mit großer Befriedizung das frohe Licht, welches in Bellas Äugen leuchtete, namentlich, wenn sie den Blick auf ihre Kinder richUte, welche in ihren neuen Kleidern ein wirklich anziehendes Bild abgaben. E? fühlte sich reichlich belohnt für die mäßige Ausgabe und rief Francisco heiter zu: .Nun nach der Staten Jsland Fähre, alter Freund." Es ist ein herrlicher Tag. Der Frühling ist zum Sommer gereift; allein eine frische Seebrise mildert die Hitze und muntert zu Gespräch und Frohsinn auf. Jetzt landen sie aus der Insel und Carlos dirigirt: .Die Anhöhe hinan, Francisco." Sie rollen auf einer trefflichen Straße dahin, im Schatten riesiger Ulmen, welche zu beiden Seiten der Straße stehen. Immer höher steigen sie hinan, obschon die Böschung so sanft ist, daß sie dieses Steigen kaum gewahren. Oben auf dem Plateau angelangt, läßt Carlos Francisco eine östliche Richtung einschlagen, welche sie mit jedem Schritte dem Meere näher bringt. Jetzt kommt es in Sicht und
ein Ruf der Bewunderung und des Entzückens entwindet sich allen Lippen. Kein Wunder! Wer kann wohl das Meer sehen, in seiner majestätischen Ruhe oder in seiner entsetzlichen Wuth, ohne seine Seele wachsen zu fühlen? Die Straße, welche sie nun befahren, ist nur zur Rechten mit Gebäuden besetzt, während zur Linken ein schmaler Boulevard der Straße entlang läuft, an dessen äußerer Kante der Felsen jäh mehrere hundert Fuß in die Tiefe abfällt, um am Fuß jetzt kosend, jetzt peitschend umspült zu werden. Jetzt habt Acht, Kinder," ermähnte Carlos. An diese: Straße liegt das fragliche Eigenthum. .Hallo, ist dort nicht ein .Zum Verkauf" ausgestellt?" .Allerdings, Oheim." erwiderte Bella, .allein dies ist ein förmliches Schloß... .So ist es das fragliche Eigenthum, Kind. Francisco, fahr nur mal hinein." Der Mexikaner leistete Folge und lenkte die Rosse in einen parkartigen Garten, an dessen hinterem Ende ein stattliches zweistöckiges Haus emporstieg. Unsere Freuirde sahen sich forschend um, ob sie Niemand erblickten, der ihnen den gewünschten Aufschluß geben könne. Richtig, dort ' kommt Jemand, wahrscheinlich in der Absicht, seinerseits die Wünsche der Fremden kennen zu lernen. .Guten Tag", ruft Carlos ihm zu, .ist dies das Vancouver'sche Eigen-thum?"
,Auszuwarten, Sir.
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wenn eS uns gefällt. Habt Ihr die Aufsicht hier?" .Jawohl, mein Herr." .Dann seid so gut, uns das Haus und die Außengebäude zu zeigen." Der Mann erklärte sich bereit und führte die Gesellschaft zuerst eine weife Veranva hinan, welche längs der ganzen Front hinlief und die Säulen eines Balcons trug, welcher das zweite Stockwerk zierte. Die Fenster des imteren Geschosses reichten bis zur Ver anda hinab, so daß man durch sie direct in die Zimmer gelangen konnte. Eine weite Doppelthür vermittelte den Eintritt in eine breite Halle, von welcher wiederum Thüren in die Zimmer zu beiden Seiten führten. Von der Halle stieg eine breite massive. Treppe ins obere Geschoß, wo ebenfalls eine weite Halle zu finden war. Alles war massiv und in bester Ordnung, obschon nicht die geringste Spur von Möbeln zu entdecken war. .Wie gefällt Dir das Haus, Bella?" fragte Carlos .Ausgezeichnet, allein die Ausstaffirung wird ein zweites Vermögen in Anspruch nehmen. Was soll das Eigenthum kosten, Oheim?" .Nur fünfzigtaufend, Bella; allein da ich baar bezahlen werde, wirft der Agent vielleicht genug ab, die Ausstattung zu erzielen." Als das Haus besichtigt war, durchwanderte man den Grunv und Boden, welcher mindestens drei Acker umscchte. Hier stand ein stattlicher Stall mit Wagenremise und anderen Raum. Dort erhob sich ein kleines Gewächshaus, in welchem tropische Pflanzen wegen Mangel an Fürsorge hinwelkten. Gan? am Ende des Grundstückes, dicht an der Straße, erhob sich ein zweites Wohngebäude von bescheidener Größe und mäßigen Ansprüchen. Es hatte ebenfalls zwei Stockwerke, deren jedes vier mäßig große Zimmer enthielt. Unter dem Hause war ein guter Keller und vor demselben befand sich, wie bei dem Schlosse, eine hübsche Veranda. Carlos unterwarf das Haus einer eingehenden Prüfung und sagte dann neckend zu Mercedes: .Nun. Alte, wie gefällt Dir Dein Haus?" .Mein Haus?" wiederholte die Mexicanerin ganz erdutzt, als ob sie nicht wisse, wie sie die Worte ihres Herrn nehmen sollte. .Ja, ja. Dein Huus, d. h., wenn ich das Eigenthum kaufe, was mehr als wahrscheinlich ist. indem es mir ausnehmend gefällt. Ja, liebe Mercedes, in diesem Hause sollst Du Deine Tage gemüthlich und bequem verleben. Doch nun kommt. Kinder. Ich fühle eine schmerzliche Leere in der Magengegend, und um diese zu füllen, wollen wir an den Strand zurückkehren und in einer Restauration den innern Mann stärken. Alles fertig? Allons donc. Fran-cisco."
Kapitel 4.
Verwirklichung. Ein Monat war verflossen, als Fred eines Morgens Onkel Carlos auf dem Trottoir vor dem Gebäude stehen fand, welches seine Office enthielt. .Komm, mein Junge-" redete der alte Herr ihn an, .ich wünsche Dir etwas zu zeigen. Kannst doch ein paar Minuten- abkommen? Nun wohl denn, ich werde nicht
lange stören." Ein schelmischer Blick, der sich bei diesen Worten aus seinen Augen stahl, berechtigt uns zu dem Verdachte, daß er irgend etwas im Schilde führte; allein wir kennen jetzt Carlos Bruno zu gut, um befürchten zu müssen. daß wir uns durch eine Begleitung auf dem vorgeschlagenen Gange compromittiren. Also vorwärts! Carlos schreitet auf den nahen Gerichtshof los und hält endlich vor einem Gebäude, welches ebenfalls zu Officen dient, allein das uns bekannte soweit in den Schatten stellt, daß kein Vergleich möglich kst. .So, da wären wir ja," sagte Carlos, und der Schelm in seinen Augen wurde sichtbarer. .Laß sehen: ich suche einen Advocaten, mit dem ich Dich bekannt machen möchte: Richtig, hier ist sein Schild: Friedrich Brown, Advokat, sechster Flur. Zimmer 25." Sodann zu dem Elevatorknaben: .Sechster Flur, mein Sohn." Fred war so erstaunt, daß er förmlich in den Elevator geschoben werden mußte. Jetzt erreichten sie den sechsten Flur, allein der Advocat ist noch immer
lo verdutzt, daß Carlos ihn am Arme nehmen und den Coridor entlang führen muß. .Ach, hier ist's," rief er.lachend; .Friederich Brown. Zimmer 25." Das stimmt, nicht wahr? Nun, Herr Neffe, treten Sie gefälligst ein. damit ich Sie vorstellen kann." Mit diesen Worten öffnete er die Thür und schob seinen willen- ja hilflosen Gefährten in ein helles Gemach, welches Fred sofort als das Muster einer Advocaten - Office erkannte. Ein Brüssr Teppich deckte den Fvßboden. An der Wand zur Rechten lief ein eleainter Bücherschrank von einem Ende ; andern, worin hinter Glasthüren änderte hübsch gebundener Rechtsfolianten standen. Ein geschmackvoller Schreibtisch füllte die Mitte des Zimmers und' rings um denselben luden bequeme gepolsterte Sessel zum Sitzen ein. Auf einem Seitentische stand ein Caligraph, und daneben saß eine junge Dame, welche die Zeitung las. sich jedoch beim Eintritt? der Männer erhob und grüßend verneigte. .Fräulein Rüstig, Herr Friedrich Brown," stellte Carlos vor. .Fräulein Rüstig, fuhr er dann fort, .mein Neffe sagt mir, er bedarf Ihrer Dienste ' heute nicht, läßt Sie jedoch bitten, sich morgen früh um neun Uhr pünktlich einzustellen." Das Mädchen verstand den Wink, grüßte und entfernte sich. Carlos dagegen führte den immer verdutzter werdenden Neffen durch eine offene Thür in ein .Hinternmmer, welches ebenso elegant t möblirt , war, allein c r . . ' . -
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dann in einen gegenüberstehenden Sessel nieder und . sagte mit einem gemllthlichen Lächeln: .Nun, Fred, wie gefällt Dir die Office des Herrn Juristen Friedrich Brown?" .Wie sie mir gefällt, Oheim? Ich bin gänzlich unfähig. Gedanken zu fassen und Schlüsse zu ziehen. Ich weiß wirklich nicht, ob ich wache oder träume. Sag. ist dies eine arabische Nacht und bist Du Ali Aladdin mit der wundervollen Lampe?" .Nein, ich bin einfach Carlos Bruno, alias Carl Braun, und Dein ganz gehorsamer Diener, welcher Dir eine Erklärung für diesen Scherz schuldet, den er sich mit Dir erlaubt. Du siehst, ich habe absolut nichts zu thun, und Müßiggang ist bekanntlich aller Laster Anfang. Des Pudels Kern jedoch, mein Junge, ist dies: In Deinem alten Quartiere hattest Du absolut keine Gelegenheit zu zeigen, aus welchem Stoffe Du gemacht bist. Die Leute urtheilen nach dem Scheine, weshalb ich mir die Freiheit nahm, diese Office für Dich einzurichten. Hier hast Du Gelegenheit, zu zeigen, ob Du die Jurisprudenz verstchst oder nicht, bist, mit anderen Worten. Deines Glückes Schmied. Die Einrichtung ist bezahlt, ebenso die Miethe auf drei Monate im Voraus, und Miß Rüstigs Gehalt dito. So, das ist alles, urtd wenn Du Dich jetzt dankbar bezeigen willst, so enthalte Dich jedweder Aeußerung der Art. Bedenke, daß das Geben immer seliger ist als das Nehmen und daß mir diese kleine Ueberraschung unsägliches Vergnügen gewährt hat. Und nun komm, morgen magst Du Deine neue Carriere beginnen, heute gehört Ihr mir und wir müssen nach No. 59 E. L. eilen, wo eine zweite kleine Ueber schung unserer wartet, an welcher Bella Ittd die Kinder Theil nehmen sollen." Der Advocat gehorchte und in. seinen Mienen konnte man die innigste Dankbarkeit lesen. Der Leser jedoch hat ihn längst als einen Meister in der Kunst der Verstellung kennen lernen, und wird sich deshalb kaum wundern, wenn wir ihm versichern, daß seine Blicke und sein Inneres den schneidensten Contrast bilden. In den Augen Erkenntlichkeit, in der Seele maßlose Gier. Wie unermeßlich reich mußte dieser Mann sein, welcher sich solche Scherze erlauben konnte, ohne deren Wirkung in seiner Börse zu fühlen. Und ihn sollte er mit Andern theilen! Nein und abermals nein. Er war entschlössen, vor keinem Verbrechen zurückzuschrecken, wenn er fremde Eindringlinge verhindern konnte, die Hän de nach seines Oheims, d. h. seinem Reichthum? auszustrecken. Und dieser Onkel: wäre es gut für ihn gewefen, wenn er auf Kosten seiner augenblicklichen Seligkeit, einen Blick in des Neffen schwarze Seele hätte werfen können? Die Zukunft wird es zeigen. Als Oheim und Neffe No. 59 erreichten, stand wieder eine elegante Kutsche vor dem Hause. Wie damals saßen Franzisco und Mercedes auf dem Bocke, und Bella nebst den Kindern drinnen .Steig ein, Fred," sagte der Oheim, .wir haben heute noch viel zu besorgen und müssen uns deßhalb sputen. Franzisco, nun zeig, daß Deine Rosse Feuer besitzen." Diesmal ging es direct nach der Staten Island Fähre, und eine Stun-
de nach der Abfahrt von der Wohnung lenkte Franzisco nochmals in das Eigenthum ein, welches wir früher beschrieben haben. Wieder zeigte sich der Mann, den wir damals vorfanden und bewillkommnete die Besucher. Doch war er diesmal nicht allein, denn Bella sah mehrere Personen beider Geschlechter hin und wider eilen. Auch stand das Haus diesmal nicht öde und verlassen, denn beim Eintritt in die 5)alle sah Bella, daß das feinste Linoleum den Fußboden bedeckte. Ein elegantes Hutgestell stand an der Wand und von der Decke hing ein glänzender Krönleuchter hernieder. Die Zimmer beider Stockwerke waren aufs Reichste und Geschmackvollste möblirt und im Parlor bot sich ein prachtvolles Clavier den erstaunten Blicken. Küche und Keller waren gleichfalls auf's Reichhaltigste ausgestattet und es wäre der schwungreichsten Phantasie schwer gefallen, einen Gegenstand zu erdenken, welcher nicht vorhanden war. Als die Besichtigung vorüber war, führte Carlos die Freunde in denParlor, ersuchte sie, sich zu setzen und fragte dann Bella: .Nv, Kind, bist Du zufrieden?" Ste. schaute ihn verwundert an und fragte" dann: .Zufrieden? Wie fo, Onkel? Ich verstehe Dich nicht recht... .Nun mit der Einrichtung, Bella. Gesetzt der Eigenthümer käme und fragte Dich, ob Du geneigt wärest, die Leitung dieser Villa zu übernehmen: Würdest Du einschlagen?" .Ohne Zweifel, Onkel; allein weßhalb mich mit solchen Fragen quälen? Es ist so unwahrscheinlich, daß mich der Eigenthümer je dergestalt fragen wird, daß Deine Scherze einen fast grausamen Anstrich gewinnen." .Du irrst Dich, liebes Kind. Dies ist nicht nur möglich, sondern Thatsache, indem der Eigenthümer Dich durch mich fragen läßt, ob Du wirklich geneigt wärest, ihm diesen Dienst zu leisten .Und dieser Eigenthümer, Onkel?" fragte Bella mit wachsender Aufregung. Bin ich, Kind. Ich übergebe Dir die Wirthschaft unter der einzigen Bedingung, daß Du für Onkel Carlos einen kleinen Winkel frei hast, den er bewohnen kann, wenn er zu Hause ist." Endlich begann Bella die Wahrheit zu ahnen, und so mächtig war der Eindruck, welchen diese Entdeckung auf sie machte, daß sie alle , die erlernten Regeln der sogenannten Selbstbeherrschung vergaß und sich wie ein kleines Kind geberdete. Mit einem Schrei des Entzückens warf sie sich Carlos in die Arme, herzte und küßte ihn und rief einmal über das andere: .Ob. ist
eS möglich? Ist es wirklich möglich? Wir sollen in diesen eleganten Räumen
sen!' Wir ote me Luft dieses
Plateaus athmen! Wir in dieser eleganten Karosse hinter diesen' feurigen Rossen umherkutschiren! Kinder, hört doch: Fred, bedenke doch! O. wie glücklich bin ich! Wie glücklich sind wir Alle!" ' Als sie endlich ihre Fassung wiedergewonnen hatte, sagte Carlos: .Es freut mich von Herzen, daß mein Thun Deinen ungetheilten Beifall findet. Doch kommt, Kinder, Ihr habt noch nicht Alles gesehen. Im Stalle steht eine hübsche Milchkuh; im Hühnerhofe gackern zahlreiche Hennen und krähen stattliche Hähne, während im Hofe mehrere werthvolle Hunde umherspringen." Man ging hinaus und gelangte endlich an das Haus, welches, wie wir wissen, an der Straße ganz am Ende des Grundstückes stand. Auch es war zweckmäßig, wenn schon bescheidener, eingerichtet und als Carlos den Mezicanern erklärte, daß dies von nun an ihr Wohnsitz sein werde, und daß er ihnen genug Schuldscheine der Vereinigten Staaten dponiren werde, um ihnen ein reichliches jährliches Einkommen zu sichern, war die Freude dieser einfachen aber redlichen Leute ebenso groß wie aufrichtig. Weiter forderte Carlos die Freunde auf, sich im Besuchszimmer des Landhauses niederzulassen und sagte dann: .Vernehmt, was ich in der nächsten Zukunft zu thun gedenke. Ich habe die nöthigen Schritte gethan, Fred, Dir jährlich ein Auskommen von $5,000 auszusetzen. Ich gedenke fernerhin, mein Testament zu machen, welches jedoch nothwendigerweise etwas unbestimmt gehalten werden irntß, indem seine endlichen Bestimmungen von der Zahl de? Verwandten abhängen, welche ich emsig aufsuchen werde und ernstlich zu entdecken hoffe. Doch davon ein ander Mal. Bella, wie lange wird es nehmen, Deine Ger'äthschaften hierher zu bringen?" .Wenige Stunden werden genügen, Onkel," sagte sie lachend. .Eine einzige Fuhre wird die Arbeit thun." .Dann laß dies morgen früh geschehen. indem die Dienstboten hier seiner Aufsicht benöthigt sind. Hier Franzisco und Mercedes, geht nochmals mit mir ins Hotl zurück, unsere Sachen zu packen. Hoffentlich sind wir im Stande, morgen Abend uns dauernd hier einzuquartiren. Und nun zurück nach der Stadt!" Wir haben es unterlassen, Freds Gefühle und Gedanken zu schildern, theils weil sie dem Leser bekannt sind, und theils, weil es eine widerwärtige Aufgabe ist, dergestalt im moralischen
Koth umherzuwandern.
Kapitel 5.
Das Testament. Die nun folgenden Tage waren voll Lust und Freude, nicht nur für Carlos, welcher seit dem Tode seiner Eltern nicht so glücklich und zufrieden gewesen war, sondern auch für Bella und die Kinder, welche lederen den guten Groß-Onke! täglich lieber gewannen. Bella war im Ganzen eine oberflächliche Natur, welche mehr durch äußerliche Umstände als durch Grundsätzc, Gedanken und Ueberzeugungen beeinflußt wird. Solche Gemüther legen stets einen übergroßen Werth auf Reichthum und die demselben entwachsenden Genüsse. Die schmerzlichen Entbehrungen der vergangenen sechs Jahre ihres Ehelebens hatten die Sucht nach sinnlichen Genüssen bedeutend erhöht, so daß Bella jetzt im wahren Sinne des Wortes in einem Meere von Glückseligkeit schwamm und in den stärksten Ausdrücken tagtäglich die tiefe Dankbarkeit aussprach, welche sie gegen den Urheber dieser Glückseligkeit empfand. Wenn Carlos sich die Zeit zu eingehenderen Characterstudien genommen hätte, so würde er ohne Zweifel den wahren Sachverhalt gar bald errathen haben. Er fühlte sich ebenso befriedigt in dem und duh dies neue Familienleben, daß er für nichts Anderes Sinn hatte und sich instinctiv aller Nachforschungen enthielt, welche sein Glück nicbt erböben konnten. 5?red sei-
nerseits war nur anscheinend zufrieden, indem die Furcht, die Gunst des Oheims mit Anderen theilen zu müssen, ihm bei Tag und Nacht keine Ruh: ließ. Carlos Voraussetzung, daß die neue elegante Office bald fördernd auf die Praxis einwirken werde, erwies sich als wohlbegründet. Kaum waren zwei oder drei Tage vergangen, als sich begehrenswerthe Clienten einstellten und den Neffen des Millionärs Bruno mit Aufträgen überhäuften. Fred mußte seine ganze Fassungsgabe in Anspruch nehmen, der fortwährenden geistigen Aufregung und Unruhe nicht zu erliegen, oder sie wenigstens nicht zu verrathen. Diese Aufgabe war bedeutend erschwert worden durch eine Anzeige, welche jetzt läglich in den Blättern der Stadt erschien und also lautete: .Personen, welche ihre Herkunft von Klaus von Braun beweisen können. welcher in Leipzig, Königreich Sachsen, Deutschland, lebte und dort im Jahre 1820 starb, werden es in ihrem Interesse finden, wenn sie sich mündlich oder schriftlich an Friedrich Braun wenden, Office sechster Flur, Zimmer 25 des X-Gebäudes unweit des Gerichtshofes." Die Aufgabe, die Besucher empfangen, sowie die Briefe lesen zu müssen, welche dieser .Anzeige entsprangen, war für den Advocaten, wie schon gesagt, eine wahrhaft titanifche. erschwert durch die Nothwendigkeit. Carlos tagtäglich Rechenschaft ablegen . zu müssen. Diese Prüfung wurde indessen einigermaßen durch den Umstand versüßt, daß es keinem einzigen der zahlreichen Applikanten gelang, die verlangten Beweise zu liefern, was Onkel Carlos ebenso betrübte wie den Advocaten entzückte. So verschwanden die Sommermonate, und der September hatte sich eingestellt, als Carlos eines Morgens in Freds Privatoffice erschien, dieselbe verschloß und sagte, indem er sich auf einen Sefsel niederließ: .Fred, ich fürchte, ich muß meine Nachforsckunaen nacb an-
l deren Welttbeilen übertragen, denn hier
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scheint es unmöglich, die Spuren weU lerer Verwandten zu entdecken. Ich habe mich deshalb definitiv entschlossen, binnen Kurzem nach Deutschland zu reisen und dort die Arbeit von Neuem zu beginnen. Die Seereisen sind jetzt höchst gefährlich; allein nichtsdestoweniger erfordert es die Vorsicht und Klugheit, daß ich mein Testament mache, ehe ich die Seereise antrete. Sei so gut und nimm Papier und Feder und schreibe nieder, was ich dictiren werde." Das Herz des Advocaten klopfte zum Zerspringen. Der entscheidende Augenblick war gekommen. Was mochte er bringen. Jedenfalls einen tiefen Einblick in das Vermögen des Oheims und somit die Fähigkeit, Maßregeln zu treffen, um unberufene Parasiten fern zu halten.- Während diese Gedanken in Freds Seele loderten, schwebte das theilnehmendste Lächeln auf seinen Lippen und die selbstlosesten Blicke hingen fragend an den Augen des Andern. Fertig?- fragte Carlos. Nun wohl, so beginn: Ich, Carlos Bruno, alias Karl Braun, Enkel jenes Klaus von Braun, welcher 1820 in Leipzig.Sachsen. starb, im vollen und ungestörten Besitze meiner geistigen Fähigkeiten, verfüge hiermit wie folgt ühe: mein Vermögen, welches aus Ver. Staaten Schuldscheinen zum Belaufe von einer Million, zehntausend Dollars und dem folgenden Grundbesitze und Gebäuden in New Aork und San Franzisco besteht: Hier folgte eine Aufzählung der Vesitzthümer, welche wir überschlagen, um dann fortzufahren: .Die Schuldscheine, welche vier Prozent Zinsen tragen. werfen ein Einkommen von $40. 400 ab, während die Miethen der Gebäulichkeiten weitere $15,000 abwerfen, was ein Gesammteinkommen von $53.400 macht. Ich ernenne hiermit die Direction der ersten Nationalbank der Stadt New York .zu Testamentsvollstreckern und erlaube ihnen $1.000 jährlich für ihre Mühe. Die Schuldscheine, welche jetzt im Gewölbe besagter Bank deponirt sind, sollen, im Falle meines baldigen Ablebens, dort einundzwanzig Jahre verbleiben. Die Testamentsvollstrecker sind außerdem angewiesen, die Miethen der Gräulichleiten collectiren zu lassen, und diesclben nach Ablauf der Miethstermine aufs Neue zu den günstigsten Bedingungen zu verrenten, und den Erlös, nach Abzug der unvermeidlichen Unkosten, wie folgt zu verwenden: Im Falle meines Ablebens sollen sie Friedrich Brown. Urenkel besagten Klaus von Braun, das ganze Einkommen meines Vermögens auszahlen; vorausgesetzt, daß keine weiteren Nachkommen besagten Klaus von Braun entdeckt werden, in welchem Falle das Einkommen zu gleichen Theilen unter alle Erben zu vertheilen ist. Wenn die einundzwanzig Jahre vorüber sind, sollen die Testamentsvollstrecker besagtem Friedrich Braun die ganze Erbschaft auszahlen; vorausgesetzt es werden bis dahin keine weiteren Nachkommen besagten Klaus von Braun entdeckt. Sollte dies indessen der Fall sein, so sollen sie die gesammte Erbschaft zu gleichen Theilen unter solche Nachkommen vertheilen. Uebrigcns sollen sämmtliche obige Verfügungen außer Kraft treten, im Falle ich mich verheirathe. Verfügt und unterzeichnet von mir. in Gegenwart zweier Zeugen am zehnten September, im achtzehnhundert und achtund sten Jahre unseres Herrn. Carlos Bruno, alias Karl Braun. So," sagte Carlos, als Fred alles niedergeschrieben hatte, sei fo gut und hole zwei Zeugen, welche meine Unterschrift beglaubigen." Dies geschah und nach wenigen Minuten stand Carlos Name in kräftigen Zügen unter dem Testamente, welches über sein kolossales Vermögen verfügte. Er nahm das Dokument, brachte es zu Fräulein Rüstig und sagte: Haben Sie die Güte, dieses Testament zu copiren. indem ich eine Abschrift dae -t . x f. . ?v . 1
von wunicye. ;$a will Ivanen, viv es geschehen ist." Das Mädchen gehorchte und wenige Minuten später waren sowohl Testament wie Abschrift in Carlos Besitze. Adio." sagte er nun zu Fred, ich will nach dem Gerichtshofe gehen und dies Dokument registriren lassen. Au revoir."
Kapitel 6. Auk.hoher See. Am ersten October sehen wir Fred, Bella, die Kinder und die Mexicaner auf der Wcrfte des Bremer loi)b in Hoboken stehen und ihre Sacktücher zum Abschied wehen. Der Dampfer Weser gleitet eben langsam in den Strom und auf dem Verdeck steht Carlos Bruno und erwidert energisch die Abschicdssignale, welche ihm gelten. Er setzt dies fort, bis das Sckiff die Bai erreicht und die Personen auf der Werfte aus dem Gesichtspunkt verschwinden. Dann geht er zu seiner Kajüte hinab, um sein Gepäck so zu ordnen, damit er während der Fahrt erreichen kann, was er braucht. Seereisen sind im Ganzen eintönig, allein nichtsdestoweniger wollen wir Carlos begleiten, indem Dinge passiren können, mit denen wir vertraut sein sollten. Uebrigens wollen wir die Erlebnisse nicht selbstständig berichten, sondern sein Tagebuch dazu benutzen, nicht nur um zu erfahren, was ihn interessirt, sondern außerdem seine Gedanken darüber 'zu entdecken. Am ersten Tage finden wir keine neuen Einträge; .allein am zweiten lesen wir: Oct. 2.. 7 P. M. Wir sind nun auf hoher See, und köstlicheres Wetter läßt sich schwerlich denken. Von Seekrankheit keine Spur, was mir sonderbarerweise den Wunsch nach etwas Sturm einflößt, blos um zu wissen, wie es einem Seekranken zu Muthe ist. Unser Dampfer ist ein Prachischiff. Alles ist neu, fest und zweckmäßig. Die Mannschaft ist unständig und die Offiltere die Höflichkeit selber. Eö über. "' ' ' ,
raschte mich, als mich der Capitän gestern Herr Brun" anredete. Ich hatte einen Augenblick vergessen, daß ich auf einem deutschen Schiffe und auf dem Wege zum alten Vaterlavde bin. Ich spreche allerdings das Deutsche noch immer ziemlich fließend, bin indessen froh, daß ich mich hier mit Jedermann darin üben kann. Unsere Passagiere sind ebenfalls recht nette Leute, wenigstens diejenigen, welche die Kajüte mit mir theilen und deßhalb in nähere Berührung mit mir kommen. Ich befinde mich nämlich in der zweiten Kajüte, indem ich mir habe sagen lassen, daß die Passagiere in der ersten Kajüte meistens anmaßende, aufgeblasene Leute sind, welche auf ihr bischen Geld pochen. Ich habe vielleicht mehr als sie; lege indessen nicht den geringsten Werth auf diesen Umstand, welcher in nur wenig Fällen mit Verdiensten verknüpft ist. Ich habe gefunden, daß die Mittelklasse gewöhnlich die wünschenswerthe Bildung und die gediegensten Kenntnisse besitzt und mache es mir deßhalb zur Negel, ihre
Gesellschaft aufzusuchen und zu genicßen. Unter den Passagieren unserer Kajüte gefällt mir namentlich eine Familie ausnehmend. Sie besteht aus nur zwei Personen, Vater und Tcchter. Des Mannes Name ist Redlich, und, er fungirte bis jetzt als Geistlicher der evangelischen Kirche in Baltimore, obschon er seine Studien in Deutsch land absolvirte. Er theilte mir mit, daß ihn eine kleine Erbschaft nach Deutschland rufe, wo er vielleicht bleiben werde. Seine Tochter, deren Name Hannchen ist, ist ebenso 'hübsch wie gebildet und aufgeweckt. Sie spricht drei Sprachen fließend und versteht zwei weitere hinreichend, sie lesen zu können. Sie ist sechsundzwanzig Iahre alt, wie sie mir selber lachend mittheilte, ein Umstand, welchen sie den überspannten Anforderungen der jungen Herren zuschreibt, während ich meinerseits geneigt bin, die Ursache in der Beschränktheit derselben zu suchen. Wir unterhielten uns vortrefflich, und so rasch verflossen die Minuten, daß ich Herrn Redlichs Angabe, es sei fünf Uhr und Zeit, uns zum Mittagsessen umzukleiden, für unrichtig angesehen haben würde, wenn meine Uhr diese Angabe nicht schlagend unterstützt hätte. Doch horch! Da läutet die Glocke und ich muß aufhören, denn mich erwartet erwartet nun, mein Teller. Oct. 4. Das Wetter ist noch immer so schön, wie man es sich nur wünschen kann, und ich unterhalte mich aufs Angenehmste. Die meiste Zeit verbringe ich in Gesellschaft der S?edlich'schen Familie. Pastor Redlich ist ein Mann von viel Erfahrung, und kann Einen stundenlang ohne Gefahr der Ermüdung unterhalten. Er ist nicht so salbungsvoll wie manche andere Geistliche und macht und versteht Scherz. Hannchen, ihrerseits, ist ohne Zweifel eins der interessantesten Frauenzimmer, . welchen ich je begegnet bin. Denke Dir, liebes Tagebuch, ich vergesse in ihrer Gesellschaft gänzlich, daß ich alt genug, Hannchens Vater sein zu können, und heute Morgen ertappte ich mich wirklich dabei, ein graues Haar auszurupfen, welches sich in meinen Bart eingeschlichen hatte. Hannchen! Wenn ich den Namcn höre oder ausspreche, so denke ich unwillkürlich an meinen guten Vater, welcher in seinen jüngeren Jahren das hübsch: Lied: Hannchen, mein Hannchen, u. s. w." zu singen pflegte. Ich bin nie arg versessen auf Damengesellschaft gewesen, kann jetzt kaum den Morgen erwarten, um mich aufs Verdeck bei meinen neuen Bekannten, ja Freunden, niedcrzulassen, Oct. 7. Heute Morgen kamen wir in Southampton an unv werden bis Abend hier verweilen, so daß ich Hannchen einlud, einen Spaziergang in der Stadt mit mir zu machen. Wir haben auf dem Dampfer mehrere jüngere Männe, denen die Liebenswürdigkeit meiner Freundin keineswegs
entgangen ist, und welche deshalb be-
gierig waren, bet dieser Gelegenheit als ihre Cicerone zu glänzen; allein sei es nun, daß ich ihnen zuvorkam,
oder daß Hannchen eben die Vortheile
reiferer Jahre und Ansichten zu würdigen weiß, jedenfalls trug ich bei die-
ser Gelegenheit den Preis davon und genoß einen Morgen, wie solche dem Sterblichen nur selten zu Theil werden. Hannchen zeigte den lebhaftesten Antheil an der englischen Seestadt und solch ungeheucheltes Vergnügen an mehreren in den Kaufläden ausgestell-
ten Kleinigkeiten, daß ich mir die Freiheit nahm, dieselben zu erwerben und ihr später als Souvenirs anzubieten. Manches Mädchen hätte vielleicht die penible Zurückhaltung gezeigt, welche bei verbildeten Leuten Mode ist; allein meine Freundin entzückte mich durch die anmuthige Bereitwilligkeit, womit sie meiner gutgemeinten Liberalikät entgegen kam. Southampton ist eine bemerkenswerthe Stadt, welche gleichkam ein Medium zwischen der alten und neuen Welt bildet, und bedeutende kommerzielle Vortheile aus ihrer Lag: zieht. (Fortsetzung folgt.) Ein ganz Tchlauer.
Der kleine Paul. Sohn reicher Eltern, hat in Zehnmarkstück verschluckt, das ihm in der Kehle stecken geblieben ist. Die geängstigte Mutter schickt ihn in Begleitung des Dieners Johann sofort zum Aerzt. Dem Arzt gelingt es auch, das Geldstuck zu entfernen. Auf dem Weg nach Hause denkt Johann bei sich: Donnerwetter, bei der Geschichte muß mindestens eine Mark für mich abfallen, das ist leicht gemacht." Er wechselt das Zehnmarkstück und, zu Hause angekommen, zahlt er nur neun Mark auf den Tisch mit den Worten: Hie? sind neun Mark, gnädige Frau, mehr hat. der Doctor nicht herauSkrieaen können." . ,
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Für die Köche. Vraune BouillonKar toffelmehlnocken.
2 Unzen zerlassener Butter mischt)
Unzen Kartoffelmehl und ein Pint kochenden Rahm, verrührt so lange über dem Feuer, bis si, Brei vom Kafferol löst, schul aus. mengt vier zerquirlte etwas Salz und den festen 4 Eiweiße hinzu, sticht Löffel Nocken davon ab. 10 Minuten in SalzwaN legt sie in die Suppe. Schneeklößche n.. bis sechs Eiweißen schlägt k. festen Schnee, vermischt ihn mtt Eßlöffeln gestoßenem Zucker un
streicht ihn fingerdick auf eine Schüs
sel; inzwischen macht man Milch mit etwas Zucker kochend, nimmt sie vom
Feuer, sticht mit einem Löffel Kloß-
chen von dem Schnee in die siedende Milch, deckt einen Deckel darüber und läßt die Klößchen in dem Dampf gar dünsten; kochen dürfen sie nicht, fönst würden sie zerfallen. - , Frikadellen von Kalbsl fi r slt P Yt V7n, nimmt hrm lifirrr'
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gebliebenen Kalbsbraten . ein Stück, macht von 2 3 Eiern nothwendigen Butter ein
Rührei und hackt dieses zus
mit dem Braten fein. Dann
man etwas geschabten Speck,
gehackte Sardellen, Zwiebel.
Eier, geriebene Semmel oder Z tjftl aTT2 nrVv TJ
4itigu. utyvt uuis bui UUt IUU sammen, formt flache Koteletts
panirt sie mit Ei und Semmel) sie in steigender Butter aus und x
sie mit einer Champignonsauce an?,
mein nhtr mrfvt Srtriiftfr f
nebenher reicht. Auch k
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Nierenbraten vom Ka
Knochen heraus und b ganze Innenseite mit
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ote liiere unv oeiegi nach ) Speck auch noch mit feine streifchen. Nun rollt !nnir Braten (mit dem lappigen Stuc. einer festen Wurst auf, 'umwickelt L sehr fest mit Bindfaden und brate diese Rolle sodann in halb Butter, halb Speck zu schöner Farbe. Die: Sauce wird auf gewöhnliche Weis? fertig gemacht und in einer Saurier:zu dem in zierliche Scheiben geschnitten nen Braten gegeben. Derselbe ist sehr schmackhaft und giebt auch einen be sonders zierlichen und ansehnlicher: Aufschnitt. Klößchen von Kalbfleiscb
m Suppen und Frikassee Man nimmtKalbfleisch aus der Sl i , i
royes ooer georaienes. dreimal durch eine Fleis
Die Sebnen können
an Suppen verwendet we
hackt auch frischenNierent
gleich mit dem Fleisch zu
Salz, gestoßenen Pfeffe
Eier, ein wenig Muskatn
zerlassene Butter auf Masse und etwas gerie daran, mischt alles gut
xuny. Klößchen davon und
wie Nocken in der Suppe oder bratet
sie in Butter und reicht sie nebenher zu klarer Rindsbrühe mit Blumen kohleinlage. Dieselbe Masse giebt eine gute Farce zur Fülle in Geflügel oder Kalbsbrust. Gewöhnliches Beefsteak. Man wählt hierzu ein zartes, saftiges, doch derbes Stück Rindfleisch, am besten aus der Oberschale, schneidet, die Sehnen aus dem Fleisch und hackt es ganz fein, oder schabt es mit einenr Blechlöffel. waö seiner ist. Es müs. sen alle Sehnen zurückbleiben. Sodann thut man ein Stück feingewieg ten Rindsnierentalg oder Rindermark, einen abgebrannten Teig, aus lj Unze Butter, 1 Unze geriebener Sem mel. einem ganzen Ei und einem Eß-
lös sei -Milch bestehend, hinzu, ferner fügt man Salz, Pfeffer und Mostrich daran, vereinigt durch tüchtiges Rühren die ganze Masse, formt davon fin- ' gerdicke Beefsteaks und bratet sie kurz vor dem Anrichten in brauner Butter mit Zwiebeln ab. Bis zum Bratm legt man sie aufeinander, damit si? frisch bleiben. f Pökelbraten mit Salat und K o m p o t. Ein Aepökelt:? Schweinsrücken oder eine gepökelt? Schweinskeule geben einen sehr schmackhaften Braten, den man übri gens ganz wie gewöhnlichen Schwein:braten bereitet. Man wäscht das cu pökelte Fleisch ab, schneidet di: Schwarte, mit der Spitze eines Messers der Länge und Quere nach, so daß si: in Vierecke getheilt ist. setzt es in tir.zz x Pfanne mit reichlichem Wasser, ab:? ohne Salz zu, thut iiit eine Pri'? Salz an die Sauc, ebenso Brotrinde zum Sämigmachen derscl ben. nach Belieben auch eine kleine ri schälte Zwiebel, und läßt es unt:? fleißigem Bcgießen mit der Sauce i einem heißen Of?n 2 3 Stund. bzattn, indem man bisweilen nach Verdunsten der Flüssigkeit . etw' kochendes Wasser angießt. Wenn Braten fertig ist. zu dem man gewcl. lich Sauerkraut und Kartoffelül." giebt, rührt man den Vratensatz r.'" ein wenig kochendem Wasser von l Pfanne los. gießt die Sauce durch Sieb und nimmt einen Theil des tes ab. .- -Jr Zwei fel. Pros.Was denken Sie von dem Me' Spinngewebe so natürlich an merdecke malte, daß das chen sich zu Tode bemüht' wegzukehren?- , Hau' mag wohl ei. solches ben haben -? " Dienstmädchen- N -
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