Indiana Tribüne, Volume 24, Number 192, Indianapolis, Marion County, 30 March 1901 — Page 7
Jndiana Tridunc. 30. März liiOl.
Sf
w
i c
Dr. J. K. Sulcliffe, Wund.Arzt, (ZkschZschtv-, Urin und Nectum Krankheiten. Offtt: 155 Ost Market Str. Tel. 94: r5u.T:snökn: b;l 10 E$t Senn.; t d.I4Ulzr?l,
nv n P 0ffiiw yfS IJs b. ndll
i S
H! jhnt Cts. oft dk WiLouFlzdY-Wcbäude, ttt. 224 v!srk 25s rlilcn Gtr., ttfte Sltgt . ttr:at. C1?st-4Mü : 3on 2 d,I 4 Htx Raftmttta&l. fkVUii: Cfr 883 'Scfc'r.un'i j S. Te 4 fcrrrbtt fii) ie fcstbtr: 13U7 iSorcl I!!! ylva.nl Bi,
M ; n.
fernem cu bern Italienischen dcö Ac.nini.
Otto Bepperrnann, Deutscher Zahnarzt, rVxri j o?stic Gcbaeado. A!mer 5Z. 207.
?i,
MnaDfm
r v.i
nn ino c
iiiiin
Kill JUUl kl lliwilliwtii
EelSIechtt trab Hnrkeiliniku. SO Wost Ohio Str. 2r. I. B. Kirfcpatrici ? f&fcntett Yraenk?anrseitt und rkyei ten tf kZeetums. $ftKTtfit tl rtifirt wmt?tun kklilt. Ot: ?btq BaUiicfl, 31 Ost O2l5o f tr WALTER " 's
ü 4- Sr 4- V
r
5i9. 13 Os! !:!st-etr3fcc, 'Is?;:n '0
Sinir.tt 43.
CTMfvr-!u : -12 Cr-.: 15 TW, ; 7
fc:r.itl;isl Kv JO i :br 'st i l ? Or
fr
W
nkkt
3 -
'V .'
" r-K m Jr .4
' . M ' n . .
-w Wvvll VI
Wo CR DicCarttz-Str. Sdrech funden: 8 bi 9 Uir Sem.. 2 Vi ä lltr 9iam.; S fci 9 Itfr Stoi.. Sonnta-? trn 8 bis 9 llbr Vorm. un: 7 di5 Üir Ädendk. Tc!:phza 1446. C. C. Everts, Deutscher Zahnarzt, Si Hord Pennsylvania Sir. a I ird us WunlÄ cnqeinfcL
ff y. iiU
a n n s m r i L A. SBdfkfl
mpt.cai; ös 1kl u
(Scrtfcj.uncj) VJlan sah. daß sie viel und mit je7.em leidenschaftlichen Au?brrch geweint Katte. der den Schmerzen der jungen Seelen häufig eine wohlthuende Er leichterung schasst, sogar zum Wonnegesühl werden kann. Sie muhte angstvoll, leidenschaftlich, mit innigstem Vertrauen gebetet hsfon. Ihr Vesich:chen war sehr blaß, ihre geschw?llen:n Auaen blickten matt und hatten bitt
farbeneNinge. TieLipren zitterten ncch
ein wenig, und lyre Hand pretzte das
Gebetbuch aus s Herz. w:e die Hand
7
Lttkßkzssz iuiln Aittt. Ftaaft ccU wrrdk rntgtn6tnirr tdl ft&alttB b3cn fttttartuaa til ta :tr titm imnK. 18 U i.4 G Cp.Ctr. CdWiS. O,g im Sn Vevm?ehen :
Zimmer int HajeslicOebsüilß jn reduzirten Preisen. Z&i fewfte Ossice-Vebud? in der Stalt. Foüfiiinöig feuetfirr. EchneLe aljtftiUU Bö oC modernen Be?uemtichkettkN. Sazcsragen bei & ÄPFEL Sßrnt. ü die JndianepoM Bas Co. 5,! . glsrea. Sevrgk Seinft'' Ndolrh eeidefticker. Fiorea & Seidßnslicker, ÄdvMm und Notare tU m Ithmt Str. Telephon 1772. Sk!t:r cnf hiixcibckariiÄe S!S:i hkit zu !lni. IdsoSoro ?. SoilUer geschickter Mld zttUssti, VnelhdsÄZsV. Pech nnd KieS-DScher, ÜSphalt. nnd Oilsonit.Tacher. Engrok.vSndle? in tüm Arten von Dochmaterialien. TlphsSSl. ÄO1 West naryland Ot. fctCftüi4 ck o SfclJlIJU? nb anarvUnö b Aergert diH dew Ange. Z reiße tt niqtculttcb ictttlaijt nltx, !sitn ftM TlS an
& TEstl
IsitV.
. x f M r rr a
v-
ry-pj
ce Doa In Itts TnTL u?k tal titVs festigt Äaaöiitöt Äze rettbc 13mtil kiazrZ,,' Brillen mTn ch Um tftt t3Ut4Wm kcx Kacx g?
des KrieaerS am Taqe der Schlacht
den Griff dez geriohnten SchwerteZ
sat.
Drcllino sah das Kr suhlte stq sonderbar bewegt... Ach! Die junge Henin rretnic... bie junge fieirin te tete Und er wußt.', warum.. Tat tlstz, der toiruKünn; des Herzog, hatte eines Taces beim zweiten Gläs
chen Ccgnac gesagt: Die Herrin hat
Anest nreaen der SJurnn und er
harte deutlich genug zu v:rstch:n gegebcn. warum sie Angst hatte... Dro?-
lino führte die Pferde Kerbel, so da
die Victoria unmittelbar vor der Wir
stand. Tann warf er die Zügel in die
Hände des erstaunten Bedienten und war im Sprunge auf dem Boden. Er ?Muq das Wagendacb auf und lie'z das lederne Vortuch hinunter, dan b?t e? der Herzogin respcctvoll den Urm. um ihr bew Einsteigen zu bels5n. Jetzt erst gewahrte ihn Milla. Ueber ihr verstörtes Gesicht huschte ein trau riges Lächeln.... es war ihr noch immer, als müsse sie weinen!.... Aber in ihrem müden Blicke lag etwas wie eine unbewußte Bitte, ein unbewußter Appell an das Mitleid und die Sympathie. Sie war noch immer höchst aufgeregt, und ihr Herz, noch durchdrungen und gehoben von dem frommen 2lufschwung zu Gott, war erfüllt von der mächtigen Begeisterung des Gebetes, welches alles herzlich und brüderlich umfaßt. Es brauchte sehr wenig, sie aus's innigste zu rühren. In der That machte der Anblick dieses Menschen, den sie sich und .dem Andenken ihres Vaters in Liebe zugethan wußte, in diesem seltsamen Augenblicke ein? nicht weniger seltfameWirkung auf sie. In ihrer schmerzlichen Sorge, in ihrer moralischnVereinsamung kam ihr Drollino fast wie ein Freund vor. Sie blickte auf ihn mit unbewußter, aber liebreicher Freundlichkeit und legt: einen Augenblick, ohne es zu wissen, wie eine Müde, die eine Stütz: sucht, ihre bloße Hand jaus die mit gemöledernen Handschuhen bekleidete Drollinos, welche er bereit hielt, um ihr einsteigen zu helfen. Ein mächtiger, aber sofort uerdrückte? Schauer durchbebte Drollinos magere Gestalt. Ein sofort wieder erlöschender Blitz flammte durch seine fchwarzen Augen, dann neigte er wie schuldbewußt das Haupt, stützte Milla mit der Krast seiner eisernen Faust und half ihr in den Wagen steigen. Sie bemerkte nichts von der gewaltigenEr-
schutterung, welche Drollino in allen Fibern seines Wesens erregt hatte. Mit einem Satze war Drollino auf dem Bocke, und fort ging's in eiligem Trab auf der schmutzigen Straße. Die Herzogin, in ihren Plaid gewickelt, versunken in jene gänzliche geistige und körperliche Abspannung, welche immer der durch einen aufrichtigen Herzenserguß veranlaßten Aufregung folgt, überließ sich gern d:r raschen Bewegung des Wagens. Ihr müder Blick verlor sich in den trüben als Negen niedersinkenden Nebelschleiern, die über der Landschaft lagen. Und Drollino ließ die Pferde fliegen. Er reizte und spornte sie mit seinem kurzen, schrillen Zuruf, welche? ihnen den Teufel in den Leib zu jagen schien. Der Bediente sah ihn, eingeschüchtert, jeden Augenblick von der Seite an und wagte nicht, ihn etwas zu fragen. Im Innern des Wagens wiederholte die entsetzte Kammerfrau mit leiser Stimme ihr unzähliasn Avemaria. Die Herzogin war
ack?tlos für Gebet und Furcht. Sie rechnete aus, wie diele Tage noch derstreichen würden bis zu Olgas Abreise. Sie kamen ohne Unfall nach Hause. Milla bemerkte beim Aussteigen, daft sie sich kaum mehr auf den Fußen halten konnte. Sie erinnerte sich, daß sie noch nichts genossen hatte; dashalb gedachte sie. bevor sie sich in ihr eigenes Gemach begab, einen Augenblick im Speisesaal zu verweilen. Dieser lag in einem anderen Flügel der Villa, wo das Geräusch des ankommenden Wagens kaum hatte beachtet werden können. Die Tafel für das gemeinschaftliche Frühstück war noch nicht bereit; aber in einer abgesonderten Fensternische ließ ein sehr elegant gedecktes Tischchen für zwei Personen erkennen, daß dort ein fröhliches Frühstück stattgefunden hatte. In der That hatten der Herzog und die Baronin Olga soeben, den Kaffee genommen. Sie waren alV lein; keine Gäste, keine Diener. In dem. anstoßenden Zimmer jedoch ertönte in einem fort das Klickklack der Billardkugeln, die auf dem grünen Tuch an-: einanderstießen, und ein nicht weniger' unaufhörliches Hin- und Herreden von männlichen Stimmen. -
Olga war in ein weites Morgenkleid
vroneien walken einer gronen Süzarse ' aus vlämischen Spitzen. Der energische
Slavenkopf trat wundervoll aus dem Postament von Spitzen und dem Hintergrund der Tapete aus gepreßtem Lcder. Die Baronin ruhte ausgestreckt in einem Sessel und lieh einen Arm herabhängen. Sie rauchte eine Eigarette aus orientalischem Tabak, und ein derführerisches Lächeln umspielte zwischen den üppigen, frischen Wangen ihre feuchten, rothen Lippen. Giuliano saß nahe bei ihr rittlings auf einem Stuhl und ließ eine Hand auf der Eessellehne ruhen. Sein regelmäßiges, schönes Gesicht war ihr zugeneigt, und er streckte mit sichtlichemVergnügen seine mit einem Kneifer bewaffnete Nase in den stark duftenden Rauch der Cigarett;. Aber auf einmal zog er die Nase zurück mit der Bewegung eines Kindes, das sich von der verbötenen Frucht entfernt, und stieß einen halb traurigen, halb komischen Seuzer aus. Ach!" sagte er dann in einem Tone, der ebenfalls etwas halb Spaßhaftes, halb Pathetisches ausdrücken sollte. Wigt Ihr, an was ich in diesem Augenblicke denke?" Sie wußte es wohl und gab sich nicht die Mühe, zu fragen, was es wäre. Er aber, um das Gespräch in Fluß zu halten, gab auch die Antwort: Ich denke an Euer pfirsichfar-
benes Cabinet mit den granatrothcn Nelken."
Dummheiten.... mein Lieber: was
vorbei ist. ist vorbei. Ist es nicht eine
ausgemachte Sache, daß gerade Ihr der
glucklichste aller Sterblichen seid? Und
wenn Ihr je in Eurem Leben dumme Streiche aemacht habt, so ist es nur
recht...."
Daß ich dafür büße, nicht wahr?
fragte Giuliano mit einer Bitterkeit des Tones, die pathetisch sein sollte.
Sie hatte dafür em boshaftes La
cheln.
Aber, mein lieber Creole. Ihr seid immer sehr unabhängig gewesen und habt es gewollt...." Nein nicht ich habe es gewollt,antwortete er ärgerlich, meine Mutter bat es gewollt..." Ah!" sagte sie. Und sie sah ihn lächelnd an. mi jenem Lächeln, das den Glanz ihrer elsenbeinernen Zähne voll aufleuchten ließ. Und an diesem trüben.regnerischen Tage in der schweren Luft des altertbümlichen Speisesaales gewann ihr Antlitz einen geradezu dämonischen Ausdruck von Leben und Bewegung; einen Ausdruck, der Blut heiß aufwallen ließ Giuliano fühlte, wie er schwach wurde.... gemein.... verächitlich.... Sie fing an zu lachen; aber sie blies in der Rickitung dieses blauen, schmachtenden Auges, das sie anblickte, wi: ehedem, ein wenig Rauch; es schien ein berauschender Seufzer zu fein.... O!" sagte der Herzog laut, wie er bisher gesprochen, sagt mir, o sagt mir, daß nicht alle dummen Streiche nicht wieder gut zu machen sind, und daß der ungeheure, pyramidale, den ich beging, als ich eine Frau nahm " Olga schnitt ihm mit ihrem scha:lendsten Gelächter das Wort im Munde ab. Sie hatte die Herzogin starr und unbeweglich ihnen gegenüber auf der Schnelle gesehen. Hatte sie gehört? Nach ihrem Anblick zu schließen, schien wenig Hoffnung vorhanden, daß di:s nicbt der Fall war. Aber Olga dachte, daß das Glück den Kühnen lächelt, und benachrichtigte Giuliano mit einer kaum bemerkbaren Geberde. Dann erhob sie sich mit einer aller Beschreibung spottenden Zwanglosigkeit und ging mit dem liebenswürdigsten, herzlichsten Lächeln der Herzogin entgegen. Guten Tag, meine Liebe,, wie geh! eS Dir? ch bin früh herabgekommen,' nicht wahr? Die Andern schlafen noch, die Faullenzerinnen! Und nun. wie ist Deine geheimnißvolle kleine Reise ab
gelaufen?"
Milla antwortete nicht und that
nicht, als ob sie hörte. Sie athmete schwer und versuchte mit einer nervösen, mechanischen Bewegung die Handschuhe auszuziehen. Tu Arme!" suh? Olga immer eifriger fort, man sieht, daß Du sehr müde bist. Ich glaube es... bei diesem schlechten Wetter.... Ich sagte Deinem Manne eben " Gewiß, gewiß!" fiel G'eiliano ein, um die Baronin zu. unterstützen. Eben .... sagte sie mir, und ich stimmte ihr bei, daß Du gar nicht wohl daran, thätest, und daß es eine Deiner gewohnten Phantastereien sei und ich! dadurcb, daß ich sie zugebe, einen dummen Streich..." Aber die Baronin, welchMillas Ge-. sicht aufmerksam studirte, schnitt des' Herzogs Erfindung mit einem Blicke' ab. Fühlst Du Dich unwohl?" fragtesie die Herzogin mit einer sich wunder-' bar steigernden Liebenswürdigkeit. Milla antwortete nicht; sie fühlte ihre Kehle von einem hysierischenKram-, pfe zugeschnürt. Und doch wollte sie. sprechen, wollte mit einem geeigneten Worte das Gefühl des Unwillens aus-', drücken, das sie beherrschte. Aber die; nervöse Aufregung, welche ihre ganzes arme, kleine Gestalt erschütterte, überwältigte sie vollständig. Milla fühlte ihre-Sinne schwinden, sie sah nicht mehr hell, es rauschte und läutete in ihren Ohren. Sie wankte und stützte.
sich, um mcht zu fallen, mit beiden
von rothem Caschmir gehüllt, und ihr Händen auf ein nahestehendes Tischk..T41i.n'K I. - Vi. J&l'jZttt - ' ' , ' iti i
yuis uciuivuiu in vtu iiubuiu):g gc CQCN.
2j-ga eilte zu ihr hin und wollte sie stützen. Milla gewahrte mit schwindenden Sinnen die ihr drohende Berührung und empfand ein so heftiges Gefühl von Abneigung und Stolz, daß sie. wie elektrisirt, einen Augenblick wieder zu sich kam. Sie erhob sich, trat einen Schritt zurück, und über ihre' blassen Lippen trat ein zitterndes' Nein" voll Haß und Empörung. In dem großen Speisesaale herrschte einen Augenblick ein peinliches Stillschweigen. Plötzlich wurde die Hrezogin ohnmächtig. 7. Capitel. Alle Damen waren etwas aufgeregt und unruhig im rothen Saale beisammen. Wirklich?.... Milla hatte sich unwohl gefühlt?.... O die Arme! Aber
wie.... warum? Vielleicht die Ermü- j duna vom Balle...." Ja'" bemerkte die Gräfin Garbi, man sah. daß sie zuletzt ein wenig abgespannt war." Nein!" ließ eine alte Dame sich hören. Es wird wohl etwas anderes.... eine interessante Neuigkeit sein." Potz tausend!" antworteten die Damen im Chor mit verständnißvollem Lächeln.... Wirklich?" bemerkte Olga, welche in diesem Augenblick eingetreten war. Wie schön wäre das. welch ein Glück für Beide!" Du warft im Saale, nicht wahr, als die Arme sich unwohl füllte?"
fragte die zunge Gräfin Ghisneri. Ja, meine Liebe, ich hatte einen furchtbaren Schrecken. Ich war zum Frühstüü hinuntergegangen.... Auf einmal erscheint Milla leichenblaß auf der Schwelle. Sie war Gott weiß wo gewesen, um zu beten.... zu beichten.... was weiß ich.... ihr wißt ja. wie fromm, wie gut das liebeWesen ist. Das feuchte Wetter hatte ihr jedenfalls geschadet, sie war erschöpft.... denn sie ist so zart, nickt wabr? Kurz, ich sah. wie sie vom Schwindel erfaßt und plötzlich ohnmächtig wurde.... Ich eilte herbei, um sie zu halten; ich fchrie.... ich rief; zum Glück waren Leute im Billardzimmer .... Sogleich kam auch der Herzog, die Kammerfrauen eilten herb:i, wir trugen sie hinauf... Sie kam nach und nach zu sich, und ich habe sie eben jetzt, da sie sich besser fühlt, verlassen." Ich will hinaufgehen und nächsthen!" sagte die alte Dame. Wenn es interessante Neuigkeiten sein sollten.... würde ich sofort der Herzogin Margherita schreiben." Wo ist diese liebe Frau jetzt?" fragte Olga. O, noch immer in Turin. Und wie
ich sagte.... Meine liebe Marchesa," bemerkte Olga leise und schmeichelnd, es kommt mir eben in den Sinn, daß Milla imBcgriffe war zu schlafen, vielleicht würde ein wenig Schlaf ihr befser thun als alles andere." In diesem Augenblick trat Giuliano ein, und alle umringten ihn und fragten nach dem Befinden seiner Gemahlin. O, es war durchaus nichtsErnstlichs, ein vorübergehendes, von der Kälte und Müdigkeit veranlaßtes UnWohlsein. Milla war sofort wieder zu sich gekommen und ließ ihre guten Freundinnen grüßen; sie wollte einige
Stunden schlafen und würde ohne
Zweifel bei der Mahlzeit wieder erscheinen. Giuliano war heimlich sehr schlechter Laune. Wie dumm war er gewesen! Ein Schulknabe hätte nicht Ungeschickter hineinfallen können.... Und'eigent
lich... für nichts. Und wer weiß, welche
Scene ihm nun bevorstand, was für
Vorwurfe Milla ihm machen wurde! Zu feiner großen Ueberraschung jevoch hatte ihm Milla gar keine Vorwürfe gemacht. Als er vor dem Mittagsmahl in's Zimmer trat, um zu
fragen, wie es ihr gehe, fand er sie noch unbeweglich im Bette liegend. Sie schien ihn nicht zu bemerken, sie hielt oie Augen geschlossen. Giuliano zögerte einen Augenblick, dann rief er leise: Milla!" Sie öffnete die Augen, zwang sich zu einem schmerzlichen Lächeln und schloß sie langsam wieder. Milla!" wiederholte Giuliano. Sie antwortete nicht ; sie schloß die Augen noch fester, um einer Thräne zu wehren. Giuliano wartkte einen Augenblick; dann entfernte er sich zögernd und beunruhigt. Vielleicht hätte er eineScene vorgezogen. Er macbte mit denDamen einenAusflug zu Pferde. Als man zurückkam, hieß es, daß die Herzogin auch zum Mittagsmahl nicht herabkommen würde. Es war etwas Fieber zu ihrem Unwohlsein gekommen. Die Gäste drückten natürlich ihr Bedauern aus, und darauf ging jeder in fein Zimmer, um sich zum Mittagessen anzukleiden. Aber in dieser halben Stunde, in welcher die Frisuren wieder aufgebaut, das Kleid gewechselt, Fichüs über die Schultern geworfe , oer Schnurrbart gewichst und die Nägel geglättet wurden, drang eine pikante Neuigkeit von einem Zimmer in's andere, oder wurde im Halbschatten des Ganges eilig ausgetauscht. Aus der Gesindestube. von wo sie ausgegangen, machte eine Nachricht rasch die Runde durch den ersten Stock. Als die Glocke zum Mittagessen rief, hatten Alle, d Betheiligten natürlich ausgenommen, den wahren Grund von Millas Ohnmacht erfahren. Gewiß... sie war unerwartet eingetroffen und hatte gesehen., hatte aebört.... Was? daö saate man niZt,
ttflens. weil man es n:cyr rech: wuizie. und dann, weil im Verschweigen der köstlichste Reiz lag, daß man sich denken konnte, waS man wollte, und für die Vermuthungen ein weites Feld offen war. Das Ereigniß hatte einen unbemerkten Zeugen gehabt, den Bedienten, der für die Herzogin die Thüre des Speisesaals geöffnet hatte. Natürlich hatten die Auslegungen ihren Anfang in der Küche genommen. Die Vergangenheit Olgas und Giulianos war für die Dienerschaft nie ein Geheimniß gewesen; daß der Hcrzog auf's Neue vernarrt war, konnte den' Argusaugen der Diener sicher nicht entgangen sein. Man sprach ohne Scheu von dem Vorfall. Die Meisten bemitleideten Milla, un-
ter diesen natürlich die im Hause aufgewachsenen Angestellten. Aber ein gewisser Kreis beschützte hartnäckig Olga,'
em schönes Weib, , bei Gott, das zu
Pferde viel Muth und eine feste Hand
zu haben schien!
Einer von ihnen wollte auch Drol-
lino in's Gespräch ziehen.
Was sagst Du dazu, he?" Aber er antwortete nicht; v: sagte, er habe Anderes im Kopse, ein Füllen, welches lahm zu werden schien. Er nahm die Mütze und ging, obschon der Regen in Strömen fiel. Olga kam zum Mittagessen in einer reichen Toilette aus olivengrünem Sammt, die ihr wunderschön-stand. Aber gleich nach Beginn der Mahlzeit fing sie an. Verdacht zu schöpfen. Sie begegnete bald da einem eigenthümlichen Lächeln, bald dort einem neugierigen Blick, der einen Augenblick auf ihr rh:n blieb und dann xau) weiter floh. Beim Braten war sie fast gewiß, beim Kaffee derblieb ihr kein Zweifel mehr. Eine Dame wandte sich an sie und erkundigte sich bei ihr mit merkwürdiger Betonung nach dem Vesinden der theuern Milla. Olga ließ sich nicht aus der Fassung bringen. Sie verbarg meiste: lich ihre lebhaste Erbitterung, war heiterer, freundlicher und liebenswürdiger als je. Sie gab immer die passende Antwort, sien kein Lächeln zu bemerken und hielt hartnäckig fest am buchstäblichen Sinne aller Fragen, die man an sie richtete. Aber im Grunde ihres Herzens, war sie wüthend. Auf Milla, wohlverstanden. Was war dem Gänschen in den Sinn gekommen, sie nach Astianello einzuladen, mn ihr dann solche Scenen zu machen und sich als stummes Opfer auszufpielen. Das Schone dabei war noch, daß sie sich um diesen albernen Giuliano nicht im Geringsten kümmerte und nur die besten Absichten hegte. Ihn hatte sie längst aufgegeben, man wußte es ja. Olga hatte auf die Probe stellen, sich ein wenig unterhalten wollen, weiter nichts. Sie hatten sie eingeladen, um ihr zu zeigen, daß sie sich nicht fürchteten; es war doch natürlich, daß sie ihnen eine kleine Lektion gab. Aber nun brachte Milla durch ihre Unkluoheit sie in eine schiefe, unangenehme Stel-
lung und verdiente dadurch in derThat
SZl
(Fortsetzung folgt.) Die kürzlich von der Centralbahn von New Jerfey in Northampton errichtete Riesen - Cement-
Brücke ist die erste ihrer Art. Sie tu
streckt sich über den Hokendauqua Creek und da sie sich im Herzen der Ce ment - Region befindet, so wurde die
ses Material verwendet. Die Brücke hat eine Spannweite von 120 Fuß, ist
20 Fuß hoch im Mittelpunkte des Bo
gens und weit genug für drei Eisenbahngeleise. 350,000 Fässer Cement
waren zur Construktion erforderlich. Viele Ingenieure zweifelten an der
Möglichkeit einer solchen Brücke, doch
erkennen sie diese zetzt, nachdem sie ser liggestellt ist. als einen großen Er folg an.
Im Alter von 91 Jahren ist bei Hartford, Mich., Weso Mota, Ehrenhäuptling der Pokagon - Indianer. dem Zottawatomie - Stamme
angehong gestorben. Er war em Vet
ter des bekannten Häuptlings Poka
gon. der vor zwei Jahren starb, wor
auf Weso Mota zu seinem Nachfolger
erwählt wurde. Der Alte war fast völlig erblindet, aber sehr heiteren Gemüthes und bei den Seinen allgemein beliebt. Die nach dem Tode Pokagon's erfolgte Wahl Weso Mota's zu dessen Nachfolger wurde nach den alten indianischen Gebräuchen und Ce-
remonien imMai 1899 unter dem dem Stamme hierzu dienenden uralten
Baum vollzogen.
Mit einem interessanten Proceß haben sich die Gerichte in Fort
scott. Kan.. zu besassen. Dr. Tho
mas O Z.oole von Barter pnngs
hatte sich bei drei Logen in der Höhe von $81(X) versichert und verschwand
bald darauf. Es wurde berichtet, er sei in Senora. Tex.. gestorben. Aber
die Logen witterten Unrath. sie ließen
das Grab offnen und fanden m-dem-selben eine Anzahl Steine, die in eine Decke eingewickelt waren. O'Toole und ein Gefährte wurden 200 Meilen weit verfolgt und nahe der mexikanischen Grenze ergriffen. Sie wurden beschuldigt den Versuch gemacht zu haben, die Logen um das Versicherungsgeld zu betrügen, wurden aber freigesprochen, da kein Versuch gemacht worden war, die Versicherunggelder zu erheben. Jetzt dreht O'Toole den Spieß um und verklagt die Logen auf Z24.500 wegen ungkr rechtfertigt Einkerkerung.
Big Bahn.
7
er neue Florida Epezialzug
via die Big Four Route. vollständiger vcstibul-Zug
verladt ?kndianabliS um iVIX 11 hr Wn&mH.
tags an jedem Mittwoch und Samstag an und nach dem 16. Januar und geht ohne Auf enthalt nach St. Auaustine durch kommt inV JtT m rrv Cl V c - ' t rm .
Naujcnnuc um v.ou noencs uno in r. 'luamtine um 8.30 AbcndL am folaend
Taae an. Schlafstellen Ziatcn von Jndiana,
oiis nach beiden Platzen $0.50. 9Wn Tirfofa 9sit&?itnff itK 5?skl.
VWVflV! VV-Vf VMV4Wi4 ItUV gons spreche man bei Agenten der Äig Four
vor.
H. M. Bronson, V. G. P. A.
eimsuchers
(lusflüge.
Gikige Natcu !
Nach vielen Punkten in folgenden Staaten: -
Alabama, Arizona, Arkansas, Britisch Coumbia, Colorado, Florida, Georgia, Jdayo, Jndian Territory, Iowa, Kansas, Kenwkry,.
Louisiana, Manitoba Michigan. Minnesota Mrssouri, Montana. Mississippi. Ncbraöka New Mexico, North Dakcta, North Earolwa. Oklahoma, Oregon, South Takota, South Carolina, Tennefsee, Texas, Utay, Bnawia. Washington, Wisconsin und -yoming üb, die
8igFourHoufe
Verkaufsoatum:
5 und 19 März,
2. und 1. April 1901. Volle nähere Einzelbeiteii find u erfragen bei dca
Ägemen der .Big 4 Route oder man schreibe an :
W a r r k n I. L y n kk,. 7 . L. T e v v e.
?en. Pa. u. -zia. Agr... (S. P. u. T.g Cincinnati.O. M. B r n s o n . A. G. P. Ag.. TkndianapoliS.
BMge Raten nach GnNforniw
via
3ig Four Routo.
Am 5., 12., 19. und 26. März, 2., 9., 16.; .
23. und 30. April 1901, werden Spezial -
Einweg Colonisten Tickets" nach Punkten m Calisornien zu sehr billigen Preisen Via Big Four Route Verkauft. Volle Auskunst und Einzelheiten übr Fahr plan, Preise, Tickets, etc.. geben Agenten der Big Four Route oder man schreibe an Warren I. Lynch. W. P. Teppe. Gen. Pass. & Ticket Vgt. sst. G. P. & T. . Cinrinnoti, C. H. M. B r 0 n s n. A. G. P. A., Indianapolis. Arrangiren Sie Ihre Sommer . Reise zum Besuche der Pan-Amerikanisch. Ausstellung in BUFFALO, Vom 1. Mai bis 1. November 1901. Niagara Falls, Eine der 7 Wettwunder, blos eine Stunde von Bunalo entfernt. Thousand Islands, Muskoka Lakes. Adriondacks und Neu-Enqland Punkte, nur eine kurze, angenehme Fahrt ver Bahn oder zu Wasser. Wöchentliche Slusflüge via ::. BIG FOUR KOUTE :.- nach ZEB3xminnRiIIo9 Tienstag. den 7.. 14.. 21. und 28. Mai. Preis von einer Fahrt, rlus I Dollar, Rundreise, gültig zur Rundfahrt von Vuffako bis Alitternacht des zebnte Taaes nach dem Berkaussdatum. Auf alle liefet, für einfache oder Rundfahtt, nach östlicki von Buffalo, wird da Recdt bewilliat. auf 10 Tage in Buffalo anzuhalten, gegen Tervnirunq des Ticktts beim Gemeinsamen Agenten daselbst und Bezablung einer Gebühr von $1.). Äegen Einzelheilen. Circulare. xc., wende man sich an Warren I, Lynch. W. P. Texpe, Gen. Pass. & Ticket Slgt. Lsst. G. P. K T. A. Cincinnati. . H. M. B r o n s o n. A. V. . V.. Indianapolis. Ind.
WW 'kG 'WtmV.
y zs u,'v
3T
ElPANS TABUIES
re intcr. Jed sor cnlldrcn, bdics nd all who preser a medidac disguised con scctloncry. Thcy may now be lad (put up in Tb Boxes, scvcnty-twö jn & box), pricc twcnty-Cve cents or five toxes (et
oacdclkr. Any drujnnst will ert thera ,
j ifjxuiashtandthey nuyalVaysbe x2 ! ' . JX
, wkOMw vj remuung uic pnee lo (i5
lsicKipansuiemjcsl jomDanv' K. 1
'w Kaio ' lTVKHS
W. GIERKE, DeutsHee : : Buchbinder CH Oft 9Uitf Cts., (&Ufcstxl)
äS ncatkkaf
