Indiana Tribüne, Volume 24, Number 192, Indianapolis, Marion County, 30 March 1901 — Page 1
I
.
x cSS3G2wS?F) ( (4 JJ a$c und $ f Sonn tar Matt $ lOepcr Spjöc. 8
f-fvfr rfl 's? rr -Vs nS I S s ) j f v- u-liJ-j li' iM- U Ü' Ih
(( n
vsy
o LVyJK
'O-d
p
I SSsv- -., .
' J N i1 r
rS3SSSSi5S53699n $ Tage, und g S SoimtagsMatt $ ?4 t r- w.. Ns. fä
xvj vfc -wvuji,. ( I SSSSSSSSSSSSSS
U V A $ V SSSSSSSSSSSSSS
(Drsdjcfut jeden ZZachlttittttg und Hotag Rwrgett.
Jahrgang 24,
Indianapolis, Ind.. Samstag, den Mär; 1901.
Agmnaldo
Wird im Palast zu Manila . . !
gefangen gefallen. G Andere Insurgenten-Führer strecken d!e Massen. r Selbst der ZZlutlzund Cailles wollte unterhandeln.
Gen. Vates verlangt aber seine bedingungslose Uebergabe. Tcr Zultan fürchtet um sein Leben.
Die nencsic Ncde des Kaisers Wilhelm
Hat in ganz Tcutschland die größte
cuzation erregt.
2tt3 neue Zcrciusgesctz in Frankreich. 3o!t der TcöütirtcnklllNNcr dcsiniliv angenommen.
$1 g u i n a l b o in der e f a n g e n s ch a f t. Kanilo, 30. März. STguinalbo halte am Freitag im Malacanan-Pa-ial wo er untergebracht ist. Untern eiinn mit mehreren frühern Mttzlieürn seines kabinets und anderen promir.entcn Filipinos, die er zu sehen wünschte. Alle machten ihn auf d:e cffnungslosigkeit der Insurrektion aufmerksam und sie tieften ihm. seinen Jinflutz im Interesse des Friedens und ver Anerkennung der amerikanischen cveränetät geltend zu machen. Ueber oaZ Resultat der Konferenzen ist noch ..licht 2 bekannt. Ti: erste Hinrichtung in 2toiia un !er dir amerikanischen Herrschaft fand am Freitag in Malaie statt, wo fünf Eingeborene wegen der Ermordung undBeraubung des Engländers Arcklöald Wilson. der Superintendent 21- Wasserwerke war. gehängt wurden. n San Vincente. Provinz Süd Ilocos. haben 12,000 Filipinos den 3er. Staaten den Treueid geleistet. A.zuinaldo wird jetzt in einem be quemen Zimmer in einem Flügel des .alacanan Palastes gefangen gehalten. Seine Wächter sind Kapt. Ben'amin H. Randolph und Leut. Gilöert li. Youngberg vom 3. Artillerie - Regiment. Aguinaldo nimmt seine Gefangenlahme durchaus philosophisch auf. Er ist im Allgemeinen guten Muthes, manchmal aber etwas nachdenklich. Repräsentanten von Zeitungen dürfen .hn nicht besuchen. General Trias, der Kommandeur oer Insurgenten im südlichen Linon, r.t sich kürzlich den amerikanischen BeHorden ergeben hat. stattete während o:s Tages Aguinaldo einen Besuch ab, und er setzte ihm bei der Gelegenheit auseinander, warum er sich ergeben .?abe. Trias sagte Aguinaldo. daß die Fortsetzung des bewaffneten Widerstandes gegen die Ver. Staaten ungerechtfertigt sei und verderblich ; das; sie Unabhängigkeit der Philippinen ein Ding der Unmöglichkeit sei und es am öesten für die Filipinos sein würde. Denn sie Freiheit, Prosperität und Fortschritt unter amerikanischer Herrjchaft annebmen würden. Die Gefangennahme Aguinaldos. Me der Uebergabe des Generals Trias so schnell gefolgt ist. wird wahrschein 'ich auch die baldige Uebergabe des Insurgentenführers Malarar in der Provinz Batangas, Bellarmino in der Provinz Albay und Lucben. auf der Insel Samar zur Folge haben. Der Insurgenten-General Gero nimo hat sich in San Mateo. in der Provinz Morong, mit sechs Offizieren. 16 Mann und 50 Gewehren demOberst z. Milton Thompson vom 42 Reginent ergeben, nachdem er erfahren, daß Aguinaldo gefangen genommen wurde. Ueberall. wo die Nachricht von der Gefangennahme Aguinaldos bekannt .vird. verlieren die Insurgenten den ü!uth und die Zahl der einzelnen Iniurgenten, die sich ergeben, nimmt ganz bedeutend zu. General Caillas, der wegen seiner scheußlichen Verbrechen thatsächlich vozelfrei ist, hat einen Emmissär an den General Vates geschickt. Der Letztere ließ ihm aber sagen, daß er sich bedin gungslos ergeben und zum Prozeß stellen müsse. Die früheren Jnsurgenten-Offiziere und die Macabkte - Kundschafter, die an der Gefangennahme Aguinaldos theilnahmen. werden wahrscheinlich pekuniäre Belohnung erhalten. Wie viel. Darüber ist noch nichts bekannt. Der Sultan. fürchtet um sein Leben. - K o n st a n t i n o p e l , 30. März. In Folge des Umttandes. dak der Sul-
ian glauvt. das; Mordverschwörungen gegen ihn im Gange seien., dürfen von -etzt an keine Touristen mehr den Fildiz Kiokk besuchen, und der Sultan hat anbefohlen, daß der Pavillon, der am großen Thor der Palastmauer für' die Aufnahme der Touristen errichtet worden war. die Erlaubniß erhalten hatten, dem Selamli! beizuwohnen, zerstört werden soll. 5!n der Geacnd von Monastir werden
imer noch täglich Vulgären verhaftet.
eine kleine Abtheilung bulgarischer Revolutionäre soll sich in Brod befinden. Die Behörden haben endeckt, daß Waffen in Spirituosenfässern eingeschmuggelt werden. Die Garnisonen von Kumanoro und Uskub sind weiter verstärkt worden. Zapan's militärische Vorbereitungen. Tokio. 30. März. Die hiesigen Zeitunzen erklären, daß die japanischen Truppen in der Provinz Pe Chi Li Demnächst abgelöst, d. h. durch ein um )0 Proz. stärkeres Corps ersetzt werden sollen. Obgleich die Truppen in Söul ge Döhnlich im Mai abgelöst werden, wird die Ablösung diesmal schon Anfangs April stattfinden. Es werden auch orei Offiziere vorn großen Generalstab lach Kcrea geschickt werden. Aus diesen Bewegungen und der ungewöhnlich zroßen Aktivität in den Arsenalen ist zu schließen, daß Japan Nußland gezenüber eine energische Politik führen ivird. Der neue Ver. Staaten Gesandte beim Sultan. Konstantinopel, 80. März. Herr John G. A. Leishman. der neue Ler. Staaten Gesandte in der Türkei, überreichte am Freitag dem Sultan sein Beglaubigungsschreiben. Es fand oaöei das übliche Ceremoniell statt und es wurden wie üblich freundschaftliche Versicherungen ausgetauscht. Aus China. Shangbai, 30. März. Ein Regiment Sikhs mit acht MaschinenGeschützen und einigen Feldgeschützen, ist nach Tien Tsin beordert worden, um die Truppen längs der Shan HaiKwan - Peking Eisenbahn zu verstärken. Die chinesischen Beamten in der Prov:nz Cbe-Kiang haben, ohne daß von oen Ausländern ein Druck auf sie ausgeübt worden wäre, die eingeborenen Christen für alle Verluste, die sie bei den christenfeindlichen Unruhen erlitten haben, entschädigt. Der Herzog von Manchester im Bankerottgericht. London . 30. März. Der Herzog oon Manchester erschien am Freitag aus Grund einer Vorladung im Bankerottzericht, sein Fall wurde aber wieder bis zum 10. Mai verschoben. Die Anwälte des Herzogs erklärten, daß sein Schwiegervate-. Herr Eugen Zimmerman. gerade in England angekommen sei und jetzt mit einer Untersuchung der finanziellen ' Angelegenheiten seines Schwiegersohnes beschäftigt sei, und daß es im Interesse der Gläubige: sein würd?, das Resultat der Untersuchung abzuwarten. Fürst Wjasemsky getadelt. London. 30. März. Einer Depesche aus Petersburg zufolge soll der Zar den General-Leutnant Fürst Wjasemsky. der ein Mitqlied des Staatsraths ist. in scharfer Weise getadelt haben, weil er sich bei den kürzlichen Unruhen in die Angelegenheiten der Polizei eingemischt hatte. Aus dem Deutschen Reich. Berlin, 30. März. Die konserZeitungen enthalten keinerlei Kommentare über die Rede, die am Donnerstag der Kaiser Wilhelm vor dem Kaiser Alezander Grenadier-Regiment in der neuen Kaserne am Kupfergraben gehalten hat. aber oie liberalen Zeitungen enthalten alle mehr oder weniger scharfe Kommentare. Sie erklären übereinstimmend, daß der Kaiser eine ganz falsche Vorstellung von dem Charakter der März-Re'oolution im Jahre 1848 zu haben scheine. - Die National-Zeitung" erklärt. nicht begreifen zu können, was den Kaiser veranlaßt haben könne, aus die Revolution von 1843 hinzuweifen, und sie sagt, es sei absolut keine Veranlassung dazu vorhanden, daß sich der Kaiser mit einer Leibwache umgebe. Auch die Vossische Zeitung- hält die Worte des Kaisers für durchaus unangebracht, da in ganz Berlin Niemand an eine Revolution denke, und die Vorgänger des Kaisers sich wiederholt lobend über die Loyalität der Berliner Bevölkerung ausgesprochen baben. Der Vorwärts" führt eine Anzahl früherer Reden des Kaisers an. in zi--chen er die Soldaten auffordectei wenn nöthig, für ihn zu kämpfen und- ihr Blut zu. vergießen. Die Zeitung be hauptet ferner, mit Bestimmtheit versickern zu können, dak der. Kaiser sich
VI -,--'
ti?c:aanic9 ver folgenden vüü
dient habe: Wenn sich die Stadt Berlin- abermals in unverschämter und un's2mer Weise gegen den König auflehnen s?'re. wie im Jahre 1843. dann, meine Qzt nadiere. wird es Ihre Pflick'.t nir, die Unverschämten und Ungehorsams mit den Bajonetten zu vernichten.'' Das Tageblatt" drückt das crößte Erstaunen aus unt frägt, was slci) ereign?! habe, das den Kaiser zu solchen Worten hinreißen konnte. DaZ Blatt weist darauf hin. daß die Revolution von 1848 nicht gegen die Hohenzollern Dynastie gerichtet gewesen sei. Dem ..KleinenJournal" zufolge sagte der Kaiser Wilhelm am Donnerstag Abend auf dem Bankett der Offinere des Kaiser .Alexander Garve-Regi-ments : Es sind Versuche gemacht worden, die herzliche Freundschaft, dik zwischen Deutschland und Rußland besteht, zu stören. Es ist gewiß nicht mein Fehler, wenn solche Versuche teni dorär erfolgreich gewesen sind." Das Berliner Tageblatt" sagt, nachdem es das Vorstehende bestätigt, daß der Kaiser noch eine zweite Rede gehalten habe, als er einen Toast auf seine Person beantwortete. Der Kaiser soll sich dabei sehr eingehend mit der, Politik beschäftigt haben, namentlich mit den Beziehungen zwischen Deutschland und Nußland und seinen eigenen, persönlichen Beziehungen zu dem Chef des Kaiser Alexander Grenadier-Negi ments, Kaiser Nikolaus. Der Hannover'sche Courier" sagt: ..Es ist eine gewisse Methode in der Be hauptung. daß die Bremer Affaire ein wohlüberlegter Mordangriff gewesen sei. Die Konservativen wollen unter allen Umständen Kapital aus der Geschichte schlagen. Die pessimistischen Ansichten des Kaisers erklären sich daraus. daß die Umgebung Sr. Majestät sich alle Mühe giebt, den Kaiser zu überzeugen, daß es sich um ein wohlüberlegtes, sorgfältig geplante? Verbrechen handelte, obgleich die in Bremen oorgenommene Untersuchung dies auch in keiner Weise bestätigt." Im preußischen Herrenhaus behauptete während des Tages der Graf von Ziethen, daß die Sozialisten und Anarchisten von Bremen das Verbrechen angestiftet hätten, und nach ihm erklärte Dr. Sundt. der Unterrichts-Minister. oaß de? Angriff eine Folge der Demoralisation der Jugend" sei. Er fügte hinzu, daß der öffentliche Unterricht in solcher Weise abgeändert werden würze. daß der Jugend Gottesfurcht und Achtung vor dem Gesetz und den BeHorden" beigebracht werden würde. Die halboffizielle Presse reproduzirte am 2lbend die Version der Kreuzzeitung" über die Ansprache des Kaisers an das Alexander-Regiment. Die Berliner Neuesten Nachrichtenbilligen die Rede, weil die Sozialisten und Anarchisten beständig den Haß gegen den Kaiser predigen". Die Kölnische Zeitung" wirft dem Kaiser vor. einen neuen Feuerbrand in den Parteikampf geworfen zu haben -und fügt hinzu, daß man nirgends an eine Revolution denke. Die Tägliche Rundschau" bedauert, daß der 5taiser Worte fallen ließ, die einen nachteiligen Einfluß auf viele bisher loyale Unterthanen haben mußten und sie drückt die Hoffnung aus. daß er nicht solche Fehler begehen wird, die bei früheren Gelegenheiten zu Revolutionen geführt haben". Die Fürstin Herbert Vismarck ist am Freitag von einem Sohn entbunden worden. Das französische Verein SGesetz angenommen. Paris, 30. März. Das Vereins Gesetz, eine der wichtigsten Maßregeln, die in den letzten zehn Jahren vom Parlament in Erwägung gezogen wurden. ist am Freitag Abend von der Deputirtenkammer mit 303 gegen 220 Stimmen angenommen worden, und die Kammer vertagte sich dann bis zum 14. Mai. Generalanwalt Griggs nimmt Abschied. Washington. D. C., 30. März Der Generalanwalt Griggs nahm anFreitag Nachmittag Abschied von der Beamten des Justizdepartements unr am Samstag wird er nach Paterson. N. I.. abreisen. Während der Abschiednahme überreichte ihm der Gene-ral-Solicitor Richards im Namen' bei sämmtlichen Beamten und Angestellter des Departements einen großen silbernen Weinkühler von sehr schöner unt kunstvoller Arbeit. Es unterliegt kaum einem Zweifel, daß Herr P. C. Knor von Piitsburg dem das Amt des Generalanwalts ani geboten worden ist dasselbe eventuel annehmen wird, tz wird aber seine Pflichten Hierselbst Arst in einigen Wos chen übernehmen. zZis dahin wird de, General-Solicitor Richards das Am: des G.neralanwalts versehen. s
M Slang kl Millsk?.
Das Kabinct m Berathung j Noch nichts darüber entschieden, was mit Agumalds geschehcu Äöer wie Vcn. Zunston für leme Tlint belohnt werden soll. Brandstiftungen iu Akron, O. Tas Jeffttson'Hotel in Richmond, Va., in Braud.
Abermalige Schueestürme im Wcstcn. Kein Streik in der Hartkohlen-Rcgion.
Ein solcher Beschluß wurde am Freitag gejaßt. Der Stand der Geschifte. R e w York. 30. März. R. G. Dun & Co.'s dieswöchentliche Uebersicht über den Stand der Geschäfte in den Ver. Staaten lautet wie folgt : Die Geschäftslage ist im Allgemeinen eine befriedigende, das Schnittwaarcn Geschäft macht aber davon eine Ausnähme, namentlich insoweit Baum Wollewaaren in Betracht kommen unc die Preise von Stapelwaaren sind während der Woche abermals reduzirt wo?ta. Aber selbst dies hat die Nachfrage nicht stimulirt. In allen anderen Branchen gehen die Geschäfte aber gut; allk Anzeichen deuten' auf ein lebhaftes Frühjahrsgeschäft hin. Die Kollektiv nen sind zufriedenstellend und auch die meisten Arbeiter-Differenzen sind gutlich beigelegt worden. Eisen und Stahl haben einen stäti gen. Markt, man erwartet aber ein; Preiserhöhung bei Struktureisen. Bch semer Pig.,das in den letzten zwei Mouaten in jeder Woche mehr oder weniger gestiegen ist. ist in der vergangenen Woche unverändert geblieben. -D?i Markts hat aber einen festen Ton und alle kürzlichen Verkäufe sind für baldige Ablieferung abgeschlossen worden. Die Nachfrage nach Brückcnmaterial für das Ausland ist immer noch stark, diejenige nach Schienen und anderen Eisen- und Stahlprodukten hat aber nachgelassen, da im Ausland die Preist herabgesetzt worden sind, so daß sich die auswärtige Konkurrenz fühlbar macht. Die Preis für Schuhe und Stiefel sind unverändert geblieben. Die Bestellungen laufen in Neu England nichi mehr so zahlreich ein, die meisten Fabrikn haben aber noch Kontrakte sin rnebrere Monate an Hand. Sohlenleder ist fest und Glanzleder ist in gutei Nachfrage zu bisherigen Preisen. Daß Wolle den niedrigsten Preis erreich! hat. geht anscheinend daraus hervor, daß Inhaber nicht mehr willens sind. Konzessionen zu machen. Es werden jetzt große Ankäufe auf SpeZulation gemacht. Alle Versuche, höhere Preise zu erlangen sind aber soweit fehlgeschlagen. Baumwolle ist während der Wochk abermals etwas zurückgegangen, trotzdem zeigen die Fabriken aber keine große Lust, größere Vorräthe anzukaufen, und die Ankäufe für auswärtige Rechnung waren in diesem Monat bedeutend kleiner wie im korrespondi: renden Monat des vorigen Jahres. Weizen hat einen ziemlich festen Markt in Folge starker Export-Nach-frage. Die Aussuhr aus atlantischen Häfen belief sich in den letzten vier Wochen auf 11.432.947 Bu. gegen 6.073. 762 im März 1900. Die Zahl der Bankerotte belief sich während der Woche in den Ver. Staaten auf 206. gegen 203 im letzten Jahr und in Canada aus 29 gegen 33 im letzten Jahr. Die Kabinetssitzung. Washington. D. C.. 30. März In der heutigen Kabinetssitzung wurdt fast ausschließlich die Gefangennahmt Aguinaldos besprochen, welchen Einsluß sie auf die militärische Lage au) den Philippinen haben wird, was eventuell mit Aguinaldo geschehen soll unr in welcher Weise General Funston belohnt werden soll. Die Angelegenheil wurde in allen ihren Phasen besprochen, es wurde aber kein definitive! Entschluß gefaßt, weder in Bezug aus die Belohnung Gen. Funstons. noch ir Bezug auf die Bestrafung Aguinaldos Der Präsident und alle Mitaliedet des Kabinets sind dafür, daß General .Funston für seine kühne Thai in dei substantiellsten Weise belohnt werder soll. ' Der Vorschlag. Gen. Funston zum Brigade-General in der regulären Armee'zu machen, wurde in Erwägung gezogen, es wurde aber kein Entschluß gefaßt. Die Angelegenheit wird vorläufig hier ruhen. Gen. Funston ist jetzt
rlZaoe-eneral im Freiwmigenveel und sein Patent " erst am 30. Juni ab. er erleide-' .c in keiner Weise inen Rachthe , wenn vorläufig nichtz
sin der Sache geschieht.
Auca in Bezug auf das. was mit Aguinaldo geschehen soll, konnte nichtz Definitives beschlossen werden. Diesbezügliche Vorschläge müssen von den Militärbehörden auf den Philippinen ausgehen, und die endgiltige Entscher dunz wird erst hier getroffen werden. Es liegt nicht dieAbsicht vor. allzu strena gegen Aguinaldo vorzugehen. Einige der Kabinetsmitglieder sind der Ansicht. daß er der Philippinen-Kommission werthvolle Dienste bei der Organisirung einer Civil-Regierung leisten kann. General MacArthur hat in seiner Depesche auf eine solche Möglichkeit hingewiesen. Auf der anderenSeite ist man aber nicht geneigt, dem Jnsurgentensührer viel Vertrauen zu schenken, denn sein Necord in Bezug auf Beständigkeit ist nicht gerade der beste. Wenn es daher den Anschein hat. daß man sich nicht unbed'.ngt auf ihn verlassen kann, dann wird er wahrscheinlich an einen Platz geschickt werden, wo er keine' weiteren Unruhen mehr anstiften kann, vielleicht nach Guam. Der Präsident und sein Kabinet sind der Ansicht, daß die Gefangennahme Aguinaldos viel zur Beendigung der Jniurreltion beitragen wird; in der That, datz de? bewaffnete Widerstand geaen die Ver. Staaten jetzt bald zu sammenbrecken wird. Wahrscheinlich untergegangen. Philadelphia. Pa., 30. März. Der norwegische Dampfer Krim", der Eckconer Florence" und die britisch; Bark Severn" sind als verloren aufgegeben worden. Die Mannschaften der drei Schiffe zählten 54 Köpfe, die wahrscheinlich alle ertrunken sind. Der Krim" ging am 25. Januar von Philadelphia nach Vera Cruz ab mit einer Ladung von 2.200 Tons Kohlen. Wenn nichts passirt wäre, würde er Vera Cruz in etwa zehn Tagen erreicht haben, aber man hat seit seiner Abfahrt nichts mehr von ihm gehört. Die Barke Severn", Kapitän Reed. ging im letzten September von Philadelphia über Hampton Roads nach Santos ab und ist seitdem verschollen. Der Schooner Florence ging am 10. Januar von Port of Spain nach Philadelphia mit einer Ladung Asphalt in See und man hat seitdem nichts mehr von ihm erfahren. Ein sonderbarer Liebhader. Springfield, O., 29. März. Am Donnerstag Nachmittag wurdk Frl. Jda Vowman ins hiesige Hospital gebracht, wo sie um 10 Uhr Abends starb. Sie behauptete, als sie aufge nommen wurde, daß sie nur starkez Nasenbluten habe. George Craig. dci Liebhaber Frl. Bowman's, wurde am Freitlg auf die Anklage hin verhaftet, den Tod des Mädchens verursacht zu haben. Es wird behauptet, daß Craio und Frl. Vowman Streit miteinander hatten, im Verlaufe dessen Craig feiner Geliebten mit einem Knüppel auf den Kopf schlug und ihr einen Fußtritt gegen den Leib versetzte. Kein Streik. Wilkesbarre, Pa.. 29. März. Der drohende Streik von 113.000 Grubenaröeitern wird abgewendet werden. Bei einer Versammlung des ExekutivKommittees der Vereinigten Grubenarbeite? der drei Anthracit-Distrikte. welche am Freitag hier stattfand, wurde beschlossen, daß die Arbeit nicht eingestellt werden sollte. Dem Kommittee war die Machtvoll: kommenheit von der Anfangs dieses Monats in Hazleton tagenden Konvention der Grubenarbeiter anheimgestellt worden, einen Streik zu erklären, wenn die Verhältnisse denselben rechtfertigen sollten. In einer langen Zuschrift. welche das Kommittee am Abend verLffentlickte und welche von Herrn Mitchell selbst ausgearbeitet war, wurden die Gründe auseinandergesetzt, wes halb ein Streik zur Zeit nicht angebracht sei. Im Allgemeinen sind die Gruben? Better mit der Entscheidung des Kom mittees zufrieden. Obgleich dieselben sich den Anordnungen des Kommittees gefügt hätten, so ist es ihnen doch recht. daß keine Arbeitseinstellung erfolgt. Unter den Geschäftsleuten herrscht über diese Wendung der Dinge großeFreude. Die Ungewißheit der letzten beiden. Wochen machte die Geschäfte langsam, aber jetzt wird ein gewaltiger Aufschwung derselben erwartet. Besonders erfreut über das Resultat ist Rev. E. S. Philipps, ein Priester aus .Hazleton. welcher viel für eine friedliche Beilegunz der Streitfragen gethan hat. Entsetzliche Blutthat. D e v i l s L a k e . N. D., 30. März. Emil Zcgerlin. ein acht Meilen von hie? wohnender wohlhabender Farmer.
itödtete'am Freitag Nachmittag sein
No. 192
orcr inoer und ernaco q dann selbst. Er ging in Begleitung seiner kleinen Töchter, der siebenjäbrigen Della und der fünfjährigen Lilly, nach der Scheune. Da er zum Mittagsessen nicht ins Haus zurückkehrte, so ging seine älteste Tochter, die neunjährige Esther, nach der Scheune, um ihn zu rufen. Man glaubt nun. daß der Vater die beiden anderen Kinder vorher getödtet hatte und daß er dann Esther tödtcte, sobald er ihrer ansichtig wurde. Esther
Hvax ein kräftiges Kind und hatte sich
offenbar gewehrt, da sie an mehreren Stellen gestochen und furchtbar derftümmelt war. Die beiden anderen Kinder waren ebenfalls mit einem Messer getödtet. Zegerlin war bereits vor ;eh Jahren längere Zeit in einer Jrcenanstalt internirt gewesen, man hatte ihn indessen nach Haus zuruckkeyren lassen, da er anscheinend geheilt war. Posträuber gefangen. Omaha, Neb., 30. März. Hier wurde vor zwei Tagen ein Mann, der sich John R. Hall nannte, arretirt und derselbe wurde jetzt seitens der hiesigen Polizei als ein berüchtigter Verbrecher Samens Prentice Tiller agnoscirt. Derselbe soll eine ganze Reihe von Strafthzten zu Ungunsten der Bundescegierung verübt haben und Velohnungen, welche sich auf mehrere Tausend Dollars belaufen, sind auf seine Festnähme gesetzt. Sein Komplice, dessen Name Fischer ist. befindet sich im Gefängniß zu Hastings. Neb., und nennt sich dort Grant. Hall hat der hiesigen Polizei das Geständniß abgelegt, daß er und Grant am 5. März das Postamt in Cincinnati um einen Wechsel im Betrage von 5300 bestohlen haben, für welches Vergehen Grant in Hastings verhaftet wurde. Tiller ist der Polizei im ganzen Lande bekannt. Die hiesige Polizei erhielt am Freitag Abend ein Telegramm aus Cincinnati, Tiller in Gewahrsam zu halten. Des Brückenspringers Test a m e n t. , New York. 30. März. Das Testament von Stephan Brodie wurde am Freitag im Gericht eingereicht. Brodkr starb-am letzten 31. Januar in San Antonio. Texas. Er hinterläßt sein gesammtes Vermögen seiner ältesien Tochter als Verwalterin, bis die beiden anderen Kinder volljährig sind, worauf dasselbe in drei gleiche Theile getheilt werden soll. Brodie hinterläßt etwa $75.000 in Grundeigenthum und 530.000 in Baar. Falsche $5 - Note. Washington. D. C.. 30. März. Der Chef Wilkie vom Geheimdienst kündigt an. daß eine neue und derbes'erte Ausgabe des falschen $3-Silber-Zertifikats vom Jahre 1899. mit dem Porträt des Jndianer-H'äuptlings Onepapa, das zuerst am 23. Oktober 1900 entdeckt wurde, im Umlauf gesetzt worden ist. Der Check-Buchstabe und die Plattennummer sind von B 20 in A 32 umgeändert worden. Von den Philippinen zurückgekehr't. San Francisco, Cala., 30. März. Der Ver. Staaten Transportdampfer Logan" kam am Freitag von Manila hier an. Er hat das 33. und 34. Jnfanterie-Regiment und 80 Kajüten-Passagiere an Bord. Unter den Passagieren befanden sich General Joung und sein Stab. Gen. Aoung wird den General Shafter in seiner Eigenschaft als Kommandeur dieser Division ablösen, da General Shafter sofort in den Ruhestand treten wird. Lohnerhöhung. Youngstown. Oh.. 30. März. Die Besitzer sämmtlicher Hochöfen in diesem Distrikt haben eine Lohnerh'öhung von 10 Cents den Tag. vom 1. April an. angekündigt. Die Arbeiter hatten 20 Cents Zuschlag verlangt und mit einem Streik gedroht, wenn die Forderung nicht bis zum Sonntag bewilligt worden sei. Die Handlungsweise der Hochöfen-Besitzer kam als eine Ueberraschung für die Arbeiter, die am Samstag Versammlungen abhalten werden, um zu berathen, ob sie die Zuläge annehmen oder auf ihrer ursprünglichen Forderung bestehen sollen. Schnee st iitrne ttn Westen. Omaha. Neb.. 30. März. Seit Mittag sind hier wieder fünf Zoll Schnee gefallen. Der Schneesturm erstreckt sich über den ganzen Staat Nebraska. einen Theil von Iowa und bis an die Grenzen von Colorado und Wyoming. Die vom Westen kommenden Züge der Union Pacific Eisenbahn waren um mehr als drei Stunden verspätet. In Omaha ist der Straßenbahnverkehr stark unterbrochen, namentlich auf d.?r Counc.il Bluffs Linie. M Weitere Depeschen aus Seite 4.
