Indiana Tribüne, Volume 24, Number 191, Indianapolis, Marion County, 29 March 1901 — Page 1

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Erscheint jeden Zlachnrittag und Sonntag Morgens.

Jahrgang 24.

Indianapolis, Ind.. Freitag, den 2g. Mär; 1901.

Die efamcmia!)mc j Llgiliiialdos. j

Ein kühner Streich des Generals Funston.

Da Unternehmen war ein überaus beschwerliches. Und von großen Gefahren begleitet. Eine Nede des aisers Wilhelm.

Sie nieder das größte Aulsehen er regt. Der ihiicr soll von Revolution ge sprochen

lliit mögliche Straßenkämpfe mit dcil Tr:l'pc:l hingewiesen haben.

L?:n Krieg in üdzfrika. Die !:!z.irifchcn Berschwörcr verur theilt.

Die Zesangen nahn: e Agui n a l d o ' s . M c ? i 1 a , 29. März. Aguinaldo, ctx cen o:m General Frederick Funston .zefr.: genommen uno von dem Ver. St Kanonenboot Vicksburz" nach iUtaniia gebracht wurde, wurde um drei Uhr Nachmittags ans Land gebracht -uns feiert dem General MacArthur im Malccaiuns-Pafost vorgeführt. Er schien von den Ereignissen der letzten Monate nur wenig zu wissen. Er schien sich guter Gesundheit zu erfreuen uno war keineswegs niedergeschlagen. Er speiste mit den Offizieren von Gen. Macrthur's Stab und wurde dann nach fccx Gefängniß in Anda Str. ge.bracht. General Funston beschrieb dem Vertreter der Associirten Presse gegenüber die Gefangennahme Aguinaldo's und oie Ereignisse, die zu derselben führten, .rie folgt: Ein vertrauter Agent Aguinaldo's kam am 23. Februar in Pantaöanza. in der Provinz Nueva Eccha. im nöroli.chen Luzon, an, Briefe vom 11., 12. und 14. Januar überbringend. Diese BrieU waren von Emilio Azuinaldo und an iZaldamero Aguinaldo gerichtet. Der .etztere wurde darin angewiesen, das Oberkommando über die Provinzen im mittleren Luzon zu übernehmen, an stelle des Generals Alejandrino. EmiiK Aguinaldo befahl auch, daß ihm so bald als möglich 400 Sodaten zugeschickt werden sollten, und zum Schluß hieß es in dem Brief, daß der Ueberbringe? des Schreibens diese Leute dorthin bringen würde, wo sich Aguinaldo befinde. General Funston. der den Agenten gefangen genommen hatte, nahm ihm seine Korrespondenz ab und macht: da'ach seine Pläne. Einige Monate vorher batte er das Lager des InsurgentenGenerals Lacuna erbeutet und darin auch das Siegel Lacuna's. offizielle Dokumente und eine Anzahl bereits un..erzeichneter Briefe gefunden. Mit diesein Material wurden zwei Briefe zummengestellt, die anscheinend von La;una an Aguinaldo gerichtet waren. Einer dieser Briefe enthielt MittiZungen über die kriegerischen Ereignisse. In dem anderen hieß es, daß General Lacuna in Uebereinstimmung mit einem ecn Baldamero Aguinaldo erhaltenen 'Lefeh! dem Präsidenten Emilio Aguiaaldo seine beste Kompagnie zusende. Nachdem er seinen Plan in allen Ein,zelheiten ausgearbeitet hatte, kam G:neral Funston nach Manila, um seine Expedition zu.organisiren. Er wählte "73 Macabeles aus, die alle der Taga-log-Sprache vollständig mächtig waren. Zwanzig davon trugen die Uniform der Insurgenten und die anderen waren wie gewöhnliche Filipino-Arbeiter gelleidet. Diese Kompagnie von Maca-' bebes war mit 50 Mauser-, 18 Reming-tcn-und zehn Krag-Iorgensen-Geweh-ren bewaffnet und stand unter dem Besehl des Hauptmanns Rüssel 2. Haz zard vom 11. Ber. St. Kavallerie-Re-ziment. Bei ihm befanden sich außercem: Leut. Oliver P. M. Hazzard, vom selben Regiment; Kapt.Harry W. Newton, vom 34. Jnf.-Regt.. und der Leut. Ä. I. Mitchell. vom 40. Jnf.-Regt., letzlerer als Adjutant des Generals Funston. Dies waren die einzigen Amenkaner. die Gen. Funston begleiteten. Bei den Macabebes befanden sich vier ehemalige Jnsurgenten-Offiziere. Einer davon war ein Spanier und drei waren Tagalos. Gen. Funston setzte aber unbedingtes Vertrauen auf si. Gen. Funston und die Offizier.' trugen einfache blaue Hemden und KhakiHosen. Jeder hatte die Hälfc einer wollenen Decke, und keiner trug ein Nanaabzeicten. Die Macabebes t?tni

besetz; erraten, die Befehle der ehemali-

c'kn Jnsurgenten-Offiziere genau zu befolgen. Am Abend des 8. März schiffte sich die Erpedition auf dem Kanonenboot Bicksburz" ein. Es war ursprünglich beabsichtigt worden, von der Insel Po!lillo Eascoes mitzunehmen und von der Insel aus dem Festland zuzutreiben; es erhob sich aber ein Sturm und die EaZ?oeZ gingen verloren. Der Plan mu:.t somit aufz?zeben werden. Am 14.März um zwei Uhr Morgens wurden auf der Birfsburg," die Siz nallichtcr gelöscht undas Kanonenboot fuhr dann 25 Meilen südlich von (Sa siauran. in der Provinz Principe, bis dicht ans Land heran. Die Truppen wurden dann gelandet und marschirten nach Easiguran. Die Amerikaner ha!ter. in dieser Stadt niemals eine Garnison zurückgelassen und die Einwohn:: sympathissren allgemein mit den Insu? aenten. In der Stadt angekommen, er klärten die früheren Jnsurgenten-Of-fiziere. die dem Anschein nach die Abtheilunz komandirten. daß sie im Begriffe seien, sich zu Aguinaldo zu begeden. der sich zwischen Pantobang und Voler befinde; daß sie eine amerikanische Geometer-Abtheilung überrascht, eine Anzahl Amerikaner getödtet und sünf gefangen genommen hätten. Sie zeigtsn Gen-ral Funston und die anöe?:n Amerikaner als ihre Gefangenen. Der Jnsurgenten-Presidente von Easiguran glaubte die Geschichte. Zwei der im Bo'raus angefertigten LacunaBriefe wurden mit einem Spezialboten nach Palanan. in der Provinz Jsabela. an Aguinaldo geschickt. 'General Funstcn und die anderen Amerikaner wurden drei Tage lang im Gefängniß g;halten, des Nachts gaben sie aber im Geheimen ihre Befehle. Am Morgen des 17. März brach die Expedition nach dem 90 Meilen entfernten Palanan auf. Sie nahm nur eine kleine Quantität von zerstoßenem Mais mit. Die Gegend ist rauh und gebirgig und Lebensmittel waren nicht zu erlangen. Reißende Bäche und Flüsse durchwatend, steile Abhänge erkletternd und dichte Dschungeln durchdringend marschirten die Leute sieben Tage und Nächte und am 22. März kamen si: halb verhungert an einem acht Meilen von Palanan gelegenen Platz an. Sie waren jetzt so schwach, daß es nöthig wurde, um Lebensmittel nach Aguinaldos Lager zu schicken. Aguinaldo schickte einige Lebensmittel und befahl, daß die amerikanischen Gefangenen gut behandelt werden sollten. aber die Stadt nicht betreten dürften. Am Morgen des 23. März wurde der Marsch fortgesetzt. Die Stabsoffiziere Aguinaldos und ein Theil der Leibgarde des letzteren wurden der Kolonne entgegengeschickt. Nach der erfolgten Begrüung setzte sich die Expedition in Bewegung und sie kam dann auch bald in Palananan. Aguinaldos Leibgarde. fünfzigMann in blau und weinen Uniformen und mit Strohhüten bedeckt, trat unters Gewehr, um die Neu-Ankommenden zu empfangen. Die Leute des Generals Funston setzten in kleinen Boten über den Fluß und nachdem sie sich am Ufer formirt hatten, marschirten sie auf die Insurgenten zu. denen gegenüber sie Stellung nahmen. Die Tagalos-Offiziere betraten das Haus, in dem sich Aguinaldo befand. " Als der spanische Offizier sah. daß oer Adjutant Aguinaldos die Amerikaner in verdächtiger Weise betrachtete, gab er plötzlich den Befehl zum Feuern. Der Befehl wurde befolgt, die Leute schössen aber schlecht und es wurden nur drei Insurgenten getödtet. Das Feuer wurde prompt von der anderen Seite erwidert, die Insurgenten schössen aber noch schlechter als die Macabebes. Aguinaldo sprang, als er das Schießen hörte, ons Fenster. Er glaubte, daß seine Leute aus Freude über die Ankunft der Verstärkungen ihre Munition vergeudeten und er befahl ihnen, einzuhalten. Hilario Placido, einer der Tagalog-Of-fiziere, ein früherer Major im Jnsurgentenheer. der in dem Gefecht bei Ealoocgn. während er gegen das Kansaser Regiment kämpfte, einen Schuß in die Brust erhalten hatte, packte in diesem Augenblick Aguinaldo, dem er zurief: Sie sind ein Gefangener der Amerikaner." Oberst Simeon Villia. Aguinaldo's Stabschef, der Major Alamabra und Andere griffen dann den Mann an, der Aguinaldo hielt. Placidio schoß Billia eine Kugel in die Schulter. Alamabra sprang aus dem Fenster und versuchte über den Fluß zu gelangen. Er ist wahrscheinlich ertrunken. Fünf andere Jnsurgenten-Offiziere kämpften einig: Minuten und entflohen dann. Sie sind entkommen. Als das Schießen begann, übernahm General Funston das Kommando und er leitete den Angriff auf das Haus, in dem sich Aguinaldo bnand. Die Leibcarde des Letzteren entfloh, zwanzig Gewehre zurücklassend. Santiago Barcelena. der SÄadmeistcr der Insurgen

ren. ergav ohne Widerstand zu let sten. Aguinaldo war nach seinerGefanzen nähme sehr aufgeregt, er beruhigte sich aber einigermaßen, nachdem ihm Gn. Funston die Versicherung gegeben hatte, daß er gut behandelt werden würde. Gen. Funston bemächtigte sich sämmtli cher Papiere Aguinaldos, aus denen hervorgeht, daß dieser mit allen UnterFührern in allen Theilen des ArchipelZ in beständiger .Verbindung stand. Es stellte sich auch heraus, daß sich Aguinaldo am 28. Januar zum Diktator proklamirt hatte. Er befand sich seit sieben Monaten in Palanan und :r wurde dort nur einmal gestört, als eine Abtheilung vom 16. Jnfanterie-Regi ment in die Stadt kam. Bei dieser Ge legenheit floh die ganze Bevölkerung in die Berge, wo sie blieb, bis die Truppen wieder abgezogen waren. Aguinaldo gab zu, schon früher einmal mit knapper Noth der Gefangen schaft entgangen zu sein, er sagte aber, daß er niemals verwundet wordcn sei. und fügte hinzu, daß er mit den Lacu-7.a-Briefen vollständlq übertölpelt worttn sei. Er fürchtete, sofort nach Guam grfchickt zu werden und war froh, daß er nach Manila gebracht wurde. Palanan war von vielen Vorposten und durch Eignalstationen bewacht. Keiner der Macabebes wurde während C-es Kampfes verwundet. Die Expedition ruhte sich am 24. Uiärz aus. und am nächsten Tage marschirte sie sechszehn Meilen nach der Palanan Bay. wo sich die Vicksburg" inzwischen eingesunken hatte, die die Truppen nach Manila zurückbrachte. Aguinaldo. der bereitwilligst über die Ereiznie der letzten Jahre sprach, drückte die Ansicht aus. daß General Trias sich zum Diktator auswerfen werde. Er wußte nicht, daß Trias sich den Amerikanern ergeben hatte. Aus der Reichshauptstadt. B e r l i n , 29. März. Bei der Berathung des Budgets im preußischen Landtage bemerkte der Reichskanzler Craf von Bülow. daß er das Vertrauen ces Hauses mehr durch seine Geschäftssührunz wie durch Versprechungen zu gewinnen wünsche. Er habe lange in Ländern gelebt, welche eine rein parlamentarische Regierungsform hätten und Manches darin gefunden, was nicht gerade schlecht wäre, was ihm aber nicht gesiele. Besonders bedenklich wäre in diesen Ländern die Thatsache, daß jede neue Regierung und jeder neue Minister ein neues Programm voller Versicherungen und Versprechungen aufstellte. Wenn sich aber im Laufe der Zeit Gort den Schaden besehen hätte, daß heißt, wenn oie betreffende Regierung nicht länger am Ruder war, so wären von den von ihr gemachten Versprechungen die meisten unerfüllt geblieben. Einem Elchen Beispiele beabsichtige er nicht zu folgen und er hoffe, daß der bewährte Patriotismus des Hauses mit der ReVierung Hand in Hand gehen würde, um das Gedeihen der Monarchie zu fördern. Im Herrenhause wurde ein Beschluß des Budget - Kommittees folgenden Inhalts eingebracht : , Das Haus bittet die Regierung, daß bei der bevorstehenden Neu-Ausarbei-tuna der Handelsvorlage der Land-

I wirthschaft der nöthige Schutz durch

erhöhte Zolle gewahrt werde und da& zu diesem Zwecke die in der Ausarbeitung begriffene Vorlage möglichst bald dem Reichstage vorgelegt werden solle. Graf Bülow versprach in seiner Eigenschaft als preußischer PremierMinister, daß die Vorlage, sobald- die einzelnen Ressorts ihre Arbeiten vollendet. dem Bundesrathe unterbreitet, werden sollte, welcher dieselbe baldmöglichst erledigen werde. Eine Pression auf den Vundesrath in dieser Angelegenheit auszuüben, würde mit Rücksicht aus die Unabhängigkeit der Vundesstaaten unstatthaft sein. Während die Vorlage so schnell wie möglich vorgebrachtwerden sollte, so könne er doch nicht das genaue Datum angeben, wann sie. an den Reichstag gelangen würde. Er habe im Reichstage wie im Landtage keineZweisei darüber bestehen lassen, daß die Regierung es als ihre Pflicht erachte, die Landwirthschaft hervorragend zu beschützen. Er betrachte eine angemessene Erhöhung der Zölle auf landwirthschaftliche Produkte als durchaus geboten. und in diesem Sinne würde auch die Vorlage über die neue Handelsvorläge ausgearbeitet werden. Die Rede des Reichskanzlers wurde mit großem Beifalle aufgenommen und die Resolution vM 101 gegen 27 Stimmen angenommen. . Herr Giese, der Oberbürgermeister oon Altona. opponirte heftig dem vom Reichskanzler entworfenen Programm und wies darauf hin, daß eine Erhöhung der Zölle auf landwirthschaftliche Produkte di: Lebensbedürfnisse vertheuern und die große Masse des Lolkes zu Gunsten einiger Großgrund besitze? unnöthizer Weise belastet würd?.

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Die Unruhen in Rußland. Berlin, 29. März. Postnach. richten aus St. Petersburg zufolge, di: vom 25. März datirt sind, ist das Bemerkenswerthesie und Gefährlichste an der Lage im Augenblick die Thatsache, daß. zum ersten Mal in der Geschichte Rußlands, die Studenten und die Arbeiter gemeinschaftliche Sache machen und augenscheinlich einer gemeinschaftlichen Organisation revolutionären Charakters angehören. Die Regierung hat die Studenten der Arbeiter-Partei in die Arme getrieben. Bogolepow. der ermordete Unter-richts-Minister, war ein russischer Büreaukrat der allerschlimmsten Sorte. Seine Administration war durch beständige kleinliche Verfolgungen der Studenten charakterisirt. Ein Beweis dafür, für wie ernst man schon seit längerer Zeit die Lage hielt, bildet die von den berühmtesten Professoren und einigen Senatoren unterzeichnete Petition. in welcher der Kaiser Nikolaus gebeten wurde, persönlich die Beschwerden der Studenten zu untersuchen. Die Petition gelangte aber niemals in die Hände des Zaren. Eine andere nicht zu unterschätzend: Thatsache bei den jetzigen Unruhen ist die. daß sich eine große Zahl der Dvorniks oder Hauspolizisten, die eine Art Polizei-Reserv? bilden, weigern. d!e Polizei bei der Unterdrückung der Unruhen zu unterstützen, wodurch sie ihre: Sympathie mit dem Volke Ausdruck geben. ' !tn Regierungskreisen in St. Petersburg giebt man sich keinen Jllusionen betreffs des Ernstes der Lage hin. Die Unruhen werden eventuell unterdrückt werden, aber erst nachdem viele 'Menschenleben geopfert und unsägliche Leiden dem Volke verursacht worden sind. A e r l i n, 29. März. Der .Köln:schen Volks-Zeitung" wird aus St. Petersburg gemeldet, daß eine geheime Studentenverbindung dem Kriegsminister und dem Minister des Innern Todesurtheile zugestellt hätte, und daß oer Minister des Innern durch Dekret vom 23. März die Veröffentlichung von Gerichtsverhandlungen über die kürzlichen politischen Unruhen verboten habe. .. .. Die Bulgaren verurtheilt. S a l o n i ch i . Türkei. 29. März. Der Prozeß gegen die 19 Bulgaren, rie revolutionärer Umtriebe angeklagt waren, endete am Donnerstag, indem drei der Gefangenen zum Tode verurtheilt wurden und elf zu lebenslänglicher Gefängnißsirafe. Fünf wurden freigesprochen. Verbot gegen das Hypno t i s i r e n. V u d a p e st . 29. März. Da in letzter Zeit in Ungarn eine ganze Anzahl Verbrechen begangen worden sind, nachdem die Opfer hypnotisirt worden ioaren. hat die ungarische Regierung Gilles Hypnotisiren verboten, ausgenommen bei Aerzten, und auch diese müssen besondere Erlaubniß dazu erhalten. Der Krieg in Südafrika. Kapstadt. 29. März. Die KomMandanten Kritzinger, Scheeper und Vanreeman haben sich vereinigt und ihre Kommandos, zusammen 1000 Mann stark, marschiren jetzt in nördsicher Richtung über Venterstadt nach dem Oranje-Staat. Leiden zur See. ' Kapstadt. 29. März. Die norwegische Barke' Andromeda", von Glasgow, hat hier einen Theil der Mannschaft der ..Psyche" gelandet, die im 13. Januar untergegangen ist. Die geretteten Schiffbrüchigen hatten dreißig Tage in einem offenen Boote zugebracht und von Haifisch- und Alöa-troß-Fleisch gelebt. Zwei Matrosen starben in den letzten Tagen und die anderen waren mehr todt als lebendig, als sie gerettet wurden. Der Maat und fünf Mann von der Psyche", die sich in einem anderen Boot befanden, wer den noch vermißt. Truppen für SüdafriZa. Londons. März. Im Unterhaus sagte am Donnerstag der KriegsSekretär Herr St. John Broderick, daß ras Kriegsamt das am 7. Februar geaebene Versprechen, dem General Kitchener 30,000 Mann berittene Truppen zusenden zu wollen, erfüllt habe. Er sagte, daß bereits 28.560 Mann abgeschickt worden seien und weitere 600G Mann demnächst abgeschickt werden würden. Der makedonische Kongreß ' untersagt. Sofia. Bulgarien. 29. März. Dik Versammlung des auf den 31. März einberufenen macedoniscken Kongresse wird nicht stattfinden. Es ist von mehreren Seiten ein solcher Druck auf Di Regierung ausgeübt worden. ds:ß dii Abhaltung des Konaresfes definitiv untersagt worden ist. Die Türkei hat aufRcuedie Auslösung des ma:edonische? Kommittees verlangt.

Neue F'rozelfe

ZittX Calcb Powers und James Howard Loni Kcntnllin Appc!lat!onsgcricht bmilligt wordcn. Tie Zukunft der dänisch.westindi sche Inseln.

Die Nttchrichten von den pljilippiuen, Ju Washington mit großer Befriedigung ausgenommen. Gen. Mac Arthur empfiehlt die Be föröcrullg Gen. Funstonö

Zum Brizadc-Vcneral in der regnlä rcn Armee.

lie sämmtlichen sieben Näubcr gcsangen, m Tie die Bank von Somerset gcsprcugt haben.

Neue Prozesse für Powers und Howard. Franksort, Ky., 29. März. Das Appellationsgericht hat Caleü Powers und James Howard, die in Verbindung mit der Ermordung deZ Gouverneurs Goebel verurtheilt wurden. neue Prozesse bewilligt. In dem Falle Howards war die Entscheidung deS Gerichts eine einstimmige, während in dem Powers-Fall die Richter Hobson, Paynter und White nicht mit der Entscheidung der Majorität übereinstimmten. Die Entscheidung in dem PowersFall lautet, daß die Begnadigung des Gouverneurs Taylor ungesetzlich sei und auch die Anklage fehlerhaft gewesen sei, daß aber der Pichter die Geschworenen falsch instruirt und unzulässige Zeugenaussagen entgegcngenommen habe. In dem Howard-Fall wurde entschieden, daß die Geschworenen falsch instruirt unzulässige Zeugenaussagen entgegengenommen wurden und auch sonstige Fehler gemacht worden seien. Der zweite Prozeß gegen Powers wird wahrscheinlich im Mai in Georgetown stattfinden. Der Fall Howards wird hier im April-Termin aufgcrufen. aber wahrscheinlich bis zum Herbst vertagt werden, da keine Seite vorbe reitet ist, in nächster Woche mit dem Prozeß zu beginnen. Powers und Howard befinden sich hier im Gefängniß. Dutzende von Freunden sprachen während des Tages vor, um den Beiden zu gratuliren. Die Zukunft der dänischwe st indischen Inseln. W a s h i n g t o n, D. C., 29. März. Es kann auf gute Autorität hin versichert werden, daß die Spezial-Depesche aus Kopenhagen über den prospektiven Verkauf der dänisch-weftindischen Insein an die Ver. Staaten die Vedingungen nicht korrekt angegeben hat. unter denen Dänemark sich bereit erklärt hat. die Inseln an die Ver. Staaten zu transferiren. Im Staats-Depar-tement ist man aber nicht geneigt,, die in der Depesche enthaltenen Fehler genau anzugeben, da die Unterhandlungen zwischen den beiden Regierungen noch nicht abgeschlossen sind. Das eine ist aber gewiß, daß in den Unterhandlungen von keinem Plebiscit etwas die Rede war, und die Depesche entbält auch andere Irrthümer. Die Unterhandlungen mit der dänischeu Regierung machen indeß gute Fortschritte und es ist sicher, daß der Präsident imstande sein wird, dem Senat in der nächsten Kongreßsitzung den Vertrag, der die Erwerbung der dänischen Inseln zum Zweck hat, zu unterbreiten. Die Bankräuber gefangen. Somerset, O.. 23. März. Sieben Männer, die dringend im Verdacht stehen, die Räuber zu sein, die die Bank in Somerset gesprengt und beraubt haben, verbrachten die letzte Nacht unter starker Bewachung im Gefängniß zu Thornville. Nach der VerHaftung der ersten vier Männer wurden auch die drei anderen bald von dem Konstable: und dem Marschall eingefangen. Sie setzten sich zur Wehre, waren aber bald gezwungen, sich zu ergeben. Tie sieben Männer waren zuerst von einem Farmer entdeckt worden, der sie schlafend in seinem Heuschober fand. Der Sheriff von Perry County. von mehreren Hilfs-Cheriffs begleitet, holtc am Donnerstag Morgen die Gefanaenen ab. Sie wurden alle gefesselt nach Lerinaton in's Gefänaniß ge-

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oracyr. In omcrstt, wo der Bankraub stattgefunden hatte, wurden die Gefangenen in einer Reih? aufgestellt und von 500 Personen in Augenschein genommen. Dearduff vernrtheilt. K a n s a s E i t y. Mo.. 29. März. Kansas Eaty. Mo.. 23. März. Wm. Deardujf, 20 Jahre alt. hat sich schuldig bekannt, seinen Arbeitgebern, Edwards & Sloan. Diamanten im Werthe von 53100 gestohlen zu haben. Er wurde zu zwei Jahren Zuchthaus verurthrilt. Die Nachrichten von der Philippinen. W a f h i n g t o n, D. E.. 29. März Die Nachricht von der Gefangennahm, Aguinaldo's hat h!er die größte Befriedigung verursacht, und im Allgemeiner neigt man sich der Ansicht zu. daß dii Insurrektion jetzt, wenn auch nicht ganz aufhören, so doch sehr stark nachlasser würde. Man erwartet, daß auch di meisten noch übrigen Jnsurgenten-Füh rer sich jetzt ergeben werden. Im Laufe des Tages trafen mehren Depeschen von General Mac Arthu, ein, in denen Näheres über die Gefangennahme Aguinaldos gemeldet wurde Der wichtigste Theil in den Depesche? ist folgender : Ich hoffe, dafc in Folge diese! Schlages die Feindseligkeiten aus den: ganzen Archipel bald aushören wenden. Als Folge der jetzi im Gange befindlichen Konferenzer wird Aguinaldo wahrscheinlich ein Proklamation erlassen, in der er sein, Landsleute auffordert, sich zu ergeben die Waffen niederzulegen und die amerikanische Herrschaft anzuerkennen. General MacArthur erklärt auch daß General Funston allein aller Kredit für die Gefangennahme Aguinaldo's gebühre, und er empfiehlt, daß n zum Brigade-General in der regulärer Armee ernannt werde. Was mit Aguinaldo geschehen wird darüber ist man sich in hiesigen administrativen Krcisi'n noch nicht einig Wenn er. wie General MacArthur angedeutet hat, eine Proklamation an dik Filipinos erläßt und sie zum Niederl:gen der Waffen auffordert, dürfte ihn? wohl nicht viel geschehen. Auch ist ei wahrscheinlich, daß er für längere Zeit nach Guam geschickt werden wird. Nebraska's neue Senats, ren. Lincoln. Neb.. 29. März. Joscph H. Millard, von Omaha, und der Gouverneur Charles H. Dietrich vor Hastings wurden am Mittag in ge meinschaftlicher Sitzung beider Häuf der Legislatur zu Bundessenatoren ge wählt, und zwar Gouverneur Dietrich für den kurzen und Herr Millard fü, den langen Termin. Beide Männe: erhielten die sämmtlichen 70 republikanischen Stimmen. - Es fand nur eine Abstimmung statt, welche das folgende Resultat ergab: Millard 70. Dietrich 70. Allen 53. W. H. Thompson 52. Hitchcock 8 und Ber ge 2 Stimmen. Noch am Mittwoch Abend hatte sick der republikanische Kaukus auf keiner Kandidaten einigen können, am Don nerstag Morgen wurde aber nochmals eine Kaukusversammlung abgehalter und die Hauptkandidaten Erounse. Rosewater und Meiklejohn trater dann freiwillig von ihrer Kandidatur zurück, nachdem es gewiß war, daf die Anhänger jeder dieser Männer zr keinem der Anderen übergehen würden. Als dann die Herren Millard unr Dietrich vorgeschlagen wurden, wur den diese auch prompt nominirt. Die beiden neuen Senatoren sin Bankiers und keiner von ihnen ha! bisher in der Politik eine große Roll, gespielt. Joseph H. Millard wurde 1836 i Hamilton, Ont., geboren und kam irr Alter von 20 Jahren nach RebraZka. Seitdem wohnte er ununterbrochen ir Omaha. Er war der. Gründer de, Omaha National Bank, deren Präsi, dent er noch ist. Er war auch viel, Jahre lang ein Direktor der Unior Pacific-Eisenbahn, stand aber seit bei Reorganisation nicht mehr mit dn Bahn in Verbindung. Er hat niemal? vorher ein politisches Amt bekleidet. Charles H. Dietrich, der für der kurzen Termin gewählt wurde, if. Gouverneur von Nebraska und Präsi: dent der German National Bank vor Hastings. Er wurde 1853 zu Aurora. Jll.. geboren und kam im Jahre 1851 nach Nebraska. Vor seiner Nomina, tion für das Gouverncursamt in letzten Jabr hatte er sich nie mit dei Politik abgegeben. Er war immer eir angesehener und patriotischer Bürg und einer der vrominentesten Bankier! im Staate. In Folae der Erwählunz des Gouverneurs Dietrich zum Bundessenato, wird der Vize-Gouverneur Savag, Gouverneur des Staates . Weitere Depeschen auf Seite 5.