Indiana Tribüne, Volume 24, Number 188, Indianapolis, Marion County, 26 March 1901 — Page 1

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Jahrgang 24.

AicMandschurijche "Rcrcmöarung - Wird wahrscheinlich am Dicustag unterzeichnet c werden

h Itt milden Proteste ön Mächte. au uimmt die Sache aber fc! : ernst aus

Und dürfte es auf einen Krieg mW Nutzland ankommen lassen.

Die Lage in China. Die leuerkrast Chinas

cttügcud, um alle Eutschädigungcn in 20 Jahren abbezahlen zu können.

Tcr Krieg in Südafrika. Gesuchte an vielen Orten.

AuS dem deutschen Ncich.

P e k i n g, 26. März. Die auZDärtizen Gesandten beschäftign sich au nbildüZ) sehr ernstlich mit der Frage. .;& es nicht vielleicht doch besser sein irürde, wenn keine zu großen GesandtfchaftZ - Wachen in Peking zurückbliedenn man fängt jetzt an einzusehen, tfe der Hof niebt nach Peking zurückkehren wird, solang? eine größere ausändisckje Truppenm.'ckt hier beisammen ist. AuÄ ist nicht zu täugnen. daß die itaesenü so vieler Truppen eine beständige Gefak.7 bilden würde, da es unmöglich sein würde, die Truppen immer in dem Gesandtschaftsquartier zu halten, wie dies von Li Hung Chanz und dem Prinzen Chinz verlanat wor:en ist. Tie beiden chinesischen Staatsmäner erklären, daß ein betrunkener Toldat außerhalb des GesandtschaftsQuartiers vielleicht einen neuen Krieg orursachen könnte. t "Die Zeit, in welcher die Vereinbarung betreffs der Mandschurei von den Chinesen unterzeichnet werden soll, läuft 3 m Dienstag ab. und wenn bis dahin die Vereinbarung nicht unterzeichnet ist. werden die Russen die Unterhandlunzen abbrechen. Die Vereinbarung kommt thatsächlich einer Annexion der Mandschüret seitens Rußlands gleich. Prinz Ching und Li Hung Chanz hiel:en am Morgen eine Konferenz ab. sie kamen aber noch zu keinem Schluß darüber, ob sie die Vereinbarung unterzeichnen oder an die Mächte appelliren sollten. Das Benehmen des russischen 0csandten, Herrn von Giers. bei den Versammlungen der Vertreter der Mächte verursacht den Letzteren viel Aergerniß. Er weigert sich entweder den Entscheidüngen der anderen Gesandten zuzustimmen, oder nimmt an den Berathungen gar keinen direkten Antbeil. i Ein Kommittee wird sich mit der Frage beschäftigen, welche Schadenersc.tzsummLN China eventuell zu bezablen im Stande ist, und wie die Bezahlung rer Gelder am besten garantirt werden lernn. Die Leiche des Capt. Riley und der sieben amerikanischen Marine - Solda!cn. die im Hof der amerikanischen Gelandtschaft beerdigt waren, sind am onutag nach dem Ackerbau - Tempel überführt worden. Gen. Chaffee und sein ganzer Stab gaben den Särgen das Geleite. Die Leichen werden unzefähr Mitte April auf dem Transportdampser Egbert eingeschifft und nach den Ver. Staaten überführt werden. Das Spezialkommittee der Gesandten, das damit beauftragt wurde, eine Untersuchung darüber anzustellen, welche Entschädigungssummen China eventuell zu bezahlen im Stande sein ??ürde. hat seine Arbeiten fast ganz sendet. Die Gesandten haben ermittelt, daß die Einnahmen des chinesischen Reichs sich im Ganzen jährlich auf ungefähr $65,000,000 Gold beliefen. und zwar ven der Landsteuer, der Getreidesteuer, den Likins. Zöllen, der Opium-Steuer und verschiedenen anderen Einnahmen. Die Hauptposten sind die Landsteuer, 'die sich auf 514.000,000 beläuft, und die Zolleinnabmen mit ungefähr $12, CC0.COO jährlich. Die sämmtlichen Europäer sind der Ansicht, daß die Landsteuer leicht verdoppelt, ja verdreifacht werden könne, ohne daß das Volk besonders bedrückt würd?, und die Salzsieuer könnte von ZL.000.ttZ0 auf Z20.000.000 erhöht werden. - c Man.alaubt. dak die Einnahmen

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könnten, und wenn die Ausgaben auf $45.000.000 herabgesetzt werden könnten. würden für die Zinsen aufdie Anleihen und für den EntfchädigungsFonds $105.000.000 jährlich übrig bleiben. Unter diesen Umständen würde es leicht möglich sein, die ganze Entschädigung in zwanzig Jahren zu bezahlen. L o n d o n . 23. März. Der hiesige chinesische Gesandte sprach am MontTg im auswärtigen Amt vor und drängte die Regierung, daß sie einen solchen

Druck aus Rußland ausüben solle, daß die Vereinbarung betreffs der Mandschüre! nicht unterzeichnet werde. Das auswärtige Amt vermochte ihm aber wenig Hoffnung zu machen. 'Die Beamten der japanischen Gksandtschaft sind der Ansicht, daß die Vereinbarung von China unterzeichnet werden wird, daß aber, wenn dies gefchehen. die Lage eine sehr ernste werden würde, da Japan dann einem Kriege mit Rußland sehr nahe gebracht würde. Der erste Sekretär der japaaischen Gesandtschaft erklärte geradezu, ?aß es sich in der jetzigen Lage für seine Regierung hauptsächlich darum handle, ob sie sich jetzt auf einen Krieg mit Rußland einlassen solle, oder ob dieser Für einen späteren Zeitpunkt hinausgeschoben werden solle; früher oder spä!er müsse es aber kommen, da Rußland offenbar entschlossen sei, sich auch Koreas zu bemächtigen. Aus dem deutschen Reich. 'Berlin. 26. März. In den deutschen offiziellen Zeitungen wird erklärt, daß die Art und Weise, wie die zeutsch-englisch: Vereinbarung von Jaoan ausgelegt wurde. Deutschland durchaus nicht irritirt habe. Man sieht Zarin keinen Beweis von Unfreundlichkeit gegen Deutschland und die Auslezung. welche die Japaner de? Vereinbarung geben, wird in keiner Weise den Standpunkt beeinflussen, den Deutschland und England schon seit Langem in dieser Sacbe eingenommen haben.

Ein hoher Beamter des auswärtigen Amtes . sagte während des Tages: ..Deutschland legt den Artikel I des gangtse-Vertrazes so aus. daß die kontrahirenden Mächte nur da sich einmischen, wo sie im Stande sind, Einfluß auszuüben. Dies hat. foweit Deutschland in Betracht kommt, durchaus nicht auf die Mandschurei Bezug. Wenn Japan glaubt, dort Einfluß ausüben zu können, wird Deutschland indifferent bleiben." In Berlin ist man der Ansicht, daß oie Beziehungen zwischen Rußland und Japan durchaus korrekt und keineswegs gespannter Natur sind. Auch glaubt man. daß die Nachricht, daß die Ver. Staaten der Mandschurischen Vereinbarung nicht opponiren werden, richtig ist. Die deutsche Presse hält vies für eine reaktionäre Politik. Die Nachricht, daß der Graf von Walderfee zum Schiedsrichter in dem englisch-russischen Streit in Tien Tsin ausersehen worden ist. ist hier sehr ungünstig aufgenommen worden. Die Zeitungen erklären, daß Deutschland das gewöhnliche Loos des Friedensstif ters treffen würde. In Bremen nahm am Montag der zweite Prozeß gegen Bartholomäus Knost seinen Anfang, welch letzterer im Oktober 1809 von Chicago ausgeliefert wurde, angeklagt. Marie Vodika. eine Köchin, die er geheirathet hatte, ermordet und ihre Leiche in die Elbe geworfen zu haben. 'Bei dem ersten Prozeß wurde Knzst schuldig befunden und zum Tode verurtheilt, das Urtheil wurde aber vom Reichsgericht in Leipzig aus technischen Gründen umgestoßen. W ü t h"e n d e S t r e i k e r. .?conceau LesMines, Frank..ch. 25. März. Eine außergewöhnlich: Szene fand hier infolge des Streikes statt, welcher seit mehreren Monaten von den hiesigen Grubenarbeitern geführt wird. Um anderen Arbeitern Gelegenheit zu geben, an Stelle der Streiker die Gruben zu bearbeiten, hatte die Regierung eine starkeTruppenabtheilung aufgeboten. Bisher waren die Arbeitswilligen dulch die Streiker eingeschüchtert wo?den und hatten nicht gewagt, sich in die Gruben zu begeben. Die Streiker. welche sich die Rothen" nennen, wurden erst gewahr, um was es sich handklte, als an allen Grubeneinfahrten starke Truppen - Detachements aufmarschirten, um die Nichtstreiker, die .Gelben" zu beschützen. . Während des Nachmittags sammelten sich die Streiker in großen Massen und nahmen eine drohende Haltung an, wurden jedoch von den, Truppen in Schach gehalten, jtfm Abend wurden die Gelben" unter 'eine? starken Eskorle don Gendarmen und Kavallerie von den Gruben in das für sie bestimmte Qua?tier zurückgeführt, allerdings unter den wüthenden Zurufen der Rothen", ohne iedoch angegriffen zu werden. Die Lae

Grsltzeittt jeden Zlcinttittg unb Sonntag Morgens.

Indianapolis, Ind.. Dienstag, den 2. März 1901.

rzx leoocy zu großen !qo?cr.ij"en un laß. Aus (Südafrika. ' Queenstown, Kap - Kolonie, 25. März. Die hiesige Stadtgarde ist in Folge des Gerüchts, daß sich eine Boeren-Abtheilang in der Nähe der Stadt befinde, unter die Waffen gerufen worden. Alle Geschäfte sind geschlössen worden, damit die Angestellten Tag und Nacht die Forts und die Schützengräben besetzen können. Die Boeren, die sich noch 30 Meilen von der Stadt entfernt befinden sollen, haben die Eisenbahn beiDrummond gekreuzt. Kapstadt. 26. März. Einem hier verbreiteten Gerücht zufolge, haben die Bohren bei dem Angriff auf Lichtenburg, in letzter Woche, schwere Verluste erlitten. Mehr als siebzig Boeren sollen an einer Stelle, too sie in die Stacheldrabt Umzäunungen gerathen waren, erschossen worden sein. London. 26. März. Im Kriegs--amt ist die folgende Depesche von o;4j Kitchener aus Pretoria eingetroffen: Babington's Kolonne, mit Sheklk ton's Truppen, griff Delarey. der 1500 Mann bei sich hatte, südwestlich von

Ventersdorp an. und nachdem er ihn ,

geschlagen hatte, verfolgte er ihn so nachdrücklich, daß die Nachhut der Boeren abgeschnitten und ihr Convoi, mit der Artillerie, bei Vaalsbank erbeutet wurde. Unsere Truppen erbeuteten zwei 15-Pfünde? Geschütze, einen Pompon, sechs Maxim-Geschütze. 320 Geschosse für die schweren Geschütze. 15.000 Patronen für Mafchinen-Geschütze. 160 Gewehre. 53 Wagen und 24 Karren. Auch wurden 140 Mann gefangen genommen." L o n d o n . 26. März. Aus der am Montag Abend veröffentlichten offiziellen Verlustliste geht hervor, daß die Operationen in Südafr ka wieder mit aller Energie aufgenommen worden sind. Bei Hartebeestfontein wurden am 22. und 23. März zwei Offiziere getödtet und drei verwundet und vier Mann getödtet und zwanzig verwundet. Auch scheinen heftige Gefechte bei Gredgedacht am 18. März und bei Lcntersburg am 16. März stattgefunden zu haben. Ventersburg, wo Delarey geschlagen '.vurde, liegt ungefähr 25 Meilen nordöstlich von Hartebeestfontein. Es ist deshalb möglich, daß die obigen Nachrichten alle auf cin und dasselbe Gefecht Bezug haben. Der Amsterdamer Korrespondent der Daily Expreß" behauptet, daß Herr Krüger den stellvertretenden Präsidenten Schalkburger beauftragt habe, Friedcnsbedingungen zu formuliren. Steuer auf Wclschkorn. Liverpool, 26. März. Die Daily Post" versichert, daß in Folge des Fehlschlagens der FriedensunterHandlungen in Südafrika der Schatzamtskanzler, Sir Michael Hicks Beach. beabsichtige, anstatt der in Vorschlag gebrachten Registrationsgebühr von einem Schilling die Tonne für Welfchkorn. eine direkte Steuer von zwei Schillingen die Tonne einzuführen. Militärkrawall in Tien Tsin. Tien T s i n . 26. März. In einem Streit zwischen Soldaten verschiedencr Nationalität, der am Sonntag Abend stattfand, wurden zwei Mann von den Welsh-Füsilieren und einer von den Australiern mit Säbeln ode? Lajonnetten schwer verletzt. Es heißt. daß Deutsche die Hauptschuldigen seien. Die Unruhen in St. Petersbürg. S t. P e t e r s b u r g . 26. März. In Czarskoe Selo fand am Freitag eine Ministerversammlung unter Vorsitz des Czaren statt, in der die Krawalle besprochen wurden. Die Delcgaten der Studenten haben die für Sonntag angesagte Massenversammlung rückgängig gemacht, Hauptsächlich um zu verhindern, daß weitere Verhaftungen von Führern der Studenten vorgenommen werden. Auch die sozialistischen Organisationen gaben ihre geplanten Demonstrationen auf. Die Polizei hatte ihre ganze Reserve aufgeboten und mehrere tausend Mann in den Höfen in der Nähe der KasanKathedrale aufgestellt. Ungefähr 40,000 Personen, darunter einige wenige Studenten und Fabrikarbeiter, fanden sich am Mittag auf dem Newsky Prospekt ein. eine Stunde später hatte die Straße aber wieder ihr gewöhnliches Aussehen. In Militärkreisen wird versichert, daß die Offiziere des Kosaken-Garde-Regiments sich mit dem Ersuchen c.n die Behörden gewandt haben sollen, daß man sie in Zukunft nicht mehr zum Unterdrücken von Krawallen verwende, da es unter ihrer Würde sei, daß man sie gegen wehrlose Männer und Frauen schicke. . Der General-Leutnant Fürst Wjamsenskn. ein Mitglied des, Staatsraths.

vcr gegen da Benelfinen oer Polizei und der Kosaken protestirt hatte, soll resignirt haben. Alle höheren Lehranstalten des Landes. darunter die Universitäten von Kharkow, Odessa, Kasan und Kiew sind geschlossen. Türkische Schandthaten. Konstautinopel. 26. März. Privatnächrichtcn aus Makedonien zufolge, hat eine Bande von Türken in dem Dorf Aghamahalleh. bei Seres, einer 47 Meilen nordwestlich von Solonichi gelegenenStadt, drei bulgarische Familien, aus Männern. Frauen und Kindern bestehend, ermordet. Einzelheiten über die Greuelthaten sind noch nicht , eingetroffen. Die Nachricht h,a.t hier die größte Sensation erregt. Mit Allen an Bord untergegangen. K x e l , 26. März. Der seit Langem überfällige Dampfer Brutus", don Schotland hierher bestimmt, ist definitiv für verloren erklärt worden. Er ist anscheinend mit Allen an Bord untergegangen. Hat nicht Selbstmord &c gangen. Stuttgart. '26. März. Die von dem Berliner Lokalanzeiger" gebrachte Nachricht, daß de: frühere württcmbergische Premierminister. Baron Schott von Schottenstein in Ulm Selbstmord begangen habe, ist nicht wahr. Der Premier hatte vor Kurzem resignirt. da er in einen Skandalprozeß verwickelt ist. Der Dreibund. Paris, 26. März. Henri des hcu? ..behauptet in einem im Lo Zrcmcais" erschienenen Artikel, daß ein zehcimer Paragraph im Dreibund Jtcr'ien verpflichte. Deutschland zwei Arncekorps zur Verfügung zu stellen, im Zcrlle Frankreich Deutschland angreifen ollte. Diese Armee-Ccrps sollten auf österreichisches Gebiet übertreten und :v?ntuell unter das Kommando eines deutschen Generals gestellt werden. Des Houx appellirt dann an den Köi:z Victor Emanuel. daß er auf der llufhebung dieses Paragraphs bestehen solle, wenn ihm an der Freundschaft Zrankrejchs etwas- gelegen sei. Entdeckte V e r s ch w o r u n g. - Rio de Janeiro. 26. März. Die Verhaftung des Admirals Custodio Zose de Mello und Anderer in VerbinJung mit der von dem Baron de Burzal verrathenen monarchistischen Verschwörung hab hier die größte Aufrezung verursacht. Die Regierung trifft ?ie weitgehendsten Vorbereitungen, um :inen Aufstand prompt unterdrücken zu können. Am meisten fürchtet man die Flotte. Die Marine - Offiziere werden scharf beobachtet, da man ihnen nicht traut. Es sind Einzelheiten über die Verschwörung, die von dem Baron de Bural verrathen wurde, bekannt geworden. Ti: Ermordung des Präsidenten Campos Salles sollte das Signal für den Aufstand sein. Während der Aufregung, oie der Ermordung des Präsidenten folgen mußte, sollten sich die Anhänger der Monarchie in der Armee und der Flotte der Stadt bemächtigen und die iegierunas - Büreaux besetzen. Die Leitung der Regierung sollte temporär einem Triumvirat, aus dem Admiral Mello, - dem Marschall Carturia und o?m Staatsrath Lafayette Parcira bestehend, übertragen werden. Admiral Mello wurde in aller Stille nach der Schlangeninsel gebracht, da man befürchtete, daß ein Versuch gem?cht werden würde, ihn zu befreien. Er befindet sich jetzt unter der Aufsicht des Admirals Proenca. D i e Reise des Herzogs von C o r n w a z l. Malta. 26. März. Der Dampfer Osobir", mit dem Herzog und der Herzogin von Cornwall und Fork an Bord, ist am.Montag Morgen hier angekommen. Am Nachmittag begaben sich der Herzog und die Herzogin in das Schloß, wo sie bis zum Dienstag bleiben werden. Religiöse Anstalten geschlössen. Lissabon, 26. März. Die Polizei hat die religiösen Anstalten geschlössen, deren Schließung vor einiaen Tagen vom Ministerium dekretirt worden ist. Die Streiklage in Mars e i l l e. Marseille. 26. März. In der Streiklage ist keine große Veränderung eingetreten. Weitere Unruhen haben nicht stattgefunden und es laufen heute mehr Straßenbahnwagen, allerdings unter polizeilichem Schutz. Die Sirciker versuchen in friedlicher Weise die Arbeiter zu veranlassen, sich dem Streik anzuschließen und viele Fabriken sind zeschlossen, da es an Maschinisten. fehlt.

Sturmcswüthcn. ZZirliiiiigljalii. Jlsn, i)o;i einem Iröfsfltirm sjciniorsnrtjl. Ungesiihr 25 Personen, darunter 5 Weiße, getödtet.

Schaden $-250,000.

In Georgia wurde ein Eiseubtrhu, zug vom Geleise geblasen.

Grubeii'Erplofion in Pennsylvanien. Sechs Mann todt und andere tödtlich verletzt.

Schneestiirme im Westen.

Viele Eisenbahnzüge eingeschneit. Mordthaten.

'S t u r m e s w ü t h e n. Birmingham, 26. März. In Kurz nach 10 Uhr am Montag Vorgen fegte ein Tornado in östlicher Richtung über den südlichen Theil der Stadt. 25 Personen wurden getödtet, darunter fünf Weiße. Der Schaden an Gebäulichkeiten wird auf eine Viertelmillion Dollars geschätzt. Achtzehn Leichen wurden bis 7 Uhr Abends gefunden und zahlreiche Verletzte befanden sich in den Hospitälern. Getödtet wurden folgende weiße Personen: Dr. G. C. Chapman .Frau Robert I. Löwe nebst ihrem Säugling. I. Alexander und die kleine Tochter von V. V. Hudson. Der Rest der Get'ödteten sind Farbige. " Schon früh am Mongen bewölkte sich der Himmel und eine fchwüle Hitze machte sich bemerkbar. Die Wolkenmassen verdichteten sich mehr und mehr und kurz nach 9 Uhr zuckten grelle Blitze durch die dunkle Wolkenwand. Der Wind wurde plötzlich stärker und ärker, und aus dem bewölkten Himnel senkte sich plötzlich die gefürchtete .'richterformige Wolke zur Erde nieder und. strich sprungweise über die Stadt hin. Die Negerhütten in den niederen Stadttheilen hatten den schlimmsten Anprall abzuhalten. Die größeren Wohngebäude auf den höher gelegenen Plätzen litten verhältnißmäßig wenig. Die großen Bäume beim St. Vincent Hofpital wurden entwurzelt und riesige Gesteinmassen wurden aus dem Boden aufgerissen und über alle Zuzänge zu dem Hospital zerstreut. Zwischen der 8. und 10. Straße sprang der Tornado wie ein Gummiball auf und nieder und riß ein von Jacob Busenhelmer bewohntes Haus bis auf den Grund nieder. Das daneöen stehende Haus von Taylor Hanson wurde abgedeckt und drei in der Nähe befindliche Negerhäuser von Grund auf zerstört. ' Weiter brauste der Sturm mit elementarer Gewalt durch cin Fich ten-Gehölz. dessen Bäume wie Pfeile )urch die Luft geschleudert wurden und in die Neger-Ansiedlung hinein, deren erbärmliche Hütten wie Eierschalen von oer Gewalt des Sturmes zerdrückt wurden. Dann wandte sich der Tornado östlich durch ein anderes Gehölz und traf an der Avenue H und der 15. Straße die Zweite PrcsbyterianerKirche, welche vollständig demolirt Durde. Hinter der Kirche befindet sich :in anderes Neger-Quartier, ' welches ebenfalls zum größten Theile niedergelegt wurde, und dann raste der Sturm weiter in die oberen Stadttbeile zur 18., 19. und 20. Straße, wo eine ganze Anzahl Wohnhäuser dem entfesselten Zlement zum Opfer fiel. An der 19. Straße wurde eine ganze Reihe von Holzhäusern, die von einzelnen Familien bewohnt wurden, dem Zrdboden gleich gemacht. Der Sturm kam so plötzlich, daß die Insassen keine Zeit mehr hatten, der drobenden Gefahr zu entrinnen und die meisten derselben wurden mehr oder weniger ernstlich oerletzt. Die Schnee st iirme im Qest e n . Omaha, Neb.. 26. März. Spezialdepeschen aus Ogolalla. Neb., enthalten die Mittheilung, daß die vi?r Passagierzüge, die am Sonntag in Folge des furchtbaren Schneesturmes Dort stehen bleiben mußten, immer no5) nicht abfahren konnten, da der Schnee überall zu hohen Haufen zusamm.'n'trieben wurde. Für die Passagii'i: .i?ird in bester Weise gesorgt. Zwei Lokomotiven mit einemSchnee?flug stecken in einem tiefen Einschnitt, 'ine halbe Meile westlich von Ogalalla 'ist. -Der Schnee ist dort zwölf Fuß c. Es lut jetzt fast MZ aufaebö::

No. 188

zu zoaneien. der turm oiaft aoer noey mit großer Heftigkeit. Fünf Frachtzüge stecken noch in der Nähe von North Platte im Schnee. Es ist-dies der heftigste Schneesturm der Saison in dieser Gegend. Der Passagierzug. der am Sonntag von Omaha abging, befindet sich noch in LongPinc. 'H o x i e . Kas.. 26. März. Seit Samstag Abend wüthet hier der schlimmste Schneesturm seit 1892. Der Schnee wird überall zu hohen Haufen zusammengeweht. Der Zug auf der Lincoln Zweiglinie ist eine Meile von hier eingeschneit. Gruben - Explosion. Connellsville. Pa.. 26. Marz. ülm Montag Morgen fand in der Gatcs Mine de? Eureka Fuel Co. im New Klondike Distrikt, in diesem (Fayette) Counto, eine furchtbare Explosion statt. Die Mine war erst seit einigen Monaten in Betrieb. Am Morgen stiegen 23 Männer in die Grube hinab und davon wurden 16 bei der Explosion verletzt. Sechs davon starben gleich nachdem sie aus der Grube gebracht wurden. Die anderen wurden in einen Frachtwaggon gehoben und sofort hierhergebracht, wo sie ins Hospital geschafft wurden. Die Leute sind alle schrecklich zugerichtet und drei oder vier von ihnen werden.'-sicher noch ihren Verletzungen erliegen. Einigen von ihnen sind bei der Explosion die Augen zerstört worden. Die sämmtlichen Verunglückten warcn Polen oder Ungarn und ihre Namen konnten noch nicht ermittelt werden. Schrecklich verbrannt. Chicago. Jll.. 26. März. Frau Albert Fredlev. No. 21 West 19. Str. wohnend, ' versuchte am Montag mit Hilfe von Petroleum ein Feuer anzuzünden, während sie ihr zehn Monate altes Kind auf dem Arme hielt. Eine Explosion war die Foge und im Augenbick waren Mutter und Kind in Farmen gehüllt. Ehe die Nachbarn, die durcb die Hiferufe der Frau alarmirt worden, im Stande waren, die Flammen zu ersticken waren 'Frau Fredley und ihr Kind so schlimm verbrannt, daß sie wahrscheinlich ihren Verletzungen erliegen werden. M?rd und' S e l b st m o r d v e z such. C b i c a g o. Jlls., 26. März. Charles Lattimer begab sich am Monta in das Putzmachergeschäft seinel Frau an 63. Straße, wo er ihr. währcnd sie gerade einen Hut, den sie eber verkauft hatte, einpackte, von binten einl Kugel durch den Kopf schoß, sie auf bei Stelle tödtend. Lattimer schoß sich dann selbst eine Kugel in den Kopf. Er ist tödtlich verletzt. Die Tragödie ist du Folge eines Streites, der vor ungefähi einem Monat zwischen den beiden Ehegatten stattgefunden hatte. Herr uni. Frau Lattimer lebten seitdem getrennt. In einer Tasche Lattimer's wurdt ein an seinen Bruder A. I. Lattimer. in Clinton. Jlls.. gerichteter Brief gefunden, in dem der Schreiber erklär: daß er im Begriffe sei. sich das Leben zr nehmen. Der Brief enthielt $60 ir Vaar. Georgetown. Ky.. 26. März Frau Edward Thompson, die Gattir eines Apothekers, hat am Montag ihrem zwei Jahre alten Söhnchen Edward, jr.. mit einem Rasirmesser der Hals von Ohr zu Ohr durchschnitten Sie schnitt sich dann selber den Hali ab. Mutter und Kind würden als Leichen aufgefunden. Die Frau scheint plötzlich wahnsinnig geworden zu sein Mehrere Mitglieder ihrer Familie waren wahnsinnig und ihre -Schwester wurde erst vor ein paar Monaten einem Jrrenosyl geschickt. Feuer. Grand R a p i d s, Mich., 26. Mz. Die römisch - katholische St. Andrews Kathedrale in hiesiger Stadt ist am Montag durch Feuer zerstört worden, das durch einen Blitzstrahl verursacht worden war. Der Verlust beläuft sich auf Z50.000 und die Versicherung auf 520,000. - New Orleans. La.. 26. März. Eine Feuersbrunst, die kurz vor sechs Uhr Abens ausorach, zerstörte in kurzer Zeit das Schnittwaarengeschäft von Ä. Fellman & Co. Die Firma erleidet einen Verlust von 130,000. Das Teppichgeschäft von Leopold Levy und das Ausstattungsgeschäft von Rosenberg & Co. wurden zum Betrage von je Z20.000 beschädigt. -2 ? !i 1 5 n ö 1 1 i : x - men. MariinsFerry. Ohio. 26. Mz. Am Montag sind die Arbeiten für die Errichtung einer großen StahlblechFabrik für die Laughlin Jron & Stoii Company in hiesiger Stadt in Angriff genommen worden. Die Fabrik wiro eine der größten ihrer Art im Lande undbon dcr U. S. Steel Corporation ganz unabhängig sein. Sie wird unge jähr 1000 Arbeiter beschäftigen.