Indiana Tribüne, Volume 24, Number 186, Indianapolis, Marion County, 24 March 1901 — Page 3

Fndkana Tripane, Sonntag, 24. März 1901.

H

In der

Mme.

Von Rud. Leonhart, A M.

Copyright 1900 bjth Gcrrnan Press t Plat C.

I

i Wanderer: .Ist dieS der Weg nach Iniitflbt ? Wegweiser: .Iawodl. Nur Hübsch i der Mitte geblieben.Capitel 1. Blicke in ein Tagebuch. Wir befinden uns im Frühling '63, in 'der Stadt San Francisco. Ein frischer Seewind kräuselt die Bai, und mildert eine nahezu tropische Hitze. Der Leser betrete gefälligt mit uns eines der elegant möblirten Privatgemächer der oberen Stockwerke, wo wir einen Mann an einem Sekretär erblicken, welcher etwa fünfzig Jahre alt sein mag, allein nur wenig Spuren solchen Alters zeigt. Die hohe Stirn zeigt wenig Furchen, und sein aschblondes Haar nur hier und da eine Spur von Grau. Kinn und Wangen bedeckt ein Bart derselben Farbe, doch sind die Lippen hinreichend entblößt, einen festen, energischen Schnitt erkennen zu lassen, obschon die gepreßte Härte fehlt, welche Geiz und Selbstsucht verräth. Das Auge des Mannes ist blau, und der aufgeweckte Blick deutet auf Hzensgüte. Dr Mann am Schreibtische scheint von deutscher Abkunft zu sein, und obschon er selber in der westlichen Hemisphäre geboren sein mag, stand doch die Wiege seiner Eltern oder Vorfahren ohne Zweifel am Ufer der Elbe oder Weser. Die Gesichtszüge sind meistens ein treuer Fingerzeig des Charakters, allein da dies nicht immer der Fall ist, so kommt es sicherlich sehr zu Passe, daß er augenblicklich damit beschäftigt ist, Einträge in ein Tagebuch zu machen. Talleyrand mag wohl recht haben, daß manchmal die Worte nur dazu dienen, unsere Gedanken zu verbergen, allein wenn wir auch leider nur zu oft unsere Mitmenschen belügen, so ist es doch jedenfalls höchst unwahrscheinlich, daß wir dieses iadelnswerthe Verfahren gegen uns selbst anwenden, d. h.uns im Tagebuche selber belügen. Wenn wir deshalb von der Freiheit des Verfassers und Lesers Gebrauch machen, und dem Mann am Sekretär über die Schulter blicken, um zu sehen, was er schreibt, so ist es mehr als wahrscheinlich, daß es uns auf diese Weise gelingen wird, einen Blick in seine Seele zu thun. Also an's Werk, Leser. San Francisco, den 1. Mai 18ß8. Der Wonnemonat belügt seinen Ruf nicht; denn dieser erste Mai ist sicherlich ein so vollkommener Frühlingstag. wie die Natur ihn je geschaffen. Alles Andere harmonirt überdies, mich vollkommen zu befriedigen. Ich hatte soeben ein leckeres Frühstück. Ich leide keinen Mangel: im Gegentheil, ich brauche nur einen Wunsch zu äußern und er wird erfüllt und doch bin ich glücklich? Erst seit Kurzem drängt sich diese Frage mir auf und will sich nicht abweisen lassen. Woher kommt dies? Haben sich etwa meine Begriffe von Glück geändert? Sonst fand ich doch in der Anhäufung neuer Reichthümer genügend Befriedigung, und jetzt Carlos, warst Du bisher ein Plutokrat, ein Shylock, welcher den Schein für das Wahre, die Materie für den Geist hielt? Nein, nein doch. Carlos, ich glaube ich kann Dich mit gutem Gewissen von einer solchen Veschuldigung freisprechen. Du erwarbest Deine Schätze zum Zeitvertreib,

und Dein Geist erniedrigte sich nimmer

zu dem Götzendienst, welcher von allen der erbärmlichste ist. Vielleicht sind es

die zunehmenden Jahre, welche diese Bedenken, diese Fragen erzeugen. Wozu lebe ich denn eigentlich? Blos um leckere Mahlzeiten zu verspeisen

. und, nach dem Elnkassiren meiner Qin.

künfte mich niederzulegen, blos um die

nothige Kraft zu jener nichtssagenden Beschäftigung zu gewinnen. Nein.

tausendmal nein! Dies muß, dies

soll anders werden. Lak sehen:

Was sind denn eigentlich die Bande, welche uns an's Leben fesseln, und ohne die kein wahres Glück möglich zu sein

scheint? Familie. Freunde, Ver wandte! Laß mich sie in obiger Rei

henfolge behandeln. Also zuerst Farv w . . 'S

mme: :q oaoe lerne, yjut meiner

theueren, unvergeßlichen Mutter zerriß

vor zerrn Jayren vas letzte Familien band. Ich habe seither kein neues ae-

knüpft. Nicht daß ich ein Frauenhas,

ser Ware im Gegentheil. Ich er

freue mich ihrer Gesellschaft; allein ich bin nie einem Frauenzimmer begegnet, das ich so hätte lieben können, wie

Gatten einander neben sollen. Freunde: Habe ich Freunde? O ja. Tisch-

freunde. Welche mich ihrer Achtung und m . r .

Neigung versichern, wenn sie meine Speisen verschl-ngen und meine Weine trinken. Ein Jeder weiß, was solche Freundschaften zu bedeuten haben. C0 " V iifivtAin . . L cm

Cu iiv uwuyiiia tjiuuiusiu UU0 'JJiZX cedes. meine treuen mexikanischen Die;

ner. welche- gern ihr Leben opfern wllrden. um das meinige zu retten; allein v-o sc: ev

trrrunucs. z,w trcuno mun trn

Stande sein, unser geistiges Leben,

unsere eelenfreuoen und Leiden zu theilen, und dazu sind meine guten

Mexikaner nicht im Stande, denn wenn sie auch die Herzensgüte, die Redlichkeit und Treue selber sind, so fehlt ihnen doch die nöthige geistige Bildung, welche sie befähigen konnte, mein qeisti-

ges Wirken und Denken zu verstehen und zu theilen. Ich kann also der

Wahrheit gemäß sagen, daß ich ohne

Freunde bin. Verwandte? Hm.

Carlos, da ertappe ich Dich auf einer Unterlassungssünde, welche ein strenger Richter unverzeihlich nennen würde. Du hast Verwandte, und zahlreiche, wenn der-Tod nicht kürzlich unter

ihnen 'aufgeräumt hat. Mutter er zählte mir häufig von meinem Grok'

.terKlausvon Braun, und meinen

f Adolph, Gustav und

Friedrich von Braun, sowie von der Bibel, welche Großvater im Jahre 1818 jedem seiner vier Söhne schenkte.

damit dieses Buch ihnen als ein mm-

ges Band für spätere Geschlechter diene. Jede Bibel enthielt ein leeres

Blatt zwischen dem eilten und nuen

Testamente, auf welchem die Geburien, Heirathen und Sterbefälle der Familie eingetragen werden sollen. Wo mag nur das unsrige sein? Ich habe es seit Mutters Tode nicht gesehen, allein es

muh in dem Secretar, einem Erbstücke

der Familie, liegen .... richtig, da ist es ja. Wie oft habe ich der lieben Mutter Großvaters Dedication vorlesen müssen! Ich glaube, ich weiß sie auswendig. Laß sehen:

Leipzig, den 1. Januar 1818. Meinem lieben Sohne Karl von

Braun zum Andenken. Er soll alle Familienereignisse in diese Buch ein- , ! I f.. fl."l... O.!

iragen, oamll oaseioe in ipaieicn oci ten als Stammbuch seiner Familie die nen und die engste Verbindung mit seinen drei Brüdern Adolph. Gustav und Friedrich aufrecht erhalten möge, deren

jedem ich heute eine gleiche Bibel schenkte. Klaus. Der gute alte Herr! .Er hat sich wohl schwerlich träumen lassen, daß seine Söhne in alle Welttheile würden zerstreut werden; allein ich will nun auf den Geist seines damaligen Han

delns eingehen und sehen, ob es mir

nicht mittelst dieser Bibeln gelingen

wird, seine zerstreuten Nachkommen zu

entdecken und in seinem Sinne auf's Neue zu verbinden. Laß sehen: Mut-

ter erzählte mir wiederholt, daß Oheim Friedrich sich in New York niedergelassen habe und dort als Advokat thatig sei, obschon mit geringem Erfolge,

indem Vater zahlreiche Klagebriese von ihm erhalten habe, worin er um Unterstützuna nachsuchte. Plötzlich haben

jedoch diese Jeremiaden aufgehört, und v i r.rt r.i lt. i-:j. -

ieii zener Heil jei lyncn jcgnaj pur des Verwandten entschwunden. Nun wohl, so will ich diese Spur wieder aufnehmen und wenn ich diesen Oheim oder irgend welche andere Verwandte

entdecke, meine Reichthümer mit ihnen theilen. Sonderbarerweise wird die

Leere, welche mich bisher nur unbestimmt peinigte, plötzlich unerträglich, und da mich hier absolut nichts bindet, will ich sofort Anstalten treffen, meine Abreise nach New Aork zu ermöglichen. Was! Schon elf Uhr?! da muß ich für heute schließen."

Damit legte der Maun die Feder

nieder, schloß das Tagebuch und die Bibel in ein Fach des Secretärs und

berührte eine kleine Glocke, deren Geklinge! sofort zwei Dienstboten herbei, führte. Es waren ein Mann und eine

.Frau, beide von südlicher Herkunft, nach ihrem schwarzen Haar, ihren

dunklen Augen und ihrer bräunlichen

Gesichtsfarbe zu schließen. Der Mann

mochte mit dem Schreiber von einem

Alter sein, während die Frau vielleicht fünf Jahre jünger war. Äer Eifer,

womit sie ihrem Herrn nahten, um seine Wünsche zu erforschen, ist ein deutlicher Beweis, daß Carlos ihre Er-

gebenheit nicht überschätzt hatte.

.Nimm den Schlasrock, Mercedes.

sagte er, und reiche mir den Frack

dort. Ich habe mehrere Gange zu

machen; allein ehe ich gehe, will ich Euch mittheilen, daß es meine Absicht ist. nach New York abzureisen, sobald

ich meine Geschäfte ordnen kann.

Und und uns, Sennor Car

los?" fragte Francisco, welcher die deutsche Sprache nur höchst unvollkommen redete. Müssen Mercedes und

ich hier allein. . . .?"

.Franz. Franz. stelle kerne msalti- . 0 .T v v I I

gen Fragen, yave ten uucn nicni lau-

sendmal gesagt, daß Ihr mich nicht verlassen sollt, so lange ich lebe, und daß ich für Euch gesorgt habe, im Falle Ihr mich überlebt? Anstatt dergestalt DeinenAthem zu verschwenden, beginnt

sofort, unsere Garderobe, sowie meine Bücher und diesen Secretär sorgfältig zu verpacken. Ihr wißt, es ist ein Erbstück von meinen Eltern, und darf deshalb nicht beschädigt werden. Ich bin zum Essen wieder hier. Adios."

Kapitel 2. Auf der Spur. Zwei Wochen später finden wir Car-

los Bruno, das spanische Equiva-

lent für Karl Braun mit seinen Ge

fährten im- Parlor des N. Hotels in New ?)ork. Auf dem Tische vor Car los liegt offen der ungeheure Addreßkalender derStadt und aus seinen Au-

gen stiehlt sich ein komischer Ausdruck

der Verzweiflung. Fünfhundert

Brown's,- ächzt er und kratzt sich seuf-

zend in den Haaren; und außerdem fünfhundert Braun's; Kinder, was in aller Welt sollen wir thun?"

Mich wissen Nicht, widert Fran zisco grinsend und Mich auch nicht fügt Mercedes lachend hinzu.

.Wir konnten am isnoe eine Anzeige

in den Herald setzen, dahin lautend, dak alle diese Brown's und Braun's

es in ihrem Interesse finden werden. uns zu besuchen, oder uns schriftlich mitzutheilen, ob sie von einem Klaus

von Braun, früher m Leipzig, Deutschland, ansässig, herstammen; allein die-

ser Schritt setzt uns der Gefahr einer

so entsetzlichen Ueberschwemmung aus.

daß ein weises Bedenken am Platze

ist. Wir hüben überdies die eine Adresse

gefunden, so vielversprechend, daß wir

sie jedenfalls ausbeuten müssen. Laßt sehen: Friedrich Brown. 59 E. B. Franzisco. sei so gut und bestelle sofort eine Droschke, damit wir diesen Friedrich Brown aussuchen können. Mercedks. reiche mir meinen Rock und

Hut so. nun kann's an die Arbeit gehen." Als Carlos vor das Hotel

trat, stand die Droschke bereit. Könnt

Ihr uns nach 69 E. B. fahren?" fragte Carlos den Kutscher, welcher statt al-

ler Antwort auf den Bock sprang, und im raschen Trabe davon fuhr. Nach

Verlauf eine, halben Stunde hielt die

Droschke vor einem mehrstöckigen Hau

se, welches die Nummer 59 über der Hausthür.sührte. Carloö sprang aus

' ) . .

das Trottoir, bestieg die ziemlich hoheSteintreppe und zog die Klingel. Wohnt hier ein gewisser Friedrich Brown?" fragte er, als eine ältliche Frau die Thür öffnete. Ja wohl, was wünscht Ihr von ihm?" Ist er zu Hause? fuhr Carlos fort, ohne die etwas vorlaute Gegenfrage ZU beachten. Nein war die kurze Antwort. Ist seine Frau zu Hause, d. h. wenn er verheirathet ist?" Er ist verheirathet; allein seine Frau ist ebenfalls aus. . Wollt Ihr vielleicht eine Rechnung collectiren?" Warum fragt Ihr?Oh, dann könnt Ihr Euch dieMuhe sparen, denn die Leute sind schlechte Bezahle?. Sie schulden mir drei Monat Miethe, und wenn sie mich nicht vor Abend bezahlen, lasse ich sie morgen an die Luft setzen." Mit diesen Worten schlug sie Carlos die Thür vor der Nase zu. Er war mehr belustigt als erzürnt über diesen Mangel anLebensart und pfiff leise vor sich hin, als er die Steintreppe hinabstieg. Eben wollte er sich wieder in die Droschke setzen, als ein Knabe von etwa vierzehn Jahren ihn anstieß. Ich weiß, wo Fred. Browns Office ist." sagte er. Wirklich? Dann heraus mit der Sprache,- mein Junge." Ich bringe Euch für einen Vierteldollar hin, Sir." Aha. pfeift der Wind aus dem Loche? Das ist recht, man muß aus seinen Kenntnissen machen, was man kann. Steig ein und zeig uns den Weg." Der Knabe gehorchte und nach einer weitern Fahrt von fünfzehn Minuten hielt die Droschke wieder, diesmal vor einem ziemlich verfallen aussehenden Gebäude von mindestens sieben Stockwerk, unweit des Gerichtshofes gelegen, aber in einer unansehnlichen Seitenstraße. Der Knabe zeigte auf ein verblasztes Schild, auf dem in halbverwischten vergoldeten Buchstaben zu lesen stand: Fred. Brown. Advocat". Schon recht." sagte Carlos. Hier ist Dein Vierteldollar. Es führt wohl kein Elevator hinauf?" Nein. Herr. Ihr müßt's eben zu Fuße machen." Carlos hieß den Kutscher und Franzisco warten und stieg dann die staubigen Stufen hinan. Das Schild am Eingange meldete, daß Brown seine Office im sechsten Stocke, in r . 25 habeund Carlos' Luft war nahezu erschöpft, als er endlich vor - der Thür stand, wel diese Nummer trug. Er zögerte einige Augenblicke, ehe er den Thürknopf drehte und eintrat. Wen werde ich finden?" war der Gedanke, welcher in ihm aufstieg. War es der Gesuchte und, wenn dies der Fall, eine wünschenswerthe Acquisition? Es war in der That ein bedeutungsvoller Augenblick, von dessen Ausfall Befricdigung oder bittere Enttäuschung abhing. Säumniß jedoch konnte nichts ändern, und so drehte er denn entschlössen den Knopf und trat ins Gemach. Dies war, was er erblickte: Das Zimmer war vielleicht vierzehn Fuß im Quadrat. Gerade der Thür gegenüber befand sich ein Fenster, durch welches das Licht in äußerst geringen Quantitäten hereindrang, indem die

Scheiben nicht nur seit Monaten nicht gewaschen worden, sondern auch hier und dort mit Papierstreifen verklebt waren, welche zerbrochene Stücke mit knapper Noth zusammen hielten. An der Wand zur Rechten stand ein halb

zerfallener Bücherschrank, dessen Re

gale ein paar Dutzend Rechtsbucher

enthielten. Zur Linken bedeckte eine

große Landkarte die Wand, welche die

Grafschaft New York darstellte. In

der Mitte des Zimmers stand ein

Schreibtisch mit einem Stuhle auf der

nahen wie der fernen Seite. Auf dem

letzteren saß ern Mann, welcher sofort

Carlos' Aufmerksamkeit in Anspruch

nahm. . Nicht daß das Aeußere des

Mannes besonders bemerkenswerth ge-

Wesen Ware; imGegentheü, er siel mehr durch das auf, was fehlte, als durch

das. was vorhanden war. Der Advokat mochte etwa achtundzwanzig sein, allein die fortwährenden Entbehrungen. welchen er ausgesetzt gewesen war, ließen ihn als' vierzig und mehr erscheinen. Die Züge hätten für hübsch

gehalten werden können, wenn nicht

der Hunger nach Reichthum ihnen einen

harten, wenn nicht oosartlgen Stempel aufgedrückt hätte. Friedrich Brown war augenscheinlich ein Opfcr der ver-

schämten Armuth geworden, welche von

allen die grausamste ist. Carlos machte

alle diese Bemerkungen, wenn nicht ge rade in denselben Ausdrücken, und qe

mischte Gefühle bestürmten seine Brust. Jener Mann vor ihm war ohne allen

Zweifel durch Noth und Manqel ver-

krüppelt, wenn nicht versteinert wor

den. und ein unsägliches Mitleid stieg

m lym empor, uebrlgens konnte es

nicht der Friedrich Brown sein, den er suchte, denn doch jetzt beginnt der

Addokat. den das lange Schweigen des

Zsremden stutzig machte, zu sprechen.

Guten Tag. mein Herr.- begann er hoflich. Nehmen Sie. bitte. Platz;

womit kann ich dienen?

Mit nichts, fürchte ich." erwiderte Carlos, indem er der Aufforderung Folge leistete. ..Ich suche einen Frie-

brich Brown, und ....

Mein Name ist Friedrich Br-K, Sir."

Ja, aber der Mann, den ich suche.

mutz über sechzig sein. Vielleicht war es mein Vater, wel cher den gleichen Namen führte."

Das wird sich bald zeigen. Sir. Ich

suche den Enkel eines gewissen Klaus

von Braun, welcher im Jahre 1820 in

Leipzig verschied.

Dann war mein Vater der Gesuchte: denn er war von deutscher Herkunst

und der Enkel des von Ihnen erwähn

ten Mannes."

. Dann könnenSie mir sicher ein ge

vtsses Buch zeigen, welches ..."

. .Klaus von Braun meinem Groß

dater schnitte? unterbrach der Advokat. Gewiß kann ich das. Es ist ein:

Bibel, mit einem Blatte, welches als Stammbuch der Familie dienen sollte.

Die Bibel ist in meinem Besitze und Kenn Sie mich nach Hause begleiten

wollen, kann ich Ihnen dieselbe zu ze-

der Zeit zeigen."

Dies entschied. Alle Zweifel schwan-

den und Carlos genoß die so wunschenswerthe Befriedigung, den ersten

der ersehnten Verwandten vor sich zu

seben. foed." nes er aus. indem er

aufsprang und die Hand des stutzenden

Advokaten ergriff,' ich bin's, 2)em Dein der Kuckuck weiß den eigentlichenVerwandtschaftsgrad zwischen uns nenne mich Oheim Carlos oder

Karl, wenn Dir das besser paßt. Hast

Du Deinen Vater ie vonCarlos Bruno

sprechen hören, der in Mexico wohnte?"

Ja wohl, und immer in der anerkennendstenWeise, indem ich weiß, daß

er mehr als einmal ansehnliche Geld-

sendungen von demselben erhielt. Nun, mein Junge, ich bin sein Sohn, und Du darfst Dich darauf verlassen, daßCarlos derZweite nicht ver-

säumen wird, beizuspringen. wo und wann Noth am Mann ist. Nun aber

fetze Dich nieder und erzähle mir alles.

was Dich und die Deinen angeht, cy

suchte Deine Wohnung auf. ehe ich

hierher kam. und hörte, daß Du verheirathet seiest. Deine Hauswirthinn

Ein Schatten hatte bei diesen Wor-

ten sich auf des Anderen Züge gelegt.

Meine Frau, unterbrach er semen

Verwandten. Du sahst sie also Nicht?"

. Nein, sie war nicht zu Hause. Hast

Du Kinder?"

Zwei, Oheim." Carlos begann von Neuem zu fra-

gen und entlockte auf diese Weise dem

Andern seine Lebensgeschichte; allem.

so abgerissen waren die Satze, so verworren die Mittheilungen, daß es uns nahezu unmöglich ist, sie getreu wiederzugeben, weßhalb wir es vorziehen, Fritz Brown's Bericht in unseren igenen Worten zu geben. Sein Großva-

ter war nach Brasilien ausgewandert

und hatte dort Dienste in der Armee

genommen. Er hatte dort eine Emge-

borene gehelrathet. war indessen schon in der Blüthe des Lebens den klimatkschen Einflüssen zum Opfer gefallen! Fritzens Vater war dann als junger Mann nach NewIork gekommen, hatte die Rechte studirt und dann ein wohlhabendes Mädchen geheirathet. Die

mangelhafte Kenntniß der englischen

Sprache war indessen ein unubersteig-

liches Hinderniß zum erfolgreichen Be-

triebe seines Berufes. Uebertnebene Erwartungen, sowie das Vermögen seiner Frau verleiteten ihn überdies zum Ankaufe eines prahlerischen Hau-

ses und somit zur Uebernahme einer Last, welche sein Leben vergällte und sein Ende beschleunigte. Freds Mut-

ter kämvfie noch zwei Jahre langer ge-

gen Unmöglichkeiten an, und eben hatte er selber sein Eramen bestanden und die Tochter des nächsten Nachbars ge-

heirathet, als das Kartenhaus zusammenbrach und die Familie an den Bet-

telstab brachte. Die Mutter starb vor

Gram und Fritzens Leben war seit zener Zeit ein ebenso anstrengendes wie

vergebliches Ringen gegen ein anschei-

nend unerbittliches Geschick gewesen.

Nun fasse Muth, mem Junge.

sagte Carlos ermuthigend, als die Beichte vorüber war. In Zukunft soll

es besser werden, das verspricht Dir

Onkel Carlos. Doch ich muß fort,

denn ich habe noch manches heute Mor

gen zu besorgen, und Franzisco denkt ohne Zweifel, ich sei mittelst' eines

Luftballons davon geflogen. Ehe ich

gehe, sei so gut und acceptire diese Kleinigkeit, welche Dir helfen wird,

drückende Verbindlichkeiten zu ordnen, bis wir Anordnungen für die Zukunft

treffen können. Keinen Dank, wenn

ich bitten darf; solche Bagatelle ist ja

nicht des Redens werth.

Er hatte fünf 5)undertdollarsnoten in die Hand des Advokaten gedrückt.

eine größere Summe als derselbe wohl

seit Jahren sein Eigen hatte nennen können, nach dem Aufleuchten von fast satanischer Freude zu urtheilen, welche

in seinen Alleren aufflammte.

Ich komme heute Abend mit meinen Mexikanern zu Euch," fuhr Car-

los fort, um Deine Frau und Kinder kennen zu lernen. Ah, Du gehst mit? rv , ri n c c - m n . c IT..

via. oas tu am unoe oas zezie, oenn Du hast gewiß dies und jenes zu besor

gen und scheinst nicht gerade mit Kunden überlaufen zu sein. Doch, hallo.

was ist das?"

Diese Frage wurde durch in lautes Geräusch in der Halle veranlaßt. Die

Thür öffnete sich sodann und zweiKiN

der. ein Knabe von etwa fünf und ein

Mädchen von drei stürzten ins Zim

mer. Ihnen auf dem Fuß folgte ine

Dame, welche zwar modisch gekleidet war. deren Garderobe jedoch bedenkliche Spuren des Verfalls verrieth. Sie war entschieden brünett, und hätte für

recht hübsch passiren können, wenn nicht

eine finstere Wolke auf ihrer Shrn gelagert und in ihren Augen Nicht ein

Sturm gelauert hätte, welcher nur des elektrischen Funkens bedürfte, um in vernichtender Wuth loszubrechen. Die Dame schien jedoch unter dem strengen

Commando der feinen Gesittung zu ste

hcn; denn sie hatte nicht so bald den

Fremden erblickt, als ihre Stirn sich

aufhellte. Ah. Du bist beschäftigt,

Fritz, sagte sie mit einer. hofllchenVer neiaunq gegen den Fremden. Ent

schuldigen Sie meine Störung, meine

Herren, ich komme spater wieder. Damit wollte sie sich entfernen, wur

de indessen durch den Advokaten zurückgthalten, welcher sichrlich verwirrt

war und stammelte: Nicht doch, Bella.

Dieser Herr ist kein Fremwr. sondern

Onkel Carlos Bruno, dessen Vater dem .meinigen so manchen Dienst geleistet. Er kommt. i'M sich von nun an in New Äork niederiulasscv? "

3to ftmii warf 'Nen vrüfenden

Blick auf den neuenvr, nd mochte nun die elegMe l-un2, I

wie die schwere goldene Uhrkette sie zu einer günstigen Beurtheilung veranlassen, oder mochte sie dem Instinkte

folgen, welcher beim weiblichen Geschlechte so stark entwickelt ist: genug, sie gelangte zu der Ueberzeugung, daß ein freundliches Entgegenkommen eine

gute Politik sei. weßhalb sie dem Frem

oen die Hand bot und verbindlich sagte: Meines Gatten Verwandte sind die meinigen. Ich heiße Sie auf das Wärmsie willkommen. Fritz. Lucie, kommt und reicht dem Oheim die Hand."

Die Kinder gehorchten und Carlos

nahm eins nach dem andern auf den

Arm. yerzie und küßte beide und dankte dann Bella für ihren warmen Empfang. Bella dagegen blickte den Gat-

ten fragend an und sagte dann zogernd: Und wird Onkel Carlos seine Wohnung bei uns aufscblaaen?

, II " i , frage nur. . . ."

Nem. neu. Bella, wenn ick mir

diese Freiheit nehmen darf, daran ist

nicht zu denken. Ich habe zwei Diener

vei mir. welcheZuch zu viel Last marfar VrJIvV OT! Z t f t c - r I

ujui vuwtu. wi( meinen oesyaio vorläufig im Hotel, bis ich im Stande

bin. Euch meinerseits eine Heimath anzubieten, was boffentlick nickt anae

anstehen wird. Heute Abend, jedoch

werden wir. mit Eurer Erlaubniß, uns die Freiheit nehmen. Euch aufzuwarten. Seid Ihr zum ölufbruch bereit? Dann. . . ."

Einen Augenblick. Obeim ick fiafo

mit Fritz. ..."

Ihr Gatte gab ihr keine Geleaenbeit

auszureden. Er wußte nur zu gut. was sie zu sagen batte. und in Tau'sen-

den von Fällen war er ohne Zweifel

autzer Stande gewesen, ihre nur zu gerechten Forderungen zu befriedigen. Diesmal jedoch war er nicht nur im

Stande dies zu thun, sondern sie aufs Höchste zu erstaunen. Mi! einem Lä-

cheln. welches einen Anstrich von Bos-

tzelt besaß, zog er eine der Hundertdol-

larsnoten aus der Tasche und sagte, indem ihr dieselbe hinreichte: Ich weiß. Bella, ich weiß. Du hast Ein-

lause zu machen. Wird dies genügen?" Die sogenannte feine Gessttuna ist

unstreitig die Kunst, unsere Impulsezu bezwingen und in den Sckleier der

Verstellung zu hüllen. Es gelang Bella,

ihr erstaunen zu verbergen; allein

wahrend sie die Banknote mit der Mlene einer Person hinnahm, welche an dergleichen Bagatellen aewo'bnt ist und

mit einem freundlichen Kopfnicken ih-

ren Dank aussprach, zog sie innerlich mit Blitzesschnelle ihre Schlüsse, welche in dem Gedanken culminirten: Vom

Onkel Crosus! Den muß man warm halten!"

i

er

M

Kapitel 3. Dämmerung. Als Brown gegen Mittag nachHause

kam. überraschte er die Hauswirthin

dergestalt durch Ueberreichung der

schuldigenMiethe. daß sie nur verwirrt Worte des Dankes stammeln konnte, welchen der Advokat nicht die mindeste Beachtung schenkte. Mit schroffen Worten verlangte er die Quittung.

steckte dieselbe in die Tasche und erstieg sodann die Treppen zum dritten

Stock, welchen er bewohnte. Er fand die Seinen im Eßzimmer, wo Bella

eben anrichtete. Die Kinder stritten

sich leohast um das Privilegium, das

verschiedene Geschirr an Ort und Stelle setzen zu dürfen, ein Amt von

solch absorbirender Wichtigkeit, daß sie

die Ankunft des Vaters gänzlich über fahen. Bella dagegen nickte ihm freund

lich zu. eine Geöerde ganz im Ein-

klänge mit dem zwischen den Beiden be

stehenden Verhältnisse, und doch au-

qenscheinlich so unerwartet, daß ein

Blick der Ueberraschung Brown's Au-

gen entschlüpfte, welchem em zweiter der Befriedigung auf dem Fuße folgte.

Einige Augenblicke spater setzte man

sich zu Tische und begann ein Mahl, ebenso einfach, wenn nicht spärlich, wie

das Geschirr, welches dasselbe enthielt. Die Teller zeigten Lücken und die Schüsseln so bedenkliche Risse und son-

stlge Schaden, daß nur lange Gewöhn

heit die Zuversicht erklären konnte, wo mit sie benukt wurden.

Nun. Bella." fragte der Advokat.

hat die Banknote genügt, alle unsere

Gläubiger zu befriedigen?

Nicht alle." erwiderte sie lachend.

.3 bezahlte den Scyu ter, ven aznei

der. den Fleischer, den Bäcker, allein

der Grocer und Apotheker ....

Sind noch unbefriedict? Nun. hier

ist eine zweite Banknote, welche wohl

ausreichen wird.

Oh. gewiß. Fred. Ich furchte nur.

unsere Gläubiaer sind durch diesc

höchst unerwartete Befriedigung ihres

Guthabens dergestalt ln Extase gera then. ihre Gsundheit zu gefährden."

.Das mag wohl sem," erwiderte

. .....'

Fred trocken. Als ich am Fiel cherla

den vorbeikam, sah ich den Sohn des Eigenthümers so rasch als seine Beine ihn tragen konnten, die Straße hinab

au en. 3ck wette, er tzolte ven Arzi

um die Folgen der erlittenen Ueberra-

scknna zu vermeiden.

- 5ch wundere mich nur, daß mich

der Schlag nicht rührte, als Tu mir

heute Morgen die Banknote Kiieu. Wenn man sechs Jahre lang am Hun-

aertucke aenagt hat wie wir . . .

Ein finsterer Blick aus Freds Auam unterbrach sie. Wenn ich an Dei-

ner Stelle wäre." grollte er. so würde ich diese alten Geschichten jetzt nicht aufrühren. Wenn nicht alle Anzeichen

trügen, so bricht mit Onkel Carlos'

Erscheinen em neuer, nrer ag zur uns an. und . . . ."

Kcmmt der Goldonkel mit seinen Dienen ZUM Nachtessen?" unterbrach

ihn seine Gattin. . Nein, siie kommen nach dem Essens ' Das ist ein Glück; denn unser Ge

schirr ist nicht . angemessen, anständige

Leute zu bewirthen." Ein neuer Blick der Entrüstung. Hüte Dich. Bella, diese Seite gegen den Goldonkl herauszukehren. Er ist -s . U -

ebenso, scharfsichtig wie rücksichtsvoll, und hat ohne Zweifel unseren Zustand in seinem ganzen Elende erkannt. Es ist deßhalb thöricht, ihm Sand in die Augen streuen zu wollen. Lege darum Deine provozirende Ironie bei Seite und beschwöre die alte Freundlichkeit und Liebenswürdigkeit herauf, welche früher Deine Zierde bildeten. Bedenke, daß die ersten Eindrücke gelten, und daß es darauf ankommt, Onkel Carlos gute Meinung zu gewinnen." Aber unsere schäbigen Möbel. Der Gedanke widersteht mir. unsere Gäste in solch elenden Räumen empfangen zu müssen." Es läßt sich einmal nicht ändern, und halbe Maßregeln sind bekanntlich schlimmer als gar keine. Ich wette, Onkel Carlos sieht Deine schäbigen Möbel nicht, oder, wenn dies der Fall ist, beschleunigt die Entdeckung nur seine Schritte, dem Uebelstande abzuhelfen." Mit .diesen Worten verließ der Advokat das Zimmer, um nach seiner Of-

fice zurückzukehren. Der Nachmittag verging rasch und als die Brown'sche

Familie ihr Nachtmahl eingenommen

und sich in ihre besten Kleider geworfen hatte, erschollen die Schritte der Be-

sucher auf der Treppe. Fred und Bella empfingen sie in der Halle und führten

M m vas Bejuchzimmer, welches gewiß schäbig genug war, den Mißmutb

Bellas zu rechtfertigen. - Andererseits

kedoch hatte Fred Recht. Carlos batte

augenscheinlich nur Augen für seine ge-

fundenen Verwandten und mochten die Mexicaner einen Wink von ihrem

Herrn erhalten haben, oder besaßen sie jenes natürliche Zartgefühl, welches

nicht immer das Resultat der Erzie-

hung ist, sie enthielten sich gänzlich

jener peinigenden Neugier, welche unter obigen Umständen doppelt verwerflich

rn. Marios gewann rach das Jutrauen und die Neigung der Kinder,

welche er mit einerDute leckeren Zucker. Werks und mehreren passenden Spiel,

fachen erfreute. Die Unterhaltung

drehte ich nun um Freds Vergangen-

heit, indem Carlos durch geschickt qe-

stellte Fragen Ausschluß über dieselbe zu erlangen strebte, in der edlen Ab-

sicht. seine uneigennützigen Pläne den

Umstanden anzupassen; letzt um Car-

los Erlebnisse, die hinreichend abenteuerlich gewesen waren, das gespannte Interesse seiner Wirthe zu erregen. Im Laufe des Gesprächs lenkte Carlos die Unterhaltung auf die anderen Söhne

Klaus von Brauns und fragte Fred, ab er niemals von ihnen gehört habe.

Dergestalt aufgefordert, berichtete der

Advocat, daß zwischen seinem Groß-

vater und Adolph von Braun ein

Streit geherrscht habe, dessen Ursache

eine Erbschaftsangelegenheit gebildet

habe. Infolge dieses Streites sei dann

eine Entfremdung eingetreten, welche

alle späteren Annäherungen verhindert

habe. Das thut mir herzlich leid.

Fred", sagte Carlos, als der Advocat

geendigt hatte; es ist meine Absicht, unsere anderen Verwandten aufzu-

suchen, wie ich Dich ausgesucht habe.

und meine Reichthümer mit ihnen zu

theilen. Ich rechne in dieser Angelegenheit auf Deinen energischen Vei-

stand." Es ist schwer, die Wirkung zu erfas-

sen, welche diese Worte auf den Advo-

caten hatten. Große Dürftigkeit mag nicht immer die Wirkung haben, die edlen Keime der Seele gänzlich zu zer-

stören; allein sie beeinflussen dieselben unter allen Umständen in schädlicher Weise. Sie berührt die Seele, wie der Samum der Wüste die Blüthen, über welche er hlnstreift: er verkrüppelt ihre Form, tödtet ihren Duft und verhin-

dert sie, die Frucht zu tragen, welche ihr

von der Natur zugedacht war. Vor

Allem zedoch übt die sogenannte ver-

schämte Armuth einen schädlichen Einfluß, indem sie nicht nur unsägliches Elend mit sich führt, sondern

auch die Heuchelei, die Kunst der Ver-

stellung lehrt. Wir haben versucht, den Leser einen Blick' in das Gemitth

des Advocaten thun zu lassen. Ist uns

dies gelungen, so wird er sich nicht

wundern, wenn wir ihm sagen, daß

der grimmigste Neid gleich einem zwei:

schneidigen Schwerte seine Seele durchdrang, als er seinen Oheim die oben angeführten großherzigen Worte spre-

chen hörte. Was! Er sollte diesen Oheim oder vielmehr dessen Schätze mit Anderen theilen? Nun und nimmermehr! Wenn nöthig, wollte er zu

Gift. ZU Stahl, zur Kugel seine 3

flucht nehmen, um solche unberufenen

Elndrlnalmcie abzuhalten. Zu gia

cher Zeit jedoch fühlte er die Nothwen-

digkelt, feine wahren Gedanken nicht nur auf's Sorgfältigste vor Carlos zu verbergen, sonderndielmehr dessen menschenfrcundlichenAbsichten auf's Eifrigst und Kräftigste zu fördern. Er brach demgemäß in die lebhaftesten Bctheuerungen seines tiefen Interesses aus. und versprach des Oheims Pläne auf's Herzlichste zu fördern. Als die Kinder anfingen schläfrig zu werden, sagte Carlos: Es ist Zeit, daß wir Euch von unserer Gegenwart befreien. Doch eine weitere Frage, ehe wir uns verabschieden: Was wißt Ihr von Staten Island?" In welch Hinsicht. Oheim?" Oh. als Wohnort. Ist es gesund, wohnlich und zugänglich?" Im höchsten Grade." sagte Bella eifrig. Der Grund ist hoch, man hat dort' die herrlichste Aussicht auf die See. und die Elite von New York wählt die Insel deshalb zum AufentHaltsorte. Doch, weshalb frägst Du?" (Fortsetzung folgt.)

Für die Äuche.

V

VrubkartoffelnmitKuM'

m t & Die abgeschälten rohen Kartoffeln werden in kochendes Wasser gegeden. Doch darf es nur so viel sein, daß

es sie gerade bedeckt. Sind sie yalö gar, so füll! man kochende Hammel-

brühe nach, gibt emen Theelöffel verlesenen, sauber gewaschenen Kümmel dazu und läßt das Gericht gat werden.

worauf es mit etwas in Butte? ge schwitztem Mehl sämig gemacht wird.

Mit Aepseln gedämpfte

GanSlebe r. Eine abgehäutete (ge-

waschene) Gansleber wird auf Butter rasch ringsum angebraten. In eiu irden oder Porzellantiegelchen gibt man' etwas flüssiges Gänsefett, schneidet r.t. v:: r i. . . .

oaruvcr uuiuic uciucn von ein paai

säuerlichen Aevfeln, von denen -vorher

das Kerngehäuse qusgestochen wurde.

legt die halbfertige Leber darauf, ve

streut ne mit gejtotzenem Zucker und dünstet die Leber und Aepfel vollkommen weich. Man kann nach Geschmack etwas Citronensaft an die Leber und Aepfel drücken.

Eier a. la T a t a r e. Die Er

müssen in kochendem Wasser 5 Minu

ten rochen. Dann legt man sie in kal-

tes Wasser und schalt sie. Die Eier werden auf eine flache Schüssel gelegt

und mit fosander (3vnts fvnfin?

" " fc HVV V Vj V I Man nimmt 4 bartgekoüte Eidotter.

streicht sie durch ein Haarsieb, fügt einrl

Prise weißen Pfeffer hinzu, 2 Prise

Salz, einige Eßlöffel Provenceröl, 2 EßlöffelKräuteressig und etwas Weißwein. Hiervon rührtnan eine schönes gelbe Sauce und gießt sie über die

Eier.

Noh glasirte Kartoffeln.'

Die gewaschenen Kartoffeln werde

gefchält und mit einem .'artoffelbohre: zu runden Kugeln susgestochen. Nun kann man sie in Salzwasser kurze Zeit abbrühen, doch ist dies nicht unbeding! nöthig. Indessen thut man in ei Kasserole ein Stück Zucker, gießt wenig Wasser daran und läßt es braun wer den. thut reichlich Butter daran, di: man ebenfalls braun werden läßt und zuletzt die Kartoffeln. Dicse deckt man fest zu und schmort sie unter Ss!

rem Umschwenken weich. ' Suppe ä la reine. Gute Hühnerbrühe wird mit Buttermehl ziemlich dickseimig gemacht. Dann stößt man eine Unze süße Mandeln (darunter 5 bittere) mit einem Pint abgekochter Sahne ganz sein, läßt sie eine Stunde lang an einem warmen Orte stehen und

preßt sie dann durc ein leinenes Tuch. Man nimmt nun allen Schaum und alles Fett von der Hühnerbrühe ab, gießt sie durch ein nicht zu feines Suppensieb, läßt sie aufkochen und legieri sie sodann mit der Mandelmilch. Ueber einem Neisberq, den man vorher in die

Terrine stürzte, über Fadennudeln cfce' in Butter gerösteter Semmel obige feine Suppe angerichtet. ;

Ochsenzunge auf jud

französisch eArt. Eine blan

chlrte Ochsenzunge wird m Salznnss

weich gekocht, abgehäutet und nach de

Erkalten in Scheiben geschnitten; hie

auf hackt man Petersilie und ein wen

Knoblauch recht fein, belegt den Bode einer vertieften Schüssel mit dünne

Schinkenscheibchen und einer Schich. der gehackten Kräuter, auf dkr;di einen Theil der Zungenschoen fcaÜ i:.K.t.Ari v3 if.(...;u.., i : i '

unticuuu iu3 utiti i ituiuy lilU Kräutern und das Einlegen der Zunge, die man mit Pfeffer und Salz würzt, streut aeriebenes Meikbrot oben dar-

über, gießt etwas Fleischbrühe darauf " und bäckt es auf dem Kohlenfeucr un ter einem kohlenbelegten Deckel. Deutsches Beefsteak mit. S p i e g e l e i. Man nimmt 'feinge schabtes Rindfleisch, würzt es mit Salz

und Pfeffer und formt es zu l Finger dicken und etwa 1 Zoll im Durchmesser halten runden Klopfen. Diese bratet man in Butter mit sebr reich

lichen Zwiebelringen. Indessen hat man in einer anderen Pfanne Setzeier bereitet, beschneidet sie nun zierlich und legt beim Anrichten eins auf jedeZ Beefsteak. Man reicht in Locken geäßWn Meerrettich dazu. Sollen di: Eier fortbleiben, so drückt man in jede 5 Beefsteak vor dem Braten in die Mit' eine große Zwiebelscheibe in. Kleine runde Fleiss q u e t s. Man nimmt zu gleiche!. Theilen Rind- und Schweinefleisch fügt in wenig in Milch. Wasser tlu Bouillon geweichte Semmel bei. sowi? ein Eigelb, würzt mit Salz und Pfef ser und formtCroquets davon, die rcich paniert, sondern nur in sehr trockcnkr.

feingesiebter Semmel gewalzt und

dann in Butter aufgebraten werden Si müssen ganz croquent sein, wes halb man mit der Butter nicht spare?-

soll. Man verwendet diese Crvque. als Garnitur um jede Art von Gemi sen: Schoten. Büchsenbohnen, (Sii,r;:l puree. Linsen sw. Feines Kalbsragout. Mer' schneidet in Nierenstück mit der Nie-.' in Scheiben. Jede Rippe ergiebt !' Scbeib. Sodann legt man in Kasserole ein Stück Butter. , laßt 5.2 sieigen und tbut. wenn sie bellgelb i daS Fleisch hinein. DaS heisch r;!: bell darin angebraten, gesalzen u dann so viel Wasser darauf qoss. daß es fast bedeckt Z7t.. Man deckt eisaut schlienenden Teckel darauf 1 läßt das Fleisch weich fcömoren. 5 lekt giebt man ein reichliches Cr: Wein an die Sauce und macht sie r.V. etwas riebener Semmel seimig. Muskatnuk liebt. Tann davon ein 7. lg an das Gericht ibun. d Butterkartoffeln aereicht tohfc' . . T

Das getheilte Herz. Baron: Entsetzlich für mich, daß Sie so viele Verehrer haben, Betty. Können Sie sich denn gar nicht entschließen, nur mich allein zu lieben?" Balleteuse: Warum nicht. Herr Baron? Wenn Ihnen der Spaß nur dann

rncht zu theuer rnnV

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Kasernenhof b

Unterossicier (zum gahn

ten): r. Ledmann.

Menageklappe nich

stehen hr aus einei

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wohl denken, tm

Ihnen die gebraten:

Mund flusen."

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