Indiana Tribüne, Volume 24, Number 185, Indianapolis, Marion County, 23 March 1901 — Page 1
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Erscheint jeden Nachmittag und Sonntag Morgen.
Jahrgang 24.
Die ZliilkrWiMiiW WWen
.liülljii lllli) M(M. m Näheres über die Bedinge ungcn
Indianapolis, Ind.. Samftag, den 23. März 1901.
'Die von den Bocrcn zurückgewiesen wurden.
Zlussiand und Japan. Ein Krieg zwischen den beiden Mach teil gehört zu den Z)!öglich!eitcu. Die Lage iu China. AllcS wieder ruhig in Ticu Tsin. : Zaiscr Wilhelm vollltäitdig wicdcrhcr Gestellt.
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D i e Unterhandlungen mit den Boeren. London. 23. März. Die Dokumente. die auf die Unterhandlungen Bezug haben, die zwischen dem Oberzeneral der Boeren. Louis Bothz. und General Kitchener. dem Oberkommandeur der britischen Truppen in Südifrika geführt wurden, sind am Freitag ?eröffentlicht worden. DaZ erste Dokument ist eine vom 22. Februar dotirte. von Sir Alfred Mil aer an den Kolonial-Sekretär Chamöerlain gerichtete Depesche, in der berichtet wird, daß Frau Botha vo- ei,iem Besuch bei ihrem Gatten zurückzelehrt und einen Brief von dem Letzteren liberbracht habe, in dem Botha sich bereit erklärt, mit General Kitchener zusammenzutreffen. um über Mittel und Wege zu berathen, wie dem Kriege ein Znde gemacht werden könne. Frau Botha erklärte Sir Alfred Milner gegenüber persönlich, das; ihr Satte genau unterrichtet sei. daß die Frage der Unabhängigkeit der beiden ehemaligen Republiken mit keinem Worte berührt werden dürfe. Herr Chamberlain antwortete auf diese Depesche, er freue sich, daß Gen. Lotha bereit sei. zu unterhandeln, und :r hoffe, daß die Nachricht authentisch i'ei. Am 23. Februar fand dann die erste Unterredung zwischen Kitchener und Äen. Botha in Pretoria statt, und noch in demselben Tage schickte Lord Kitcheicr eine lange Depesche an das KriegsZlmt. in der er berichtete, daß Gen. Boiha sehr entgegenkommend und begierig sei, Frieden zu schließen. Botha habe zm Information aller Art gebeten und :rklärt, daß er sich mit seiner Regierung Lnd seinen Offizieren berathen wolle und er, wenn diese dem Frieden zustimmten, den Oranjestaat bereisen und luch die dortigen Führer veranlassen wolle, die Waffen niederzulegen. Er fügte aber hinzu, daß die Boeren im Stande seien, den Krieg noch lange ßeit fortzuführen, und er nicht gewiß iei, ob sie einen Frieden ohne Unabhän zigkeit annehmen würden. . . Ich weigerte mich, diesen Punkt zu :r'örtern." fuhr Herr Kitchener fort, .und ich antwortete, daß eine vielleicht -zuch beschränkte Unabhängigkeit sehr gefährlich sei und vielleicht später wieoer zum Krieg führen würde. Ich benachrichtigte Gen. Botha. daß lach Beendigung des Krieges die Militärherrschaft durch eine Kron-Kolonie-Verwaltung ersetzt, werden würde, die aus einer von der Regierung in Lon?on zu ernennenden Exekutive und ciner ;u wählenden Staatsversammlung bestehen solle, und daß nach Ablauf einer gewissen Zeit dieser Kron-Kolonie-Verwaltung eine repräsentative Regie rung folgen solle. Daß den Boeren Erlaubniß gegeben würde. Gewehre zu besitzen, um sich gegen die Eingeborenen zu vertheidigen: daß die englische und die holländische Sprache gleichberechtigt und die Kafsern erst nach der Einführung einer repräsentativen Regierung stimmberechtigt sein sollten, wie auch das Kirchen - Eigenthum, öffentliche Stiftungen etc. nicht angerührt werden würden. Auch solle den Farmern keine Kriegssteuer auferlegt werden und die Regierung würde ihnen helfen, die zerstörten Farmen wieder aufzubauen und auf's Reue zu beginnen." General Botha schien im Allgemeinen mit diesen Bedingungen zufrit jcn. Die Fragen Botha's, die Gen. Kitchener anscheinend nicht beantwortete, waren, wann die Kriegsgefangenen nach Hause zurückkehren würden und ob die britische Regierung die Schulden der Republik übernehmen würde, einschlicßlich derjenigen Schulden, die seit dem Ausbruch des Krieges in rechtmäßiger Weise gemacht wurden und die sich auf beinahe eine Million Pfund Sterling belaufen dürften. , . . . ; Am 3. März kabelt: Sir Alfred Milner an den Kolnial-Sekretär Ehamberlain, daß er leabs'Ätige. die folgende Antwort an General Botha zu schicker
Jcy wünsche Sie zu venachrickzUgen, daß nach der Einstellung der Feindseligkeiten und der Auslieferung alle? Waffen und Munitionsvorräthe, die sich noch im Besitz der Bürger befinden, die Regierung Seiner Majestät bereit ist. sofort im Transvaal und im Oranje - Staat für alle wirklichen kriegerischen Handlungen Amnestie zu gewähren, wie sie auch die Regierungen von Ratal und der Kapkolonie veran lassen will. Gleiche? zu thun, unter dem Vorbehalt jedoch, daß allen britischen Unterthanen, die sich an dem Krieg betheiligt haben sollen, in Zukunft das Stimmrecht genommen werden soll. Die Militärgefangenen in St. Helena. Ceylon und sonstwo sollen nach vollständig erfolgte? Uebergabe in ihr Land zurückgebracht werden. Die Militärhe??schaft soll sofort durch eine CivilVerwaltung ersetzt werden, es ist aber der Wunsch der Regierung Seiner Maiestät. daß sobald als dies zulässig ist, eine repräsentative Regierung etablirt werden soll. Nach Einstellung der Feindseligkeiten soll ein von der Exekutive unabhängi zes Obergericht etablirt werden. Land. Kircheneigenthum. Stiftungen ctc. sollen respektirt werden und sowohl die holländische wie die englische Sprache sollen in den öffentlichen Schulen gelehrt werden und in den Gerichten im Gebrauch sein." Sir Alfred Milner fügte hinzu, daß er dem Obigem zustimme, ausgenominen demjenigen Theil, der auf dieKapRebellen Bezug habe. Er empfiehlt, daß sie von der Amnestie ausgenommen und nach ihrer Rückkehr krtegsrechtlich als Rebellen prozessirt werden sollen, da ein Nachgeben in diefemPunkt schlimme Folgen für die Regierung haben könne. In einer vom 6. März datirten De pesche weist Herr Chamberlain Lord Kitchener an. seine Bedingungen in gewissen Punkten zu modifiziren, wie folgt: r Die Regierung kann die. , Schulden der früheren Republiken nicht übernehmen, sie ist aber willens, aus Gnade :ine Million Pfd. St. beiseit: zu setzen, mit welcher Summe die Bewzhner für die den Buren - Regierungen gelieferten Vorräthe bezahlt werden sollen. Wenn die Ansprüche eine Million Pfd. übersteigen, sollen sie pro Rata reduirt werden. Das Stimmrecht der Kaffern soll so eingeschränkt werden, daß die weiße Rasse eine gerechte Majorität behält. Der gesetzliche Status der farbigen Beoölkerung soll ungefähr derselbe wie bei öen Farbigen in der Kap-Kolonie sein." Am 16. März antwortete General Lotha. daß er die obigen Bedingunzen nicht annehmen könne, und er auch seiner Regierung die Annahme derselben nicht empfehlen würde. Er fügte hinzu. daß seine Regierung und seine prominentesten Offiziere mit ihm üöerein stimmten. Im Unterhaus sagte am Freitag der Kolonial-Sekretär Herr Chamberlain, er wisse nicht, aus welchen Gründen die Boeren die Friedensbedingungen zurückgewiesen hätten. Drohe ndeKriegswolken. London. 23. März. Das auswärtige Amt betrachtet die Lage in China, trotz der augenblicklichen friedliehen Beilegung der Tien Tsin-Affaire. als sehr gefahrdrohend und besonders zwischen. Japan und Rußland ist die Spannung so intensiv geworden, daß ein Ausbruch in der nahen Zukunft zu befürchten ist. Nach Informationen aus verschiedenen offiziellen Kreisen Londons ha! Japan wenigstens einigen der Mächten gegenüber seine Absicht kund gethan, irgend ein geheimes Abkommen zwischen Kußland und China, wodurch Rußland territoriale' Vergrößerungen oder andere Vortheile an der koreanischen Grenze zugestanden würden, mit allen Mitteln zu bekämpfen. Die britische Negierung ist bis jetzt noch nicht offiziell davon in Kenntniß gesetzt worden, daß .die japanische. Ilotte mobilisirt wird, aber es würde nicht überraschen, wenn die diesbezüglichen Anordnungen bereits getroffen wären. Ein hockgestellte? britischer Beamter bemerkte einem Vertreter de? Associi?ten Presse gegenüber bezüglich der Lage in China Folgendes: Alles was Japan wünscht ist. daß ihm gegen Rußland freie Hand gelassen wird. Dies wird ihm von Seiten Englands und Deutschlands, und ich glaube auch von den Vereinigten Staaten. uneingeschränkt zugestanden werden. Diese Mächte werden sich voraussichtlich streng neutral halten und sich nicht in einen Krieg zwischen Japan und' Rußland hineinziehen lassen. Falls Japan zum Kriege gezwungen wird, so hat es die moralische Unterslützung von wenigstens zwei anderen Mächten, welche sich schriftlich cegen alle geheimen Abmachungen mit Chtna seitens irgend einer der Mächte verwahrt haben. Das ist soweit alles.isoch Javan scheint dies nickt für genUen. zu f .
hatten, um cineHntervennon zu rhm-
dem. Obige Auffassung der Lage wird auch von dem Sekretär de? japanischen Gesandtschaft in London getheilt, welche? im Laufe eines Interviews folgende Bemerkungen machte Wäh?end es e?f?culich ist. daß ein friedliches Uebereinkommen zwischen England und Rußland wenigstens über eine Frage von untergeordneter Bedeutung erzielt ist. bleibt doch die wichtigste Frage, die Integrität des chinesischen Reiches, noch immer offen. In Folge einer Pression Japans auf Rußland, erklärte das letztere, daß seine geheimen Verträge mit China modifizirt seien, aer der Inhalt dieser Verträge ist nicht bekannt gegeben worden. Ehe wir nicht die Verträge sehen, wird unser Mißtrauen gegen Rußland noch bleiben." 1 Russische Zustände. Berlin. 23. März. Der .Köln. Volkszeitunq" wird auS St. Peters bürg gemeldet, daß sich die Anzeichen son Verschwörungen gegen die Regiecunz in beängstigender Weise vermehr cen. Geld wird unter die arbeitenden Klassen der russischin Hauptstadt vertheilt, mit der Aufforderung, sich den aufrührerischen Studenten anzuschlieben. Man weiß noch nicht woher diese Geldmittel stammen, aber Anzeichen beuten auf die höchsten Kreise hin. Die geheime Polizei traut, wie der Korrespondent berichtet, selbst der nächsten Umgebung des Czaren nicht mehr. 5!eue Sicherheitsmaßregeln zumSchutze des Czaren sind getroffen worden, so die Einführung eines Apparates, welcher es für Jedermann 'unmöglich macht, die Thüre zu dem Zimmer zu öffnen, wo sich der Cza? ge?ade befindet. De? Cza? hat jetzt fünf Pulte in seinem Arbeitszimmer, welche er abwechselnd gebraucht. Die Wände zum Arbeits- und Schlafzimmer des' Czaren sind mit Stahlplatten gepanzert. Die Beweise für das Vorhandensein zufrührerisch:? Bestrebungen ergeben sich aus verschiedenen Vorkommnissen und am Samstag wurde Befehl ertheilt, alle Truppen in St. Petersburg in Bereitschaft zu halten. Starke Polizei - Patrouillen wurden am Sonntag in allen Hauptstraßen der Stadt oe?thei!t. De? Stadtkommandant von St. P:te?söu?g. Gene?al Kleigels, erhielt eine Anzahl anonymer Warnungen. Dem Berliner Tageblatt wird aus St. Petersburg gemeldet, daß die Untersuchung über das Attentat des Studenten Karpovitsch auf den Unterrichtsminister immer weitere Kreise zieht und eine große Verschwörung, ähnlich der nihilistischen Umtriebe, enthüllt hat. deren Centrum in Kieff 'ist. Der Hauptzweiz ist in Odessa und die Verschwörung erstreckt, sich bis in die niedrigsten Schichten des Volkes. Man beabsichtigte, den Czaren zu ermorden, welcher indessen von Petersburg nach dem sicheren Gatschina ging.' - Achtzig Studenten werden in strenger Haft in Schlüsselburg gehalten, weil sie mit dem Attentat auf den Unterrichtsminisier Logalepow in Verbindung stehen. , S e e r ä u be r i n C h i N a . . ' P e k i,n g . 23 März! Robert M. McWade, der Konsul der Vereinigten Staaten an Canton.. berichtet,' daß das Seeräub'er-Unwesen auf dem. westlichen Flusse wieder,, sehr, im Zunahmen ist. Selbst dicht bei Canton werden Schiffe angehalten und, ihrer Ladung beraubt. Drei Piraten wurden gefangen genommen und 'in Gegenwart der' "fremden Konsuln enthauptet und zur'selben Zeit wurde ein Fahrzeug drei Meilen von Canton von den Piraten ausgeplündert und eine dem holländischen Konsul gehörige Dampfbarkasse gestohlen. ' R U ßland 'u n d' E ng land. . Lon do nÄ. März?' ..Der Times"' wird aus Petersöurg telegrat. i .. 0s, phirt: . Als der britische Botschafter. Sir Charles Scott, aus Ersuchen des Lord Lansdowne kürzlich um . eine Abschrift der -wirklichen mandschurischen Ver-, einbarung nachsuchie, weigerte ' sich GrafLamsdorff zornig Und in peremptorischer Weise,, eine 'solche 'zu, geben. Er fügte hinzu, daß er b'ereitsalle nöthigen Erklärungen darüber' gegeben habe. Der russische. Minister des Aeußeren war auch sehr ungehalten darüber, daß die Vereinbarung mit Li Hung Chang bekannt gemacht' worden - Aus Südafrika.
Lloemfontein. 23.März. In Folge einer gemeinsamen Bewezung der britischen Truppen gegen den Äeneral Fourie. sind bei Thaba N'Chu 200 Boeren gefangen genommen worden und es wurden 120.000 Schafe und 5.000 Rinder erbeutet. . Die Boeren flohen in südlicher Richtung. 'London. 23. M.ärz. Aus den letzten Dreschen aH" Vloemfontein geht hervor, daß diei200 Boeren, die ingebl: csefanqen würden.' Mcktlinae
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Kater., v:? ltaj freiwillig ergaben. l$5 !?aren fast lauter Männer, die kürzlich unter DeWet und Florie gekämpft hatten. ' - . - Kapstadt. 23. März. Die Boeren im östlichen Theil der Kap-Kolonie gehen den Briten aus dem Wege, -es finden aber dennoch täglich kleine Scharmützel statt. Am 20. März enzagirte Oberst Scovelle die Kommanoanten Malan und Fouche bei Blaawakrantz. Drei Briten wurden getödtet und vier verwundet, und vier Boeren wurden getödtet. Kommandant Kritzinger marschirt stetig nordwärts. Die 'Kommandos des Generals DeWet haben sich aufgelö st, wahrscheinlich'' aber nur für den Augenblick, um den Leuten Gelegenheit zu geben, sich auszuruhen. " ' .Die Lage in China. Peking. 23. März. Die Truppen auf beiden Seiten des im Disput bekindlichen Landes in Tien 'Tsin sind zurückgezogen worden und alle Gefahr von einem Zusammenstoß ist geschwunden. ' In britischen Militärkreisen ist man der Ansicht, daß ein Zusammenstoß nur dadurch vermieden wurde, daß Gen. Barrow in aller Stille die Marinesoldaten von Taku kommen , ließ. Vor der Ankunft der Marine-Sol-daten waren die Madras-Pioniere zur Besetzung des strittigen Gebiets verwendet worden. Mehrere Tage lang waren sie von fremden Truppen, Hauptsächlich Franzosen, umgeben, die sie auf alle mögliche Wise beschimpften. Die Inder fingen an die Geduld zu verlie-, ren, als die Marine-Soldaten des Nachts ankamen und sie ablösten. Erst bei Tagesanbruch bemerkten die Rufsen, daß die Pio-iiere abgezogen waren. Die Marinesoldaten flößten ihnen größeren Respekt ein. - I e r l i n . 23. März. Eine Depesche der Kölnischen Zeitung aus Peking, vom 21. datirt.'sagt, daß ein kaiserliches Dekret, in Uebereinstimmung mit dem Artikel 10 der Friedensbedingungen, an den Mauern von Peking angcschlagen worden ist. Alle den Europäern feindliche Gesellschaften werden däritt ' i mit strenger Strafe bedroht. Das Dekret das überall in der-Stadt angeschlagen ist. wird mit großem-Jn-terche von der, Bevölkerung gelesen. Äh ang h a i 23. März Die North ' China News" versichert, daß eine chinesisch: -Depesche 'vom' Norden eingetroffen sei. in der' versichert 'wird, daß die russisch-chinesische Vereinbarung am 26. März ln der ursprünglichen , Fassung und ohne daß ein Wort abgeändert worden wäre,' unterzeichnet werden würde. ' Tien Tsin. 23. Mä?z. Der f?anzo'sische Gene?al Bailloud und der b?itische General Lorne-Campbell speisten -am Feeitag Abend zusammen. Die
?auflustigen s?clnzonschen Soldaten sind bestraft worden und General Bailloud hat die Versicherung gegeben, daß in Zukunft keine Ruhestörungen seitens' der französischen Soldaten mehr vorkommen würden. Das Regiment, zu dem die Soldaten gehörten, bestand
zum größten Theil aus Parisern der niedrigsten und gefährlichsten Klasse, und 'es wird hier durch ein in den Provin'zen, rckrutirteS Regiment ersetzt werden. '-Äon den Philippinen. ' M a n i l a . 23. März. General Fullon und 180 seiner Soldaten, alle mitVGewehren bewaffnet, haben sich am Freitag dem Oberst Scott vom 44. In-fantri-Regiment ' in Antique, auf der Insel Panay. ergeben. Die Jnsurrektioli auf Panay ist damit zu Ende. Die New York" ZnGibral. l:X tar angekommen. Gibralta r ; 23. März. Der Ver. St. Kreuzer New York- ist hier nach einer sehr stürmischen Reise, in der ein 30 Fuß langes Boot über Bord gewaschen worden war, hier angekommen. 'Der Kreuzer wird sich von hier aus nach Tanger begeben und den dortigen Ver.-St. Konsul Gummere an Bord nehmen und nach dem marokkanischen Hafen Mozargan bringen, von wo er sich über Land nach Fez. der Hauptstadt Marokkos, begeben wird. Der Konsul ist-beauftragt, eine Abbitte von dem Sultan für das unhöfliche Betragen seines Großvesirs - und Ministers . des Auswärtigen in Tanger zu verlangen und auf der Erledigung der.noch schwebenden Schadenersatzansprüche amerikanischer Unterthanen gegen die marokkonisch? Regierung zu bestehen. Miese Ansprüche, sind, alte und wurden von den marokkanischen Behörden beharrlich ignorirt. :Als Herr Gummere vor einiger Zeit. erklärte, sich persönlich an den Sultan wenden zu wol len, sagte ihm der Großvesir und der Minister des' Aeußeren, daß der Sultan. die Hauptstadt verlassen ' würde. wenn der Konsul versuchen sollte, ihn dort aufzusuchen. Wegen dieser beleiAgenden Aeußerung soll der Sultan Abbitte leiste . .
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AcrÄlllig Ser Malle. Die Lage im Allgemeinen sehr befriedigend. . Sensationelle Schieß in jlero Vork. Der Leiter des Broadway Theaters geschossen. Feucrsbrünste an verschiedenen Orten. m Ein in DallaS, Tex., Vcrurtheiltcr
Behauptet, der Entführer deö jungen Cndahy zu sein. Die Omahacr Behörden schenken ihm attr keinen Glauben.
Schreckliche Brand'Katastrophe.
Der Stand der Geschäfte. New York. 23. März. R. G. Dun & Co.'s dieswöchentliche Uebersicht über den Stand der Geschäfte in den Ver. Staaten lautet wie folgt: Die Geschäftslage ist im Ganzen befriedigend. Namentlich hat das RetailGeschäft im Westen und auch in einigen Städten an der atlantischen Küste zugenommen. Es ist dies ein Anzeichen, daß das Frühjahrsgeschäft ein recht lebhaftes sein wird Die Nachfrage nach Eisenwaaren für das Baugewerbe ist ungewöhnlich lebhast und auch Struktureisen ist in sehr starker Nachfrage. Die Kollektionen sind befried! gend und die Eisenbahnen sind immer noch sehr stark beschäftigt. Die Ein nahmen aller Eisenbahnen waren soweit im März um 1.8 Proz. größer wie im letzten Jahr und um 36.0 Proz. größer wie im Jahre 1899. . . Die Preise von Roheisen und Stahl neigen sich allmählich aufwärts. Bessemer Pig quotirt in Pittsburg zu $17, wahrend Stahl-Billets zu $24 ;uno Carbon-Billets zu $30. verkauft wurden.' ' Siahlstangen - sind um 51 per -Tone böber undStruktureism ist sest. ,' . VaUmwöue wrrv im Süden.noch' im mer sehr, diclauf den Markt' gebracht und alle Anzeichen, deuten, däraüf'.hin, daß in diesem Iah? ein bedeutend größeres Areal, wie ,im letzten Jahr mit Baumwolle, bepflanzt.', werden wird. Der Preis ist vom höchsten Stand um $18.45 per Ballen zurückgegangen. ' ; Schuhe und Stiefel sind noch in sehr starker Nachfrage und die Fabriken haben für Monate hinaus zu thun. Auch Leder ist in guter Nachfrage, Quotirungen sind aber unverändert. . Häute sind in den zwei letzten Monaten in Chicago
beständig zurückgegangen. Der Preisrückga'ng beträgt 7.2 Prozent. ' Spezialdepeschen aus allen Theilen des Landes deuten an, daß der Zustand des Winterweizens ein .allgemein .befriedigender ist und namentlich im Südwesten ein ungewöhnlich ' großes Areal bestellt' worden ist. Die Zahl der Bankerotte' belief sich während der Woche in den Ver. Staaten auf 234 gegen 183 .im letzten Jahr, und in Canada auf 33 gegen 27 im letzten Jähr. - .' , , Sensationelle Schießerei.
, Rew-Io r k,,,. 22. März. Zwei
Scanner wurden- am Freitag Morgen zu. früher Stunde im. Rathskeller des PabstiHotels , in hiesiger Stadt unter sensationellen Umständen von Richard Hayden Morris, einem 24 Jahre alten Studenten der Columbia-Univcrsstä!, geschossen und anscheinend schwer verwundet. Die Verwundeten sind I. D. Leffingwell, 40 Jahre alt, vom Broadway Theater, und A. W. Dingwall. Die beiden Herren waren nach der Vorstellung im Broadway Theater in Begleitung der Schauspielerin Mai Bllckley nach dem Rathskeller gekommen und hatten an einem Tifch Platz ge nommen. Bald , darauf trat Morris ein, de: sich an "einem benachbarten Tisch niederließ und Frl. Buckley beständig in unverschämter Weise ansah. Als die Dame sich bei ihren Begleitern darüber beklagte, ging Herr Leffingwell auf Morris zu. um ihn zur Rede zu stellen. Der junge Mann fing aber so fort zu schimpfen an und leert alle Kammern seines Revolvers. Leffingwell und Dingwall wurden verwundet. Die Gäste und Kellner. stürzten sich auf Morris, den sie schließlich entwaffneten und der Polizei übergaben. Im Patrolwagen frug Morris mehrmals, was er gethan habe, und dann erst wurde aus seinem Benehmen ersichtlich, daß er nicht recht bei Sinnen war. .Er schien unter dem Einfluß von Opium zu sein. Alexander W. Dingwall gehört einer ?rominenten Familie in Milwaukee an. In den letzten sieben Jahren war er Geschäftsleiter für. Jacob Litt. Theater-
Unternehmer, und ist, jetzt.-Leiter deZ !
Lroadway... Theaters. - Er - hat eme
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Schußwunde im Rücken, die aber nicht gefährlich ist. Feuer. .Fort Wayne. Ind.. 23. Marz. Ein großer Theil der Kerr-Murraq Maschinen - Fabrik in hiesiger Stadi wurde am Freitag Morgen durch Feuer zerstört. Der ' Gesammtverlust ist schwer anzugeben, da die sämmtlichen Modelle zerstört worden sind, für die ein Baarwerth kaum festgestellt werden kann. Der Verlust an den Gebäuden. Maschinen etc. beläuft sich aber aus $80.000, während die Versicherung $32.000 beträgt. Die Fabrik war eint der ältesten ihrer Art in Fort Wayne. Greenville. Miss.. 23. März. Ein Feuer, das um halb drei Uhr Nachmittags in der Greenville Cotton Compreß ausbrach, richtete für $100. 000 Schaden an, ehe es unter Kontrollt gebracht werden konnte. Spät am Abend brannten noch mehrere Hundert Ballen Baumwolle. Der Verlust an Baumwolle, der durch Versicherung ge deckt ist. beläuft sich auf $70.000. - Später am Abend wurden die Flam men von einem heftigen Wind ange facht, über die Eisenbahn hinweggetrieben. Sie ergriffen zuerst die New Hop Baptistenkirche und dann eine Anzahl kleiner Wohnhäuser, die alle niederbrannten. Milwaukee. Wis.. 23. März. as große Piano- und Musikaliengeschäft von William Rohling & Sons, am Broadway. zwischen Wisconsin und Mason Str., ist am Freitag Abend ganz durch Feuer zerstört worden. Der Verlust beläuft sich auf $150.000. Will der Eudahy-Räube, sein. Omaha. Neb.. 23. März. De, hiesige Polizeichef hat eine Depescht von dem Sheriff von Dallas, Tex.. erhalten, dahinlautend, daß einer seine. Gefangenen, ein Mann Namens H. C. Henderson, eingestanden' habe, der Ent führer des jungen Cudahy zu sein. De, Sheriff ersuchte ferner darum, daß dei junge Cudahy nach Dallas, geschickt werde, um, Henderson zu identifiziren. der in Dallas zu längerer Zuchthaus, strafe verurtheilt worden ist Der Pclizeichef wie .auch Herr Cu dahy , denen schon früher einePhoto räphie'Hendetson's, zugeschickt rvotdezi wa?; errlärtett, , daß das Geständniß Unsinn'sei und. sie sich nicht' weiter da'. rum kümmern würden. Lebendig verbrannt. Davenvort, Ja., 23. März. Das Wohnhaus ; von John Holland, in der Nähe dieser Stadt, gerieth durch einen schadhaften Rauchfang in Bran und .die Flammen verbreiteten sich si schnell, daß der Familie, die aus John Holland, seiner.. Frau, seinem Äate, und G Kindern bestand, der Ausweg über die Treppe abgeschnitten wurde. Alle' sprangen aus dem Fenster deö zweiten Stockwerks, mit Ausnahme des 5jährigen Willie und .des.3jährizen Edward, welche, mit dem. Gebäude ver brannten. .Auch die anderen Mitglieder der Familie erlitten Brandwunde und Kontusionen und befinden sich H Hospital, sind jedoch nicht bedenklich verletzt. Gestrandet. ' Key West.. Fla.. 23. März. Der österreichische Dampfer Styna", Kavitän Usiaoviscb. welcher am 17.
Marz ' mit einer Ladung Baumwolle. Faßdauben etc. von New Orleans nach Trieft via, Newport News in See ge gangen war.' ist 'am Donnerstag aus dem French Riff., vierzig Meilen süd lich von Miami. Fla., gestrandet.. De, Kapitän hat nach Prinz gesandt, da das Schiff leck geworden ist. Hilfö dampfet sind nach dem Schiff abge gangen..' Unschädlich gemacht. A krön,. O., 23. März. John Howard.', der mit vorgehaltenem Revol ver sechs Familien auf der Westseite ke raubt. hat. wurde am Morgen im Polizeigericht zu sechs Monaten ArbeitZ. ha' und $300 Geldstrafe verurtheilt. Howard. wurde am '12. Januar auk dem Zuchthaus in Colv.mbus entlassen. Er wird zwei Jahre im Arbeitshaus bleiben müssen, wenn ihm ..nicht die Geldstrafe erlassen wird. Falsches Papiergeld. Washington. D.C.. 23.Mä?z. Chef Wilkie. vom Ver. Staaten Ge cheimdienst. hat eine neue, falsche $2 National Banknote aufgespürt. Sie ist von der National Jron Bank von Morristown. N. I.. auf zwei Stücke Parier' gedruckt, zwischen welchen Sei de: aden eingelegt sind. Die Vorder seu.. die augenscheinlich von einer gravir'en Platte gedruckt ist. weist viele klev:e Fehler auf. DasWort Fashier-. da auf den echten Noten in .Cash'r" afy kürzt ist, erscheint auf der falschen Note als Cash-. - Weitcrc Dcpeschen auf Seite 4.
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