Indiana Tribüne, Volume 24, Number 184, Indianapolis, Marion County, 22 March 1901 — Page 1

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Jahrgang 24.

ilus öem Acullclirii 3leirtj.

Indianapolis, Ind.. Freitag, den 22. März 1901.

'Der Reichstag bis zum 1. April vertagt. ' Die Reichstagsmitgliedcr sollen Salär und Meilcugelder erhalten. m Die Zllirulicn in Zt. Petersburg. , . Marseille von einem allgemeinen Streik bedroht.

Mehrere Unionen haben bereits den Ctreilbcfchl befolgt,

Tcr die Stadt ganz paralysircn wurde

Philipp Botha gefallen. Die Lage in Tieu Tsiu friedlicher.

'. Tic Russen und die Briten ziehen von dem in Streit bcsinölicheu Land ab.

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Aus dem Reichstage. B e r l i n . 22. März. Bezüglich ber ' Diäten-Vorlage hat das betreffenze . ftommiitee beschlossen, die Auszahlung .von Meilen- und Tagesgeldern an die

Mitglieder des Neichstags zu empslen. Die Vorlage wird heute zur An- ' nähme gelangen. Die Debatte bei der ' dritten Lesung der Budgetvorlage wur- ' de am Donnerstag geschlossen und das Heus vertagte sich bis zürn 16. April. Die Sitzung war eine äußerst lebhafte, besonders während derDebatte über das Justiz-Wesen. Eine Anzahl Sozial!sien beschuldigten Kaiser Wilhelm irno seine Rathgeber, die Gerichte zu beeinflussen. Abgeordneter Wolfgang Heine (Berlin) behauptete, Kaiser Wilhelm bebe den Wunsch ausgesprochen, gewisse Journalisten wegen Majestätsbeleidiaung verurtheilt zu sehen, besonders Maximilian Harden, den Herausgeber der Zukunft". Für diese Bemerkung wurde Heine vom Grafen Ballestrem zur Ordnung gerufen. - Die Vorlage über die Erhöhung der Pensionen ging heute dem Reichstage zu. nachdem sie vom Bundesrathe anzenommen war. Man befürchtet, daß dieselbe eine. Erhöhung der Reichssteuer nothwendig machen wird. Berlin, 22. März. Der Kommandeur der deutschen Truppen in Peking hat an das Kriegs-Ministerium telegraphirt, daß auf Grund der Beschwerden der Einwohner von dem Rittmeister Preis mit einer Schwadron Kavallerie in einem 48 Kilometer von Pao Ting Fu gelegenen Dorf eine starke Räuberbande auseinandergetrieben worden sei. Sieben der Räuber wurden getödtet und verwundet. Die anderen wurden gefangen genommen und den chinesischen Behörden zur Bestrafung übergeben. Major von Mülmann ist mit drei Kompagnien Infanterie, einer Schwaoron Kavallerie und einer Batterie Ge-birgs-Ariillerie von Pao Ting Fu aus nach einem östlich von Tao Ma Kuan gelegen Platz abgegangen, wo sich eine große Räuberbande gezeigt hat. Die Streiklage in Mar seille. Marseille. 22. März. Der Ezekutivrath der vereinigten ArbeiterUnionen hat sich zu Gunsten eines allgemeinen Streiks erklärt und die Mitglieder der verschiedenen Unionen aufgefordert, die Arbeit niederzulegen, um dadurch den streikenden Dockarbeitern zum Siege zu verhelfen. Einige Unionen, darunter diejenige der Seifensieder und der Straßenbahnangestellten, haben sich bereits Willens erklärt, dem Streikbefehl zu gehorchen. Vom Krieg in Südafrika. London, 22. März. Eine Depesche des Gen. Kitchener. aus Pretoria vom 20 März datirt lautet wie folgt: Phillip Botha. ein Bruder des Ober- . Generals der Boeren. ist auf dem Doornberg getödtet worden. Seine beiden Söhne wurden verwundet. Die Boeren vom Oranje-Staät haden sich in kleine Abtheilungen aufgelöst. De Wet befindet sich in der Nähe ifccn Heilbron. London, 22. März. Der .Daily Mail" wird aus Amsteroam telegraphirt, daß eine Kompagnie amerikanischer Freiwilliger kürzlich in der Kobi Bai, Tongoland, gelandet sei. durch Swaziland gezogen und sich mit General Louis Botha vereinigt hätte Daily Ehronicle" behauptet, im Stande zu sein, im Wesentlichen die Friedensbedingungen angeben zu können. die Lord Kitchener dem General ' Botha gestellt hat.' und fügt hinzu, daß die Bedingungen hauptsächlich deshalb zurückgewiesen worden seien, weil Gen. Kitchener sich weigerte, den Kap-Rebel-len vollständige Amnestie zu gewähren. Er soll den Boeren Selbstregierunz nach

dem Vkuner von amaica angeooten yaben. mit legislativen Körperschaften, die

theilweise von den Burgern zu erwaulen seien. Die Regierung soll sich auch verpflichtet haben, 51.000.000 herzugeben, um die Boeren für ihr zerstörtes Eigenthum zu entschädigen. Auch soll sie sich eiisten haben. Darlehen zu leichten Bedingungen zu machen, um die Boen in den Stand zu setzen, neue Viehvorräthe etc. anzuschaffen, und es sollt, den Eltern anheimgestellt werden, ihre Kinder in Englisch oder in Holländisch unterrichten zu lassen. Kein Bürger in den beiden Staaten soll indeß Erlaubniß haben, ein Gewehr zu besitzen, es sei denn wenn er ganz besondere Autorität dazu erhält. Die Lage in China. P a r i s , 22. März. Aus Peking eingetroffene Kabeldepeschen enthalten die Nachricht, daß die Unterhandlungen in der letzten Woche gute Fortschritte gemacht haben. Der Vorschlag der Ber. Staaten, daß die Mächte gemeinschaftlich eine bestimmte Schadenersatzsumme von China verlangen sollten, hat Anklang gefunden und wird jetzt von den Gesandten erörtert. Es scheint gute Aussicht vorhanden, daß der Vorschlag, wenn auch in etwas modifizirter Form, angenommen werden wird. Hier in Paris ist man der Ansicht, daß jede Nation die Summe, die sie verlangt angeben soll, unv dann, wenn sich die Mächte in dieser Hinsicht geeinigt haben, die Gesämmtsumme aller Ansprüche von China verlangt werden soll. Man ist jedoch der Ansicht., daß die Ansprüche von Individuen und Korporationen von Kommissionen untersucht und festgestellt werden und eingetrieben werden sollten. Peking. 22. März. Graf Waldersee. General Borrcw und General Wogock haben eine längere Unterredung gehabt und General Wogock hat sich bereit erklärt, die russischen Truppen zurückzuziehen, falls die Briten sich ebenfalls zurückziehen wollten. Auch müßten die Briten Grarantien geben, daß die Arbeiten an der Eisenbahn nicht fortgesetzt werden sollten, bis die Streitfrage auf diplomatischem Wege erledigt sei. Diese Bedingungen wurden vom General Borrow angenommen und damit der drohende Konflikt, wenigstens vorläufig, vermieden. Die russischen und britischen Truppen werden am Freitag Morgen um 5 Uhr zurückgezogen werden. Doch wurde von britischer Seite ein Tagesbefehl bekannt gemacht, daß kein Offizier auf Urlaub gehen oder außerhalb seines Quartiers schlafen dürfe, oder auch nur eine Einladung zum Diner annehmen dürfe, ohne vorher dem Adjutanten mitzutheilen, wo er sofort zu finden sei. Die Marinesoldaten werden auf ihre Schiffe zurückkehren. Admiral Seymour wünscht nicht, daß die australische Marine-Brigade, welche sich freiwillig zum Dienst an der Eisenbahn gemeldet hatte, hier bleibe. Die militärischen Sachverständigen sagen, daß Seymour die Situation nicht versteht, seine Einmischung sei durch nichts gerechtfertigt und die australischen Seesoldaten seien gerade die Leute, welche man dort brauchte. Die Russen haben ein Regiment von Port Arthur nach Tien Tsin beordert. Die Arrangements, welche von dem französischen General Bailloud getroffen sind, werden allseitig gebilligt und die Gefahr eines Zusammenstoßes. zwischen Briten und Franzosen ist vor der Hand vermieden. Die Unruhen in St. Pet e r s b u r g. St. Petersburg. 22. Marz. Es ist bezeichnend, daß der offizielle Bericht, der über die Unruhen vom Sonntag und Montag veröffentlicht wurde, wie die Polizei ausdrücklich erklärt, um die vielen falschen Gerüchte zu widerlegen, das Schlimmste in diesen Gerüchten nicht in Abrede stellt, nämlich daß sowohl junge Männer wie Frauen in den Krawallen . getödtet wurden. Die Namen von drei Studenten und einer Studentin, die in Folge ihrer Verletzungen, die sie bei den Krawallen erhalten hatten, gestorben sind, sind angegeben. Man glaubt, daß' der offizielle Bericht keine unparteiische Darstellung der Thatsachen ist und es scheint, daß der Theil, der auf die Unruhen in der Ka san Kathedrale Bezug hat, namentlich entstellt ist. offenbar um die große Masse der frommen Gläubigen gegen die Studenten, die intelligenten Bevölkerungsklassen und die Fabrikarbeiter aufzuhetzen, welch' letzteren für die Studenten Partei genommen hatten. , Unter den am letzten Sonntag auf dem Newski Prospekt Verhafteten befanden sich auch der Professor Tugan Baranowsky. früher von der Moskauer Universität und intellektueller Führer der russischen Marxisten, sowie Herr von Struve, ein Schriftsteller. Es wird auch in Abrede gestellt, daß

die Studenten adncylncy m oie Ziaryedrale eingedrungen seien. Es ist Thatsache, daß die Studenten außerhalb der Kirche Widerstand leisteten, bis 300 von ihnen von.den Kosaken in die Kathedrale gedrängt und bis an die Hin-, tcrmauer getrieben-wurden. Es hat sich auch herausgestellt, daß die Polizei vor den Unruhen bereits in einem Hospital Arrangements für die Aufnahme von Verwundeten getroffen hatte. In den höheren Lehranstalten werden wahrscheinlich in diesem Semester keine Vorlesungen mehr gehalten werden. Die Betheiligung der Fabrikarbeiter an den Krawallen wird als ein sehr bedenkliches Zeichen für die Zukunft angesehen.", ' V Die Vereinigung russischer Schriftsteller hat an sämmtliche Minister einen Protestieren das Verhalten der Polizei und der Kosaken geschickt. In den größten hiesigen Eisenwerke? sind Streiks inaugurirt worden. Vom britischen Parlament. .L o ii d o n , 22. März. Im Ober, haus nurde am Donnerstag der Antrag Lord Salisbury's angenommen, daß ein gemeinschaftliches Kommittee beider Häuser 'des Parlaments ernannt und beauftragt werden solle. Vorschläge betreffs Abänderung des gegen den Ka tholizismus gerichteten Eides, den der König bei seiner Thronbesteigung ablegen muß. zu machen. Im Unterhaus ' kündigte während des Tages der Sekretär des Aeußeren. Lord Lansdowne an. daß Rußland und England sich geeinigt hätten, ihre Truppen von dem strittigen Gebiet in Tien Tsin. zurückzuziehen, und später durch eine Untersuchung festzustellen, wer zu dem Land berechtigt sei. Lord Lansdowne fügte hinzu, daß es. sich um einen großen Streifen Landes am linken Ufer des .Pri; Ho Flusses handle, den die Russen' im Herbst besetzt und als erobertes Gebiet als ihr Eigenthum beansprucht hätten. Die Regierung habe später erfahren, daß China und Rußland eine Vereinbarung getroffen hätten, derzufolge das Land von den Russen besetzt werden solle. In diesem Gebiet befänden sich aber Ländereien. welche der Nord-Chincr Eisen-bahn-Gesellschaft gehörten und daher einen Theil der Sicherheit für die britischen Bndsinhaber bildeten. Die Linie sei ein Theil der Eisenbahn. dZ5 kürzlich von den Russen an den Grafen von Waldersee übergeben und von diesem wieder an die Briten zurückgegeben worden sei. Im Interesse der Verkündeten sei es nöthig gewesen, auf einer der oben erwähnten., der Eisen-bahn-Kompagnie gehörigen Parzellen ein Seitengeleise zu legen, und die AnWesenheit der britischen Eisenbahn-Ar-beiter sei als Verletzung des russischen Gebietes angesehen worden. Später sei auch behauptet worden, daß die rusfischen Grenzmarken entfernt worden seien. , Unter diesen Verhältnissen habe die Regierung am 16. März an ihren Repräsentanten in China telegraphirt. daß der Feldmarschäll Graf von Waldersee am Besten im Stande sein würde. darüber zu entscheiden, ob die Russen öder die Briten ein Recht hätten, das, strittige Gebiet' zu besetzen, und sie habe deshalb. den' Oberbefehlshaber der britischen Truppen'' General Gaselce. instruirt, daß er den Feldmarschall ersuchen. solle, den Streit vorläufig zu schlichten, damit -"nachher eine. Untersuchung betreffs der beiderseitigen Privatrechte. vorgenommen werden könne. General Gaselee''' sei auch angewiesen worden jeden Gewaltakt zu vermeiden, ausgenommen,-' wenn es sich darum handle, einen Angriff zurückzuweisen. Am 20. Marz . sollte der russische Grenzpfosten entfernt : worden sein. Die Regierung habe aber den britischen Gesandten, in Peking beauftragt, zu erklären,., daß England bereit sei, die Angelegenbejt' dem Grafen Waldersee zur Entschttdun'g zu, überlassen., unter der Bedingung,? daß diejenige Partei, .die sich irgend eine Irregularität zu Schulden habe Zommen lassen, sich dafür bei der, . ande'renentschuldigen , solle.' ,; Die Regierung .Habe .ferner vorgeschlagen, daß das .'Seitengeleise unter solchen Bedingungen gelegt werden solle, wie der Graf von, zchalderstt eventuell entscheiden sollte. Er'(Üord Lansdowne) freue sich, erklären zu können, daß jetzt Rußland, eingewilligt 'habe, ' daß die Ansprüche der beiderseitigen Regierungen sorgfältig geprüft und inzwischen die britischen wie die russischen Truppen von dem in Streit befindlichen Land zurückgezogen werden sollten. ' England habe sofort seine Zustimmung dazu gegeben und anbefohlen, daß in Uebereinstimmung damit die britischen Truppen zurückgezogen- werden sollten. Zum Schluß -drückte Lord Lansdowne die Hoffnung aus, daß das Resultat "der Unterhandlungen über diese, in Wirklichkeit unbedeutende lokale Angelegenhelt in keiner Weise die BeZiehungen zwischen den beiden Ländern stören werdet

8chrMche MglhlZlm.

Eine imxxttct tobtet in ' Massachusetts ihre sechs Kinder

Und macht dann einen Selbstmord'versuch. ' - Ein Mm! in ZZlame ermordet seine drei Kinder. Nicsige Orangen Erüte in Californicn.

Nicht EisenbohÄaggouS genug, um die Früchte zü'-bckördcrn.

Der Dampfer City of PlttSbürg" bei Louiöville beschädigt. Sechsfacher 'Mord. - Coldbrook, Mass.. 22. März. Frau Lizzie Naramore hat in einem Anfalle von Geistesstörung ihre sechs Kinder im Alter von 10 Jahren bis zu 10. Monaten in ihrem Wohnhause. welches etwa eine halbe Meile von dieser Ortschaft entfernt ist.' getödtet und dann versucht, sich selbst zu tödten. indem sie sich mit einem Rasirmesser in die Kehle schnitt.und sich eine schwere, aber nicht tödtliche ' Verletzung bei' brachte. Die leblosen Körper der Er-

mordeten legte sie auf die Betten, zwei Leichen auf ein und vier Leichen auf das andere Bett, ehe sie Hand an sich selbst legte.' Ihr Mann war, wie gewöhnlich. am Morgen zur Arbeit nach der hiesigen Sägemühle gegangen und hatte nichts Ungewöhnliches im Venehmen seiner Frau wahrgenommen. Die Thät wurde um 2 Uhr 43 Minuten Nachmittags entdeckt, als ein gewisser George Thrashers Groceries in der Wohnung der Frau Naramore abliefern wollte. Er fand das Haus verschlössen und sah durch das' Fenster Blut auf dem Fußboden, worauf er die Bewohner dieser Ortschaft alarmirte. Eine sofort zusammengestellte Mannschaft machte sich auf den Weg zu.Nararnore's Haus und nachdem man sich gewaltsam Zugang verschafft hatte, stand die Blutthat in ihrer ganItn entsetzlichen, Deutlichkeit vor den erschreckten Männern. Frau Naramore würde in das Hotel des Dorfes gebracht und sofort ärztliche Hilfe requirirt. - Obgleich schwach vom BlutVerlust, erklärten die Aerzte sie am Abend außer Gefahr und sie konnte dik haarsträubenden Einzelheiten der Unthat erzählen. Sie hatte mit dem jüngsten Kinde angefangen und eins nach dem anderen mit der Axt erschla gen, während sie das Baby, Lena, mit einem Knüppel todtschlug. Sie kann keinen Grund für ihre grauenvolle That angeben und schien erst am Abend die ganze Größe ihrer Unthat zu begreifen. Die Kinder waren die 10jährige Ethel und Walter. Charlie. Ehester. Bessie und Lena im Alter von 8 Jahren bis zu 10 Monaten. Die Frau hatte die Vorbereitungen zur Mordthat offenbar sorgfältig getroffen, da alle Thüren verschlossen und mit Balken verbarrikadirt waren. Erschlug seine drei Kinder. Clinton.'Me., 22. März. Der acht Meilen von hier wohnende Farmer Jakob Dearborn Marr erschlug am Donnerstag seine drei Kinder Helen. Edwin und Alice, die im Alter von 1 bis 13 Jahren standen, mit einer Axt. Die unselige That wurde kurz nach dem Mittagessen ausgeführt. Die alteste Tochter war damit beschäftigt, das Geschirr' zu waschen, als ihr Vater sie mit einem furchtbaren Schlage tödtete. Frau Marr war Zeugin der That, die sie nicht verhindern konnte. Laut schreiend lief sie nach dem Hause ihres Schwiegervaters.' während ihr Mann in das obere Stockwerk eilte und die beiden anderen Kinder ebenfalls ermordete. Als Marr Sr. in dem Hause seines Sohnes erschien, wusch dieser das BI?it von seinen Händen. Als er befragt wurde, was ihn zu der fürchterlichen That veranlaßt habe, sagte er, er wisse es nicht. Er folgte seinem Vater, der ihn den Behörden auslieferte. Marr hatte seit längerer Zeit Anzeichen von Trübsinn gezeigt, aber Niemand hatte erwartet, daß er zu Gewaltthätigleiten schreiten würde. Die City of Pittsburg" beschädigt.' Louisville. Ky., 22. März. Der Dampfer City of Pittsburg" von Cincinnati, der am Donnerstag Nachmittag, um 2 Uhr, von hier aus nach Memphis abginge wurde vom Sturm gegen einen Pier . der. Pennsylvania Eisenbahnbrücke getrieben, und erhielt ein Loch unterhalb der Wasserlinie Der Dampfer wurde an Corn Island

oelandet. und das Lock temvorär inat

macht. In New 'Albany wurde dann der Schaden ausgebessert und um 7 Uhr Abends setzte . der Dampfer dik Fahrt nach Memphis fort. . . Mörderischer Kampf mit ' Buschbrennern. A u g u st a , Ga., 22. März. De, Hilfs-Bundesmarschall Alex. S. Wb tely wurde am Donnerstag Morgen um zwei Uhr getödtet, als er versuchte, in Lincoln County den notorischen Buschbrenner Lum Stott zu verhaften. Scott wurde' ebenfalls getödtet. Whiteley und seine'Leute fanden dik Buschbrenner in einem stark verbarri kadirten Haus an der Arbeit und es kam sofort zu einer allgemeinen Schie 'ßerei. ' Nachdem Whiteley und Scott gefallen waren, trat eine kleine Pauft ein und nach kurzer Berathung be, schlössen die Belagerten, sich zu ergeben. Sie wurden während des Tages hier her gebracht. Californiens riesigeOran g e n e r n t e. Chicago, Jlls., 22. März. Dit hiesigen Beamten der Santa Fe Eisen bahn bestätigen die Nachricht von Californien. daß dort Orangen im Wertk von Millionen Dollars verfaulen, wei! nicht genug Waggons vorhanden sind um dis ungewöhnlich reiche Ernte fort zuschaffem Die Eisenbahnen haben bereits um 50 Prozent mehr Orange von Californicn aus befördert wie ge wöhnlich um diese Zeit, und doch sinrt die Vorräthe noch riesig groß. Dabei ist zu bemerken, daß die Früchte unte, eigenthümlichen Verhältnissen reifte und sich deshalb nicht lange halten Daher die Klagen, daß so viele Wag gonladungen voll bei ihrer Ankunft in Osten fast ganz verfault waren. Die Civil - Regierung auj den Philippinen. W a s h i n g t o n. D.'C.. 22. März Im 5riegZdepartement ist man der An 'sicht.. daß. ungefähr , am 30. Juni au! den Philippinen.die Civil-Regierung dt Stelle, der Militär-Herrschaft treter. wird. Aber selbst da. wo die Civil-Re gierung etablirt worden ist, wird daS Militär noch für längere Zeit die Civil 'Behör i unterstützen müssen. Es isi jedoch die Absicht, das Militär soviel -wie möglich vorrder Theilnahme an'dei Verwaltung der ' Inseln ' fernzuhalten, -und die Soldaten werden in Zukunf! eigentlich mehreine' Art - Polizei sein. Wo dies immer möglich ist.- wird ein heimische Polizei organisirt werden. Schiffskollision. ' N e w Y o r k , 22. März. Der Dam. pfer Lahn", vom Norddeutschen Lloyd. der am Donnerstag hier ankam, wai um zwei Uhr Morgens mit einem vier mastigen Schoner in Kollision, als sid; die beiden .Schiffe ungefähr neun Mei len östlich vom Sandy Hook Leucht schiff befanden. Drei Davits und ei Theil der Brücke der Lahn" wurden fortgerissen und der Schoner verlor sei nen Klüverbaum, keines der beiden Schiffe erlitt aber ernstlichen Schaden, Pastor Muh len bürg gestor ben. . Reading. Pa 22. März. Rev. Dr. Frederick A. Muhlenburg. einer bei bekanntesten lutherischen Geistlichen in Amerika, starb hier im 82. Lebensjahre. Er war der erste Präsident ldes Muhlenburg College und 14 Jahre lang Professor des Griechischen an der Uni versität von Pennsylvanien. . Gefährliche Feuersbrunst. Chicago. Jll., 22. März. Dur eine Feuersbrunst wurde das große La, gerhaus von I. S. Ford, Johnson & Co., an der 16. Straße und Wabash Avenue, vollständig zerstört. Das Ge bäude nebst dem ganzen Inhalt ist ein totaler Verlust. Die nördliche, südliche und östliche Mauer des Gebäudes stürz, ten zusammen, während sich eine Anzahl Feuerwehrleute in dem brennenden Gebäude befanden. Dieselben warfen ihre Schläuche nieder und stürzten ins Freie,. wobei mehrere durch fallende Backstein: Kontusionen erlitten. Auch der Zuschauer bemächtigte sich beim Einsturz der Mauern ein wilde Panik, bei welcher viele Frauen und Kinder zu Boden geworfen und unter die Füße getreten wurden. Der Verlust beläuft sich auf ca. Z200.000. Selbstmord. Chicago. Jll.. 22. März. Die Leiche eines jungen Mädchens, Namens May Comstock,. von Benton Harbor, Mich., ist am Donnerstag Nachmittag in der Nähe des Piers am Fuße der 59. Straße im See aufgefunden worden. Das Mädchen besuchte eine hiesige Musikschule und war eine tüchtige und fleißige Violinistin. Am Mittwoch wurde ihr Hut und ihr Mantel am Seeufer gefunden und man nahm dann schon an, daß die Unglückliche Selbstmord begangen habe. Es hat sich nun herausgestellt, daß das Mädchen Selbstmord begangen hat, weil es sieben Dollars Schulden gemacht hatte

No. 184

und sich fürchtete, seinen Vater um das

Vetd zu bitten. Verunglückt. . An der so n. Ind... 22. März. All einer scharfen Kurve, in der Nähe von Summitville, sprang' am Donmrstag Morgen ein elektrischer Wag. gon der Union Traction Company vom Geleise und er rollte dann eine steile Böschung hinab. Der Kondukteur Wm. Trueblood erlitt wahrscheinlich tödtliche Verletzungen. Von den vier Passagieren, die sich in dem Waggon befanden, wurde Rev. Hotchkiß. ein Missionar von Cleveland. Ohio. schwer verletzt. Auch ein anderer Passagier, ein Mann Namens Jones. von St. Louis, ist ziemlich erheblich verletzt. Geborgene Jäger. ' Belle f'onta ine. O.. 22. Marz. Edward Edmondson und Lee Todd, welche auf einer Insel im Lewistown Reservoir auf die Entenjagd gegangen waren, wurde gestern aus der Gefangenschaft erlöst, in welcher sie drei Tage lang durch Hochwasser auf jener Insel gehalten worden waren. Dieselbe waren nahezu verhungert und hatten nach langen Versuchen durch ein Feuer die Aufmerksamkeit einiger Fischer auf ihre gefährliche Lage gelenkt, welche sie wieder auf festes Land brachten. Selbstmord eines Cincinnatiers. V uf f a l o. N. Y.. 22. März. John Held, von No. 931 Freeman Avenue, Cincinnati, ein Reisender für eine Indianapoliser Firma, hat sich im Mansion House in hiesiger Stadt erschossen. In seiner Tasche wurde seine Karte gefunden, auf der geschrieben stand: Die Freimaurer sollen für meine Bccrdigung sorgen."' Admiral Kempff's neues Flaggschiff. W a s h i na t o n . D. C.. 22. März. Das PanzersZiff Kentucky". das kürzlich von den' Ver. Staaten in Cavite ankam, ist vom Marine-Departement zum Flaggschiff des Admirals Kempfs bestimmt worden, an Stelle der Newark". die nach den Ver. Staaten zurückbeordert worden ist und im Ne:v Dcrker Marine-Bauhos weitgehende! Reparatur unterworfen werden wird. Hinrichtung. K e n n e t t , Mo., 22. März. .Milo Gregors 26 Jahre alt, ist hier wegen Ermordung .seines Arbeitsgebers' Joseph Covert, die am 20. Februar 1899 erfolgte, durch den Strang hingerichtet worden. Gregory behauptete bis zum letzten Augenblicke, daß es sich um eine zufällige Tödtung handle. 3.727 Rekruten. W a s h i n g t o n . D. C., 22. März. Seit der Annahme des Armee-Reorga-nisations-Gesetzes sind 3.727 Rekruten für die reguläre Armee angeworben worden. Bankerott. Chicago. Jlls.. 22. März. Col. Wm. S. Eden, der Leiter des Great Northern Hotels, hat sich für bankerott erklärt. Er gab seine Verbindlichkeiten auf $1,327,368 und seine Aktiven auf Z640,111 an. Carrie Nation kommt. T o p e k a , Kans.. 22. März. Frau Carrie Nation hat einen Kontrakt für die Abhaltung von sechs VorKsungen in Cincinnati unterzeichnet. Sie wird 100 für jede Vorlesung und alle ihre Unkosten bezahlt erhalten. Neue elektrischeBahnlinie. Kolumbus, Ohio, 22. März. Die Little Miami Traction Company beabsichtigt, eine elektrische Linie von Springfield nach Cincinnati zu bauen. Außerdem Verbindungslinien mit Co lumbus und Dayton und mehrc?e kürzt Linien im südlichen Theil des Staates, eine bis an einen Maysville, Ky.. gegeniller gelegenen Punkt herzustellen. Die Linie nach Cincinnati wird mit de, Pan Handle Bahn parallel laufen und ist 15 Meilen kürzer. m a m Schiffsnachrichte n.

Q u e e n s t o w n . 21. März. Angekommen: Germanic" von New Aork. Commonwealth" von Boston, nach Ltverpool bestimmt. Abgegangen: Teutonic", von Liverpool, nP New York. B o st o n , 21. März. Angekommen: Saxonia" von Liverpool. Corean von Glasgow. G l a s g o w . 21. März. Abgegangen: Montevidean" nach Boston. Antwerpen. 21. März. . Abgegangen: Nederland" nach Philadelphia. Rotterdam. 21. März. Abgegangen: Rotterdam" nach Boulogne und New York. Gibraltar. 21. März. Passirt: ,Volivia" (von New York) nach Mar seille. Neavel etc. bestimmt. , Weitere Tcpeschen ans Seite 5.

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