Indiana Tribüne, Volume 24, Number 183, Indianapolis, Marion County, 21 March 1901 — Page 1

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Jahrgang 24.

Indianapolis, Ind.. Donnerstag, dcn 21. März 1901.

No. 183

Biß fiigc in TieiW. Weder Nüssen noch Briten zum Nachgeben bereit. 9 Beide Seiten ziehen Verstärknugen heran. m Lin zicrmittlukkys-Zlersllch LtS Ernfen von Zvalderste mißglückt. . TaS Leben des Zaren bedroht.

Zwei Mordvcrschwöruuge:! m lehtcr Zeit eutdeckt. Tcr Krieg in Südafrika. Sie Briten bei Staudertou heftig an gegriffen.

A.

Die Lage in C hi n a. T i e n T s i n. 21. März. Der Graf ?on Waldersee ist wieder nach Peking ;urüZgereist. Am Dienstag hatte er ieparate Unterredungen mit dein rufAschen und mit dem britischen Keinziandeur. Er wiederholte mündlich zen vorher telegraphisch gemachten Lorschlag, und dessen Annahme die Küssen abgelehnt hatten. General Wogasack lehnte es ab. sich überhaupt auf ein: Diskussion der Anzelegenbeit einzulassen solange die Briten sich nicht von dem in Frage stezenden Land zurückg:zog:n hätten, und General Campbell erklärte, daß er uner seinen Instruktionen sich nicht zu"Ückziehcn könne. Die Lage bleibt dem,ach unverändert. Graf Waldersee var höchst unangenehm berührt, daß es hm bei dem Ernste der Lage nicht geZungen, wenigstens temporär Frieden ,.u stiften. Zwischen den Franzosen und Briten landen während des Tages zahlreiche Zusammenstöße . statt. " jedoch ohne 'chlimme Resultate. General Voyron )ai Gendarmerie herausbeordert. die, Zusammen mit den Australiern, jetzt die iritische Niederlassung bewacht und zerhindert, daß die Franzosen sie betreten. General Campbell feilt) von semer Regierung in dem Disput mit dem ruf ischen Kommandeur unterstützt, und er zehauptet jetzt seine Stellung unter Drdres von London. Der Vorschlag des Grasen von Walzersee, der von den Russen zurückgeDiesen wurde, ging dahin, daß das im Streit befindliche Land an eine neutrae Militärwache übergeben werde, und )ie Russen und Briten sich gleichzeitig zurückziehen sollten, bis entschieden worden sei. wer gesetzlichen Anspruch :uf das Land habe. Die britischen Offiziere erklären. ?aß es als feindselige Handlung sei:ens Rußlands angesehen werden nüsse. wenn, wie behauptet wird, es .)er Fall sei. daß russische Truppen von Port Arthur aus nach Tien TslN geschickt würden. General Wogasack gab über die Streitfrage die folgende Erklärung 'ab: .Die Frage, über die wir uns unglücklicher Weise streiten, ist nicht die, :fc das strittige Land uns. der chwesiichen Regierung oder der EisenbahnZcmpagnie gehört, sondern ob die EngÄnder sich dafür entschuldigen werden. Daß sie gewaltsam das Land besetzt haben. ' Zur Zeit, als die Briten versuchten )as Land in Besitz zu nehmen, war es ,?on russischen Flaggen geschützt und ge.lau von einer Steinmauer abgegrenzt. Die russischen Flaggen . wurden aber 3cn einer Abtheilung bengalischer Piolicre und Kulis, die mit dem Legen des Veleises begannen, herabgerissen und fortgeworfen, und die Leute blieben an oer Arbeit, bis sie von unseren Truppen vertrieben wurden Ehe wir uns auf eine Erörterung Hz Frage einlassen könnten, wem das Land gesetzmäßig gehört, müssen sich die Briten, die sich noch zum Theil auf un,erer Konzession befinden, abziehen. Wenn dies einmal geschehen ist, wird zit russische Regierung ohne Zweifel ?lles Vorgefallene ignorlren und vergessen. und in freundschaftlichstem Sinne irgend welche Vorschläge in Erwägung ziehen, die England eventuell zu machen bereit ist. Kein vernünftiger Mann kann daran zweifeln daß, wenn die Fngländr um die Erlaubniß nachgesucht hätten, das Seitengeleise legen zn dürfen, diese Erlaubniß ohne Weiteres gegeben worden wäre. Unglücklicher Weise versuchten sie aber ihren Zweck mit Gewalt zu erreichen. Die briti'en Truppen müssen aus der russischen Konzession heraus. Ein: andere Lösung der Streitfrage gieb: es nicbt. Äm Dienstag Abend kamen 93 irlMische Marin:-Soldaten von den TkuForts an. um die indischen Truppen aas

?em ttrtttiaen Land abzulösen. Die I

Welsh Füsiliere, von Honz komm'no, werden am Donnerstag erwartet, und ein Spezialzuz mit australischen Truppen ist am Vormittag von Peking hierk.er abgegangen. Ein französisches, ein deutsches und ein italienisches Kriegsschiff liegen außerhalb der Bai von Taku. Shanghai. 21. März. Eine Depesche der .China Gazette- von Tokio sagt, daß sämmtliche russische Kriegs 'chiffe. die sich ;fl japanischen Gewässern fanden, nach Korea abgedampft seien, ttid daß auch die japanische Flotte mobilisirt und binnen Kurzem nach Korea :bcehen werde. Verschwörungen gegen das Leben des Ja ren. B e r l i n. 2. März. Der St. Pe!ersburger Korrespondent des Tageblatt" berichtet über zwei separate Verschwörungen gegen das Leben des Zaren, die in letzter Zeit entdeckt worzen sein sollen. Der erste Mordversuch sollte gemacht werden, während ser Zar zu dem Balle der MarinekaZeiten, gelegentlich des Jubiläums des Narine-Kadettencorps, fuhr. Der Zar hatte versprochen, dem Balle beiiuwohnen und wartete auf seinen Wazen, als der General-Gouverneur Kleizels im Palast ankam und den Zaren benachrichtigte, daß er nicht fahren Dürfe, denn es seien auf der RicolaiBrücke mehrere verdächtige Personen. Die zur revolutionären Partei gehörten, mit Waffen und gefälschten Pässen im Besitz, verhaftet worden. Er theilt dem Zaren mit. daß die Gefangenen wahrscheinlich Emissäre des Centralkommittees der Nihilisten in Zürich seien. Der Zar blieb in Folge dessen zu Hause. Der zweite Vorfall ereignete sich Ritte Januar, als der Zar in Begleilung seiner Mutter die koreanische Ausstellung besuchte. Als die Herrschaften eines der Zimmer betraten, bemerkten die Mitglieder des Kommit--ees, welches den Zaren begleitete, einen unbekannten Mann, der sich schnell dem Monarchen' näherte. Da dem Publikum an dem Tage der Besuch der Ausstellung verboten war- und die Wemzen. die zugegen sein durften, sorgfaltig ausgewählt worden waren, erregte die Anwesenheit des Fremden Versacht. Mehrere der Männer bemächtigten sich des Mannes, um ihn hinDeg zu führen, dzr Fremde griff aber sofort in verdäcktiger Weise in die Tasche und als er daraufhin verhastet nd durchsucht wurde, wurde eine Lombe in seiner Rocktasche gefunden. Ausdem Reichstage. B e r l i n. 21. März. Bei Berathung des Etats für das Ministerium es Innern kam es zu heftigen Ausein andersetzungen zwischen Herrn Befol und anderen Soziallsten auf der einen und Herrn Stöcker auf der anderen Seite. Herr Bebel erwiderte auf einen Angriff, der bei Gelegenheit der letzten Sitzung von Stöcker gegen die sozialst..nokratische Partei gemacht worden war. Die Debatte dauerte mehrere Stunden i.nd ließ an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. Herr Stöcker sagte unter Anderem, daß er seine Stellung ais Hosprediger in demselben Augenblicke niedergelegt habe, als seine amtliche 'Ehrenhaftigkeit in Frage gestellt word'n sei, während Herr Singer trotz der unehrenhasten Manipulationen . seines Theilhabers Rosenthal sein Geschäft fortgeführt und sogar zum Vorsitzenden seiner Partei gewählt worden sei. Die sozialistische Partei könne sich infolge vkssen nicht mehr als eine ehrliche, aufrichtige Partei betrachten. Diese Bemerkungen wurden von der Rechten mit lautem Beifall aufgenommen. ri:fm aber die heftigsten Proteste in den Reihen der Eozialisten hervor. Die Sitzung gestaltete sich zu einer der stürmischsten seit langer Zeit und die Abgeordneten wurden zu Dutzenden zur Ordnung gerufen, und nicht nur während der Kontroverse zwischen Ctöckerund den'Sozizlisten. sondern auch bei der Berathung der Panzerplatten -, Vorlage. Graf Kardorff versicherte, daß die Stahlwerke vonStumm niemals amerikanische Panzerplatten geliefert hätten, doch gab er zu, daß Krupp billiger an die Ver. Staaten wie cn Deutschland verkauft, aber nur, weil rie Ver. Staaten 7500 Tonnen, vage?en die deutsche Marineverwaltung nur 2700 Tonnen bestellt habe. Auch sei es möglich, daß die an die Ver. Staaten lieferten Platten nicht so gut seien. Herr Singer beschuldigte den Grafen Zlardorff, ein Agent Krupp's zu sein und ging so weit, zu insinuiren. daß die Bemühungen des Grafen ihrn eine ProVision von 4 Prozent einbrächten. Aus der Neichshauptstadt. A e r l i n . 21. März. Der Landtag nahm eine Vorlage an, die Regierunz um Einbringung eines Gesetzes zu ersuchen, wodurch das Anbringen von Reklam:-Pla!aten am Rhein und anderen AussichtZpUNkten in Preußen verboten wird.

Xit Grippe greift tn der Slaot immer weiter um sich; auch Herr Kirschner. der. Oberbürgermeister von Berlin, ist an derselben ertrankt. Die Vossische Zeitung" sagt bei Besprechung von Bülows gestriger Rede im Reichstag, daß die scharfe Kritik des Fürsten Herbert Bismarck gegen die Weltpolitik des Reichskanzlers völlig gerechtfertigt ser. Der Fürst folge dabei nur der Tradition seines großen Vaters. Bei einer Versammlung der Direktoren der Reichsbank und anderer bedeutender Finanz-Jnstitute wurde beschlössen, die neue Reichsanleihe im

April zu drei Prozent und zum Kurse 1

von 87j zu übernehmen. Vorläufig werden nur Obligationen für 174.000.-' 000 Mark emittirt werden, doch wird dieser Betrag, nachdem die Bewilligungen des Reichstages disponibel sind. auf 300.000.000 erhöht werden. In offiziellen Kreisen wird behauptet. daß britische und russische Truppen noch immer das strittige Areal in Tien Tsin besetzt halten und daß die Sache in gütlicher Weise beigelegt wird. Die Presse legt der ganzen Angelegenheit überhaupt keine zu große Bedeutung bei und spricht die Ansicht aus, dafi Großbritannien .nachgeben wird. Die

,Vossische Zeitung" schreibt, daß England nicht in der Lage sei. es auf einen ernstlichen Konflikt mit Rußland ankommen zu lassen. Die Kreuzzeitung" bemerkt Folgendes: Es würde in der That sehr zu beklagen sein, wenn aus einer rein lo kalen Meinungsverschiedenheit ernstliche Schwierikeiten entspringen sollten, weil dadurch der Widerstand der Chi nesen bestärkt würde.- ' '" Dann auf die Fortschritte übergehend,, welche Rußland im Osten gemacht hat auf die Annexion des Territo--riums von Hankow,' wodurch Rußland in den Sang Tse' Distrikt vordrang fügt das Blatt hinzu : Alles dies muh sich England gefallen lassen, weil der Krieg in' Südafrika seine Kräfte lahmlegt." ' Die Klage Bülows. welche er bei sei-. ner Rede im Reichstag am Freitag gegen die Intriguen von Privat-Gesell-schaften erhob, richtete sich, der Kreuzt zeitun.i" zufolge, hauptsächlich gegen' das belgische Syndikat, welches jetzt bie Konzession für die Bahn von Peking nach Hankow zu erwerben bemüht ist. Indem das Blatt die Hoffnung ausspricht, daß die belgische Gesellschaft nicht erfolgreich sein möge, da eine itl artige Konzession nur auf Kosten der Interessen aller Mächte ertheilt werden kann, sagt es. daß die Mächte wahrscheinlich Willens und im Stande sein würden, diese Gesellschaft kalt ZU stellen. ' Bezüglich der Empfehlung in McKinley's Botschaft', daß die Mächte eine gemeinsame Entschädigung von China verlangen und dieselbe reguliren sollten, weist das Berliner Tageblatt' darauf hin. daß dieser Vorschlag vom Grafen Bülow in der Reichstägs'sitzung vom, 15. März als der beste bezeichnet worden sei, und Deutschland und die Bet. Staaten sich daher in voller Uebereinstimtnung befinden. Die Reise de s Herzogs von Co rnwali' und F o r k. " G i'h r a l t a r. 21. März. Der

Dampfer .Ophlr", mit dem Herzog und der Herzogin von Cornwall und York an Bord, kam am Mittwoch Morgen um neun Uhr hier nn..- Alle im Hafen liegenden .Schiffe waren' beflaggt und die Raaen 'bemannt und' die Kriegsschiffe feuerten einen Königs - Salut ab, währcnd der Dämhfer langsam in den H.i sin einfuhr. .Gleich nachdem die Ophu" vor Anker gegangen'tvar. begaben ' sich der Gouverneur. General Sir Robert Biddulph und'dieiAdmiräle an LZord. Am Mittag begaben sich der Herzog und die Herzogin , ans 'Land. "y j Sie wurden an der Landungsürüle von dem , Gouverneur, , General S,r George White empfangen und fuhren sogleich nach der Handelskammer wo ibnen Bewillkommnungs - Adressen überreicht, wurden. - Der Herzog antwertete mit einer kurzen Rede. Der Herzog und die Herzogin verlrachten den Tag. 'indem sie die Docks und andere interessante Punkte besichtigten. Sie speisten im RegierungsGebäude, wo für 150 Personen gedeckt war. und später hielten sie in dem Ballsaal einen Empfang ab. Der Herzcgin wurde bei dieser Gelegenheit eine prächtige spanische Mantille. - ein Geschenk der Einwohner, überreicht. Um eis Uhr Abends fuhren, die Herrschaften durch die Stadt, um sich die Jlluminaticnen anzusehen, und kurz vor Mitternacht kehrten sie auf die Ophir" zurück. D e r K r i e - i Südafrika. ' Kapstadt, 21. März. Einers pesche ,aus Cradock 'in der Kapkolonie ZU folge hatten die 'Truppen des Obersten Gorring am 15. März ein Gefecht mit Kritzingers Bocrcn-Kommando. Die Voeren hatten neun Todte und sieden Verwundete und die Briten einen Todten und sieben Verwundete.

I. P. Minader. S. Minaber und A. I. Neuwoudt wurden am Dienstag Abend in DeAar in Uebereinstimmung mit einem von einem Kriegsgericht gefällten Urtheil, daß sie des Landesverraths und des Mordes schuldig befunden -hatte, erschossen. Die Leute waren mit Anderen angeklagt., einen Eisenbahnzug bei Toabosch zum Entglersen gebracht zu haben, wobei fünf Soldaten um'U Leben kanrea. ' Das Todesurtheil, das bereit? vor einer Woche gefällt wurde., ist d?K Sen. Kitchener bestätigt worden. . Die Garnison wurde berausbeordert und die Gefangenen wurden bei Sonnenuntergling , hinausgeführt. Der Tod trat bei Allen augenblicklich ein. Ei holländischer. Geistlicher und die Verwandten der Verurteilten blieben bis zum letzten Augenblick bei den Gefangenen. Zwei andere Männer, die geholfen hatten, den Zug zum Entgleisen zu bringen, wurden zu je fünfjähriger Gefängnißstrafe verurtheilt. Durban. Natal. 21. März. Die Kolonne des Generals Campbell war nicht im Stande nach Standerton zurückzukebren. da der Klip River hoch angeschwollen ist. Gen. Campbell hat die bedrängte Garnison von Vredo abgeholt. . Die Kolonne hatte auf dem Marsch nach Vredo und zurück heftige Kampfe zu bestehen, und General Campbell hat ungefähr 200 Kranke und Verwundete bei sich. In der Nähe von Standerton befinden sich viele einzelne Boeren - Abtheilunaen. London, 21. März. Die West. minster Gazette" enthält einen höchst pessimistisch gehaltenen Artikel über die Weigerung des Generals Botha, die von dem General Kitchener angebotenen Friedensbedingungen anzunehmen, und die Zeitung bringt diese Weigerung mit der augenblicklich so kritischen Lage in China in Verbindung. Die Gazettesagt, daß die größte Uneinigkeit unter den Mächten in China herrsche, und in jedem Augenblick ein Konflikt losbrechen könnender es den Boeren möglich machen könnte, ihr Land und. ihre Unabhängigkeit wiederzuerlangend ' Die Zeitung gesteht auch ein. daß die militärische Lage in Südafrika keineswcgs so günstig für England sein könne, wenn die Boeren es wagen könnten, so kurzer Hand die ihnen gestellten FriedenSbedingungen zurückzuweisen. Johannesburg, Transvaal, 20. März. Eine neue Kompagnie hat wieder mit dem Stampfen von Erz begönnen und vier andere werden binnen Kurzem beginnen. Sir Alfred Milner. der Gouverneur des Transvaal und des.Oranje Staates. wird drei Monate hier bleiben. Die Revolution in . Vene zuela. v W i l l e m st e d. Insel Curacao. 21. März. General Andrade. der frühere Präsident von Venezuela, ist hier von San Juan de Porto Rico angekommen. Man ist überzeugt, daß er beabsichtigt, sich mit Peranza. Riera. Rolando. Pietri und Crespo zum Sturz des Präsidenten Castro zu vereinigen. Die britischeSpezial-Bot-schuft in Paris. Paris. 21. März. Carl Carrington, der britische Spezialbotschafter. der. den Präsidenten Loubet formell von dem Ableben der Königin Victoria und der Thronbesteigung Eduard VII. benachrichtigen sollte, fuhr am Nachmittag mit seinem Gefolge nach dem Ely-see-Palast. Die Botschaft fuhr in drei Galawagen und wurde von Kürassieren eskortirt. Ein Bataillon Infanterie war im Hof des Palastes aufgestellt und die Kapelle spielte die britische Narionalhymne, als die Botschaft in den Hof einfuhr. General Dubois, Chef des Militärstaates des Präsidenten, geleitete die Herren nach der BotschafterHalle, ' wo der Präsident Loubet mit dem Minister des Aeußeren und von seinem offiziellen Haushalt umgeben, sie erwarteten. , Carl Carrington überreichte Herrn Loubet ein persönliches Schreiben des Königs Eduard, mit einer kurzen Rede, in der er im Namen der britischen Regierung dazu gratulirte, daß die Beziehungen zwischen den beiden Ländern so freundlicher Art seien. Herr Loubet antwortete im gleichen Sinne. Nachdem dann die Anwesenden einander gegenseitig .vorgestellt worden, kehrte die Botschaft nach ihrem Hotel zurück. Attentat aus Rache. Budapest, "21. März. D Genera! - Leutnant Jablünczy Szentgyörgy, Chef der Gendarmerie - Abthei lung im Landesvertheidigungsministerium, wurde' am Nachmittag auf der Straße von einem Manne niedergeschosscn, der ihm meinen 'Brief übergeben wollte, den anzunehmen der General sich cfcer geweigert hatte. Zwei Passanten pc.ckten den Angreifer, der ' erklärte. Jchna Gal. ein ehemaliger Gendarm rie - Leutnant zu sein. Der Gefangene scgte spater, daß' er ohne Grund entlaflen worden sei und die Absicht gehabt

habe, aus Rache vasur den General zu tödten. Der Letztere ist nicht gefährlich verwundet. Sticrrke Sprache. Lorrdarr, 21. März. B. A. Hawksley hat im Namen der Firma Wernker, Beit & Co. gegen das Parlamentsmitglied Arthur B. Markham eine auf böswillige Verläumdung lautende Klage eingereicht. Herr Markham hatte am Dienstag bei der Besprechung über die Zusa.n-mensetzung-der Kommission, die eine Untersuchung über die von der Transvaal - Regierung vergebenen Konzessionen führen soll, erklärt, daß die KomMission au5 Männern bestehe, die alle' mit mehreren der großen südafrikani-schen-Kompagnien in Verbindung stünden. Er hatte ferner erklärt, daß die? Firma des Herrn Beit nichts mehr und nichts weniger als eine Bande ganz gemeiner Diebe und Sckwindler" sei-., und ausdrücklich hinzugefügt.daß er u die Straflosigkeit für das Gesagte ver zichte, die er als Mitglied des Parlaments beanspruchen könne. Die Klage wurde eingereicht, um zu sehen, ob Herr Markham sein Wort in dieser Hinsicht halten werde. Die Freunde Markbam's behaupten, daß er bereit sei. den Wahrheitsbeweis anzutreten. Der Streik in Marse-rlle. Marseille. 21. März. Dr? Lage ist hier in Folge des aggressiven Verhaltens der Streiker eine sehr beunruhigende. Während des Tages fand ein ernstlicher Konflikt zwischen den Truppen und den Streikern statt und die Folge war. daß sich der halben Stadt eine fürchtbare Panik bemächtigte. Ueberall wurden die Läden, die Restaurants und die Cafss in aller Eile geschlossen. Die Rue de la Cannebiere und die anderen Hauptstraßen der Stadt waren verlassen. Man befürchtete allgemein, daß die Streiker. die von berittenen Gendarmen und Husaren auseinandergetrieben wurden, anfangen würden zu plündern. . Am Nachmittag durchbrach ein 2000 Mann starker Haufen von Streiken den Jnfanterie-Cordon bei den Docks. Die Kavallerie, die in der Nähe bereit zehalten würde, trieb aber die Streiker zurück. Die Letzteren fingen dann an, mit Steinen zu werfen und ein Brigadier, zwei Gendarmen, ein Husar und mehrere Infanteristen wurden verletzt. EinGendarm, der von einemStein 'ZN den Kopf getroffen wurde, fiel vom Pferde und die Husaren ritten über ihn hinweg. Er wurde nach einem Hospital gebracht, wo er jetzt im Sterben liegt. Die Soldaten geriethen in große Wuth, es gelang den Offizieren über, sie im Zaum zu halten. 'Die Streiker sind irritirt, weil der Premier. Herr Waldeck Rousseau, sich geweigert hat, den sozialistischen Bürzer'meister von Marseille. Herrn Flassieres, zu empfangen. Der Letztere hatte versucht,' die Regierung zu veranlassen. einen Druck auf die Kontraktoren Und Schiffs - Kompagnien auszuüben und sie zu. zwingen, mit den Streikern zu unterhandeln. Die Kompagnien hatten sich aber geweigert, dies zu thun, weil der Streik ungerechtfertigt und eine Verletzung einer früheren Vereinbarung sei. Herr Flassieres droht mit Wiedervrgeltungsmaßregeln seitens der Sozialisten für diese sogenannte Beleidigung seitens der Regierung und er weist

daraus hin, daß er sich ,n einem Augenblick von der Pro-Krüger Demonstration ferngehalten habe, indem er einen großen Triumph errungen haben würde, wenn er sich zu Herrn Krüger in dessen Wagen begeben hätte. Mehrere hundert Frauen, darunter Viele mit Kindern in den Armen, nahmen an den Demonstrationen während des Tages Theil. Mit Ausnahme der sozialistischen Organe zeigt die Presse wenig Sympathie für die Streiker. Das Publikum sieht ein, daß der Streik der Stadt schon ungeheuren Schaden zugefügt hat.. Unter den Streikern befinden sich außerdem sehr viele Italiener, denen nichts daran liegt, wie sehr die Stadt geschädigt wird.

In

Ein Mordgeheim ni B e d f o r d, Ind.. 21. März.'

dem westlich von hier gelegenen Ort

Owensburg herrscht die größte Aufregung in Folge eines Geständnisses, das Während des Tages eine Frau Tude Baker abgelegt hat. Die Frau erklärt, daß ein Mann Namens C. P. Rockwell, von Cincinnati, der seit drei Iahren vermißt wird, ermordet und die Leiche unter ihrem Hause versteckt worden fei. Mehrere Tage nachher soll die Leiche während der Nacht fortgeschafft und in eine verlassene Kohlengrube geworfen worden sein. . Die Behörden werden sofort nach der Leiche. suchen. Rockwell war ein Reisender, der Subskriptionen für den American Eagle", eine Soldaten-Zeitung. sammelte. ' .

Ale Reiilkm zu . ; Hunger zwang die mcnteric schen Sträflinge zum Nachgeben. O , , Das neue ZNarylander Mahl'Eeseh m Mon beiden Häufern der Legiskatur angenommen. . m Ss l,at den Zweck, 80,0 Mähler x entrechten. Ef' Senator E O. Wolcott von Co. lorado

Wird zum Sekretär des Innern er uaunt werden.

Einbruch, in. das Postamt zu Obcrlin, Ohio.

Die Meuterei im Zuchts haus zu Ende. Leadenworth. Kas.. ZL März. Um zwei Uhr am Mittwoch Morgev wurden die letzten der 284 meuterischen Zuchthaussträflinge aus der Kohlen grübe heraus und hinter Schloß un Riegel gebracht. Zwei der Sträflinge wurden am Dienstag Abend von dev ersten Wachen, die in die Grube hinab' gelassen wurden, um ihre fünfzehn Ka meraden zu erlösen, die von dev Sträflingen gefangen gehalten wurden, verwundet. Als der Korb unten in, Schacht ankam, wollte sich eine Anzahl der Meuterer auf die Wachen stürzer und diese gaben sofort Feuer. Cir Mann erhielt einen Schuß in den Arrv und ein anderer eine Kugel ins Bein Dem Ersteren, wird der Arm amputirt werden müssen. Die Anderen ergaben sich dann, ohne weiteren Widerstand zu leisten. Die Wachen wurden zuerst nach ober geschickt und die Sträflinge folgten sl schnell, als sie zusammengetrieben werden konnten. . Viele der Meuterer hat ten sich in den verschiedenen Tunnel! versteckt, und es war nach Mitternacht, als die letzten gefunden wurden. Die Sträflinge hatten 24 Stunder lang nichts gegessen und sie waren froh daß sie aus der Glllbe herausgehol! wurden. Im Zuchthaus erhielt jede, eine Tasse Kaffee und ein Stück Brod Dies war der Anfang ihrer Vestra fung. Der Warden Tomlinson beab: sichtigt. die . Rädelsführer ganz em psindlich zu strafen. Das neue Marylander Wahlgesetz. ' Annapolis. Md.. 21. März. -Die neue Wahlvorlage, die die Entrech. tung der 50.000 des Lesens uni St reibens unkundigen Stimmgeber ix diesem Staate bezweckt, ist heute von Senat angenommen - worden. Sü wurde sofort ans Haus zurückgeschickt das alle Senat-Amendements annahm Sie bedarf jetzt nur noch bei Unterschrift des Gouverneurs, um Ge fetz zu werden. Die größte Aenderung in dem jetzi. gen Wahlsystem, die durch das- nem Gesetz herbeigeführt wird, ist die, das in Zukunft die Wahlclerks de, Stimmgebern nicht mehr beim Markt, ren der Stimmzettel helfen dürfen. Bisher begleiteten diese Clerks du Wähler in die Buden, wo sie ihn Stimmzettel markirten oder ihnen zeig. ten, wie sie dies machen sollten. Du Demokraten behaupten, daß dadurch die Wähler beeinflußt wurden und t auch möglich gewesen sei, die Stimme der Jlliteraten zu kontrolliren. Welchen Einfluß das Gesetz künftij auf den Ausgang der Wahlen Haber wird, ist natürlich nicht vorauszusehen, und die Ansichten der Parteiführer gv hen darüber weit auseinander. Du Demokraten sind der Ansicht, daß durck das Gesetz ungefähr 32.000 Neger nn vielleicht 16,000 weiße Bürger entrech, tet werden. Alle Neger und ungefähr die Hälfte der Weißen sollen Republi. kaner sein, und nachdem dies', entrechtet sind, glaubt man, daß der Staat füi viele Jahre hinaus sicher demokratisch sein wird. Einbruch in einPostamt. O b e r l i n, O.. 21. März. Des Geldschrank im hiesigen Postamt wurÄ in der Nacht zum Mittwoch mit Dvna mit gesprengt, es scheint aber, daß di, Einbrecher keine Beute gemacht haben Die äußer? Thür des Geldschranks wurde ganz abgesprengt, die inner, Th'ir wurde aber so stark verbogen. daß es bis jetzt nicht gelungen ist. sie zu öffnen.' , l5in iunaer Mann Namens Ran )olvh. der in 'dem Gebäude schlief. HorlietzunJ auf der 5. Seite.)