Indiana Tribüne, Volume 24, Number 179, Indianapolis, Marion County, 17 March 1901 — Page 7

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Ihre Rache. Von Helene Lang Anton. Sie war, vom Tanze erhitzt, in den halbdunklen Erker zurückgetreten und halte sich hinter die großen Blattpflanzen, die ihn ausschmückten, versteckt. Zwei Herren, die eben vorüberkamen, blieben, ohne sie zu gewahren, vor den Blumen stehen. Der eine von ihnen sagte: . Hören Sie mal. dieser Weigand hat ein unverschämtes Glück. Nicht nur. daß er eine allerliebste kleine Frau besitzt " Etwas kokett-, warf der Andere dazwischen. Zugegeben, aber doch allerliebst, ist er der Einzige, den die schöne Halden auszeichnet. Nur ihm gegenüber mildert sie ihre herbe, abwehrende Art und Weise. Sehen Sie nur, wie sie ihn fa'scinirend ansieht und bezaubernd anlächelt. Er ist ganz in ihren Banden." Mar'.) Weigand war tief erblaßt. Also man sprach bereits in der Gesellschaft darüber. Diese schöne Frau, die da mitten im Saale unter dem Kronleuchter wie eine Königin stand, stahl ihr das Herz ihres Mannes. Seit Wochen und Monaten hatte Mary die Veränderung ihres Mannes beobachtet. Er war freundlich und liebenswürdig wie stets zu ihr, suchte aber fieberhaft nach jeder Gelegenheit, mit Frau von Halden zusammenzukommen, und hatte in ihrer Gegenwart keinen Blick mehr für seine eigene Frau. Jetzt verabschiedete die Halden mit einer kleinen Verneigung die sie umgebenden Herren und ging nach dem Nebenzimmer. . Schnell entschlossen folgte ihr Frau Weigand. Sie tzai entschlossen, Rechenschaft zu fordrrn und für ihr gutes Recht zu kämpfen. Frau von Halden hatte sich, wie es schien, erschöpft in eine Sophaecke geseht. Sie wollte augenscheinlich allein sein. Plötzlich sah sie auf. Frau WeZgand stand vor ihr. Schnell erhob sie sich, und ohne sich zu grüßen, schauten sich die beiden Frauen wortlos in die Augen. Es war ein drohender, vernichtender Blick, der die kleine Frau Weigand traf. Eingeschüchtert, wollte sie sich, ohne zu sprechen, entfernen. Frau v. Halden hieU sie zurück. Sie sind mir hierher gefolgt, gnädige Frau! Darf ich fragen warum?" Diese Frage können Sie sich wohl selbst beantworten, Frau von Halden." Ich möchte sie von Ihnen höreu." Ich muß Sie daraus aufmerksam machen, daß man in der Gesellschaft von Beziehungen zwischen Ihnen und meinem Mann spricht, und ich selbst muß Ihnen bemerken, daß Sie das Glück meiner Familie untergrabervmir den Mann und meinen Kindern den Vater stehlen." Thränen standen ihr in den Augen. Frau von Haldens Gesicht blieb unbeweglich, und sie sagte mit leiser, ab scharfer Stimme: Ich danke Ihnen, gnädige . Frau, für diese Auskunft. Ich glaubte gar nicht, so nahe meinem Ziele schon zu sein. Wenn Ihr Gemahl mich wirklich liebt, chabe ich erreicht, was ich Ze-wollt.-Fassungslos starrte Mary diese Frau an, die ihr in diesem Augenblick wie ein böser Dämon vorkam. Sie suchten, Sie wollten eines Mannes Liebe?" stammelte sie verwirrt. Ja, .lieben Sie ihn denn?" Neinl Und wenn es Ihnen angenehm ist, zu hören, so versichere ich Ihnen, daß ich ihn niemals lieben werde. Aber ihn trieb ich zu dieser Liebe, halte ihn fest wie einen willenlosen Sklaven und lasse ihn nicht eher frt, als bis ihm diese Liebe so in Fleisch und Blut übergegangen ist, daß er nie mehr in die alte Zuneigung zu Ihnen zurückfallen kann." Wie Keulenschläge fielen diese Worte auf Mary nieder. Ja, was sollte denn das heißen? Entsetzt starrte sie die Halden an. Es war, als ob die Halden ihr diese Frage vom Gesicht gelesen hätte, und ohne Aufforderung begann sie: Wir kennen uns schon von früher, gnädige Frau. Vielleicht erinnern Sie Sich der Meta Schilling?" Ueberrascht sah Mary sie an. Nie hätte sie in der schönen Frau das blasse, stille Mädchen wiedererkannt. Es sind jetzt fünfzehn Jahre her, ich war damals achtzehn Jahre und Sie wohl ebenso alt als Sie zum Besuch Ihres Onkels nach Neuenburg kamen. Sie waren hübsch, blond, rosig und sehr kokett. Sie kokettirten mit Jedermann und suchten Alt und Jung an Ihren Triumphwagen zu spannen. Man lächelte über diese Kinderei, wie man es nannte, aber schätzte Sie darum nicht höher. Mich ließ Ihr Treiben ganz kalt, bis ich eines 2ages gewahrte, daß Sie Ihre Netze nach dem einzigen Manne den ich liebte, und der mich wieder liebte, auswarfen. Als ich eines Tages hörte, daß Sie im Kreise guter Freundinnen geäußert, daß es Ihnen gleich sei, ob er versprochen oder nicht, er gefiele Jhnen. und Sie darauf wetten wollten, daß es für Sie eine Kleinigkeit wäre, ihn mir zu entreißen, begann ich zu zittern. In wenigen Wochen waren Sie um einen blühenden Courmacher reicher, und ich für's Leben elend Hier machte sie eine Pause und starrte mit brennenden Augen Mary an. Diese sank vernichtet auf das Sofa. Jetzt konnte sie sich auch den Haß jener Frau erklären. Mary suchte noch nach. .einer Ent

schuldigung, und fast hilflos brachte sie hervor: Aber ich liebte ihn ja gar nicht, ich wollte ihn nicht haben." Da flammte es in Frau von Halden auf. Sie trat einen Schritt n.her, und mit kaum unterdrückter Leidenschaft sagte sie: Das vergrößert Ihre Schuld. Hätten Sie ihn wahrhaft geliebt, wäre Ihnen seine Liebe ein Lebensbedürfniß, sein Besitz eine Nothwendigkeit gewesen, so hätte ich, wenn auch mit blutendem Herzen. Ihr Vorgehen begreifen und auch verzeihen können, aber Sie fühlten nichts für ihn und streckten doch Ihre Hand nach ihm aus. obwohl man Ihnen gesagt hatte, daß er gebunden sei an ein Mädchen, dessen Leben er Werth und Inhalt giebt. Es giebt Frauen, die im Leben nur einmal lieben können, die durch diese Liebe entweder namenlos glücklich oder unsagbar elend werden. D:r volle Einsatzpreis ist immer ihr Lebensglllck. Ich gehöre zu diesen Flauen! Mir diese .Liebe nehmen, kam einem Morde gleich. Als ich ihn damals verloren hatte, schwur ich mir zu, mich an Ihnen zu rächen. Als ich erfahren hatte, daß Sie verheirathet sind, stand mein Plan fest. Ich war meiner Macht voll bewußt; aus dem unscheinbaren Mädchen war eine Frau geworden, deren Schönheit man rühmte. Ich nabm die Bewerbung des reichen alten Mannes an, wurde seine Frau und bestimmte ihn nach der Residenz zu ziehen, um hier in der Gesellschaft eine Rolle zu spielen. Schon im ersten Winter lernte ich Sie und Ihren Mann kennen. Ich hielt ihn fest, machte ihn c:n mein Interesse glauben, und heute liebt er mich und wird nie mehr Sie lieben." Wie eine Rachegöttin, groß und furchtbar, erschien sie Mary. die. im Gefühle ihrer Schuld, kein Wort hervorbrachte. Es kam Mary plötzlich zum Bewußtsein, als ob diese Frau vor ihr nicht nur sich selbst, sondern auch Andere rächte! Ohne noch ein Wort zu spreche und der verzweifelten Frau einen Blick zu gönnen, schritt Frau von Halde.i hocherhobenen Hauptes dem Saale zu. Sie schöne Tschen. Von M. v. Echeve. Wann?" Sobald der Mond untergegangen tst. An der großen Palme hinter dem westlichen Pavillon wollen sie sich treffen." Es ist gut; Du kannst gehen." Mit angenommener Gleichgültigkeit lntläßt die allmächtige Kaiserin-Mut-in den ihr ergebenen Diener. Der Eunuche berührt den Fußboden mil Ut Stirn und verschwindet rückwarts gehend. An der künstlichen Grotte mit dem Goldfischbasm lehnt zitternd vor Emporung eine junge, schlitzäugige, in Gold und Seide starrende Chinesin, die Gemahlin des jungen Kaisers Kwang-sü. Hast Du gehört?" ruft sie mit bebenden Lippen. Du mußt lernen. Dich besser zu beherrschen, mein Kind," zürnt die Kai-serin-Mutter, sonst wirst Du nie ein Reich nach Deinem Willen lenken." Meine hohe Tante wird nicht wollen. daß ich ruhig bleibe, wenn man mich hintergeht ... Ha, wie ich sie hasse, diese Tschen!... ich möchte sie peit schen lassen!" Ruhig, mein Kind; sie ist eine Prinzessin von Geblüt; Vorsicht ist nöthig!" Meine goldene Haarnadel möchte ich ihr ins Herz stoßen!" Aus Dir spricht Leidenschaft. E5 giebt ein besseres Mittel, Kwang-sü von seiner unglücklichen Neigung zu heilen, und die schlaue Tschen unschädlich zu machen. . . ohne alles Aufsehen .... wie es sich schickt! . . Komm ins Nebengemach und höre, was ich Dir sage . 5ine sternhelle Nacht! Der blasse Mond steht tief am Himmelsbogen; da regt es sich im Jasmingebüsch. Die schöne Tschen hat es sich auf einem Bambussopha bequem gemacht. Schon vor eine? Stunde ist sie, Kopfschmerzen vorschützend, aus dem Harem verschwunden; ein eilig übergeworfener, dunkler Shawl verbirgt ihr prächtiges Gewand; schnell ist sie über die Zugbrücke gehuscht, einige Taels, in die Hand des WachtPostens gedrückt, haben ihr den Weg freigemacht. Wie langsam vergeht eine Viertelstunde, wenn man dem Geliebten wichtige Botschaft bringt! Bald wird die Stunde der Befreiung nahen, wo er ingtai, die kleine Insel, die seinen Kerker vorstellt, verlassen kann. Will denn der Mond noch immer Nicht untergehen? Sie zwingt sich zu neuer Geduld. Doch wird es ihr so schwer wie noch nie. Da schrickt sie empor; leise knirscht der Kies unter einem vorsichtigen Fußtritt. Ist es Kwang-ßü, der sehnsüchtig Erwartete? Noch wagt sie nicht, ihr Versteck zu verlassen. Da hört sie leise ihren Namen flüstern. Tschen!" klingt es deutlich durch die stille Nacht. Also doch endlich! Vorsichtig tritt sie aus dem Gebüsch, und mit leisem, freudigen Aufschrei wirft sie sich dem Geliebten an die Brust. .Brav, mein Täubchen!" fg der vermeintliche junge Fürst, und legt fest und immer fester seinen Arm um

l die schlanke Gestalt. ,

Verrathen!" murmelt Tschen. Tapfer wehrt sich die kleine Hofdame, denn bei aller Zierlichkeit und Anmuth ist sie nicht ohne Kräfte. Aber

.' es ist vergebens. .

Zwei Eunuchen mit einer Sänfte stehen hinter dem schwarzen Mann; lachend stopfen sie der Schreienden ein seidenes Tuch in den Mund, binden sie an Händen und Füßen und werfen sie in die Sänfte. Fort geht es durch, den Park. Mit äußerster Gewalt zerrt die Prinzessin an den Stricken. Schon fühlt sie die Schlinge am linken Arm sich lockern; jetzt gelingt es ihr, ihn herauszuziehen und die Fessel des rechten Armes zu lösen. Dabei merkt sie auf den Weg; die Träger haben die Zugbrücke bereits passirt. Jetzt geht es eine Treppe hinunter. Nur noch die Füße frei machen! Mit zitternden Händen sucht sie die Schlingen zu lösen. die tief ins Fleisch einschneiden. Da hält die Sänfte. Mit rohem Lachen bemerken die Schergen, daß Tschen sich bereits befreit hat. .Konntest Dir mehr Zeit nehmen, mein Täubchen," höhnte der SchwarWo bin ich?" flüstert die halb Ohnmächtige. Ein elendes Lämpchen erhellt einen kellerähnlichen Raum; auf einem wackeligen Stuhl steht ein Krug mit Masser und eine Schale mit Reis; ein paar halb vermoderte Matten bilden da Lager. Nun gehab' Dich wohl mit den Fledermäusen; morgen Abend komme S wieder." Rasselnd schlägt die Thür hinter dem Kerkermeister zu. Tschen ist allein. Die rothen Striemen an ihren Füßen brennen wie Feuer. Blut läuft aus einer Wunde am Arm, wohl, beim Ringen mit den Schergen entstanden; der Kopf schmerzt ihr zum Zerspringen. Aber bitterer als all' das Weh ist die Seelenqual bei dem Gedanken an den Schmerz des Geliebten, : der setzt vergeblich ihrer harrt. Ob sie ihn jemals wiedersehen wird?... ' Ob sie bier lebendig bearaben ist? Sie stößt einen surchtbaren schrei der Verzweiflung aus: die Wände k,ellen ihn wieder. N och einmal schreit sie in die Stille der Mitternacht hinaus. Da flattert eine Fledermaus Ulf; Kellerwürmer kriechen herbei; ein Skorpion bewegt sich zu ihren Füßen. Entsetzt fährt sie zurück; kein Stock, ieine Waffe ist erreichbar. Sie reißt einen Schuh herunter und schlägt auf das widerwärtige Gethier ein, bis es sich nicht mehr regt; erschrocken hu schen Mäuse und Ratten vorüber. Tiefe Stille. Da hört sie Schritte; kommt ein Befreier? O. wenn es doch Kwang-ßü wäre! Jemand steht an der Thür ihres Kerkers. Sie schaut auf; im obersten Thürfelde gewahrt sie ein kreisrundes Loch, und durch das Loch starrt ein menschliches Auge sie an. Entsetzlich dieses Auge. Wer ist es? Vielleicht das graue Auge der jungen Kaiserin, der sie als Hofdame zugesellt ist! An Tschens Arme leuchtet noch die Narbe, wo die eifersüchtige Frau sie mit der goldenen Scheere verletzte, mit boshaftem Lächeln sich ob ihres Ungeschicks entschuldigend. Jetzt das Auge verschwunden. Nein, da ist es wieder! Aber es ist ein anderes Auge, schwarz und stechend, wie das der Kaiserin-Mutter. ,,Teufelin!" schreit Tschen; zornig, kaum wissend, was sie thut, schlägt sie gegen die Thür. Das Auge verschwindet; Stimmengeflüster, vorsichtige Schritte; eine T:eppens:ufe knarrt; und wieder ist eö still. Tcdtcnstill! Unter dem Palmenbaum hinter dem westlicken Pavillon geht Kwang--gü ahnungslos auf und nieder. Noch immer kommt Tschen nicht; hat sie sich verspätet?... ist es ihr unmöglich geWesen, sich zu entfernen?... Gewiß hält seine Cattin sie wieder zurück. Seine Galtin! . .Er knirscht vor Wuth Vn. o'(,. c i

t' 14 VCll .QUiircU'. WUIUIU lUl lilUUf ihn an dies kalte Weib gefesselt?.... 5

Er haßt sie. Widerwärtig wie eine"

chlange ist ihm ihre Berührung. ?r haßt sie, mit derselben Erbitteruna, wie er seine skrupellose Peinigerin haßt, die allmächtige KaiserinMutter Tsu-Hßi, die ihn hier in dem Jnselschlößchcn wie einen Gefangenen bewachen läßt. Jeden Morgen erscheinen Bewaffnete, um ihn über die herabgelassene Zugbrücke in den Palast der alten Frau zu eskortiren. Dort empfängt ihn seine Gemahlin; er muß sie begrüßen und muß der greisen Kaiserin seine Ehrfurcht erweisen. Am liedstm würde er beiden an den Hals' springen und sie erdrosseln. Ist das ein kaiserliches Dasein? Kann er nicht einen Augenblick sich seines Lebens freuen? Weiß er denn, ob der Wein, . den er trinkt, nicht vergiftet ist? Wie lange ist es denn her, daß . die Gallcrtspeise so seltsam schmeckte, daß ihm übel ward, und der Hund drauf ging, der davon fraß? . . . Wem soll er noch trauen? . . Von feinen drei Dienern ist Li-Fu der nzige, der ihm treu ergeben, der ihm Nachricht bringt von der Außenwelt und von Tschen, von seiner Rose, seinem Stern, seiner Himmelsblume!... Tschen ist schön, ist klug, ist muthig; ihre Brüder wirken für ihn; sie haben weitverzweigte Verbindungen, i aber ob sie ihn befreien können? Tschen will ihm heute Botschaft bringen, ob die Zahl seiner Freunde stark genug ist, um einen Aufstand zu wagen.... Wo bleibt die holde Wunderblume mit den Sammetaugen in dem elfenbeinfarbenen Antlitz? , Arme Tschen! 'Sie schmachtet im tiefsten Verließ, wo kein Sonnenstrahl hindringt, bei dürftigsten Nahrung, eine lebendig Begrabene; von der Welt vergessen. Ein Jahr vergeht. Unruhe und Empörung herrschen im Lande. Fremde. Kriegs schaaren steigen aus dem Meere. Rache fordernd für das Blut der geheiligten Person des Ge-

sandten. Rache den Schuldigen, Befreiung den Unschuldigen! Wann wird Tschens Kerkerthür sich aufthun? Das feindliche Kriegsheer nähert sich der Hauptstadt. Die alte Kaiserin läßt ihren Neffen holen. Wir müssen flüchten; bereite Dich vor." Eine furchtbare Aufregung herrscht im aanzen Palast; die gemeinsame Gefahr hat die Herzen einander genähert, und die junge Fürstin wirft sich ihrem Gemahl an die Brust. Aber kalt weist er sie zurück. Wo ist Prinzessin Tschen?" fragt er schroff. , Verlegenheit malt sich auf allen Gesichtern. Nur die Kaiserin - Mutter bleibt ruhig. Tschen ist bereits in Sicherheit," sagt sie und nickt dem nichts Guies Ahnenden Kwang-sü wohlwollend zu. Du brauchst Dich nicht um sie zu sorgen." Ein eigenthümliches Lächeln spielt um ihre welken Lippen. Arme Tschen! In einem der hinteren Höfe schleppen zwei Männer einen schweren Sack nach dem Brunnen. Lautes Jammern menschliche Klagelaute dringen aus dem groben Sack. Jetzt sind sie am Brunnen. Ei dumpfer Fall verschlingt den letzten Schrei des Opfers; das Wasser spritzt hoch auf. Arme Tschen! Sie bat ausgelitten. Der Regen strömt hernieder. Eine jämmerliche Karawane, nur mit dem Notdürftigsten versehen, zieht aus dem Schloßthor in den grauen Morgen hinaus. 'Es ist die alte Kaiserin mit ihrem Hofstaat. . Sie flieht vor den rothen Teufeln". Dichterwettstreit in China.

Die Chinesen huldigen wenigstens einer feinen, geistbildendcn Unterhaltung dem Wettbewerb im Dichten, dielleicht richtiger im Versemachen. In seinem Buche Der Chinese Zuhause" sagt Tcheng-Ki-Tong darüber: Statt Thiere zu jagen, Lawn-Tennis oder Croquet zu spielen, treffen sich bei uns die gebildeteren Leute, sobald eine gewisse Zahl von ihnen einige Zeit übrig bat. abwechselnd in der Wohnung eines Jeden und veranstalten eine Art poetischen Turniers. Das ist in allen Theilen Chinas Sitte, vor Allem aber in der Provinz Fukien. Sobald die Theilnehmer versammelt sind, macht eine Vase die Runde, aus der. Jeder ein Blatt Papier zieht, worauf das ihm zunächst zufallende Amt verzeichnet steht. Man kann da zum Examinator zum Schreiber oder zum Mitbewerber ernannt werden. Nach Erfüllung dieser Formalität ergreift einer der Examinatoren ein Buch, das er aufs Gerathewohl aufschlägt. Ein anderer Examinator nennt eine Zahl; sagen wir neun. Darauf liest wieder der erste die neunte Zeile der von ihm aufgeschlagenen Seite vor und aus dieser wird ein Wort oder eine Phrase gewählt, die nun das Thema des Wettbewerbes bildet. Hierauf wird eine zweite Vase auf den Tisch gestellt, woran eine Klingel angebracht ist. Von dieser hängt ein Faden herab, an dessen Ende ein Stück angezündeten Weihrauchs befestigt ist. Binnen einer halben Stunde verbrennt dieser soweit, daß der Faden Feuer fängt, und wenn dieser dadurch reißt, fällt ein Gewicht herab, das die Klingel zum Ertönen bringt und gleich die zweite Vase mit einem Deckel verschließt. Von jetzt ab dürfen keine Verse mehr in die Vase oder Urne gesteckt werden. Nun entnimmt der Abschreiber der letzteren ihren Inhalt und kopirt die Manuskripte alle auf einem Bogen Papier, um die Anonymität der Urheber zu sichern, und so gelangen die Verse in die Hand der Examinatoren. Diese prüfen sie, erklären, welche die besten und die zweitbesten sind, und ein Examinator besteigt eine Art Pult und liest oder singt die besten Verse vor. Jeder Mitberwerber kann vor dem Ertönen der Klingel in die Verse so viele Gedichtchen legen, wie er will, muß aber für jedes eine geringfügige Steuer erlegen. Dieses Geld wird zur Anschaffung von Papier, Tinte und von Preisen verwendet. Sofort beginnt ine zweite Concurrenz, bei der die beiden Sieger der ersten als Examinatoren fungiren. So geht es den ganzen Nachmittag weiter, und am Abend beschließt ein gemeinsames Essen den chinesischen Dichterkrieg". Etwas vom Nuß.

Ein Botaniker hat folgende Erkla rung des Kusses verbrochen: Der 5hiß, osculuni schrnatzicum, ein Lippenblüther, zu den Schlingpflanzen gehörig, Blumenkrone vierlippig, feucht, gewölbt, hell bis dunkelroth, inseitig zusammengedrückt. Blüthenhaare in der Regel nur auf einer Seite vorhanden, 10 bis 30 oder zahlreich. Die Blüthe pflegt sich meist in zwei Theile zu spalten, die sich aber in bis jetzt noch nicht aufgeklarter Weise einander nälern können. Es ist gelungen, bis 100 Berührungspunkte zu zählen. Einige Botaniker des vorigen Jahrhunderts behaupten, daß die Berührung im Dunkeln, besonders beiNacht, am leichtesten vor sich gehe. Außerdem zeigen neuere Forschungen, daß das Mondlicht die Häufigkeit der Berührungen steigert. Der Kuß ist über die ganze Erde verbreitet, findet sich jedoch nur in der Nähe von Menschen. Ueber 15.000 Fuß über demMeeresspiegel geht er selten hinauf. Meist tritt er nur vereinzelt auf. Die Meinungen über den Werth des Kusses sind sehr getheilt. Zu den Textilpflanzen wird er jetzt nicht mehr gezählt, da er sich nicht, gut

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lang aul spinnen läßt. Mit ' Zierpflanzen verträgt er sich auch nicht gut. Doch gereicht er Waldpartien, lauschigen Gartenplätzen, Lauben etc. zur großen Zierde. Ein sicheres Mittel, ihn auszurotten, gibt es nicht. Doch scheint er gegen starke Beleuchtung sehr empfindlich zu sein. Im Allgemeinen ist der Kuß sehr anspruchslos und nimmt mit dem geringsten Boden fürlieb. Man hat ihn schon auf schmalen, aber wenig begangenen Stegen, auf Fensterbrettern, zwischen Hausthüren, auf den dürrsten Felsen, in Eisenbahnwagen, durch die er meist verschleppt wurde, gefunden, ja selbst im Schnee und besonders auf Eis pflegt er vereinzelt vorzukommen. Am häufigsten gedeiht er in dunklen Winkeln. , Zerstreut. Ach, Herr Proftssoi. das ist aber recht, daß ich Sie hier finde! Ich komme soeben von Ihrer neuen Wohnung." Professor (nachsinnend): Da haben Sie mich dort wohl nicht getroffen. .Herr Doctor?" Der Erfolg. Pfarrer: Sepp, warum müßt Ihr Euch benq jeden Sonntag raufen habt Ihr denn schon eincnErsolg davon gehabt?" Sepp: Das glaub' ich, Hochwürden. Respekt haben sie Alle schon vor mir. wenn ich anfange zu raufen."

Kindermund. Hausherr (zum Bekannten): Was die Wciber einem Geld kosten! Jetzt kommt schon

wieder eine Rechnung von der Putzma

cherin, das ist jetzt schon die dritte in

diesem Monat." Det kleine Max:

Ja, Papa, abr immer dieselbe!

AusdemGerichtssaale. Nichter: Sie sind zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt und außerdem zum Verlust der bürgerlichen Ehren-

rechte auf die Dauer von drei Jahren! Verbrecher: Das macht nichts -

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