Indiana Tribüne, Volume 24, Number 179, Indianapolis, Marion County, 17 March 1901 — Page 6

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ZZndiana Tribüne, Sonntag, 17. Zlän 1901.

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unkle Jugend.

Zon Getrud Triepel.

O sprecht nicht von der Jugend mir a. i 1 -

Uis einer, Jett der Nosen, Des Friedens und der Fröhlichkeit, Der frischen, sorgelosen! Denk dir nn UberschlankeZ Kind Mit schmalen, blassen Wangen? Am schlichten, ausgeflickten Kleid Nicht Bander oder Spangen. Die tiefen Augen feuchtgeweint ? Und brennend heiß die Lider, D Hand von schwerer Frohne hart Und schlaff die jungen Glieder. Denk dir das Kind tagaus tagein Im Kampf mit Leid und Sorgen, Mit wirren Traumgesichten Nachts Und Seufcrn früh am Morgen. . Denk es dir einsam, freudearm, Mit dunklen Blicken trauern; Nach einem fernen, süßen Glück In dumpfer Sehnsucht schauern. D Hände auf das Herz gepreßt, i Stets ängstlich vorwärts lugend. Nie harmlos, nie voll Ueberschwang Auch das auch das ist Jugend. Ter Marschendlchter. x ' " Sein achtzigstes Lebensjahr vollen Ute dieser Tage in seinem Tusculum zu Rechtenfleth Hermann Allmers, tu ttt der eigenartigsten deutschen Poeten der Gegenwart. Hermann Allmers entstammt einem uralten friesischen Geschlechte. Seit undenklichen Zeiten besaßen feine Vorfahren den Hof Rechtenfleth im Marschenlande Ostersiade an der unteren Weser, südlich von Bremerhaven, und hier erblickte er am 11. Februar 1821 das Licht der Welt. Am liebsten bätte er sich den Naturwissenschaften gewidmet, aber dem Wunsche der Eltern folgend, die das durch Jahr wunderte treu behütete Erbe nicht in fremde Hände wollten übergehen lassen, wurde er Landwirth, und wie schwer ihm auch das Opfer gefallen sein mag, in der Folgezeit hat er es gesegnet, denn ihm dankte er die. Unabhängigkeit von den materiellen Sorgen dieser Welt. Im Besitze einer stattlichen Habe konnte er, seinem Wander- und

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Hermann Allmers. Bildungsdrange folgend, frei die Welt durchstreifen, und wenn er genug hatte vom lärmenden Getriebe der Fremde, dann winkte ihm zu traulicher Zurück-. ezogenheit sein baumumrauschtes' Rechtenfleth, das er herrlich zu schmüden verstand mit den mannigfaltigen Reifcerinnerungen. Doch während er in der Fremde umherschweifte, war in seiner Seele bereitster Plan zu jenem Werke gereift, das ihn mit einem Schlage be'rühmt machen sollte. Die Vorarbeiten lagen allerdings weit zurück. , Angeregt durch das Werk . des Bremer Geographen Kohl über die Marschen und die Inseln Schleswig-Holsteins, hatte Allmers schon im Beginn der fünfziger Jahre in ausgedehnten FußWanderungen die Landstriche zwischen den nordwestlichen Hauptströmen Deutschlands durchstreift und hierüber manches in Tagesblättern veröffentlicht, aber in der Ordnung zu einem wohlgerundetenGanzen erschienen diese Beobachtungen . und Erfahrungen erst 1857 unter dem Titel Marschenbuch. Land- und Volksbilder aus den Mar5cken der Weser und Elbe Das Buch erschloß den deutschen Lesern förmlich eine neue Welt.

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Hermvnn Allmers ist nie ein Viel- ' fchreiberigewesen, und so vergingen abermaleÄnf Jahre, bis er seinen ziten Amxi Wurf that, mit den 1862 ' veröffentlichten Römischen Schlendertögen-. In einer Zeit, da der Büchermarkt mit den Reiseeindrücken er Jtalienfahrer förmlich überschwemmt war. erregte das Werk Aufsehen - gewiß kein geringes Zeichen für den inneren Werth. Auch als Liederdichter hat 'Hermann Allmers Anspruch auf hohe Anerkennung. Unter seinen Gedichten befindet sich manche Perle edler Lyrik, und nicht wenige sind in Musik gesetzt worden; so die von Johannes Vrahms componirte Feldeinsamkeit-. .Ich sannt' einen Stern", von Theodor Hentschel, und .Wandertreue" von Hermann

Svielter componirt. Auch auf der

hat er sich versucht, mit dem

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1872 erschienenen Drama Elektra", das erfolgreich auf verschiedenen Theatern gegeben wurde, und von seinen kleineren Schriften erwähnen wir noch Hauptmann Böse", eine Biographie ienes Bremer Patrioten, der 1813. als der Sturm losbrach, auf eigene Kosten eine Compagnie Jäger zum Kampfe gegen Frankreich ausrüstete. Sehr bedauerlich ist es, daß Allmers nicht zur Vollendung seines EpoS Die Stedinger" gelangte. Hier befindet er sich auf dem Boden seiner Heimath, der ibm die beste Kraft verleiht, ;md schon das Fragment der Dichtung erscheint bedeutend. Hermann Allmers gehört nicht zu den Modepoeten, dere leichter Klingklang auf kurze Weile weithin gehört wird, bis ihn andere Weisen verdrängen, sondern er darf sich rühmen. Bleibendes geschaffen zu haben, das auch für die kommenden Tage seinem Namen eine dankbare Erinnerung sichert. Im Dusel der Freude.

Humoreske vrn I.' Pargner. A. Meier und C. Meier waren zwei Brüder, die seit Jahren miteinander bös" waren. Einmal bei einem Spiel gab's des lieben Geldes wegen eineDifferenz, die sie trennte. Da starb plötzlich eine alte Tante und bei Auszahlung d.es Erbtheils hafen sich die beiden nach Jahren und so, wie sie das Geld auseinander gebracht hatte, brachte sie das Geld wieder zufammen. Sie söhnten sich aus. Nun, liebes Brüderchen, waS thun wir denn, h. conto unserer Aussöhnung?" fragte A. Meier. Ich -hätte einen Vorschlag par exci'llcnce! Was liegt uns an den lumpigen paar Mark, die wir geerbt, fahren wir einmal nach Berlin und machen wir uns zwei oder mehr nette Tage!" entgelte E. Meier. Gemacht!" Und der nächste D-Zug trug sie nach Berlin. Der erste Weg war ein Waarenhaus, wo sie sich ganz gleich ausstaffirten. Feschen Smoking und jeder eine goldene Uhr; genau das gleiche, wie sich's für Brüder ziemt. In der nächsten Stunde staken auch schon Beide im Strudel des Berliner Lebens. Dressel Cafe Bauer Panoptikum Zoologischer Garten Wintergarten etc. wurden inKürze durchge macht. Nachts kam dann noch ein Jeuchen- dazu. Am andern Morgen saßen im Centralhotel" zwei sehr blasse Junglinge beim Kaffee komplett", doch weder Honig noch Butter reizte sie. nur der starke Kaffee und die Cigarette mundete. Hör mal," meinte C. Meier, so Millionär zu sein, muß unerträglich sein! Mich wundert's nicht, wenn einer froh wäre, es los zu haben! Und kann ein Millionär mehr genießen als wir gestern? A. Meier stöhnte: Mehr nicht, aber vernünftiger!" . Na, hätten wir vielleicht zu den Vegetariern essen gehen sollen undAbends in ein Freiconcert auf eine Weiße mit Nordlicht! Danke für solch Hundeleben! Wenn schon, denn schon! Man muß sich doch ein bischen ausleben da! Gut thun können wir wieder in unseren Nestern!" predigte philosophisch C. Meier. Wie spät ist's nur eigentlich?" und dabei will A. Meier auf seine Goldene" sehen. Er fühlt ein Papierchen, zieht's heraus und siehe da ein Hundertmarkschein! Bruder, sieh her! Hundert Mark! Wahrscheinlich gestern beim Jeuen in Gedanken hineingesteckt und nicht mehr daran gedacht!" . Was machen wir denn damit?" Wenn's mir passirt wäre, verputzen in eleganter Weise!" Hast recht!" Die Hotelrechnung wurde geordnet und dann ging's in einer Automobildroschke zunächst bischen rund um Berlin", um Luft zu schöpfen. Nachher in ein Weinrestaurant, wo man über Sekt und Austern alle irdischen Sorgen vergaß, und noch ehe der Abend graute, waren die hundert Mark verschwunden. Nun aber zum Bahnhof!" ermähnte C. Meier. S' wird Zeit, um sechs geht, der Zug." Wieder trug eine Droschke die beiden zum Anhalter Bahnhof. E. Meier, der überhaupt den Reisemarschall spielte, ging zum Schalter, um Karten zu lösen. Doch plötzlich kommt er zu A. Meier: Gib geschwind Geld, ich kann bei mir absolut keins finden, außer ein paar Mark Kleinem!" Du hattest doch noch einen Hundertmarkschein?" Nun ja! Aber! Beim Jeuen hatte ich noch einen und ich habe eine dunkle Ahnung, daß ich ihn in die Westentasche steckte!" Heiliger Sapristi!" lachte A. Meier auf. Mir fpringt ein Knopf! Wir haben heute früh unsere Westen verwechselt, daher mein Fund!" athedervlüthen.

Friedrich der Große wa? ein großer Feldherr und stellte das

Centrum immer in der Mitte aus. Jeder Deutsche hatte das Recht, sich zum Kaiser krönen zu lassen. Attila w ä l z te sich an der Spitze seinerHeerschaaren nach Gallien. Die Fußsoldaten Cäsars hielten sich an den Mähnen der Reiter fest. 5 Als die Franzosen ur.tin vorbeizogen, warfen die Tiroler auf sie Felsstücke und Baumstämme und ihre Weiber und Kinder auch mit.

Drachen für die Wissenschaft. Der Drachen, der schon in grauer Vorzeit bei den Chinesen und später bei den Japanern ein beliebtes Spielzeug war, gewinnt neuerdings eine immer größere Bedeutung als meteologisches Instrument, dessen Wirksamkeit weder durch Schneetreiben noch durch Frost und Sturm beeinträchtigt wird. Liebhaber zeigten der Wissenschaft den Weg zur Herstellung möglichst leichter und geeigneter Drachen. Das Vorbild war lange der japanische Drachen, der zellenförmig construirt ist. Er besteht aus je zwei durch Querleisten verbundenen Schachteln von rechteckiger oder cylindrischer Form: die Wände derselben sind vorn und hinten nach außen gebogen. Die ersten meteorologischen Versuche mit ihm machte W. A. Coddy, andere nahmen unter Zugrundlegung dieser Urform die verschiedensten Verbesserungen vor, deren wichtigste in dem Ersatz der Leitschnur durch eine Klaviersaite besteht. Diese ist doppelt so stark als

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Veobachkungsdrachen. eine Schnur, aber leichter und dünner im Durchmesser. Durch besondere Versuche wurde nun die Möglichkeit dargethan, mit Hilfe des Drachens Photographische Aufnahmen aus der HöhenPerspektive selbst während der Nacht zu machen, sowie durch elektrisch beleuchtete Drachen weithin sichtbare Signale zu geben, was für den Kriegsfall sehr wichtig sein dürfte, und schließlich erwies sich der Drachen auch als meteologischer Beobachter. Zur Photographie eignet sich die Zellenform am meisten, da man die Kamera am Zellengestell bequem anbringen kann, so daß sie nicht herunter zu hängen braucht. Die Steigkrast eines solchen Zellendrachens, der durchschnittlich 25 Fuß im Quadrat mißt, ist ganz erstaunlich. Der Beobachtungsdrachen wird in der verschiedensten Art construirt. Neuerdings legt man hauptsächlich darauf Gewicht, die Seitenwände möglichst groß zu machen, da sie die Steigkraft erhöhen und das Umkippen des Drachens nach der Seite verhindern; sie verwandeln ihn im Nu in einen Fallschirm, sobald er losgelassen und ohne Leitung dem Wind preisgegeben ist. Dem Beobachter in dem darunter hängenden Korb ist es möglich, das Steigen oder Fallen genau festzustellen. Dadurch, daß er an der Halteschnur, die den Drachen vorwärts fuhrt, zieht, bewegt er sich selber vorwärts und bringt den Drachen dadurch in eine horizontale Lage. Jnfolgedessen wird es ihm möglich, dem Wind zu begegnen und so langsam zu sinken. Will der Beobachter ausfiel gen, so zieht er seine Gondel an den

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' ' ' Telegraphiren. Boden des Kastens und bietet dadurch dem Wind die Möglichkeit, den Drachen schneller emporzuheben. Steigt dennoch der Drachen nicht so hoch, -so liegt das meist am Wind. Manchmal ist der Wirbelsturm sogar bei leichter Brise so stark, daß selbst große Drachen vollständig umgedreht werden und dennoch sofort wieder in ihr Gleichgewicht zurückkehren. Solche Stürme sind natürlich von unten, wo nur eine leichte Brise weht, nicht wahrnehmbar, aber um so unangenehme? und gefährlicher, und der Luftschiffer thut gut daran, vorsichtig aufzusteigen und sich c.uf den Luftkarten zu orientiren. Und doch mißlingt trotz mehrtägiger Vorbereitungen, trotz aller Vorsichtsmaßregeln das Aufsteigen häufig. Wohl kennt man die manniafachen Arten von Drachen und hat ihre Ausdeh nung, ihr Gewicht auf den Quadratfuß und die beste Steuermethode bei wechselnden Winden ausprobirt, doch bleibt noch manches zu thun, ehe alle Schwierigkeiten überwunden sind. Um einen 'Ausgleich zwischen den oberen und unteren Luftströmungen herzu-

stellen, erweitert man die Flächen um j

das Doppelte. Der Drachen hat beim Aufstieg die Tendenz, eine horizontale Lage einzunehmen, sobald sich die Schnur oder der Draht von der Rolle, um die er gewickelt ist. loslöst. So lange der Beobachter in der Gondel nach Wunsch durch Aufziehen der Gondel die oberen und unteren Wände des Drachens mit seinem Gewicht belasten kann, ist es ihm möglich, das Auf- oder Absteigen des Drachens zu controlliren. Wenn er also, wie schon oben gesagt, die Gondel nach vorwärts bewegt, immt der Drachen eine horizontale Lage ein und sinkt. Die geneigten Flächen erhöhen nicht allein die Steigkraft, sondern verwandeln den Drachen, im Falle die Leitschnur losreißt fofort in einen vollständigenFallschirm. Das ist durch einen Versuch bei schwerer Belastung des Drachens erprobt worden. Das zweite Bild stellt einen telegraphischen Apparat dar, der mit drei Drachen verbunden ist. Äwei der letzteren sind sechs, einer ist sieben Fuß lang und an einem Draht befestigt, der sich von einer am Boden festgemachten Winde abrollt. Um die Drachen in der Dunkelheit kenntlich zu machen, sind sie mit Signallaternen versehen. Der dünne, elektrische Draht, an dessen Ende eine Senklaterne befestigt ist, entrollt sich an einer Spule, die hoch oben von dem Kabel des Drachens gehalten wird. Die Drachen bezw. die Drähte werden so weit aufgerollt, bis die, Senklaterne den Leitungsdraht auf irgend einen Telegraphendraht, auf ein Haus oder auf Bäume trägt, fo daß an jedem Ende des Drahte's ein Telephon angebracht werden kann. Auf diese Weise werden verständliche Unterhaltungen auf weite Strecken vermittelt, ohne daß zum Telephoniren eine Batterie nothwendig ist; die schwachen Ströme an den Magneten an jedem End - TelePhon werden durch den E-influß der Erde und der atmosphärischen Ströme so verstärkt, daß jeder Laut hörbar wird. Der Apparat kann unter Um-

Luftkamera. ständen im Kriege z. B. bei einer Belagerunq, von großer Bedeutung sein, wenn es sich darum handelt, eine telephonische Verbindung mit den Belagerten herzustellen. Aehnlich wie beim Telephoniren ist die Construction beim Telegraphiren. Das dritte Bild führt eine Construction vor, die es ermoglicht, vermittelst einer Luftkamera vom Drachen aus zu Photographiren. Ein dreischenkliches Drachengestell, das die Kamera trägt, ist an dem Hauftdraht des Drachens so befestigt, daß eine verhältnißmäßig horizontale Aussicht gewonnen wird. Mnn die Kamera nicht höher aufsteigen soll, zieht man an einem besonderen Draht, der zum Drachen hinaufführt, die Klappe der Kamera schließt sich, und im selben Augenblick fällt ein Metallball, der an einer sechs Fuß langen Schnur hängt, herab. Die Schnur, an der das Gestell mit der Kamera hängt, wird entsprechend verstärkt, um ein Zerreißen derselben unmöglich zu machen, was sonst bei dem raschen Auf- und Abgleiten der Kamera wahrscheinlich wäre. Zur Sicherheit ist diese nicht allein durch die Leine, die zu der Winde führt, sondern auch mit der zum Drachen führenden befestigt. Allerdings sind auch bei dieser Anwendung der Drachen zum Photographiren in der Luft die Gefahren für den Apparat mannigfach, und das Gelingen des Bildes ist nicht immer von vornherein gesichert. . .

Zur Erinnerung an Tato. Einzig in seiner Art dürfte das Denkmal sein, welches auf der Besitzung eines Deutschen in Shanghai zur Erinnerung an die Beschießung der Forts von Taku aufgestellt worden ist.

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Das Denkmal. Das Denkmal besteht aus den Schlots des deutschen Kriegsschiffes Jltir, das an der Beschießung in hervorragender Weise betheiligt war.

Weiterschießen. Ueber das Problem des Wetterschießens ist in neuester Zeit viel gestritten worden, seit in Steiermark, Ober-Jta-lien, Ungarn und Frankreich damit ganz überraschende Erfolge erzielt worden sind. Namentlich in dem alljährlich vom Hagel schwer heimgesuchten OberItalien waren die Folgen seit der Einführung der Wetterkanone im Jahre 1898 derart, daß gegenwärtig bereits gegen 20.000 Schießstationen angelegt wurden. Auf dem Landwirthschftlichen Congreß zu Padua im November v. I. erklärte sich die weitaus größte Zahl der Theilnehmer für Einführung des Wetterschießens an Stelle der Hagelversicherung. und hierbei gab besonders ein verblüffendes Vorkommniß aus der Umgebung von Vicenza den Ausschlag. Dort war im letzten Sommer ein furchtbares Hagelwetter niedergegangen, wodurch das Land stundenweit verheert wurde. Inmitten der greulichen Verwüstung war aber eine Gemeinde, in deren Gebiet auch nicht ein Hagelkorn gefallen war, weil diese eine Anzahl Wetterschießstationen in Thätigkeit hatte.

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Kanitz's Wetterkanone. Die bisher gebräuchlichen Wettergeschütze sind meist sehr primitiver Natur, gewöhnlich kleine Mörser, denen zur besseren Wirkung ein Schalltrichter angesetzt wird. An mancken Orten ist der Trichter auch senkrecht eingemauert, und der Mörser wird zum Abfeuern untergeschoben. Diese Methode ist aber nicht nur sehr umständlich, sondern auch sehr gefährlich; in jedem Jahr ereignet sich hierbei eine Menge von Unglücksfällen. Mit dem Versuch, den bestehenden Nachtheilen abzuhelfen und die Gefahren zu beseitigen, hat in Ungar, Redacteur Kanitz in Zürich, eine Kanone construirt, deren Handhabung ebenso einfach wie praktisch und sicher ist. Sie besteht aus einem Mörser mit Hinterladerverschluß und aus einem 9 Meter langen Schalltrichter, der mit dem Mörser fest verbunden ist. Das Ganze ruht in einer Laffette und kann beliebig hoch oder tief gestellt 'werden. Ebenso ist die Laffette nach jeder Seite hin drehbar und der ganze Apparat leicht zu transportiren. Die Bedienung ist sehr einfach, und ein Mann vermag in der Minute zwölf Schüsse abzugeben. , Bei guter Laune.

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Meteorologe (nach Tisch): Famos gespeist!. .' . Famoses Cigarrchen das! . . .Na. werden wir halt einmal schönes Wetter prophezeihen!- . . m m m . JmmerBörsianer.

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Modernes Distichon. ?.m Herametcr sinat das ftrrackn nn

Liedchen von Schubert, ! Im Pentameter drauf saust in die

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Commerzienrath (am Wildwechsel auf dem Anstand, da sich nichts zeigt): was stehen heute schlecht de Reh-

böctt' ' , . Ein guter . VJt t n q. Schreiber: Meine Füße sind wie ein Stück Eis, so kalt ist's hier!- Chef: Na. mit den Füßen schreiben Sie doch nicht!" DerBerufsmenfch. Kell-

ner (zum Geographieprofessor, der im,

Caf6 vergeblich seinen Rock und Hut

sucht): Herr Professor, können Sie sich) , . . . !

venn gar mqi erinnern, wo ie oie Sachen aufgehängt haben?" Professor: Hm, es dürfte in südwestlicher Richtung gewesen sein!"

Vereinfachung.

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Arzt: . . . So. da haben Sie das Recept! Das Kind soll täglich dreimal einen Eßlöffel voll von der Medicin nehmen!" Bauer: Jawohl, Herr Doktor! Aber i' bitt', schreiben S' gleich a' paar Maß davon auf! Dahoam im Dorf san no' a' Dutzend kranke Bub'n den hab' i' nur als Muster mit'-bracht!-Dilemma.

Jetzt weiß ich nicht, ist mein KostHerr ausgeblieben, weil die Suppe ?egelmäßig versalzen war. oder weil er gemerkt hat, daß ich in ihn verliebt bin?!" SchwereAufgabe.

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! MöSsterfsei' Linerl, Die hat) was im Sinn? Frag' m:r ihre Guckerln: : Recht deutli' steht's drin. ' . ' A' diem oft is s' lusti', " Spaßettett und lacht Und dann is s' a diem, daß f An' Kopf wieder macht. Vor'm Spiegel oft g'schaftelt s' Langmächti' um'nand' Probirt dir glei' sechsmal A' Schürzerl, a' G'wand.

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Heiratsvermittler (zu einem jungen Mann): Gut, ich engagire Sie als Agent für mein Büreau!. . . Als Probeleistung bringen Sie mir die da unter die Haube!" Ironie des Schicksals.

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Sonntagsreiter (wüthend): So eine Bosheit; gerade vor dem Hause meines Schneiders muß der Gaul stehen bleiben. 1 . und da kommt der Kerl auch schon mit der Rechnung!"

Aha!

Warum wollen Sie sich von Tisch und Bett scheiden lassen?" Der Tisch paßt mir nicht mehr.-

Gedankensplitter. Schein ist ost. was sich als Tugend In der Welt bewegt. Mancher ist nur deßhalb nüchtern. Weil er viel verträgt. Aus dem Leben. . Es greift an's Herz - Uns mit Gewalt, Wenn's heißt: zu spät! Wenn's heißt: zu alt. Auch ein Scheidungsa r u n d. Rechtsanwalt: Sie wollen sich von Ihrem Manne scheiden lassen, weil er Gerber ist? Aber das ist doch ein sehr ehrenwerther Beruf?" Dame: Ja, aber er gerbt mich immer durch!" Auskunft. A.: Wissen Sie vielleicht, ob derSchuster in Ihrem Hause gut arbeitet?" B.: Ob er einen guten Stiesel machen kann, weiß ich nicht. Ich weiß nur. daß er einen auten Stiesel vertragen kann," ...

Dann wieder wirft s' Alles Jn's Eck und geht fort Jn's Kircherl; gar andächti' Beten thuat s dort. Sie is halt net z'frieden, Net g'scheidt und net froh. Solang als der Altg'sell' A Jungg'sell' is no'. Vorhalt.

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Herr (der von einer feschen Radlerin umgerissen wird): Mein Fräulein, so hinreißend sollten Sie doch nicht sein!" Was noch fehlt.

Nun, Sepp, wie gefällt Dir meine Bauernstube die wird wohl echt sein?!" Dös scho'. dös scho' aber 's fehlt was!" Oho. . . was denn?" D' Fliegen. Herr Professor!" SeineLiebe.

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Die Braut: Ich weiß es längst, du liebst mich nur wegen meiner drei Millionen!" Der Bräutigam: O neinElla, ich würde dich auch lieben, wenn du nur eine Million hättest!"

Unüberlegt.

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Lehrer: Girgl, reiß' doch das Maul nicht so auf!. . . Man meint ja, man wär' in einer Nilpferd - Schule!"

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Präsident: Sie scheinen wirklich die gefährlichste Hochstaplerin der C:genwart zu sein." Angeklagte: O Sie Cf-.::

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