Indiana Tribüne, Volume 24, Number 178, Indianapolis, Marion County, 16 March 1901 — Page 1
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Jahrgang 24.
Jildiailapolis. Ind.. Smuftag. den,1ö. Mär; 1901.
No. 178
Gras von Bttlow nfl im ZiiMliizz riiic raidj (igr. ÄrDt Ukbu die Beziehiiuzen zu China. - Die Depeschen Lord Kitche-ners
Sassen noch nicht aus einen nahen Zrieden schlichen. Tc Wct in Scnekal angckomuicu. ' Das Tcroulcdc-Bufstt Tucll hat nicht stattgcfuudcn. - Unverletzt an Person und an Ehre" kchrcu die Herren nach Hause zurück. ; Graf Bülow's Rede im Reichstag. B e r l i n, 16. März. Reichskanzhx Graf Bülow gab in einer Rede im Reichstage zu. daß Meinungsverschiedenheiten zwischen den Mächten entstanden sein, sprach aber die Hoffnung .uus, daß dieselben beigelegt würden. Die Debatte für das SupplementärBudget für dzs chinesische Unternehmen gab Veranlassung zu diese': Erklärung
ces Reichskanzlers. Man yatte cujeibe erwartet und sowohl die Bänke der Abgeordneten wie die Gallerien waren vollständig besetzt. Der Kanzler konstatirte zunächst, daß die Verhandlungen üb:r die chinesische Frage langsam: aber siei:ge Fortschritte machten. Obgleich tl nicht leicht gewesen wäre, bei den divergirenden' Interessen der Mächte eine Einigung zu erzielen, so sei es doch ze- . tagen, ein allgemein befriedigendes Fricdensprozramm zu entwerfen. Bis sei die Harmonie unter den Mächten gewahrt worden und es sei begründete Hoffnung vorhanden, daß das Lolidaritätsgefühl der Nationen rnch Hbe? die kürzlich entstandenen Met nungsveischiedenheiten siegen würde. Der Kanzler gab dann eine kurze Uebersicht über die Berathschlazunzen er Mächte, denen die FriedensverHandlungen mit China folgten. Bezüglich der Hinrichtung derjenigen Mandarinen, welche mit den Gräuelthaten der Boxer in Verbindung gestanden haben, erklärte der Kanzler, daß die Mächte nicht aus Blutdurst auf diesen Hinrichtungen bestanden hätten, sondern um an den Schuldigen ein Exempel zu statuiren. Dieselben straflos ausgehen zu lassen, würde einer Konzessionirung weiterer Gräuelthaten gleich gekommen sein. Er deutete an, daß der Besuch des Prinzen Tschun in Berlin dem Kaiser genehm sein würde, ' daß aber dieser Besuch nicht eher erfolgen könm. bis China den Forderungen der Mächte nachgegeben und Garantien für deren Erfüllung gegeben habe. - Die Frage der Entschädigungen, -führte der Kanzler weiter aus. hätte solche Schwierigkeiten geboten, daß es . bisher unmöglich gewesen sei. darüber cin-Programm zu entwerfen, welches sllen Mächten genehm sei. Aber Cbina hätte seine Verpflichtungen für SchaOenersah bedingungslos zugegeben und nrürde diesen Verpflichtungen nachkommen. Sachverständige wären bei der Erörterung der Entschädigungsfrage '.-. hinzugezogen worden. Dieselben hätten eine Kontrolle des ganzen chinesischen Verwaltungsapparates für inopportun gehalten und die Einfuhrzölle, vclche jetzt erhöht werden könnten, als 'das beste Pfandobjekt, um die Verbind"lichkeiten zu decken, erklärt. Der Kanzler spielte auch auf das -2nglisch-deutsche Abkommen hin, dessen ' "Zweck es sei. die Integrität des chinesisehen Reiches so lange als möglich aufrecht zu erhalen und den dortigen deutschen Handel zu beschützen. Das Abkommen hätt; keinen Bezug auf die Mandschurei und enthielte keine geheime Klausel. Deutschland." führte der Kanzler weiter au-, erkenne an, daß das h&ch begabte Volk der Japaner durch feine r .Intelligenz sich eine Großmachtstellung im fernen Osten errungen hat und daß 'Deutschland in loyalster Weise von -Oesterreich und Italien unterstützt sei, schon aus dem Grunde, weil der Drei"bund in keiner Weise erschüttert sei. Gerade so freundschaftlich wie Deutschlands Verhältnisse zu Rußland und Großbritannien sei auch seine Stellung ,Zu den Vereinigten Staaten, Frankreich und Japan. Die Vereinigten -Staaten nähmen an den Verhandlungen den lebhaftesten Antheil und legen . besonders ein großes Interesse für di? - Integrität des chinesischen Reiches an den Tag. Zwischen Deutschland und ' Frankreich fei ebensowenig in Cina ivie in irgend einem anderen Theile der Welt irgendwelche "nennenswertbe Ov-
pontton bemerkvar. Deutschlands Aufgäbe sei es, zwischen den Forderu-gen und Ansprüchen der einzelnen M hte seine Neutralität. Unabhängigkeit und den Frieden zu bewahren, sowie 'ine großen dauernden Interessen nach besten Kräften zu schützen. Alles, wc- es wünsche, wäre die Wiederherstell mg friedlicher Zustände in China, md zwar so bald wie möglich, sowie die Sicherstellung seiner dortigen Besikun gen und Handelsintercssc. Die deutsche Regierung wünsche durch eine gerechte und loyale Haltung die V!einungsverschiedenheiten unter denMächten zu überbrücken, um mit deren Unterstützung die gemeinsamen Ziele zu erreichen, und Entschädigungen für rne Kosten des Feldzuges, welcher durch die Verletzung des Völkerrechtes seitens der Chinesen nothwendig geworden sei, fa wie Freiheit für den deutschen Handel in China zu erlangen." Auf die Frage, wie lange die deutfchen Truppen noch in der Provinz Chi Li verbleiben würden, antwortete Graf Bülow, daß das davon abhängen würde, in welcher Weise China die Polizeilichen Maßregeln, welche es-übernom-men. ausführen würde. Versprechungen oder die freundschaftlichsten Noten von Li Hung Chang würden indessen dabei nicht berücksichtigt werden. Sobald Deutschland genügende Sicherheit für Zahlung der Kriegsentschädigung erhalten habe, würde es seine Truppen zurückziehen. Es mache den Deutschen durchaus kein Vergnügen, lange in der Provinz Chi Li zu verbleiben. Sie würden sie mit dem Wunsche verlassen, daß sie sie so bald nicht wiedersehen würden und nicht einen. Tag länger bleiben, als nothwendig sei. Bis dahin aber werde Graf Waldersee. wie bisher, seinen Posten innehalten. Auf einen Einwand des Her.rn Richter. daß Deutschland nicht in Englands Fahrwasser bleiben solle, sowie auf die Reden von Lebel und verschiedener Anderer, fuhr der Reichskanzler fort: Ich betone Herrn Bebel g?genüber nochmals, daß wir in China lediglich
deutsche Interessen verfolgen und d:e Briten für ihre eigenen sorgen lassen. Herr Richter fragt, welches die Vestimmünzen des Übereinkommens bezüglich der Mandschurei seien. Das weiß ich nicht und auch gewiue andere Regierungen wissen es nicht, welche an dem Uebereinkommen zwischen Rußland uaö China über die Mandschurei nicht meyr interessirt sind als wir. Es wäre außcrdem nicht im Einklang .mit der diplomatischen Usance. noch mit den Interessen Deutschlands gewesen, wenn wir eine zu große Wißbegierde in dieser Frage an den Tag gelegt bätten. Sobald ich etwas über den Inhalt dieses Übereinkommens erfahren, werde ich es Herrn Richter mit dem größten Vergnügen mittheilen. Der Gesandte Mumm von SÄwartzenstein hat niemals befürwortet, daß. wir eine Ann?xionZ - Politik in China verfolgen scllten. Herr Richter sagt, das deutsche Volk hege Mißtrauen geqendie WeltPolitik. Wenn 5)e?r Richter unter Welt - Politik di: Einmischung in Saeben versteht, die uns nichts angeln, so lin ich auch ein entsckiedcnc? Gegner der Welt - Politik. Ab:? daß wir unsere Interessen in Ostafien s'örcern müssen, ist. eine Thatsache, die historisch geworden ist. In diesem Sinne fgte ich vor drei Monaten, daß wir unseren Vlan an der Sonne habcn müßten. Und heute
sag: 'ch Ihnen. dc?ß wir diesen P.stz an der Sonne festbalten und uns nickt in den Sckatten drängen lassen werden." Ein Antrag von Dr. Bachen (Centrum). die Vorlag: im Kommittec zu berathen, wurde abgelehnt. D a s C a st c l l a n e - d e R o d a y s- . Duel l. Paris. 1). März. Die Sekundanten des Grafen Bcni dc Castellanc und des Herrn de Rodays beschlossen am Freitag, daß das Duell am Samstag Morgen stattfinden solle. Es werden zwei Schüsse auf 23 Schritt Entfernung gewechselt werden. Boeren - Freunde im Haag. H a a g , II. März. Henri Rochefort und andere Pariser Boeren-Freunde befinden sich hier und berathen sich mit den Freunden der südafrikanischen Republiken. Sie werden Herrn Krüger in Utrecöt besucken. Der Minister Vogolepow gestorben. S t. P e t e r s b u r g , 10. März. Der Unterrichtsminister. Herr Bogolepow, der am 27. Februar von Peter Karpovich, einem ehemaligen Studenten der Moskauer Universität, bei einer Audienz in den Hals geschossen wurde, ist am Freitag seiner Wunde erlegen. Die Lage in China. T i e n T s i e n ,16. März. Der Streit zwischen den Briten und Russen über die Grenze der britischen Eisen-bahn-Konzession innerhalb des Gebiete. das die Russen vor Kurzem anncktirt haben, ist cin akuter geworden. Britische und russische Truppen.stehen
-sich in drobender Weise a:a:nüber und
ein Konflikt ist kaum noch vermeidttcy, wenn die Runen sich nicht zurückziehen. Die britischen Truppen sind bedeutend verstärkt worden. L o n d o n , IS. März. Ein? ReuterDepesche aus Tien Tsin, Freitag. 3 Uhr 20 Minuten Nachmittags datirt. lautet: Die Russen verschanzen sich jetzt in dem strittigen Terrain. Eine Kompagnie vom Hongkong-Regiment steht ihnen mit aufgepflanztem Bajonet gegenüber, während zwei Kompagnien von den Madras-Pioniercn, unter Kommando des Majors Johnson in Reserve gehalten werden. .Die Russen wie die Briten warten Instruktionen von ihren Regierungen." Die BevolkerunF von Indien. Calcutta. 16. März. Den jetzt vollständigen Zensus-Berichten gemäß hat Indien 294.000.00 Einwohner. Es ist dies eine Zunahme von 7.000.000 in den letzten zehn Jahren. Wenn man aber die Bevölkerung von Bcluchistan, Shaustaks, Chin Hills und vom Likkim Gebiet, die diesmal zum ersten Mal gezählt wurde, abrechnet, belaurr sich die Zunahme nur auf 1.4 Prozent, und diese ist wahrscheinlich auch keine wirkliche und nur ein Resultat der verbesserten Zensusaufnahme. In Folge oer zweimaligen Hungersnoth, die eine ungeheure Sterblichkeit und eine starke Äbnahme der Geburten zur Folg: hatte. hat die Bevölkerung in den eingebocenen Staaten sehr stark abgenommen. Das Deroulede -BüffetDuell verhindert. Lausanne. Schweiz. 10. März. Das Duell, das am Freitag Morgen zwischen den Herren Paul Deroulede und Andr6 Büffet stattfinden sollte, ist definitiv aufgegeben worden, da die beiden Hauptpersonen mit ihren Sekundanten aus der Schweiz ausgewiesen worden sind.' Die Sekundanten kamen zu der Ueberzeugung, daß es unmöglich sein würde, stch der Einmischung der Polizei zu erwehren, und sie unterzeichneten dann gemeinschaftlich ein Schriftstück, in dem erklärt wurde, daß, ,'oa. der Streit lediglich ein politischer gewesen, die persönliche Ehre der H:rren Deroulede und Büffet in keiner Weise gelitten habe. Die Herren Deroulede und Büffet sowie ihre Sekundanten wurden ain Donnerstag Abend auf Schritt und Tritt von Geheimpolizisten beobachtet und nicht für einen Moment aus den Augen gelassen. Als die Sekundanten sahen, daß es unmöglich sei. die Polizei abzuschütteln oder ihr aus dem Wege zu gehen, hielten sie um Mitternacht eine Zusammenkunft ab. in der beschlossen wurde, das Duell gänzlich abzusagen, da in dem Dekret der Schweizer Regierung den Duellanten und ihren Sekundanten anbefohlen wurde, vor acht Uhr Morgens die Schweiz zu verlassen. . - Herr Deroulede reiste schon früh am
Morgen mit seinem Sekundanten nach Mailand ab. während sich Herr Büffet mit seinen Freunden nach Bafel begab. Leide Parteien wurden von Geheimpolizisten bis an die Grenze begleitet. Aus Südafrika. London, 16. März. Eine am Morgen von Lord Kitchencr eingetroffene Depesche enthält kein Wort über oie Friedensunterhandlungen, und dies
giebt zu' der Vermuthung VeranlasIsung, daß noch nichts definitives er- ! reicht worden ist,- was die Behauptung ! bestärken könnte,' daß dev Krieg so gut'
! wie vorüber ist. Auch deuten die Be-
wegungen des Generals French '.nicht auf eine Einstellung der Feindseligkeiten hin; es müßte denn sein., daß die. von ihm gemeldete .Beute vor dem Abschluß des Waffenstillstandes gemacht wurde. Die Depesche Lord Kitchener's, die vom Donnerstag Abend datirt ist, lautet wie folgt: .,, De Wet ist auf seinem Marsch nach Norden in Senekal angekommen.' French berichtet, daß er abermals 46 Boeren getödtet oder verwundet und.' 146 gefangen genommen, sowie 200 Gewehre. 3700 Patronen. . 2400 Pferde. 2500 Rinder und 400 Wagen und Karren. ebenso viele Maulthiere und Zugochsen erbeutet habe. Methuen ist von Klerksdorp in Warrenton angekommen und hat Gefangcne und erbeutete Rinder mitgebracbt. Eine andere Depesche aus Pretoria sagt, daß General De Wet nur wenige Truppen bei sich habe, er sich aber-ei-nem Distrikt nähere, wo er wahrscheinlich von allen Seiten her Verstärkungen bekommen könne. In der That, es wird ihm die Absicht zugeschrieben, die vereinzelten Voeren-Äbtheilungen zusammenzicben zu' wollen, die sich bekanntermaßen im Dornüerg und im Korannaberz-Distrttt aufhalten.
H MiPsIgge öfsraiiüfs. Eine durchaus befriedigende. . m Große Aktwllät in Der Elfenund Slaljl'Zndnstne. m De? Brand von CloverPort, Ky.
71 Zäuler niedergebrmnlt und 8400,000 SchnDeiu
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Lcrdcrbliche FcucrSbrunst m Boston. '.-';;.' Drei Sorrrlturlcscr ' drS dorügen
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Teilt) Advertiser" im Rauch
erstickt.
Canic Nation in KausaS City vcr-haftet.
Der Stand der Geschäfte New York, 16. März. R. G. Dun & Co.'s dieswöchentttche Uebersicht über, den Stand der Geschäfte in den Ver. Staaten lautet wie folgt: Bessere Nachrichten über den Stand der Weizen'Ernte; eine Roheisen-Pro-duktion von fast unerreichter Höhe; hohe Preise für alle Eisen- und StahProdukte, die abgeliefert werden können; eine bedeutende Getreide-Ausfuhr zu guten Preisen; große Aktivität in den weniger wichtigen Industrien und ein verhältnißmäßig williger Geldmarkt. charakterisiren in dieser Woche die Lage im Allgemeinen. Auch ist weniger Gefahr von Arbeiter-Streitigkei-ten vorhanden. In de? Te;til?Jndustrieherrscht aber immer noch die größte Stille.. 'Baumwolle stieg eine Kleinigkeit. ging aber bald wieder zurück, und was Bqumwollenwaaren betrifft, so sind Standard-braune Sheetings in einem Monat von 5e auf 5c zurückgegangen, breite Sheetings von 22c aus 21c, braune Drills von 5ijc auf öjc und Stapel Ginghams von 3Zc auf 5"ic ' - Die. Wollfabriken sind mit ihrerc Bestellungen stark im Rückstand, und aus dem Umstand, daß große Bestellun--gen für. Juli-Ablieferung eingetroffen sind, 'geht.. hervor, daß die Aktivität keine "temporäre ist. Bei dem. großen Unterschied der Preise für baldige und späte Ablieferung ist aber, zu befürchten. daß die jetzigen hohen Preist nicht lange behauptet werden können. Wenn auch die verschiedenen Kombinationen und Associationen die nominellen ListPreise meist unverändert lassen, werden doch bei den thatsächlichen Verkäufen alle möglichen Preise berechnet und die Höhe derselben hängt von der Zeit ab, in der. die Ablieferung verlangt wird. Struktur-Eisen ist namentlich in sehr starker Nachfrage, wie auch die Nachfrage' nach Stahlfchrenen wieder zugenommen hat. Die. Produktion von Roheisen ist wieder auf 292,899 Tonnen wöchentlich gestiegen, was nur 5000 Tonnen weniger ist. wie im Februar 1900, soweit die größte Produktion in der Geschichte der Industrie. Es ist überraschend, daß bei einer Produktion von 15,000,000 Tonnen jährlich, die Vorräthe.im. Februar um 21,326 Tonnen abgenommen haben. - Die "Schuh- und Stiefelfabriken im Osten haben vollauf zu thun und einige von ihnen haben Bestellungen an Hand, die bis zum September reichen, aber alle haben wenigstens für mehrere Monate Bestellungen an'Hand. Leder ist aktis und fest, namentlich Hemlock-Sohle. Baumwollwaaren haben nach wie vor einen schwachen Markt und auch Wollenwäaren .werden immer noch vernachlässig - Wolle ist abermals im Preis zurückgegangen. Die Zahl der. Bankerotte belief sich während der Woche in den Ver. Staaten auf 209. gegen 190 im letzten Jahr.', und in Canada auf 33. gegen 23 im?letzten Jahr. DasFeuer in Cloverport. C l o v e r p o r t. Ky.. 16. März. Der Verlust ' bei dem gestrigen Feuer wird jetzt auf ungefähr Z400.000 abgeschätz und die Versicherung auf123.(XX 'Im Ganzen wurden 71 Gebäude zerstört. Ein zweiter Eisenbahnzug mit Lebensmitteln. Kleidern. Bettzeug etc. kam am Mittag, und ein dritte: am Abend hier an. " Für die Nothleidenden wird jetzt ziemlich ausgiebig gesorgt. Feuer. B o st o n, Mass., 16. März. Eine Feuersbrunst, die am Freitag Abend in dem siebenstöckigen Granit - Front ebäude des Daily Advertiser and Rccord" an Newspaper Row ausbrach, zerstörte Eigenthum im Werthe von vielen tauseno Dollars und es kamen dabei' drei Personen ums Leben, während ungefähr ein Dutzend anderer mehr oder 'weniger schwer .verletzt wurden. Die Umg:Zommenen ,' sind James Richardson. Sr.. von Boston; Judson Sraft von Cambridge und Malier
comve, von "aaiem, lauter NorrTtcucLeser. Wie daZ Feuer zum Ausbruch foai, ist nicht bekannt, es würd, aber zuerst im Preßraum bemerkt und schoß dann so schnell den Elevator Schacht hinauf, daß die in den oberen Stockwerken befindlichen Leute nicht wußten, daß da& Gebäude brannte, bis sich die Zimmer: mit Rauch anfüllten. In den Redaktionszimmern im Stock befanden sich nur fünf Männer, und diesen gelang es zu entkommen. Im 7. Stock befanden sich aber 18 Setzer rmd Korrektur - Leser, deren Lage im Augenblick eine kritische war. Sie tV ten an die Fenster und den meisten gelang es, auf das Dach eines benachbarterr Gebäudes ju springen, von wo auZ sie in Sicyerheid gelangten. Die drei Anderni waren erstickt. Die Leichen wurden später aufgefunden. Bier FeuerWehrleute wurden bei dem Brande schwer versetzt. Washington, D. C., 16. März Um vier Uhr am Freitag Nachmittag brach im Merchants Hotel, 485 Pennsylvania Ave.. Feuer aus, das sich mit großer Schnelligkeit verbreitete und eine Panik unter dr Gästen verursachte, von denen mehrere aus den Fenstern sprangen. Eine Person. L. F. Henry, kam ums Leben, und vier andere wurUn schwer verletzt. Unter den letzteren befindet sich Stephen Collins, der Eigethümer des Hotels.
Schreckliches Verbrechen.
Ein Terpeutm-Löger bei Mobile, Ala. m Bnuid gesteckt Und sechzZz Weifte und Neger lebendig verbrannt.
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Cyi5555. Jlls.. 15. März. Eine Spezi'aldepcsche des Chronicle" aus Mobile, Aka.. sagt: Eine große Anzahl hiesiger Bürger durchsucht Baldwii County nach drei Negern, die aus Rache heute Morgen ein jenseits der Bri gelegenes Terpen-tin-Lagcr angezündet haben sollen, wo bei sechzig weiße Männer und Neger um's Leben kamen. ' " " " Frank 6; Prißler kam 'am Abend, nur in feinen Unterkleidern und furchtbare Echmerzen in Folge von Brandwunden leidend, hierher gerudert. Er war der Einzige, der aus dem brennenden Lager entkam. Er sagte: ,. Ich lag im Schlaf, als am frühen Morgen ein erstickendes Gefühl und eine furchtbare Hitze mich weckten. Die Holz-Barracke. in der die sechzig Weißen und Neger schliefen., stand in Brand, wie auch ein in der Nähe befindlicher Schuppen, in dem sich 200 Fässer mit Terpentin befanden. Auch die Bäume um uns herum standen in Flammen. Ich rief den Leuten zu, als ich hinauslief, aber Keiner antwortete und ich bin gewiß, daß sie alle umgekommen sind. Ich eilte barfüßig durch das brennende Gestrüpp dem Sumpf zu, wo ich ein Boot fand, und mit diesem ruderte ich hierher. Das Lager war wahrscheinlich von drei Negern angezündet worden, die gestern entlassen wurden. Sie' drohten mit Rache. Carrie Nation verhaftet. Kansas City. 16. März. Frau Carrie Nation, die. sich ein paar Tage hier aufhielt, wurde am Freitag in der Union Ave. wegen Versperrung des Seitenwegs verhaftet. Sie wurde später wieder freigelassen, nachdem sie versprochen, den nächsten Zug nach Topeka zu nehmen. Frau Nation hatte auf der Straße eine Rede gehalten und es hatte sich da-, bei eine solche Menschenmenge angesammelt. daß der Verkehr ganz unterbrochen wurde. Als die Megäre sich wergerte. sich zu entfernen, wurde sie von einem Polizisten nach, der nächsten Polizeistation gebracht. Mord im ersten G.radci. . T i s f i n. O., 161 März. Edward Trot, der am 11. August 1900 in Greenspring ernrn Mann Namens Henry Koch erschossen hatte, ist von den Geschworenen nach fünfstündiger Berathung des Mordes im ersten Grade schuldig befunden worden. Die Jury empfahl Trout aber der Gnade des Richters. Trout behauptete, daß Koch mit stirer Frau zu intim gewesen sei. B u r. k i ng t o n, Kan. 16. März. Jim Harris, der angeklagt war. im April letzten Jahres I. H. Allen, einen reichen Kaufmann van Ottumwa ermordet zu haben, wurde am Freitag des Mordes im ersten Grade schuldig befunden. Dies bedeutet lebenslängliche Zuchthausstrafe, da in Kansas niemand hinzerichtct wird, auch wenn die Todesstrafe verhängt wird. Die Jury :oar nur neun Minuten in Beratbuna. Die
Verty)lger Harns' hatten die Wahnsinns - Theorie geltend gemacht. Frair Allen, die angeklagt war. Harris zu v?m Mord verleitet zu haben, war zuerst Prozessirk worden, mußte aber freigesprochen werden, va Harris sie.' weigerte, gegen sie auszusagen. Richmond. Ind.. 16. März. Robert Futrell ist am Freitag wegen der Ermordung von Frl. Anna Jones zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe verurtheilt worden: ' Präsidemb McKrnley in C'a n t o n. C a n t o n'. O:.. 16. März. Der Präsident McKinley und Gemahlin .kamen am Freitag Vormittag um elf Uhr mit ihrer Begleitung hier an und wurden am Bahnhof von einer Anzahl alterrFreunde empfangen. Der Präsi dent und Frau McKinley, der Sekretär Cortelyou und Dr. Rixey begaben sich direkt nach der Wohnung des H?rrn M. C. Barber. wo Frau' McKinley bleiben
wird, bis der Pralldent von der Beer digung des früheren Präsidenten Har.rison aus Indianapolis zurückkehren wird. mt: Jdemt rt'a t' fre r. Ermordeten, festgestellt. St: Louis, Mo.. 16. März. Am Morgen des 3. Februar wurde in einem Dachzimmer, in. dem Hause No. 415 Süd 6. Straße die Leiche eines unbekannten Mannes mit eingeschlagenem Schädel aufgefunden: Die Polizei hat sich angelegentlich mit', der Sache beschästiat und nun' festgestellt, daß der Mannder Robert Walsh. der, vermißte Sohn eines prominenten Holzhändlers von Saginaw, Mich., sein soll, imStreit über die Verkeilung der bei einem Einbruch gemachten Beute ermordet wurde. Sein Mörder befindet sich noch in Freibeit, sein Nqme ist aber bekannt und die Polizei tTt' eine gute Beschreibung von ihm. Es scheint, daß Walsh mit seinen Genossen: von' Chicago hierherkam. Zuruckzkeyung ve r r u p p e n auö China. W a s h i n g't o n. D.' C.. 16: März General Chaffee hat vom Kriegs - Departement definitiven Befehl erhalten, gegen Ende April, mit' seinen Truppen nach Manila abzugehen und nur 150 Mann Infanterie als Gesandtschaftswache in Peking zurückzulassen. Ein neuer Erpressurrgs- ' v e rf u ch. - Bu t t e. Mont...' 1K Mär?. Jetzt ist. auch ein Versuch gemacht wvrven, von dem-Sohn des Senators! Charles W. Clark $5000 nach Pat. Erowe'schem Muster zu erpressen. Herr Clark erhielt vor einigen Tazen eiw Schreiben, in dem- er ausgesordert wurde. $5(XX) in Noten von kleiner Denomination an Wyt", in Lutte postlagernd, zu senden. Der Absender des' Schreibens fügte in bedeutungsvoller Weise hinzu, daß er ein ausgezeichneter Schütze sei'. 'Der Brief wurde den Postbehörden übergeben und die Ablieferungsstelle im Postamt wurde dann mehrere Tage lang heimlich bewacht. Ein kleiner Knabe frug- schließlich nach einem Packet für Wyoz". Er wurde verhaftet und ausgefragt, und es stellte sich dann heraus, daß ihm. ein maskirter Mann 25 Cents gegeben und ihn beauftragt hatte, nach dem Packet zu fragen. Der Gauner ist somrit noch nicht erwischt worden. Wird zum Konsul in Nürnberg ernannt. Ganton. O 16. März. Der Richter George E. Baldwin von Canton. ein lebenslänglicher Freund des Präsidenten, dem er.m allen seinen Kampagnen werthvolle Dienste gelei stet hat. ist von Washington aus benachrichtigt worden, daß der Präsident ihn zum Konsul in Nürnberg zu ernennen beabsichtige, als Nachfolger des Dr. Webber von Cleveland. Die Ernennung soll am 1. Juni in Kraft treten. Das Salär des Konsuls besteht aus $350Q direkt und Gebühren.
Schiffsnachrichten. M o v r k l e. 15. März. Abgegangen : Furnessia", von Glasgow, nach New York. Hamburg. 15. März. An-gek.: Phönicia", von New York. S o u t h a m p t o n. 15. März. Angek.: ..Vaderland", von New York. Havre. 15. März.' Angek: 2a Bretagne", von New York. L o n d o n, 15. März. Abgezangen; .Marquette". nach New York. Q u e e n s t o w n, 15.. März. Abgegangen: New England", von Liver Pool, nach Boston, bestimmt. Anget.; .Lucania", von NeÄ Jork nach Liver-. Pool bestimmt.. New York, 15. März. Angel.: Kaiserin Maria Theresia" von Neapel, Barbarossa, Von Bremen. "" ' 5, Wcittre Depeschen aus Eeite 5.
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