Indiana Tribüne, Volume 24, Number 177, Indianapolis, Marion County, 15 March 1901 — Page 1

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Jahrgang 24.

rsdieint jede lctx,nittag uuö Ksnntag Zlorgens.

Indianapolis, Ind.. Freitag, den 15. März 1901.

ZZoui de ßastessane Wieder in eine sensationelle Affaire verwickelt.

5r wurde von Hcrru Dc RodayZ zum Tucll gesordcrt. , . , . 3ujsiti!;riiic Dienstzeit , , 3oH im französischen Heere einge führt werden.

'Die Untuhaudlungcn mit den Beeren. Feucral Kitchcucr wollte ihneu seitgchelldere Zugeständnisse macheu, Wie die öicgiernug in Loudou.

Tic Bcnlcupcst in Kapstadt.

Vcrsl!.icöcncS aus China.

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I o n i d e Ca stellane macht wieder von sich reden. Paris. 15. März. Graf Von! de 'Castellane hat am Donnerstag Herrn Fernand de Rodays. den Nedäkteur des Figaro", geohrfeigt, weil dieser in einem Artikel angedeutet hatte, daß er, Boni de Castellane. bei Gelegenheit der 'Beerdigung des Präsidenten Faure die Deroulede - Verschwörung verrathen chabe.. Es war kein Name genannt worden, ber Graf de Castellane hatte den Artikel im Figaro" aber auf sich selbst bezogen. Er war von seinem Vater, dem Marquis de Castellane. und einem Freund, Herrn Morel, Redakteur einer realistischen Zeitung, begleitet. Die drei Herren begaben sich nack der Woh,nung des Herrn Te Nodays in der Ru: de la Chaussee d'Antin, wo Boni de Castellane seine Karte abgab. Herr de Rodays empfing die Herren später in seinem Studirzimmer. Bern de Caftellane verlangte ohne weiteres, daß Herr De Nodays in der nächsten Numwer des Figaro" erklären solle.. das; die in dem anstößigen Artikel bezeichnete. nicht mit Namen genannte Person leineswegs der Graf de Castellane sei. Herr De Rodays -antwortete, daß er keinen Namen genannt habe und der Artikel überhaupt in sehr, höflichem Ton gehalten sei. eine Beleidigung daher ganz ausgeschlossen sei. Boni de Castellane fiel darauf sofort über den auf einem Stuhl sitzenden Herrn De Rodays her, dem er ein paar Faustschläe ins Gesicht versetzte und er wiederholte die Prozedur, als De Rodays zurückwich. Ehe De Rodays sich sammein und seinem Gegner mit gleicher Münze heimzahlen konnte, stellten sich die beiden anderen Herren vor ihn und das Renkontre erreichte dadurch ein Ende.' Die drei Herren zogen dann triumphirend ab. . Herr De Rodays wird in Folge des Angriffs den GraJen von Castellane fordern. Die Affaire bildet heute die Sensation von Paris. Seitdem im letzten Nonat Paul Deroulede in San Sebastian die bekannte Rede hielt, in der er erklärte, daß die Royalisten in Paris die dortige Polizei von. seinem beabsichtigten Staatsstreich unterrichtet hätten, nachdem er sich geweigert, dem Herzog Ion Orleans zu gestatten, in den Reihen der Verschworenen zu erscheinen. , war man in Paris darauf gespannt, zu erfahren, wer der Emmissär der Royalisten war. der sich in dieser Angelegenheit an die Herren Deroulede und Marrel Hobert wandte. Man glaubte, es sei Herr Jules Güerin. der Eigenthümer des Forts Chabrol", gewesen. Die Royalisten bcstritten, daß sie einen Emmissär abgeschickt hätten. Das Duell, das wahrscheinlich am Freitag in der Nähe von Lansanne. in der Schweiz, zwischen Paul Deroulede und .Herrn Büffet, dem Agenten des Herzogs von Orleans, stattfinden wird, ist :ine direkte Folge der Diskussion über den fehlgeschlagenen Staatsstreich. Der Artikel im Figaro", der den Angriff aus Herrn DeRodays zur Folge hatte, lautete wie folgt : Man hat sich gefragt, wer die Persönlichkeit ist. die Herr Deroulede zu bezeichnen wünschte. Es stellt sich heraus. daß es ein Parlaments-Mitglied ist. und es bestätigt sich, daß es der junge geordnete ist. dessen Name von "Allen jn besten bekannt ist, und der. als er gerade im Begriff war. mit seinir fimA'n rtf-rffrn in T?Mir 9Tflsfi? nack

'Amerika abzureisen, diese Abreise der- : schob, um, wenn nöthig, auf die Poilcmik zu antworten., die, sich sicher entZwickeln wird.".

Der 'Graf Castellane hat am Nachmittag .das, folgende Schreibens an die Zeitungen gespickt: B:im Lesen des .Figaro" erfüllten mich die perfiden Insinuationen, in denen ich des Äer--ratbs anaetlaat wurde, mit der grüß-

:en nlruilung. cy eruazle sofort meinen Vater und einen Freund, Herrn Morel. mich nach der Wohnung des HerrnMeRodays zu begleiten. Der Letztereempfing uns und nach einigen wenigen Bemerkungen, auf welche er unbefriedigende Antworten gab. züchtigte ich ihn in verdienter Weise. Ich werde in derselben Weise Jeden ?üchtigen. der es wagt, mich nochmal in gleicher Weise zu beleidigen.Zweijährige Dienstzeit. Paris. 15. März. Bei einem ini Elisee Palais abgehaltenen Minister, rath kam die Frage der zweijährigen Dienstzeit in der Armee zur Diskussion. Der Kriegsminister General Andre erklärte die Herabsetzung der Dienstzeit auf zwei Jahre nur dann für möglich, wenn eine größere Anzahl ausgedienter Leute als Freiwillige wieder angeworben werden könnten. Die Anzahl der einzustellenden Freiwilligen wird auf ca. 50.0000 Mann beziffert, außerdem müßten alle längeren Beurlaubungen und Dispensationen vom Heeresdienste aufhören und für gewisse Truppentheile, sowie für die Kavallerie müßten außerdem noch spezielle Bestimmungen getroffen werden. Als Resultat des Ministerrathes wird General Andre der Budget-Kom-Mission des Senates einen Antrag unterbreiten, wodurch der Kriegsminister ermächtigt wird, eine gewisse Anzahl Gemeiner mit erhöhtem Sold für die Zeitdauer von 15 Jahren zu engagiren und dafür eine gewisse Zahl DienstPflichtiger, die zum Unterhalte ihrer Familie benöthigt sind und ein bis zwei Jahren bei der Fane gedient haben, zu entlassen. Die ahl der anzuwer benden Leute hängt von dem Kostenpunkte ab, da die daraus erwachsenden Kosten die Ersparnisie, welche durch die Entlassungen der obigen DienstPflichtigen gemacht werden, nicht übersteigen dürfen. Falls das Experiment erfolgreich sein sollte, wird 'man die Einführung der zweijährigen Dienstzeit definitiv ins Auge fassen. Die Einführung derselben würde das MilitärBudget um 20 Millionen Francs pro Jahr erhöhen. - D i e Lage in China. S h a n g h a i, 15. März. Man ist der Ansicht, daß die Unterhandlungen in Peking in Folge der Schwierigkeit ten wegen der Mandschurei suspendirt werden. Die hiesigen chinesischen Kaufleute und andere prominente Persönlichkeiten haben einen Aufruf für eine Massenversammlung erlassen, die am Freitag in Shanghai stattfinden soll. Es soll dabei über Mittel und Wege berathen werden, wie der Hof am besten verhindert werden könne, den Forderungen Rußland's nachzugeben. Peking, 14. März. .China hat entschieden Protest gegen die Vestimmungen des Vertrages über die Mandschurei, speziell gegen die Klausel über den Import von Waffen, die Reorganisation der Armee und die Kontrolle Rußlands über .chinesische Beamte eingelegt. Peking. 14. März. In der heutigen Sitzung der Gesandten wurde dic Entschädigungs-Frage weitet erörtert. Li Hung Chang soll wieder ganz gesund sein. Der Feldmarschall Graf von Waldersce ist am Morgen nach Tien Tsin abgereist. General Goselee. der britische , Oberkommandeur, hat : sich von

Tien Tsin nach Wei Ha: Wek begeben, von w) auö er nach Shanghai abreisen wird. Der Krieg in Südafrika. London, 15. März. Die Perzögerung in den Unterhandlungen mit General Botha ist in Folge einer gewissen Reibung zwischen Lord Kitchener. Sir Alfred Milner und der hiesigen Regierung verursacht worden. Es wird jetzt versichert, daß di: Basisauf welcher die südafrikanische Frage, erledigt werden soll, die ist, daß die RandMinen schließlich die Unkosten für den Wiederaufbau der zerstörten Farmhäuser und die Anschaffung neuer .ViehBestände tragen sollen. Man-ist der Ansicht, daß die ganze Angelegenheit schon vor mehreren Tagen definitiv erledigt worden wäre, wenn man dem General Kitchcner freie Hand gelassen hätte. Lord Kitchener war von Anfang an bereit, den Voeren günstigere Bedingungen zu gewähren, als die Regierung zugestehen wollte. , K a p st a d t, 14. März. Wegen der stetigen Zunahme der Beulenpest in der Kapkolonie beabsichtigen die Behörden, den Soldaten nicht zu gestatten, die Kasernen und Lager zu verlassen. Erkrankungen von Europäern an der Beulenpest nehmen zu und vier derartig? Fälle wurden am Donnerstag amtlich bekannt gemacht; außerdem 8 Erlrankunzen von Farbigen.' Im - Ganzen haben sich bis jetzt 37 Todesfälle in Folge von Vsulenpcst ereignet. 2000 Eingeborene wurden gegen die Pest geimpft. Auch in Malmerburg in der Kapkolonie ist die Pest aufgetreten. A d e l a i d e. Kavkolonie. 14. März.

Kritzinger s ommanoo marjchirt nach Norden und er ist drei britischen Kokönnen aus dem Wege gegangen. Er kam hier an beiden Seiten der Stadt vorbei, ohne diese jedoch anzugreisen. Die Leute Kritzinger's haben alle Pferde im Albany-Distrikt fortgetrieben. Da die Pferde registrirt waren, wird die britische Regierung 510,000 dafür bezahlen müssen. Die Boeren waren sehr höflich den Bewohnern gegenüber, obgleich sie Pferde und Lebensmittel beschlagnahmten. Sie zerstörten nichts und bezahlten in vielen Fällen für die erhaltenen Lebensmittel. ' Pietermaritzburg, Natal, 15. März. Der Prozeß gegen den prominentesten sogenannten Rebellen in dieser Kolonie, einen Mann Namens De Jäger, ist soeben zu Ende geführ: worden. Er wurde zu fünf Jahren Gefängniß und 55000 Geldstrafe verurtheilt. De Jager war ein Boeren-Komman dant. Seine Vertheidigung bestand darin, daß ein Gericht der Transvaal Bürger während der Besetzung der Kolonie durch die Boeren entschieden habe, er sei in Folge der Annexion ein Bürger des Transvaal. Vom britischenPar kamen t. London, 15. März. Lord Cranborne, der Untersekretär des Auswärtigen Amts, sagte am Donnerstag im Un terhaus. eine bezügliche Frage beantworteno, daß die Regierung keine Schritte gethan habe, um den . Hay-Pauncefote-Vertrag in solcher Weise abzuändern, daß er. für beide Regierungen annehmbar sei. die' Regierung sei aber bereit, in freundschaftlicher Weife irgendwelche Vorschläge, in. Erwägung zu ziehen, die etwa in diesem Sinne von den Ver. Staaten gemacht werden würden. Eine Frage betreffs der Unterhandlungen beantwortend, die England etwa mit den Ver. Staaten in Bezug auf Rußland und die Mandschurei führe, sagte Lord Cranborne, daß die Regierung beständig mit den Mächten wegen jeder Phase der chinesischen Regierung in Unterhandlung stehe, daß es aber gegen das öffentliche Interesse sei. zur jetzigen Zeit sich auf Einzelheiten ein zulassen. . Die Russen in der Mandschüre!.' -London. 15. März. Der Globe" fährt fort, sich über den Mangel an Energie seitens des britischen auswärtigen Amtes, der Aktivität der Russen in der Mandschurei gegenüber, .zu beklagen, und die Zeitung appellirt nochmals an die Ver. Staaten, sich von dem Einfluß des chinesischen .Gesandten in Washington. Wu Ting Fang.' sowie von denjenigen der russischen Diplomatie freizumachen und .' dadurch den Markt im nördlichen China für die amerikanische Baumwoll-Jndüstrie zu erhalten. Aus dem Rest des langen Artikels ist aber ersichtlich, daß dem Globe".

wie anderen Zeitungen, weniger daran liegt, dem amerikanischen -Handel zu helfen, als daran, daß 'die Ver. Staaten den Englandern 'helfen sollen, den russischen Plänen entgegenzutreten, das Prestige Englands wiederherzustellen und die Thüren dem britischen Handel offen zu halten. " ;;;JV .. Da s Der o ule d - Ä u f f e t'..uiiv;;, ' Laus än n e. Schweiz,., Ä!ärz. Die Herren Paul.Deroulede und Büffet sind mit ihren Sekundanten hier angekommen. Sie werden von der Polizei beobachtet und der Präfekt hat die Herren benachrichtigt, daß sie-'sich unter leinen Umständen zm Kanton Waadt duelliren dürften. 'Es wird aber versichert, daß das Duell bennoch am Freitag Mvrgen in der, Nähe von Lausanne stattfinden wird. Von denPhilippinen. M a n i l L, 15. März. Dem Handel. den die Insurgenten zwischen den Visayischen Inseln betrieben, ist ganz gründlich ein Ende gemacht worden. Leutnant Fred. R. Payne, der Kommandeur des Ver. St. Kanonenbootes Pampanga", hat, in Uebereinstimmung mit den ihm gegebenen Jnstruktionen, mehr als 300 Fahrzeuge alle? Art fortgenommen und zerstört, meist von den Eingeborenen gebaute Fahrzeuge, die speziell dem Zweck dienten. den Insurgenten' zu helfen. Unter den zerstörten Schiffen befanden sich aber auch einige Küsten-Schoner, die prominenten Manilaer Firmen gehörten. ' - ;l Leutnant Payne erbeutete eine große Menge von Vorräthen und KriegsMaterial, das von dem InsurgentenGouverneur der Insel Leyte an die Kommandeure der Insurgenten auf den Inseln Samar und Cebu geschickt worden war. Die Piraten, die häufig die gegenüüerliegende Küste der Insel Negros heimsuchten. sii:d unterdrückt und alle ihre Boote zerstört worden.

Ansdcr BnndeshauptstaDt

, Biß MiWulige Kagk. ! - - ' Große Fcuersbruust. Clovcrport, ?nj., fast gänzlich '.. zcrliört. ' ' ' . 4 : . , . Verlust mehr alö 8500,000 nö mehr alö tausend Personen , . obdachlos. o' Tie Baker-Howard Fehde lu Äcutucky ' ' zu Ende. ' . Eiu Vaullassircr In Halifax, Pa., von . Näubern erschossen . Die versucht hatten, bei hellem Tag die Bank zu bcraubcu.

Tie Zchnrkcu verhaftet.

Die Mandschurische Frage. Washington. D C.. 15. März. Die Regierung war soweit noch nicht im Stande, eine offizielle Erklärung über den Inhalt ' der angeblichen Vereinbarung zwischen Rußland und China betreffs des-russischen Protektorats über die Mandschurei zu erhalten. Wenn sie nicht, unoffizielle Nachrichten erhalten hätte, von denen man aber weiß, daß sie zuverlässig sind, wüßte die .Regierung überhaupt nicht, daß eine Vereinbarung besteht. Aus diesem Grunde war die Regierung auch noch nicht im Stanoe, gegen das Vorgehen Rußlands in energischer Weise zu protestiren. Das Staatsdepartement hat von Anfang an versucht, allen geheimen Arrangements betreffs Chinas entgegen zu treten, und schon aus diesem Grunde würde die russische Vereinbarung den Ver. Staaten anstößig sein, ganz abgesehen von dem Inhalt der Vereinbarung selbst. Die Opposition' gegen das Vorzehzn Rußland ist soweit noch keine gemeinfame, und man glaubt hier, daß China gezwungen sein wird, sich den Wünschen Rußlands zu fügen, wenn nicht die anderen Mächte, die jetzt noch unentschieden sind, sich bald einigen und energisch gegen Rußland Front machen. Soweit dies hier in Regierungskrei sen bekannt ist, besteht die russische Vereinbarung aus zwölf Paragraphen. Wenn man sie oberflächlich durchliest, kommt man zu dem Schluß, daß Rußland wirklich die Absicht hat. in Uebereinstim'mung mit den Wünschen der Mächte die Mandschurei später wieder an China zurückzugeben. Dies hängt aber von gewissen Bedingungen ab, die China gestellt werden, und diese Bedingungen etabliren tatsächlich eine russische Suzeränität über die Mandschuni, deren höchster Exekutivbeamter ein Russe sein soll, und der ungefähr die gleiche . Stellung einnehmen würde wie der britische Vizekönig von Indien. Wenn die Vereinbarung thatsächlich unterzeichnet werden sollte, dann würde sich die Mandschurei unzefähr in derselben Lage befinden wie einer der indischen. Staaten: Sie würde einen gewissen Grad von Unabhängigkeit haben. sich aber doch in allen 'Dingen der russischen Oberherrschaft unterordnen müssen. . - - Der chinesischen Angelegenheit wurde während, des Tages vomStzatsdepartement vje.Zeit gewidmet, denn der chinesische Gesandte wie auch der russische und der -britische Botschafter hatte alle fange Konferenzen mit dem Sekretär Hay..--. Sekretär Hay hat angeblich dem ruf sischeck Gefangen. Graf Cassini in dringender Weise nahe gelegt, daß die Unterhändlungen viel leichter in befriedigender.Weise zu einem Schluß geführt werden könnten, wenn Rußland seine Pläne ehrlich und offen bekannt machen würde. x Ehrer5?ll entlassen. Auf Befehl des Präsidenten ist Jas. R. Campbell. Brigade-General im Freiwilligen-Heer. ehrenvoll aus dem Dienst entlassen worden, da man seiner Dienste nicht weiter bedarf. General Campbell war früher Mitglied des Kongresses von Illinois und führie wahrend des Kriegs mit Spanien eines der Jllinoifer Regimenter. ' Der neue H i l f s - K r i e g s s e. k r e t ä r. Col. Wm. Carv Sanger, von New Fork, wurde am Nachmittag als Hilfs Kriegssekretär eingeschworen. . Sein Vorgänger, Herr Meikeljohn,' hat be. reits vor einiger Zeit resignirt. als er als Kandidat für das Senatvrs-Amö in Nebraska auftrat. r. Feuer. New York.' 15. März. Bei einem Feuer, das am Donnerstag Morgen zu früher Stunde in einem fünfstöckigen Mietbsbaus in Brooklvn aus-

brach, kamen drei Personen um's Leben. Eine Frau und ein zwölf Jahre alter Knabe sprangen aus Fenstern in den oberen Stockwerken, und die Mutter des Knaben kam in den Flammen um. , Farrell Murray. ein Motornier, erlitt schlimme Brandwunden, als er eine Frau Mary Scheer durch Rauch und Flammen vom vierten Stock aus auf das Dach trug. Die Verunglückten sind : Mary Madden. eine 67 Jahre alte Wittwe ; George Rantio 12 und Frau Rantio 45 Jahre alt. Cloverport, Ky.. 15. März. Eine Feuersbrunst, die in der Nacht zum Donnerstag, um Mitternacht, durch das Platzen einer NaturgasRöhre entstand, zerstörte Eigenthum im Werth von einer halben Million

I Dollars. Der größte Theil des Städtr y. n t. i

zens izr meoergeorannl. uno meyr als tausend Personen, ungefähr die Hälfte der Bevölkerung, ist obdachlos. Den größten Verlust erleidet die American Tobacco Company, die zwei großeGebäude und eine Million Pfund Tabak einbüßte. Außerdem wurden die Lucille Memorial - Kirche, die Methodisten - Kirche und die beiden Hotels, nämlich das Breckinridge Jnn und das Cloverport Hotel zerstört. Es ist noch nicht bekannt, auf wie hoch sich der Schaden an diesenGebäuden belauft. Die Eigenthümer sind noch alle damit beschäftigt, an dem Löschen des Brandes in anderen Theilen des Städtchens zu helfen, und für die Frauen und Kinder zu sorgen. .die bei dem kalten Wetter in Scheunen etc. in Gruppen zusammengekauert waren. Diese Leute litten die größte Noth, bis ein Spezialzug aus Louisville Hilfe brachte. Die folgenden Geschäftshäuser sind gänzlich niedergebrannt und erleiden nachstehende Verluste : M. Haman 3z Sohn. Möbel. $25,000 ; F. Frazee. $15,000 ; 57. N. Depuy. $40.000 ; Seaton & Sippel. $2,000 ; HayneZ & Co.. $15.000 : Moreman & Owen. ?5,000; Ale; Boyd's. Gebäude $3.000 ; Short & Haynes, Apotheker. $3,000 ; 6. & 2. Lippel. $1,000 ; W. H. Vowner. Gebäude $2,000 ; die Breckinridge News $15.000 ; Breckinridge Bank. Verlust unbekannt; Fisher, Apotheker. $5.000. Andere Geschäftshäuser, die zerstört wurden, und deren Verlust noch nicht festgestellt werden konnte, sind: Frl. Miller. Putzmacherin; Frau Frank Frays. Schnittwaaren; H. E. Wingert. Schneider; Johnson's Kosthaus ; I. 3. Boyd; I. D. Babbage. Buchhandlung und Druckerei; R. L. Newsome. Arzt; Skillman. Advokat; vier Metzger Läden, drei Barbierläden, drei Schmieden, Canger's Schnittwaarengeschäft; H. E. Dohler's Schuhladen und das Post, gebäude. Außerdem wurden eine ganze Anzahl Wohnhäuser zerstört. Sobald die Beamten der Louisville, Henderson & St. Louis Eisenbahn erfuhren, daß Hunderte obdachlos seien, gaben sie Befehl, daß jeder zur Verfü. gung stehende Waggon zwischen Louisdille und Henderson sofort nach Clover. port geschickt werden solle, und die Obdachlosen werden vorläufig darin untergebracht werden. Die Eisenbahnverwaltung schickte auch 500 Laibe Brod und andere Lebensmittel, die sich als ein wahrer Segen erwiesen, da nicht ein Laden im Städtchen übrig' geblieben war. wo auch nur ein Mundvoll Nahrung hätte gekauft werden können. Der General - Adjutant Murray telegraphirte. daß von Frankofrt aus 500 Zelte abgeschickt worden seien, und die LouisvillerBehörden telegraphirten. daß am Mittag ein Eisenbabnzug mit Bettzeug, Kleidern und Lebensmitteln abgehen würde ' Das Feuer brennt noch an einzelnen Punkten, es findet aber nur mehr wenia Nabruna. Die stebenaebliebenen auier ucgen zernreur uno wett von Um Feuerheerd entfernt. Hilfe war von Louisville, Owensboro. Henderson, y. und von Evansville, Ind.. erbeten worden. Als die erste Spritze ankam, war aber nur wenig mehr zu retten. Die Flammen, von einem starken Wind angefacht, hatten, bereits den größten Theil der Stadt zerstört. S.e l b st m o r d . Jackson. Miss., 15. März. Frl. Edna Orrick, eine hübsche und prominente Dame aus Canton. Miss., hat sich in einem hiesigen Hotel vergiftet. Jhri Vermählung hätte in wenigen Wochen stattfinden sollen. Vor ungefähr zwei Jaaren verursachte sie eine Sensation, indem sie eine Stunde vor der Zeit, in der sie sich mit einem jungen Mann auGeorgia verheirathen sollte, zurücktrat. Frau Richardson d es Mordes angeklagt. S t. Joseph. Mo.. 15. März. -Frcu Richardson ist von den Großgeschl orenen des Mordes im ersten Grad angeklagt worden. Sie war beschuldigt, am letzten Weihnachtsabend ihren Gatten, Frank Richardson. einen reiche Kaufmann vonSavannah. crschossen zu haben.

Ro. 177

Die KentuckierBlut-Fehde zu Ende. -L o n d o n.Ky.,-15. Mz. Die sammtlichen Faktionen, die seit vielen Jahren an der Baker - Howard - Blutfehde in Clay County, Ky., bctheiligt waren, darunter die Whites. die' mit den Howards alliirt waren, und die Garrards uyd Pbilpots. die Verbündeten der Bakers, haben sich verpflichtet, die Waffen niederzulegen und den Kämpfen ein und für alle Mal ein Ende zu machen. Es ist dem Einfluß des neuen Kreisrichters E. B. Tinsley zuzuschreiben, daß dieses Resultat erreicht wurde und nt Betreffenden sich verpflichtet haben. sich vollstöndig zu unterwerfen. Voä den jüngeren Mitgliedern der Faktionen, die sich bisher bekriegt haben, haben sich hier bereits 22 für die Bundesarmee anwerben lassen. Die Bedingungen der schriftlich getroffenm Friedensvereinbarung sind folgende: Jede Partei entwaffnet ihre sämmtlichen Anhänger und die Anführer verpflichten sich, die personliche Sicherheit der Anführer der gegnerischen Partei zu garantiren. Die Blutfehde datirt ungefähr auf das Jahr 1844 zurück, wann Dr Baker seinen Schwager Daniel BateS tödtete. Baker und Bates. hatten in die White - Familie hineingeheirathet, nachdem Baker aber Bates getödtet, stellte, er sich unter den Schutz des Generals Garrärd. Die Fehde wurde seitdem ununterbrochen fortgesetzt und eine große Anzahl Menschenleben sind ihr zum Opfer gefallen. Ein Bankkafsirer ermor d e t. Harrisburg. Pa., 15. März. Chas. W. Ryan, Kassirer der Halifax National Bank, w :rde am Donnerstag von Henry Rowe u'.ld Weston Keiper, beide von Lykens, die versucht hatten, die Bank zu berauben, erschossen. Die Räuber wurden eingefangen und später hierher in's Gefängniß gebracht, zusammen, mit F. V. Straley von Ly klns. der im Verdachte steht, ein Mitschuldiger zu sein. Rowe und Keiper kamen am Morgen mit gezcgenen Revolvern in die Bank. Einer von ihnen hielt den Präsidenten der Bank Abraham Fostenbaugh. den Zahlclerk Jsaac Lyber und den früheren Repräsentanten Swartz von Dun cannon, der sich gerade in der Bank be fand, in Schach. Der andere forderte den Kassirer Ryan mit vorgehaltenem Revolver auf, das in der Schublade be kindliche Geld. Z2000. in eine Hand, tasche zu thun, die der Räuber mitgebracht hatte. Die Räuber waren im Becriff sich zurückzuziehen, als Ryan vorwärts sprano und versuchte, den Revolver in die Höhe zu schlagen. In dem Handgemenge wurden mehrere Schüsse abgefeuert und Ryan brach schwer ge troffen zusammen. Herr Fostenbaugh packte Rowe und warf ihn nach kurzem Ringen zu Boden. Keiper sprang zur Thür hinaus. Die Schüsse hatten I. F. Lyter aufmerksam gemacht, .der einen Laden neben dem Bankgebäude hat. Er er griff ein Schrotgewehr und sandte dem davoneilenden .Keiper einen Schuß nach. ' Der Mann wurde am Hinterköpf verwundet und gab sich dann gefangen. Der verwundete Kassirer starb eine Stunde späier in seiner Wohnung. Mißglückter Bankraub R i ch m o n d. Ind., 15. März. Die hiesige Polizei ist am Morgen ersucht worden, auf fünf Räuber zu fahnden, die während der Nacht versucht hatten, die Farmers Bank in New Madison. O., zehn Meilen östlich von Richmond gelegen, zu berauben. Die äu.re Thür des Geldschranks war mit Dy namit ganz abgesprengt worden. Die Explosion war eine so heftige, daß die halbe Bevölkerung des Ortes dadurch geweckt wurde. Zwei der Räuber 'e Wache standen, gaben den Alarm, ..ö sie eilten dann mit ihren Kameraden schnell der Eisenbahn zu, wo sie eine Draisine bereit hatten und mit der sie auch entkamen. Es wurden den flie henden Räubern mehrere Schüsse nach gesandt, die auch von den Fliehenden erwiedert wurden, es wurde aber Nie mand verletzt. Die Räuber entflohen nach New Richmond zu. Der Geld schrank enthielt zwischen $10.000 und $15.000. Da es unmöglich war, die innere Thür zu öffnen, deren Kombination durch die Ezplosion ruinirt wurde, kam der Kassirer der Bank am Morgen hierher und holte sich genug Geld, um die Geschäfte der Bank weiterführen zu können. - m In Norwood. Mass.. hat Ralph G. Bateman, 22 Jahre alt. seine Geliebte, Ella F. White. erschossen und dann Selbstmord begangen. Eifersucht war die Veranlassuna. Weitere Tcpeschcn auf Seite 5.

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