Indiana Tribüne, Volume 24, Number 172, Indianapolis, Marion County, 10 March 1901 — Page 6
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gndiana Tribüne, Sonntag, 10. März 1901.
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tM" zuornlmnen. Das weibliche Element ist stets im College be; France in Paris stark dertreten, wo alle Vorlesungen öffentlich und unentgeltlich sind. In gewissen Sälen haben die Damen auch ihren besonderen Eingang, ja, es existiren Barrieren, innerhalb deren sie wie in einer Bucht um das Katheder herum sitzen. Während sich aber selten einmal ein niännllches Wesen in diesen Raum derirrt, sieht man in dem übrigen Theil des Saales .reichliche Federhüte und bunte Blousen zwischen dem eintönigen 3rau ode? Schwarz der Männerkleidüng sich bewegen. Die MittwochNachmittagvorlesung des LiteraturProfessors Deschanel hat noch ihr besonderes Bild: .die Damen in schönem Kranz- hinter dem Stuhle des Professors auf dem Katheder gruppirt. Wohl persönliche Bekannte des alten Herrn oder Privikgirte", wie man gelegentlich mit einem Anflug von Neid in der Masse", die den Saal füllt, hören kann. Freilich hat der erhöhte Pla in nächster Nähe deji großen Nachtheil, daß den Zuhörern alle Bewegungen des Professors verloren gehen, die doch sicherlich dazu beitragen, den Vortrag lebendig zu machen und ihm nicht selten einen besonderen Reiz geben. Dafür haben alle diese Bevorzugten eine Entschädigung: ihre Toiletten können zur Geltung kommen, denn natürlich legt der Ehrenplatz auch seine Verpflichtungen auf. Schöne Pelze werden zurückgeschlagen und lassen hellfarbige Gewänder sichtbar werden, weißbehandschuhte Hände öffnen gelegentlich kleine goldene oder silberne Ketteniäschchen und holen ein winziges Battisttüchlein heraus. Mit zierlichen Bleistiften, die an langen Ketten um den Hals hängen, werden auf ebenso zierliche Bllchelchen bei den bemerkenswerthesten Stellen' Notizen hingeworfen, damit die geistreichsten Ausdrücke nur ja der Gesellschaft wortgetreu mitge theilt werden können. Wer, tot Professor Deschanel, schon seit mehr als einem halben Jahrhundert auf dem Lehrstuhle gesessen hat. der läßt sich wohl nicht mehr durch Kleiderrcuschen und Parfümdüfte beirren, aber manchem jüngeren Pariser Professor soll die Zudringlichkeit seiner Bewunderinen 'schon Scbwieriakeiten bereitet öa-
ben. sn daß vor einigen Jahren an der Sarbonne Maßregeln getroffen werden mußten, um den wirklich lernenden ZuHörern vor allen Anderen den Zutritt zu sichern. Pailleron hat in seinem hübschen Lustspiele Die Welt, in der tnan sich langweilt", einen solchen Modeprofessor auf die Bühne gebracht. 'Das war frisch aus dem Leben herausgegriffen, "und diese Jüngerinnen des modernenApostels nannte man damals mit einer Anspieluna aus den Namen
oes Professors die Karolinen . In jenem feierlichen Kreise auf dem Ratheder vollzieht sich Alles mit der größten Ruhe, und jede Neuhinzukommende ist ihres Platzes sicher. Das ist nichtderFall im Saale, da heißt eS, teer zuerst kommt, mahlt zuerst". Die Frauen sind natürlich die Ersten zu? Stelle, meistens ältere Damen, denen ihre Zeit volj zur Verfügung steht. Viele unter ihnen besuchen dieselben Vorlesungen vielleicht bereits seit zehn oder mehr Jahren, kennen jeden Tonfall in der Stimme des Professors und wissen genau, wann er einen Scherz oder, einen Witz machen wird. Nachbem sie sich ihren Platz gesichert haben, tauschen sie mit Freunden und Freundinnen Erinnerungen darüber aus, was an gleicher Stelle über den gleichen Gegenstand dor einer Reihe von Jahren gesagt wurde. Zuweilen sind es auch neuerdings ihrerseits gemachte Errungenschaften auf dem Gebiete des Wissens, die sie einander mittheilen.. ' Sie erwärmern und erweitern ihren Lebensabend im Sonnenscheine des Wissens und bleiben gemüthlich und sympathisch. so lange sie durch ihre verschiedenen Hüllen hindurch kein Zuglüftchen erreicht und sie keine Plätze zu reserviren haben. Bis zwanzig Minuten vor Beginn achtet Jeder auf den Aufbau von Tüchern, Muff. Pompadour und Buch, inmitten deren eine Ätliche Dame erregt und sehnsüchtig nach der Thür schaut, durch welche die Erwartet: nicht eintreten wollen. Die Zeiger rücken aber unbarmherzig vor und plötzlich werben die lange gehegten
-Mätze, von jugendlichen Ankömmlingen I l - t - ! V sjj& a VAiikn
umzi j(icio?tiauuni unu uicuutuÖc stehet über das .Glück" in Besitz geKommen. Zuerst milder Widerspruch kon Seiten der Platzhüterin. höfliches, aber energisches Bestehen auf seinem Recht auf der anderen Seite, widerwilliges Zusammenraffen der verschiedenen Belegstücke ' und vorwurfsvolle Blicke nach der Thür, bis der Eintritt des Professors äußerlich wenigstens allem Hader ein Ende macht. Das junge Mädchen der guten bürgerlichen Gesellschaft erscheint mit ihrer Mutter c . ' r.i.i
ooer einer anoeren gcicgicn tgicucnu. Es sieht etwas gelängweilt aus. aber auf irgend eine Weise muß man doch fortfahren, sich zu bilden, so lange man nicht verheiratet :st. Diese Damen
kommen gewöhnlich gleich nach demAnvfange und finden meistens nur noch Platze an der Thür: dazu stehen schon immer Stühle im Eorridor bereit. Svi ist aber erstaunlicher, als die igkeit, mit der solche spät komn Damen eine etwas größere U wischen zwei Schultern ausspäbe.Väd die Unerschrockenheit, mit der delbe auszufüllen trachten. Dort ist no ein Platz!", und mit einem freundiXchen Lächeln und einem entischuldigknden: Ich bin zwar keine schlanke Lilie" sinkt eine von der Haft id Anstrengung hockigeröthete Gestalt , "chen zwei jungen Leuten nieder, die ' . lommen auf dem schon kleinen Platze zusammenschrumpfen. Mütter. die vielleicht Erholung und AuffriNckuna von dem alltäglichen Getriebe jes Haushaltes suchen, bringen auch
wohl ihre zehn bis zwölfjährigen Jungen mit. um sie unter Augen zu haben. Das ist dann eine Stunde der Quälerei für diese, beständiges Umsehen nach der Uhr und ein Seufzer der Erleichterung, wenn der Vortrag zu Ende ist. Naturlich fehlt es in der Versammlung nicht an Zuhörern und Zuhörerinnen, die einzig und allein um des Lernens willen hingehen, aber sie bleiben unbemerkt. Früh zur Stelle, ordnen sie Papier und Feder, um Notizen zu machen, und lesen dann ein Buch oder eine Zeitung, unbekümmert um das Geschwirr rings umher, bis der Professor eintritt. Erstaunlich groß ist die Zahl der Ausländerinnen unter ihnen, denen die Öffentlichkeit und Freiheit der Vorlesungen das Studium bier sehr erleichtert.
Schliersee.
Größer ist der Chiemsee, großartiger der Walchensee. städtischer der Tegcrnsee, aber unter all den bayerischenSeen des Voralpenlandes bleibt wohl dem Schliersee der Preis idyllischer Lieblichkeit unbestritten. Der ganze See mag ein Länge von etwa 14 engl. Meilen besitzen, ist also verhältnißmäßig klein. Unterbrochen wird die GleichMäßigkeit der Wasserfläche durch das in der Mitte gelegene Jnselchen. Auch bringt die gegen Nordwesten gelegene Halbinsel Freudenöerg eine angenehme Abwechslung in das Bild. Das dunkle Tannengrün der Halbinsel bildet einen angenehmen Contrast zu dem angrenzenden Gelände, über dessen saftigerem. hellerem Grün der Sonnenschein spielt, und zu dem entfernteren Hintergrund, wo ein leichter ' bläulicher Dunstschleier sich vor die Hänge der Berge legt. Die meisten der Häuser sind zur BeHerbergung eines oder mehrerer Fremden eingerichtet, obgleich man ihnen dies von außen nicht anmerkt. Sie sind in dem an die Schweiz gemahnenden Stil gebaut, der ja männiglich öekannt ist: ein großer Theil, vor allem das ganze obere Stockwerk. Holz; ein Schindeldach, das zum Schutz gegen die Gewalt des Windes mit Steinen belastet ist, und über dem Erdgeschoß
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Die Wurzhütte. eine geräumige, gewöhnlich an zwei Seiten des Hauses sich erstreckende Holzgallerie; der untere, aus Kalk und Stein bestehende Theil ist gewöhnlich weiß angestrichen, die Fensterläden prangen in Grün oder Blau. Im Innern besteht fast immer dieselbe Raumeintheilung: ein Hausflur, rechts davon eine große Stube, dahinter eine Küche, links Kammern; wenn ein zw:ites Stockwerk da ist. so führt eine steile hölzerne Treppe zu demselben hinauf. In diesem zweiten Stockwerk liegen die Räumlichkeiten, die an Fremde vermiethet werden. Bei allen Häusern findet sich ein kleines Gartengrundstück mit einigen Obstbäumen. Selbstverständlich fehlt es nicht an Hotels, die mit allem modernen Comfort eingerichtet sind. Wenn man der durch Schliersee führenden Hauptstraße südwärts folgt, gelangt man in einer Stunde, an dem Kirchlein Fischhausen vorbei, nach dem Ort Neuhaus. Soweit die Straße dem See entlang führt, wird sie von einem Fußweg begleitet, der immer hart am Ufer hinzieht und an der Seefeite dicht mit Weiden bestanden ist, über die hinaus der Blick zuerst auf wogendes Schilf und dahinter auf die leichtbewegte Fläche des Wassers fällt. Der Weg führt dann weiter zum kleinen Spitzingsee und der Wurzhütte. Der See selbst macht den Eindruck einer großen Abgeschiedenheit und tiefer Stille; er hat die bei Bergseen gewöhnliche dunkelgrüne Färbung des Wassers. die ihm etwas Unergründliches gibt. Auf drei Seiten ist er dicht von Nadelhölzern umgeben, an der vierten, der Ostseite, zieht die Straße hin. Nahe bei dieser, am Südende desSees, liegt die altbekannte Wurzhütte, deren Besuch Niemand versäumen wird. In der aus mehreren ärmlichen Räumen bestehendenHolzbaracke herrscht ein reger Verkehr. Sommer und Winter steht die Hütte offen, und besonders im
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Zeit des interessanten, aber gefahrvollen Zu-Thal - Förderns. Auf derbe Schlitten werden ganze Klafter von Holz geschichtet und festgebunden und dann einfach über den Schnee hinunterbefördert. In rasender Eile saust der Schlitten die Berghänae hinab. Ein muthiger und kräftiger Mann sitzt vorn auf demselben und leitet ihn zu Thal, von wo das Holz auf Wagen fortgeschafft wird. Im Sommer, wo die Holzknechte sick selbst ihr bescheidenes Mahl im Walde bereiten oder das Mitgebrachte im Freien verzehren, trifft man sie selten, außer an Sonntagen und bei schlichtem Wetter, in der Wurzhütte. Dafür aber erfreut sich diese um so zahlreicheren Fremdenverkehrs, wie Hunderte von Visitenkarten und Inschriften bezeugen, die ringsum an den Wänden und auf den Tischen angebracht sind. Im Schlierseer Gebiet findet man die Almhlltten im Gegensatz zu andern Almgeöieten, zum Beispiel dem Berchtesgadener, mindestens ebenso oft von Sennern bewirthschaftet wie .von Senncrinnen. Vielleicht ist dieVerwal-
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B e s u ch bei der Sennerin. tung eines solchen Postens durch Win nerhand von praktischem Vorth:il. Jedenfalls aber machen die Almhüten, welche unter weiblicher Obhut stehen, auf den Besucher in der Regel einen ungemein freundlichen Eindruck durch die überall herrschende peinliche Sauberkeit. In den zwei Räumen, welche cewöhnlich neben dem Stall und inter dem Heuboden liegen und die Behau sung der Sennerin bilden, sind dieDielen des Fußboden fast immer frisch gescheuert. In dem größeren Wohnund Kochraum brennt auf einem rch.n Steinaufbau unter Prasseln und Funkenstieben ein offenes Holzfeuer; darüber öffnet sich der schwarze Schlund des Rauchfanges. Ueber der Fiamme hängt ein großer Kessel, in dem der Trank" für das Vieh gekocht wird. Die Messingpfanne, in der die Sinnerin sich oder hungrigen Gästen einen Schmarrn oder derlei . bereitet, wird auf einem eisernen Dreifuß über ' das Feuer gesetzt. Abgesehen von e'n'gen primitiven Möbeln, enthält die SennHütte nichts außer den zur Wirth'chast nöthigen Gerathen. Vor allem re ht sich da Schaff an Schaff. Den einzigen Schmuck bilden etwa ein paar Heiligenbilder. die an dem rauchgeschwärzten Balkenwerk des rohen Holzbaues befestigt sind. Kricgsmiigc) ):pck. Der mit Gepäck M 95 ausgerüstete deutsche Infanterist trägt im Kriege insgesammt etwa 27 Kiloa., eine Gewichtszahl, der das mittlere Gewicht neuer probemäßiger Stücke für einen Mann von mittlerer Größe (1.67 Mir.) zu Grunde liegt; für größere Leute erhöhen, für kleinere vermindern sich die Gewichte entsprechend. Im Einzelnen setzt man sich das angegebene Gewicht aus der Bekleidung am Leibe (5,307 Kilogr.), der Ausrüstung (3.964 Kilogr.). dem Gepäck (5,600 Kiloa..). den Waffen und der Munition (8,507 Kilogr.). sowie den Rahrungs-. bezw. Genußmitteln (3.238 Kilogr.) zusammen. Was die Trgweise der einzelnen Gegenstände betrifft, so ist
' Ein Hüterbub. Winter hat man Gelegenheit, den Typus der Schlierseer Holzknechte kennen zu lernen, dieser kräftigen, gesunden Menschen, die sich hier von ihrer Arbeit erholen und an Bier, Enzianschnaps und den einfachen Speisen laben, die
! jederzeit in der Murzhütte zu haben
sind. Diese Holzknechte haben eine harte und nicht gefahrlose Arbeit. Das Fällen und Zersägen der Stämme findet gewöhnlich während der schöneren Jahreszeit statt. Im Winter ist die
Schneeschuhe in Skandinavien. Wenn in den nordischen Ländern der Winter seinen Einzug gehalten und Berg und Thal mit einer tiefen Schneedecke überzogen hat, tritt der Schneeschuh in seine Rechte. Derselbe dient nicht blos dem Sport, sondern wird zum allgemeinen Fortbewegungsmittel in dem sonst unwegsamen Gelände. Noch bis in die Gegenwart hinein ist es in den nordischen Ländern Brauch, die größeren Jagdthiere sowie den Wolf auf Schneeschuhen zu verfolgen und unter kluger Benutzung der verschiedenen Boden- und Schneeverlältnisse auf der Flucht einzuholen. Auf dem Schneeschuh gelangt der J'äger und 'Gebirgsbewohner an Plätze, die sonst für ihn im Winter unerreichbar sein würden.
DeutscheJnfanteristen. das Kochgeschirr auf die Tornisterklappe aufzuschnallen, die Mantel- und Aeltrolle wird um die drei Seiten des
Tornisters gelegt und,' nachdem beide Enen so weit nach innen umgeschlagen sind, daß sie mit der unteren Kante des Tornisters abschneiden, an den drei Seiten mittels der Mantelriemen befestigt; die Zeltbahn wird hierbei für sich zusammen- und flach oben auf den qerollten Mantel gelegt. Eine richtig gelegte Mantel- und Zeltrolle ist 12 bis 14 Cmtr. breit und 8 bis 10 Emtr. hoch. Am Leibriemen werden der Brotbeutel, die beiden Patronentaschen (mit 90 Patronen) und das Schanzzeug getragen. ' Alles Geschäft. Buchhal. ter: Soll ich der Firma Junge & Müller günstigere Conditionen ein räumen, wenn der junge Herr Müller Ihr Schwiegersohn geworden?" Principal: Im Gegentheil, mein Lie ber! Wir müssen trachten, die zwanzigtausend Mark Mitgift, die er bekommt, nach und nach wieder heraus zuschlagen!" P r u v . Atarame: Minna, ich habe erfahren, Sie haben meinBall-
kleid zum Droschkenkutscherball angezo- ! gen! So eine Unverschämtheit! Haben ! S:e sich denn gar nicht geschämt?" j Köchin: Ja, ob ich mich geschämt ha,
be! Mein Johann hat gesagt, wenn ich noch einmal in so einem unanständigen Anzüge käme, wären wir geschiedene Leute!"'
Soldaten auf Schneeschu hen. Die Benutzung der Schneeschuhe für militärische Zwecke ist fast so alt wie ihre Verwendung zur Jagd. Bereits gegen 1200 finden wir sie. Später begegnen wir in Skandinavien, in Schweden wie in Norwegen Compagnien von 'Schneeschuhläufern, die zu raschen Kriegszügen des 15. und 16. Jahrhunderts dienen. Als Verkehrsgeräth fällt dem Schneeschuh eine bedeutende Rolle zu. Em Versinken im tiefen Schnee oder ein Umkommen durch Schneelrehen ist kaum mehr möglich, denn der Schnee-
schuhläufer gleitet selbst über haushoben Schnee leicht hinweg, ohne mit den Füßen einzusinken. Erst seit ungefähr fünfzehn Jahren kam ein neuer Geist in die Ausübung des Schneeschuhlaufes. als man begann, ihn sportmäßig auf Grund fester Regeln auszuüben und auszugestalten. Bald hatte man sich auch große Fertigkeit im Springen auf Schneeschuhen angeeignet, die nicht nur sportliche Bedeutung hat. sondern auch von hohem praktischem Werth ist, da der Läufer bei Touren im Gebirge befähigt sein muß. steilere Abhänge, die sich ihm plötzlich entgegenstellen, zu nehmen, sollen nicht große Umwege gemacht werden.
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Mädchen mit Schneeschuhen. Das Laufen selbst bietet keine besonderen Schwierigkeiten und darum ist der Schneeschuh auch bei der FrauenWelt beliebt. Die ganze Kunst des Laufens besteht eigentlich nur darin, die Füße mit einem gewissen Schwung parallel nebeneinander herzuschiebcn und das Gleichgewicht zu beHallen. Außer dem Springen auf Schneeschuhen giebt es noch eine ganze Reihe von Sportleistungen, die mehr oder wemger Gewandtheit erfordern. Als ein hübsches Kunststück gilt es. an verschiedenen Stellen eines Hügels Gegenstände auszuwerfen, wie Handschuhe, Mütze u. s. w'., die dann im vollen Lauf bergab aufgehoben werden müssen. Neuerdings pflegt man den Schneeschuhsport auch in der Weise zu betreiben, daß sich der Schneeschuhläufer von einem Pferd ziehen läßt. Man wählt für diesen Zweck ein gut eingefahrenes Pserd, am besten einen kräftigen Pony.
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S i e t e n n ! ! l ch a u s. Regisseur Schulze: Wissen Sie. Fräulein
Müller, im dritten Act von ...Verlas
en", wo Ihr Gatte Sie so schnöde im Stiche läßt, spielen Sie viel zu poma-
diq." Frl. Müller: Na. wissen Sie.
Herr Schulze. Sie norden mir doch nicht lehren wollen, wie ich eine sitzen gelassene Frau zu spielen habe? Das ist mir in Wirklichkeit schon mehr als einmal passirt!"
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Auf der Seehundsjagd. Den Haupterwerb des Grönländers
dildet der Seehundsfang, der auf ver-
sck iedcne Weise betrieben wird. Die
ursprüngliche und dabei beste und
sicherste Art, einen Seehund zu erbeuten. ist der Fang mit Harpune und
Blase. Bei frischem Wind und mäßi-
oem Wellengang geht der durch euren
Wasserpelz geschützte und mit Fangge-
räth ausgerüstete Kaialfahrer sruy-
morgens in See. Hat der Jäger emen
Seehund erblickt, so nähert er sich ihm
vorsichtig unter dem Winde, wooel
möglichst schnell gerudert wird. Macht
der Seehund Mannchen, um emen etwaiqen Feind zu erspähen, so unter-
bricht der Kajakfahrer das Rudern.
hält das Ruder längs des Fahrzeugs
und neigt sich nach vorn, um von dem
Thiere für em Stuck Eis angesehen zu
werden: zu diesem Zweck hat der ?ee-
Hundsjäger über den dunkeln Wasserpelz eine kurze Jacke aus weißem Baumwollzeug angezogen. Ist der Seehund in Sicherheit gewiegt, so ru
dert der Mann bis auf eine Entser-
nung von 7 bis 10 Jards an ihn heran, worauf er mit geübter Hand seine
Harpune nach dem Thier wirft und dieses in die Seite zu treffen sucht.
Haftet die Harpune, so greift der Mann schnell nach der hinter ihm auf dem Kajak befestigten, aber leicht lösbaren Fangblase und wirft sie von sich um von dem Seehund nicht umgerissen
zu werden. Denn das verwundete
Thier taucht mit rasender Schnelligkeit
unter, wobei ein durch emen Riemen vorn am Harpunschaft befestigter beweglicher beinerner Stift sich umbiegt.
JagdmitderHarpune.
der Schaft von der im Seehund sie-
ckenden, nur etwa 4 Zoll langen Har-
pune sich löst und der Seehund mit
dem an der Harpune befestigten Rie
men in die Tiefe geht. Um den SeeHund an der Flucht zu verhindern, ist am anderen Ende des Riemens die aus
einem ganzen Fell eines kleinen See-
Hundes gefertigte, ziemlich großeFanz-
blase (eine Art Boze) angebracht, die der Seehund nicht leicht unter oas
Wasser ziehen kann, und an der er sich
bald abmattet. Hat der Mann den
auf dem Wasser schwimmenden Harpunschaft wieder an sich, genommen, so folgt er in aller Ruhe der durch die
Blase angezeigten Spur des Se:-
Hunds. Sobald das Thier, um Luft
zu schöpfen, an die Oberfläche des
Wassers kommt, wirft sein Verfolge? mit der Lanze, was er so lange wiederholt. bis der Seehund völlig getödtet ist. Eine andere Weife. Seehunde zu erbeuten, ist die Jagd zwischen dm Treibeis. Geht der lange arktische Winter zu Ende, so erhält das We':berboot der Fängersamilie einen neuen Fcllbezug, das Fanggeräth wird in guten Stand gesetzt, das Zelt und was sonst zu einem langen Lagerleben gehört, gesäubert und bereit gemacht, um auf die in weiter Entfernung seewärts gelegenen Kitsigsut-Jnseln ziehen zu können, sobald die 5auptmasse des Treibeises im Anzug ist, was in der Regel Ende April oder Anfang Mai geschieht. Denn mit dem Treibeis stellt sich ein, große Art von SeeHunden, die Klappmützen, ein, die um diese Zeit besonders fett sind, ihren Durchzug nach Norden hauptsächlich auf der Seeseite der genannten Inseln nehmen und da am besten zu erbeuten sind.
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Jagd zwischen Treibeis Um vom Lagerplatz aus den Klappmützenfang zu betreiben, sticht der Fänger in See und zuerst in die Treibeismasse hinein, wobei er oft genug sein kleines Fahrzeug über den Weg versperrende Eisschollen schleifen oder tragen muß. Hat er eine passende offene Stelle zwischen dem Treibeis entdeckt und eine niedrigeScholle gefunden, die ihm das Aussteigen erleichtert. so betritt er dieselbe, zieht seinen Kajak hinauf und legt ihn so zurecht, daß er ihn augenblicklich besteigen und mit ihm ins Wasser heinausgleiten kann. Hat er dann noch seine Kugelbllchse bereit gelegt, so tritt er ,)icht an den Rand der Scholle und kratzt mit einem in einen Eisenstachel auklau senden Stock das Eis, oder er steckt die
Eisenspitze ins Wasser und pfeift oben
an dem Stock, oder er pfeift wie einem Hunde, um eine Klappmütze anzulocken und zum Auftauchen zu veranlasM 1 m
jen. croitcn er eine solche m wem? Entfernung, so stößt er heulende Töne aus und fuchtelt mit beiden Armen in der Luft herum, um sich dem Seehund bemerkbar zu machen und ihn in Schußweite heranzulocken. Eine Kuael macht dann dem Thiere ein Ende.
Was ist Pech? Wenn man eine
Gattin hat, welche wie emeKochin aus-
schaut, aber doch nicht kochen kann.
Milderung. Also die Pro
ceßkosten haben den ganzen Betrag, um
den ich Proceß gefuhrt hab, ausgesres
sen" Rechtösreund: Pardon, fcfofc
absorblrt.
Kaiserin Friedrich. Ueber den Gesundheitszustand der Kaiserin Friedrich, der Mutter deZ deutschen Zwisers. werden widersprechende Gerüchte laut. Während die Nachrichten aus Deutschland besagen, daß sie sich von ihrer letzten schweren Krankheit wieder vollständig erholt hat, wird aus England gemeldet, daß ihr nur noch wenige Lebenstage beschieden sind. Sollte König Edward der
siebente von England deshalb den Besuch seiner Schwester so auffallend be-
schleunigt haben? Die Kaiserin Fric-
drich wurde am 21. November 1840 im
Buckingham - Palast zu London als erster Svroß des Prinz - Gemabls und
der Königin Lictoria qeboren und am
25. Januar 1858 wurde sie im St.
Jamespalast mit dem Prinzen Frie-
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Kaiserin Friedrich.
drich Wilhelm, dem späteren Kaiser Friedrich dem Dritten, getraut. Wie
hrer iünast verstorbenen Mutter sind
auch ihr schwere Prüfungen beschicken worden; ihr Gatte ist in der Blüthe sei-
ner Jahre dahingeschieden, zwei zu-
gendliche Sohne, mehrere ihrer zunge-
ren Bruder und ihrer Neffen hat der
Tod ereilt; aber ihr bleibt eine stattliche Zahl der nächsten Familienangehörigen, zwei Söhne und vier Töchter.
die ihr 18 Enkel und bereits eine Urenkelin (Prinzessin Reuß) geschenkt haben. Seit sie den Wittwenschleier trägt, hat die Kaiserin Friedrich sich in
die stillste Einsamkeit zurückgezogen.
Auch die großen Reisen, die ihr sonst
vielen Genuß bereiteten, sind immer seltener geworden, wie sie auch immer
seltener zu längerem Aufenthalt m
Berlin oder in ihrer englischen Hei-
math weilt. Auf ihrem Schloß Friedrichshof bei Eronberg im Taunus
bringt sie die große Mehrheit ihrer
Tage zu. selten noch an die weitere
Oeffentlichkelt tretend. Trotzdem die Kaiserin Friedrich den größten Theil ihres Lebens' in Teutschland zugebracht hat. ist sie doch immer eine Engländerin geblieben, die nur geringe Sdmpathien für das von ihrem Sohne beherrschte Land fühlt.
rauenloqik.
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flhs ß -SK j ( Jjj jl
Frau A.: Es 'st wirklich schrecklich, liebe Freundin, wie Sie und Ihr Mann sich fortwährend-zanlen; warum trennen Sie sich denn nicht lieber von einander?" Frau B.: JEh! Weggehen und ihn thun lassen, was er will? Fällt mir nicht ein!" U e b e r t r u m p f t.
Ii W' k 1 im MWJA.
Frau A.: Die jungen Leute von
heute sind gar nicht mehr so zuruckhal
tend wie früh?r: mein Mann hat mir den ersten Kuß gegeben, wie er bei
memem Vater um mein: Hand an hielt!-
Frau V.: Ich habe den ersten Kuß sogar nicht eher gekriegt, als bis die
Mitgift auf dem Tische lag!"
Höchste Naivetät.
Heruntergekommener Baron (nach Schluß der Tafel zum Gastgeber): Bitte, leihen Sie mir 10 Mark!" Gastgeber: Aber wozu denn?" Baron: Nun Ich mutz doch Ihren Leuten ein Trinkgeld geben!-
ZZürssrge für Kranke. 5?n der vom preußischen Gebiet um
schlossenen Enclave Gr.-Hansdors öst
lich von Ahrensburg an der Lübecker Bahn, einem waldreichen Gelände, hat
die Landesversicherung der Hansestädte
ein Genesungshelm sur weibliche Kranke eröffnet. Die trotz weiter Hal
den geschützte Anhöhe oberhalb der Elbniederung, die Waldumgebung und
die idyllische Zuruckgezogenheit des Ortes eignen sich vorzüglich zu einem Genesungsheim, zumal da krystallrei nes Wasser und frische Luft zur Stelle sind. Ein stattliches Gebäude mit
Untergejchotz. Hocyparlerre. zwcl
Stockwerken, Giebel- und Thurmdauten. auf den Länasseiten fünszehn
Fenster Front. Daneben Wirth-
schaftsgebaude und em Beamtenyaus mit Mansardenstockwerken. In , dem neuen Genesungsheim ist selbstverständlich Alles nach den Anforderungen
der neuesten Wissenschaft und Technik
Geschäften. Das aanze Institut mit
Nebengebäuden. Gartenanlagen. Be-
amtenhaus. Maschinen und Jnstalla-
tionen kostet ca. 450.000 Mark. Zur
Aufnahme werden gelangen: Perso-
nen. die nach akuten Krankheiten in der Genesung begriffen sind; weibliche
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Das Genesungsheim. Personen, die an Bleichsucht leiden und tuberkuloseverdächtig sind; ferner Personen, die mit Erfolg in den Heilstatten behandelt wurden, zur Nachkur. Im Ganzen sind seit 1892 von den Versicherungsanstalten 5195 Heilverfahren angeordnet worden. Ueberwiegend Lungenkranke; 1893 nur 4; 1900 aber wurden schon 1032 nach den Heilstätten gesandt; Lungenkranke überhaupt wurden seit 1893 4290 einem Heilverfahren überwiesen; Rheumatiker. Gichtische und Nervenkranke insgesammt 1005. Heute besitzt die hanseatische Versicherung vier eigene Anstalten, drei im eigenen Besitz, eine in Westerland gemiethet; außerdem hat sie im Sommer eine eigene Station für bleichsüchtige Mädchen. Morgenleliüre.
M ftrv ss'u sKrrXm yV JJi' ll 4&Y4SZ v3VJa? Vtl NÄsZs'HM'!! yiW MMMWWUWW Wm&m VM: W L Nil ' 'i'ti Jdl-ÄvT fr Wt$ hl III I MI P-A Xr-1 . sti ' '1 12 XJl( r-r . ! 5i ' ('Jü$ v?iHt'iffi d S Äl&t'fk&&t "" ZI " 1 ws l ür -
St, Papa? Du lich d!e Th ait: Nachrichten?" Weißt, mein Kind, ich war skstern bei einer Premiere, und da will ich nachsehen, was die Herren Kr't'er iagen. damit ich weiß, ob ich such gestern darf unterhalten haben." Das schwache Geschl.echt
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Baron:- Der Johann ist krank. Alma; wollen Sie dessen Arbeiten heute m?t übernehmen?Gewiß, gnädiger Herr; dis heißt, Gläubiger herausschmeißen, das kann ich nicht!" Größte Eitelkeit. Farmer: Du bist ja vor Wuth ganz aus dem Häuschen" Tante: Ach. denk Dir. vorhin bin ich draußen im Urwald Kannibalen in die Hände gefallen, und die Unver schämten ließen mich laufen, weil ich ihnen zum Schlachter zu alt und zähe wäre!" Im Porzellanladen. Dame: Ich habe hier ine Tasse mit der Devise Zur Erinnerung- gekauft, die aber einen Mecken hat Chef (zum Verkäufer): Herr Meyer, diese Dame wünscht eine fleckenlose Erinnt rung zu haben!".
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