Indiana Tribüne, Volume 24, Number 172, Indianapolis, Marion County, 10 March 1901 — Page 3
.Sttbtotta StlMnf, Gomitäo, losciärj 1901."
Ali Dom Mt
Vornan aus dem Nachlasse HenS Wachenhusens.
V i
(10. Fortsetzung.) So vermieden sie Beide, von ihr zu sprechen. Als Erich ihr aber von seiner Reise sprach, erblaßte sie und schaute ihn erschrocken an. Geschah's imrch den Gedanken, ihn so lange entbehren zu sollen, oder um der Schwester Gefahr willen? Sie rief den Oheim und erzählte ihm von Erichs Absicht. Der machte dazu ernste Miene. Versprechen Sie mir nur einige Tage noch zu warten", bat er, der im Begriff war, auszugehen. Er hatte nämlich die Absicht, mit Adriani zu sprechen. Da er am Mor gen gehört, daß Jennys Gesang an sich sehr gefallen und nur ihr Auftreten gerade hier Opposition gefunden hatte, wollte er ihr Engagenient aufrechtzuerhalten suchen, um ihr wenigstens eine Lebensstellung zu sichern. Doch sprach er davon nichts. Während Erich unwillig überlegte, sagte er ihm Adieu, ihn einladend, den Abend mit ihnen zu verbringen, und ging. Erich schritt aufgeregt im Zimrner auf und ab. Er wollte von Jenny nicht mehr sprechen. Nichts ahnend von ihrem Zustand, sagte er sich, sie existire für ihn nicht mehr. Mochte sie bei der Künstlergesellschaft verbleiben, ihm gezieme es nicht, sich darum zu kümmern. Seit sie ihr LooZ gewählt, verlangte er nach einer gerichtlichen Trennung; es erschien ihm aber Peinlich, diese in's Werk zu setzen, obgleich er nicht bezweifelte, daß auch Jenny danach verlange. Von mir muß das aber ausgehen!" rief er, seinen Gedanken plötzlich Laut gebend und vor Mary stehen bleibend, die sich, mit ihm allein, auffallend erregt zeigte. Sie blickte fragend zu ihm auf. Unsere Scheidung nämlich !" fuhr er in hartem Ton der Entschlossenheit fort. Es ist jetzt mehr als ein Jahr verstrichen, seit sie von mir ging. Mir und meinem Kinde bin ich die Trennung von ihr schuldig. Mein Leben muß sich anders gestalten; ich fühle eine 5)ede in Kopf und Herzen, die mich schon zu meinen Geschäften unfähig macht. Was kann ich noch erwarten? Ich will mich von dieser Last befreien. Ich habe längst eingesehen, daß ich ihr niemals etwas gewesen bin, denn mit so raffinirter Kälte sich von einem Manne zu trennen, der ihr höchstens einen noch dazu sehr nachsichtigen VorWurf machte, wenn sie das Geld mit vollen Händen hinauswarf, ohne an die Zukunft unseres Kindes zu denken, das war himmelschreiend, unverzeihlich. Ein Thor war ich. mir noch einen Gedanken um ihre Zukunft zu machen, da immer eine Stimme in mir rief, sie müsse unglücklich werden. Ich rechnete ohne ihren leichten Sinn, der sie jetzt ihr Glück an der Bühne suchen ließ. Möge sie es finden!... Aber was wird aus mir? Die Welt ist im Stand, zu glauben, ich fühle mich unglücklich, denn ich begegne zuweilen wieder mitleidigen Mienen; aber, bei Gott, es war nur menschliche Theilnähme, die mich an sie noch denken ließ, die Sorge um ein Weib, das so gedankenlos in die weite Welt hinausziehen konnte und selbst ihr Kind verließ! . . . Mary," rief er, sich vor ihr auf das Tabouret niederlassend, von dem sie ihre Arbeit genommen, Sie sind zwar ihre Schwester, aber ich kenne Ihr Urtheil übe: sie von dem Augenblick ab. wo wir uns fahen. Helfen Sie mir! ..." Er lächelte selbst über diese letzten Worte, als er sie erschrecken sah. suchte ihre Hand zu ergreifen, die in den Schooß gesunken, und schaute ihr in's Auge, diese Hand pressend. Sie waren mir eine theilnehmende Freundin, aber ich gestehe es Ihnen, Sie als Ihre Schwester waren es auch, die mich veranlaßte, aus Achtung, aus Freundschaft meinen Groll zurück zu drängen, ihm keine Worte zu geben. Mary, wenn ich Sie nun fragte: könnten Sie mir mehr widmen als diese Freundschaft?" Sie entzog ihm ihre Hand und schaute auf ihre Häkelarbeit. Still lächelnd blickte sie vor sich nieder. Ich könnte Ihnen nur die Antwort geben: Ich habe Sie gern!" versetzte sie, leise den Kopf schüttelnd. Aber thun Sie. als habe ich Ihnen das gar nicht gesagt. Sie konnten es sich ja denken! . . . Auch der Oheim schätzt Sie, das wissen Sie. setzte sie als Entschuldigung ihrer Worte hinzu. Danach versank sie in tiefen Ernst. Sie gedachte des Leidens ihrer Schwester. ' Ihr erschien es als Frevel, ihn gerade jetzt anzuhören. Sie hätte ihm gesagt von diesem Leiden, doch der Oh?im hatte das nicht gewünscht; er mußte seine Gründe haben. Sie ließ die Arbeit wieder in den Schooß sinken und vermochte nicht zu hindern, daß er ihre Hand ergriff und
sie an seine Lippen drückte. Nur einenu
Vorwurf im Blut konnte sie thm nicht ersparen und den sah er nicht. Indeß er schien zufrieden; er erwog die Umstände. Als er sich erhob, begegneten sich doch ihre Augen. Er sah sie bleich und schwer bewegt, ließ sich vor ihr auf die Knie , nieder und be-
deckte ihre Hände, denen oit Arbeit entsank, mit Küssen. Nein!" rief er aus. So soll es denn noch mcht gesprochen werden; aber Ihr Herz. Mary, wird mir eine himmlische Genugthuung bereiten! Ich bleibe, denn die Sehnsucht nach Ihnen würde mich ja so schnell wieder zurückführen !"
Er erhob sich und stürmte hinaus. Sie blickte wie traumstlig vor sich fctt.
"Ja, ich konnte es wollen! Er ist
ein guter Mensch, an dem sich Jenny
schwer versündigt hat! Ich wollt', ich wäre ihr nie wieder im Leben be-
segnet, das uns ja so weit von einander getrennt hatte, daß kaum je Eine von uns der Anderen gedacht hat."
Sie versank m tiefes Sinnen. -Erich
besaß schon seit Anfang ihre ganze
Sympathie, au der sich eine stille Zu
neigung entwickelt halte. Aber die
Schwester? Er gehörte von rechtswegen noch ihr. wenn sie dies auch nicht begehrte, sondern sogar in so wegwerfender Weise von ihr gesprochen hatte, daß Mary sich ihrer geschämt hatte.
Und zetzt hatte er ihr gesagt, was sie
schon auf seiner Lippe gelesen! Er
hatte es ihr gesagt, während die
Schwester vielleicht auf den Tod lag:
frevelhaft .erschien ihr dies, doch e?
wußte ja nichts davon, er hatte von Scheidung gesprochen, während der Tod sich vielleicht schon anschickte, das
Richteramt zu übernehmen. Ja. straf-
bar war's, sich nur mit diesem Gedan-
ken zu beschäftigen. An Jennys Schmerzenslcller hätte sie sitzen müssen.
wenn nur der Arzt das gestattete! ...
DT Oheim kehrte sehr mißgelaunt
zurück. Er fand Mary zerstreut und sprach ihr von Adriani. der ihm erklärt
habe, er bedauere, ihm sagen zu mussen, daß es sein Prinzip sei. eine
Künstlerin, bei deren Debüt sich Oppo-
sition gezeigt habe, nicht zu engaguen, denn die Nachricht davon gehe durch die Zeitungen und mache einen üblen Ein-
druck; er habe auch bereits mit einer
anderen Sängerin abgeschlossen, deren
Namen schon das nächste Programm
bringen werde. Üeberwindet sie also ihre Krankheit, so steht sie arm und verlassen da," schloß der Consul. Ich kenne sie ja
noch fast gar nicht, weiß also nicht, wis mit ihr anfangen. Mit Soltmann darüber zu sprechen, ist mir peinlich und doch werde ich es müssen, wenn er am Abend kommen sollte. Dir wird es wohl überlassen bleiben, zu hören.
was sie zu thun gedenkt. Ich weroe
noch in's Spital senden, zu erfahren.
wie es mit ihr sieht; und darnach über-
legen, ob wir ihm sagen dürfen . . .
22. Die beiden Schwestern. Ohne davon zu sagen, unternahm Erich doch zu seiner Zerstreuung einen Ausflug für acht Tage und mußte während dessen in Dresden wieder Mathide Schenck und ihrer Mutter begegnen. Sie zeigte ihm ein recht moquantes Gesicht, dann aber setzte sie ein: theilnahmsvolle Miene auf. Sie habe mit
Bedauern vernommen, dafe .seine
Frau" so schwer erkrankt sei, sagte sie ihm nach frostiger Begrüßung. Er zuckt: die 'Achsel, sprach von gleichgiltigen Dingen und empfahl sich
ihr dann. Er war ja darauf vorberei-
tet gewesen, von ihr nichts Angenehmes
zu hören.
Also auch dies haite man ihm ver-
heimlickt! Aber natürlich wieder aus
Schonung, obgleich er dieser nicht mehr zu bedürfen glaubte, denn sein Herz dachte nur an Mary. Allerdings sagte er sich, auch sie werde ihre Mängel haben, die sich erst bei der Prüfung herausstellten, aber wo war denn ein vollkommenes Weib zu finden? Ihre Stellung in der staatlichen Gemeinde, in der Gesellschaft wies sie alle auf kleine Untugenden an. und Mary erschien ihm doch wie die Sanftmuth, die Anmuth selbst. Aber Jenny war ja schwer erkrankt, fiel ihm ein! Doch was blieb ihm zu thun? Er konnte sie nicht aufsuchen... Aber zurück wollte er jedenfalls; die acht Tage waren ja abgelaufen . . . Um dieselbe Zeit erhielt Mary von der Oberin des Spitals die Nachricht, die Patientin habe die Krise glücklich überstanden, es stehe ihrem Besuch nichts mehr entgegen. Ein Verlangen nach ihr habe sie freilich' noch nicht geäußert. So ist sie die alte geblieben, die sie war!" dachte sich Mary. Geh und sieh Dich nach ihr um. Auch ich gedenke, sie noch einmal aufzusuchen", fagte der Consul. Mary fuhr also zum Spital. Die Oberin selbst führte sie zu der Genesenden, die sie ohne Zeichen freudiger Ueberraschung empfing. Ihr Gesicht war bleich, ihre Züge waren eingefallen. ihre Augen blickten die Schwester so glanzlos an; ihr Haar hing ungepflegt über die Schultern. Sie war mit sich und der ganzen Welt zerfallen, das sah Mary ihr an. als sie auf ihre theilnehmenden Worte kaum eine Antwort hatte. Du warst so gütig, für mich zu sorgen", sagteJenny mit ironischer Miene. Aber Ihr seid ja reiche Leute!" Sprich nicht so, Jenny!" Mary setzte sich ihr gegenüber und blickte sie voll tiefen Mitgefühls an. Ich freue mich unendlich, da Du Dich so schnell erholt hast und komme, um zu fragen, ob Du etwas bedarfst." Ich? O nein! Man hat mir die äußerste Ruhe anbefohlen und Du ftchst, ich bin ruhig und habe nur den einen Wunsch, recht bald dieses Haus zu verlassen. Ich denke wieder nach Amerika zurückzugehen, denn in diesem Lande bin ich doch nicht heimisch geworden, obgleich ich es aufsuchte mit dem Gefühl, daß ich es werden könnte. Ich fehe ein. daß mich deshalb auch ein gewisses Unalücksbewußtsein nie ver-
ließ. In dergleichen vermag man ja nichts über sich selber. Es war recht thöricht von mir, Hieher zurückzukehren ich mache mir einen großen Vorwurs daraus, doch das ist zu spät!" Sie strich mit beiden Händen über das abgemagerte Gesicht und blickte dann wie stumpfsinnig vor sich hin. Vergeblich wartete Mary, daß sie nach ihrem Kinde fragen werde. Das Sprechen wird Dir lästig, vielleicht schädlich sein!" sagte sie scho mnd. Du verzeihst mir aber, wenn
es mich zu Dir trieb, seit der Arzt es gestattete." Ach ja.'ich weiß ja!" Ein bitteres Lächeln ließ sie abbrechen. Die Oberin." setzte sie nach einer Pause hinzu, die war und ist ja so aufmerksam gegen mich, aber es wird mir schwer, ihr dankbar zu sein." fühlst Du Dich denn wirklich wieder gesund?" Jenny blickte mit dem Ausdruck der Entschlossenheit zu ihr auf, dann furchtsam umher. Mit leiser Stimme sagte sie: Ruhe verlangt man von mir. aber mich drängt und jagt es förmlich von hier hinaus. O, ich habe ja sonst eine so gesunde Natur! Schwämme ich wieder auf dem Wasser, ich bin überzeugt, ich wäre sofort wieder gesund in der schönen Seeluft. Aber . . Sie stockte. Ich könnte verrückt hier werden; ich halte es hier nicht aus. seit ich wieder zu mir gekommen bin! .Hätte ich das Geld nur zur Reise, keine Gewalt gäbe es. die mich festhalten sollte." Das würde Dir ja der Oheim gern zur Verfügung stellen, aber Du bist noch zu schwach! Und hast Du denn drüben einen Anhaltspunkt? Du sagtest mir doch . . ." Was sagte ich Dir? ... Vergiß das. es entfuhr mir nur so! Nur so ganz verarmt möcht' ich drüben nicht wieder erscheinen. Du weißt ja, wie die Menschen sind, wenn sie fürchten, man könnte ihnen zur Last fallen!" Seit Mary ihr von dem Oheim gesagt hatte, schien ein Hoffnungsstrahl in ihr Herz gefallen zu sein, obgleich sich ihr Stolz wohl dagegen bäumte, etwas von ihm anzunehmen, gegen den sie so bewußt aufgetreten war. Der Gedanke, fort zu können, machte ihre Augen wieder glänzen; er beschäftigte sie sichtbar. Und wünschest Du. Dein Kind nicht vorher noch einmal zu sehen?" wagte Mary zu fragen. Wenn Du nämlich fest entschlossen bist . . ." Den Harryl" Es schien wirklich in ihrem Mutterherzen etwas vorzugehen. Aber sie lächelte bitter vor sich hin und nahm ihr Knie zwischen beide Hände. Ich denke mir, seine Mut, ter . . . die wirst Du ja werden!" Sie schaute die Schwester scharf und argwöhnisch an. Diese erblaßte, dann färbte sich ihre Stirn. Jenny ha.tte das in einem Ton gesprochen, der ihr Gefühl verletzte. Ich war es ihm. so gut ich es konnte!" sagte sie. ihr jetzt den Blick strafend, zurückgebend. Danach erhob sie sich schnell. Fi'chle Dich nur nicht so beleidigt! Meine Wirtihn sagte mir ja, wie intim Ihr seid! Nach mir wird der Knabe nicht mehr fragen!" Jenny sprach das so verbissen. Mary fühlte ein wirkliches Schaudern bei der Herzlosigkeit, mit der sie das hinwarf. Sie ist unverbesserlich, sagte sie sich, nicht mehr wissend, was sie noch mit ihr sprechen solle. Sie blieb ihr also die Antwort schuldig und verletzt durch ihr Benehmen reichte sie ihr die Hand, um sich zu entfernen. Ich will Dich nicht noch mehr erregen! Kann ich Dir mit irgend etwas dienen?" fragte sie in herzlicher Weife. Jenny schüttelte den Kopf; ihr lag wieder etwas Herbes auf jcx Zunge, doch sie unterdrückte es. Sie warf sich auf das Lager, barg ihr Antlitz in den Händen und schluchzte. Mary beugte sich über sie, Jenny aber streckte den Arm gegen sie aus. Geh!" rief sie, sich ihres verzerrten Gesichtes schämend und es wieder verbergend. Geh und überlaß mich mir se!er, denn Du ... Du bist ja glücklich!" So lag sie da. Mary legte ihr die
Hand auf den Nacken und sprach ihr beschwichtigende Worte. Sie aber antwortete nicht. Adieu denn, Jenny!" , Noch stand Mary wartend da; endlich aber, als sie Zeichen der Ungeduld sah, entfernt: sie sich traurig. Die Oberin schien auf sie gewartet zu haben. Es ist schwer, mit ihr auszukommen . . . die arme junge Frau!" sprach sie leise. Mary drückte ihr die Hand und verließ das Haus. Sie war zu sehr erregt, um sprechen zu können. Jenny war verloren in ihren Augen. Sie wußte' nicht, wie sie retten . Der Oheim hörte ihren Bericht nach, denkend an. Es bleibt da nur EinZ!" sagte er. Und das werde ich übernehmen. Aber frage nicht und laß mich machen!" . . . Als Erich desselben Tages gegen Abend kam, fand er Mary in recht trüber Stimmung. Doch sie lächklte ihm entgegen. Fr legte, da sie allein war, die Hand über ihre Hüfte und sie ließ daö einen Moment geschehen, dann trat sie erschreckend zurück, als habe sie sich vergessen. Er sagte ihr. wie schwer ihm diese kurze Trennung gewesen und dann auch von dem, was ihm Frau Schenck in Dresden erzählt hatte. Sie nickte gedankenvoll vor sich l in. Sie ist wieder genesen; ich durfte heute zum ersten Male zu ihr; ich gestehe aber, dieser Besuch ist mir noch unheimlich, wenn ich an ihn denke. Sie ist zerfallen mit der ganzen Welt, will wieder zurück nach Amerika und was mir den eigentlichen Aufschluß über ihr Verhalten gibt sie erklärte mir. sie habe von Anfang an in Deutschland niemals heimisch werden können. Ja. gewiß! Das gibt mir Aufschluß über ihr unstetes Wesen! Nicht die heiligsten Bande könnten sie hier festhalten? .. Und sie. verlang, jetzt auch nicht einmal nach dem-kleinen Harry! Lassen ;7fte also ziehen. Wenn ich den Ohenn recht verstanden habe, so wird er das Uebrige thun!" . Erich nahm ihre Mittheilung mit Ruhe hin. Ein Seufzer schien ihm zur Erleichterung seines Herzens zu dienen. ZÄas Mary ihm gesagt, durfte ihm auch einen neuen Gesichtspunkt zur ..' - .. -1. :
Beurtheilung Jennys geben; doch es mochte sein, um der Qual ein Ende zu machen! Wenn Mary sie für unverbesserlich erklärte, so war daran nicht zu zweifeln. Er wollte mit dem Conslll reden und fühlte wirklich durch das. was Mary ihm gesagt, eine Beruhigung; denn handelte es sich nur um die materiellen Mittel, um wieder dahin zurück zu kommen, wo sie ihre Heimath wähnte, o. die sollten ihr nicht fehlen! ... Der Moment war nicht geeignet, Mary von seiner Liebe zu sprechen. Er ergriff also ihre Hände, drückte zwei Küsse darauf und eilte fort. In seiner Wohnung hob er Harry in seine Arme, preßte ihn mit feuchten Augen an sich und rief: Du Aermster! Ja. Du sollst ine Mutter wieder haben und eine bessere als sie Dir gewesen!" ... 23. D a s L e tz t e. Zwei Tage später stieg der Consul mit Mary und dem Kleinen in eine geschlössen .Equipage. Beide waren sehr ernst gestimmt. Er'hatte Jenny ein Billet geschickt mit der Anfrage, ob er ihr seinen Besuch machen dürfe, und diese hatte ihm sagen lassen, sie erwarte ihn am Mittage, am Sonntage. Du wirst mich mit Harry begleiten, den ich abholen lassen werde", hatte er mit Mary verabredet. Während ich das Spital besuche, wirst Du im Wagen auf meine Rückkehr vor dem Hause warten. Sollte es sein, daß ich Dich rusen lasse, falls ich nicht schnell wieder herauskomme, so wirst Du mit dem Kleinen mir folgen. Das Uebrige vermag ich nicht zu berechnen." Im Hausflur des Spitals empfing ihn die Oberin mit feierlicher Miene, ihn dann in das Sprechzimmer führend und vor der Thür Zurückbleibend. Hier saß Jenny bereits, ihn erwartend. in einem einfachen Hauskleide. Sie war noch sehr blaß, erhob sich mit vornehmem Anstand und ging - ihm einige Schritte entgegen. Er sah mit Theilnahme in ihre leidenden Züge, reichte ihr aber nicht die Hand, denn er gedachte des vorigen Empfanges; er hatte erwartet, sie gedrückter zu finden. Sie verzeihen, wenn ich Sie mit meiner Person wieder belästige," begann er. Ich komme nur. um mich von Ihrer Genesung zu überzeugen. von der ich zu meiner Freude gehört habe." Jenny deutete aus einen Stuhl; er setzte sich ihr gegenüber - und sie ließ ihm auch ferner das Wort, das er übnoens sehr schnell fand, denn er sah, wie schwer ihr dieser Empfang wurde, obgleich er eine gewisse Spannung in ihrer Miene las. Daß sie seine Nichte sei, das galt für ihn augenblicklich nichts. Um Sie, die Sie jedenfalls der Schonung noch bedürfen, nicht lange zu belästigen." fuhr er vor sich hinblickend fort, gestatten Sie mir. mich kurz zu fassen. Mary sagte mir von Ihrer Absicht, nach Amerika zurück zu kehren. Ist dies Ihr voller Ernst?" Er vetonte die letzten Worte. "Ja!" klang es von ihren Lippen mit einer Bestimmtheit, die, er erwartn
hatte, denn vor ihrer Entschlossenheit hatte er alle Achtung. Er hielt es deshalb auch nicht für angebracht, auf diese einwirken zu wollen. Für diesen Fall also" er blickte sie prüfend an; sie hielt den Blick gesenkt wollte ich um die Erlaubniß bitten, Ihnen nur als Darlehen die Reisekosten zu offeriren. wenn Sie diese von mir als Ihrem Oheim annehmen wollen." Er fügte das zu seiner Rechtfertigung jedoch hinzu. Jennys Lippen waren noch immer fest geschlafen. Sie nickte, das Demüthigende dieses Anerbietens empfindend, obgleich sie darauf vorbereitet war. Ich werde Ihnen dankbar dafür sein!" setzte sie sich überwindend hinzu, wie schwer es ihr auch ward. Der Consul griff in die Brusttasche und legte ein verschlossenes Couvert auf den Tisch. Sie wollen es ferner nicht als eine unbefugte Einmischung eines Oheims in Ihre Verhältnisse betrachten, wenn ich mir gestatte, auch für Ihre nächste' Zukunft Sorge tragen zu wollen. Würden Ihnen hiefür 25.000 Dollars genügen, die ich Ihnen durch meinen Ihnen bekannten Geschäftsfreund in New Aork anweisen zu lassen bereit bin?" Jenny blickte ihn wie erstarrt an. Diese Güte vermochte sie nicht zu fassen. Sie hob die Hände gefaltet an das Kinn. Zu sprechen vermochte ,ie nicht. Es bedarf nur eines Wortes von Ihnen?- sagte der Consul mit kalter Ruhe. Ihm lag daran, zu Ende zu kommen. Noch saß sie in ihrer Ueberraschung da. Er erkannte die Wirkung seiner Rede, that aber doch einen Blick der Erwartung auf sie. O mein Gott!" rief sie in höchster Erregung aus. So viel Güte!" Ihr Siolz wa? gebrochen. Sie erhob sich und stürzte ihm zu Füßen. Sie überhäufen mich mit Wohlwollen, mich, eine so Undankbare!" rief sie. die gefalteten Hände zu ihm aufstreckend, dann die Stirn in tiefster Beschämung senkend. Ich bitte Sie!" rief der Consul. einen ihrer Arme ergreifend, in großer Ueberraschung. als er Thränen über ihre bleichen Wangen rinnen sah. Ich bitte, erheben Sie sich!" setzte er in Verlegenheit hinzu. O haben Sie Dank! Ich verdiene ia so viel Güte nicht!" Sie wollte mit beiden HZnden die seinige ergreifen. Und wo ist Mary, damit ich auch ihr danken kann?" Der Consul richtete sie gerührt auf. Er war nicht der Mann, der sich blenden ließ, doch erkannte er die Aufrichtigkeit ihrer Regung. Während sie,
anfähig, sich aufrecht zu erhalten, auf
den Stuhl sank, schritt er zur Thür,
schaute hinaus und beauftragte eme der pflegenden Schwestern, doch die Dame herein zu rufen, die draußen im Wa-
gen sitze.
Er kehrte zurück. Jenny schaute
ihm entgegen mit so bangen Augen, als mißtraue sie dem ihr gebotenen Glück.
Sie hatte in ihrer Aufregung gar Nicht
vernommen, was er der Schwester g:-
sagt. Er stand schweigend und vor sich blickend inmitten des Zimmers, Mary erwartend. Die Scene war ihm peinlich.
Ich habe noch eine Bitte." sagte er
schnell, ehe Mary da sein konnte. Sie
betrifft ein Scheidungsdokument. In einer Stunde wird der Notar bei
Ihnen sein."
Jenny verstand lhn. Todtcnbleich
neigte sie bejahend die Stirn. Das
kam ihr unerwartet.
Und da. trat denn Mary ein. an
ihrer Hand Harry, der seine blasse
Mutter bange anschaute und sie nicht
zu erkennen schien, wenigstens im
Zweifel war und Nicht in's Zimmer wollte. Jenny erblickte ihn. sie öffnete die
Augen weit, sprang auf und stürzte sich zu ihm. Sie umschlang und küßte
ihn. druckte ihn schluchzend an ihr
Herz. Der Kleine aber wehrte ihr mit den Armen, wandte das Gesicht von ihr
ab und sireckte die Hände nach Mary aus. Sie ließ ihn von sich, erhob sich und stand da, das Taschentuch an die Augen pressend. Noch schluchzend warf sie sich an die Brust der Schwester, dann beugte sie sich an deren Ohr und flüsterte einige Worte, vor denen Mary erbleichte. Lebewohl!" rief sie, ihr die Hand reichend, mit fast versagender Stimme. Ich reise noch heute Abend!" Und sich zum Consul wendend, ergriff und preßte sie auch dessen Hand. Verzeihung!" bat sie unter Thränen. Und tsusendfachen Dank für Ihre Güte!" Sie schwankte zur Thür und war draußen, ehe Mary sie zu hemmen vermochte. Kopfschüttelnd schaute ihr der Consul nach. Ein trauriges Beispiel weiblicher Verirrung!" murmelte er. Sie empfindet ihr Schicksal tief, aber zu spät! Hier war nichts Anderes möglich! Ich glaube mehr gethan zu haben, als meine Pflicht." Sich schnell entschließend hob er den noch ganz verstörten Knaben in seinen Arm und schritt hinaus. Mary stand n?ch unschlüssig da. Sich so zu trennen, auf ewig, von ihrer armen Schwester, die, noch kaum genesen. hinaus sollte auf die weite Reise, das that ihr weh. Aber der Consul wartete an der hinter ihm offen gebliebenen Thür. Sie sah seinen Unmuth, und so folgte sie ihm denn, gesenkten Hauptes.
Jenny, als sie ihre Krankenzelle wie-
der erreicht hatte, warf sich vor dem Lager nieder, legte das Antlitz darauf und so kniete sie minutenlang da. Endlich regte sie sich; sie stützte die Ellenbogen auf das Bett, hob die Stirne ächzend und starrte zur Decke, sich das Vorgefallene in's Gedächtniß rufend. Ihre Lippen waren total entfärbt, Thränen rannen noch über ihre Wangen. Herz und Lunge waren in heftiger Thätigkeit. Plötzlich aber preßte sie die Zähne auf einander, krampfte die Hände und ein garstiges Lachen bewegte ihre höhlen Züge. Geld!" knirschte sie. Ich habe Geld; ich, die ich vor so Kurzem noch Alles hatte, was ich begehrte, ich muß ihm auf den Knien danken, daß er mich vor dem Elend rettet!" Sie erfaßte mit beiden Händen die Bettdecke und krallte sie zusammen. Dann sank ihre Stirn nieder; es schien, als greife ein weicheres Gefühl in ihr Platz. Sie griff zur Brust und athmete hoch auf. Keine Noth mehr also!" rief sie aus: Aber zurück will ich dennoch! Ja. zurück, denn hier binjch verfehmt! Was begänne ich hier! Ich sah ja die hämischen Blickender einstigen Freunbinnen; sie würden mich behandeln wie eine Ausgestoßene, der Niemand die Hand zu reichen sich herablassen würde! Und wohin sonst als in's Land der Freiheit! ... Mary will ich nicht mehr sehen; sie ist eine Glückliche, in deren Augen ich doch nur den Vorwurf lesen muß; aber ..." Ihre Augen nahmen plötzlich einen fast unheimlichen Glanz an, sie richtete sich auf; sie fühlte sich gekräftigt in ihren Gliedern, streckte die Arme ttrlangend aus und ein mattes Lächeln belebte ihr Antlitz. Könnt ich ihn noch einmal sehen. meinen Harry; doch ohne sie, ohne Mary, die ihn von meinem Herzen gerissen hat! Nur ein einziges Mal. ehe ich für immer scheide, ihn an mich drürken! Ich leide ja keine Noth mehr; ich würde ihn mit mir fort nehmen, wenn es mir gelänge; so wäre ich ja nicht allein . . . allein in der großen weiten Welt, wie es jetzt mein Loos ist!" Sie ließ die Stirn sinken und stand sinnend mit herabhängenden Händen da. Das Gefühl einer Mutter schien wieder in sie eingekehrt seit die Noth von ihr genommen war; es mochte sie sogar mächtig ergreifen, denn sie legte die Arme über die Brust, als drückte sie den Kleinen an sich. O. so allein sein!" stöhnte sie. E3 ist furchtbar! Allein mit meinen Gedanken, meinen Vorwürfen, meiner Neue, die mich foltern wird, wenn ich drüben bin; ja auch dort, wo man auch den Stein auf mich warf, als ich vom Westen zurückkehrte, allein und ohne Anhang dasitzen muß! ..." Sie verhüllte die gerötheten Augen vor dem Bilde, das sie sich von ihrer Zukunft machte; dann aber plötzlich zuckte sie zusamm.
Jck will es versuchen!" rief sie au?. Das Herz Harrys kann sich ja nicht ganz von seiner Mutter abgewendet haben!... Aber wie?..." Si: sank auf den Bettrand, um zu überlegen. Ihr H-:rz pochte hestig beim Gedanken an das Kind, das ihr jetzt wieder so nahe gerückt erschien, nachdem sie es so lange hatte entbehren können. Es that ihr so weh, daß sich der Kleine vorhin so von ihr gewendet, sie kaum erkannt, aber sie schob die Schuld auf Mary. Wenn er sie ohne diese sah und er ihren Hcrzschlag an dem seinigen fühlte O, der Instinkt des Kindes mußte ihm ja sagen, daß sie seine Mutter sei! .. . Nur wie sie das bewerkstelligen könne. Harry zu finden, das machte ihr Sorgen. Inzwischen machte sie sich daran, in fiebernder Hast ihre Effekten in den Koffer zu thun. Sie wollte diesen zur Bahn senden, inzwischen mußte ihr. ja ein Gedanke kommen, wie sie ihr Vorhaben ermöglichen könne. Fort wollte sie noch heute. Es litt sie nicht mehr in diesem ihr durch Lei-
den so verhaßten Raum. Mittag war
ia erst vorüber und bis zum späten Abend, wenn der Zug abging, war ja
noch Zeit zum Ueberlegen Und sie fand wirklich Rath. Es wa? Sonntag. Er war gewiß nicht zu Hause. Die Tiei-erschast. wenn diese sie kommen sah. mußte sicher Rücksicht oder auch Mitleid für sie haben, sie zu dem Kleinen lassen, wenn sie ihr sagte, sie wolle nur Abschied von ihm nehmen. Zwar demüthigend war das. aber sie wollte es über sich ergehen lassen. Die Leute mußten ja doch jedenfalls von ihrem Hiersein gehört haben; es konnte ihr Erscheinen ihnen also nicht befremdend sein. . . . Eine Mutter, die noch einmal ihr Kind zu sehen begehrt! Welches Menschenherz hätte ihr das versagen können! Nur wie sich des Kindes Herz bemächtigen, das war die schwierige Frage. Inzwischen ließ der Notar sich melden. der nur auf des Consuls Ordre gewartet. Hereingeführt durch eine
Barmherzige Schwester, trat er zu ihr'
und theilte ihr mit. was fern Auftrag sei. Schweigend nahm sie das hin und ebenso unterzeichnete sie das fchon so weit fertige Aktenstück. Es war ja das die ihr gestellte Bedingung und nur eine Formalität, der sie sich gleichgiltig unterzog; wenigstens gab sie sich den Anschein. Ihr war's zwar, als der Notar gegangen, als habe sie ihr Todesurtheil unterschrieben, doch das Band war ja endgiltig zerrissen, wer fragte noch danach . . . Eine Stunde nach der anderen kroch ihr langsam dahin. Sie blickte ans den Spitalgarten und sah dort einige Genesende schleichen. Sie sahen so elend aus ... wie sie selbst! Einige Schwestern saßen in einer Jasminlaube und nähten träge. Es war ja Sonntag auch an dieser traurigen Stätte. ' Sie blickte nach der Sonne, die sich endlich neigte, und banger ward es ihr ioegen ihres Vorhabens. Ihr Koffer war bereits zur Bahn geschickt, wo sie ihn in Empfang nehmen wollte. Die weite Reise, die ihr bevorstand, beunruhigte sie nicht. Von der Oberin hatte sie sich bereits verabschiedet, da diese über Land gefahren war und erst spät heimkehren sollte. Ohne den Schwestern Adieu zu sagen, wollte sie fort. Was suchte sie noch hr? Ter Gedanke an ihr Kind beanspruchte sie ganz. Der Abend war ja schon da; sie mußte den Kleinen aufsuchen, ehe er zu Bette gebracht wurde, und hatte sich auch ihren Plan schon zurecht gelegt. Von einer Abspannung empfand sie nickts. Alle ihre Nerven waren in höchster Thätigkeit. Der Sommerabend war so schön. Sie wollte hinaus; den Weg zu Fuß in die Stadt zu machen, getraute sie sich nicht, um sich nicht zu ermüden. Eine Droschke sollte sie bis in die Nähe des. Hauses führen. Die Dienerschaft war jedenfalls draußen bis auf Einen, und er ... er hatte Zedenfalls auch das Haus verlassen; ihm zu begegnen fürchtete sie also nicht. So hüllte sie sich denn in ihren Paletot. ihren einzigen Schutz auf der wei ten Reise, überzeugte sich, daß sie ihr Geld wohl verwahrt bei sich trage und
verließ nach einem letzten Blick über
ihre LeidenZstätte die Zelle. Die Pförtnerin ließ sie ohne zu fragen hinaus. Jenny hatte ihr ja schon aesagt. sie wolle fort: drückte ihr ein
Geldstück in die Hand und stand aus
der Strave, mit vollen Zügen die frische Abendluft einathmend. Die Strabe war leer. Alles in dieser armlichen Gegend war am Sonntag au5 geflogen. Eine Droschke nahm sie auf. Es schlug gerade 8 Uhr. Die Sonne stand schon so niedrig, daß ihre Strah len nur die Dächer noch beschienen. Vor sich hin brütend, saß Jenny in dem offenen Gefährt, tief verschleiert, damit sie Niemand erkenne. Zwei Häuser vor dem von Erich bewohnten verließ sie den Wagen, dem Kutscher Ordre gebend, an der nahen Ecke zu warten, und schritt auf das gegenüber liegende Trottoir. Auch in dieser Gegend waren alle Straßen leer; es herrschte Sonntagsstille. Sie schritt an dem Hause vorüber mit dem Gefühl deö Verwaist, seins. Hier war sie bekannt gewesen als schöne, vornehme, junge Frau; da droben in der großen Bel-Etage hatte sie bis vor Kurzem noch gewaltet; sie erkannte noch dieselben Vorhänge. (Fortsetzung folgt.) Wettstreit. Meine Ahnen kämpften in den Kreuzzügenl 0, ich stamme noch viel complicirtcr ab!" Naiv. Ich bitte um ein AImosen, meine Familie ist obdachlos.Backfisch: Obdachlos ja aber warum gehen Sie denn in kein Hotel?"
Für die Küche, j
Gedämpftes Salzig Man nimmt ein nicht zu fet. von von dem eingesalzenen Schwe' bedeckt es mit kaltem Wasser jiinö es im Verhältniß zu seiner Gii Stunden oder länger kochen.' gibt man in Scheiben geschnit toffeln und Zwiebeln daran, rT""" es noch eine halbe Stunde lou, rauf Klöße hineinkommen, die fest gedeckt darin gar werden müssen. Kalbfleischsuppe. Ein Pfd. derbes Kalbfleisch wird in kleineStücke geschnitten, mit einer Prise Salz bestreut, in eine Kasserolle gethan und mit 1$ Pint kaltem Wasser Übergossen; während des Kochens nimm! man den Schaum sorgsam ab, dann rückt man das Gefäß etwas beiseite und läßt das Fleisch noch eine Stunde leise fortkochen, seiht die Brüh: durch, rührt einen reichlichen Eßlöffel tzU ArrowRoot. Sago oder Grieß, von letzterem zwei Löffel voll, in dieselbe und laßt die Suppe zehn Minuten unter fortgesetztem Umrühren damit kochen. Leber mit Schinken auf englische Art. Man schneidet recht egale Scheiben von einer Kalbsleber, sowie von einer sogenannten Schinkenwurst. Die gute gehäutete Leber wird in steigender Butter mit Zwiebeln kroß gebraten. Ist sie gar. so thut man sie schnell auf eine gewärmte Schüssel heraus, bratet in der schön' braunen Jus der Leber während 8 Mi nuten schnell die enthäutet:n Schin kenscheiben ab, richtet alles kranzfömiz an und gibt die mit etwas Kartoffelmehl ausgekochte Sauce darüber. Man legt immer abwechselnd eine Scheibe Schinken und eine Scheibe Leber. Möhrencompott. Man schale feine, süße, gelbe Möhren und schneide sie in strohhalmdicke, fingergliedlang: Streifen und vermenge sie mit der
'cbenfalls zu feinen Streifchen geschnit-
te.en Schale einer Eitrone, lasse es zusan men in Wasser weich kochen und auf einem Seiher gut ablaufen. Koche nun für ein Pfund davon ein halbes Pfund Zucker mit einigenEßlöffeln de Möhrenwcrers, schäume pünktlich ab und gebe dann die Möhren nebst denr Safte einer halben Citrone hinein und wenn die Masse anfängt, etwas sieif zu werden, so gieße nVm sie in die Gern pottschale und servire kalt. Warmer Gala Pudding. Eine Porzellanform wird mit Butter ausgestrichen und mit einer Schicht Aepfelscheiben ausgelegt, die man zuvor mit etwas Weißwein, Zucker. Zimmet, Korinthen und Citronenschale eine Weile gedünstet hat; auf die Aepfel kommt eine Lage in Rum getauchier Biscuitschnitten. die mit Aprikos?Marmelade überstrichen und mit eine? Creme bedeckt werden, welche man aus einem Quart Milch, drei Unzen Weizenstärke, drei Unzen Zucker, sechs Eidotiern und etwas Vanille über dem Feuer abgerührt hat. Obenauf streicht man den festgeschlagenen Schnee der sechs Eiwciße, bestreut denselben mit Zucker und Zimmt und bäckt d?n Pud ding, der in seiner Form aufgetragen wird, bei gelinder Hitze. Kleine englische PastetchenvonKalbsbraten. Man füllt die nachstehende Fülle in fertige Pastetchen aus Mürbteig oder Blätterteig und servirt die Pastetchen recht heiß. Man nimmt kalten Kalbsbraten, hackt ihn gröblich und thut ihn mit reichlicher Butter, etwas Wein, kleinem Rosinen. Kapern, gehackter Citronenschale, Citronensaft, sehr wenig gesto ßener Muskatblüthe, Butter und ein wenig geriebener Semmel zusammen in einen Tiegel, laßt alles gut durchschwitzen und verwendet es sodann nach Vorschrift oder füllt Pastetenförmchen mit ungebackenem Mürbteig aus, gibt die Farce hinein und bäckt alles im Bratofen lichtbraun. Doppelt gekochte Jackpflaumen. Die Pflaumen werden gut gewaschen, bis das Wasser ganz klar bleibt und dann mit so viel Wasser aufs Feuer gestellt, daß es darübe? steht. So werden sie ohne Zucker halb weich gekocht und sodann ausgekernt. Gewöhnlich gehen die Kerne durch einsaches Drücken heraus. Nun wird dieselbe Sauce durch ein Sieb aus die Pflaumen gegossen und die Pflaumen nun mit so vielem Zucker, als man daran liebt, ganz weich gekocht. Der Zucker muß in jedem Falle erst beim zweiten Kochen daran gethan werden. Citronenschale oder Zimmet wird nadj
j Geschmack hinzugethan, kann jedoch
sehr gut fehlen. Dieje Pflaumen im nen warm oder kalt gegessen werden. Kalbskeule mit Wein und Kräutern. Llus einer mehrere Tage abgehängten Kalbskeule werden die Knochen ausgelöst, worauf man die Haut abschneidet, das Fleisch spickt und von allen Seiten mit Citronensaft. Pfeffer und Salz einreibt, dann in ein Kasserol legt, mit gehacktem Crag?li bestreicht und mit Weißwein begießt. Nachdem die Keule zwei Tage in dieser Marinade gelegen hat. nimmt man sie heraus, trocknet sie ab. füllt die durch das Auslösen der Knochen entstandene Oeffnung mit einer Farce aus gehack tem Kalbfleisch und in Butter ge . schwitzten Champignons. Chalotte 1 und Petersilie, näht die Oesfnuna dann zusammen und schmort die Keule in einem halben PfundButter. wobei man die Marinade nach und noch zugießt. Ist das Fleisch weich, so seiht man die Sauce durch, bringt sie wieder zum Kochen und legirt sie in 4 6 in Ci tronensaft zerquirlten Eidottern. Unbewußte Selb, ster k e n n t n i ß. Minister (auf einer In spectionsreise zu einem Bürgermeister): .Nun. und wie sieht es hier mit der -Viehzucht?Bürgermeisters .Sehr schlecht, Excellenz! Wenn ich und der Richter nicht wären, hatten wir in ' Dorfe beinahe lein Nindieh!-.
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