Indiana Tribüne, Volume 24, Number 171, Indianapolis, Marion County, 9 March 1901 — Page 1
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Jahrgang 24.
tftfdieixtt eben ilstdjinittaa nd Konntag Morgens.
'Indianapolis, Ind.. Samstag, den 9. Mär; 1901.
No. 171
Hegen Rußland Wollen die ' Mä6)te sich wenhen.
England und die Ver. Staaten nicht mit den Erklärungen Rußlands Zictrcsssöer cschuulZder Aland schurci zusrieden. Geu. Kitchener und Gen. Botha iu Unterhandlung.
Ein WZcustlllstand soll abgeschlossen worden sein. D i e Lage in China. London, 9. März. Bezüglich der Lage in Chini ist jetzt eine Krisis eingetreten, welche nach Ansicht der bu tischen Regierung ebenso schwerwiegend ist, wie die Wirren, welche ursprünglich bie Augen der Welt aus den fernen Orient lenkten. Seit einigen Tagen sind geheime Verhandlungen zwischen ?en Jereinigten Staaten und England im Gange, welche darauf hinzielen, das zlar zu Tage tretende Bestreben Ruß- . end, dauernd von einem der reichsten theile des chinesischen Reiches Besitz zu trgreifen. zu vereiteln. Die Konferenz, welche am Mittwoch zwischen dem amerikanischen Botschaf !er Choate inLondon und dein englischen Minister des Auswärtigen. Lord Lansdowne stattfand, hatt: nichts mit der Nicaragua - Kanal - Affaire zu thun. Diese spielt neben den schwebenden wichtizen Verhandlungen nur eine untergeordnete Rolle. Bei dieser. Konferenz empfing Herr Choate von Lord Lans- . downe die wichtige Mittheilung, dah England mit der Erklärung der russi schen Regierung dem britischen Vot schafter in St. Petersburg gegenüber, bezüglich d Mandschurei nicht zufrieden sei und gleichzeitig richtete Herr Lansdowne an Herrn Choate die Frage, ?b die Ver. Staaten unter gewissen Eventualitäten bereit seien, gemeinsam init England in so entschiedener Weise vorzugehen, daß Rußland nichts weiter übrig bleibe, als das Projekt fallen zu lassen. Wie der Associirten Presse versichert Vird, hat inzwischen die Regierung der Vereinigten Staaten an ihre Botschafter und Gesandten Auftrag ertheilt, die rschiedenen Höfe betreffs England's Antrag zu sondiren. Die Antwort des Sekretärs Hay auf die Anfrage Englands ist noch nicht in London eingetroffen, aber aus der Thatsache, daß ähnliche Anfragen von Washington aus ergangen sind, glaubt man mit Gewißheit annehmen zu dürsen, daß die Ver. Staaten das Vorgehen Rußlands in der Mandschurei nicht Dulden werden. Von der Eooperation Japans ist man überzeugt, während Deutschlands Hilfe trotz des englisch - deutschen Abkommens zweifelhaft erscheint, da eine inZime persönliche Freundschaft zwischen Kaiser Wilhelm und dem Zaren besteht. Frankreich wird natürlich auf Seiten Rußlands stehen. Die Wichtigkeit der neuen Konstellaiion kann nur dann vollständig gewürdigt werden, wenn man die bisherige Apathie der englischen Regierung gegen Rußlands Fortschritte in China im Auge behält. Innerhalb der legten Tage hat sich dies alles geändert. Was vor zwei Wochen noch als'Resultat der üblichen Politik Rußlands betrachtet wurde, wird jetzt als ein bedenklicher und Besorgniß erregender Zustand" bezeichnet. Lord Lansdowne versucht allesMögliche, um die Mächte zu einer geschlosjenen Phalanx zusammenzubringen und den Russen eine solch drohende Macht gegenüberzustellen, daß es ohne die üblichen diplomatischen Kniffe einer temporären und vorübergehenden Besitznahme" ein für alle Mal auf den . Besitz der Mandschurei verzichten und seine Truppen zurückziehen muß. Was das britische auswärtige Amt zu dieser Besorgniß erregenden Prognose veranlaßt, ist die Furcht, daß Rußland, welches bis jetzt trotz des an die chinesische Regierung gerichteten Protestes der Vertreter der Mächte sei ne Ziele unbeirrt verfolgt hat. Und da Rußland jetzt durch seine Erklärung an den britischen Botschafter in Peters bürg. Sir Charles Scott, seine Absicht offen kundgiebt, die Mandschurei tot mgstens temporär besetzt zu halten, so surchtet man in England nicht mit Un cht, daß aus dieser temporären Bejitzergreifung eine definitive werden : würde. Daß Rußland die Mandschuxci nicht annektiren darf, betrachtet Lord Landsdowne als eine Lebensfra je sowohl für den Fortbestand Chinas als auch der ferneren gemeinsamen AkIion der Mächte. Die Antwort des russischen Mini, ftejl des Auswärtigen, Giaen Lamö
dorf an Sir Charles Scott hat aug:nscheinlich die britische Regierung aus ihrer Trägheit aufgerüttelt. Wenn solche Ausflüchte von den Mächten g:lten gelassen werden, bemerkte ein hochstehender englischer Beamter, so steht nichts mehr einer sofortigen Auftheilung Chinas im Wege, denn mit derselben Begründung könnte irgend eine euroväische Macht eine andere Provinz in Besitz nehinen. Ob die von London und Waytngton in Szene gesetzte Opposition gegen Rußland's Vorgehen erfolgreich fein wird, hängt lediglich davon ab, in wie weit Deutschland und Japan dieselbe zu unterstützen gewillt sind. Die ganze Angelegenheit wird mit der größten Heimlichkeit betrieben und es geschah wahrscheinlich auch aus diesem Grunde, daß von London aus gekabelt wurde, die Konferenz zwischen Botschafte? Choate und Lord Lansdowne habe sich auf die Ricaragua - Affaire bezogen. Man ist hier in wohlunterrichteten Kreisen der Ansicht, daß. wenn die Mächte die Erklärung des Grafen Lamsdorf als zufriedenstellend annehmen, Rußland in Zukunft in China völlig freie Hand haben wird und daß damit jeder anderen Macht die Thür geöffnet ist, unter dem Vorwande temporärer Besitzergreifung chinesisches Territorium zu anneltiren. Berlin, 9. März. Die deutschen Zeitungen sind der Ansicht, daß Ruß landsErklärungen bezüglich der Mandschurei, welch: den: britischen Botschafter Sir Charles Stewart Scott gegenüber abgegeben wurden, nicht ausrichtig und nur darauf berechnet sind, den Mächten Sand in die Augen zu streuen. Die Rational Zeitung" erklärt, daß dies der einzige Zweck derselben sei. Reformen in China. Shanghai. 9. März. Der China Gazette" zufolge hat der Vize-Kö-nig von Nanking. Liu Kun Ii. dem Thron eine Denkschrift zugesandt, in der bedeutende Reformen auf folgender Basis vorgeschlagen werden : Annahme einer permanenten Konstitution; vollständige Aenderung im Erziehungs-Svstem; Ernennungen von nur gut qualifizirten Männern für den Civildienst: Errichtung einer Armee auf dem Wege der Conscription; Annahme eines systematischen Finanzsystems; Etablirung einer kaiserlichen Bank, die ermächtigt werden soll, Roten auszugeben, die inganz China als Zahlungsmittel gelten sollen; Erlaß von Gesetzen, welche die Etablirunz von Zeitungen ermuthigen. und Abschaffung des jetzt zwischen den Mandschus und den Chinesen bestehenden Unterschieds. Dampfer verunglückt. Bilbao, Spanien, 9. März. Der britische Dampfer Avlona", Kapitän Lenor. ist am hiesigen Wellenbrecher gescheitert und mit allen an Bord untergegangen. Die ..Avlona" war ein Dampfer von 1140 Tonnen und war 1880 in Dundee gebaut worden. Reformirung der britischen Armee. L o n d o n. 9. !i?z. Der Megssekretär, Herr - John Broderick, reichte am Freitag im Unterhaus die Voranschläge für den Militär-Etat für das Jahr 19011902 ein. Er hielt, ehe er dies that, eine lange Rede, in der er sagte, daß der Krieg in Südafrika diele Mängel im Heerwesen an's Licht gebracht habe, selbst in denjenigen Theilen des Ar7.iee-SystLms. die man für beinahe perfekt hielt. Er beklagte sich auch darüber, daß das Unterhaus immer mit Widerstreben und dann auch nur theilweise die Summen bewilligt habe, die von Zeit zu Zeit für die Verstärkung der Armee verlangt worden seien. Herr Broderick setzte dann die Pläne des Kriegsamts auseinander, die, wenn durchgeführt, England in den Stand setzen würden, binnen wenigen Tagen drei Armeecorps und eine extra Kavallerie-Division, zusammen 120.000 Mann, in's Ausland zu schicken, und dabei noch eine genügte Truppenmacht für d'e Vertheidigung des Landes zurückzubehalten. Das Kriegsministerium beabsichtige, in Kürze, das Land in sechs Distrikte einzutheilen, von denen jeder ein Armeecorps repräsentiren soll, und jedes Corps solle von einem Offizier kommandirt werden, der bereits im Krieg ein Kommando innegehabt habe. Das Artilleriematerial sei ungenügend und die Feld-Artillerie müsse durch schwerere Geschütze ersetzt werden. Auch müsse die Kavallerie und der Train bedeutend verstärkt und die Infanterie besser mit der Waffe einge-' übt werden. , . Herr Broderick sagte, daß. abgesehen von den für den Krieg bcnöthigten Summen, für .das Heer 529.685.000 verlangt würden. Die Regierung habe bereits für die Beendigung des Krieges genügende Summen zur Verfügunz gestellt erhalten, und sie sei
entzä?7oss;n. den 'ftrngzu ernem erfolgreichen Ende zu bringen. Der Kriegssekretär sagte dann weiter. daß man die Wahl zwischen dem Freiwilligen- und dem Zwangs-System faibe. Er ziehe da5 erstere vor, in Anbetracht der Thatsache, daß 140.000Mann freiwillig in den Krieg gegangen seien. Ein Zwang in dieser Sache sei dasselbe, als wenn man einem willigen Pferde die Sporen in dieSeite drücke, und würde schlimme Fokgen haben. Die Regiernng müss in Zukunft immer darauf rechnen, daß sie einmal in die Lage kommen könne, Truppen ins Ausland schicken zu müssen, um die britischen Be sitzungen zu vertheidigen. Auf die Einzelheiten des Reorgani sationsplanes eingehend, sagte Herr Broderick. daß die drei Armeecorps, die ausschließlich aus Regulären bestehen, in Alvershot. Salisburq und in Irland stationirk sein sollen und die anderen drei Armeecorps, zu denen sechzig Bataillone Milizen und Freiwillige gehö ren sollen, in Colchester. Jork undEdin bürg. Außerdem beabsichtige die Regier runz acht Garnifons - Bataillone aus ausgedienten Mannschaften zu organisiren; ferner eine Reserve - Miliz und 35.000 Mann Yeomanry. die mit kurzen Gewehren und Bayonetten bewaffnet werden sollen. Die Armee würde dadurch um 126.500 Mann vermehrt werden, deren Unterhalt 52.000.000 kosten würde, und um 40.000 gut einexerzierte Freiwillige. Aus Südafrika. Londons. März. Lord Kitchener telegraphirt unterm Datum vom 7. März an das Kriegsamt : Der entschlossene Angriff der Boeren auf Lichtenburg ist fehlgeschlagen. Unser Verlust belief sich auf zwei Offiziere und 14 Mann an Todten und 20 Verwundeten. Der Voeren-Gene ral Colliers wurde getödtet. Ueber den Äufentbalt DeWets Zst nichts Gewisses bekannt, da sich die Leute über den Oranjestaat verbreiten. Unsere nordwärts 'marschirenden Truppen befanden sich heute in Petrusbürg. Gen. French berichtet, daß er abermals ein 14 Pfänder Cruizot- und ein Hotchkiß-Geschütz erbeutet habe. Seit dem Beginn der Operationen im Osten sind, soweit dies bekannt ist. 979 Boeren kampfunfähig gemacht worden und es wurden 76 Geschütze. 743 Gewehre. 204.970 Patronen. 4071 Pferde. 5520 Zugochsen. 23.220 Rinder. 173.730 Schafe und 1457 Wagen und Karren erbeutet. lZin.e vom 5. März datirte Depesche aus Pretoria, die offenbar von der Censur zurückgehalten worden war. ist hier einitrofsen. Sie lautet, daß General Kitchener am 27.' Februar in Middleburg mit General Botha und anderen Boerenführern zusammentraf, und dann und dort die Frage, wie dem Krieg ein Ende gemacht werden könne, besprochen worden sei. Eine andere, spätere Depesche sagt, daß die Zusammenkunft zwischen Gen. Kitchener und Gen. Botha allgemein das größte Interesse erregt habe, und man ein günstiges Resultat der Unter-. Handlungen erwarte. Der Sun" zufolge ' würde die Uebergabe des Generals Botha jetzt eine vollendete Thatsache sein, wenn General Kitchener die Vollmacht gehabt hätte, gewisse Bedingungen an Orr und Stelle zu gewähren. Eine Spezialdepesche aus Pretoria, Freitag, den 8. März, .datirt, lautet,' daß General Kitchener und Gen. Votha am Morgen auf Gun Hill eine lange Unterredung hatten. . Gen. Botha kam allein, Gen. Kitchener war aber von seinem Sekretär begleitet. Einer Depesche aus Lourenzo Marquez zufolge soll Gen. Kitchener 'dem Gen. Botha einen siebentägigen Waffenstillstand bewilligt haben, um es
ihm zu ermöglichen, mit den anderen Generälen zu konferiren. . Die Türkei will Geld borgen. K o n st a n t i n o p e l, 9. März. Die Nachricht bestätigt sichdaß die Regierung, um die außergewöhnlichen Ausgaben für die Armee aufbringen ZU können, das ihr von einem deutschen
! Syndikat angebotene Darlehen von
drei Million türkischen Pfund annehmen wird. Die Anleihe soll durch eine Aufschlagsteuer von sechs Prozent auf. die Staatssteuern und einen Aufschlag von zwei Prozent auf die In land-Z'ölle garantirt werden. Die Anleihe soll zu 80 ausgegeben werden und 4 Prozent Zinsen tragen; ein Prozent soll ferner in den Tilgungsfonds fließen. . Die Mitglieder des deutschen Syndikats. das der Pforte das Darlehen angeboten hat, versichern, daß Kapitalisten anderer Länder sich an der An? leihe beteiligen können, und es daher unrichtig sei. daß die Anleihe von der Bedingung abhängig sei, daß weitere Bestellungen für Waffen und. Munition in Deutschland plazirt werden müßten.
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DieLegislatur vertagt ohne: einen Senator erwählt zuhaben. D!e Gegner I. Edward Addlcks hieltm bis zum letzten zcublick auö.
Paris Gibso. Demokrat, znm Se nator von. Montana erwählt.
Die GciÄaitZlagc des Landes. m " Trcifache Hinrichtung an zwei Orten. ' Die. Senator - Wahl in Montana. Helena. Mont., 9. März. Um halb vier Uhr am Freitag Morgen auf der Uhr im Sitzungssaal der Legislawr war es aber noch nicht Mitternacht wurde der Achtb. Paris Gibson. von Great Falls, zum Bundesse nator erwählt, für den am 4. März 1905 endigenden Termin. Während der ganzen Sitzung der Legislatur wurde täglich über die Kandidaten für das Amt eines Bundessenators abgestimmt, aber vergeblich. Anr Donnerstag wurden 22 Abstimmung.en vorgenommen und die Erwählung Gibson's wurde erst nöglich, als H. L. Frank, der Fusiöns-Kandidat, der immer die meisten Stimmen erhalten hatte. zu Gunsten Gibsons zurücktrat, der bis dahin nur geringen Anhang gehabt hatte. Herr Gibson ist aber einer der geachtesten Männer im Staate, ein Mann von ausgezeichnetkin Ruf. und nachdemFrank zurückgetreten war. gingen die Fusionisten alle zu ihm über und er erhielt auch sieben Stimmen von den DaZq-Demokraten. Paris Gibson wurde am L Juli 1830 in New Hampshire geboren und im'; Bowdoin - College erzogen. Er grazuirt: im Jahre 1851. - Schon im Jahre 1838 ließ er sich in Minnea-, polis nieder und er baute dort die erste Mahlmühle. Auch betrieb er dort die North Star Wollspinnerei, ßm Jahre 1879 kam er nach Montanawo er sich in Fort Benton mit der Viehzucht beschäftigte. 1882 kam er auf die Idee.' die Wasserkraft der MissouriFälle an der Stelle, wo jetzt GreatFalls steht, zu benutzen und er interessirte Herrn James Hill für das Unternehmen. Die Folge war, daß an jener Stelle eine Stadt erstand, die jetzt 12,000 Einwohner zählt. Herr Gibson war immer ein strammer Demokrat. Delaware ohne BundesSenatoren. Dover. Del.. 9. März. Der Staat Delaware ist ohne Bundessenatoren. Die Legislatur hat sich am Freitag vertagt, ohne zwei Senatoren erwählt -zu haben, und I. Edward Addicks hat seinen Ausfpruch: Entweder Aodicks oder gar keinen Senator". Wahr gemacht. Die Legislatur versamrnelte sich pünktlich um Mittag zur letz-' ten Sitzung und es wurden dann nochmals zwei Abstimmungen vorgenommcn, und zwar mit dem folgenden Resultat: Für den langen Termin: Kenny. ,Tcm.. 23; Addicks. Union Rep.. 16; Dupont. regulärer Rep.. 7; Higgins. re-1 Oulärer Rep.. 0 Stimmen. Zur Wahl
sind 27 Stimmen nöthig. : Für den kurzen Termin: SanesburN. 23; Addicks 22; Richards, regul. Rep., 7 Stimmen. i Die Legislatur mußte sich um zwei Uhr vertagen. Um 12.22. nach der Abstimmung, wurde ein Antrag, daß die gemeinschaftlichen Sitzungen für zu Ende erklärt werden sollten, mit 30 gegen 22 Stimmen angenommen, und mit den Abstimmungen über die SenatorsKandidaten war es dann vorbei. Die Folge ist, daß Delawäre gar nicht im Bundes - Senat vertreten sein wird, bis die nächste Legislatur Senatoren tu wählt. ; Bei der Abstimmung über den Antrag auf Beendigung der gemeinschaftlichen Sitzungen, stimmten die sieben regulären Republikaner, die sich beharrlich geweigert hatten für Addick zu stimmen, mit den 23 Demokraten. Delaware hatte seit dem Jahre 1895, als der Termin des Senators Hizgins ablief, zu keiner Zeit zwei Repräsentanten im Senat gehabt. ' Sen. higgins bewarb sich damals Üm die Wiedernomination. I. Edward Addicks. der aber kurz vorher von Phisadelphia nach Delaware übergesiedelt war,-opponirte ihm aber, und er drohte, daß der Senator Addicks oder Nie mand sein würde. - Seitdem ist kein Senator mehr' gewählt worden und der Kampf zwischen den beiden Fraktionen der .republikanischen Partei in DelaWare war vielleicht der bitterste in der amerikansctcn Politik.
TDtz Antrag- aus Beendigung der gemeinschaftlichen Sitzung, der von dem Senator Knor. zulärer Republikaner. gestellt wurde, war eine Ueberraschung für die Union-Republikaner, die heftig opponirten. die regulären Republikaner hielten ab:r zusammen und stimmten mit den Demokraten. Als die Beendigung der gemeinschaftlichen Sitzung angekündigt wurde, herrschte die furchtbarste Aufregung. Die Demokraten brachen in Hurrahrufe aus und die Addicks-Republika-ner fluchten und schimpften. Die. sieh.Republrkaner. die mit den DemoKaten 'gestimmt hatten, wurden in der meinsten Weise beschimpft und beleidigt und ewige Male sah cä aus, als ob es zu Tbätlichkeiten kommen würde. Eä dauerte lange Zeit, bis die Ruhe wieder einigermaßen hergestellt wurde.' Leide Hauser wurden dann vertagt. Der Gouverneur Hunn erklärte am Nachmittag, daß er keinen Bundessenato? ernennen würde. Frau Allen freigelassen K n o b n o st e r, Mo., 9. März. Frau Ellen Allen, die der Mitschuld an der Ermordung ihrer Tochter angeklagt war. wurde nach ihrem Vorverhör, das am Freitag stattfand, aus der Haft entlassen. Die Anklage wurde zurückgezogen. Dem Reger Henry Wisely, der des Mordes, angeklagt ist, wurde eine Verlegung. seines Prozesses nach Warren-burg gewährt, und er wurde sofort dorthin gebracht. Dreifache Hinrichtung. Little Rock. Ark., 9. März. Kirby Grades. - Bill Johnson und Henry Brooks. Neger, sind am Freitag in Richmond. Little Bird County, durch den Strang hingerichtet worden. Graves und Johnson hatten einen Weißen Namens EV Evans ermordet -und' Brooks war der Ermordung eines Farbigen überführt worden. O p e l o n s a s . La., 9. März. Als hier am Freitag die Fallthüre auf dem Schaffst niederging, auf der drei farblge Mörder standen, riß einer der Sjricke und Willie Payne fiel auf den yoden ; die beiden anderen hatten aber das Genick, gebrochen. Payne wurde aufgehIben und auf einen Stuhl gefetzt, bis ein anderer Strick herbeizebracht werden konnte. Er wurde dann Zum zweiten Mal, erfolgreich, aufgehängt. Er war so schwach, daß er nicht stehen konnte, und festgehalten werden mußte, bis die Fallthür niederging.
i fchaftslage während, der Woche klink
Veränderung- erfahren. X: Nachfragt nach den meisten Artikeln ist gut nv.t die Preise sind behauptet. Die Speku lation ist dabei sehr unbedeutend, Baumwolle ist indeß abermals ZmPreiö gefallen, und dies wirkt nachteilig aus den Markt für Baumwollwaaren. Jr anderen Branchen herrscht aber di größte Thätigkeit. Baumaterial, na mcntlich Holz, ist m besonders starln Nachfrage -und bei prompte? Abliefe rung sind leicht höhere Preise a erlcn gen. Die Kollektionen sind überall be friedigend im Wsten und besser wie ge wohnlich im Suden. Die Lage der Eisen- und Stahl-Jn . dustrie bessert sich immer mehr und is! jelzt derjenigen vom Jahre 1699 ähn lich. Die Preise gehen beständig in du Höhe und Bestellungen für spätere Ab lieferung werden zu jetzigen Preise häufig zurückgewiesen. Es sind auch iu den letzten Tagen bedeutende Kontrakt! für den Export angenommen worden. Die Thatsache darf aber nicht außei Augen gelassen werden, daß die Pro duktion bedeutend größer ist, als dez Konsum. Schuhe und Stiefel sind siätig zu bisherigen Preisen und die Fabriken haben noch für längere Zeit Bestellum gen an Hand. Die Händler in allen Theilen des Landes berichten, daß dit Geschäfte befriedigend sind. Die Ver sendung von Boston aus hat während des letzten Jahres um 100.000 Kisten abgenommen, dies deutet aber nur in welchem Maße die Industrie im We sten und Süden zugenommen hat. Teztilwaaren haben einen besseren. aber noch keineswegs befriedigenedv Markt. Die Verkäufe von Wolle wa v v : r....i !.. v. r
ich in oen mci yuuPimaillcn oes -ccin des um 3,000,000 Pfund kleiner, wie in 1?er vorigen Woche. Weizen ist in starkem Vorrath und Preise sind bedeutend b'öher, als im letz, ten Jahr. Die Ausfuhr aus atlantischen Häfen belief sich während der Woche auf 2.477.990 Bu.. gegen 1. 731.895 Vu. vor einem Jahr, und die Ausfuhr von Welschkcrn belief sich aus 3,327.435 Vu.. gegen 2.183.218 Bu. im letzten Jahr. Die Zahl der Bankerotte belief sich während der letzten Woche in den Qer. Staaten auf 203. gegen 203 im letzten Jahr, und in Canada auf 26, gegen 33 Z f 4 i a CV
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Senat.
W a s h i n g t o n , D. C.. 8. März. Die außerordentliche Sitzung des Senars würde heute ein Ende erreicht haden. wenn der neue Senator von Oregon, Herr Mitchell. anwesend gewesen wäre, um den Amtseid abzulegen. Er wird aber erst am Samstag ankommen und aus diesem Grund vertagte sich der Senat noch einmal. Geschäfte von Wichtigkeit wurden keine erledigt. Die St. Louiser Ausstel-lungs-Kommissäre ernannt. Der frühere Vundessenator Carte? von Montana ist vom Präsidenten zum Ver. Staaten Kommissär für die St. Louiser Weltausstellung ernannt worden. und er bat das Amt angenommen. Das Amt bringt $3000 das Jahr ein. Der Präsident h.it während des Ta ges beschlossen, auch noch die früheren Vundessenatoren John M. Thurston von Nebraska, Wm. Lindsay von Ken tucky und George McBride von Oregon zu Mitgliedern der St. Louiser Ausstellungökommission zu ernennen. Die Exportzölle aufcuba nischcn Tabak abge.schafft. Der Präsident hat durch eine Exeku tiv-Ordrc die Exportzölle auf cubani schen Tabak vom 1. April an abge schasst. Dies geschah au; dringendes Ersuchen der cubanische.i Handels wirtschaftlichen Kommission, welch' vor Kurzem mit Empfehlungen deö Generals Wood Washington besuchte. Eine frühere Ordre war erlassen wor den. welche die Exportzölle auf cuba Nischen Tabak vom 1. April an auf 5G Prozent festsetzte, diese letzte Ordr, aber schafft den Zoll völlig ab. Auö der Endossirung obiger Petition durc General Wood ergibt sich, daß die Ein nahmen der Insel auch ohne den Ex portzoll für hinreichend erachtet wer den. um die nothigen Ausgaben zu de öen. Der Ausfall an Einkünften durck Abschaffung des Exportzolles wird auj 5800.000 bis zi.000.000 jährlich geschätzt. Der Stand derGeschäfte. New Iork',9. März. R.G.Dun & Co.'s dieswöchcntlicbe Uebersicht über den Stand der Geschäfte in den Ver. Staaten lautet wie folgt: , Im Ganzen acnoreA bat die Ge
Abnahme der Bevölkerung Indiens.. ... , C a l c u t t a. 9. März. Den so, eben veröffentlichten Censusberichten zufolge hat die Bevölkerung der mittlc. ren Provinzen Indiens infolge dcrHungersnoth um 1.100.000 Personen abgenommen. Der siegreiche Schelf. ' B o m b a y. 9. März. Mobaronk, der Scheik von Koweyt. ist jetzt Herr
von Central - Araoien. iz nutzte seinen Sieg über Jbu Rashid's Heer dadurch aus. daß er das geschlagene Heer quer durch Central - Arabien trieb, sich der Stdt Nejd bemächtigte und Jba Rasbid absetzte, welcher sich an den Sultan in Konsiantinopel wandte mit der Bitt:, ihm Truppen von Vuccarah zu Hilft zu schicken. Falls der Sultan sich weigern sollte, droht Jbu Rashid. oie Pilgerzüg: nach Mekka zu verhindern. Das Attentat auf den Minist er Vogolepow.. St.' Petersburg. 9.. März. Aus zuverlässiger Quelle kommt die Nachricht, daß die hiesige Polizei schon von längerer Zeit von auswärtigen Agenten gewarnt worden sei, daß drei Nihilisten im Begriffe feien, nach St. Petersburg zu kommen, um den Unterrichtsmini'ster Bogolepow. den Minister des Innern. Ssipjagin. und eine sehr hoch stehende Persönlichkeit zu ermorden. Die Polizei hatte Karpovich im Verdacht von dem Augenblick an. als er über die Grenze kam, und er wurde beständig beobachtet. Detektivs folgten ihm auch nach dem Unterricht s-Mini-sL'rium. anstatt dem Manne aber in das Gebäude zu folgen, blieben sie draußen stehen. Ein kostbares Geschenk. London. 9. März. Maurice Lyons, ein Advokat von Queensland, beabsichtigt, dem König Eduard den größten und schönsten Opal in der Welt ZU schenken. Der einzige Stein, der ihm anGröße undSchönheit ungefähr gleichkommt, befindet sich im Besitz des Kaisers Franz Joseph. Der Stein ist oval. 2 Zoll lang. 1 Zoll tief und wiegt 250 Karat. Er hat einen Werth von 50,000. is ' SchissSttamrichten. New York. 8. März. Angekommen : Tauric" von Liverpool. Philadelphia. 8. März. Ar gekommen : .Rhynland" von Liver Pool.
Weitere Depeschen auf
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