Indiana Tribüne, Volume 24, Number 169, Indianapolis, Marion County, 7 March 1901 — Page 7

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Jndiana Tridune, 7. März ltJOl.

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(Fortsetzung.) Die weise Frau hatte das Kind zur Taufe getragen, nur von Paule gefolgt. Am dritten Tage mußte das geschehen; eher lief die Passer den Berg hinauf, als daß man dieser Sitte zuwider handelte. An der Kirchenthür empfing der Curat die ernstbliclenden Menschen, und während er Paul Joseph Leonhard in den Schooß der Kirche aufnahm, hielt der Paule krampfhaft die Hände gefaltet und betete mit fieberhafter Inbrunst um das Leben der Cz. Still sein und das ruhige Murmeln des nchigen Priesters anhören er vermochte es kaum. Die nagende Angst rüttelte an seiriem Körper. Er hatte vermeint, die Last skines Lebens nicht tragen zu können. Nun lernt? er, daß es immer noch ein Furchtbareres giebt, so furchtbar ein Unglück scheint. Von Gewissensnoth war er gerettet. Um welchen Preis! Wie vernichtet kniete er dann in der Kirche nieder. Der Curat räusperte sich. Der Chorknabe schwenkte das Rauchfaß, und der junge Tsrer sah durch eine Wolke die strenge, mürrische Miene der weisen Frau. So leer war die Kirche; man mußte wohl gehen heim Kopfschüttelnd blickte der Curat der kleinen Gruppe, die sich entfernte, nach. Er sah den Klausenhofbauer beim Durchschreiten der Gräberreihen raumein. So hab'n 's die jungen Vater", dachte er. Früah schon an Wein und ,zu viel halt ja ein Bua " Gleich einem Vcrurtheilten zog der Paule an den stummen Dörflern vorbei. In all' den Gesichtern las er's: Daß sein Weib sterben werde und daß er die Schuld trage an ihrem Tod?, :weil er sie schmählich verlassen. Und wenn sie starb er durfte ihr 'nicht folgen. Wegen ihres Buben! Als die weise Frau ihm die 'Thür öffnete, um ihn vorausgehen zu lassen, wandte er den Kopf ab. Sagt's der Cenz an Gm'ß. In einer Stund' bin ich da. Sie hat gar noch wenige Stunden", gab die Frau kurz und heiservor Empörung zur Antwort. Es überlief ihn heiß. Es muß sein. Sagt'L' ihr es muß sein. Dann stirbt sie nit. Ich weiß es. Behüat Gott so lang." Im Feiertagsgewande, ;das vom Duft des Weihrauches noch ganz getränkt war, betrat er das' WirthZHaus. Er hatte vor einer Stundenden Kopf des Gemeindevorstehers hinter d:n Scheiben entdeckt. Bei seinem unverhofften Erschein:n ward eine peinliche Stille. Natürlich hatten sie von ibm ge?:det. Was hatte er noch zu verlieren? Mohneager, auf a Wörtl!" sprach !er gelassen. Der Gemeindevorsteher blieZ sich sofort auf. Kommt's an ander Mal, von zwei bis vier Uhr, auf meine Kanzlei!" Es thut mir leid. Es hat au große Eil'. Mann a Mensch stirbt. d:r wartet nit auf die Kanzleistunden. .Und es ist um die Cenz " Die Andern starrten sein unöcwegtcs Gesicht an. .Was hatte dies letzte Jahr aus dem Manne gemacht! Der Gemeindevorsteher Mohnegzc: wugte es dennoch, dem Klausenhoföauer die geforderte Unterredung zu verweigern. Die Ellbogen auf den Tisch gestützt, 5?obc-ch!ete cr sein vielsagende Schweigen. Die Lauern athmeten kaum.

Durch das Bcr.chmen ihres H.iuvte5" wurde dem seit Jahren Unöelieöten die Mißachtung des ganzen Torses offiziell kundgegeben. Die ruhige Unverschämtheit in der 5altung Mohneggers reizte ihn tödtlich. Doch beschränkte er sich nur auf eine einzige fragende Silbe, haarscharf hervorgestoßen: No -?" Ihr meint. Ihr braucht grad' nur zu befehlen!" sagte de? Mohnegger. sein Glas füllend. Ich aber mein': Wann Ihr das halbe Jahr in der Fremde ohne St. Martin und die G:meind' auskommen seid, werdet Jhr's auch noch a paar Stund' können Ich spring' nit für jeden schlechten Bürger und Eh'mann und Sohn, der sich den Teifel, um uns kümmert. . . mirkt's Euch!" Ja, ja", murmelte es in der Run de. Recht hat der Mohnegger!" . Der Paule stülpte den Hut auf den Kopf und musterte jeden Einzelnen der Gesellschaft mit gespannter Aufmerk, samkeit. Also diesen hier den Vertretern der öffentlichen Meinung und jenem, dem Vertreter des Rechtes im

Vorse, sollte er sein Geheimniß preis-l

geben. Äel ihnen Gerechtigkeit fu

chen, feine jahrelange Gewissensqual, die einen Märtyrer aus ihm gemacht, diesen Seelen vorwerfen, damit sie ihn befreiten und reinigten und ihm den Frieden zurückgaben mit der Sühne den Frieden! Er diesen! Wer waren sie denn?" Zum Lachen war's! Diese flachen Stirnen und blöden Augen, wawußten sie von ihm und seinem Gewissen! Wie konnten si-'s begrei sen. . . Was bedeutete ihm, ob sie ihv schuldig oder nicht schuldig sprachen Ihn verlangte heiß nach der Verzeihunq, die nicht von Menscher kommt Die Bauern hier- seine Richter unmöglich! Keiner von ihnen war besser als tu Ich dank'," sprach er endlich und knachte kurz Kehrt. Hab' mir's anders überlegt." Damit verließ er die Stube. Hinter ihm gab es verdutzte Gesichter und endlich laute Schimpfreden. Man merke 'das fremde Blut, den Eindringling. Der selige Klausenhofbauer hätte auch Besseres thun können, als 'diesem Zuchthäuslerssohn seinen Namen und Hos geben. Er schalte And walte, wie er wollte, und achtete selbst die Sitte so wenig, daß tx Haus und Weib nach kurzer Ehe verließ, um in der Fremde herumzustrebn. Und -nun was bedeutete dies sonderbare Benehmen? Erst den Gemeinbevorstehe? vom Wein wegholen wollen und dann plötzlich: Ich hab' mir's .anders überlegt ?" Ter Mair bereut auch, daß er dem Landstreicher sein einzig Kind in die Pratzen geb'n hat," sagte der Mohnegger. Und Saltaus wird er ebenfalls erben durch sie." Aber wann's stirbt. . ." Das Kind is da." Was er g'wollt hat. möcht' i N?issen." Sie erschöpften sich in Vermuthuntzen und niemand war ärgerlicher über diesen Ausgang der Sache als der Gemeindevorsteher selber. Mit der eigenen Neugier hatte er nicht gerechnet gehabt. Unterdessen war der Paule heimgekehrt und vor das Schmerzenslager seines Weibes getreten. Sie hielt das Kind in den Armen mit einem geisterhaft blassen Lächeln. Bei dem Anblick ihres Mannes erstarb das Lächeln, und ihre Augen wurden groß. Paule!" Lieb's Weibi," sagte er abgewandt, künstlich heiter. Grad' nur anschauen sollst mi!" Er gehorchte, indem er sich bemühte, das Zucken seiner Lippen zu verb:rgen. Hast alles g'sagt jetzt?" Ihre Finger erhäschten die seinen und preßten sie fest fest. Sei stad, Cenz, liebe Cenz " Da schnellte ihr Kopf von den Kissen, wo er so matt und schwer geruht. Nit nit hast es noch nit g'sagt in Christi Namen, gieb Antwort. Paule!" Nein", erwiderte er rauh. Ich hab' nit können. Sie hab'n mich erst nit hören wollen. Und dann sind sie mir alle z'amm zu schlecht gewesen so schlecht, ich hätt' mich noch amal verareifen können an ihnen und die sollen über mich zu G'richt sitzen? Die? Ha, ha! Was sein die Lapp'n gegen mich?" Die Spannung schwand aus dem abgemagerten Frauenantlitz und machte einer tiefen Enttäuschung Platz. Gerade als wiche mit einem Schlage

alle Jugend, alle Hoffnung. Und wann's Bettler wären", keuchte sie bang. Du bist ein armer Sünder vor ihnen!" Cenz!" Es kostete ihn viel, dies zu ertragen. Auch von ihr. Seine Hände gruben sich in die Decken. Weißlich glühten seine Pupillen.

Ich weiß wohl. Da war kein Kind da und kein Tod. Und heut' sag' ch ?ioch: Tu hast Recht gethan, Dei.e Ehr' und die von Deiner Mutter hat's verlangt. Aber Sünde war's trotz allem und allem. Und " Sie zog seinen Kopf mit beiden brennenden Händen zu sich nieder. Und sag'n mußt Du's, heut, gleich, sonst starb' ich, so wahr es eine ewige Seligkeit giebt! Sag's den gelehrten Herren in der Stadt, wir verstehen's nit, wir finden nit mehr aus und ein. und sie sollen uns zeigen, was Reckt und was Schuld ist. Geh', oder 'ch sterb' " in steigender Angst, mit fliegenden Athemzügen hatte sie qesprochen. Eine wilde Willenskraft funkelte ihm aus ihren fieberhaft glänzenden Augen entgegen, ein Befehl, der ihn unterjochte wie eine Prophetin, eine Seherin richtete sie den Blick ins Weite, eh' sie ihn auf den Zügen des bebenden Mannes gleichsam schmelzen ließ. Ich gehV sagte er tröstend, erschüttert. Morgen geh' ich, Cenz, wann ich Dich ruhiger verlassen kann. Schau, hab'n wir all' die Zeit g wartet kommt's auf an Tag auch nit an." Ma stirbt rasch", sprach sie fest, mit rauher, tonloser Stimme. .Geh' heut' aeh' beur oder ick ttirb' -

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Wisworlen And wir tn Folge schwkkkr Arbeit ode? einer Zuglst am ganzen Körper fteis, man irgesse deshalb nicht, daß es gegen Steifheit in den Gliedern

nichts besseres gieb ie

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Nach Meran sein' sechs Stund'," erwiderte er hastig. Verlang' das heut' nit von mir willst mich dann zu Tod quälen?", schloß er leidenschaftlich. Morgen thu' ich, wie Du g'sagt hast". Die Cenz hielt den Athem an. So verzeih' Dir's Gott Paule armer Mann!" Er stürzte in die Stube neben der Kammer und schrie nach der weisen Frau, die am Ofen nähte. Die Annamaria saß mit gefalteten Händen und schien zu schlummern. Die Hitzen ist's." murmelte die Alte, legte ihre Arbeit zusammen und folgte ihm. Es frißt sie etwas von innen heraus. Wann das nit wär', kann sein, sie machet es durch " Vorsichtig benetzte sie die Lippen der Kranken mit Wasser. Geh' sag's!" schrie die Cenz und warf sich jäh herum. Da wiegte die alte Frau den Kops und wandte sich mitleidig zum Paule: Thu' der Bauer, was sie verlangt. Es möcht' ihn sonst reuen." Ohne ein Wort nahm der Paule seinen Hut, ging zur Thür, kehrte wieder um: Bis zum Abend dauert's. In der Nacht kann ich da sein. Vorher zwing' ich's nit. . ." Auf die verzweifelte Frage in seinen Mienen erwiderte sie milder und wen:ger mürrisch als vorh: So lang thut's. Ja, ja. Kenn' mich aus. So lang thut's schon noch." Ihn packte es kalt an der Kehle. So lange noch und was dann? Was war das Unausgesprochene, Unsichtbare? Ja. den Tod mußte er auskosten. Tropfen um Tropfen, bis auf den Grund. Weiler getödtet hatte deshalb. Weil er einen Elenden, einen Dieb und Ehebrecher, einen Krebsschaden ausgerottet von dieser Welt, deshalb mußte sein reines, unschuldiges Weib sterben. So unsinnig waltet die ewige Gercchtigleit? Daß sie ein guteS Leben nimmt für ein schlechtes und ein Gotteskind für eine Ausgeburt des Böfen? Während der Paule in stürmischen Schritten den nächsten Weg über die Berge nach Meran einschlug, klagte er die ewig? Gerechtigkeit an. Je mehr er sich entfernte vom Dorfe und von ihr, desto peinigender marterie ihn die Angst: Lebt sie? Stirbt sie? Jetzt jetzt war ihm, als müsse sie eben gestorben sein. Ueber dem blendenden Neuschnee auf dem Gipfel der Mutspitze flog in langsamen Flügelschlügen ein großer Vogel. Immer verfolgte er ihn auf seinem Wege. Bis der Pfad in eine Fahrstraße einmündete und der Paule im ersten Wirthshaus, das er traf, einspannen ließ. Dznn weiter im Galopp, den Fluß entlang. Die Sonne sank, -die Dunkelheit legte ihre Schatten vor seine Augen, wohlthuende, mildernde Schatten. Eine rothe Lampe mit brennendem Licht glühte vor einem Crucifix am Weqe. Sie waren in der Stadt, rasselten an der Stadtkirche vorüber, durch die engen Laubengassen. Vor dem ernsten Gebäude am Nennweg hielt der Wagen mit einem Ruck, dichter Dampf stieg von dem abaehctzten Pferde auf in die abendliche Kühle. Wartet", befahl der Paule dem

Bauernknect. Der grinste ihn verdutzt an. Wieder einer, der durchaus processiren muß!" dachte er und wickelte sich mit Seelenruhe in eine Pferdedecke. Der Paule irrte durch das weite, alte Haus mit seinen Hallen und gewundenen Stiegen. Alle Thüren geschlossen. Er rüttelte daran und schlug mit den Fäusten dagegen. Aus einem oberen Stockwerk beugte sich ein struppiger Amtsdienerkopf über das schön geschnitzte Treppengeländer. Um diese Zeit sein keine Kanzleistunden mehr." Nicht viel fehlte, und der Vaule hätte den Sprecher einen Esel gescholten. Es sein keine Kanzleistunden, aber mein Weib stirbt!" schrie er hinauf. Kurze Pause. Dann krächzte die Stimme wieder: Ja, wann's zum Notar wollen wegen dem Testament. da.gehn'S nur inö Hinterhaus vierter

Stock, zwelter Gang, dritte Thür links!" In drei Tuifels Namen, nein ! Zum Stadtrichter will i es ist gleich, zu welchem wann's nur einer is von die Herren, die dazu gehören." Nun polterte es von oben mit schweren Stiefeln herab. Ist etwa a Unglück geschehen?" Der Paule wurde weiß bis in die Lippm vor ohnmächtigem .j&nt. Die kostbaren Minuten, die er verlor! Jede einzelne konnte ihm alles nehmen. Unfähig, eine Silbe zu äußern, blickte er wild um sich im Schein der trüben Lampe. Ja, überall stand es in schwarzen Lettern auf weißen Blechtafeln zu lsen: Kanzleistunden von 8 10 und von 1 5 Uhr. Der Zeiger auf der runden Wanduhr im Hausgang wies auf dreiviertel Sechs. Der Andere beobachtete den Verzweifelnden scharf. Wißt's", sagte er dann, hier im Nebenhaus hat der Herr Doctor von Raminger seine Wohnung. Er ist dem G'richt beigegeben. Versucht's vielleicht weist er Euch nit ab." Der Paule war schon fort, immer wiederholend: Doctor von Raminger, Doctor von Raminger." Endlich! An einer einfach gestriche nen Stubenthür die Visitenkarte mit dem schön gestochenen Namen. Er klopfte. .Sinnlos, heftig. Sogleich wurde von innen ein Stuhl gerückt und hastig die Thür geöffnet. Der Paule sah auf der Schwelle

der behaglich erleuchteten Stube einen

noch zungen Mann ml blondem Barte

stehen, in bequemer Lodenjoppe und

iollenhemd. Den linken Arm trug

kr :n der Binde. Auf dem Tisch brannte eine Spiri

tusflamme unter dem Kupferkessel, in

dem das Wasser lustig brodelte, Bu-

cher, Zeitungen waren offenbar eben in der Eile fortaeworfen über dem

Ganzen spann sich der warme Schim mer des grünen Ofenschirmes fort.

Ihr seid's? Was habt Ihr so sakrisch zu klopfen?" fragte enttäuscht der

junge Doctor. Ich hab' keine Zeit

! jetzt. Ich erwarte Besuch. Die Kanz-

iernunoen ,

Bei diesem Wort unterbrach ihn de:

Paule mit em:m öfteren Lachen.

Er mußte an sich galten. Sollte er

denn auf die Kme stürzen und um Ge hör flehen?

Herr, mein Weib stirbt!" stieß er

hervor, ganz leite aber dem frem

den Doctor kroch ein Schauer langsam

über die Glieder.

Mit dem scharfen Auge des Ken-

ners hatte er errathen, daß es sich hie?

um mehr handelte, als um einen Proceß wegen Grenzverletzung oder Eh-

renbeleldigung .

Tretet ein," sagte er ernst, schloß hinter dem Paule die Thür ab und

lehnte sich mit verschränkten Armen

so daß der gesunde rechte den kranken

linken stutzte an den mit riesigen

Folianten gefüllten Bllckerschrank.

Nun?" fraate er sacklich. Was

wollt Ihr?"

Die Wärme und das Licht hatten

den jungen Bauern betäubt.

Die Stunde war nun da die

große, gefürcktete. (Fortsetzung folgt.)

-.

Zu einer peinlichen Episode hat in Washington. D. C.. die

Rassensrage Anlaß gegeben. Ter einziae Neaer im Conareß ist Revräsen-

tant White von Nord-Carolina. und

dieser ist u. A. Mitglied des HausComites für den Distrikt Columbia. Nun beabsichtigte Repräsentant Spraque von Massachusetts, ebenfalls Mitglied des Comites. d,n DistriktsCommissären ein Dir er zu geben, und beauftragt seinen Sekretär, die Mitglieder des Haus - Comites einzuladen. Die Einladungen wurden ausgesandt, und darunter auch eine an den Neger White. Dieser nahm umgehend die Einladung an. es war die erste, die ihm zu Theil geworden. Die übrigen Comite - Mitglieder hörten davon und ignorirten die Einladung des Herrn Sprague. Es ward viel darüber getuschelt, und Repräsentant Sprague kam in die größte Verlegenbei:. Schließlich sagte er. daö Diner ab. Dann erließ er Einladungen an die Distrikts Commissäre und Einige Nreunde im Congreß" für einen ande, ren Abend.

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