Indiana Tribüne, Volume 24, Number 166, Indianapolis, Marion County, 4 March 1901 — Page 1

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Erftixeint joden ilcuijmittau unb Sonntag Morgens.

Jahrgang 24.

Indianapolis, Ind.. Bkontag, den 4. Mar; 1901.

ZerKricg tu Südafrika m De Wct über den Orange Fluß zurückgegangen Uud dcu ihn verfolgende Briteu abermals entgangen. Er Ijstt ittdcsse,l in der Kapkow nie bldcntcttde pcrluste erlitten.

Der Streik der Dockarbcitcr in Mar-scillc.

Tie Truppcu in China

Treffen Vorbereitungen sür den Ab marsch.

Hayti nud San Domiugo Werden vielleicht doch noch Krieg mit ctuandcr fuhren.

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s Aus Südafrika. Kapstadt. 4. März. Die Veulenpest verbreitet sich hier immer mehr. Seit Samstag Morgen sind hier fünf Leichen von Kaffern , aufgefunden worden. Die Leute waren alle an der Leulenpest gestorben. Zehn Farbige und eine weiße Frau sind, an der Pest .leidend, in's Hospital geschafft und zahlreiche Personen sind isolirt worden, Colesberg. Kap - Kolonie, 1. März. Ungefähr IM Boeren, bei denen sich wahrscheinlich auch General De Wet und der frühere Präsident Steyn .befanden, haben am Donnerstag den Oranjefluß bei Lilliefontein in der Nähe der Colesberg-Ärücke gekreuzt. Der Fluß ist an dieser Stelle sehr breit und die Strömung langsam. Die Boecen durchschwammen mit ihren Pferden den Fluß. London. 4. März. General De Wet hat bei seinem Einfall in die KapKolonie große Verluste an Mannschaf ten und Vorräthen erlitten, er ist aber mit seinem Kommando in geschickter Weise entkommen. General Hertzog 6c. findet sich wahrscheinlich bei ihm. General Bruce Hamilton. der De Wet verfolgte, erfuhr, daß De Wet in Philippstown. nordwestlich von Colesberg umzingelt sei. Als er dort ankam, fand er. daß die Voeren gar nicht in Philippstown waren, sondern umgekehrt waren und grade den Oranje.Fluß überschritten. Es beweist dies wieder einmal, wie schlecht die Englän der informirt sind. Aus demdeutschen Reich. Berlin. 4. März. Die Nord'deutsche Llorjd Dampfer-Gesellschaft hat am Samstag eine Dividende von B Prozent erklärt, gegen ein: letzte Diöidende von 1 Prozent. Die Profite der Kompagnie beliefert sich im Jahre 1900 auf 27,397,157 Mark, gegen 26.019.613 Mark mi Jahre 1899. Die Kompagnie beabsichtiqt. eine Anleihe von 20.000.000 Mark zu U Prozent aufzunehmen. König Eduard in London angekommen. London. 4. März. Der König Eduard, der am Morgen mit der Dacht Victoria und Albert' von Vliessingen abging, ist am Sonntag Abend wieder hier angekommen. Ein Duell in Sicht. V r ü s s e l , 4. März. Die Vertreter Paul Terouli'des. die Herren Galli und Dumonteil. kamen am Sonntag Morgen hier an und begaben sich sofort zu Herrn Büffet, dem Agenten des Herzogs von Orleans, um diesem die Forderung des Herrn Deroulöde zuzustellen. In der Konferenz, die ziemlich klänge dauerte, theilte Herr Büffet seinen Besuchern mit. daß in Belgien nicht nur das Duelliren sireng verboten iei. sondern daß es auch strafbar sei, ieArrangements für ein Duell zu treffen, und da er jetzt in Belgien wohne, gezwungen sei, die Gesetze des Landes zu beobachten. Er erklärte indeß, daß er zwei Sekundanten ernennen wolle, welche die nöthigen Arrangements auf französischem Boden machen könnten. Die vier Sekundanten werden wahrscheinlich in Paris zusammenkommen und dann entscheiden, ob Veranlassung sür ein Duell vorhanden ist. A u s C h i n a. Peking. 4. März. Die amerikanischen Truppen treffen alle Vorberei Zungen für einen baldigen Abmarsch. Alle Vorräthe sind verpackt und sie werden binnen Kurzem nach Manila geschickt werden. Nur für zwei Kompagnien werden Vorräthe zurückbehalten. 'Die Briten beabsichtigen, ihre Trup.?en wahrend des Sommers am Pei Ho 7.u lagern und sie nur allmählig nach Oäuse zu schicken. 3m nächsten Winter

I wird sich aber nur noch ein balbes Ba-

tamon von den Welsh-Fusilieren in Peking be,finden.während ein indi.chcs Regiment zur Äwachung der Eisenbahn zurückbleibt. Bei den Deutschen ist noch wenig von einer Absicht, die Truppen zurückzuziehen. zu bemerken, sie versuchen jetzt aber 50,000 amerikanische und australische Pferde und eine Anzahl Kameele zu verkaufen. Die Franzosen beabsichtigen, die meisten ihrer Truppen in der nächstea Zukunft zurückzuziehen. Sie wollen :in Jnfanterie-Regiment und eine Batleite zur Beschützung der Gesandtschaft zurücklassen, und eine Jnfanterie-Bri-;ade zur Beschützung der Kommunika-lions-Linie und zur Bewachung der sranzösisch-belgischen Eisenbahn von Peking nach Pao Tung Ju. In französischen Militärkreisen wird ?ersichert, daß die Franzosen die Absicht haben. Truppen nach Hankow zu schiten und dort eine permanente Garnison zu unterhalten, um das andere 5r.de der Lu Han Eisenbahn, von der 120 Kilometer fertiggestellt sind, zu bewachen. Die Briten warten begierig zuf mehr bestimmte Information über oiese Angeegenheit, denn sie sind mit Diesem Plan durchaus nicht einverstanden. Sie glauben, daß dies Komplikationen mit den Vangtse-Vizekönigen ui Folge haben würde, sie haben aber wahrscheinlich auch andere Gründe, die Franzosen von dem Janztse-Kiang-Thal fernzuhalten. Ganz besonders fällt es augenblicklich hier auf. daß bei den gescllschastlichen Funktionen die Grenze so scharf zwischen den verschiedenen Nationalitäten gezogen wird. So gab dieser Tage der britische Höchstkommandirende. General Gaselee. ein glänzendes Diner, zu dem nur Engländer. Deutsche und Amerikaner geladen waren. Generäle. Gesandte und Gesandt,'chaftssekretäre. Und der russische Gesandte. Herr De Giers. gab ein Bankett, zu dem nur Russen. Franzosen und Oesterrcicher eingeladen waren, während am Samstag Abend in der japanischen Gesandtschaft alle Japaner und Amerikaner versammelt waren. Der Offiziers-Klub im Tempel des Himmels. wo die meiste Zerstreuung geboten wird, wird nur von Deutschen, Engländern und Amerikanern, und nur selten einmal von einem Japaner besucht. Die Gesandten halten jetzt wöchentlich drei Versammlungen ab, es werden aber keine Geschäfte von großer Wichtigkeit verhandelt. Im Augenblick beschäftigen sie sich mit den lokalen Schadenersatzansprüchen. Viele davon werden ganz unbeachtet bleiben, da sie offenbar unberechtigt oder zu unverschämt hoch sind. Die Minister - Krisis in Spanien. ..Madrid'. 4. März. Senor Vil leveede. der Finanzminister im Silvela Kabinet war. hat, nach einer längeren Unterredung mit Herrn Silvela. sich bereit erklärt, ein Kabinet zu bilden. Er wird am Montag der Königin-Re-

zentin eine Minister-Liste unterbreiten. ! D e r Streik der Schiffsi Verlader. j M ar sei lle.4. März. Eine große i 'Anzahl von Matrosen und Dampf-

schiffheizern, die sich dem Streik der Schiffsverlader angeschlossen haben, marschirten am Sonntag Morgen nach den Docks, wo sie versuchten, die onderen Schiffsmannschaften zu veranlassen, sich demStreik ebenfalls anzus. ließen. Es kam dabei zu Unruhen, und

die Pollze: mußte schließlich emschrer

ten und Frieden stiften. Die Dampfer-Kompagnien sind nicht im Stande, genug Leute zu bekommen, um die Schiffe auszuladen, und mehrere Schiffe, die seit dem Beginn des Streiks ankamen, mußten wieder in See gehen, ohne ihre Ladung gelöscht zu haben. Der Dampfer Golconda" von der Peninfular & Oriental Companyvon London setzte die Fabrt nach Indien fort, ohne 290 Tonnen Waaren, die für Marseille bestimmt waren, auszuladcn. und der Dampfer Himelaya" von derselben Kompagnie, von Colombo kommend, fuhr nach London weiter, ohne 2000 Ballen Seide in Marseille ausgeladen zu haben. Die Regierung hat der leichten Kreuzer-Division vom Mittelmeer-Ge-schwader, aus sechs Schiffen bestehend, Befehl gegeben, in Toulon Kohlen zu fassen, um eventuell die Post nach Sardinien und Algier befördern zu föne, wenn die Streiter die Postdampfer aufhalten sollten. Mehrere Dampfer waren im Stande, ihre Ladungen, aus leicht Verderbliehen Waaren bestehend, von ihren Mannschaften und den Angestellten der Firmen, für die die Waaren bestimmt waren, ans Dock zu bringen. Während dies geschah, benahmen sich die Streiker in sehr drohender Weise, sie wurden aber von der Polizei und den Gendczr-

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men in Schach gehalten. Die Streiker

wurden zurückaetrikö'e'n und die Trans-

portwagcn nach den Magazinen eskori iry P

iiri. Einige narren.. pie one UJ waren und Fische enthielten, wurden von den Streitern umgeworfen, die dann auf die Karren stiegen und die Carmagnole sangen. Mehrere Dampfe? löschen ihre La düngen in Sai7.t Louis an der Rhone, wo die Dockarbciter sich geweigert ha ben, sich dem Streik anzuschließen, weil die Marseille? Dockarbeiter bei einer früheren Gelegenheit sich auch geweigert hätten, ihren Kameraden in Samt Louis Hilfe zu leisten. Demonstrirende Cübaner. H a v a n a, 3. März. Am letzten Abend begab sich ein Zug von 5000 Personen, nachdem derselbe mit Fackeln vor den Mitgliedern des National Kommittees vorübergezogen war. zum Palast des General-GouverneursWood und bat ihn. dem Präsidenten Mc lin ley eine Petition zu überreichen, worin oue Unabhängigkeil' für Cuba ver langt wird. Das Kommittee wurde sehr freund-

j lich von General Wood empfangen und

die Menge, welche anfänglich gegen die Vereinigten Staaten zu dcmonstriren beabsichtigt hatte, brach dann in Hoch rufe auf die Union aus. Wohin will er? Port au Price, Hayti. 4. März. Präsident Sam hat heute Port au Printe mit einem großen Tbeile der Haytischen Armee verlassen und sick auf eine Expedition nach dem nördlichen Theile der Insel begeben. Während seiner Abwesenheit wird der Minister des Innern. Francede Auguste, und eine Spezial-Kommission die Regierungsgeschäfte führen. "v " Feuer. Wer ren, Ohio. 4. März.. Ein Feuer, das am Sonntag im Sutliff.Gebäude ausbrach, richtete für 510.000 Schaden an. de? zum größten. Theil durch Waffe? verursacht wurde.", Frau Priscilla Sckönberger wurde im Augenblick der dringendsten Noth von der Feuerwehr aus dem Fenster im dritten Stock geholt. Der eigentliche Lebensretter der Frau war aber ihr kleiner Schoßhund. Frau Schönberger lag schlafend auf dem Bett, als das Feuer in ihrer Wohnung ausbrach. Der Hund biß die F'rau zweimal ii die Ferse, bis sie aufwachte, und bellen lief er lann mebrmals in ein benachbartes Zimmer. biZ'ihm die Frau folgte. Dort entdeckte sie dann das Feuer. ' Auf die Odd Fellows und Maccabees Excelsior Druckerei, den Western Rcserve Demokrat und Davids KleiderGeschäft entfällt der größte Theil des Verlustes. Ein Neger gelyncht. Gamben, Mo.. 2. März. Dewey Smith., der farbige Kohlengräber, der am Freitag Nachmittag in der Mine No. 4. vier MeUen südlich von Rich mond. den weißen Bergmann Ehester Stanley, im Streit um eine Kleinigkeit tödtete. wurde am Freitag Abend von 5wei Männern verhaftet und nach dem Thatort zurückgebracht.' Die erbitterten Bergleute, die in den letzten paar Wochen in beständiger, Fehde mit den Negern gelebt haben, entrissen den Gefangenen den Hilfssheriffs, und nach dem er ein Geständniß abgelegt, knüpf ten sie Smith an : einem Baum neben dem Eisenbahn - Geleise auf. Der Neger gab zu, Stanley erschossen zu ha bcn. er behauptete aber in Selbstver theidigung gehandelt zu. haben. Er ging sehr gefaßt dem Tode entgegen; bat, daß man ein Gebet für ihn spreche und, als letzte Gunst, daß man seine Leiche an seine Mutter in Kansas City schicke. Der Körper wurde dann in die Höhe ge zogen und nachdem der Tod eingetreten, gingen die Leute . ruhig, auseinander. Die Leiche wurde erst am Samstag Morgcn abgeschnitten. In den E?ie See hinausgetrieben. ' SilverCreek. N. I.. 4. März.' Einundzwanzig Fischer wurden am, Sonntag Nachmittag auf einem großen Eisfeld in den Erie See hinausgetrieben. 17 davon wurden aber später gerettet. Die vier anderen sind wahrscheinlich ums Leben gekommen. Ihre Namen sind: Henry Turner. John George. James McBrati und Julius Ludwig. Als die vier Männer zuletzt gesehen wurden, befanden sie sich noch auf dem' Eis. der Wind blies aber ziemlich heftig und bei dem stärken Woqenschlag brach das Eis schnell in Stücke. Als am Morgen die Entdeckun.lj gemacht wurde, daß die Leute vom Ufer abgeschnitten seien, wurde um Hilfe an den Mayor von Dunkirk teleiraphirt. Dieser schickte auch ein Boot mit Mann-

schast aus einem (spezialzug hierher. ' Die Mannschaft arbeitete während des ganzen Tages mit den größten Anstren- ' gunqen und es gelang nur nach sehr viel,? Mühe, die siebzehn Männer zu - retten. '

AnsverBnudeshauptstadt

5iZ.Zl0!!M 3ajfi(c Sn. " Beide Häuser des Kongresses ' Ztte ganze Nacht in Zihung, - Um die noch übrigen Geschiiste erledigeu zu können. m ". Washington mit Truppen angefM. Vater und Sohn in Bessemer, Ala., - ' angeklagt, 0 (Sattln und Mutter ermordet zn haben. Vier Fischer auf dem Eis im Erie-See. " ' ..' Repräsentantenhaus. Washington. D. C.. 4. März. Das, Haus nahm seine Sitzung, die vertagte Sitzung vom Samstag, um zwei Uhr Nachmittags wieder auf. Die Gallerien. waren bis an die Thüren mit Besuchern, zum großen Theil Soldaten in Uniform, angefüllt. Die Herren Repräsentanten kamen alle für eine die ganze Nacht währende Sitzung vorbereitet, da es wahrscheinlich erschien., daß die noch bestehenden Differenzen nicht so leicht erledigt werden könnten. . Repr. GroZvenor, vom Kommittee für Regeln, reichte eine Spezialordre ein. derzufolz: nach einer Debatte von zehn Minuten Anträge in Ordnung sein sollten, daß die Senat-Amende-ments zum Fluß- und Hafen-Etat angenommen, oder ein Konferenz-Aus-schuß ernannt werden soll. - Repr. Hepburn. Iowa, hielt eine Rede. in der er die Fluß- und Hafen-Bill in der denkbar schärfsten Weise verdämmte und er warf den Demokraten Mangel an ehrlicher Gesinnung vor, weil sie der Vorlage nicht opponirten, denn mit ihrer Hilfe würde es ein Leichtes sein, die Bill zu schlagen. Er fügie. hinzu.-daßdie Demokraten immee die Tugendhaften sein wollten, ihre Stimmen aber versagten, sobald Por! im Barrel" sei. Repr. Earmack, , Tenn.. antwortete darauf, daß Herr Hepburn keinen Grund habe, die Demokraten zu ersuchen. den Nationalschatz zu schützen, denn, seiner Ansicht nach, thue die Regierung besser daran. Geld für Flüsse und Häfen im eigenen Lande auszugeben, als es 7000 Meilen von den Ver. Staaten entfernt für die Unterdrückung eines Volkes auszugeben, das ein Recht habe, frei zu fein. - Die Fluß- und Hafen-Bill wurde schließlich an einen Konferenz-Aus-schuß verwiesen. . Eine lebhafte Debatte fand wahrend' des Nachmittags .über die SenatAmendements zum vermischten CivilEtat statt, von denen das Schicksal der Bewilligungen für die Ausstellungen in Buffalo. St. Louis und Charlc''on abhängt. Ein Antrag, diesen Amendements zuzustimmen, wurde schließlich verworfen. Als von dem Repr. Dalzell. Pa., eine Resolution eingereicht wurde, derzufolge ein Kommittee von sieben Mit gliedern des Hauses ernannt und beauftragt werden solle. Porto Rico, Cuba, und die Philippinen zu besuchen und über die wahren Verhältnisse dortselbst Bericht abzustatten, wurde von verschiedener Seite erklärt, daß eine Anzahl der Herren wohl eine lange Vergnügungsreise auf Kosten des amerikanischcn Volkes machen wolle. Die Resl-lution wurde in animirter Weise besprochen, wenn dem Haus keine Kon-ferenz-Berichte vorlagen. Das Haus verwarf um Mitternacht mit 139 gegen 84 Stimmen den Dalzell'schen Antrag, und machte dann :Pufe bis um zwei Uhr. Senat. Der Senat trat um drei Uhr Nachmittags zusammen und beschäftigte sich sofort mit den Konferenz-Berichten, und nahm dann eine ganz: Anzahl unbeanstandeter Vorlagen von mehr oder weniger allgemeiner Bedeutung an. Nach einer ziemlich animirten Debatte wurde de? Konferenz-Bericht über den Marine-Etat definitiv angenommen. Der Senat ließ nach langem Widerstand das vom Haus beanstandete Amendcment fallen, demzufolge drei weitere Holländische unterseeische Boote gebaut werden sollten. Auch der Konferenz-Bericht über di? Defizit-Bewilligungs-Vorlage - wurde ohne Kommentar angenommen. - 5 S e n a t o r-F r y e g e e h r t. . .Die sämmtlichen Herren Senatoren waren am Samstag Abend beisammen, als der Senator Frye. von Maine, der am Montag aufhört, der, Präsident pro temp.' des Senats, .zu sein, nil einem

prachtvollen Lleliesöecher' 'beschenkt wurde. -Die Ceremonie fand am Abend, gleich nachdem der Senat um halb sechs Uhr Pause gemacht, statt. Gleich nach Aufhebung der Sitzung begaben sich die Senatoren paarweise nach dem Marmorsaal, wo das Ge schenk von dem Senator Hoar mit einer gefühlvollen Ansprache überreicht wurde. Der Becher, ein prachtvolles Stück, aus Silber gefertigt und. innen vercoldet. stand auf einem Tisch mitten rm Saal und die Herren Senatoren standen um ihn herum. Herr Frye war ebenso überrascht wie gerührt von diesem Zeichen persönlicher Hochachtung und konnte nur mit wenigen Worten den freundlichen Gebern für das Geschenk danken. Die Fluß- und HafenBill. Um vier Uhr Nachmittags hatten sich die Mitglieder des Konferenz-Aus schusses auf alle streitigen Punkte in de? Fluß- und Hafen-Bill geeinigt, mit Ausnahme der Senat-AmendementS zur Anlegung von Reservoirs in SüdDakota und Wyoming und zur Verausgabung von 5400.000 für Arbeiten am Brazos Fluß in Texas. Wenn dies: Posten definitiv gestrichen werden. belaufen sich di: Verwilligungen noch auf Z49.675.003. In der originalen Hausvorlage beliefen sich die Ve?willigung?n auf 559.935.415 und in de? amendirten Senatvorlage auf 550.854.526. Die Thätigkeit des Kongresses. Der 56. Kongreß war. im Ganzen 197 Tage in Sitzung und in dieser Zeit wurden 14.336 Vorlagen und 3000 Berichte eingereicht. Passirt wurden 345 allgemeine und 1250 Privat-Vor-lagen und 395 gemeinschaftliche Resolutionen. Der sechsjährige' Kursus' bleibt. Unter den Bestimmungen der neuen Marine-Vorlaze. wie sie am Abend angenommen wurde, wird der Kursus, in der Marine-Akademie nach wie .vor sechs Jahre dauern. Auch das SenatsAmendcment. demzufolge mehr Kadetten für die Akademie ernannt werden sollten, wurde von dem Konferenz Ausschuß aestricken. m Vier Männer bei einer Ez plosion umgekommen. Gallipoli3.O..2.März. In Jacob Lindewood's Mühle in Creuzet explodirte am Samstag Nachmittag ein Dampfkessel, wobei vier Männer aul der Stelle getödtet und mehrere verleh! wurden. Die Verunglückten sind: Brady Lin dewood, Sam. Parker. Bert Jron und ein Sohn von C. I. Sheets. Schiffbrüchige an Bord. Philadelphia. 2. März. Der deutsche Tank - Dampfer 3reme.r haven", von- Antwerpen, signalisirte am Samstag der Station auf Reedy Js land, an der Mündung des Delaware. daß er die Mannschaft des schiffbrüchi gen Schooners George Bailey". auZ zehn Männern bestehend, an Bord habe, der am 29. Januar mit einer Ladung Kohlen nach Bahia. Brasilien, abgmg. Feuer i m m P h o e n'i x H ö 1 1 in Lexington. L e x i n g t o n, Ky.. 2. März. Im Souterrain des Phoenix Hotels in hie siger Stadt brach am Samstag Abenb Feuer aus. Das Hotel füllte sich schnell mit Rauch an und unter den Gästen entstand bald eine wahre Panik, vieli aber, darunter mehrere Damen, begaben sich sofort auf die Feuerleitern hinaus. . Die ganze Feuerwehr w bald zur Stelle und es gelang, dil sämmtlichen Gäste in Sicherheit, zu. bringen, obwohl manche vom Rauch beinahe erstickt waren. Das Feuer wurde schließlich gelöscht, nachdem es einen Schaden von 540,00 angerichtet hatte. New York. 2. März. Angeld Pcrtia", von Marseille; Pnnzesskn Vic.oria Louise". von Wesiindienz mÜ6 cania", von Liverpool. Schiffsnachrichten.

No. 16 ,

Der ungekrönte Kaiser von Amerika.

Tie Jnaugurationsfeier in Washington, D. .

McKinley und Rooscvelt legen den Amtseidaö.

Eine riefige Volksmenge ist Zeuge der Ceremonieen.

New Y o r k , 3. März. Angekom. men: Karlsruhe" von Bremen, Liguritf" (neu) von Neapel und lHibraZ tar, La Bretagne" von Havre. . Lizard,3. März. Passirt: OI denburg", von New York nach Bremen bestimmt. . Liverpool, März. Angekom men: Cevic- von New York. Queenstown.3. März. Angekommen: Sazony" von Boston, nach Liverpool bestimmt; Scrvia" von New Jork. nach Liverpool bestimmt. Abgegangen: Umbria" (vonLiverpool) nach New York. Havre. 2. . März. Abgeg.: La Champagne", nach New Dort.

Washington, D.C., 4. März. Um 3 Uhr heute Morgens begann es zu regnen und schon befürchtete man, daß es während der heutigen Jnaugurationsfeier dcn ganzen Tag regnen werde, allein gegen 8 Uhr Vormittag klärte sich der Himmel aus und die Sonne kam zum Vorschein zur großen Freude der Washingtoner und der taufenden von Fremden, die der Inauguration von William II., dem ungekrönten Kaiser von Amerika, beiwohnen wollten. Ein solcher Aufwand von imperw' listischem Pomp wurde hier in Amerika niemals zuvor gesehen. Von demokra tischer Einfachheit war hier nichts zu sehen. Das Schauspiel, das man hier heute zu Gesicht bekam, erinnerte an den Prunk und Pomv der römischen Imperatoren. Um 11 Uhr Vormittags war dic Vcr sammlung der hohen Regierungsbeamten und der eingeladenen Gäste im Sitzungssaale des Senats, wo VicePräsident Roofevelt vereidigt wurde. Um 12 Uhr Mittags erfolgte die Vercidigung des Präsidenten in Gegenwart einer immensen Zuschaucrmenge. Selbstverständlich ließ Herr Nooscvelt die Gelegenheit nicht verstreichen, ohne eine seiner bemcrkenswerthcn Rc den abzuhalten. Um 1:30 setzte sich die Jnaugurationsparade vom Kapital aus über die Pennsylvania Avenue in Bewegung. Die Parade dürfte schätzungsweise erst um 7 Uhr Abends beendet sein. Das weitere Programm ist : 7 Uhr 45 Minuten Abends Feuerwerk beim Washington Monument. 9 Uhr Abends Eröffnung des In augurations-Balles durch den Präsi dcnten. Dienstag. 5. März. 10 Uhr 30 Mi nuten Vorm. Festkonzert von der Marine-Kapelle in der Pensionsoffice zu Ehren der Bundesarmee. 2 Uhr Nachm. Festkonzert der Ma rine-Kapelle in der Pensionsoffice zu Ehren der Flotte. 8 Uhr Abends Fest-Konzert der Marine-Kapelle in der 'Pensionsoffice zu Ehren der Staaten der Union. Mittwoch. 2 Uhr Nachm. Konzert zu Ehren des Kongresses. 8 Uhr Abends Großes Konzert in der Pensionsoffice zu Ehren des VicePräsidenten und des Sprechers des Hauses, durchgeführt von der MarineKapelle und einem Chor von 50Q Stimmen. Die genaue Abschätzung über die Stärke der morgigen Parade erqiebt folgende Zahlen: Freiwillige und re guläre Truppen 22.240 Mann. Veteranen 1200 Mann, bürgerliche Vereinizungen 7500 Mann. Von obigen Kontingenten haben bereits 17,500 Mann ihre Ankunft hier offiziell bei dem Empfangs-Ausschuß angemeldet. Der Großmarschall. General Francis Greene. ist der Ansicht, daß der Zug A Stunden brauchen wird, um die Präsidenten - Tribüne zu passi ren, wenn nicht unvorhcrgesehene Hindernisse eintreten. Angenommen, daß die Parade sich um 2. Uhr Nachmittags vom Kapital aus in Bewegung setzt, so wird es doch $8. Uhr werden, ehe die letzte Sektion am Weißen Hause vorbcidefilirt ist. In der Nachmittagssitzung der beiden Häuser waren die Gallerien überfüllt. Das schöne Wetter hatte auch, eine Anzahl Damen herausgelockt und die eleganten Toiletten derselben gaben den Gallerien einen besonders feiertäglichen Anstrich. Dazwischen fielen zahlreiche Uniformen von Matrosen des großen Monitors Puritan" und. anderer Kriegsschiffe. Ueberhaupt waren feit dem spanisch-amerikanischen Kriege niemals so viele Uniformen in der Hauptstadt Wtbar. wie letzt. B"rith Abraham. Chicago. Jlls.. 4. März. Dee Orden B'rith Abraham, die größte jü dijche WohUhätigkeits - Versicherung Association der Welt, hält jetzt im Medinah Tempel seine zweijährliche Sitzunz ab. Die Eröffnung der Sitzunz fand am Abend statt. Es waren 350 Telegaten von 267 Logen anwesend, und viele Tausend Zuschauer. Die Versammlung wurde von dem Eroßmeiste? Samuel Dorf von New Fork zur Ordnung gerufen, der seinen Jahresbericht verlas.

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j EO Weitere Depeschen aus ' Seite 5

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