Indiana Tribüne, Volume 24, Number 163, Indianapolis, Marion County, 1 March 1901 — Page 1

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Erscheint jeden Z!nch,nittag unb Sonntag Morgens.

Jahrgang 24.

Indianapolis, Ind.. Freitag, dcn 1. März 1901.

71m UnrnsiAii 111 17 iirnJ Atrien fcyrclnken.

Vil ClllllUJill i 'JHUUUV1UUU :

Die Türkei tuitt 50,000

Truppen eil Der bulgarischen Grenze lonzentriren

eine MaKregzl. die schon I

im Jahre 1899 von der preußischen Negierung in Aorschlag gebracht wurde

Htasl ' iktzt dem preußischen Landtag einge-

rcicrji rooroen. Die Bosstsche Zeitung" ist der Anficht, bafe Berlin stark genug ist. jtoen

Spree-Prafekt zu schlagen, der g jen

i -x V... scu.s die Stadt in Feld gestellt werden ' Umder Agltartött erntende unb utdm$t n Vorschlag uf'Z

zu maazen. ! nergiytc.

Am Freitag Mittag kollldirte bte

Aus dem deutschen Zieich.

In Kollision mit einem elektrischen SttaFcuuahNwazeu. Der Kaiser mir etwas ausgeschiittett. Berlin soll uni einen Theil seiner Selbstregicru'lg öeraubt werben.

Equipage des Kaisers Wilhelm Unter den Linden mit einem elektrischen rr.ir. im . rr cv. . r .

cm wo o:rA-3 rnTftTm ' aijcrcoaun - Waggon, oc cn.tcmic D Wag, SkS ars W.lhel Ordnung gerathen war. Der

Wagen wurde etwas beschädigt, sonst wurde aber kein Schaden angerichtet. Dn Kaiser, der gegen die Seite der Equipage geworfen worden war. erkundigte sich nach der Ursache des Unfalls und fuhr dann nach dem Schloß weiter. Aus Südafrika. London. 1. März. Mehrere Zei tungen behaupten, daß sich General Botha Lord Kitchener übergeben habe. Im Unterhaus erklärte aber am Nachmittag Lord Cranborne. der parlamentarische Sekretär des auswärtigen Amtes, daß die Regierung keine solche Nachricht erhalten habe. Die vereinigten Truppen von Gene-

rni TTf i'nS (nrnnrinSnJ Ärirti

n ("rtrpni nr ifnnitins .w-.. v-aa a,ert grenze, cei Konnan- . , rA ... m.;n;wa-

telezraphirt derKorre- ! Jl T yjTJlZ:

lüiUll, UliUClUlfl UlCllU ÜIC UCU ilUlü'

Tic Lage in Süd-Asrika. , Schlimme Zustände auf der B a l k a n - H a l b i n s e l. London. 1. März. .In eine? kiserlichen Jrade wird die Konzentrirung von LQ.GÜO türkischen Truppen an

per bulcans

bil, angeordnet

loondent der Tailv Mail- aus Kon

, r stantinopel. WG3 ist dies auf Nath des KriegsMinisteriums geschehen, un) um im Stande zu sein, die Agitation der revolutiznären bulgarischen Kommitteen in Makedonien prompt zu unterdrücken. Die Agitation hat in der letzten Zeit die Form von Brigandaze in großem Maß ztab angenommen. Fürst Ferdinand oppenirt den Operationen des maceonisZ-.;n Kommittees. es scheint aber, daß er machtlos ist.

sie zu verhindern, uno es unterliegt

i"v Q "-f - - ' - - j keinem Zweifel, daß die Freunde der 3föecIC-

j ostlich von Kapstadt. Die Gesammt-

stärke der Boeren unter Gen. De Wet beträgt noch 2000 Mann. Der dritte Budget-Voranschlag für Kriegsausgaben wurde heute veröffentlich:. Die Forderung belauft stch auf .Z.000.000 Pfund Sterling. Ankauf und Transport von Remonten verschlangen 2.000.000 Pfund und Provisionen und Fourage 1.000.000 Pfund. Dies bingt die Gesammtausgaben für das Finanzjahr auf 95,-

309.133 Psund Sterling für Kriegs

Bewegung in Bulgarien den Revolu

Uonaren d:e Warfen liefern. In Macedcnien sind eine ganze Anzahl bewaffnete Bulgaren verhaftet worden, darunter bulgarische Offiziere, Kaufleute und Priester. Alle haben mit der revolutionären Bewegung in Verbindung gestanden. Aus dem Deutschen Reich. Berlin. 1. März. Professor Huber! Herkomer. der gerade ein Emaille-Portrait des Kaisers Wilhelm vollendet hat, ist hier angekommen und 'wurde am Donnerstag vom Kaiser em pfangen. Es ist dies das größte EmaiOe-Portrait. das eziftirt und es hat viel Mühe und Geöuld gekostet, um es herzustellen. Berlin. 1. März. Die Behauptungen englischer und amerikanischer Zeitungen, daß Deutschland beabsichttge. weiteres Gebiet in China zu erwerben, und beständig neue Forderunzen an China stelle, daß es z. B. die Hinrichtung weiterer Prooinzial-Be amten wegen an Europäern begännenen Schandthaten verlange, hat hier die größte Entrüstung hervorgerufen, da die Thatsachen solche Anschuloigungen n'cht rechtfertigen. Die..Post" und di:..B:rlinerNeuesten Nachrichten" bringen energische gehaltene halboffizielle Artikel, in denen alle solche Insinuationen zurückgewiesen werden. . Ein hoher Beamter des auswärtigen Amtes sagte während des Tages: ,,. Deutschland hat guten Grund zu der Annahme, daß solche Forderungen, wenn sie Teutschland in die Schuhe geschoben werden, thatsächlich von den Ver. Staaten und England ausgehen, die beide Missionäre und andere weiße Staatsangehörnige in den chinesischen Provinzen verloren haben; dasselbe gilt auch für Frankreich und Italien. Deutschland habe dagegen nicht einen einzigen Missionär verloren, es unterstütze aber die Forderungen van England und den Ber. Staaten, um die Solidarität der Mächte in Peking zu

bewahren

Ein Freund der Buren.

Haag. 1. März. Der Minister des Aeußeren. Dr. W. H. DeBeaufort. sagte am Donnerstag in der zweiten Kammer der Generalstaaten, dak dem holländischenKonsul in Lourenzo Marquis von Portugal das Exequatur ent zogen worden sei. weil er die Einfuhr von Heliograph - Apparaten für die Transvaal - Truppen gestattet, und angeblich in ungesetzlicher Weise Pässe ausgestellt habe. Herr Pott habe die Richtigkeit der ersteren Beschuldigung zugestanden. Darnpfer-Kollision. London. 1. März. Der britische Dampfer Chamois". der am Mittwoch Morgen, drei Meilen östlich von Jarmouth mit dem britischen Dampfer Samuel Laing" kollidirte. ist in stark beschädigtem Zustand von einem Schlepper nach Graoesend gebracht worden. Der Bordertheil des Dampfers ist mit Wasser gefüllt. Der andere Dampfer ging nach wenigen Minuten unter und der Kapitän ertrank ; der Rest der Mannschaft wurde von der Ehamois" aufgenomnen. Die Lage in China. Shanghai, I.März. Die ch!nesischen Zeitungen veröffentlichen eine zweite Liste von Beamten, deren Bestrafung von den Mächten verlangt worden sein soll. Es soll sich darunter auch Lu Ehuan Liu, Großrath und Prästdent des Ministeriums für Kultur und Zeremonien befinden. Der Prinz Lan ist verhaftet worden und sieht seiner Bestrafung entgegen, Prinz Tuan befindet sich aber noch in Freiheit. Es ist ein Gerücht im Umlauf, daß Li Hai Chum, ein Proteae des Prinzen Tuan und des Generals Tung Fu Hsiang, in der Nähe von San Chau Fu, Provinz Kan Su. mit 5000 Mann eine Rebellion in Szene gesetzt Haie. Jiion den Philippinen. M a n i l a. 1. März. Die sämmt lichen spanischen Armee - Offiziere, die sich noch auf den Philippinen befinden,

haben durch den spanischen Genera 'on

Die Post" sagt, unter solchen Ver-! tui (rr?slT;sl gq,f,M frhnUn.

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yailNllzen ci es eine urcuciiiyuHuycu, von Forderungen Deutschlands zu re den. Die Einzelheiten über die russischÄinesische Vereinbarung betreffs der Mandschurei, der Mongolei und des

ilnesischen Turkestan haben hier kem

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uazq Spanien zuruazuieyren. vi oe ftnd?n sich ncch ungefähr siebzig dieser Off ziere hier. die. da sie Geschäftenteresscn hier hatten, die Erlaubnis erhielten, hier zu bleiben. nachd:m die spanischen Truppen abgezogen waren.

Sie bezogen keine Salare von der spa

Erstaunen erregt, da sie nur das bestä-! WMieruna.

tigen, was die deutschen Korresponden-! Der Genera! - MaZor S. B. M. ten in China von Anfang an behauptet ! Agung und Stab hat stch mit dem 34. Zhatten. Ins. Reg. und neun 5lompagnien vom Das .Berliner Tazzblatt" sagt: j 33 Regiment auf Dampfer Logan nach Durch diese Vereinbarung wird der fcen Ver. Staaten eingeschifft. Der Einfluß Englands im nördlichen C.nna Dampfer wird in Candon. ander Westgänzlich zerstört.. Japan allein kann ; . SiriÄirfi hin Nüssen aktiven Wi- kuste von Luzon, die drel anderen Kom

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pagnien oes oo. jxcgimcni an zsiv nehmen. Hunger! fa alle i n I t a l i en

R o m, 1. März. In mehreren . t YY:uif svi.r!

derftand lenten.

Die Freisinnige Zeitung" sagt: Tas russische Protektorat ist thatsäch Zich nichts weiter als Annerion."

Die Vorlage, derzufolge eine Spree- Theilen von Süd- und Mittjl - Italien Zräfektur creiirt und der preußischen , haben Krawalle stattgefunden, die aus Negierung gestattet werden soll, die j den Nothstand unter der Landbevölte Selbstre.gierun? von Bcrlin einzu- ng zurückzuführen sind. In Cala

brien verlangen die Bauern die Parzellirung der großen Güter, . sodaß sie diese kultiviren können. In der Umgegend von Ravenna, am Asiatischen Meer, ist der Nothstand so groß, daß der Präfekt sich gezwungen gesehen hat. die Thore derStadt. die von Truppen beschützt wird, schließen zu lassen, um das Zuströmen von tausen den von arbeitslosen Landleuten zu ver hindern. Die cubanischenResolutionen. Q a v a n n a. ' 1. März. SeSor

Capote. der Präsident des kubanischen j Verfassungs - Konvents, übergab am Donnerstag Nachmittag dem General Gouverneur Wood die Erklärunzen deS Konvents über die künftigen Beziehun gen zwischen Cuba und den Ver. Staa ten. die amMittwoch angenommen worden waren. General Wood hat die Regierung m Washington benachrichtigt, daß die Erklärungen in Englisch übersetzt und per Post nach Washington geschickt werden würden. Frl. Uboa wieder bei ihrer Familie. Madrid. 1. März.., Frl.' Uboa. das junge Mädchen, das am Samstag auf Befebl der Gerichte aus dem Jesuitenkloster entlassen werden mußte, in das sie veranlaßt worden war. ohne Vorwissen il:rer Mutter einzutreten. wurde am Mittwoch Abend in die Arme ihrer Mutter und ihres BruderS zurückgeführt. Das Wiederfehen war ein rührendes. Frl. Uboa schrieb gleich darauf an ihren Advokaten, daß er alle gesetzlichen Sckritte in dem Falle einstellen solle. Sie erklärt, daß die Nonnen in dem Zclosier ihr gegenüber die Versicherung abgegeben hätten, daß ihr Bruder die Absicht babe. sie nach Rußland zu bringen und dort ihrem Schicksal zu überlassen. Und auch, daß er die Absicht habe, das Kloster zu verbrennen. Vom österreichischen R e i ch s r a t h. Wien. I.März. Ein Haufen von 1500 unbeschäftigten Handlungsgehil fen,. meist Böhmen, machte am Donnerstag Nachmittag eine Demonstration zu Gunsten der Jung-Tschechen und Radikalen vor dem Reichsraths-Ge bäude. Sie wurden schließlich von der Polizei auseinander getrieben. Die Sitzung des ReichsrathZ war am Anfang ziemlich ruhig. Der Präsident hatte bei der Eröffnung der Sitzung die Mitglieder ersucht, sich an ständig zu benehmen und ihn nicht zu zwingen, energischer vorzugehen. Späte? begannen die Tschechen wie der mit ihren Obstruktionstaktiken, wodurch sie volle fünf Stunden lang die Geschäfte aufhielten. Der Pr'äsi dent ordnete dann eine geheime Sitzung an. in der 5lntervellationen verlesen

wurden, gegen die Einwand erhoben worden war. Es handelte sich dabei um die Beichte der Katholiken und die Konfiskation anti-katholischer Zeitungen. Der Konsul nach Hause beordert. Lissabon. I.März. Die bra silianische Regierung hat ihrem Konsul in Oporto Befehl gegeben, sofort. mit seiner Familie nach Brasilien zurückzukehren. Streik der Dockarbeiter. M a r s e i l l e . 23. Febr. Mehrere Dampfer, die von Oran und Algiers hier eintrafen, konnten wegen des Streiks der Dockarbeiter ihre Ladung von Früchten und Gemüsen nicht soscheu. 3000 Dockarbeiter erklärten am Mittwoch einen Streik, weil die Kontraltoren mehrere Werkführer nicht entlassen wollten. Am Donnerstag erweiterten die Streiter ihre Forderungen dahin, daß sie kürzere Arbeitsstunden und mehr Lohn verlangten. Der Mayor von Marseille, selbst ein Sozialist, ermuthigte die Streiker in ihrem Kampfe gegen die Unternehmer. . Ein Indianer gelyncht. Holdenville, I. T.. 1. März.' Johnson Miller, ein Vollblut-Creek-Indianer, der innerhalb von sechs Monaten drei Mordthaten begangen lnd viele Räubereien verübt hat, ist am Donnerstag von einem Haufen von 40 maskirten Männern erschossen worden. Er war in einem Farmhause in der Nabe der Stadt untergebracht und dort bewacht worden, um ein Lynchgericht zu verhüten, auf irgend eine D eise wurde es aber doch bekannt, wo sich der Mi -der befand, und es wurde dann kur .er Prozeß gemacht. Johnson wurde von mehr als einem Dutzend Kugeln durchbohrt. . chiffsnachrichten. Boston. 23. Febr. Angekommen: Jvernia" von Liverpool. H a m b u r g , 23. Febr. Angekommen : Pennsylvania" von New Jork viaIlymouth. r

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AllSderBlttldeshauPtstadt

56 JiOJijjrc ö. 3roeilc Seßurn. Mit großem Eifer

Werden die Geschäfte jetzt von beiden Häusenl erledigt. , Cekretar Gage giebt Ausknnst über die PserdeauZfuhr uach Südafrika.

Rosl'n Serrell, Der Mörder Lane's im elektrischen Stuhl hingerichtet.

Ein Neger beinalie bei Brazil, Jud , gelyncht. Wm. M. Cvarts

Im Alter von 83 Jahren gestorben. Die Beranlwortlichkcit für den Unter' gang der CitJ of Nio de Janeiro".

Senat. . W a s h i n g t o n. D. C.. 23. Febr. Im Gegensatz zum Mittwoch ging es heute im Senat ungewöhnlich ruhig ber. Es wurden außergewöhnlich viele Geschäfte erledigt, und es kam nicht ein einziges Mal zu ernstlichen Auseinandersetzunaen. Der Fwß- und Hafen - Etat, mit Bewilligunzen von mehr als $50,000. 000, wurde ohne alle Debatte angenommen, und ebenso wurde auch der Konferenzbericht über die Kriegssteuer - Reduktionsvorlage ohne Widerspruch angenommen. Auch die Konferenzberichte über den diplomatischen Etat und die Verwillizunzsvorlaze für das Ackerbau. - Departement, wie auch über verschieden andere Maßregeln, wurden definitiv angenommen und einige Vorlagen von geringerer Bedeutung angenommen; der Postetzt wurde aber an den Konferenz - Ausschuß zurückverwiesen. ' In der legten Stunde wurde der verlischt: Civil - Etat in Erwägung gezogen. -r. Repräsentantenhaus. ' Auch im Haus wurden die verschiedenen Konferenz - Berichte ohne auf große Schwierigkeiten zu stoßen, angenomrnen. Der Konferenzbericht über die Kriegssteucr - Reduktionsvorlage war beiden Parteien annehmbar und wurde ohne Weiteres angenommen. Repr. Rickiardson, der Führer der Minorität, erkl irte. daß es das Beste sei. was unter den Umständen erreicht werden könne, obgleich er der Ansicht sei. daß die Kriegssteucrn auf Z70.000.000 reduzirt werden sollten. Der größte Theil des Tages wurde Ut Vorlage zur Verbesserung des Zollkutter - Dienstes gewidmet. Die Vorläge wird am Freitag zur Abstimmung kommen. Gen. Fitzhugh Lee pension i r t . Die Brigade-Generäle James H. H. Wilscn und Fitzhugh Lee stnd amDonnerstag. da sie die Grenze des Dienstalters erreicht haben, in den Ruhestand getreten. Die Ausfuhr von Pferden. Der Schatzamtssekretär Gage schickte am Donnerstag dem RepräsentantenHaus die Antwort auf eine vor einigen Tagen angenommene Resolution zu. in der um Auskunft darüber ersucht wurde. ob Pferde, Maulesel oder andere Vorräthe von amerikanischen Häfen aus nach Südafrika geschick worden seien. In der Antwort erklärt der Sekretär, daß vom Oktober 1899 bis zum 31. Januar 1901 für $26.595.692 Pferde. Maulesel und andere Vorräthe nach Südafrika ezportirt worden und keine Schritte gethan worden seien, die gesetzlich berechtigte Ausfuhr von Pferden u. s. w. zu verhindern. Die Zahl der in der angegebenen Zeit erportirten Pferde und Maulesel beläuft sich auf 76,632. In einer beigefügten Tabelle ist der Export nach Südafrika detaillirt ange geben. Die Hauptausfuhrartikel waren Pferde. Maulesel. Weizen. BUchsenfleisch und Rum. Die Ausfuhr von Schießpulver und Feuerwaffen war sehr unbedeutend. Die Reduktion der Kriegssi e u e. r. Den Zusammenstellungen des Repr. Payne, Vorsitzer des Ausschusses für Mittel und Wege zufolge, beläuft sich die Reduktion der Kriegssteuer im Einzelnen wie folgt : . '- Kommerziell: Makler. $138.000; .Depositen - Ccrtifikate. $200.000; Schuldverschreibungen. $3.500.000 :

Fraüstdrlese für den trport. $100.000; I Telegraphen - Dcpescycn. $800.000 ; j Telephon - Botschaften. $215 000-

Vorss. ausgenommen JndcmnityBonds, $25.000; Ccrtifikate sonst nicht angeführt. $200.000; Charters. $100.000 ; Ueertragungen. $1.750.000 ; Versicherung. 53.000.000 ; Miethskontrakte, $200.000 ; Hypotheken. $500.000 ; Paffagier - Tickets $100. 000 ; Vollmachten. $100.000 ; Pro teste. $125.000 ; Lagerscheine. $250.000 ; Expreß - Quittungen. $00.000; Patent-Mevizine. Cosmetics und Kaugummi. $3.950.000; Vermächtnisse. $500.000 ; Cigarren. $3.100.000 ; Tabak. $7.000.000 ; kleine Cigarren und Cizaretten. $500.000 ; Bier. $9. 800,000; Bank-Checks. $7,000,. 00; Wechsel auf's Ausland. $50.000; Geld-Anweisungen. $502.000 ; Manifeste für's Zollamt. $60.000. mm m rm Büßte sein Verbrechen." C o lu m b u s . O.. 1. März. Roslyn Ferrell wurde kurz nach Mit ternacht im StaatszuchthauS mittelst des elektrischen - Stuhles hingerichtet Das Verbrechen, für welches Ferrell mit feinem Leben bezahlte, war die Ermordung des Ezpreß-Agenten Chas. Lane, welchen er in der Nacht deö 10. August erschoß. Ferrell war im Dien ste der Adams Expreß Company thätig gewesen, hatte aber seine Stellung verloren. Er war mit einer, jungen Dame Namens Lillian Costlow verlobt, wel che er am darauffolgenden Donnerstag heirathen wollte und hatte dieser gegenüber angegeben, daß er eine größere Sume Geldes in der Bank habe und noch in Diensten der Ezpreß-Gesell-schaft stände. Sein Hochzeitstag war nahe, er hatte kein Geld und ein falscher Stolz verhinderte ihn. seine Lage der jungen Dame offen zu gestehen. Da beschloß er, sich die nöthigen Mittel durch einen Mord zu beschaffen. Er bestieg den Expreßwagen des Zuges, auf dem sein alter Freund Lane be dienstet war. in der betreffenden Nacht mit dessen Erlaubniß und die beiden Männer konvcrsirten in freundschafttt cher Weise mit einander, '.s der Zug Plain City, ungefähr 15 Meilen von Columbus. erreicht hatte. Um seine Ablieferung für diese Station zü ma chen. drehte Lane sich seinen Packeten zu und diesen Augenblick benutzte Fer.rell. ihn niederzuschießen." Der Schuß traf Lane in den Rücken und streckte ibn zu Boden, worauf Ferrell sämmt ltche Kammern seines Revolvers auf den hilflos am Boden Liegenden abfeuerte, bis derselbe todt war. Ferrell nahm darauf Geld und Wertpapiere im Betrage von $2400 aus dem Geld schrank und sprang von dem Expreß wagen ab, sobald der Zug in Plain City hielt. Der Zug fuhr sofort weitn und das Verbrechen wurde erst entdeckt, als derselbe in Columbus anlar?a)e und der Wagen geöffnet wurde. Fer rell blieb über Nacht in einem Hotel in Plain City und begab sich am nächsten Tage zu Frl. Costlow, in deren Haus er am folgenden Sonntag verduftet wurde. Er wurde prozesstrt und ver urtheilt und gestand darauf sein Ver brechen ein. wozu ihn seine Leidenschaft für die junge Dame, dU c: heirathen wollte, getrieben hatte. Sie hat ihn seit seiner Verurtheilung wiederholt besucht. Ferrel nahm um 12.07 Morgens sei nen Sitz in dem elektrischen Stuhl ein und um 12.09 wurde der Strom ane dreht. Der Tod trat augenblicklich ein. Seine letzten Worte waren: Ich hak nichts weiter zu sagen." Nach dem Lynchgericht. - Terre Haute. Ind., 1. März. Die Behörden von Aigo County reati siren jetzt die Folgen des Lynchgerichts an dem Neger George Ward. Da? Gefängniß ist in bedeutendem Umfange beschädigt worden und der County Rath hat $10.000 zur Wiederherst lung des Gebäudes bewilligt. Es ist eine Bewegung im Gange, einen Unterstützungsfonds für die verwittwete Mutter von Jda Finkelstein aufzubringen, da dieselbe von demVer dienfte ihrer Tochter abhängig war. Viele Bürger sprachen im Laufe des Tages beim Sheriff Fasig vor, um ihm zu danken, daß er den Lynchern keinen bewaffneten Widerstand entgegengesetzt habe. Die öffentliche Meinung scheint über die gräßlichen Scenen bei der Tödtung Ward's zur Tagesordnung übergegangen zu sein und es ist mit Sicherheit anzunehmen, daß Niemand für das Lynchgericht zur Verantwor tung gezogen werden wird. Unter den Farbigen hier hat dasselbe indessen die größte VestürzunF hervorgerufen. Dieselben verdammen das gesetzwidrige Vorgehen der Lyncher in den bittersten Worten und haben zum großenTheile, für ihr Leben fllrä tend. die Stadt verlassen. Die Mehr zabl der Lenteren ist nach Brazil oe

1 gangen, wo sie bei der zahlreichen fa? j bigen Einwohnerschaft Unterkunft ge i funden haben.

No. 163

Einem Lynchgericht entgangen. Brazil. Ind.. 1. März. In Seeleyville, einem in der Nähe hiesiger Stadt gelegenen Minen-Ort, versuchte am Mittwoch Afend ein wüthender Haufen von Kohlengräbern einen Farbigen Namens Brown zu lynchen, der Während der Arbeit das Lynchen des Negers Ward in Terre Haute in kräftiger Weise verdammt hatte. Als Brown von der Arbeit kam, wartete ein Pöbelhaufen mit einem Strick auf ihn. Mehrere Männer versuchten ihn zu fassen, er riß sich aber los und lief davon, von dem Haufen wüthender Bergleute verfolgt. Es ge lang Brown aber, den Vorsprung, den er bitte, zu behalten, bis er die Land straße erreichte. Eine elektrische Car kam dann glücklicher Weise heran. Der Motornier begriff im Augenblick, um was es sich handelte: er packte Brown am Kragen und riß ihn auf die Car, worauf er volle Kraft andrehte und schnell davonfuhr. Brown kam hierher und stellte sich' unter den Schutz der Polizei, t Wm. M. Evart s. f New York. 1. März. Der frühere Bundessenator Herr Wm. M. Evarts ist amDonnerstag Morgen in hiesiger Stadt im Alter von 83 Iahren an der Lungenentzündung gcstorden. Schon seit mehreren Jahrer war er fast ganz erblindet und so schwach, daß er seine Wohnung nicht verlassen konnte. Bis zu seinem Tode war er nominell der Chef der Advokaten-Fir-ma Evarts. Cboate und Beaman, ob gleich er thatsächlich seit Jahren kein aktives Interesse an den Geschäften mehr genommen hatte. Herr Evarts hinterläßt eine Frau und acht Kinder, vier Söhne und vier Töchter, die alle am Sterbebett versammelt waren. Die Leiche wird zur Beerdigung nach' Windsor, Vt., gebracht werden. Brutaler Angriff. Atlanta. Ga., 1. März. Frau S. A. Vuchanan, die Frau eines wohl bekannten Juweliers, wurde in ihrer Wohnung an Spring Straße, mitten in einem fashionablen Theile derStadt, das Opfer eines unglaublich frechen Angriffes. Während sie sich allein im Hause befand, betrat ein stämmiger Neger dasselbe und zwang sie, mit vorgehaltenem Revolver, ihm ihr Portemon naie mit $5 Inhalt auszuliefern. Der Schurke verlangte darauf ein Frühstück und als Frau Buchanan sagte, daß nichts bereitet sei. zwang er sie, immer die tödtliche Waffe auf sie richtend, ihm eine -Mahlzeit zuzubereiten. Als dieselbe fertig war, band der Neger die Frau an eine Bettstelle, setzte sich ge müthlich an den Tisch und verzehrte sein Frühstück in aller Ruhe, dann legte er Papier unter die Kleider der Frau und zündete dasselbe an. Frau Buchanan stieß die brennende Masse mit dem Fuße fort, aber der Neger bedrohte sie mit dem Tode, falls ste das nochmals thäte und brachte den brennenden Papierhaufen wieder in seine ursprüngliche Lage. Dann sprang er durch ein Hinterfenster des Hauses und entkam. Es gelang der zu' Tode geängstizten Frau, das Feuer mit ihrem Fuße wieder von sich zu stoßen und stch von den Fesseln zu befreien. Ihre Hilferufe brachten auch bald Nachbarn und Passanten zur Stelle, welche das Feuer löschten, ehe dasselbe großen Schaden gethan hatte. Frau Buchanan hatte gerade noch so viel Kraft, den Vorfall zu erzählen unÄ eine kurze Beschreibung ihres Peinigers zu geben, ehe sie vor Erschöpfung ohn mächtig wurde. Die gesammte Geheimpolizei und eine Anzahl Polizisten mit Bluthunden machte sich sofort auf die Verfolgung des Verbrechers und sollte derselbe erwischt werden, so wird ihn die gesammte Polizeimacht Atlanta's kaum vor der summarischen Rache der Bevölkerung schützen können. Drei verdächtige Farbige sind bereits verhaftet, aber Frau Vuchanan befand sich noch immer in ei nem bewußtlosen Zustauoe. so daß eine Identifikation des Verbrechers bis jetzt unmöglich war. Seit einigen Tagen sind eine ganze Anzahl Verbrechen von Farbigen gegin weiße Frauen begangen worden, von welchen das gegen Frau Vuchanan verübte das letzte ist. Doppel - Selbstmord. La Junta. Colo.. I.März. Die Leichen von Louis Burch und Addie Taylor, beide 18 Jahre alt, wurden am Donnerstag in einem alten, leerste henden Haus, ein: Meile südlich von der St M aufgefunden. Sie hielten sich Bkie mit den Armen umschlungen und Be'e waren durch den Kopf geschossen. Die Eltern des jugendlichen Paares hatten sich einer Vörheiratbunz wider sci. und dies war die Veranlassung sü'i den doppelten Selbstmord. Rotterdam, 28. Febr. Ange kommen : Potsdam" von New tyozK

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Weitere Depeschen aus Seite 5.

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