Indiana Tribüne, Volume 24, Number 161, Indianapolis, Marion County, 27 February 1901 — Page 1

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Jahrgang 24.

Indianapolis, Ind., Mittwoch, dm 27. Februar 1901.

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Mz ücm ilculsrtjni 3Icirt).

'Die Bevöllermng M Reichs betrügt 56,345,014 Köpfe

Nnd diejenige Preußens ,

34,403,377. Pniser ZVMiklm nach ZZerlm ,u rückgekeljrt. Unruhen in Oporto.

-23cgci: des Vorfalls mit dem brasilia nischen Konsul.

Zwei hohe chinesische Würdenträger In Peking öffentlich hingerichtet. Das spanische Ministerium hat resignirt G Aus dem Deutschen Neich. Berlin. 27. Febr. Dem am 1. 'Dezember1900 aufgenommenen Zensus .zufolge hat das Deutsche Reich 56,345, - 014 Einwohner, darunter 27.731.067 männlichen Geschlechts. Das Reich hat 33 Städte mit mehr als je 100.000Einwohnern und einerBevölkerunz von zu sammen 9.103.314 Seelen. Seit 1895 hat die Bevölkerung des Reichs um un.gefähr 4.000.000 oder 7.79 Prozent zugenommen, die stärkste Zunahme in ir.gend welchen fünf Jahren in den letzten 30 Jahren. Die Bevölkerung von Preußen beläuft sich auf 34.463.377 Seelen. Eine ' Zunahme von 2,608,154 seit 1895. Die größte Zunahme weisen Westphalen und die Rheinprovinz auf. Herr Buebb. ein Mitglied desReichs..!ags, ist wegen Majestätsbeleidigung zu dreimonatlicher Gefängnißstrafe verur theilt worden. Bei einer gemeinschaftlichen Konven iion des christlichen Bauern-Bundes und des Bundes der Landwirthe in Regensburg, wurde eine Resolution zur Erhebung eines einheitlichen Ein .gangszolles auf Getreide angenommen, wodurch der Preis auf die Höhe des 'Durchschnitts der von 1370 bis 1890 . erzielten Preise gebracht würde. Eine dahin gehende Petition wurde an den W riehst nmUr d?n Rund?5ratn

" ' j r ' . .7 und den Reichstag gerichtet. Aehnliche Petitionen sind auch von den landwirthschaftlichen Gesellschaften von Hessen, Württemberg und Baden erlas sen worden. Der Konvent deutscher MaschinenBauer, der jetzt in Berlin tagt, verlangt höhere Zölle auf ausländische Maschinen. besonders amerikanische. Die Börsen Zeitung" hält den ruf sisch - amerikanischen Zollkrieg für eine gute Gelegenheit, die Jmportation amerikanischer Maschinen durch den Import deutscher Maschinen, namentlich Naphta-Pumpen zu ersetzen. Wie es heißt, soll das Angebot einer deutschen Firma für einen Kontrakt von 1.250.000 Mark seitens der russischen Regierung, trotzdem es das niedrigste war. mit der Begründung abgelehnt worden sein, daß gegenwärtig keine Aufträge an deutsche Firmen ertheilt werden. Herr Wilhelm Behrens, ein deutscher Missionär, und sechs andere Deutsche, welche von den Engländern im Irene Lager in Süd-Afrika internirt sind, trotzdem sie sich strikt neutral verhalten haben, haben sich an die deutsche Regierung. durch den deutschen Generalkonsul in Kapstadt, um Schutz gewandt. Cronberg,27. Febr. Der Kaiser Wilhelm kehrte am Dienstag nach Berlin zurück, um am Mittwoch in Gemeinschaft mit der Kaiserin den Iahrestag seiner Vermählung in Börlin feiern zu können. Die Kaiserin muß in Berlin bleiben, da die kleine Prinzessin Victoria Louise krank ist. Der König Eduard wird auf Wunsch seiner Schwester, der Kaiserin Friedrich, bis zum Samstag hier bleiben. Der Kaiser kam am Morgen in einem Schlitten von Homburg herüber. Als er in den Schloßpark hereinfuhr, warf er dem alten Gärtner eine Börse mit 50 Mark zu. Der Kaiser frühstückte mii dem König Eduard und sie fuhten dann durch den Wald nach der Saalburg. Dort nahmen die beiden Monarchen von einander Abschied. Der Kaiser fuh? nach Homburg und nahm dort am Nachmittag einen Zug nach Äerlin und der König Eduard kehrte nach Schloß Friedrichshof zurück. Der Streit zwischen Hayti und San Domingo. Kap H a y t i e n. Hayti. 37. Febr. Der dieser Tage stattgefundene Konflikt zwischen Truppen von Hayti uno San Domingo war eine Folge des Umstandes. daß Haytische Truppen Gebiet besetzt hatten, das seit langer Zeit von den beiden Republiken beansprucht wurde. Die Regferung von San Do-

mlngo tu geneigt, die guten Beziehungen mit Hayti wieder herzustellen, wenn die R-gierung der letzteren Re publik ihie Truppen zurückzieht. König Edword's Reise. L o n d o n. 27. Feb. Die Zxufy" meldet, daß König Edward nicht nach Deutschland gegangen sei, weil die Kaiserin Friedrich sich in gefährlichem Zustande befinde, sondern um wichtige Privat-Anaelegenheiten mit ihr zu de sprechen. Die Kaiserin-Wittwe ist im Begriff, ein neues Testament abzufas sen und wünscht, daß sowohl König Edward wie Kaiser Wilhelm zu dem selben ihre Zustimmung geben. Wird nicht annektirt. Canea. Kreta. 27. Feb. Prinz Georg von Griechenland, der General kommissär der Mächte zur Vermaltung Kreta's, empfing von den auswärtigen Konsuln am Dienstag die Entscheidung der Mächte, wonach sein Borschlag. Kreta an Griechenland anzugliedern, abgelehnt wird. Das spanischeMinisterium resignirt. Madrid. 27. Feb. General leutnant Azcarraga übermittelte der Königin-Regentin am Dienstag offiziell die Demission des Ministeriums. Die Königin erwiderte, daß sie sich mit den 'jetzigen und früheren Präsidenten des Senats und der Kammer berathen würde. Vom ö st e.r reichischen R e i ch s r a t h. Wien. 27. Feb. .Der Reichsrath verhandelte etwa vier Stunden lang in einigermaßen ruhiger Weise über mehrere Vorlagen, schloß cber wieder mit furchtbar stürmischen Scenen in Folge Dr. Schercher's Protest gegen das Drucken des stenographischen Berichts der Schöner'schen Interpellation, worin in geheimer Sitzung angeblich 66 Fälle von Sittenverbrechen seitens Geistlicher zur Kenntniß des Hauses gebracht wurden. Unruhen in Portugal. Oporto. 27. Febr. Es wird versichert, daß die brasilianische Regierung von Portugal Erklärungen über den kürzlichen Vorfall verlangen wird, bei dem es sich um einen Versuch handelte, die Tochter des hiesigen brasilianischen Konsuls zu entführen und gegen den Willen ihres Vaters in einem Kloster unterzubringen. Am Montag Abend fand eine Kollision zwischen Studenten und der Polizei statt, bei der auf beiden Seiten eine Anzahl Leute verletzt wurden. Die Polizisten drangen bei der Verfolgung der Studenten in die Universität ein, und die Folge ist. daß die Professoren sich bei der Regierung beschwert haben. Eine Depesche aus Rio de Janeiro sagt, daß der dortige portugiesische Gesandte wegen des Vorfalls in Oporto mit Steinen beworfen worden sei. In Folge der anti-klerikalen Stimmung, welche der Vorfall mit dem braManischen Konsul hervorgerufen hat. herrscht hier die größte Aufregung. Die Voz Publica" sagt, daß die jetzige Lage in Portugal nicht mehr lange anhalten könne, da sie eine nationale Gefahr sei. Die Zeitung fügt hinzu, daß die vielen Priester uno Mönche, die in der letzten Zeit nach Portugal aekommen seien, auf die Reaktion hinarbeiteten und das Land ruinirten. Auch die Zeitung A Vanguarda" protestirt gegen die Ueberschwemung Portugals mit geistlichen Orden, die in den letzten fünfzehn Jahren unVerhältnißmäßig zugenommen haben. General Gomez über die Räumung Cubas. H a v a n n a , 27. Febr. General Gomez stattete am Dienstag Morgen dem General Wod einen Besuch ab und er gab dem Letzteren die Versicherung. daß die Gerüchte über zunehmende Unruhe und Unzufriedenheit wegen der andaunden Besetzung von Cuba seitens der Ver. St. Truppen durchaus falsch seien, und er falsch berichtet worden sei, wenn man ihm die Erklärung in den Mund gelegt habe, daß er die sofortige Zurückziehung der amerikanisehen Truppen und Proklamirung der vollständigen Unabhängigkeit Cubas befürworte. General Gomez fügte hinzu, daß es ohne Zweifel zu Blutvergießen kommen würde, wenn die amerikanischen Truppen jetzt zurückgezogen würden, da innerhalb von sechzig Tagen die Cubaner sich gegenseitig bekämpfen würden. Zum Schluß sagte Gen.Gomez: Wenn die Amerikaner jetzt abziehen würden, würde ich mit ihnen gehen Gen. Gomez erklärte in der Unterredung, er erkenne rückhaltlos an, daß die Ver. Staaten für die Etablirung einer stabilen Regierung in Cuba verantwortlich seien und sich nicht von der Insel zurückziehen könnten, bis dies zu Stande gebracht worden ' sei. Das Uebergeben der Zügel der Regierung an die neue Republik sei ein Unternehmen, das viel Zeit und Arbeit.erheische und

den Sudanern viel ernffes (STiTdium auferlege, damit sie auch die Verantwortlichkeit derSelbstregierung ordentlich erfaßten. Auch sagte der General, daß die Elemente, die jetzt die Städte kontrollirten, nicht im Interesse der ganzen Insel handelten und wirkten. Die Beamten seien unerfahren und man dürfe ihnen nicht freie Hand geden. Es würde die Zerstörung und der Ruin der Insel sein. General Wood sagte, daß die größte Schwierigkeit darin liege, das konservative Element für die Munizipal-Re-gierung zu gewinnen. Er beabsichtige, die besten Elemente daran zu interessiren. General Gomez hatte nichts gegen die zukünftigen Beziehungen zwischen Cuba und den Ver. Staaten einzuwenden, wie sie vom Ver. St. Senat in Vorschlag gebracht worden sind. Er hilt es aber für besser, wenn die Ver. Staaten Land für Marine-Stationen pachteten, anstatt es direkt anzukaufen. Die Sterblichkeit in Bom. bay. Bombay. Indien. 27. Febr. In den letzten zwei Tagen sind in derStadt Bombay 800 Personen gestorben, darunter 400 an der Veulenpest. Vom britischenParlament. London. 27. Febr. Der Handclsminister, Herr Gerald Balfour. gab am Dienstag im Unterhaus zu. daß sich die Konkurrenz der Ver. Staaten in der Weißblech-Jndustrie stark fühlbar mache, er sagte aber, daß sich die In dustrie dessenungeachtet in einem befriedigenden Zustand befinde, und wenn auch die Ausfuhr von Weißblech nach den Ver. Staaten nachgelassen habe, habe sie nach anderen Ländern zugenommen. Zum Schluß sagte Herr Balfour. daß. seiner Ansicht nach, es zwecklos sein würde, die Ver. St. zu ersuchen, den Zoll auf Weißblech herabzusetzen. Aus China. London. 27. Febr. Der Pall Mall Gazette" wird aus- Peking telegraphirt : Die Abberufung des Ver. Staaten Gesandten Conger. die thatsächlich als ein Tadel seitens-seinerR gierung zu betrachten ist, wird aHge mein bedauert. Es ist zu befürchten, daß an Stelle seiner unnachgiebigen Haltung eine unnöthig freundliche Politik, China gegenüber, treten wird. In der heutigen Sitzung der Gesandten wurde mit der Anfertigung der Liste von Provinzialb'eamten begonnen, die hervorragenden Antheil an der Bozerbewegung genommen hatten, und derenBestrafung verlangt werden wird. Was die übrigen Forderungen der Mächte betrifft, so werden sechs Monate vergehen, ehe diese erledigt werden können. ' ..Die Deutschen fahren fort, die ch'lnesischen Truppen zu bestrafen, die sich der Brigandage schuldig machen und Mordthaten begehen. Ihre militärische Tüchtigkeit wird, bereitwilligst von den Kommandeuren aller fremden Truppenkontingente anerkannt. P e k i n g . 27. Febr. Chi Siu, der frühere Großsekretär und Hsiu Chang Ao, Sohn des notorischen Hsui Tung. wurden am Dienstag .öffentlich hingerichtet. Die Strafe in der die Hinrichtung stattfand, war von französischen, deutschen ' und amerikanischen Truppen abgesperrt worden. Die verurtheilten Beamten wurden in Karren nach dem Hinrichtungsplatz gebracht, von einer Kompagnie japanischer Infanterie begleitet. Chiu Siu ging dem Tod gefaßt und furchtlos entgegen.., Hsiu Chang Fo war' ganz unter dem Einfluß von Opium. Beide trugen ihre offiziellen Beamlen-Ko-stüme. jedoch ohne, ihre Rang-Abzei-cben.

Aus der Bundeshauptstadt

56Ji0;iflreß. Meile 8ejsiltt!. Aufregende Sitzung im Nepräsen tantenhaus.

Schrelklichcö Grubenunglück in Wyo raing. , 25 Mcnschcn dabei um's Leben ge kommen.

Eisculiahn-Uufall bei Millersburg, Ind.

Vierzig Sfrrsoncit verletzt, darunter mchrcrc lödtlich.

Schisssnachrichten.

New Y or k. 27. Feb. . Angek.: Southwark". von Antwerpen; Kaiser Wilhelm der Große", von Bremen. P l y m o u t h. 26. Feb. Angek.: Pennsylvania", von New Iork, nach Hamburg bestimmt. Bremen. 26. Feb. Angek.: Königin Luise", von New Jork, via Southampton. G e n u a. 26. Feb. Angek.: Fürst Bismarck". von New York, via Gibraltar und Neapel. Antwerpen. 26. Feb Abgeg.: Westernland". nach Southampton und NemFork. Gibraltar. 26. Feb. Angek.: Kaiserin Maria Theresa", von New Dork. nach Neapel und Genua bestimmt :P ' ' Liverp odl. 26. Feb. Angek.: Dominion", öon Portland; Sylviana", von Boston. - " C h e r b o u r g, 27. Febr. Angekommen: Pennsylvania" von New ForZ, nach Hamburg bestimmt. -

Repräsentantenhaus. Washington, D. C., 27.- Febr. Di5 Sitzung 'im Haus war spat "am Nachmittag überaus stürmisch, und die Aufregung erreichte einmal eine ganz außergewöhnliche Höhe. Der Sturm tobte eine ganze Stunde lang und er?eichte'erst,ein plötzliches Ende, als auf Antrag des Repr. Payne Vertagung eintrat. Refir. Lentz, von Ohio. der während seiner-Dienstzeit im Haus schon viele Sensationen verursacht hat. brachte die Demokraten in die größte Aufregung, als en erklärte, daß eine Rede, die er in der Regierungsdruckerei abgegeben, anstatl gedruckt zu werden, zurückgehalten urjd von dem Sprecher dem General Gfosvenor, von Ohio, ausgeliefert wordeft sei. Ueber den Inhalt der Rede wurde während der Debatte weiter nichts bekannt,es wurde aber später in Ersahrung oebracht, daß es sich um einen Angriff auf den Senator Hanna handelte. Der Svreche? erklärte, er sei darauf aufmerksam gemacht worden, daß die Rede die Privilegien des Hauses verletze, und er habe deshalb angeordnet, daß sie, zurückgehalten, werde, bis. er, Gelegenheit gehabt habe, sie durchzusetzen. Im Dranz der Geschäfte sei er nicht im Stande gewesen, dies zu thun, er habe aber vor20 Minuten die Erlaubniß zum Drucken der Rede gegeben, da .er der. Ansicht sei, daß wenn die Rede etwas Beleidigendes enthalte, daß Haus später beschließen könne, daß sie gestrichen werden soll. Ungeheure Aufregung folgte dieser Erklärung. Von republikanischer Seite wurde versucht, die Angelegenheit für außer Ordnung erklärt zu haben, der Sprecher war aber nicht geneigt, sie auf diese Weise bei Seite zu schaffen. Er entschied jedoch, daß irgend ein Antrag gestellt werden müsse. Repr. Richardson, der Führer der Minorität, offerirte dann eine Resolution, lautend, daß der Sprecher kein Recht habe, eine Rede zurückzuhalten. Dagegen verlangte der Repr. Lacey, daß die Resolution nicht in Erwägung gezogen werden solle und mit einem strikten ParteiVotum wurde dann auch im Sinne Lacey's beschlossen. Herr Richardson offerirte dann, unter noch größerer Aufregung, eine zweite Resolution, in der die Hand-

lungsweise des Sprechers verdammt und der Letztere angewiesen werden solle, die Rede des Herm Lentz sofort an die Regierungsdruckerei zu schicken. Aber zum zweiten Mal weigerte sich das Haus mit einem Parteivotum, die ResÄution in Erwägung zu ziehen. Das Haus nahm dann, ebenfalls mit einem strikten Parteivotum, einen Vertagungsantrag an, und der Tumult erreichte damit ein Ende. Der Streit wird aber wahrscheinlich am Mittwoch wi:d:r aufgenommen werden. Früher am Tage wurde eine theilweise Einigung über den IndianerEtat erzielt, und die Vorlage wurde Wieder an den, Konferenz - Ausschuß zurückgeschickt. Die Repräsentanten vom Westen machten einen vergeblichen Versuch, die Annahme eines SenatAmendements durchzusetzen, demzufolge $100,000 für Vewässerungs - Experimente am Gila - Fluß in Arizona ausgesetzt werden sollten. Das Haus hatte den Konferenz-Be-richt über den Marine - Etat in Berathuna. als Repr. Lentz die Aufregung verursachte. Senat.

Der Senat nahm während des Tages ein wichtiges Amendement zum Philippinen - Amendement zur Armee - Vorläge an. Es wurde darin vorgesehen, daß nur ein kleiner Theil der öffentlichen Ländereien auf den Philippinen in Form von Konzessionen und Gerechtsamen vergeben werden darf. Es wurde von dem Kommittee. das die Vorlage in Händen hat, akzeptirt. und bildet jetzt einen Theil des Kommittee - Amendewen!. Sen. Morgan sprach während des aroßten Theils der . Tag.essitunaaeaen

vas Pynrpprnen- uno oas .uva-Amen-dement. und er forderte das Kommittee ouf. betet Propositionen zurückzuziehen. da es gefährlich für den Kongreß sei, diese Fragen in solcher Weise zu erledigen, ohne genügende Information zu haben. Am Nachmittag machte Sen. Allen einen heftigen Angriff auf dm Admiral Sampson. weil dieser, in einem Schreiben an den Marines ekretär. die Applikation des Oberkanoniers Chas. Morgan, von der Flotte, um Beförderung zu Ensign nur deshalb nicht unterstützen wollte, weil Morgan nicht den gesell schaftlichen Schliff habe, den man von einem amerikanischen Marine-Offizirr zu erwarten berechtigt sei". Der An griff des Senators Allen war geradezu sensationell. Der Senator erklärte unter Anderem, daß Admiral Sampson auch vorseht ntedrkger Abkunft sei und 5eil 'gesellschaftlichen Schliff", den er etwa besitze, sich.w seiner-Eigenschaft als amerikanischerMarine-Offizier angeeignet habe.' - Beim Schluß der Abendsitzung deuteten alle Anzeichen darauf hin, daß der Armee-Etat mit allenAmendemenis wahrscheinlich am Mittwoch noch zur Abstimmung kommen wird. Es schien wahrscheinlich, daß keine weitere ernstliche Opposition gemacht werden würde, obgleich eine Vereinbarung betreffs der

l Abstimmung nicht getroffen worden ist.

Maßregeln geze n d i e F u ch - Prellerei. Der Konferenz - Ausschuß, der über die Verwilligungs - Vorlage für die Militär - Akademie zu berathen hat, hat sich auf das Amendement geeinigt, das bestimmt ist. der. Fuchsprellerei in cer Akademie ein Ende zu machen. Das Repräsentantenhaus hatte verlangt, daß Kadetten, die der Fuchsprellerei schuldig befunden werden, aus der Akademie

! ausgestoßen werden sollten, und nie

wieder das Recht haben sollten, als Offiziere in die Armee, die Flotte oder das Marine - Corps einzutreten. Der Ser.at hielt diese Maßregeln für zu streng und es wurde dann von dem Konferenzausschuß ein Kompromiß abgeschlossen, nämlich so, daß ein Kadett, der wegen ucerführter FuchZprellerei aus der Akademie auszestoßen wurde, erst .zwei Jahre nachdem die Klasse, der er angehörte, graduirt hat, wieder befähigt sein solle, eine Ernennung für das Heer, die Flotte oder das Marin: - Corps zu erhalten, F.A.Vanderli'p resignirt. Der Hilfs-Schatzamtssekretär Frank A. Vanderlip hat seine Resignation eingereicht. Er wird in den Dienst der National Park Bank in New York tre-ten.

Entsetzliches GrubenUnglück. Cheyenne. Wyo.. 27. Februar. Das entsetzlichste Grubenunglück, von welchem Wyoming seit der AlmyKatastrophe vor 8 Jahren betroffen

! wurde, ereignete sich in der Montag

Nacht :n Diamondvllle. Durch ein Feuer, welches in der Grube No. 1 ausbrach, fanden 26 Bergleute ihren Tod und ihre verkohlten Leichen befinden sich noch in dem Stollen. Das Feuer brach aus kurz nachdem die Nachtschicht eingefahren war und die Flammen ver-

! breiteten sich mit solch reißender Schnelj ligkeit, daß es nur einem der Bergleute

gelang, sich aus dem brennendenSchachte zu retten. Dieser eine ist John Andcrson und derselbe hat so schwere Brandwunden erlitten, daß er nicht fähig war. Näheres über den Unfall zu sagen. Alles, was er vorbrachte, war, daß er sich plötzlich einem Wall von Feuer und Rauch gegenüber befand und nachdem er seinen Kopf mit einem Ueberzieher umwickelt hatte, sich durch die Flammen einen Weg nach dem EMgange bahnte. Anderson war es auch, der den andern Bergleuten die erste Meldung von der Katastrophe machte. Hunderte von Bergleuten eilten ihren bedrängten Mitarbeitern zu Hilfe, aber das Feuer hatte bis dahin schon so gewaltige Ausdehnung gewonnen, daß ein Eindringen in den Schacht unmöglich war. Während der ganzen Nacht konzentrirten sich ihre Anstrengungen darauf, daS Feuer auf die zwei Eingänge, in denen es ausgebrochen war, zu beschränken und um ein weiteres Umsichgreifen der Flammen zu verhüten, sahen sich die Leute, wenn auch schweren Herzens, genöthigt, die Eingänge zuzuschütten. Doch geschah dies erst, nachdem alle Möglichkeit, daß noch einer ihrer Kämeraden in dem Schacht am Leben sein könnte, geschwunden war. Niemand hätte unter den sengenden Gluthen fünf Minuten leben können, viel weniger noch mehrere Stunden. Durch das Zuschütten der Eingänge wurde das Feuer auf seinen Herd be schränkt, aber es wird mehrere Tage dauern, bis die Gruben wieder geöffnet und die Leichen geborgen werden können. Viele Leute erlitten bei den Rettunasarbeiten nocb Brandwunden, .so

vaß man anfangs von 50 Verunglückten sprach, eine sorgfältige Prüfung hat jedoch ergeben, daß die Zahl der Todten 25 betragen wird. Die Scene an der brennenden Grube, wo die Familien der Opfer mit gerungenen Händen die Beamten beschworen, ihre Lieben zu retten, war im höchsten Grade tragisch. Die Gruben gehören der Oregon Short Line Bahn und be schäftigen ca. 700 Bergleute. 4 Ein Brauer - T r u st. 1 Huntington. W.-Va., 26. Feb. Die Vierbrauer von West-Virginien sind im Begriff, einen Trust zu bilden. Zwei Drittel der Brauer im Staate haben sich bereits bereit erklärt, der Kombination ' beizutreten. James Raymond, von der Raym.Wd Brewing Company in Wheeling. wird wahr scheinlich Präpdent werden. A. ' Ein lNordgehelrn nrß. K a s k a s i a. Jlls., 27. Februar. Die verstümmelte und stark vere Leiche eines ungefähr 35 Jahre att. elegant gekleideten Mannes, wurde ark Dienstag in einer schweren Kiste auI Eichenholz auf einer Sand Bar am Flußufer bei hiesiger Stadt gefunden. Der Kopf der Leiche war abgeschntttea und lag in einer Ecke der Kiste, in di

der Körver offenbar aewaltsam hinein-

j gezwängt worden war. Der Hinterkop I wir eingeschlagen. Es wurde nichts an I t r ' r c ... . . fv.i

ver Zleicye aesunoen. was zu lyrer ventifizirung hätte führen können. . Blutiger Strjt. j Zanesville. O.. 27. Febr. -5 Lewis Parrish und Henry Lawson, zwei junge Männer aus guter Familie, geriethen am Montag Abend, in einer hiesigen Billardhalle wegen eines jungen Frauenzimmers in Streit, im Äcrlaufe dessen Parrish den Lawson mit eine Messer furchtbar zurichtete und wahrscheinlich töotlich verletzte. Parrish befindet sich in Haft. Es waren 67 Stiche nöthig, um die Wunden Lawson's zuzunähen. Frecher Raub. Chicago, Jlls.. 27. Febr. Am Montag Abend wurde Marcus Etronz, Reisender für eine Juwelier - Firma, ganz in der Nähe einer Polizeistation um eine Handtasche beraubt, die für 51000 Schmucksachen und Uhren enthielt. Stronz stand an der Ecke von Elliston und North Avenues. auf eine TrolleyCar wartend, als er plötzlich einen heftigen Schlag auf den Kopf erhielt. Er brach zusammen und verlor für den Au genblick die Besinnung, und als er wieder zu sich kam, sah er einen Mann mit seiner Handtasche in der nächsten Mey verschwinden. Stronz ist ziemlich schwer verletzt. SchrecklicheThateinerMutter. P i t t s b u r g. Pa., 27. Febr. Frau Maggie Deithorn. 26 Jahre alt, begab sich am Dienstag Morgen zu fräher Stunde mit ihren zwei Kindern, ei-

nem Knaben und einem Madchen, :m Alter von zwei und vier Jahren stehend, auf die 22. Straße Brücke, und wars, als sie in der Mitte angekommen war, schnell die beidenKleinen in den Monongahela Fluß hinab. Ehe sie ihnen nach springen konnte, wurde sie verhastet. Bootleute ruderten schnell in den Fluß hinaus und retteten den Knaben, das Mädchen wurde aber als Leiche aus dem Wasser gezogen. Der Knabe wurde nach dem Hospital gebracht, wo wenig Hoff- . nung gehegt wird, daß er mit dem Leben davonkommen wird. Die junge Frau leidet ohne Zweifel an religiösem Wahnsinn. Sie hat rn den letzten paar Wochen ununterbrochen gebetet und die Kinder dabei beinahe verhungern lassen. Sie erklärte der Polizei gegenüber, daß sie einer Jnspi rction vom Himmel gefolgt sei, als fit die Kinder ins Wasser warf. Feuer. Detroit. Mich., 27. Febr. Am Dienstag Morgen brach im viertenStock des Gebäudes No. 221 223 Woodward Av.. das von Grinnell Bros., Musikalienhändler, benutzt wird. Feuer aus. das für Z110.000 Schaden anrichtete. Grinnell Bros, erleiden einen Verlust von $100,000, dem $65,000 Versicherung gegenübersteht. Das nebenan gelegene Schnittwaaren - Ge schüft von Tuomcy Br. wurde zum Betrage von $10.000 beschädigt. Wanke gan. Jlls.. 27. Febr. Bei einem Feuer. da3 am Dienstag die Fabrik der Alden Organ Stop Co. gänzlich zerstörte, kamen zweiAngestellte um's Leben und zwei andere trugen gefährliche Verletzungen davon. Gertrude und Jennie Wells sind seit dem Feuer nicht mehr gesehen worden, und es scheint, daß sie in den Flammen umgekommen sind. Das Feuer war dadurch zum Ausbruch gekommen, daß ein brennendes Streichholz in einen Hau fen von Celluloidresten fiel, und es verbreitete sich so schnell, daß die Angestellten Hals über Kopf aus dem Raum stürzen mußten, um sich zu rette? .. .