Indiana Tribüne, Volume 24, Number 159, Indianapolis, Marion County, 25 February 1901 — Page 1

i 1 ' I ,?

Itf

rv

II

X

'

f

I

V

I'

i V

pr

rif

,

i

k

(. '!

U jf

4'

f l? .

a I st i ""I'I V2, 1 S-

f

" K

4

Cftl Vc ' V ' " X . V J ! - : -j-- X X V f U .CiV m V- X 1 rS fs 1 n i rf i 17 n

Uü m

- .

OIV

i ÜA

fSf

l V

vöit

- i

j-?

111)

x.-

V

ris

v -Mit-

5 EonntagS 5 F Blatt jj W IScvnWoche JJ

0

"Vx

5.'

Jahrgang 24.

Grfttseint j?drr zialixnlittag und Konntag Morgen.

Indianapolis, Ind.. Montag, dui 25. Februar 1901.

No. 159

Nach Deutschland

'Vcgibt sich 5:ättig Edward zu seiner kranken Schwester. 'Sem Äcsnch ist als durchaus rniof siziell zu betrachten. -Das befinden derKaiserin?ried rich bessert sich anscheinend. O 'Präsident Steju und Geu. DeWet sollen geflohen sein. O TeWerS Plan, in die Kap.Kolo nie einzufallen.

'Ist nach einem Bericht des Lord Mt. chencr gänzlich mißlungeu' 'Die Kaiserin Friedrich besser. C r o n b e r g, 25. Februar. Die Kaiserin Friedrich fuhr Sonntag etwa eine halbe Stunde in einem Schlitten im Schlohparke spazieren. In ihrer Begleitung befand sich Dr. Renvers. Kaiser Wilhelm war Samstag zwei und Sonntag eine Stunde hier. Dr. Renvers hat das folgende Jzulletin bekannt gegeben : Seit der Wendung zum Schlimmern im Oktober 1900 haben die Kräfte zugenommen und das Allge-

mmbtt:inen ver .vfanerm hit irci le- i

deutend gebessert. Die Patientin hat kein Fieber, aber ihr Schlaf wird häu fig durch Schmerzen gestört. Täglich ist die Kaiserin mehrere Stunden auf und bei günstigem Wetter bringt sie ei nige Zeit im Freien zu." König Edward's Reise. London. 24. Februar. Der König Edward ist um 6 Uhr Sonntag Abend von Flushing abgefahren, um sich nach Cronberg zu begeben und seine kranke Schwester zu besuchen. Um seinem Besuch den amtlichen Charakter zu nehmen, hat er die Einladung des Kaisers Wilhelms nach Schloß Hom bürg abgelehnt. König Edward wird um 9 Uhr Montag früh in Frankfurt eintreffen und sich von da direkt nach -Cronberg begeben, wo der Kaiser ihn treffen wird. Die Prinzeuin Beatrice reist Mon :iag ebenfalls nach Cronberg ab. Die Lage in China. P e t i n g . 25. Febr. Der volle Text des kaiserlichen Edikts bezüglich der Bestrafungen hochgestellter Chinesen wurde' Samstag Abend den VerKretern der Mächte zugestellt. Er ist ,mit dem bereits von Associirten Presse gemeldeten Tert identisch. Die Gesandten sagen, daß etwas Konfusion bezüglich des Hängens und Selbstmords besteht, daß das aber unwichtig ist. Li Hung Chang erhielt ein Bullelin, in dem die Urtheile angeführt werden. die am Besten durch die Strafbehörde ausgeführt werden können, und ix ersuchte die Japaner darum. Jing Nieu und Chao Shu Chiao auszuliefern, damit die über sie verhängten Urtheile Sonntag vollstreckt werden könnten. Die Japaner aber zogen es vor. bis Dienstag zu warten, um den Vertretern der Mächte Gelegenheit zu geben, Repräsentanten zu den Hinrichtungen zu entsenden. Es wird auch beabsichtigt.' die Leute am Hinrichtungsplatze scharf zu bewachen, um Selbstmord oder ein Entkommen zu verhindern. Prinz Chun, der Bruder des Kaifers, wird demnächst nach Berlin abreisen, um Chinas Bedauern über die Ermordung des Barons von Ketteler Ausdruck zu geben. Er meinte Sonntag, wenn er das gethan habe und die Verurtheilten sämmtlich ihre Strafe erhalten hätten, habe China fast alle Forderungen der Mächte erfüllt. Die Kriegsentschädigung müsse noch bezahlt werden, sei aber noch nicht festgesetzt. Er ist auch der Ansicht, daß die Truppen von geling zurückgezogen werden sollten, um dem Hofe Gelegenheit zu geben, zurückzukehren. Obwohl noch nicht offiziell angekllndigt ist, daß die Expedition aufgegeben werden soll, glaubt man doch nicht, daß sie ausgeführt werden wird. Die Vertreter der Mächte sind der Ansicht, daß mit der Drohung der Zweck erreicht worden ist. Die Gesandten erachten das Bestrafungs-Edikt für zufriedenstellend. Chih Siu, der frühere Großsekretär. und Hsu Cheng Ju. der Sohn 7)es notorischen Hsu Tung. werden am Dienstag in Peking öffentlich hingerichtti werden. Neues von Hawaii. H o n o l u l u , 25. Febr. Die Transport-Dampfer Jndiana und JDopack" kamen hier am 14. d. Mts. an, der Letztere von San Francisco der Erstere von Manila.. Die Jndiana" katte 463 Soldaten verschiedener Reai.

menter an Bord, die aus den Hospiialern auf den Philippinen kamen, und auch fünfzehn Leichen befanden sich auf dem Schiffe. Die Oopack-. welche 750 Maulesel nach Manila bringen soll, hatte die Fahrt bis hierher zurückgelegt, ohne daß eines der Thiere verendet war. Mehrere der Mitglieder der .Jndepcndent Home Rule Party" haben eine Bewegung in Gang gebracht, in den öffentlichen Schulen neben der englischen auch die hawaiische Sprache zu lehren. Der Schulfuperintendent AU kinson ist aber dagegen. Roy Chamberlain tton Clarinda, Ja., hat den Posten als Bimiensteuer Kollektor angetreten. Es verlautet, oaß energisch gegen die Moonshiners" vorgegangen werden soll. Die Ministers rise in Spa. n i e n. Madrid, 23. Februar. Der Premier Azcarragua wird der Köni-gin-Regentin Montag die Resignation des Kabinets unterbreiten und wahrscheinlich mit der Bildung eineZ neuen beauftragt werden. Die Verantwortung für die Aufhebung des Belagerungszustandes wird auf das neue Ministerium fallen. Vom südafrikanischen Kriegsschauplatz. London. 25. Febr. Der Daily Telegraph" veröffentlicht eine vom Sonntag datirts Depesche, die wie folgt lautet: Herr Steyn hielt Samstag eine Ansprache an die Beeren, in der er ihnen sagte, sie müßten alle für sich selbst sorgen und nach der Oranje Rioer Kolonie zurückkehren, so gut es eben gehen woll?. Er und General De Wet nahmen 300 der besten Pferde mit sich, um zu entfliehen." London, 25. Februar. Von Middleburg im Transva,.! aus ist dem Kriegsamt von Lord Kitchener die folgende Depesche zugegangen: French meldet aus Piet Reti?f unter dem Datum des 22. Februar, daß in Folge des Vorgehens seiner Kolonne nach Osten zu die Boeren in kleinen aufgelösten Abtheilungen vor ihm hergetrieben werden. Die Boeren sind 5000 Mann stark. Amsterdam und Piet Retief sind besetzt worden und Trup pen beschützen die Swazi-Grenze. French wird weiter vorrücken, aber schwere Regengüsse erschweren seine Aufgabe sehr. Bis zum 16. Februar hat der Feind' folgende Verluste gehabt: 292 Boeren wurden entweder getödtet oder verwundet, 56 wurden gefangen genommen, 183 ergaben sich und außerdem fielen uns in die Hände ein 15 Pfünder-Ge schütz. 462 Gewehre. 160,000 Patro nen, 5500 Pferde. 70 Maulesel, 3530 Zugochsen. 18.700 Stück Rindvieh. 155.400 Schafe und 1070 Wagen unh Karren. Unsere Verluste sind: fünf Offiziere und 41 Mann an Todten und vier Offiziere und 103 Mann an Verwundeten. Mit Bedauern melde ich, daß Major Howard, ein sehr tüchtiger Offizier der kanadischen Kundschafter, am 17. Februar gefallen ist. DeWet's Versuch, in die Kapkolonie einzufallen, ist augenscheinlich vollständig mißlungen. Der Feind wird energisch verfolgt und Oberst Owen hat 53 Mann zu Gefangenen gemacht. ' K a p st a d t. 25. Februar Oberst Plumer griff General DeWet am Samstag bei Disselfontain. am Südufer des Oranjeflusses, an. erbeutete einen Ponpon und ein Geschütz und nahm 50 Boeren gefangen. Die Boeren wurden in die Flucht geschlagen und werden jetzt von Oberst Plumer verfolgt. Es verlautet, daß DeWet selbst mit mehreren seiner Leute in Booten das nördliche Ufer erreichte und verfolgt wird. Aus Boeren-Quellen verlautet, daß General Delarey gefangen genommen ist. Ein weißes Kind ist hier der Beulenpest erlegen und drei andere Kin der leiden an der fürchterlichen Krankheit. In Woodstock ist ein Weißer an der Pest erkrankt. L o n d o n. 25. Febr. Der Daily Mail nmd aus Süd - Afrika gemeldet, daß General De Wet Samstag vom Oberst Plumer eine Niederlage beigebracht wurde, nachdem Ersterer verschiedene Male vergebens versucht hatte, zu entkommen. Oberst Owen nahm den Bren. der Depesche zufolge, ihre ganze Artillerie fort und die Boeren ließen sogar ihre gesattelten Pferde im Stich, als Owen sie in ihrem Lager überraschte. Der österreichische Reichs rath. Wien. 25. Febr. Man befürchtet, daß der österreichische Reichsrath wieder der Auflosung entgegengeht und alle wichtigen Kosten wieder mit Militärbeamten besetzt werdu?. Samstag interpellirten die Herren Schönerer und Wolf die Regierung über Angelegenheiten bezüLliK der Beichte. Dje Kammer

hle'lk eme geheime thung av und tcoz der energischsten Proteste seitens der

Klerikalen wurden allerlei Auszüge aus dem Beicht-Neglement u. s.' w. verlesen. Herrn Schönerer'S Absicht war, die Geschichte dem Protokoll einzuverleiben, der Präsident wollte aber nicht zugeben, daß diese Fragen in offener Sitzung verlesen würden. Die Klerikalen drohten den Schönererianern mit körperlicher Züchtigung und nur mit knapper Noth wurden Thätlichkeiten verhindert. Die PanDeutschen riefen fortwährend: Fort mit Rom!" Dr. Scheicher erklärte schließlich, die Uebersetzung der Fragen sei ungenau und junge Leute bekämen das Buch, dem die Fragen entnommen seien, nie in die Hand. Der Reichsrath beschloß schließlich, die ganze Jnterpellation aus dem Protokoll fortzulassen. D?e Hungersnoth in Jtalien. N o m. 25. Feb. Mit Rücksicht aus die große Noth der arbeitenden Klassen in Ponilles und die drohenden Unru Yen i,at der Minister deS Inneren, Signor Giolotti. angeordnet, daß den Leuten Hilfe zu Theil wird. Das Ka binet hofft, die Ruhe ohne Anwendung von Gewalt aufrecht erhalten zu können. Selbst in unmittelbarer Nähe von Rom leidet die Bevölkerung und verschiedene Städte haben Volksküchen einrichten lassen. Die Protestanten-Vewe gung in Manila. Manila. 25. Feb. In der Ton-do-Ward in Manila fand am Sonntag eine zahlreich besuchte Versammlung statt, an der alle Diejenigen theilnahmen, die der Einführung: des Protzstantismus huldigen. Die Methodisten melden, daß letzte Woche 258 Personen in der Stadt sich taufen ließen. Salamanca. der eingeborene MethodistenPrediger, der vor Kurzem in Cavite verhaftet wurde, ist noch nicht prozessirt worden. Die Methodisten behaupten daß die Mönche seine Verhaftung veranlaßtcn und er unschuldig ist. Er soll mit den Insurgenten unter einer Decke gesteckt haben. Freigegeben. Madrid. 25. Feb. Senorita Ubao, welche von ihrer Mutter aus einem katholischen Konvent zurückverlangt wurde, ist dieser gestern wieder zugestellt worden, obwohl die Ultramontanen beabsichtigt hatten, Derar tiges zu verhindern, um einen Konflikt zwischen den Cioilbehörden und der Geistlichkeit herbeizuführen., Samstag Abend noch hatte die junge Dame tu klärt, sie würde nicht zu ihrer Familie zurückkehren, da sie sich Gott verpflich tet habe. El Liberal" veröffentlicht eine Depesche aus Oporto. Portugal, welche besagt, daß eine Volksmenge die Fenster in dem Bureau der katholischen Zeitung ..A Palaöra" einwarf. Der Meldung zufolg: werden die katholi ,sch:n Anstalten jetzt scharf, bewacht. ' R u s s i sch e Preß st i m m e n über die Zoll frage. St. Peter sbu r'g . 25. Febr. Der halboffizielle Finanzbote" bestrei tet, 'daß "die russische Regierung im GeHeimen Export-Prämien auf' russischen Zucker bezahle., Der.Prcis, welcher für den einheimischen Markt, von Jahr zu Jahr festgestellt .sei., schütze, dicheimischen Konsumenten .gegen 'Vermehrung der Ausfuhr auf ihre Kosten. .Wenn daher irgend welche . geheime Prämien gezahlt würden so geschähe, dies von Trusts und Syndikaten, welche ver-' schieden: Fabrikatiönszweige unter ihre Kontrolle, gebrächt hätten " Das Journal de St.' Petersburg" weist darauf hin, daß das Bestreben, unter allen Umständen das Vorhanden sein solch geheimes, seitens' der Regierung gewährter Prämien beweisen zu wollen, thöricht' und - gefährlich sei. Wenn Rußland diese Logik dem Aus land gegenüber anwenden und Waaren besteuern wolle, die billiger im Auslande wie daheim verkauft würden, so könne es mit demselben Recht Differen tial-Jölle auf Gußeisen, Stahl, Kupfer und andere amerikanische Produkte le gen. auf welche das obige Prinzip mit vollem Rechte angewendet werden kann.' Und nicht nur gegen die Vereinigten Staaten könnte Rußland dies Prinzip in Anwendung bringen, sondern gegen das ganze westliche Europa, da , das System der auf irgend welche Art gewährten heimlichen Prämie keineswegs' eine Erfindung Amerikas, sondern zuerst von Europa auf der Brüsseler Kon ferenz von 1893 promulgirt worden sei. ' Man darf daher nicht vergessen, daß dies ein gefährliches Vorgehen ist. und sollte die Sache weiter gehen, so würde sich Rußland gezwungen sehen, noch vor Ablauf der Handelsverträge Repressa, lien zu ergreifen und Differenzial-' Zölle auf solche Produkte zu legen, welche von Syndikaten kontrollirt und ich' Auslande billiger wie im Jnlande verkauft werden. ....

Inland - Telegraph. Zlttverschöulkes Weiß. Carrie Nation schreibt cu nen frechen Brief an Richter Hazen. Der Stadtanwalt' von Erand Lapids. SiKiü. im Zchla. . massel. Ein Rillkblilk auf'die TliiitigkeU des 66. Kongresses. '. 2btige der wichtigste Borlage dürsten kaum noch Erledi

gung finde. .

Generalkonsul Günther über die Ein fuhr von BUchseufleisch nach Deutschland.

Carrie wird frech. ! T o p e k a, Kas., 25. Februar. Carrie Nation ist der Haft müde geworden und hat Richter . Hazen einen Brief geschrieben, in dem sie ihre Freilassung verlangt. Sie schreibt darin u. A.: Ich verlange, daß Sie mit Ihrer Thorheit aufhören und mich herauslassen. Es ist Zeit, daß Sie zur Vernunft kommen, ehe de? Teufel. Ihr Meister. Sie direkt zur Hölle schickt. Sie wissen, daß Sie ein Kind Gottes verfolgen, das Sie um Jesu willen lieb hat. Lassen Sie mich frei, damit ich mein Geschäft wieder aufnehmen und solch arme Teufel, wie Sie. retten kann.. Schreiben Sie oder besuchen Sie mich heute Abend." Der Richter hat den Brief natürlich ignorirt und ihn in den Papierkorb geworftn. ' Richter Hazen hat übrigens eine ganze Anzahl Drohbriefe, darunter einen aus Bunker Hill, Kan., erhalten, pfl. diesem wird ihm gedroht, er werde Ktheert und gefedert werden. -wenn er Frau Nation, nicht bis zum 27. Februar tn Freiheit setze. .Ein Brief von einer Frau in Doug laß. Mich., sagt: Wenn Sie Frau Nation nicht in Freiheit setzen, wird eine Armee von Frauen sich bilden, die die Männer ausrotten werden. Unsere Absicht ist, mit Ihnen zu beginnen. Temperenzler. Wichita, Kas., 25. Februar. Unter den Auspizien des GeistlichenVereins fand Sonntag hier eine Massenversammlunz statt. Von den 3000 Anwesenden gingen die Meisten, die nur aus Neugier gekommen waren, enttäuscht wieder fort, denn die Affaire verlief sehr zahm. Es wurden Resolutionen angenommen, in denen die Behörden aufgefordert werden, die Prohibitionsgesetz: durchzuführen, doch glaubt man nicht, daß wirklich Gewaltmaßregeln angewandt werden, um den Gesetzen Geltung zu verschaffen. Rear-Admiral Hichborn p e n s i o n i r t. Washington. D. C.. 25. Febr. Durch die Pensionirung des RearAdmirals Philip Hichborn. der seit acht Jahren der Chef - Konstrukteur der amerikanischen Marine war, verliert diese einen ihrer tüchtigsten Leute. Hichbern arbeitete sich vom Lehrjungen zu dem hohen Posten hinauf, den er zuletzt bekleidete. Er führte trotz mancher OpPosition viele Neuerungen ein und machte sich durch diese einen Namen. Die Fleischausfuhr nach D e u t s ch l a n d. Washington. D. C 25. Febr. Der Ver. Staaten Generalkonsul Richard Günther in Frankfurt a. M. hat dem Staatsdepartement einen Vericht zugestellt, in dem er auf das Verbot der Einfuhr von Vüchsenfletsch und Wurst nach Deutschland Bezug nimmt. Er sagt, das Fleischbeschau - Gesetz be. sage in einem Paragraphen, daß die Einfuhr solcher Waare verboten sei. in einem andern aber, gestatte es die Einfuhr von präparirtem" Fleisch, wenn nachgewiesen werde, daß dasselbe der Gesundheit nicht schädlich sei. Herr Günther führt einige Stellen aus dem Jahresbericht der Hamburger Handelskammer an.' wo es u. A. heißt: Nicht nur das Publikum imAllgemeinen, sondern auch die kaiserliche Marine hat seit Jahren diese Artikel benutzt, ohne Gründe für derartige Einschränkungen gefunden, zu haben. Erst ganz kürzlich sind große Vorräthe amerikanischen Pökelfleisches für die Truppen in OstAfrika angekauft worden. Die Prämie von 1000 Mark für den Nachweis von Trichinosis als Resultat des Genusses von amerikanischem Schweinefleisch, ist in den letzten zwei Jahren nicht beansprucht , worden. Beschwerden über Schmalz haben sich stets als un-

haltbar erwiesen.

.

Die letzte Woche des Kongresses. Die letzte Woche dieses Kongresses wird im Repräsentantenhause viel Arbeit bringen. Unter den für das Haus bestimmten Regeln können aber die Geschafte schneller erledigt werden als im Senat. Trotzdem werden in den letzten Tagen dieser Woche noch Abend-Sitzun-gen abgehalten werden müssen. Die Arm - Bewilligungsvorlage wird im ersten Theile dieser Woche den Senat beschäftigt halten. Die Nicaragua - Kanalfrage dürfte schwerlich noch zur Sprache gebracht werden. Viele Bills müssen noch erledigt werden. Während des gestrigen Tages fanden verschiedene Konferenzen zwischen Senatoren statt, die den Zweck hatten, sich bezüglich Cuba's zu einigen und eine Extra-Sitzung des Kongresses zu verhindern. Wahrscheinlich wird Montag irgend ein Amendement zu der Vorlage eingebracht werden, ob es aber angenommen werden wird, ist noch fraglich. Der 56. Kongreß. Washington. D. C., 25. Febr. Der 56. Kongreß geht feinem Ende entgegen. Allerdings sind noch einige wichtige Vorlagen zu erledigen, aber im Allgemeinen läßt sich schon ein Ueberblick geben. In mancher Beziehung war diese Sitzung eine sehr wichtiac. Der Kongreß hatte sich mit vielen Fragen zu beschäftigen, die aus dem Krieg: mit Spanien erwuchsen, besonders wichtig war es. die Regierungsform für die Jnsel-Besitzungen zu formuliren. Ganz ist diese Arbeit noch nicht gethan, aber Porto Rico hat seine Regierung erhalten, während dje Philippinen Anlaß zu zahllosen De fcatten gegeben haben. Ueber Cuba ist noch nichts Bestimmtes beschlossen worden, weil man auf das Resultat der cubanischen Konstitutional-Konvention wartete. Auch Hawaii hat eine Tcrri-torial-Regierunz erhalten und ein Delegat der Insel sitzt jetzt schon im Kongreß. während ein Kommissär von Porto Rico in Washington seinen Wohnsitz genommen hat. Im Senat rßte Senator Frye nach dem Tode des VizePräsidenten Hobart den Vorsitz übernehmen und' er hat sich seine: Aufgabe gut entledigt. Im Repräsentantenhause hat Gen. David V. Henderson den Vorsitz geführt, nachdem er nach einer hitzigen Kampagne um das Amt dazu erwählt worden war. Er hat demselben große Ehre gemacht und wird jedenfalls als Sprecher wiedererwählt, wenn das Haus wieder zusammentritt. Die Bewilligungen, welche dieser Kongreß gemacht bat. belaufen sich auf etwa 51.457.269.457. Die Armee-Re-Organisation war wohl die wichtigste von allen Maßnahmen, die getroffen wurden. Sie besagt, daß die Minimalstärke der Armee etwa 63.000 und die Marimalstärke 100.000 Mann sein soll. Das stehende Heer soll bestehen aus 15 Regimentern Kavallerie, einem Artillerie-Korps. 30 Jnfanterie-Rcgi-mentern. einem General-Leutnant, 6 Generalmajoren. 15 Brigade-Generä-len und den übrigen Offizieren. Zahlreiche andere Maßnahmen, die der Kongreß zum Gesetz erhoben hat, sind des Längeren in den Tageszeitungen berichtet worden. JnteressanteGeschichte. Chicago. Jlls.. 25. Febr. -Lant K. Salisbury, der Stadtanwalt von Grand Rapids. Mich., der letzte Woche von den Großgeschworenen von Cook County in Anklagestand versetzt wurde.weil e: 550.000 genommen haben soll, die dem Omahaer Millionär Guy C. Barton gehörten und die in einem Sicherheitsgewölbe in Chicago deponirt Waren, hatte Sonntag mit Barton und anderen interessirten Personen eine Konferenz, um wenn möglich, einen Kompromiß herbei zu führen, doch soll dies bis jetzt nicht erreicht worden sein. Barton hatte die 50,000 deponirt und Salisbury sollte das Geld dazu denutzen, seine Angelegenheit bezüglich des Baues neuer Wasserwerke zu sör dern. Varton war einer der Bieter und es scheint, als ob die deponirten $50, 000 zu mysteriösen Zwecken verwandt werden sollten. Salisbury entnahm das Geld dem Gewölbe und deponirte es unter dem Namen Woodö in einem anderen. . Salisbury hat den bekannten Krimi nalanwalt Woods engagirt und dieser sagt, daß er zum Prozeß bereit ist. Kapital und Arbeit. Pittsburg, Pa.. 25. Feb. Während man im industriellen Osten mit einer gewissen Befürchtung dem 1. April entgegensieht, als dem Tage, an welchem ein neuer großer Grubenarbei-ter-Streik ausbrechen mag. ist man hier über, diesen Punkt beruhigt, da du Vereinigten Grubenarbeiter auf einer konservativen Basis stehen, wodurch ein Streik nach Möglichkeit vermieden wird. . Selbst wenn die Grubenbesitzer sich weigern sollten, mit den Arbeitern

zu einer gemeinsamen Konferenz zusammenzukommen, so kann ein Streik immer noch vermieden werden. Ein stillschweigendes EinVerständniß beider Parteien, die gegenwärtige Lohnskala weiter bestehen zu lassen, wird wahrscheinlich einem Streik vorbeugen, um so mehr als die Grubenarbeiter bei einer Konferenz wenig gewinnen können, mit Ausnahme die Anerkennung ihrer Union. Unter den Geretteten. SanFrancisco. Cal.. 25. Feb. I. C. Holland, der dritte Offizier der Rio de Janeiro", welcher zuerst alL vermißt gemeldet wurde, ist zur großen Freude seiner .Freunde aufgetaucht. Er ging mit dem sinkenden Dampfer unter, war aber glücklich genug. einen Rettungsgürtel in die Hän de zu bekommen. Cr trieb längere Zeit auf dem Wasser umher, bis ein italienischer Fischer ihn in sein Boot aufnahm. Sieg der Arbeiter. St. Joseph. Mo.. 25. Feb. Die Union-Schrcincr der Stadt haben die Kontraktoren gezwungen, ihre For derungen anzuerkennen. Die Leute er halten mindestens 30 Cents die Stunde und acht Stunden bilden einen Ar beitstag. Wenn sie länger arbeiten, verlangen sie Eztra-Bezahlung. ProfessorRoß' Entlassung S t. F r a n c i s c o. CI 25. Febr. David S. Jordan, der Präsident der Stanford Universität von Californien, hat folgendes Schreiben der Oeffentlich keit übergeben, wodurch er die Entlassung des Professors Roß begründet: 1. Professor Roß wurde nicht entlas sen wegen seiner Ansichten über die EinWanderung aus dem Osten oder wegen irgend einer anderen Ansicht über öko nomische Fragen. 2. Professor Roß wurde entlassen, weil er nach Ansicht der Universitäts Behörde nicht der richtige Mann für den Platz war. Die Verantwortung über diesen Punkt ruht allein auf der Uni versitäts - BeHorde. - 3. Seine Entlassung soll zu kein üblen Deutung bezüglich seines Privat charakters irgendwie Anlaß geben. Der Brief schließt dann noch mit ei nigen Bemerkungen, worin trotz der Entlassung, der vielen vorzüglichen Ei gcnschaften des Professors Roß gedacht' wird. Die cubanische Konstitu t i on. Washington. D. C.. 25. Feb. General - Gouverneur Wood hat eine Kopie der cubanischen Konstitution erhalten, wie er dem Staats - Departement mitgetheilt hat und wird dieselbe in's Englische übersetzen lassen. So bald dies geschehen ist, wird er die Kopie nach hier übersenden und er wird nicht auf den Bericht des Spezial Kommittees warten, das die Beziehungen zu den Ver. Staaten untersuchen soll. Großfeuer in Urbana, O. U r b a n a. O.. 25. Fcb. Im Bos sion Departement-Laden brach Sonn tag Morgen ein Feuer aus. das. ehe es gelöscht werden konnte, einen Schaden von 575.000 anrichtete. Die Haupt-Vcrluste erlitten: Der Daily Citizen" 515.000, I. K. Cheatham 55000. Boston Departement - Laden 512.000, National Bank of Urbana. Verlust am Gebäude 55500, I. H. Berry. Grocery. 510.000. Verry Estatt 53000. Rhoades Estate 52000. I. F. Hogue & Co.. Händler in Oefen un Blechwaaren. 51800. I. R. Hitt & Co. 55000. Mit Ausnahme des Daily Citizen", waren alle Betroffenen ver sichert. W a u s a u. Wis., 24. Februar. Der Kikbusch-Block wurde durch Feuer um 560.000 beschädigt. Die Versicherung beträgt nur 518.000. Ein ruchloser Mord. Helena. Mont.. 25. Feb. Kapt. Oliver Dotson. dessen Leiche in seiner Hütte im Washington Gulch gefunden wurde, ist jedenfalls ermordet worden. Sderiff McMahon von Powell County und seine Leute waren Sonntag in del Stadt und erklärten, daß daS angebliche Geständniß. wonach sein Sohn und Großsohn an der Ermordung von Eugene Cullnane unschuldig sind, ein Fälschung ist. Jedenfalls wurde der Mord von einem früheren Zuchthaus ler begangen, der von Kapt. Dotson'ö Sohn, der , zu 99jähriger Zuchthausstrafe verurtheilt ist, dazu veranlaß; wurde. Senator Mitchell von Oregon. Salem. Ore.. 25. Feb. John H. Mitchell wurde Sonntag früh, kurz nach Mitternacht, zum Nachfolger de bisherigen Bundessenators John W. McBride erwählt. Im Ganzen wue den 53 Abstimmungen vorgenommsn. Mitchell erhielt 35 republikanisch m

11 demokratische Summen.

V