Indiana Tribüne, Volume 24, Number 156, Indianapolis, Marion County, 22 February 1901 — Page 1
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Erscheint jeden Nachmittag und Sonntag Morgens.
Jahrgang 24.
Indianapolis, Ind.. Freitag, den 22. Februar 1901.
No. 15
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Die 3inflm ist flrr -HfaniiKfjurci. Die Annexion der Provinz einevollendetcThatsache.
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Die Rnffen aber nicht im Stande die Chinesen im Zaum zu hatten. Ein russisch japanischer Krieg wird für möglich gehalten. Ein Skandal im Londoner High Life.
Der Herzog von Westminstcr eine der Hauplpcrsoucn. Tcr Krieg in Süd-Afrika. Eine Proklamation von Eteyll und TeWct.
Die Lage in China. Peking. 22. Febr. Prinz Ching und Li Hung Ghana, sind vom Hof te.legraphisch angewiesen worden, die Gesandten in Peking zu benachrichtigen, daß ein Edikt erlassen worden sei. in dem die Bestrafung der schuldigen Chinesen in Uebereinstimmung mit den Forderungen der Mächte angeordnet wurde, nämlich wie folgt: General Tung Fuh Siang soll degradirt und seines Ranges beraubt werden. Prinz Tuan und Herzog Lan sollen schmachvoll in die Verbannung geschickt werden. Prinz Chwang. Jing Nien und Thao Shu Chiao sollen Selbstmord be gehen. Hsu Chen Au. Au Hsien und Kr Hain sollen enthauptet ncrden." Es ist dies nicht genau, was die Gesandten verlangt haben, die Letzteren sind aber der Ansicht, daß es am besten ist, zuzustimmen, da sämmtliche Men schenleben, die verlangt wurden, in einer oder der anderen Form bewilligt worden sind, mit Ausnahme des' Generals Tung Fuh Siang. den zu belästigen der Hof machtlos ist. Es soll aber eine Privatabmachung bestehen, daß er hingerichtet werden soll, wann immer dies möglich ist. Die europäischen und chinesischen Cekretäre der Gesandtschaften und An dere. die viele Jahre in China gelebt haben, sind der Ansicht, daß China mit der Annahme dieser Bedingungen seitens der Gesandten einen substantiellen Ciez errungen hat, da der Hof nur eilen Mann. Fu Hsien, hinrichten lassen nutz. Die beiden anderen befinden sich lls Gefangene in den Händen der JaZaner und können zu jeder Zeit von diesen hingerichtet werden. Selbstmord ist in den Augen der Chinesen keine Schande oder Schmach. Niemand glaubt, dah General Tung Fuh Siang jemals bestraft werden nrird. Die chinesischen Edikte sind höchst unzuverlässige Dinge, besonders wenn Privat-Edikte gleichzeitig mit den für die Öffentlichkeit bestimmten erlassen werden, kürzlich wurde ein Edikt erlaslen, in dem den meisten Schuldigen .anbefohlen wurde, Selbstmord zu bezehen. es ist aber augenscheinlich, daß ein geheimes Edikt erlassen wurde, in dem dieselben Leute aufgefordert wursen, dem Edikt nicht zu gehorchen. Aus dem Grunde ist man auch in den Kreisen der Leute, die die Chinesen kennen, oer Ansicht, dah die Bestimmungen des aeuesten Dekrets nicht zur Ausführung gelangen werden. Prinz Ching ist in Folge der Vorbe reitungen für die Expedition nach dem Inneren im höchsten Grade alarmirt. Er fragt, warum jetzt keine Gegenbefehle gegeben würden, da doch die Forderungen der Mächte bewilligt worden seien. Der Ver. Staaten Konsul in Ehefoo, Herr Fowler, hat dem Gesandten Conger eine Kopie einer Proklamation zugeschickt, die Yuan Shi Kai, der Gouverneur der Provinz Shan Tung. erlassen hat. und in der er den Missionären Schutz verspricht und eine Be lohnung von 200 Taöls für die Gefangennahme irgend eines der Rädels führn bei den kürzlichen Unruhen aussetzt. Die Civil- und Militär-Behör-den werden für die Ausrechterhaltung der Ordnung in ihrem Distrikt streng verantwortlich gehalten. Wenn dennoch Ausschreitungen begangen wer den, sollen die Beamten entlassen und beim Thron angezeigt werden. Und da wo in drei Jahren keine Ausschrei iungen stattfinden, sollen die Civilund Militär - Behörden mit einer V-r-dienst-Tafel und dem Knopf ausge zeichnet werden. Aus Südafrika. .Standerton, 22. Febr. Ein Deserteur, welcher hier eingetroffen ist, kriötet. dak General Louiö Botöa
seine Leute am 2. Februar versammelte
und sie von einem Karren herab anredete. Er erklärte, daß sich die Voeren nicht ergeben würden, so lange noch 600 Mann im Felde ständen und daß er stets an der Spitze fechten wollte. Er erinnerte sie an den Freiheitskampf der amerikanischen Kolonien, welche sechs lange Jahre kämpften, um ihre Unabhängigkeit zu erwerben und' fordert? leine Leute auf ebenso langte und wenn nothig noch länger zu kämpfen, bis auf den letzten icairn. Auf den Einwurf einiger seiner Leu te, daß die Briten alles Getreide zerstörten, alles Vieh geraubt hätten und daß die Munition bis auf sechs Patro nen per Mann erschöpft sei. und daß weiterer Widerstand deshalb nutzlos sei, erwiderte Botha. daß Gott ihnen die Mittel zur Fortsetzung des Kam pfes geben würde. L o n d o n, 22. Febr. Das Kriegs amt hat folgende Depesche von Lord Kitchener erhalten: .Klerksdorp. 21. Febr. Methuen's Streitkräfte sind hie? eingetroffen, nachdem sie das Land bis Wolmaran stad vom Feinde gesäubert haben. Bei Haartbeestfontein stellten sich ihnen 1400 Boeren unter den Generälen De Lilliers und Lienenberg entgegen. Die selben hielten ihre stark befestigte Stellung mit großer Zähigkeit, wurden aber nach hartem Kampfe geworfen, wobei sich die Feomanry. die Victoria Bushmen und das Lancashire Negiment besonders hervorthaten. Unsere Verluste betragen 3 Offiziere und 13 Mann todt und 5 Offiziere und 25 Mann verwundet. Die Voeren ließen 18 Todte auf dem Felde und erlitten große Verluste. London. 22. Februar. Eine Spezialdevesche aus Pretoria, vom 20. Februar datirt. enthält die Mittheilung, daß am Mittwoch 800 Boeren den Piennars-Fluß überschritten und Mylstrom. 75 Meilen nördlich von Pretoria gelegen, zuzogen. Man glaubt, daß diese Leute sich den Briten ergeben wollen.' Sie befinden sich alle in eiem traurigen Zustand; ihre Kleider sind in Fetzen und viele ritten Esel, während andere zu Fuß gingen. Johannesburg, 20.Feb. Die Beeren zerstörten am Mittwoch Mor aen, , nur wenige Meilen südlich von hier, zwischen Natal Svrai?lt und dem Klip River eine kleine Eisenbahnbrücke. Sie erbeuteten dann einen ganzen Zug mit Lebensmitteln und, nachdem sie so viel genommen, wie sie fortschaffen konnten, steckten sie den Rest in Brand. Sie verschwanden, ehe britische Truppen an Ort und Stelle ankamen.Proklamation der Boeren f ü h r e r. Port E l i z a b e t h. 20. Februar. General DeWet und Präsident Stejn haben eine Proklamation, an ihre Landsleute und die cioilisirte Welt im Allgemeinen erlassen, worin zunächst die Greuel der englischen Kriegsführung im krassesten Lichte gezeigt werden. Die Niederbrennung der Far men. die Gefangennahme der Weiber und Kinder und die rohe Behandlung derselben durch britische Truppen, so wie die Gefangenhaltung der Aerzte, Krankenwärterinnen und Ambulanzen werden als flagrante Verletzungen der Genfer Konvention sowie des; im Haag getroffenen Uebereinkommens für civilisirte Kriegsführung bezeichnet. .' ' Die Behauptung der englischen Kriegsleitung, durch die Zerstörung der Bahnlinien seitens der Boeren. sowie deren Mißbrauch der weißen Flagge zu diesen Repressalien gezwungen zu sein, wird als unwahr hinge stellt und die Verwüstung des Landes durch die Engländer für völlig ungerechtfertigt erklärt. Mit Bezug auf die gegenwärtige Lage hebt die Proklamation hervor, daß der Krieg, wie die Engländer fälschlich vorgeben, keineswegs beendigt sei. daß die Streitkräfte der Voeren nicht aus irregulären, unverantwortlichen Banden von Marodeuren, sondern aus den regulären Streitkräften beider Republiken, unter verantwortlichen Führern, beständen, und daß die Regierungen beider Republiken zu Recht beständen und ihre exekutive Thätigkeit fortgesetzt ausüben. Vom Ende des Krieges zu reden, sei thöricht, wenn die Truppen der Republiken auf fcindlichem Gebiete den Engländern fortgesetzt Niederlagen beibrächten. Die Proklamation erklärt dann, für die den Boeren angethane Grausamkeiten Vergeltung üben zu wollen und das Eigenthum von britischen Unterthanen in der Kapkolonie, die der Sache der Voeren feindlich gegenüberstehen, nicht mehr respektiren zu wol len. Um indessen Mißverständnissen vorzubeugen, wird ausdrücklich erklärt, daß keine Gewalt irgend welcherart gegen die Frauen und Kinder angewendet werden soll, einerlei, in. welaz
flagranter Weise. die Engländer rn die-' ser Hinsicht .vorgehen mögen. ... . Von ihren Stammesgenossen in der Kapkolonie verlanzen , die Boeren nichts, als daß sie in Verbindung mit allen anderen cioilisirten Nationen der Welt ihre Bemühungen darauf richten sollten, der ' barbarischen Kriegsfüh. rung der Engländer in den südafrikanischen Republiken Einhalt zu gebieten. Von den Philippinen. ; Manila. 22. Febr. Die hiesige Polizei, behauptet dokumentarische Be weise dafür zu haben, daß Francisco Reyes. der italienische Konsul in Ma nila. und Manuel Peypoch. der Kon sul für Uruguay, mit den Insurgenten in Verbindung gestanden und diesen geholfen haben. Das Beweismaterial ist General Arthur unterbreitet wor den. Francisco Reyes ist auch ein prominenter Bankier. Makler und Kauf man und einer der Hauptaktionäre der Manila Straßenbahn Co. Er wird beschuldigt, eine von seinem Bruder in Madrid herausgegebene Zeitung FM pinos Antes Europa" auf den Philip pinen in Umlauf gesetzt zu. haben. Manuel Peypoch wird beschuldigt, der Finanzagent der Filipinos in Manila gewesen zu sein, namentlich für den General Trias. i Aus dem österreichischen Parlament. ;' Wien. 22. Feb. Der Präsident
' des Reichsraths übermittelte dem ' Hause die Antwort, welche Kaiser -Franz Joseph auf die Ergebenheits ; Adresse der Abgeordneten erlassen hatte. Dieselbe lautet folgendermaßen :
Obgleich bei den vorherrschenden leidenschaftlichen Gefühlen es zu stüt mischen Scenen kommen mag, welche die äußerste Geduld seitens des Prä sidenten und. des Vice-Präsidenten des
Hauses erfordern werden, so hoffe ich
dennoch, dah die. Zeit für gedeihliaze ! parlamentarische Arbeit näher gerückt j ist. wie je zuvor, und daß das Volk bald von den Vortheilen einer rührigen ; parlamentarischen Thätigkeit überzeugt i sein wird "
Während als Antwort auf diesen Erlak Öerr Brzorad den Präsidente.i
! des Reichsraths 'auf's Heftigste an-
griff, vertheilten die czechichen Radi kalen in der Kammer große Plakate, worauf mit großen rothen -Buchstaben in neckischer Sprache der Paragraph
! der Konstitution abgedruckt war. wel-
cher von der Glerchberechtlgung der Nationalitäten handelte. Eines dieser Plakate wurde an den Präsidentenstuhl geheftet, aber die deutschen Abgeordneten rissen es ab. worauf Herr Fresse! es hinter dem Präsidentenstuhle an die Wand zu heften versuchte, aber mit Gewalt daran verbindert wurde. Es kam zu fürchterlichen Tumulten.
i Plakate ., wurden an verschiedenen , Stellen des Hauses angeschlagen, aber ! von den Beamten wieder entfernt.' In zwischen .nahm die Debatte ihren Fortgang, so gut es eben gehen wollte, j Herr Schönerer beantragte, dem Prä j sidenten des Hauses, dem Grafen von '"der Lilie, ein Mißtrauensvotum zu
ertheilen weil-er keine .Jnterpellatlo nen. lUszenornlnen in deutscher Spra che, entgegennehmen wollte. Er ver langte Widerruf dieser Entscheidung und fragte ob die beiden Vicepräsiden
i ten mit derselben einverstanden seiem '
Graf von derLllie erwiderte, daß die Präsidenten über die Frage noch nicht abqestimmt hätten, doch hoffe er,
' daß die Vicevräsidenten, seine Entschei ! unz 'aufrecht erhalten würden. . . Da
der Antrag des Herrn Schönerer durch .die -nöthige Stimmenzahl unterstützt wurde, so wurde derselbe an das Kommittee für Geschästsregeln verwiesen.
Weitere Verhaftungen. S t.'P o u l, Minn., 22. Feb' Patrick Hussey von hier wurde am Donnerstag auf Veranlassung 'eines Omahä'er De tektivs verhaftet und angeklagt, an der Entführung des jungen Cudahy bethei ligt gewesen zu sein. John F. Lane, alias Tory, war schon am Mittwoch Abend auf dieselbe Anklage hin der haftet worden. Die Thatsache von den Verhaftungen wurde erst am Nachmit. tag bekannt. Später stellte es sich heraus, daß der Ankläger statt eines Detektivs aus Omaha, ein Dilettant von hier war. Er ging zum Countyanwalt und erzählte demselben eine, so plausibel klingende Geschichte über die Spuren, die er verfolgt hätte", daß derBeamte sich ver anlaßt fand, die Haftsbefehle auözu. stellen. . . Hussey ist ein wohlbekannter Cha rakter. der St. Paul seit 15, Jahren nicht verlassen hat uno Herr Layne ist ein bekannte: und hochangesehener Bürger von . Minneapolls ' und Theil haber der Firma Cosler8: Layne. Dik Verhafteten wurden sofort, nach Be kanntwerdens des Irrthums, in Frei heit gesetzt.
SchrcckkicherKisenöatzN' Zlnsass. Svei Züge in New Jersey kottidirt.
Zehn personell dabei geiödtet und 25 verletzt. . m vrotze Feuersbrunst in Atlanta, Georgia.
Viele große . Gelchäftshiiuser zw stört.
Elu Elcg für Frau Nation.
Der Topekaer Stadtriter erklärt, daß sie Nccht gehabt habe, Als sie die Senat-Wirthschaft zerstörte.
Die Fran will eine Zeitung, The SmasherS Mail", herausgeben. Der Cndahy-Raubcr vor Gericht. m ... Eisenbahn - Unfall. Trenton, N. I.. 22. Febr. Bei Rushings Siding. ungefähr acht Meilen südlich von Trenton, fand am Donnerstag Abend, um halb sechs Uhr, eine Kollision zwischen dem Nellie Bley" Expreßzug von New Jörk nach Atlantic City und einem von Camden nach Trenton bestimmten Passagierzuz statt. ' Soweit bekannt, sind zehn Personen um's Leben gekommen und mehr als 25 verletzt worden. Ein Spezialzug brachte am Abend vier Todte und achtzehn Verwundete nach Trenton. Die ledteren' wurden aus die verschiedenen Hospitäler, vertheilt. Unter den Getödteten. befindet sick Walter Earl. der Lokomotivführer des Ezpreßzuges, und James Birmingham. Gepäckmeister des anderen Zuges. . Die meisten anderen Getödteten waren Italiener,' deren Na men nicht bekannt sind. . Frank Boland. ein Passagier und Angestellter der Pennsylvania Bahn. büßte beide Beine ein und wird kaum die Nacht überleben. Die Italiener befanden sich alle in dem Rauchwagzon des Expreßzuges. Sie waren für Eisenbahnarbeiten in Atlantic City engagirt worden. Die beiden Züge fuhren mit voller Geschwindigkeit gegen einander an und beide Lokomotiven wurden zerstört, wie auch der erste Waggon eines jeden der beiden Züge. Zum Entsetzen Aller ge riethen die Trümmer auch noch in Brand. Der zweite Waggon des Expreß zuges fiel um und die Passagiere mußten aus den Fenstern klettern. Der Expreßzug fuhr in drei Sektio nen und es war die dritte Sektion, die mit dem Passagierzug kollidirte. Unruhige Sioux-Jndia ner. Omaha. Nebr.. 22. Febr. Hier eingetroffenen Nachrichten zufolge bereiten sich die Sioux-Jndianer auf einen Aufstand vor. für den Fall, daß gewisse Forderungen, die jetzt formulirt werden, von den Behörden in Washington nicht bewilligt werden sollten. Die Indianer haben bereits mehrere RathsVersammlungen abgehalten. Es han delt sich um einen Protest ge gen die Herabsetzung der Quantitäten von Lebensmitteln, die den Indianern geliefert werden, und einen im mer noch nicht bezahlten Geldanspruch für die Abtretung der Black Hills. Große Feuersbrunst. Atlanta. Ga.. 22. Febr. Eine Feuersbrunst zerstörte am Donnerstag Morgen im Geschäftstheil hiesiger Stadt Eigenthum im Werth von eine? halben Million Dollars. Das Feuer entstand in Folge der Explosion eines Oelbehälters in dem Engros-Grocery-Geschäft von I. I. und I. E. Maddox und verbreitete sich schnell auf die an grenzenden Gebäude, die alle in dem von Decatur. Lloyd und Wall Straße sowie der Eisenbahn begrenzten Geviert liegen. Die Hauptverluste treffen: I. I. & I. E. Maddox. Engros-Gro-cery. $60.000; John Silvey & Co.. Schnittwaaren, $75,000; Markham Hovse Co.. $33.000; Draper-Coggins Shoe Co., $85.000; R. E. Fickett Paper Co.. $23.000; Arnold Hat Co., $30.000; Dickinson & Davidson, $23,000; McConnoll & Christophe?. $30. 000; Gramling & Spaulding,$73.000. Car r.i e Nation freigespro . . chen. Topeka. Kas. 22. Feb?. Im Stadtgericht gab am Donnerstag der Richter McCabe eine Entscheidung .in dem Fallt der Frau Carrie Nation we fl.tt.JXI Zerstörung der en,ai
Wirth', chast ao. inerter entschied, daß Frau Carrie 'Nation ' persönlich nichts gegen die Eigenthümer der Wirthschaft gehabt und die Wirthschaft als einen Gemeinschaden zerstört habe. Sie sei deshalb nicht des böswilligen Zerstörens von Eigenthum schuldig. Diese Entscheidung hat nichts mit dem Prozeß gegen Frau Nation wegen der am Sonntag begangenen Schandthat zu thun, wegen welcher sie sich jetzt im Gefängniß befindet. Kelly und Lytle. die Eigenthümer der Senat"-Wirthschaft. haben die Stadt auf $300 Schadenersatz verklagt. Frau Nation wird in Zukunft in
; hiesiger Stadt eine den Interessen der
Farbigen gewidmete Zeltung The Smashers Mail" herausgeben. Das Geld dazu liefert der farbige Wirth und Politiker, der von Frau Nation bekehrt worden ist und schon mehrmals Bürgschaft für sie geleistet hat. Bankraub. St. Albans. Va., 22. Febr. In der Nacht zum, Donnerstag drangen Einbrecher in die St. Albans Bank ein und sprengten die äußere Thür des Geldschrankes ab, es gelang ihnen aber nicht, die innere Thür zu öffnen und sie machten nur geringe Beute. Die Viebe entkamen auf einer Draisine, ' die am Morgen, drei Meilen von der Stadt entfernt, gefunden wurde. Die Räuber haben sich offenbar an dieser Stelle in die Berge begeben. Die Verfolgung ist von einer Sheriffsmannschaft aufge nommen worden. u Arm gestorben. Chicago, Jll., 22. Febr. Ein Mann, von dem man glaubt, baß er ein Baron von Kaltenburg ist, der vor Jahren aus Deutschland ausgewiesen wurde, weil er ein Gedicht veröffentlicht hatte, in dem-Fürst Bismarck heftig angegriffen wurde, wurde hier in seiner bescheidenen Wohnung todt aufgefun den. . - Der Mann war unter dem Namen Frank Schultze bekannt, aus seinen hin terlassenen Papieren scheint hervorzu gehen, daß er der Baron von Kaltenbürg ist. Er soll früher 'in Denison, Iowa, gelebt haben und wohlhabend gewesen sein, starb aber hier in aröb ter Armuth. " DerCudahy -Räuber bor Gericht. . Omaha, Neb., 22. Febr. James Callqhan, der angeklagt ist, einer der Männer zu sein, die den jungen Ed ward Cudahy entführ! hatten, wurde am Mittwoch dem Nichter Vinsonhaler vorgeführt. Es waren drei Anklagen gegen ihn erhoben worden, Großdicbstahl, Raub und widerrechtliche Berau bung der Freiheit, und auf alle plaidirte er nichtschuldig. Das Verfahren wurde dann bis zum Montag verschoben. In Ermangelung von $7300 Bürgschaft wurde Callahan wieder ins Gefängniß gebracht. Bestechungsversuch. S t. P a u l. 22. Febr. In der beu tigen Sitzung der Nationalen Creamert. Buttermacher Association . verursacht! W. D. Collyer von Chicaqo, einer dtt Richter für die Butter-Ausstellung. eint Sensation, indem er erklärte, daß ein Vuttermache? von St. Paul ihm eine Bestechung von $500 angeboten habe. Herr Collyer war im Stande, seine Be, hauptung sofort zu beweisen, da der be treffendeButtermachcr denBestechungs versuch schriftlich gemacht hatte. Das Exekutiv-Kommittee nahm su$ sofort der Sache an. Eine Frau zum Tode ver urtheilt. H a n n i b a l . Mo.. 22. Febr. Im hiesigen Common Pleas Gericht wurde am Donnerstag Frau Nessenbe ner. die von einer Jury schuldig befchr den worden war. im letzten Juli ihre Gatten vergiftet zu haben, zum Todi durch den Strang verurtheilt. De, Hinrichtungstag wurde auf den 12. April festgesetzt. Auf Frau Nejsenhene, machte das Urtheil nur wenig Ekn druck. Als sie gefragt wurde, ob sie noch etwas zu sagen habe, antwortete stt einfach : Es ist mir nicht GerechUg seit widerfahren" Die Anwälte de, Frau haben bereits Berufung ange meldet. Ansteckendes Beispiel. Huntington. Ind.. 22. Zfebr. A. L. Lamarble und Chrlst. K?rnkle, 21 resp. 18 Jahre alt. befinden sich hie, im Gefängniß, weil sie nach Art von Pat. Crowe sich Geld verschaffen mU ten. Vor einigen Tagen erhielt Enoj T. Taylor, der Präsident der hiesigen Citizens Bank, von den junaen Aen, geln einen Brief, worin er aufgefordert wurde. $500 an tntm gewissen Platze zu hinterlegen, witrigenfallö ihm deö Haus über dem Kcpfe niedergebrannt würde. Wenn Sie die Folgen zu tragen ha ben." schloß der Brief, so würden Sie froh gewesen sein, wenn Sie dak C:ld hergegeben hätten." ' . .'' ' 1t
Auö derButtdeshauptstadt 3K.ZKttgrch. Zmile Session.
Senat.
Washington. D. C.. 2L Febr. Der Senat beschäftigte sich heute bei' nahe zwei Stunden lang mit einer Re solution des Sen. Jones von ArkansaS derzufolge das Justizkommittee von der weiteren Erwägung der Anti - Trust Vorlage entbunden werden solle, die i der letzten Session vom Repräsentanz tenhaus angenommen wurde, und dafr sie dem Senat vorgelegt werden solle. Die Vorlage selbst wurde ziemlich ein gehend besprochen und Sen. Hoar, Vor sitzer des Justizausschusses, und die Senatoren Platt, Conn.; Sponer, Wis.; Bacon. Ga.; Petttgrcw. S. Md Teller, Cv!., naymen an du Diskussion in hervorragender Wns'. An theil. Die Majorität der Redr.ec war der Ansicht, daß die Vorlage rnkonsti tutionell sei. Sie protestirten auch dage gen, daß eine so wichtige Vorlage in den letzten Tagen des Kongresses aufge ncmmen werden solle. Die Resolution wurde schließlich auf die Registrande ge setzt. - Nachher war bis zum Schluß der Sitzung der Post - Etat in Erwägung. Nach einer langen Debatte wurde die Verwilligunz für den pneumatischen Röhrendienst vollständig gestrichen, und wie die Vorlage jetzt lautet, erreicht der Röhrendienst am 1. Juli d. I. ein Ende. Von Freitag an wird der Senat Abenbsitzungen abhalten. - u--Neprä'sentantenhaus. Das Hau nahm am Donnerstag die lehte der Verwilligungsvorlagen. den gemischten Defizit - Etat an. aber erst nach einer langen Debatte, während der e3 ein paar Mal sehr stürmisch zuging. Früh am Tage, während der Diskussion eines Amendements. demzufolge die Fuchsprellerei in der Marine-Akadcmie verhindert werden soll, bediente sich der Rcpr. Hepburn, von Iowa, sehr starker Sprache, als er die Fuchsprellerei dlrdammte. Er erklärte, daß die Ossi ziere schon in der Akademie zu Tyran nen und gewaltthätigen Menschen her angezogen würden und diese Erzieh ungsmethode indirekt die Schuld daran trage, daß keine Matrosen für dii Flctte ZU bekommen seien, und so viele Soldaten aus dem Heere t.'sertirten Des Weiteren stellte er die Behauptung auf. daß die Offiziere, wenn sie etwas verbrochen hätten, fest zusammenhielten, was daraus hervorgehe, daß die Kom rnanoeure von 23 Schissen, die seit dem Bürgerkrieg verloren gingen, mit AuZ nähme eines einzigen, der Strafe ent gangen seien. Repr. Cannon. von Illinois, unsl Dayton von West Virginien vertheidig ten die Flotte. Die Sensation, welche die Rede ht Herrn Hepburn verursacht hatte, ws aber eine milde im Vergleich mit off Aufregung, welche die Debatte über dij verlangte Extra - Vergütung für $0. wisse Angestellte des Hauses verur sachte. Repr. Dinsmore. Ar!., w!eß nach, daß einer der Angestellten de) Hauses das Salär für eine Stellung bezog, die er gar nicht bekleidete, unI die höher besoldet war als diejenige, hie er ausfüllte. In der vorliegenden Bju sollte nun der Unterschied zwischen bey beiden Salären bewilligt werdet Dies führte zu einer allgemeinen Erör terunq der Angelegenheiten des Hau ses. Repr. Bailey, Tex.. erklärte, daß diese Dinge ein Skandal seien und daZ. Repräsentantenhaus sich schämen sollte. Er erklärte, beweisen zu können, daß gewisse Angestellte des Hauses ihre Sa. läre mit Leuten theilten, die gar keine Arbeit verrichteten. Die Folge dieser Anschuldigungen war. daß ein Antrag auf Ernennung eines Uutersuchungs Kommittees ge stellt und an den Ausschuß für Regeln verwiesen wurde, nachdem Repr.Payn, der Führer der Majorität, die Versichv rung gegeben hatte, daß die Vorlag! prompt an das Haus zurückberichtet werden würde. Die 1899er Vaumwoll Ernte. Aus den Census - Statistiken er giebt sich, daß die 1899er Baumwoll Ernte sich auf 9.435.391 Ballen von-j. 500 Pfd. belief. Br a n d u n g l L ck. Z a n e s v i l l e. O., 22. Februar. Zwei Brüder, Söhne von Roxbury, O., erlitten schwere Brandwunden bei dem Feuer in dem Wohnhause der Familie. Einer versuchte eine Geld tasche mit $340 in Sicherheit zu bringen, ale' das Gebäude zusammenstürzt und ihn begrub. Sein Bruder such! ihn zu retten und erlitt dabei schlimme Wunden. Der Erstere ist tödtlich verletzt, der Andere erblindet.
Veite 5.
Weitere Depeschen auf
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