Indiana Tribüne, Volume 24, Number 154, Indianapolis, Marion County, 20 February 1901 — Page 7
Jndiana Tribune. 8V Februar 19öl
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(Fertseung.) Der Pvule gehoiü;!?. Einen Blick nur warf er auf den Dater. Genau so hatte ihn einst, da er einen Rehbock auf der Jagd abgefangen, das verendende Thier angeblickt. Und lanoe konnte er das nicht vergessen. Ein Vater, der seinen eigenen Sohn ausliefert nachdem der Sohn feinetwegen Schuld auf sich geladen "Er ging, den rufenden Leuten selbst die Thür zu ösfnen. Der Sohn stand am Ofen, ein -Steinbild. Und so Zrrmen sie denn alle herein, 'hintereinan'der. mit zerzaustem Haar, in der Arbeitskleidung, wie sie von daheim weglaufen. Anton Mair, der Wirth von Saltaus, zwei, drei Knechte, einige Frauen, ganz zulegt ein etwa sechzehnjähriges Mädchen, das unaufhörlich schluchzte. Das Gesicht hatte es in der Schürze verborgen, ein wirres, nußbraunes, halb geflochtenes Gelock fiel darüber hin. Der Klosterhofbauer wußte, daß si; nun feinen Sohn als Mörder anklagen würden.
Die Bäuerin ist nit derhoam?"' begaTin'der Mair schwerfällig, indem x die Ai'crn prüfend umherschweifen ließ. SJfo Gott sei Dank!" erwiderte Lcinbard mit einem unwillkürlichen Seufzer der Erleichterung. No auat'n Morget nimm' Tir's nit aar zu hart für " Währt n die Begrüßung - Fl?rm7.'ntäten so 'n aller Ruhe erledigt wur!den, stieg dem gemarterten Burschen tarn Cfe:i die Ungeduld zu Kopfe. Schnell und sicher-trat er vor den Mair hin:
Ob er odt is, möcht' i wisseu!"
er Mann runzelte unwillig die
'Stirn und maß den Frager von Kopf bis zu Füßen. ,,"A so steht's!" begann er, zu .Leonhard gewindet. Er hat's also .schon errathen.Ob er tcdt is. möcht' i wissen." wiede?hol:e in starrem Trotz der Paule. Tod:! Ah! Das that' mir grad noch febl'n!" rief der Mair, im Nu seine ganze erlünstelte Ruhe abrocif.'nd . leben thut er noch, wie lang. !das freilich weiß nur unser Herrgott im Fallen hat's ihm den Kopf verschlag 'i mir hab'n den Doktor dag'habt, 'den deutschen, c.uö St. Leonhard in dri 2ca' .hat er g'saa.t, is aus ... vauns nit bessrr wird! So an BauernrrriirÄ,
Ihat er g'sagt, mag's durchdrück'n
Da hatte er sie, die Gewißheit. So erofahl hatte dem Mair noch niie e:n Menschengesicht geschienen, tzk jetzt des Paule. Doch das dumpfe ter.x setzen des Burschen ergrirnnlte ihü M noch mehr. Ein braver, treuer Knecht ist c? .uns gewesen." sagte er laut. Der Paule schaute hinüber in h'ilslosem Jammer an das Fenster, wv ias Dicmdl stand. Die Schürze hatte es
'fallen lassen und hatte unverwandt "die
.Augen auf den Burschen g:yeftet. 2:t man etwa ein böses Thier ansieht; niit -einer Mischung von Abfcheu, StaMen, Surcht und Vorwurf. Bis ins Mark rieselte es dem Paule. Halb Kind, wie er war. hätte er lau! schreien mögen in seiner Qual. Die Augen dieses Mädchens verurtheilten .ihn härter, als alle Männerworte 1 vermochten. ,So an Mordbua!" sprach dcr Wirth umso schärfer und gereizrer, da Niemand etwas gesagt. Hätt' ihn Vater zur Zeit versohlt, unser Ändert 'tvär'-noch munter." Jetzt kam Leben in den Alten. Ja, am Vater liegt die Schuld, habt's Recht, -ihr Leu!'. Drum bitt' ich auch schön ich nimm's auf mich, aber jagt mir mein'n Oanzigen nit in'sVerderben! Büßen soll er keine gute Stund' mehr hab'n bei mir aber thut ihn mir lassen, sonst ist er verlcren! Ich kenn' ja sein'n " Er brach ab und schlug sich mit dr Faust vor die Stirn. Ihr kennt sein'n ....?" fragte bedeutungsvoll der Mair. Redet au. Kla-iscnhofbauer!" Ich kann nit!" keuchte Leonhard. Kann nit! Und wann Jhr'n bei die Gerichten anzeigt, so derf i nur sagen: ?)ehmt ihn! Ich hab' ja kein Recht mehr auf den Menschen. Aber thut es woh! bedenken: Der verwindet's nie und mein armes Weib es ist doch ihr Oanziger!" Der Mair drehte seinen Hut in den Händen. Es geht nit. Und was thät nachher der Ander! meinen, daß man ihm nit sein Recht verschafft ....?" Laß der Vater. Ich büß' meine Strsf'n ab. Der Vater soll nit betteln für mich." " Da habt's Jhr's! Aufbegehren thut er noch, anstatt daß r ein gut's Wörtl gibt, so an verstockter Mord-bua!-Unter diesem Wort zuckte derBursch. Eine flüchtige Röthe belebte seine braunen Wangen. Er hörte die Mutter draußen. Niemand sprach, als sie endlich eintrat, einen großen Buschen Weidenkätzchen im Arm, ihr leichtes Lachen um die Lippen, auf denen ein leichter, schwarzer Flaum bemerklich war. .Da babt's Weidenkadeln fiii alle
Kirchen in ganz Tirol!"" sagte sie, ihren Buschen lässig auf den Tisch wersend. Ei, beileib! Ich find' ja ein'n H:imgarten da versammelt! Da möcht' ma'n Tuifel den Schwanz ausreiß'n!" BeimAnblick dieser lachenden, schwätzenden Frau siel der bisher so ruhige Bauer in rasende Wuth. Er stürzte auf sie zu und riß sie an der Hand inmitten des Zimmers. Halt ein mit Dein Lachen! Er hat einen umbracht Dein Bua!"" Die beißende Antwort erstarb ihr auf den Lippen. Das eisige Schweigen der andern belehrte sie. daß für diesmal ihr Mann sich keinen schlechten Scherz erlaubt. Und dann ihr Bub' so lauernd schielte er unter den Lidern hervor so machte sie es gerade, wenn sie ein böses Gewissen hatte. Was Du nit sagst!" sprach sie nur hne sonderliches Staunen. Wer war's. Paule?" Das weiß also die Bäurin nit," siel der Mair mit besonderer Betonung ein. Der Ander! ist's, Bäurin. unser A..derl." Sie schrie gellend auf und verfärbte sick im Nu. Jetzt auf einmal könnt's schreien." sagte der Wirth in höhnischem Tri-umph.
Den Andttl! Mein Bua! Paule! Paule! Was hast gethan! Aus meine Augcn Du Vorder. Du . . ." Eine bebende Hand legte sich auf ihren Mund uud erstickte jeden Laut, der sich noch hervordrängte, die eiserne Hand ihres alten Mannes. Sei stad, Annamaria. Unglücklich genug ist er. Und Du willst seine Mutter sein? Schämst Di nit?" Doch sie fuhr fort, zu toben. Schluchzend, schreiend warf sie sich auf den Loden und griff mit gespreizten Fingern in das wirre, schwärze Haar. Der Mair aber winkte den Bauern bei Seite. - Der Bua hat seine Straf'n, das Maß doll und übervoll. Wir gehn jetzt And reden dem Ander! zu. daß es nit vor die Gerichten kommt. Pfüat Enk Gott so lang. Ihr Leut'. Hart ist'L!" Der gebrochene Mann verstand nur chalb, was der Mair sagte. Er begriff nur, daß es gut gemeint war, und ließ es mechanisch geschehen, daß der ihm die.Hand drückte. Dann gingen alle die Ankläger, die so zornmuthig gekommen, erschüttert von dem eben Erlebten, auf den Zehenspitzen aus dem Hause. Als letzte wieder das Diandl von sechzehn mit den entsetzten Augen. Der Bauer blieb allein mit Weib und Sohn. Die Sonne stand nun voll im Zimmer, und der alte Mann, der seineLeb:tage nur gerade Wege gewandert in ehrlichem, einfachen Sinn,. hatte ein Empfinden, aVü beleuchte s die Trüm-
mcr seines eingestürzten Hauses.
Das l jetzt so, wie's ist. Annamalia," sagt er. cn seinem Äürtel nestelnd. Harb' Di nit. es ist ja doch Dein Bua, und ein Kind laßt man nit .in Verzweiflung laufen." Ja," sprach der Paule, mühsam die Lippen öffnend. Und warn er 's noch einmal sagen thät mein Vater sei ein Lump ich schlaget ihn noch einmal nieder!" Die Bäuerin erhob sich, plötzlich sehr -nüchtern gewnden, trocknete ihre Augen und verschränkte die Arme. Das hat er Dir g'sagt der vCrl?" "'Geh hinaus, Paule, ich thu' Dich iccht sckön bitten," warf der Bauer in verändertem Tone ein. Fürcht Dich 2:it. So lang ich dc bin, ist gesorgt für Di. Geh!" . , ' TrBmsche befolgte wie betäubt o:S Äaters Gebot. Er war so müd', er Keimte sich nach Schlaf. Wenn sie ihn rnit Stricken an einen Baum gebunden hätten, er hätte sich nicht gewehrt. Mit stieren Blicken stolperte er das schmale Stieglein zum Heuboden hinauf und siel schwer in's Heu. Durch eine Dachluke lachte der blaue Himmel, an dem es blitzte wie Diamanten, und in der Ferne rauschte der Passerstrom .... tz rauschte in's Leben hinein. Ufer zerikißend. Felsen unterspülend, durstige Riesenländer tränkend, je nach seinem Willen und ein heißer Strom im Menschen, das sehnsüchtige Blut, sollte sich ewiz nur eindämmen lassen, ewia
! nur in engen Ufern matt fließen, bis
(2 versiegte? Der trotzige Bursche wußte nichts vom Blut und von seiner tiefinnern Verwandtschaft mit den Bergwassern draußen. Und doch, da er nun ihr Toöen hörte, riß es ihm gewaltig am Herzen. Und die blau durchleuchtete Dachluke und die Augen des Diandls von Saltaus. Die Stirn in das stechende, kitzelnde Heu gedrückt, schlief er ein. Während sanfte Athemzuge seine Brust hoben, war es auch in der Stube unten still geworden. Was der Bauer und sein Weib sich zu sagen hatten, das wurde nur geflüstert .... Annamaria." raunte der Bauer ihr tn das glühende Ohr, um den Buab'a allein hast Dich nit so zum Sterben kränkt ich frag' nit, um wen. Abtt eines sollst wissen wann ich 's erleb', daß Du dem Namen meinem Namen Unehr' machst so wirft fühlen, wieviel er mir werth is!? Fühl' ich's nit alle Tag', daß wir Dir nichts werth sind, der Bua und ich? Du bist alt. und wir sind jung. Und wann ich schaffen thu' wie ein Pferd, noch mehr könnt' ich schassen
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flnd ir la Folge schwerer tlkbelt ode? einer Suglns am ganzen Sörper ftels, man vergesse deshalb lcht, baß es gegen
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um ein Btsserl Leben und um ern jung's Gesicht! Und das mißgönnst mir " Sie warf die Arme auseinander, wie eine Gefangene, die nach Freiheit schreit. Is nit genug, daß ich Dir koch' und Dein Haus in Ordnung halt'?" Ja. es is genug." erwiderte er verLchtlich. Genug dafür, daß ich Teinem Kind meinen braven, angesehenen Namen geben hab'!" Wirf mir's vor!" rief sie leidenschaftlich. Besser wär's anders. Er hätt sich durchgebracht wie tausend 5ttnder auf der Welt. Ah na, am be-sien.wär-er g'storben!" Der Bauer Josef Leonhard verließ schweigend die Stube. Der Doctor aus Deutschland hatte Recht behalten. Der Bauerngrind" hatte den Stoß überwunden und ließ sich nun von Alt und Jung pflegen und hätscheln. Mit verbundenem Kcpf saß er am Passerufer auf einem alten, gepolsierten Stuhl, vor sich ein leeres Faßl. auf dem immer ein Viertele" Mein stand. Er hatte sich als großmüthig erwiesen und auf eine Anzeige des Hitz- und Mordbuam verzichtet. Nebenbei freilich hätte er sich auch vor den Herren geschämt: Er. der Anderl, ein Dreißiger, beim Raufen besiegt von einem Achtzehnjährigen! Sobald er das Bett verlassen, erhielt er den Besuch des Klausenhofbauern, der ihm ein Schmerzens- und Reugeld bot. Der Anderl nahm es für die Armen" und hielt am Abend alle Passeier Fuhrleute frei, die inSaltaus einpellten. Groß, breit, bartlos, mit plumpen Zügen, galt er für einen starken, wenn .auch nicht schönen Menschen, und im Tanz that es ihm keiner gleich. Und in ihn war sie völlig verschossen", die sechzehnjährige Eenz, seit sie ein Kind und seit er Knecht bei ihrem Vater. Er kümmerte sich nie um das kleine, zarte Ding, das ihm nur im Wege war, wenn er's mit einer feschen Magd hatte, und ihre scheinheilige Augenverdreherei" war ihm zuwider wie Quellenwassn! Nun er gar krank im Freien sich scnnte, kam sie alle halbe Stunde gcsprungen: Magst a G'ftlcht's?" ode? Thut's Dich frieren da heraußer?" " Ihre magere, unvollkommene Gestalt umschwebte ihn wie ein Schatten. Antw?rt erhielt sie keine, doch verdroß sein Schweigen sie nicht. War sie's denn anders gewohnt? Mit den stattlichen, erwachsenen Diandln von St. Martin und Riffian konnte sie's freilich nicht aufnehmen. Solche, wie sie, gehörten beim Tanz in die Ofenecke. Weil sie gar so viel jung war, die Cenz! Als sie ihm die Mittagssuppe in einem Topfe fein säuberlich auf das Faßl gestellt und Miene machte, ihn während des Essens zu unterhalten, knarrte das Zaunthürlein, das aus dem Hofe in die Passerwiesen führte. Die üppige Gestalt, der lächelnde, brennende Mund mit dem leichten Flaum gehörte Niemand anders als der Klausenhofbäuerin, die die Cenz gar wohl kannte. Hatte sie doch oft etwas zu schaffen in Saltaus; bald fragte sie um Rath wegen des Viehs, bald hatte derHund sich verlaufen, bald wollte sie ein Werkzeug leihen. Ohne Zweifel, die schöne Bäuerin kam. um das Opfer ihres ungeratenen Buam zu b?aug:nsch:inigen und ihm ein gut Wort zu geben. Sonst hatte sie ihn zum Aerger der Cenz nur höchst schnippisch und von oben herab behandelt, wobei ihr sunkelndes Auge ihn nicht losließ. Der Cenz klopfte das Herz, der Andcrl aber wandte sich unwillig nach ihr um: Das Gaffen von dem Diandl! Mach, in der Kuchel brauchen sie Dich nothwendiger als wie ich!" Er jagte sie also regelrecht fort. Sie biß die Lippen zusammen und entfernte sich ohne Hast. Ein nagendes Gefühl der Eifersucht vergiftete ih? den Sinn. Zum ersten Mal fand sie den Anderl häßlich und alt. Er brauchte sie nicht, rein, das war ihr klar und beschämte sie, so daß sie !m Hause auf einer Treppenstufe sitzen blieb und vor Scham weinte. Er braüSe sie nicht, und vor einer anderen hatte er ihr's gesagt, vor der immer spöttisch lächelnden Annamaria vom Klausenhof. Eine völlige Umwälzung fand statt tn der rauhen Kinderseele, um die sich kein Mensch bisher gekümmert, da die Mutter auf dem Gottesacker ruhte Und durch einen merkwürdigen Zufall erstand vlödlicd vor ibr daö. Bild
:z 11. Silliaii M 192 Ost Washington Ttraße.
J0I111 Weil a eher,
Eigenthümer.
des gefolterten Burschen, den feine ei-
gene Mutter einen Mörder gebeißen.
Er war unglücklich, wie sie. Die Cenz trocknete ihre Thränen und bezann, sich mit kindlicher Freude auszumalen, wie sie nun ihrerseits dem An-
derl zeigen wolle, daß sie ihn nicht
brauche. ..Mein, was ich Dich argern werd'!
?2chte sie. Argern, wie der Tuifel
selber!" No," hub inzwischen die Annama cia draußen an, hast amal an Denk
.'.eitel kriegt. Anderl? Recht geschehen st Dir's. was hast Du dem Buam da
zcrzureden q'habt?
Hab' halt gedacht, es möcht Dich
freuen. Seit drei Tag' hast Du mir
..risprochen, ich triff Dich am Rlffta
ncr Kreuz. Nnd dreimal war ich her-
oben, aber vr-, Narren hast mich g hal
t?n! Damisch wild war ich! Und auch heut sag' ich Dir'S, D Tuifelsweib:
Dein Lachen macht mich nit satt, und halb und halb ist nit meine Art, und
wann s Du mt Ernst machst, md ich Deinem Lackl von S?hn auf'n Pelz
Mich zwingst r.it. wann ich mt mag
Bleib sitzen, Du! Komm mir nit nah!
Von em'n Buam laßt er sich meder schlagen! Ha, ha. ha!"
Der Anderl wurde erdfahl. Er
sprang vom Stuhle auf und stieß das
Faßl fammt dem Suppentopfe um. Bist Du verruckt?"
Meinst wirkli, so einer wär' mir
noch a Busserl werth?"
Ihre eigenen Wangen überzogen sich mit einer feinen Blässe der Erwartung
und Leidenschaft nach diesen Worten
Sie wußte, daß sie keck mit der Gefah spiele und an einem Abgrund stand.
Eine uütut zuaten alle nerven tn
dem Gesicht des Knechtes. Dann stürzte
er auf sie zu. faßte ihre beiden Handge lenke, sie bändigend und zur Ruh zwingend. Willst oder willst nit?" ;
Sie gab sich einen Moment dem Ge
nuß des Gebändigtseins hin. Er war
lhr noch nicht toll, mcht sinnlos genug,
nicht so, wie sie's wollte. Er aber hatte ihren verschleierten Blick aufgefangen und schlang fest beide Arme um sie. Der Athem verging ihr. Der Wind trug den Laut ferner Schritte herüber, und beide prallten auseinander. Annamaria stemmte die Hände in die Hüften. B'hüat Di Gott, Anderl. Schau, daß Du mich in Ruh' laßt. Die Geschicht' is mir z' dumm, als daß ich mich um Dich ins Unglück stürzet. Leb wohl!" Versteinert, vernichtet blieb der Knecht zurück. Wir werden ö sehen!" rief er ihr heiser nach. Wir werden 's ja sehen!" Die Klausenhofbäuerin vermied die Straße und wählte ihren Weg auf den feuchten Wiesen längs der Passerufer. Der kühle, dunstige Hauch des Wassers schürte noch ihr inneres Fieber. Sie riß das Halstuch ab. Gottlob, heißes Leben, heißes Leben war das gewesen! Todtküssen hätte sie ihn mögen, den Anderl dumm war er vor Liebe, sonst hätte er das merken müssen. Aber er werde es noch merken und dann . . . was fragte sie nrch allem andern! Die Schritte, die Anderl und Anna-
maria auseinandergetrieben, rührten vom Paule her, der, in seinen besten Kleidern, dem beleidigten Gegner die Hand zum Frieden bieten kam. Wahrlich, em harterKampf zwischen seinem Trotz und seinem Herzen war dem großen Entschluß vorausgegangen. Da es nun aber sein mußte, zögerte er nicht lange und packte, wie sein Vater sagte, den Stier bei den Hörnern. Was der Anderl war. der saß noch mit allen Zeichen wühlender Leidenschaft in seinem Stuhle, und die Wunde in seinem Kopfe hämmerte und klopfte zum Verrücktwerden, dasGrausamste, was er sich denken konnte, ersann er für Annamaria. Liebe und Haß strömten ab und zu in ihn wie ein heißer und ein kalt?r Wind. Und da kam ihr Bub' und streckte ihm die verwünschte Hand hin und wollte Frieden machen! Er bezwäng sich um seiner selbst willen. damit der dälkete Gesell nicht etwa vermeinte, ein solches Kinderg'spiel ärgere ihn! Laß doch die Reden," wehrte er edelmüthig. a Riß wie mit an Dorn! Die zwoa Pratzerln da können anKerl, wie ich bin. nit zum Wanken brjne?1." (Fortsetzung folgt.)
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