Indiana Tribüne, Volume 24, Number 154, Indianapolis, Marion County, 20 February 1901 — Page 1

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Erscheint fc&cn Jtrtdjmiiiat? und Sonntag Morgens.

Jahrgang 24.

Indianapolis. Ind.. Mittwoch, den 2. Februar 1901.

China giebt nach. Bimsjiiic aiiMchle lWili. llon ins ZiiiiM ein sdjütsiK . Bewilligt die Regierung alle Fordcrungeu der Mächte. Die zwrbercituttlzen für die EX pedition werden aber doch getroffen. 15,000 Mann sotten daran Theil nehmen.

Vom britisch! Parlamcut. China giebt nach. P e k i n g. 20. Febr. Prinz Chwg und Li Hung Chanz haben eine Depeschc erhalten, die thatsächlich bedeutet, daß die Chinesen alle Forderungen der Mächte bewilligen werden, obgleich sie immer noch gewisse Information über weniger wichtige Punkte verlangen. Die auswärtigen Gesandten sind der Ansicht, daß alle Bedingungen spätestens bis zum Donnerstag erfüllt wer:ocn. Die Vorbereitungen für die Ezpedltion ins Innere, die mit großem Eifer getroffen werden, haben die chinesischen Friedenskommissäre im höchsten Grade zlarmw und sie haben dem Hof drin--zend gerathen, nachzugeben, da sonst die Zerstückelung Chinas wahrscheinlich sein würde. Es wird jetzt versichert, daß die Deutschen die Eisenbahn am Ende des Monats den Engländern übergeben werden. Shanghai.- 20. Febr. Eine Depesche aus Peking sagt, daß die Ez'zedition des Grafen von Waldersee nach Siaon Fu aus 15.000 Mann bestehen werde: Briten. Deutschen. Franzosen and Italienern. Es heißt, daß die ExEdition dem Kaiser Kwang Su'evenmell als Ehrengard? auf der Reise nach Peking dienen werde. Auch wird angedeutet, daß die Verbündeten gleichzeitig mit Operationen im Jang Tse Klang Thal beginnen würden. Peking. 20. Februar. Die ausbärtigen Gesandten haben den chinesisehen Behörden acht Tag; Zeit gegeben, mm befriedigende Edikte zu erlassen. ; Zs kann dies aber nicht als ein Ultimatum angesehen werden, da es sich hierbei im Besonderen um die Einstellung der Examinationen handelt, wie auch um die Schuld der Gouverneure der Provinzen, in denen Mordthaten in Ausländern begangen worden sind. Die Militärbehörden können nicht einsehen, welcher Unterschied zwischen :iner Reihe von Ultimatums und einem einzelnen Ultimatum besteht, das alle Fragen auf einmal deckt, und sie fragen, was die Gesandten zu thun beabsichtigen, wenn die Chinesen sich weigern, in den acht Tagen irgend eine der gestellten Bedingungen zu erfüllen. Die Militärbehörden treffen inzwischen die Vorbereitungen für die Expe dition. Es liegt die Absicht vor. sechs Kolonnen auszuschicken, zwei je von Peking. Tien Tsin und Pao Ting Fu. Graf von Waldersee ist der Ansicht, daß es genügt, wenn die Truppen RaHonen für acht Tage mitnehmen, da die , Kommunikationslinie offen ist und frische Vorräthe zu erlangen sind. Es heißt auch, daß wenn die jetzigen Unterhandlungen kein befriedigendes 'Resultat ergeben würden, die Kriegsschiffe einiger der Mächte sich der Ha fen von Chefoo. Kanton etc. bemächtizen würden. Süd-AuhstraliensWeizen-Ernte. A d e l a i d e , Süd-Australien. 20. Feb. Die Weizen-Ernte der Kolonie beträgt bei einem Ertrag von 8 Bu. Per Acre ungefähr 1Z.500.000 Bu. -Davon sind 8.500.000 Bu. für den EzPort verwendbar. Der Krieg in Südafrika. London. 20. Feb. Daily Chronicle" versichert, daß mehrere Offiziere von hohem Rang: im Begriffe seien, sich Von Indien aus nach Südafrika zu begeben, und daß auch die Generäle Dundonald, Kelly-Kenny und Leach sich wieder nach dem Kriegsschauplatz begeben würden. Derselben Autorität zufolge soll die Regierung auch thatsächlich beschlossen haben, in Verbindung mit der Re.'ormirung der Armee, die letztere um 150.000 Mann zu vermehren. Man hofft die Mannschaften durch Gewährung höheren Soldes zu bekommen. Kapstadt. 20. Feb. H:rr Theron, der Präsident des AfrikanderBundes, bat' erklärt, daß es ihm un-

möglich sei. mit dem Friedenskommit-

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tee Piet De Wet's zu cocpenren; er hat sich aber den Behörden gegenüber erboten. Alles zu thun, um den Frieden zu Bedingungen, die für beide Seiten ehrbar und annehmbar sind, wiederherzustellen. L o n d o n . 20. Febr. Lord Kitchener telcgraphirt unter'm 13. Februar von Pretoria aus wie folgt an das Kriegsamt: De Wet zieht noch imm nördlich und befindet sich jetzt ftxß lieh vov. Hopetown. Er wird wahrscheinlich bald in südwestlicher Rich tung zurückkehren und die Truppen sind darauf vorbreitet. Ein Eisenbahnzug wurde zwischen Vereenigung und Johannesburg zum Entgleisen gebracht, die Boeren wurden aber vertrieben, ehe sie viel Beute rna chen konnten." Das Kricgsamt veröffentlichte am Dienstag die Liste der britischen Verluste. die General Smith-Dorrien am 6. Februar in dem Kampfe mit den Truppen Louis Botha's bei Bothwell erlitten hat. Der Verlust stellt sich demnach auf 24 Tode und 53 Verwundete. Wegen Hochverraths verhaftet. Manila. 20. Febr. Kapitän Jcnes vom 8. Infanterie - Regiment bat in einer Stadt in der Provinz La guna Florentino Ostana und Miguel Ponce de Leon, die Agenten der Tabaccalaria Co. und William Webb. Pedro Lorenzo und Victoriaco Sentana. An gestellte der Philippine Trading Co., auf eine ähnliche Anklage verhaftet, wie vor einigen Wochen den Unternehmer Carman, nämlich wegen Lieferung von Vorräten an die Insurgenten. Die Tabaccalaria Co.. die reichste Ge-

sellschaft auf den Pylllppinen. wird of

fen angeklagt, die Insurgenten m. wirksamster, Weise zu unterstützen. Alle Verhafteten nehmen hervorragende Stellungen ein und das Beweismaterial gegen sie ist sehr stark. Vrix Holterman. ein Belgier, welcher mit der Philippine Trading Co. in Verbindung steht, wurde in Manila verhaftet und Eduard Andre, der belgische Konsul in Manila, welcher ebenfalls verdächtig war. hat mit seiner Familie Manila Hals über Kopf auf einem nach Europa gehenden Dampfer verlassen. Andere Verhaftungen mögen noch folgen. Das Ration l-G eschen kfür die Königin Wilhelmine. Rotterdam. 20. Feb. Es verlautet, daß das National-Geschenk für die Königin Wilhelmine von Holland, von dem bisher nichts verlautete, in einer neuen Krone bestehen wird. Es sollen in aller Stille bereits $100,000 dafür gezeichnet worden sein. Vom e n g l i s ch e n P a r l a m e n t London. 20. Februar. Der Krieg in Südafrika gab wieder den Anlaß zu einer längeren Debatte im Parlament. Der Kriegssekretär Broderick stellte offiziell die Nachricht in Abrede, wonach Boeren. welche in Khaki-Uniformen gefangen werden, erschössen werden sollten. Er sagte, daß weder Lort Roberts noch irgend lin anderer Kommandeur einen derartigen Befehl erlassen habe. Der Kolonialsekretär Chamberjain berichtete, daß eine Proklamation übe? die Verwaltung der neu annektirten südafrikanischen Gebietstheile bereits von der Regierung entworfen sei. aber noch nicht vervollständigt wurde, da General Kitchener und Sir Alfred Milner den jetzigen Zeitpunkt dafür nicht, opportun hielten. Der Schatzamtssekretär Sir Michael Hicks Beach sagte, daß die Regierung die Spekulanten, welche in Erwartung einer Steuererhöhung große Quäntitäten Waaren aus dem Steuerverschluß genommen hatten, dadurch kalt stellen würde, daß der Steuer rückwirkende Kraft verliehen wird. Die Unterdrückung. der Finnländer. Helsingfors, Finnland, 20. Febr. Nicht geringe Sensation hat ein Regierungsbcfehl verursacht, daß alle Gewehre, die den finnländischen Reserven.ehören, im Artillerie-Depot in St. Pet .sburg abgeliefert werden müssen, obgleich die Gewehre neuen Musters noch nicht zur Bertheilunz bereit sind. Man fürchtet hier, daß dies die Entwafmung und eventuelle Auflösung der fim ischen Reserven zu bedeuten hat. König Edward'sReise nach Deutschland. London. 20. Febr. Der König Eduard wird sich am Samstag Abend an Bord der königlichen Jacht ..Victoria und Albert" zum Besuch seiner Schwestern, der Kaiserin ' Friedrich, nach Deutschland begeben. ' Der König wird wahrscheinlich nur sehr kurze Zeit in Deutschland bleiben. I st der Dreibund bedroht? .Rom. 20. Feb. Der Umstand, daß der König Victor Emanuel den Signor

Zanardelli, einen Mann mit radikalen Ideen, das neue Kabinet bilden ließ, hat hier viel Beachtung gefunden, mehr noch die Ernennung von Signzr Prinetti zum Ministe? des Auswärtigen.

Letzterer ist ein Gegner des Dreibun-.

des; er hat schon häufig gegen das deutsche Protektorat" gesprochen. Aus dem deutschen Reich. Berlin. 20. Feb. Die Rationalzeitung" und andere inspirirte Zeitungen versichern, daß der Graf von Waldersee nicht die Absicht habe, eine große Expedition ins Innere von China zu schicken; sie erklären aber, daß die Chinesen ein starkes Heer zum energischen Handeln bereit finden werden,' wenn sie fortfahren, die Unterhandlungen in die Länge zu ziehen. Es wird darauf hingewiesen, daß die Aktions Sphäre des Grafen von Waldersee auf die Provinz Pe Chi Li beschränkt sei.. Die russische Revanche" hat in Deutschland ein allgemeines Gefühl der Befriedigung hervorgerufen. Schon orakeln die Zeitungen, daß sich" der Handel mit Amerika nun heben müsse.. Den Agrariern -kommt der Zollkrieg äußerst gelegen, denn sie folgern niazt mit Unrecht, daß Rußland sowohl wie Amerika wegen des bischen Weizenzolles" jetzt nicht so viel Aufhebens machen können. Hier herrscht die Meinung vor. daß auch Belgien wegen des Zuckerzolles Repressalien ergreifen werde. Aus Deutsch'-Südwest-Afrika kommt

die erfreuliche Kunde, daß im südlichen Theile des Landes, bei Warmbad, etwa 200 Kilomete? von der Küste entfernt, reich: Kupfererzlag:r entdeckt worden sind. Die hiesigen Advokaten haben beschlössen, eine Jndignationsversammlung abzuhalten, um gegen die kürzlichen judenfeindlichen Aeußerungen des Justiz-Ministcrs Dr. Schönstedt zu protestircn. . - Hamburg. 19. Feb. Der Liberalismus, hat bei den'städtischen Wahlen gesiegt. Schmählich sind die Anti semiten abgefahren; sie hatten die ganze Stadt erobern wollen und verloren nun auch ihr einziges Mandat. Weiterhin trat, das Centrum sein einziges Mandat an den sozialistischen Redakteur Stalten ab. ' P o t s d a m . 19. Febr. Der jungc Herzog von Sachscn-Coburg-Gotha hat hier sein Fähnrichs-Ezamen gut bestanden. ' ' - Blutiger Streit. C a i r o. Aegypten. 20. Feb. Vor einigen Tagen geriethen in Omdurman Soldaten vom 13. und 14. sudanesischen Bataillon in Streit, in dem fünf Mann getödtet und zwanzig verwundet wurden. Die Soldaten der beiden Bataillone standen schon lange auf dem Kriegsfuß miteinander. Ein n e u e r se r b i sche r T h r on folger. Wien. 20. Febr. Die Neue Freie Presse" bringt die Nachricht, daß die Königin von Serbien einem Sohne das Leben gegeben habe. In Hofkreifen wie in der serbischen Gesandtschaft wird aber erklärt, daß dies nicht wahr sei. Die Briten in Afrika.L a m u. Britisch Ost Afrika. 20. Feb. Amadu, das Hauptquartier der Oga-' den Somalis. . ist von der britischen' Strafexpedition besetzt worden, und der Sultan von Oaaden befindet -sich als Gefangener in c.r Händen der Briten.' Ein rabiater Mörder. Clark sb u r q. W.-Va.. 20..Feb.

In McDonald's Eisenbahn-Lager bei Wolf Summit' wurde Share Riggs von W. Francis im Streit erschossen. Der Mörder flüchtete sich in den neuen Tunnel, der durch den Purse Glove Hügel gebohrt wird und beabsichtigt, sich, darin der Verhaftung zu widersetzen. Er ist mit einem Winchestergewehr bewaffnet und hat 500 Patronen, aber keine Lebensmittel. Alle Arbeiten an dem Tunnel sind eingestellt worden und die Beamten haben beschlossen, den Mörder ausubunaern.' ' Nette Ges ch ich! en. . . Chicago. 20. Feb. Detektiv Thompson, der sich drei Tage lang mit der Untersuchung befaßte, erklärt, daß die jüngst stattgehabten Brände im Valm-r House. Majestic, Grace und Great .Northern Hotels angelegt waren, um für einen neuen Feuerlöscher Ab satzgebiet zu erschließen; er hat angeblich das Hauptquartier dieser Brand agenten entdeckt. Thompson sagt, daß diese Fcuerl'oscher $300 das Groß kosten, und die Hotels für etwa Z10.000 derselben bedürfen, um völlig geschützt zu sein. Th mas Uhrig, ein 20jähria?r dessen Va'er Miteigentümer des Majestic Hotels ist. wurde in Haft genommen; er war in dem Hotel angestellt und hielt einen Nachtwächter auf den Korridors unaufhörlich beschäftigt, an allen Ecken und Enden entstanden: Flammen mittklst der neuen Feuerlöscher zu ersticken.

- Morp m Me che Nes CriNMizsiM ll'MU5 l'l! M!lllI5. ,

Eine Fran in einer Wirthlchaft todtgeschosscn. . m ' Vier Zllanncr bereits wegen der Chat verljaftct. . , Sie werden des Mordes augeNagt 1 werden. Einer der Entführer deZ jungen Cu-dal'y

In Omaha verhastet.

Das tolleTreiben derFrau Nation findet Anhang. T o p e k a. Kas.. 20. Februar. Frau Carrie Nation befindet sich hier im Gefängniß. Sie weist alle Bürgschaft zurück und erklärt, daß der Herr wünsche, daß sie sich eine Zeit lang ausruhen solle". Die Zeit vertreibt sie sich mit Bibel-Lesen. obwohl dies kaum einen Zweck zu haben scheint, denn sie kennt anscheinend die Bibel von Anfang bis zum Ende auswendig. . Während des ' Tages erhielt Frau Nation, eine Depescb? von ihrem Bruder, einem Viehzüchter in Kansas. in der der Letztere anfrug, ob sie Bürgschaft' brauche. Sie antwortet: darauf: Gott wird in seine? Allmacht für Alles sorgen, was ich brauch?. Ich bin ganz komfortabel und befinde mich da. wo der Herr mich haben will, mein Lieber." "Frau Nation erklärt, daß wenn sie wieder freigelassen ' worden, sie ein Zimmer in Topeka miethen und dort ihr Hauptquartier etabliren werde. . Wichita. Kas.. 20. Februar. Im' benachbarten Winficld. wo die Temperenz-Fanatiker und die Anhänger der Wirthe einander mit den Wasfen in der Hand gegenüber stehen, wird die Lage mit jeder Stunde ernster. In fast' allen Kirchen fordern di: Seelsorger die Zuhörer auf. die Wirthe und Alle.' welche für dieselben Partei nehwen. entweder aus der Stadt zu treiden. oder 'zu. lynchen.. - Die Wirthe, an deren Spitze die sechs Brüder Schmidt stehen, haben auf die Drohungen nur die Antwort: Wir werden bleiben und unser Eigenthum bis auf den letzten Blutstropfen vertheidigen!" Ihre AnHänger sind gleich den Wasser-Fanati-kern bis an di: Zähne bewaffnet und es scheint, als ob Blutvergießen kaum zu vermeiden wäre. Der junge Ernest Hawn, der am Mittwoch das erst: Schnapsfaß zerkümmerte und dadurch den Krieg, der ein blutiges Ende zu nehmen verspricht, eröffnete, wurde heute von einem Haufen Maskirter umzingelt. Dieselben strichen sein Gesicht schttarz an und ließen 'ihn wieder laufen. Rev. Best, einer der Anführer der Kaltwasser-Heiligen. erhielt am Morgen wieder einen Brief folgenden InHalts zugestellt: Wenn Sie weiter Hetzen, so werden wir Ihre Kirche in die Luft sprengen und Sie mit Ihrem ganzen Anhang in die Hölle schicken. So oft Ihr Narren eine Wirthschaft demolirt. werden wir eine Kirche zersiören." Der Mavzor Heß von dem benachbarten Arkansas City hat die Entrüstung der sehr gewaltthätig auftretenden Prohibitionisten erregt, indem er ihnen drybte. sie wegen Friedensbruchs verhaften zu lassen, wenn sie fortfahren sollten.- die Wirthe zu bedrohen. In New man. Kas.. wurde am Dienstag eine Wirthschaft von einem

Haufen von 30 Mannern und grauen zerstört. Die Wahnsinnigen zerstörten die kostsvieliae Kirschholz-Einrichtung

kostsvieliaj

der Wirthschaft, einen großen Spiegel

und andere Gegenstände, er pirltuosenvorrath war nur gering, wurde aber zerstört. Ein Freund des Wirthes versuchte das Eigenthum mit einem Schrotgewehr zu beschützen und einer der Fanatiker. Namens Gorrell, der es ihm entreißen wollte, erhielt damit einen heftigen Schlag auf den Kopf. Der Mann ist schwer verletzt. ' Leavenwort h. Kas.. 20. Febr. Zwanzig maskirte, mit Schrotgewchren bewaffnete. Farmer versuchten am Montag inM.illrook, .einem kleinen, nördlich von hier, gelegenen Ort, eine Wirthschaft zu zerstören, und in dem Durcheinander wurde Frau Rose Hudson, die 'Frau t:'i Schankkellners, erschossen. Wm. Webb. einer der Eindringlinge, wurde in den Arm geschossen und zwei oder drei Andere wurden, leicht. verletzt. Es wurden ungefähr hundert Schüsse abgefeuert.

Am .icji-i uuisca .ivun und

Henry Wilson. jung: Fc-irr. di: zu dem Haufen gehört hatten, verhaftet, und es sind auch Verhaftsbefehle gegen Anders ausg:stellt worden. Der Ort befindet sich in d?r furchtbarsten Aufregung und man befürchtet, daß weitere Unruhen stattfinden werden. Die Wirthschaft gehört einer Wittwe, Frau Michael Lochncr. Sie war am Montag aufgefordert worden, das Lokal zu schließen, hatte sich aber geweigert, dies zu thun. Am Montag Abend um zehn Uhr kamen 20 Maneer, alle bewaffnet und mit Taschentüöern vor das Gesicht aebunden. vor der

Wirthschaft an. Zwei der Männer. Joe Turner und John Kilburn, traten ein und bestellten etwas zu trinken. Der Schankkellner Hudson hatte kaum die Gläser auf den Schanktisch gestellt, als die Beiden ein Signal gaben und im nächsten Augenblick wurde auch schon die Thür eingeschlagen und die Anderen stürmten herein. Ein halbes Dutzend Schrotgewchre wurden gegen die Zimmerdecke abgefeuert, wahrschcinlich um Hudson anzudeuten, daß sie keinen Spaß verstünden. Frau Hudson, die sich in ihrem Wohnzimmer hinter der Wirthschaft befand, erschien urplötzlich unter der Thür, die in das Wirthschaftslokal führt; gleich darauf erhob aber einer der Männer sein Gewehr, der Schuß krachte und die arme Frau brach tödtlich getroffen zusammen. Die Schrotladung war ihr über den Augen in d:n Kopf eingedrungen. Hudson eilte an die Seite seiner Frau, diese gab aber den Geist auf. ehe er si: in ein anderes Zimmer tragen konnte. Während der Schießerei wurde Wm. Webb zufällig schwer am Arm verwundet. Es wurden noch ein paar Schüsse abgefeuert, die Bande verließ aber, als sie sah, was sie angerichtet, schnell das Lokal, ohn: die Einrichtung und die Spiritussen zu zerstören. Hudson hatte einen Angriff crwartet und desbalb zehn b:waffnete Män-

ner um sich versammelt. Die Letzteren wurden aber überrascht und ergriffen die Flucht, als die Schießerei begann. Diesem Umstand und der Ermordung der Frau Hudson ist es wahrscheinlich zuzuschreiben.' daß ein blutiger' Kr.-, wall verhindert wurdet .'. Die ganze Affaire dauerte nur wemg: Minuten und die Einzelheiten wurden erst heut: in' Erfahrung gebracht. Die Schandbuben hatten sich in aller Stille nach Hause - begeben. Die Mitglieder der Bande. waren anscheinend lauter junge Farmer, die in der Nähe von Millwood wohnen. Vier Farmer sind bis zum Abend verhaftet und im County-Gefängniß zu Leavenworth eing:sperrt worden. Sie werden am Mittwoch formell des Mordes im ersten Grade ongeklagt werden. Ihre Namen sind John Willburn. M..THornburg, Andy Wilson und Turner. Alle sind junge Männer und mit Ausnahme von Turner verheirathet. Ein alter Streit scheint dem. Ueberfall zu Grunde zu liegen und die Leute scheinen den herrschenden TempercnzFanatismus als Vorwand für ihren verbrecherischen Ucberfall benutzt zu haben. Nach dem Vorbild derFrau Nation. PortHuron. Mich.. 20. Febr. Mit einem Sammsr. anstatt mit einem

! Beil zerschlug am Dienstag Nachmittag

e:ne Frau Charles Nyodes alle Fenster und Spiegel in James Wilsons Wirthschaft in hiesiger Stadt, wie auch zehn Flaschen mit Whisky. Der Schankkellner warf sie dann zur Thür hinaus. Frau Rhodes erklärte, daß sie Wilson schon mehrmals verboten hätte, ihrem Sobn Whisky yi verkaufen. DÄ ' M e t b o d e n sollen unrcrjucyl merocm Springfield. Jll.. 20. FebrJ'm Unterhaus der Legislatur wurde am Diekstag eine Resolution angcnommen. derzufolge ein Fünfer-Kommlttee ernannt werden soll, mit dem Auftrag, die Zion City Bank von Chicago, die von dem sogenannten ..göttlichen Heiler" Alexander Dowie geleitet wird, zu untersuchen. Das Kommlttee wurde ermächtigt, die AnZ'legcnh'.iten der Zion City Bank genau zu untersuchen, und nicht

spater als am 1. April Bericht abzustatten und etwaige für den Fall nöthi-

ge Gesetzgebung in Vorschlag zu brin-

gen. Chicago. III.. 20. Februar. Als der Rev. John Alexander Dowie von dem Beschluß der Legislatur in Kenntniß geser.t '.vurd?, erklärte er. daß die Mitglieder dcr Lcgiölatur nicht in die Van! eingelassen werden würden, daß ihnen nicht azftattct werden würde,

. Einblick in die Bücher zu nehmen, wie

ihnen uo::haupi alle Auskunft ubcr den Betrieb der Bank verweigert werden würd?. Dswb fa'SrÄ seine

No. 154

Bank ein Prioat-Jnjttlul t unv jnc mand ein Recht habe, in dieselbe t:h zudringen. Cudahy'sEntführer im Garn. Omaha. Nebr.. 20. Febr. Die Polizei hat hier James Callahan in Ge wahrsam. einen der Naubzesellen. welche in der Nacht auf den 18. Dezember letz ten Jahres den jungen Edward Cudahy entführten und für seine Freigabe ein Lösegeld von 525.000 von dem Vater des jungen Mannes, dem bekannten GroßschlächterEdward Cudahy Sr., erpreßten. illahan's Verhaftung erfolgte schon am letzten Samstag, die Polizei hielt dieselbe aber noch geheim in der Hoffnung. sich auch der anderen Räuber U' mächtigen zu können. Callahan würöe von dem jungen Cudahy mit Bestimmt heil als der Mann identifizirt. welcher in der erwähnten Nacht unter dem Jorgkbcn, daß er der Sheriff des angrenzenden County's sei. ihn angeredet und gezwungen hatte, ein Buggy zu besteietn, worin er nach dem Hause an Melxot Hill gebracht und dort 30 Stun-

den gefangen gehalten sei. bis die geforderte Summe von seinem Vater erlanat

war. Callahan war auch der Mann, welcher während dieser Zeit be! dem jungen Cudahy Wache hielt. Callahan wurd auch von Daniel H. Burris als der Mann identifizirt. der in Gemeinschaft mit einem andern ein Pferd und Buggy bei ihm kaufte, womit die Ent führung des jungenCudahy wahrschein l:ck bewrksllit hirW Wurf w?k.

f , . I" V - MV V V , Larsen. ein Dienstmädchen bei 3. N.

! H. Patrick, erkannte Callahan als den

Mann, der von ihrem D'.enstherrn ein Haus in Happy Hallow miethete und die Miethe auf einen Monat im Vor aus bezahlte. Die Banditen beabsichtigten ursprünglich, den jungen Cudahy dorthin 111- entführen tvr!t6n tVrf .,

f V VU Zwei Wochen vor der That das Haus, da sie sich beobachtet glaubten. - Callahan wurde von den Polizisten Dusberry und Dwyer verhaftet, welche beide den Gefangenen seit vielen Jäh ren kennen. Sie wußten auch, daß Callahan ein intimer Freund Pat Crowe's.sei. auf dessen-Kopf als Rä delsführer der Bande eine hohe Beloh nung g?setzt ist. Einig: Aeußerungen Callahan's bezüglich der Cudahy-Af faire lenkten den Verdacht der Polizisten auf ihn. Diese theilten ihren Verdacht dem Detektiv mit. welcher nach einer sorgfältigen 'Untersuchung Callahan'S Verhaftung veranlaßte. Herr Cudahy. Sr sagte, sein Sohn und zwei Andere hätten Callahan mit positiver Bestimmtheit als einen der Theilnehmer an dem Verbrechen identi fizirt und die Polizei hat diesmal ohne Zweifel den Richtige erwischt und wird auch bald die anderen Mitglieder der Bande Unter Schloß und Riegel haben. . Bezüglich der Jdentifizirung Cal lahan's durch den jungen. Cudahy wer den noch folgende Einzelheiten berich tet: Bereits am Sonntag fand die Konfrontation zwischen dem jungen Cudahy und Callahan statt, welche et wa eine halbe Stunde mit einander sprachen, worauf Callahan abgeführt wu?de. : Ick. w:rde niemals diese Stimme vergessen", sagte der jungc Cudahy darauf; auch erkenne ich ihn an der Aussprache gewisser Wörter, welche er damals gebrauchte. Dieselben Worte gebrauchte er noch eben wieder und sei r.e eigenthümliche Aussprache derselben läßt keinen Zweifel zu. Da ich wäh rcnd meines unfreiwilligen Zusammen scins mit diesem Mann im letzten De zember mehrfach Gelegenheit hatte, ihn genau zu betrachten, so kann ich mit Bestimmtheit versichern, daß dieS derselbe Mann ist." Callahan leugnet entschieden, irgend etwas mit der .Entführungsgeschichte zu thun gehabt zu haben, giebt aber zu, ein intimer Freund von Pat Crowe zu sein. Er behauptet, sein Alibi beweisen zu können und während der Nacht, wo er angeblich über den jungen Cudahy Wache gestanden baben soll, im Hause seiner Schwester, Frau Kelly,' gewesen zu sein, welche in der Nähe des Hauses auf Melrose Hill wohnt. Fra.l Kelly sagt, daß ihr Bruder den Tag nach der Entführung Cuda hy's bei ibr zugebracht habe, behauptet aber, nicht angeben zu können, wo er in der fraglichen Nacht war. Der Ali bi-Beweis Callahan's steht somit auf schwachen Füßen. Die Polizei erwartet im Laufe der nächsten Stunden noch eine andere wichtige Verhaftung Vorzunehmen, nämlich die des Kutschers einer .den Cudahys - befreundeten Familie, der durch verschiedene Uiuslandkbeweise stark inkriminirt ist und seit dem Tage des Verbrechens sich in eigenthümlicher Weise benommen hat.- Der Polizeichef hofft, durch seine Festnahme nocü w:i (Fortsetzung'auf Seite 5 .) 1 '